Eis

Die Eiskönigin – Die schönsten Geschichten (Yvonne Greitzke)

Titel: Die Eiskönigin – Die schönsten Geschichten / Verlag: der Hörverlag / Spielzeit: ca. 120 min / gelesen von: Yvonne Greitzke

Inhalt: Ein Wiedersehen mit Anna, Elsa und ihren Freunden! In fünfzehn neuen Geschichten reisen Anna und Elsa in ferne Länder, finden einen neuen Rentierfreund, geben Überraschungspartys und begegnen einem Eismonster. Elsa, Anna, Kristoff, Sven und natürlich Olaf sollen außerdem einem kleinen Troll auf seinem Weg zu einer Kristallzeremonie helfen. Werden sie es mit den Polarlichtern schaffen diese geheimnisvolle Zeremonie zu finden?


Es ist ja nun schon eine Weile her, dass der Film “Die Eiskönigin” im Kino begeisterte. Aber so ein kleiner Hype um die Abenteuer von Anna, Elsa, Sven und Olaf ist bis heute geblieben, speziell bei den jungen Fans der Geschichte.
Für sie kommen hier nun zwei CDs mit neuen, kurzen Geschichten um die Freunde. Sie sind lustig, ein bisschen spannend, auch mal rührend und durchweg einfach nur wunderschön und voll mit dem Charme und Flair des großen Kinovorgängers. Beispielsweise will ein Geburtstag vorbereitet werden, was für Chaos sorgt. Olafs so sehr gewünschter Sommertag soll anstehen. Und eine Schar Schneelinge sorgt für viel Trubel. Es ist also immer etwas los und langweilig wird es nicht eine einzige Sekunde lang.
Gleichzeitig lernt man die Figuren durch diese 15 Geschichten nochmal ein Stück weit besser kennen, wodurch man sie besonders lieb gewinnt und sich umso mehr mit ihnen anfreundet.
Alle Geschichten sind kindgerecht kurz. Man muss nicht das ganze, knapp zweistündige Hörbuch am Stück hören, sondern kann zum Beispiel jeden Abend vor dem Schlafen eine Geschichte genießen.

Gelesen wird das Hörbuch von Yvonne Greitzke, die auch im Film der Anna ihre Stimme lieh. Man erkennt die Filmfigur also sofort wieder. Eine gute Wahl. Für diese Geschichten passt einfach nur eine aus dem Film vetraute Stimme. Sie liest locker und flüssig und hat eine Reihe Stimmen in petto, damit man die Figuren leicht unterscheiden kann. Es macht Spass, ihr zu lauschen.

Natürlich sind Anna und Elsa auch auf dem Cover zu sehen, gemeinsam mit Olaf. Mir gefällt ja der untere Teil des Motivs ein bisschen besser, weil ich ein Faible für so dunkel angehauchte Szenen habe. Da wirken die Eiskristalle umso besser.

Fazit:  15 neue, kurze Geschichten um Anna, Elsa, Olaf, Sven & Co., die mal spannend, mal berührend, mal turbulent und natürlich auch lustig sind. Yvonne Greitzke, die auch im Film die Anna spricht, liest wunderbar lebendig. Für Fans der “Eiskönigin” ist das Hörbuch ein Muss.

Die drei ??? Kids (40) – Brennendes Eis

Titel: Die drei ??? Kids (40) – Brennendes Eis / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: David Wittmann, Ingird Capelle, Erich Räuker ua

ddfkids40Inhalt: Was für ein Glück! Die drei ??? Kids haben einen Urlaub in der neu gebauten Pazifik Skiarena gewonnen. Aber bei der Eröffnung der überdachten Skipiste geht Einiges schief, denn der Schnee schmilzt plötzlich weg. Nachschub gibt es in den Bergen – doch dort machen sie eine ungeheure Entdeckung.


Zuletzt hat es im Weihnachtsspecial dieser Reihe geschneit. Das ist schon eine ganze Weile her, es wird also wieder mal Zeit für Schnee. Auch wenn er in einer Skihalle liegt und nicht draußen.
Bei den drei Fragezeichen ist die Freude groß, doch bald deutet sich an, dass da irgendwas nicht stimmt in der Anlage. Wer und was könnte dahinterstecken? Von der Story her hat mir diese Folge ganz prima gefallen. Schön, dass man auch bei einer Reihe für junge Hörer die Chance hat, mit den Detektiven mitzuknobeln. Sonst sind Fälle für diese Altersgruppe ja oft recht durchschaubar. Hier aber geht es ganz spannend zu. So wie es sich für eine Detektivgeschichte eben gehört. Da es eine recht überschaubare Anzahl an Figuren gibt, findet man sich schnell zurecht und kann bald eigene Verdächtigungen anstellen.
Nicht ganz so gut hat mir gefallen, dass es mehrere Male einen Moment gibt, wo es eigentlich danach aussieht, dass der Fall gelöst ist, wo dann aber Justus noch mit einem “Aber…” dazwischenfunkt. Auf mich wirkt der weitere Verlauf einer Geschichte nach solch einem “Zwischenende” immer wie ein Anhängsel. Auch wenn es natürlich stimmt, dass noch nicht alle Fragen geklärt sind. Da bin ich mehr ein Fan davon, wenn am tatsächlichen Ende alles auf einen Schlag aufgeklärt wird.
Außerdem denke ich, darf man sich hier nicht so viele Gedanken darüber machen, wie realistisch ein paar Details sind. Immerhin ist zB Mount Washington annähernd 2000 m hoch. Kommt eine kleine Propellermaschine echt so hoch? Das ist jetzt nur ein Beispiel aus der Geschichte, aber ich denke, es verdeutlicht was ich mit “realistisch” meine. Kinder werden sich darüber zum Glück keine Gedanken machen. Ich habe ja damals auch geglaubt, dass ein Elefant in einem Cockpit Platz hat 😉

Markus Sulzbacher mit dem österreichischen Dialekt nimmt sich als Arnold Pichler zwischen den anderen Figuren aus wie ein bunter Hund. Irgendwie hat das was, wenn man sich vor Augen hält, dass die Geschichte in den USA spielt. Das Jack Coburn etwas im Schilde führt, das hört man ihm dank Erick Räuker recht deutlich an. Aber natürlich wird nicht verraten, was es ist.

In Sachen Geräusche habe ich zunächst eine Frage: hat Europa wirklich kein echtes Gebell eines kleinen Hundes im Soundarchiv? Das ist doch allenfalls so ein Aufziehhund, der sich als Heidi durch die Szenen kläfft. Musikalisch bewegt man sich in vertrauten Bahnen. Es sind überwiegend Stück zu hören, die einem schon mehrfach in der Reihe begegnet sind. Bei Kinderhörspielen finde ich das immer ganz in Ordnung, zumal man sich dabei jedes Mal sofort wieder heimisch fühlt.

Auf dem Cover ist die Gegensätzlichkeit zwischen Kalifornien und der Skihalle gut zu erkennen. Ein Surfbrett gehört ja nun eher an den Strand, aber die drei Freunde sausen damit den Skihügel hinunter.

Fazit:  Eine spannende Geschichte, bei der man gut mitknobeln kann. Das macht Spass. Besagte vermeintliche Enden zwischendurch haben mir aber den Eindruck eines etwas abgehackten Verlaufs vermittelt. Und als Hörer, der der Schulzeit bereits entkommen ist, sollte man es gegen Ende nicht so genau mit der Wahrscheinlichkeit gewisser Details nehmen.

Conni, 15 (02) – Mein Sommer fast ohne Jungs (Dagmar Hoßfeld / Julia Casper)

Titel: Conni, 15 (02) – Mein Sommer fast ohne Jungs / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 158 min / Buch: Dagmar Hoßfeld / gelesen von: Julia Casper

conni15-2Inhalt: Sommerferien. Conni hat sich mit Phillips Abwesenheit arrangiert. Wann immer es möglich ist, telefonieren, skypen, mailen die beiden miteinander. Da kommt der Ferienjob als Eisverkäuferin zur Ablenkung wie gerufen. Conni blüht auf und fängt an, den Sommer zu genießen. Als alles wieder im Lot zu sein scheint, lernt Conni im Stadtpark einen attraktiven Jungen kennen, der offensichtlich Interesse an ihr hat. Als er jeden Tag zur gleichen Zeit aufkreuzt und ein Eis bestellt, wird sie stutzig. Conni lässt sich auf einen kleinen, für sie vollkommen harmlosen und unverbindlichen Flirt ein. Doch schon bald merkt sie, dass sich da mehr entwickelt.


Mit einem solchen Klappentext kann man mir echt Angst machen! Conni und Philip gehören für mich einfach zusammen! Und da hat sich kein anderer Junge dazwischenzudrängen! Ich war ernsthaft in Sorge, was Conni in dieser Geschichte womöglich anstellen würde.
Dabei tat sie mir anfangs wirklich sehr leid. Sommer, Sonne, Ferien und Philip tausende von Kilometern weit entfernt. Ich konnte gut nachvollziehen, wie Conni sich fühlt.
Ein Ferienjob als Eisverkäuferin im Park bringt dann  wieder Schwung in Connis Leben. Natürlich ist sie oft traurig, dass Philip so weit weg ist, aber wirklich unterkriegen lässt sie sich davon nur selten. Das habe ich bewundert und ich fand es wirklich toll! Gleichzeitig sorgt es dafür, dass die Geschichte ihre fröhliche, sommerliche und sonnige Stimmung frei entfalten kann. Für das Hörbuch fällt mir kein geeigneter Vergleich ein, aber ich habe auch das Buch gelesen und da strahlt die Sonne förmlich zwischen den Seiten hindurch. Beim Hörbuch hört man sie bei fast jeder Szene heraus, und das ist gerade zu dieser Jahreszeit einfach toll. Da bekommt man richtig Lust auf Gartenpartys, schwimmen im See und Eis.
Der neue Job stellt Conni aber auch noch vor eine andere Herausforderung. Jeden Tag kreuzt ein Junge am Kiosk auf. Er ist nett, sieht gut aus und so ein klitzekleiner Flirt schadet doch niemandem, oder? Ich fand den Burschen zwar auch ganz nett, aber ich musste die ganze Zeit an Philip denken und habe nur gehofft, das Conni sich nicht auf mehr einlassen würde. Das hat für mich den größten Teil der Spannung dieser Geschichte ausgemacht. Und auch Conni bringt die Situation zum Nachdenken. Ist so ein Flirt wirklich nichts, oder sollte man schon davon die Finger lassen, wenn man bereits einen Freund hat? Sicher gibt es junge Mädels, die mal in ähnlichen Situationen stecken. Und es hilft oft mehr, wenn jemand wie Conni zum Nachdenken anregt, als wenn beispielsweise die Eltern Predigten halten. Diese Nähe zur Wirklichkeit beeindruckt mich bei Conni-Geschichten jedes Mal aufs Neue.

Wie beim ersten Band um die Teenager-Conni ist auch hier Julia Casper als Sprecherin zu hören. Sie konnte mich auch dieses Mal wieder absolut überzeugen mit ihrer jugendlichen Stimme und dem lockeren Ton. Streckenweise glaubt man gar nicht, dass sie den Text tatsächlich abliest. Es klingt als würde sie frei erzählen. Das passt so prima zu einer solch meist fröhlichen Sommergeschichte. Ist Conni traurig wegen Philip schaltet sie aber auch leicht um, sodass einem solche Szenen tatsächlich rühren. Speziell bei einer Passage während eines Chats zwischen Philip und Conni habe ich wirklich ein Taschentuch gebraucht.

Schon das Covermotiv verspricht eine sommerliche Geschichte mit den Flipflops, dem Badetuch und der Eistüte. Schöne bunte Elemente aus der Geschichte, die prima zu Conni passen.

Fazit:  Eine wunderschöne und turbulente Sommergeschichte mit der fünfzehnjährigen Conni. Ich hatte sehr viel Spass beim Hören. Ob meine Sorge um Conni und Philip berechtigt war, verrate ich natürlich nicht 😉

 

Valhalla (Thomas Thiemeyer)

valhalla2015. Spitzbergen – der nördlichste Siedlungspunkt der Menschheit. Eine Welt aus Eis und Schnee, überschattet von vier Monaten Polarnacht. Dort plant Archäologin Hannah Peters, geheimnisvolle Strukturen unter dem arktischen Eis zu untersuchen: Das Abschmelzen der Gletscher hat mutmaßlich Fundamente eines mythischen Nordreiches zutage gefördert. Doch Hannah ist nicht die Erste, die diese Ruinen erkundet.
1944. Im annektierten Norwegen, fernab jeder Siedlung, reift ein Projekt, das grauenvoller ist als alles, was Menschen je ersonnen haben. Eine biologische Zeitbombe, verborgen unter dem ewigen Eis. Ihr Codename: Valhalla.

Bis zu “Valhalla” hatte ich noch keinen von Thomas Thiemeyers Thriller gelesen. Dann entdeckte ich das Buch auf der Buchmesse und der Klappentext klang ausgesprochen verheißungsvoll. Ich mag Thriller, die im Ewigen Eis spielen. Schon deshalb, weil alleine die Vorstellung von solcher Kälte einer meiner persönlichen Albträume ist. Ein kleiner Wermutstropfen war der Hinweis darauf, dass die Zeit um 1944 ebenfalls eine Rolle spielen würde. Das ist so gar nichts, was mich großartig interessier. Aber ich wollte es wagen, und bin belohnt worden!
Da ich noch keinen anderen Thriller von Thomas Thiemeyer kannte, war ich recht schnell etwas verdutzt. Denn immer mal wieder wird angedeutet, dass Hannah Peters bereits andere Abenteuer erlebt hat. Ich hatte etwas Sorge, dass mir das zum Verhängnis werden würde, aber diese Sorge war unbegründet. Man muss Hannahs vorige Abenteuer nicht kennen um in “Valhalla” mit ihr klarzukommen und durchzusteigen. Sie wurde mir schnell sympathisch, was auch daran lag, dass sie Eis, Schnee und Kälte überhaupt nicht mag und sich erst ab 25 Grad so richtig wohl fühlt. Genau meine Meinung!
Einen kleinen Schrecken bekam ich dann nach Hannahs erstem Besuch in Spitzbergen. Kaum dass man dort das erste erschreckende Szenario erlebt hat, kehrt die Handlung zurück nach Deutschlands. Natürlich habe ich mir Sorge um Hannah gemacht, aber ich wollte auf keinen Fall, dass der Rest der Geschichte nicht in Spitzbergen spielt, sondern anderswo!
Umso froher war ich als ich feststellte, dass Hannah sich selbst von einem solchen Vorfall nicht abhalten lässt. Da mochte ich sie gleich noch eine ganze Spur mehr. Es war interessant zu verfolgen, welche Personen sie auf ihrem zweiten Besuch in Spitzbergen mitnimmt. Eine tolle Mischung aus verschiedenen Wissenschaftlern und Experten, die für viel Abwechslung in der weiteren Handlung bürgen.
Zurück in Schnee und Eis lernt man dann noch andere Seiten der Gegend kennen. Ich muss zugeben, dass sie mich nun doch ein wenig reizte. Vor allem durch die Tour mit den Hundeschlitten. Das würde ich gerne einmal selbst mitmachen. Da würde mich dann wohl nicht mal die Kälte mehr stören. Gleichzeitig fand ich es sehr spannend, was Hannah und ihre Leute auf dem Weg zurück zur Fundstätte erleben. Denn kaum zur Tour dorthin gestartet, hängen ihnen bereits Widersacher an den Hacken und es kommt zu einigen brenzligen Situationen. Thomas Thiemeyer scheut sich dabei auch nicht, die eine oder andere lieb gewonnenene Figur über die Klinge springen zu lassen, was mir besonders im Fall des Hundeführers leid getan hat. So knurrig und unwillig er oft auch wirkt.
Zurück an der Fundstätte der angeblich mythischen Siedlung wird es dann obendrein auch noch schön gruselig. Um das als angenehm zu empfinden sollte man allerdings wie ich ein Faible für Geschichten um solche Versuche und ihre Ergebnisse haben. Zwar fand ich es etwas arg durchschaubar, wer sich dort herumtreibt und die Gruppe verfolgt und angreift, aber die Idee hat mir zu gut gefallen um das groß zu verurteilen. Vor allem, weil man sich lange nicht sicher sein kann, ob die Angreifer es wirklich auf die Gruppe abgesehen haben, oder ob sie ihnen nicht vielleicht doch eher wohlgesonnen sind.
Gelegentlich wechselt der Schauplatz zu den Verfolgern, die Hannah und ihre Leute bereits kurz nach der Ankunft unwissentlich aufgegabelt haben, und die sind alles andere als zimperlich. Außerdem bekommt man in diesen Passagen einige Hintergrundinformationen um die Fund im Ewigen Eis. Zu meiner Erleicherung wurde auch hier nicht sonderlich auf die Zeit um 1944 eingegangen.

Ich denke, ich werde mir vielleicht auch Thomas Thiemeyers andere Erwachsenenthriller genauer ansehen. Mir hat nämlich nicht nur die Geschichte von “Valhalla” gefallen, sondern auch wie es geschrieben ist. Spannend und interessant, dabei aber in gewisser Weise auch ganz locker. Vor allem ohne historische Hintergründe oder Beschreibungen von Orten unnötig breit auszuwalzen. Genug von allem, damit man es sich vorstellen kann, aber nicht so viel, dass man sich dabei langweilen könnte. Das geht speziell bei mir nämlich sehr, sehr schnell…

Das Cover hat mich auf der Buchmesse sofort angesprochen. Vor allem wegen der schönen Farben. Das kräftige Grün der Nordlichter ist ein toller Kontrast zum sonst eher düsteren Motiv. Das alleine lässt bereits auf eine geheimnisvolle Geschichte hoffen, doch in Kombination mit dem Labyrinth gibt einem das Motiv erst recht Rätsel auf.

Fazit:  Ich habe mit “Valhalla” einige Leseabende verbracht, die mir ein wohliges Fröstel verursacht haben. Eine sehr spannende und mysteriöse Geschichte im Ewigen Eis, bei der auch Gruselfans auf ihre Kosten kommen dürften. Das wird sicher nicht mein letzter Erwachsenenthriller von Thomas Thiemeyer bleiben.

Vielen Dank an Dromer Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Valhalla
Autor: Thomas Thiemeyer
Seiten: 512
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426652657
Preis: 19,99 (HC)

bestellamazon

Wo Schneeflocken glitzern (Cathryn Constable)

flockenSophie ist überglücklich. Ihre Internatsklasse macht einen Schulausflug nach Russland. Dafür fälscht sie sogar die Unterschrift ihres Vormunds. Endlich wird sie das Land sehen, von dem sie schon ihr Leben lang träumt! Als aber ihre russische Betreuerin plötzlich aus dem Zug verschwindet, sind Sophie und ihre beiden Freundinnen auf sich allein gestellt, inmitten einer einsamen, tief verschneiten Winterlandschaft und ohne Verbindung zur Außenwelt. Doch Prinzessin Volkonskaja nimmt sie in ihrem Palast auf. Auch wenn Sophie rätselhaft ist, wieso sie die Mädchen bereits erwartet hat.

An diesem Buch reizte mich im ersten Moment mal wieder das schöne Cover. Doch auch der Klappentext las sich nicht schlecht. Er klang für mich nach einer spannenden und rätselhaften Geschichte vor einer unwirtlichen Szenerie.
Die Geschichte lässt sich ganz vielversprechend an. Interntsgeschichten mag ich sowieso ganz gerne, und die drei Mädchen Sophie, Delphine und Marianne gefielen mir ebenfalls. Schon alleine deshalb, weil sie so grundlegend verschieden, aber doch befreundet waren. Das bürgt meist für verschiedene Sichten auf gewisse Vorkommnisse, was immer ganz interessant ist.
Der seltsame Besuch im Internat sorgte dann noch dafür, dass ich gegrübelt habe, was dahinter stecken könnte. Die Frau, die eines Tages dort auftaucht ist zwar nicht unbedingt sympathisch, aber immerhin geheimnisvoll.
Gefallen hat mir auch, wie die Mädchen von ihrer Reisebegleitung kurzerhand im Zug zurückgelassen und wenig später vom Schaffner auf einen verschneiten Bahnsteig ausgesetzt werden. Ein schaurige Vorstellung. Erst recht als sie dann in eine seltsame, dunkle Hütte geraten. Da wird es sogar ein wenig gruselig.
Doch dann werden sie gerettet, und damit ging es für mich mit der Geschichte bergab, und zwar aus genau zwei Gründen.
Der wesentliche Grund war, dass ich Sophies Begeisterung bzw die Begeisterung, die die Geschichte einem vermittelt, bei vielen Elementen einfach nicht teilen konnte. Ich wusste, die Handlung spielt im winterlichen Russland, aber nein, ich kann an Eis, Schnee und Kälte beim besten Willen nichts Schönes finden. All das wird hier so sehr angepriesen, dass man alleine beim Lesen schon eine Gänsehaut bekommt. Nein, danke! Natürlich war mir klar: wo eine Prinzessin, da auch ein Schloss. Allerdings ein sehr verfallenes Schloss, in dem Sophie aber -warum auch immer- noch viel Schönes sieht. Für mich wird ein heruntergekommenes Schloss auch nicht dadurch schöner, dass man mir die übrig gebliebenen, gut erhaltenen Teile immer wieder blumig beschreibt. Ich habe sicher nichts gegen Russland, aber es ist kein Reiseland, das mich reizt. Schon alleine wegen den üblen Wintern nicht. Sophie dagegen ist davon hellauf begeistert. Und auch die russische Sprache liegt mir gar nicht. Daher habe ich mich an den eingestreuten Vokabeln gestört. Leider ist es außerdem so, dass ich nicht mal für den russischen Akzent etwas übrig habe. Das liegt daran, dass ich mit Leuten mit diesem Akzent überwiegend im Job zu tun habe, und da ist mir bislang nur wenig Freundliches begegnet. Das ist leider so, und deshalb konnte ich mich nicht am Wohlklang dieses Akzents erfreuen, wie es Sophie tut.
Mit etwas weniger Lobpreisung all dieser Dinge wäre ich mit der Geschichte sicher besser klargekommen. Und ich bin mir sicher, dass das märchenhafte daran trotzdem erhalten gelbieben wäre.
Der zweite Grund war, dass für mich die Spannung nachließ sobald die Prinzessin ihren Auftritt hatte. Ich habe der Frau von Anfang an nicht über den Weg getraut und nicht verstanden, wieso den Mädchen nichts auffällt. Aber vielleicht ist man mit 13 Jahren so leichtgläubig. Jedenfalls war ich mir sicher, dass sie nichts Gutes im Schilde führte. Blieb nur noch die Frage, um was es gehen könnte. Aber auch die war bald geklärt, nachdem ein bestimmter Gegenstand erwähnt wurde.
Und auch das Rätsel, welche Rolle Sophie in diesem ganzen Verwirrspiel spielt, woher ihre Liebe zu Russland rührt, ließ sich schnell und leicht klären. Da erwartete mich also ebenfalls keine Überraschung als es aufgelöst wurde.
Gegen Ende wurden die Wölfe wichtig, die Sophie ab und zu schon mal heulen gehört und auch gesehen, deren Existenz die Prinzessin aber beharrlich geleugnet hatte. Das hat mich etwas versöhnt. Wölfe mag ich unheimlich gerne, und hier snd sie schöne und rätselhafte Geschöpfe. Das war ganz nach meinem Geschmack.
Über das Ende bzw Sophies Entscheidung am Ende habe ich dann wieder den Kopf geschüttelt. Am liebsten hätte ich ihr gesagt: hey, Mädel, was denkst du dir? Du bist gerade mal dreizehn Jahr alt!

Aus den genannten Gründe ist es mir sehr schwer gefallen, das Buch zu lesen. Mehr als fünf Kapitel an einem Abend gingen einfach nicht. Dabei haben sie für ein Jugendbuch eine wirklich tolle Länge. Einladend kurz, aber doch lang genug um gut voran zu kommen. Mir waren es schlicht zu ausführliche, begeisterte Schilderung von Dingen, für die ich mich in diesem Maß nicht begeistern kann. Das las sich anstrengend, und ich habe mich über jeden längeren Dialog gefreut, der es auflockerte.

Das Cover gefällt mir immer noch. Das Grau mit den Flocken sieht wirklich frostig aus. Und das Mädchen in dem wallenden Kleid, das irgendwie unglücklich wirkt, macht neugierig auf das Buch.

Fazit:  Ich wäre mit der Geschichte sicher besser klargekommen, wenn nicht so viele Dinge wie sauer Bier angepriesen würden, für die ich weniger bis gar nichts übrig habe. Alles etwas dezenter und es hätte mir sicher besser gefallen. Und ich glaube auch nicht, dass die Geschichte dadurch ihren märchenhaften Charme eingebüßt hätte. Außerdem fand ich die Handlung nach der Rettung der Mädchen nicht mehr spannend. Auch wenn das Buch für Leser ab 11 Jahren empfohlen wird, etwas weniger offensichtlich hätte des Rätsels Lösung schon sein dürfen.


Titel: Wo Schneeflocken glitzern
Autor: Cathryn Constable
Seiten: 336
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3551520517
Preis: € 16,99 (HC)

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