Egmont Ink

Sternschnuppenträume (Julie Leuze)

sternschnuppenAls Svea den Kopf in den Nacken legt und in den sternenklaren Nachthimmel schaut, geschehen zwei Dinge, mit denen sie absolut nicht gerechnet hat. Erstens: Sie sieht eine Sternschnuppe, eine lange, strahlende, wunderschöne – eine, die Wünsche in Erfüllung gehen lässt. Zweitens: Im nächsten Moment taucht Nick neben ihr auf. Nick sieht gut aus, ist charmant und wird ihr ganz bestimmt schon morgen das Herz brechen. Doch heute Nacht will Svea nicht an morgen denken. Sie will mit Nick Sternschnuppen zählen, eng umschlungen hier am Strand, bis es nichts mehr gibt außer ihnen beiden. Und vor allem will Svea nicht daran denken, dass es für sie und Nick keine Zukunft geben kann. Morgen wird die Welt wieder so sein wie vorher. Eine Welt ohne Nick. Oder etwa nicht?

Obwohl die Geschichte eigentlich nicht so richtig in mein Beuteschema bei Büchern fällt, fand ich Cover und Klappentext doch zu schön und vielversprechend um mir “Sternschnuppenträume” entgehen zu lassen. So ein wenig Romantik ab und zu schadet ja nun wirklich nicht.
Die Geschichte wird abwechselnd von Svea und Nick erzählt. Svea gefiel mir auf Anhieb, auch wenn sie mir ab und zu etwas zu schwermütig vorkam. Andererseits kann man das aber natürlich verstehen. Immerhin hat sich in ihrer Familie etwas ereignet, um das zunächst noch ein Geheimnis gemacht wird. Aus Sveas Andeutungen heraus kann man aber nach und nach schließen, was vorgefallen ist. Und auch wenn ich es nicht als so dramatisch empfunden habe, so war mir doch klar, dass es auf einer solch kleinen Insel durchaus für ein Drama reichen könnte. Es gibt Dinge, die man auf solch engem Raum kaum geheim halten kann und nirgends zerreißt man sich lieber das Maul über andere als in solch einer verglechsweise kleinen Gemeinschaft.
Aus Sveas Erzählungen heraus war mir Nick anfangs nicht sonderlich sympathisch. Ich hatte immer so einen muskulösen, blonden Surfer-Schönling vor Augen, dem die Mädels reihenweise zu Füßen liegen und der das auch gerne ausnutzt. Leider trifft das auch alles nur zu genau zu! Doch die Kapitel, die aus Nicks Sicht erzählt werden, machen einem schnell klar, dass hinter dieser Fassade ein ganz anderer Nick steht. Einer, der kein Stück eingebildet ist, dem das Getue mit den Mädels auf den Keks geht und der -vor allem!- genau wie Svea ein böses Familiengeheimnis hütet.
Da es also ganz klar so aussieht als könne aus Svea und Nick niemals etwas werden, hat mich ihre gemeinsame Nacht am Strand ziemlich überrascht. Aber ich fand sie wunderschön und die beiden einfach nur total süß!
Danach erlebt man natürlich erstmal wieder einen Knacks in der Handlung. Nach solch glücklichen Momenten stürzen ja viele Geschichten zunächst wieder in ein Tal der Hoffnungslosigkeit. Svea ist nämlich einen Tag später bereits restlos überfordert mit dem, was sie getan hat. Und entsetzt über sich selber! Prompt stößt sie Nick vor den Kopf, und es dauert eine geraume Weile ehe sie sich wieder annähern.
Selbstverständlich spielen Sveas und Nicks Probleme zuhause weiterhin eine große Rolle. Beide haben damit schwer zu kämpfen, und bald wird klar, dass sie sich dem stellen müssen, wenn sie zusammen glücklich sein wollen. Mir hat sehr gut gefallen, wie realistisch die Ereignisse und ihre Folgen beschrieben werden. Denn so etwas, was Sveas Mutter getan hat, zieht seine Kreise und irgendwann kommt doch genug ans Tageslicht um das befürchtete Drama auszulösen. Und das, was bei Nick zuhause los ist, das ereignet sich sicher in mehr Familien als man vielleicht denken mag. Und nicht immer löst sich letztlich alles in Wohlgefallen auf, weil jemand plötzlich erkennt, wie ungeheuerlich seine Taten sind.
Ein richtiges Happy Ende gibt es bei dieser Geschichte also nicht. Jedenfalls nicht, wenn man Sveas und Nicks komplette Familien dabei betrachtet. Und auch die beiden sind lange Zeit keineswegs auf Rosen gebettet. Vieles sind nur Übergangslösungen und ich habe mich ab und zu doch gefragt, ob die beiden bei alldem zusammenbleiben würden. Leicht haben sie es wirklich nicht. Dafür sind sie mutig und haben gute Freunde an ihrer Seite, was ganz hilfreich ist.

Die Seiten dieses Buchs flogen nur so dahin und es ging nicht anders: ich musste wissen, wie es endet und habe es in einem Rutsch gelesen. Nick und Svea erzählen so herrlich lebendig von den Ereignissen, dass man gar nicht merkt, wie man sich durch ganze 352 Seiten schmökert. Dazu kommt anfangs noch, dass die sommerliche Insel so schön beschrieben wird, dass man gar nicht mehr weg möchte. Und die appetitliche Länge der Kapitel treibt einen ebenfalls voran.

In das Cover bin ich ziemlich verliebt, wie ich zugeben muss. Ich finde es herrlich romantisch wie die beiden dort beisammensitzen an einem Ort, der recht abgeschieden wirkt. Außerdem gefällt es mir, dass das Motiv in schwarz-weiß gehalten ist. Das ist mal etwas anderes inmitten der sonst meist so farbigen Buchcover.

Fazit:  Ich bin hin und weg von “Sternschnuppenträume”! Eine wunderbar romantische Liebesgeschichte, die aber niemals richtig kitschig ist. Schon alleine deshalb nicht, weil darin wirklich ernste Themen zur Sprache kommen, die einen erschrecken und nachdenklich stimmen. Diese Themen werden erfreulich glaubhaft behandelt, was dazu führt, dass man am Ende nicht in allen Belangen von einem Happy End sprechen kann. Aber es ist immerhin so happy, dass ich tatsächlich ein bisschen geheult habe 😉


Titel: Sternschnuppenträume
Autor: Julie Leuze
Seiten: 352
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960650
Preis: € 14,99

Ashes (3.2) – Pechschwarzer Mond (Ilsa J. Bick)

ashes3-2Die Welt, die wir kannten, existiert nicht mehr. Ein entsetzlicher Anschlag hat alles verändert. Nur wenige Städte sind verschont geblieben, hinter deren Schutzwällen nun zweifelhafte Rädelsführer ihr Unwesen treiben. Die unheilbringenden Anhänger der Stadt Rule sind unter den angrenzenden Gemeinden berühmt-berüchtigt, und man rüstet sich zum Krieg gegen sie. Alex und ihre Freunde geraten zwischen die Fronten von machtgierigen Anführern, einer gefährlichen Miliz und einer Horde von menschenfressenden Bestien – jenen Jugendlichen, die sich seit der Katastrophe verwandeln und zur tödlichen Gefahr geworden sind. Die letzte Schlacht ums nackte Überleben hat begonnen. Doch lohnt sich ein Kampf für ein Leben in dieser totgeweihten Welt überhaupt noch? Wenn nur noch eins zählt: Er oder ich?

Mitte September war es soweit: ich hielt den letzten Band der “Ashes”-Reihe in den Händen. Und so deutlich ich sah, dass es tatsächlich eine letzte Seite gab, so wenig konnte ich mir noch immer vorstellen, wie das Ende darauf aussehen würde.
Soweit war es zunächst aber natürlich nocht nicht.
Obwohl die Pause zwischen dem Vorgängerband und “Pechschwarzer Mond” nicht besonders lang war, musste ich mich doch erst wieder einfinden. So richtig präsent hatte ich bis zuletzt nur Alex, Tom und Ellie. Bei allen anderen Charakteren musste ich mich auch hier erst wieder orientieren. Wer wo ist, warum, mit wem und was er vor hat bzw was auf ihn wartet.  Daher beneide ich alle, die erst jetzt mit der Reihhe beginnen und alle Bände hintereinander weg lesen können. Ihr werdet es wohl etwas leichter haben. Allerdings war mir die Reihe diese Mühe absolut wert.
Erfreulicherweise wendet sich “Pechschwarzer Mond” wieder mehr Alex und Tom zu. Sie sind nun mal die Figuren, deren Schicksal mich am meisten interessiert. Deshalb habe ich gespannt verfolgt, wie sie sich durchs Leben schlagen, und mich immer gefragt, ob sie einander nochmal wiedersehen würden. Es warten so viele Grausamkeiten und lebensgefährliche Situationen auf sie, dass man da schon mal ins Zweifeln geraten kann. Beeindruckend, wie sie sich dem entgegenstellen!
Natürlich ergeht es auch den übrigen Charakteren, die nach und nach Teil der großen und ganzen Geschichte geworden sind, kein Stück besser. Auch sie erleben reihenweise Schicksalsschläge, die einen schlicht sprachlos machen. Das muss man sich klar machen, wenn man mit “Ashes” beginnt: diese Serie ist nichts für Zartbesaitete! In Sachen Gewalt und Brutalität schöpft Ilsa J. Bick wahrlich aus dem Vollen! Im Jugendbuchgenre ist mir da noch nichts Vergleichbares begegnet! Für mich zeichnet genau das aber die Serie aus. Sie ist kein Einheitsbrei, ganz sicher nicht.
Ab einem bestimmten Punkt fand ich es sehr interessant zu verfolgen, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge allmählich aufeinander zu bewegten. Das ist ein wenig verrückt, denn -ganz ehrlich- eine Chance darauf hatte ich kaum gesehen. Aber es funktioniert und ist dabei völlig logisch und nachvollziehbar. Wie oft hätte ich gerne einem Handlungsstrang einen ordentlichen Schubs gegeben, damit er schneller auf einen anderen trifft! Doch das funktioniert selbstverständlich nicht. Die Spannung bis es soweit ist, muss man durchstehen. So unglaublich schwierig es auch ist. Die Cliffhanger an den Kapitelenden sind oft sowas von fies!
Gegen Ende findet aber alles Geschehen schließlich zusammen und es geht noch einmal richtig rund! Für mich als Leser war das ein grausiges Gefühl: endlich war eigentlich wieder alles zusammen, was -meiner Meinung nach- zusammengehörte, und doch war weit und breit kein Happy End in Sicht! Stattdessen ging es noch einmal auf Leben und Tod.
Das Ende selber ist gut gemacht. Wenn auch im Vergleich zur Geschichte zuvor eher unspektakulär. Bis hierher hat man eine ganze Reihe Fragen beantwortet bekommen, die sich einem bis dahin gestellt haben, aber ein paar Fragen bleiben doch noch offen. Und einige davon bedeuten tatsächlich einen Hoffnungsschimmer für die Überlebenden aus “Ashes”. Dass das bei der Reihe möglich ist, hätte ich niemals erwartet.

Einmal mehr sorgen kurze Kapitel mit den besagten Cliffhangern dafür, dass sich das Buch wegliest wie nichts. Das spiegelt gut das Tempo der Handlung wider. Inzwischen bremsten mich auch die beschreibenden Passagen nicht mehr aus. Dennoch, bei allem Tempo sollte man stets aufmerksam bleiben. Es gibt viele Details, die einem dabei helfen, der Story auf den Grund zu gehen und ein Stückchen besser zu verstehen.

Das vertraute Covermotiv ist dieses Mal in ein sattes Dunkelgrün getaucht. Mit den schwarzen Bäumen und Vögeln im Hintergrund wirkt das schön düster. Und wie immer bin ich begeistert davon, dass auch die Buchdeckel in dieser Richtung gestaltet sind. Das ist so viel schöner als ein nacktes Buch in Händen zu halten. Jedenfalls für Leser wie mich, die ihren Büchern die Umschläge vor dem Lesen ausziehen.

Fazit:  “Pechschwarzer Mond” ist ein absolut würdiger Abschluss für die “Ashes”-Reihe. Rasant, super spannend und erschreckend brutal. Kaum zu glauben, dass am Schluss dann doch noch ein Fünkchen Hoffnung durchschimmert. “Ashes” ist nichts für schwache Nerven und empfindliche Mägen und in diesem Genre sicher gewagt, doch genau das hebt die Reihe für mich von ihren Kollegen ab. Ich habe seit Langem bei keiner Reihe mehr so sehr dem nächsten Band entgegengefiebert wie bei “Ashes”. Sie ist einfach etwas ganz Besonderes!

 Vielen Dank an Egmont Ink für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Ashes (3.2) – Pechschwarzer Mond
Autor: Ilsa J. Bick
Seiten: 448
Verlag: Ink Egmont
ISBN: 978-3863960636
Preis: € 17,99

Ashes (3.1) – Ruhelose Seelen (Ilsa J. Bick)

ashes3.1Eine unfassbare Katastrophe hat unsere Welt für immer verändert. Wer dabei nicht dem Tod zum Opfer gefallen ist, kämpft nun Tag für Tag ums Überleben. Die größte Bedrohung geht von den Veränderten aus – jenen gefürchteten Jugendlichen, die sich aus bisher unerfindlichen Gründen seit der Katastrophe in blutrünstige Kannibalen verwandeln. Auch die siebzehnjährige Alex fürchtet diese Bestien und würde keine Sekunde zögern, sie zu töten. Doch als einer dieser Jungen ihr das Leben rettet, nagen Zweifel an ihr. Ist es möglich, dass seine Seele trotz der Verwandlung in ihm weiterlebt? Und dann spürt Alex selbst etwas in sich wachsen: Eine unaufhaltsame Macht scheint von ihr Besitz zu ergreifen.

Diesem Buch hatte ich entgegen gefiebert wie verrückt nachdem mir die beiden ersten Teile so gut gefallen hatten. Ich war total neugierig darauf, wie es mit Tom und Alex weitergeht, und ich freute mich auf viele schöne und vor allem sehr blutige Lesestunden.
Das Buch beginnt genau dort, wo Band 2 endete. Alex ist in das Bergwerk abgestürzt und kämpft um ihr Leben. Es geht also gleich spannend und actionreich los, und auch die Veränderten spielen sofort eine Rolle. In einer Hinsicht, die zu denken gibt.
Nach diesem vielversprechenden Start war ich davon ausgegangen, in diesem Band viel von Alex und auch Tom zu lesen. Das stellte sich dann allerdings als Irrtum heraus. Ich war ehrlich verblüfft, wie wenig man von den beiden liest. Von Tom noch weniger als von Alex. Das fand ich wirklich schade. Vor allem auch deshalb, weil ich mit den beiden am vertrautesten bin.
Der Großteil der Geschichte spielt sich ganz woanders ab und entsprechend mit anderen Charakteren. Die kennt man zwar aus den Vorgängerbänden, aber einen so großen Bezug zu ihnen habe ich nicht. Da musste ich zunächst ganz schön überlegen, wer nochmal wer war und in welchem Verhältnis die Personen zu einander stehen. Es ist tatsächlich so -ich hatte es vor dem Lesen nicht geglaubt-, dass man sich unbedingt nochmal mit den Charakteren vertraut machen sollte, die man in Band 1 und erst recht in Band 2 kennengelernt hat! Grobes Halbwissen reicht da kaum. Es gibt Passagen, da wird einem eine Person nach der anderen vorgesetzt. Da ist man sonst im Nu raus, wenn man sich nicht genau auskennt.
Mir hat das nur anfangs ein paar Schwierigkeiten bereitet, dann war ich wieder drin. Das änderte nur leider nichts daran, dass ich das Geschehen in und um Rule weniger interessant fand als das Geschehen draußen bei Alex und Tom. Dieses Hin und Her zwischen den sehr kurz gehaltenen Bewohnern und dem Vorstand der Stadt, schmeckte mir schon wieder viel zu sehr nach den ganzen Dystopien, von denen sich “Ashes” bislang für mich abgehoben hatte.
Damit hängt auch zusammen, dass ich “Ruhelose Seelen” nicht als so wunderbar eklig-blutig empfunden habe. Klar, beispielsweise die Passagen mit Peter im Gefängnis haben es schon mächtig in sich, sind grauenvoll und scheußlich. Und auch das Vorgehen der Leute aus Rule beim wortwörtlichen Zusammentreiben von Lebensmitteln ist alles andere als zimperlich. Und mit Waffen wird alle naselang herumgefuchtelt, was ich an sich sehr cool finde.
Und trotzdem! Ich hätte mir mehr blutiges Grauen aus den Reihen der Veränderten gewünscht. Das kam mir hier zu kurz. Vielleicht dachte Ilsa J. Bick, es würde auf die Dauer langweilen, aber erstens gehört es für mich zu der Reihe und zweitens durchleben ja einige Veränderte bereits eine weitere Wandlung. Damit wäre es für mich schon Abwechslung genug gewesen. Wobei ich noch nicht weiß, was ich von dieser weiteren Veränderung halten soll. Es ist logisch, dass jemand auf diese Idee kommen musste, wo so viele unerschrockene und allzeit kampfbereite Wesen herumlaufen, und dennoch…das muss noch weiter ausgebaut werden um mich vollends zu überzeugen. Der Grundstein ist aber schon mal vielversprechend.
Ein großer Teil der Handlung spielt bei der kleinen Ellie, die außerhalb bei einer Familie lebt. Dort hat es mir immer gefallen. Die Kleine hat mir schwer imponiert mit ihrem Mut und ihrem Selbstbewusstsein. Und auch das Geschehen bei ihr fand ich äußerst spannend! Da hatte ich die ganze Zeit so eine Ahnung, die mir schwer Sorgen und Angst gemacht hatte, und so habe ich jedes Mal darauf hingefiebert, ob ich recht haben würde und was -falls ja- Ellie und ihren Freunden noch passieren würde.
Die Geschichte endet mit einem bösen Cliffhanger. Wie könnte es auch anders sein? Zum Glück müssen wir ja dieses Mal nur einen Monat warten bis wir erfahren, wie es weitergehen wird.

Das Buch unterteilt sich in vier Teile, und genau in diesen Etappen habe ich es gelesen. Man braucht für diese Geschichte aber genauso Zeit wie für die vorigen Bände. Die Kapitel in Rule beispielsweise lesen sich durch die Dialoge recht flott. Die Szenen bei Alex oder auch bei Ellie, wenn sie alleine unterwegs ist oder etwas unternimmt, lesen sich dagegen nicht ganz so zügig, weil hier viel beschrieben wird. Die Kapitel sind meist ziemlich kurz, was ich widerum ganz angenehm fand.

Auf dem Cover ist einmal mehr das Mädchengesicht mit den windzerzausten Haaren zu sehen. Dieses Mal rundum ganz in Violett gehalten, was das Cover zu einem Hingucker macht. Schön ist außerdem, dass auch die Buchdeckel in diesem Stil gehalten sind.

Fazit:   “Ashes 3.1” ist actionreich, spannend und brutal, und ich bin immer noch ratlos, wie ein Ende für diese Geschichte aussehen könnte. An sich also genau das, was ich mir von diesem Teil versprochen hatte. Allerdings wurde es mir mit den Ereignissen in Rule schon wieder zu politisch. Auch wenn diese “Politik” noch in ganz kleinen Kinderschuhen steckt. Zudem hätte ich mir mehr Ekel-Horror aus Richtung der Veränderten gewünscht. Ich hoffe, in “Ashes 3.2” wartet davon wieder mehr auf mich. Außerdem wäre es schön, wieder mehr bei Alex und Tom zu sein, die mir hier zu kurz kamen.

 Vielen Dank an Egmont Ink für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Ashes (3.1) – Ruhelose Seelen
Autor: Ilsa J. Bick
Seiten: 448
Verlag: Ink Egmont
ISBN: 978-3863960070
Preis: € 17,99

Mortal Kiss (02) – Wem gehört dein Herz (Alice Moss)

mortalkiss02Mit Finn für immer an ihrer Seite und den Ferien vor der Tür könnte für Faye eigentlich der beste Sommer ihres Lebens beginnen. Doch der Kampf gegen die uralten Kreaturen der Finsternis hat tiefe Spuren hinterlassen, nicht nur bei ihr. Lucas – Finns Halbbruder – verschwindet plötzlich spurlos, und Finn scheint das völlig egal zu sein. Erst als zwei unheimliche Fremde in der Stadt auftauchen und über die Motorradgang herfallen, wird ihm klar, dass die Dämonen längst ein neues Ziel im Visier haben. Gemeinsam mit seinen Männern nimmt er die Verfolgung auf, und auch Faye begleitet ihn. Sie ist sich sicher, dass Lucas in großer Gefahr schwebt. Doch das Grauen, das sie schließlich in den trostlosen Weiten der Wüste erwartet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen.

Wie man hier nachlesen kann, hat mich der erste Band dieser Trilogie nicht überzeugen können. Aber so schnell gebe ich nicht auf, also bekam Teil 2 noch seine Chance. Meine Erwartungen waren verständlicherweise nicht unbedingt hoch. Deshalb hat es mich überrascht, dass mir dieser zweite Teil deutlich besser gefallen hat als der Erstling.
Seit Band 1 war eine ganze Weile vergangen, deshalb hatte ich etwas Sorge, dass ich mich nicht so leicht wieder einfinden würde. Doch das ging erstaunlicherweise ziemlich flott. Schon nach wenigen Seiten hatte ich die wichtigsten Charaktere, Zusammenhänge und Ereignisse aus Band 1 wieder auf der Reihe. Gut, dass das so leicht ging, denn mit großen Vorreden oder Geplänkel hält sich die Geschichte nicht auf. Schon sehr bald steht fest, dass eine neue Bedrohung auf Faye und Finn lauert. Finns Halbbruder Lucas ist verschwunden und in den Wäldern tauchen seltsame Typen auf, die es auf die Werwölfe abgesehen  haben.
Finn und Faye müssen der Sache auf den Grund gehen. Dabei verwandelte sich die Geschichte zu meinem Erstaunen in ein kleines Road Movie, und auf solche Geschichten stehe ich ja total! Jedenfalls war ich sehr gerne mit den beiden im Auto unterwegs bei ihrer Suche nach Finns Bikerfreunden. Da ist Tempo drin und spannend ist es auch. Was war ich verblüfft als ich das Buch am ersten Abend zuschlug und feststellen musste, dass ich mich tatsächlich etwas geruselt hatte! Gewisse Ereignisse auf der Tour der beiden sind nämlich ganz schön eklig. Und gewisse Gestalten schlichtweg schaurig! Vielleicht nicht gerade neu, aber immerhin so gut in Szene gesetzt, dass sie eine Gänsehaut bereiten.
Finns und Fayes Entdeckung am Ende ihrer Fahrt fand ich dagegen etwas abgehoben. Nicht schlecht, denn ich mag halt Modernes in Geschichten, Experimente, Labore und verrückte Wissenschaftler. Aber es ist ein gewaltiger Schritt von der übersinnlich-romantischen Story hin zu solch einer Auflösung. Das wirkte nicht so ganz passig auf mich. Gefallen hat es mir trotzdem. Vor allem, weil man hier nochmal alle Gelegenheit hat, um Faye, Finn und ihre Liebe zu bangen. Dabei ist es schön gelungen, den Bogen zu bestimmten Ereignissen und Figuren zu schlagen, die in Band 1 von Bedeutung waren.
Fayes und Finns Liebe spielt natürlich wieder eine wichtige Rolle. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass sie sich in den Vordergrund drängt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Handlung. Dennoch ist es unverkennbar, wie sehr die beiden sich lieben. Dabei wurde es -für mein Empfinden- aber nie wirklich kitschig. Ich denke, das lag daran, dass man hauptsächlich spürt, wie intensiv die Gefühle der beiden sind. An ihrem Verhalten, kleinen Gesten und daran, dass sie alles für einander in Kauf nehmen. Es gibt keine kitschigen Liebeschwüre en masse wegen denen es zwischen den Seiten hervortriefen würde.
Ich hatte das Buch an zwei Abenden ausgelesen. Wäre ich am ersten Abend nicht so müde gewesen, hätte ich es wohl in einem Rutsch geschafft. Die Kapitel sind kurz, die Schrift auffallend groß, es gibt wenige beschreibenden Passagen, dafür umso mehr Dialoge, das liest sich weg wie nichts. Dennoch gelingt es der Geschichte, Spannung und Grusel aufkommen zu lassen. Ich finde das bemerkenswert.

Nach dem weißen Cover von Band 1 wird es bei Band 2 düster. Mir gefällt das besser so 😉 So wirkt das Cover tatsächlich ein wenig schaurig. Um die beiden Gesichter kommt man natürlich nicht umhin und auch der Wolf ist wieder zu sehen. Sie alle stehen im Mittelpunkt der Geschichte, deshalb passt das gut zum Buch. Besonders schön finde ich die gestalteten Buchdeckel, die noch mehr von der Szenerie zeigen.

Fazit:  Wow! Mich hat Band 2 ehrlich überrascht! Die Geschichte nimmt an Fahrt auf. Sie hat Tempo, Spannung, Grusel und dezente Romantik mit an Bord. So darf die Reihe gerne weitergehen. Da sehe ich dann sogar über den schwachen ersten Teil hinweg!


Titel: Mortal Kiss (02) – Wem gehört dein Herz?
Autor: Alice Moss
Seiten: 240
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960278
Preis: € 14,99 (HC)

amazonbutton

BZRK Reloaded (Michael Grant)

bzrk02Du darfst nicht schlafen. Niemandem vertrauen. Keinen in deine Nähe lassen. Schon die sanfteste Berührung bedeutet den sicheren Tod. Denn sie sind überall. Um uns. IN uns. Bist du einmal infiziert, kontrollieren sie dich … bis in den Tod. Die Armstrong-Zwillinge wollen die Gleichschaltung aller Menschen, die absolute Kontrolle – ihre Handlanger sind ebenso wahnsinnig wie skrupellos. Und Plath kleiner Sieg im Tower war teuer erkauft: die halbe BZRK-Mannschaft ist am Boden, Vincent steht kurz vor dem Kollaps. Dabei verbergen sich in seiner Erinnerung Geheimnisse, die das Blatt wenden können. Doch wer sich in die Abgründe seines nano-verseuchten Geistes wagt, riskiert sie nicht weniger als den eigenen Verstand.

Ich erinnere mich noch gut, dass ich bei Band 1 meine Schwierigkeiten hatte, mich in diese Geschichte einzufinden. Diese Trennung des Schau- und Kampfplatzes in Makro- und Nanoebene fiel mir schwer und es dauerte, bin ich mich damit klarkam. Es brauchte außerdem seine Zeit bis ich die verschiedenen Charaktere auf der Reihe hatte.
Da ich diese Probleme bis zum Ende von Band 1 bewältigt hatte, war ich hinsichtlich Band 2 guter Dinge. Zunächst sah es auch ganz danach aus als wäre der Wiedereinstieg in das BZRK-Universum -im Vergleich- eine Leichtigkeit. Die Charaktere habe ich sofort wiedererkannt, die Problematik war mir immer noch sehr präsent und ich freute mich auf weitere Abenteuer, die wortwörtlich unter die Haut gehen.
Doch sehr bald musste ich erkennen, dass mir all mein mitgebrachtes Wissen für die Handlung nicht allzuviel brachte. Mir haben die Ortswechsel unheimlich zu schaffen gemacht. Immer zu wissen, um wen es jetzt gerade geht, welche Ziele er verfolgt, zu wem er gehört, ob er gut oder böse ist. Denn es bleibt nicht bei den Charakteren, die man aus dem ersten Band kennt. Es kommt noch eine ganze Reihe weiterer Personen hinzu.
Was die Charaktere angeht, ist dieser Band für mich ohnehin eine durchwachsene Angelegenheit. Bei Keats und Plath war ich immer gerne dabei, bei Minako und Pia Valquist ebenfalls, dagegen mochte ich die Kapitel mit dem versoffenen Junkie Burnofski gar nicht und auch Bug Man wird niemals Meins werden. Wäre die Story nicht so kompley, wäre ich sicher mehrmals in Versuchung gekommen, Absätze zu überspringen.
Außerdem bekommt man alle naselang irgendwelche Abkürzungen irgendwelcher Organisationen vorgesetzt. Das MUST, das KSI,  die TAD, die ETA-Mission… Dabei ist es mir unheimlich schwer gefallen, den Überblick zu behalten, und fünf Kapitel nach der Erklärung zur Abkürzung noch zu wissen, was sie bedeutete. Dafür ist die Handlung zu unruhig. Hier passiert einfach auf jeder Seite etwas, das mich sofort wieder ablenkte. Und dann stand ich da und wusste nicht mehr, was die Abkürzung bedeutet. Da ich kein Fan davon bin, mir beim Lesen als Gedächtnisstütze Notizen zu machen, fand ich das ziemlich ärgerlich.
Bis zu diesem zweiten Band würde ich behaupten, dass man auch nicht jedes Kürzel samt Bedeutung kennen muss um die Geschichte zu verstehen. Ich hoffe, das ändert sich in Band 3 nicht, sonst muss ich doch noch Notizen rausschreiben. Bei “BZRK Reloaded” konnte ich mich mit meiner Kenntnis über die wichtigsten Personen, Ereignisse und Organisationen noch recht gemütlich durchwurschteln. Zum Glück, denn die Story an sich hätte ich ungerne aufgegeben. Sie ist für mich nachwievor eine einfallsreiche und erfrischend neuartige Mischung aus Science Fiction- und Agententhriller. Die Technik mit den Bioten ist schon faszinierend und vor allem die Beschreibung des menschlichen Körpers aus ihrer Perspektive begeistert mich jedes Mal auf’s Neue.Es gefällt mir außerdem, dass es hier schon ganz schön zur Sache geht. Die Geschichte ist actionreich und bei mancher Szene hält man unweigerlich den Atem an vor Spannung, und sie ist -zugegeben- teilweise auch ganz schön brutal und blutig. Da wird sicher mancher zweifeln, ob das sinnig bei einem Buch für 14 bis 17jährige ist. Ich finde allerdings, dass eine ruhigere Gangart nicht zu der Handlung passen würde. Im Universum von BZRK geht es rund, und das ist richtig so!

Genau wie bei Band 1 habe ich ziemlich lange für das Buch gebraucht. Dabei ist der Schreibstil wirklich gut und lässt sich prima lesen. Es gibt zwar viele erklärende Passagen, aber dann lockern Dialogszenen auch wieder auf. Die Kapitel sind zwar recht lang, aber innerhalb der Kapitel wechselt der Schauplatz und damit die Personen häufig mal. So bleibt das Gelesene abwechslungsreich. Dass es sich bei mir so gezogen hat, hat also allein inhaltliche Gründe.

Optisch gefällt mir auch “BZRK Reloaded” richtig gut! Ich mag den Kontrast zwischen dem Schwarz und dem leuchtenden Grün. Mit solch einem Auge dürfte das Buch im Buchladen ein echter Blickfang sein. Mit dem Raster im Hintergrund bekommt man zudem einen kleinen Hinweis auf einen Science-Fiction-Eischlag an die Hand.

Fazit:  Ganz ehrlich, ich fand “BZRK Reloaded” anstrengend zu lesen. Die Story hat Tempo, Action, Spannung und geht einen erfrischend neuen Weg in Sachen phantastischer Handlung. Alles toll! Mir fiel es aber oft schwer, den Überblick über die Charaktere zu behalten. Und erst recht über die ganzen Organisationen und die Kürzel. Die Geschichte hätte es zweifelsfrei verdient, dass man das alles jederzeit auf dem Schirm hat, aber mir ist das nicht gelungen. Und ich mag beim Lesen nicht mitschreiben. Hier konnte ich mich noch gut durchschlagen , auch wenn mir hier und da etwas an Wissen fehlte. Ich hoffe nur, das wird mir bei Band 3 nicht zum Verhängnis.

Diese Rezension entstand im Rahmen des amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: BZRK Reloaded
Autor: Michael Grant
Seiten: 416
Verlag: Egmont Ink
ISBN: 978-3863960407
Preis: € 17,99 (HC)

amazonbutton

© 2019 Frontier Theme