Entführung

Rockoholic (C. J. Skuse)

Kreisch! Jodys Lieblingsband ist in der Stadt. Klar, dass sie schon 14 Stunden vor Konzertbeginn da ist. Denn sie muss unbedingt ganz vorne stehen. Es geht schließlich um Jackson, den tollsten aller Leadsänger. Allerdings ist Jody nicht die Einzige und in dem ganzen Gedränge und Geschubse kippt sie einfach um, knallt auf den Boden und anstatt vor der Bühne zu stehen, wacht sie Backstage auf einer Liege auf. Schlimmer kann es nicht werden. Außer – man entführt einen Rockstar, versteckt ihn in der Garage und versucht so zu tun, als habe man alles im Griff.

Zugegeben, aus dem Alter, in dem man so sehr für einen Musikstar schwärmt wie Jody es tut, bin ich schon ein paar Jährchen lang heraus. Trotzdem klang der Klappentext irgendwie so herrlich schräg, verrückt und turbulent, dass ich der Geschichte gerne ihre Chance gegeben habe.
Sie beginnt sehr eindrucksvoll mit der Beerdigungsfeier von Jodys Opa, die Jodys Meinung nach überhaupt nicht so ist, wie ihr Großvater es sich gewünscht hätte. Also mischt sie die Gesellschaft ordentlich auf und als Leser bekommt man damit gleich den richtigen Eindruck von Jody vermittelt. Sie ist ein Chaot, neigt zu verrückten Aktionen und liebt neben ihrem Opa vor allem den Sänger (Jackson) ihrer Lieblingsband von ganzem Herzen.  Ich mochte Jody wirklich gerne und obwohl ich mehr als doppelt so alt bin wie sie, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen und mit ihr fühlen.  So konnte ich dann auch ein bisschen nachvollziehen, dass sie 14 Stunden vor dem Konzert bereits an der Halle steht und auf Einlass wartet. Sie hat einfach einen Hang zu extremen Situationen und Aktionen.
Von da an dreht die Geschichte auf. Bereits vor der Halle geht es ordentlich rund und leicht hat Jody es nicht. Beim Konzert geht es (leider) genauso weiter und als sie sich dann backstage auf der Krankenstation wiederfindet, tat sie mir schon leid. Doch dann taucht die Band dort auf, natürlich auch Jackson, und aus einer völlig absurden Situation heraus ist Jody plötzlich Entführer und Jackson ihr Opfer. Und damit ihr niemand auf die Schliche kommt, versteckt sie ihn kurzerhand in ihrer Garage. Wie realistisch das alles ist, darf man sich an diesem Punkt einfach nicht fragen.
Wer nun denkt, es kann nicht verrückter kommen, der irrt! Denn es ist wahrlich nicht leicht, einen Rockstar zu verstecken! Rockstars haben nämlich gewisse Angewohnheiten und Jody sieht Jackson binnen weniger Stunden ganz anders als noch vor dem Konzert. Ganz ehrlich, das halte ich nun wieder für eine Ecke glaubhafter und vielleicht ist es so auch eine Botschaft an die jugendliche Leserschaft: es ist längst nicht alles Gold, was auf den Bühnen glänzt! Ich muss sagen, ich habe Jody und ihren Freund Mac, der ihr während der Zeit mit Jackson immer wieder weiterhilft, sowas von bewundert. Was sie sich von Jackson bieten lassen und was sie für den Kerl alles auf sich nehmen, das geht auf keine Kuhhaut. Bei mir wäre der in der Garage versauert, aber echt! Oder ich hätte freiwillig die Polizei geholt und mich als vermeintlicher „Entführer“ gestellt.
Irgendwann sind die drei über den berühmten Berg, doch einfacher wird es dadurch immer noch nicht. Denn Jackson hat eine ganz spezielle Vorstellung sein weiteres Leben betreffend und Jody und Mac sollen ihm dabei helfen. Auch hier sollte man besser nicht danach fragen, wie realistisch das Ganze ist. Unterhaltsam und verflixt spannend ist es aber auf jeden Fall! Man fragt sich ständig, wie lange das Trio mit der Sache noch durchkommen wird und hofft gleichzeitig, dass sie es schaffen. Auch wenn das für Jody ein eher trauriger Erfolg wäre.
Mein Liebling der Geschichte war Jodys Freund Mac. Ich mochte den an sich so vernünftigen Kerl in den verrückten Outfits und mit den witzigen Sprüchen so unglaublich gerne! Was hat er mir leid getan als sich bei Jody alles nur um Jackson dreht! Denn im Gegensatz zu Jody habe ich Mac nicht eine Minute lang für schwul gehalten…

Jody erzählt die Geschichte selber. Im  flapsigen Ton einer Sechzehnjährigen, auch mal mit Kraftausdrücken und Flüchen und ganz viel Witz. Das liest sich weg wie nichts und ich habe tatsächlich das ganze Buch mit seinen stattlichen 439 Seiten in einem Rutsch gelesen. Die Kapitel haben sehr verlockende Titel und da fällt es einfach schwer, eine Pause einzulegen.

Die Kopfhörer auf dem Cover passen einwandfrei zur Geschichte und ihrem Titel. Genauso die Herzchen an den Kabeln und der ganze rosafarbene Look , der mich lange Zeit abgeschreckt hat.

Fazit:  „Rockoholic“ rockt! Wie realistisch das Geschehen ist, danach darf man hier teilweise einfach nicht fragen. Dann wird man mit einer herrlich schrägen, rasanten und spannenden Geschichte belohnt, die einfach riesigen Spass macht und dennoch Momente mit viel Tiefe hat. Wer Musik mag und schon mal so richtig für einen Star geschwärmt hat, der kommt hier voll auf seine Kosten. Eine Lovestory ist „Rockoholic“ aber auch. Etwas anders zwar, aber dennoch unglaublich  süß!

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Titel: Rockoholic
Autor: C. J. Skuse
Seiten: 439
Verlag: Chicken House by Carlsen Verlag
ISBN: 978-3551520401
Preis: €  16,95 (HC)

Housesitter (Andreas Winkelmann)

Er will dein Haus. Er will deine Frau. Er will dein Leben. Er ist der Housesitter.

Stell dir vor, du kommst mit deiner Freundin aus dem Urlaub in dein Haus zurück. Du merkst sofort, dass irgendetwas anders ist: Die Möbel sind verrückt. In der Küche stehen benutzte Töpfe. Die Handtücher riechen fremd.
Dann spürst du einen jähen Schmerz – und es wird Nacht um dich.
Stell dir vor, du wachst erst nach Tagen im Krankenhaus auf.
Deine Freundin ist verschwunden – entführt.
Denn da draußen ist jemand, der sich nach einem warmen Heim sehnt. Nach einer liebenden Frau. Nach deinem Leben. Und er ist zu allem entschlossen.

Seit einer ganzen Weile schon gehört Andreas Winkelmann zu den Autoren, deren Bücher ich so bald wie möglich nach Veröffentlichung kaufe und lese. Entsprechend hatte ich mich schon lange auf den „Housesitter“ gefreut. Der Klappentext klang schon mal sehr vielversprechend.
Es ist ja auch eine schaurige Vorstellung: man kommt aus dem Urlaub zurück und irgendetwas im Haus hat sich verändert. Die Möbel stehen anders und an einigen Stellen sieht es tatsächlich so aus als habe in der Zwischenzeit jemand hier gewohnt. Das ist nichts, was man selber erleben möchte und es bereitet einem eine Gänsehaut. Thomas und Saskia erleben genau das. Und dann wird Thomas niedergschlagen, wird im Krankenhaus wach und erfährt, dass Saskia verschwunden ist, entführt wurde.
Ja, in der Tat, das klang soweit alles ganz nach meinem Geschmack.
Leider muss ich aber sagen, dass „Housesitter“ mich dennoch nicht begeistern konnte.
Ja, die Idee des Housesitters ist cool, interessant und vielversprechend, doch die Story, der Krimi um ihn zieht sich zu großen Teilen schier unglaublich. Das fängt bei zahlreichen, für mein Empfinden unnötig langatmigen (Rück)blicken in die Gedanken und Erinnerungen des Täters an, geht weiter mit den Nachforschungen von Thomas, die sehr lange Zeit alles andere als zielführend wirken und mit Ermittlungen an zwei Stellen, die anfänglich überhaupt keinen Zusammenhang zu haben scheinen. Für mich hätte man das alles ruhig etwas kürzer fassen können, dann wäre sicher auch mehr Spannung aufgekommen. Ich habe mich durch diese Passagen aber immer wieder aus der Story, aus dem Spannungsbogen herausgerissen und davon abgelenkt gefühlt. Manches Mal musste ich mich wirklich zusammenreißen, nicht einfach mal ein paar Seiten nur quer zu lesen. Ich bin überzeugt davon, dabei wäre mir nichts Wichtiges entgangen.
Erst zum Ende hin mauserte die Geschichte dann. Plötzlich spürt man, dass die Ermittlungen auf der richtigen Fährte sind, man dem Täter ganz nahe ist und es zunehmend gefährlicher wird. Plötzlich zog dann auch das Tempo an, weshalb ich zumindest das Finale ganz gelungen fand. Solch ein Tempo, solch eine Dramatik hätte ich mir auch vorher an verschiedenen Stellen gewünscht.
Zweiter Knackpunkt waren für mich hier speziell zwei Figuren. Zunächst hätten wir da Thomas. Ich kann es nicht anders sagen, aber für mich ist er schlichtweg eine Flasche. Und das nicht nur wegen des Vorfalls am Flughafen zu Beginn der Geschichte. Da habe ich zwar auch schon den Kopf geschüttelt, aber ich dachte, er würde sich im Laufe des Geschehens schon entwickeln. Davon kann aber lange, sehr lange gar keine Rede sein. Sicher, die Story braucht vielleicht solch eine Hauptfigur um zu funktionieren, abe rman sollte doch meinen, so ein Erlebnis wie das von Saskia und ihm müsste einen Menschen verändern, wütend machen, ihn über sich hinauswachsen lassen. Doch bei Thomas? Bis fast zum Ende keine Spur davon.
Zweitens ist da Kommissar Scheurich. Ich brauche wahrlich keinen gelackten Kommissar mit vorbildlichen Manieren. Ich habe nichts gegen Ecken und Kanten bei einer Figur. Aber solch einen Widerling brauche ich beileibe auch nicht. Er hat mich im Nullkommanichts und danach durchweg vor allem total genervt mit seiner patzigen und ruppigen Art. Und wenn mich eine Figur nervt, dann lese ich ihre Kapitel auch nicht sonderlich gerne.
Mit Priska musste ich zwar auch erstmal warm werden, aber das ging wesentlich besser. Und auch die hat so ihre Macken und Eigenarten. Aber eben auf eine weitaus sympathischere Art. Außerdem hat sich spürbar Köpfchen,was ich bei Scheurich schon sehr vermisste habe. Dafür, dass er es zum Kommissar gebracht hat.

An sich ist die Geschichte nicht schwierig zu lesen. Mir fiel es trotzdem aufgrund erwähnter Längen sehr schwer, jeden Abend nach dem Buch zu greifen und ein Stück weiter zu lesen. Daran haben auch die Schauplatzwechsel und Zeitsrprünge nichts geändert. Normalerweise steigert sowas mein Lesetempo, doch inhaltlich kommt das alles hier einfach viel zu zäh daher. Richtige Kapitel gibt es nicht, mehr größere Absätze. An diesen Stellen kann man genauso leicht eine Pause einlegen wie am Ende eines Kapitels.

Das Cover gefällt mir immer noch sehr gut mit seinen leuchtenden Farben in Kombination mit dem düsteren Grau und Schwarz. Der leuchtende rote Titelschriftzug ist ein Hingucker im Thrillerregal.

Fazit:  Die Idee des Housesitters hat mir super gut gefallen und ich war mir sicher, dass die Geschichte spannend und düster sein würde. So wie ich Thriller eben mag. Doch leider zieht sich die Story teilweise wirklich unglaublich. Dadurch blieb bei mir immer wieder die Spannung auf der Strecke. Ich wurde abgelenkt durch unnötig viele Nebensächlichkeiten und fühlte mich aus dem Fall heraugerissen. Vielleicht hätte ich doch die eine oder andere Seite quer lesen sollen..? Und dann diese Flasche von Hauptfigur und dieses Ekelpaket vom Kommissar. Nichts gegen Figuren mit Ecken und Kanten, aber in diesem Maße nervte es doch sehr schnell. Schade um die gute Idee.


Titel: Housesitter
Autor: Andreas Winkelmann
Seiten: 496
Verlag: Wunderlich by Rowohlt
ISBN: 978-3805251020
Preis: € 14,99 (Broschiert)

Die drei !!! (50) – Freundinnen in Gefahr

Titel: Die drei !!! (50) – Freundinnen in Gefahr / Verlag: Europa / Spielzeit: ca 206 min / Sprecher: Sonja Stein, Sona Pages, Patrick Bach, Achim Buch, Robin Brosch ua

Inhalt: Der bekannte Popsänger Tom Jeremias verschwindet spurlos nach dem Kim, Franzi und Marie ihn bei seinem Konzert besucht haben. Kaum zu fassen: Alle Indizien sprechen gegen die drei !!!.Ganz auf sich allein gestellt müssen die Freundinnen ein gefährliches Abenteuer bestehen, damit dieser Fall nicht zum Letzten der drei Detektivinnen wird.


Ich mag diese Serie heute wirklich gerne. Aber ich muss zugeben, dass ich bei ihrem Start nicht erwartet habe, dass sie irgendwann mal das 50-Folgen-Jubiläum erleben würde. Da freut es mich umso mehr, dass es nun soweit ist. Würdig gefeiert mit einem Fall über drei CDs.
Wobei man schon sagen muss, dass es an sich auch drei Fälle für sich sind. Man kann das tatsächlich so sehen. Aber es sind eben immer Figuren und / oder Details in diesen Fällen vorhanden, die sie miteinander verknüpfen, sodass man es widerum als einen großen Fall verstehen kann. Diese Verknüpfungen sind geschickt gemacht und wirken nie erzwungen. Das ist gut gemacht.
Spannend geht es ebenfalls zu, wobei ich den Fall vom Anfang schon etwas albern fand. Aber jede gute Story braucht nun mal einen Auftakt. Aber spannend ist es, anschließend auf den beiden weiteren CDs erst recht.  Vor allem, weil sich das Geschehen hier gegen die drei Freundinnen wendet. Plötzlich sind sie Verdächtige! Wie sollen sie aus dieser Situation nur herauskommen?
Für Abwechslung ist ebenfalls gesorgt. Für die drei Mädchen geht es beispielsweise in die Vogesen. Sie bekommen es mit Dieben, Entführern, Autoschiebern und Erpressern zu tun. Was kann ein Krimi sonst noch mehr aufbieten?
Eines allerdings hat mir gar nicht gefallen, bzw ich fand es wahnsinnig unglaubwürdig. Und das ist das Verhalten und die Theorien von Kommissar Peters. Das ist dermaßen überzogen gemacht, dass es schon zum Fremdschämen reicht.

Eine solch lange Story hat natürlich auch eine umfangreiche Sprecherliste zur Folge. Die drei Hauptsprecherinnen sind mit richtig viel Spass und Elan bei der Sache. Alex Grimm gibt einen sympathischen Ton Jeremias, der dessen Launen glaubhaft rüberbringt. Es gibt außerdem ein Widerhören mit Figuren aus früheren Folgen. So ist zB Flemming Stein alias Blake mit von der Partie. Darüber habe ich mich wirklich gefreut.

Musik und Geräusche sind nun nicht gerade ein Jubiläumsaushängeschild. In diesem Bereich klingt die Folge genauso wie die 49 zuvor. Andererseits denke ich, dass es -mich zumindest- gestört hätte, wenn man hier nun eine komplett andere Klangkulisse eingesetzt hätte. Somit sehe ich es nicht als Kritikpunkt an. Diese grauenvolle Schnulze allerdings…die geht nun mal echt gar nicht!

Das Covermotiv sieht wunderbar nach Abenteuer aus mit den drei Mädels und ihren Rädern, der Karte und dem urwaldartigen Grün rundherum. Um was es in dem Fall / den Fällen genau geht, kann man daran jedoch nicht erkennen. So ist für Überraschung gesorgt.

Fazit: Ob man die 50. Folge nun als einen Fall ansieht, oder als drei durch Figuren und Details verbundene, aber doch eigenständig Fälle, muss jeder für sich entscheiden. Spannend ist es jedenfalls immer und die Mädchen haben wirklich ihr bislang größtes Abenteuer zu bestehen. Mir hat das Jubiläum gefallen und ich finde, es verdient diese Bezeichnung auch.

TKKG (200) – Der große Coup

Titel: TKKG (200) – Der große Coup / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 124 min / Sprecher: Sascha Draeger, Martin May, Marianne Bernhardt, Renate Pichler, Michael Lott ua

Inhalt: In der Internatsschule, die Tim, Karl, Gaby und Klößchen besuchen, gibt es etwas zu feiern. Alle sind da: Schüler, Eltern, Lehrer, Politiker und Journalisten, sowie jemand, mit dem TKKG ganz und gar nicht gerechnet haben. Denn kaum haben die Festreden im Foyer begonnen, schleicht ein vermummter Mann in das Zimmer von Tim und Klößchen. Was zuerst wie ein normaler Diebeszug aussieht, verwandelt sich schnell in einen verzwickten Fall, in dessen Verlauf das eine oder andere Bandenmitglied kurzfristig oder gar für immer verloren geht.


Hallo, großes TKKG-Jubiläum mit dem vollmundigen Titel! Diese Folge kommt auf zwei CDs daher und verspricht einen besonders großen Fall für die Freunde. Der lässt sich aber zunächst eher ruhig an mit einer Feierlichkeit am Internat und einer Entdeckung im Adlernest später.
Man muss aber zugeben, dass sich der Fall dann doch noch ordentlich mausert. Klößchen wird entführt, die Erpresser fordern eine horrende Summe und natürlich begeben sich Tim, Karl und Gaby sofort auf die Suche nach ihrem Freund. Die ist angenehm abwechslungsreich und durchaus spannend, aus verschiedenen Richtungen sogar. Natürlich hinsichtlich der Entführung, aber auch wegen der Suche nach Willi in verfallenen Gebäuden, diversen Fallen, in die die Freunde tappen, näcthtlichen Unternehmungen und noch einigen Dingen, die zwar nicht unmittebar mit der Entführung zu tun haben, dem Hörer aber doch zu denken geben und Fragen aufwerfen. Nicht zuletzt die Frage, ob dieser Fall das Ende von TKKG sein wird, Warum, wieso, weshalb, das muss man selber hören.
Gleichzeitig spürt man beim Hören, wie dick die Freundschaft zwischen den Vieren ist. Das hat mir wirklich gut gefallen. Ich finde, so deutlich kam das bislang nirgends rüber. Das passt an die Stelle einer Jubiläumsfolge. Genauso schön ist es, mal alle Eltern der Vier anzutreffen, in vergleichsweise großen Rollen sogar.
Nichtsdestotrotz, mit Entführungen hatten TKKG schon zu tun, mit Erpressern ebenfalls. So gesehen ist der Fall nicht ganz so herausragend wie der Titel verheißt. Und irgendwie denke ich auch, man hätte das alles gut auf die Länge einer CD straffen können. Es passiert ja an sich nicht mehr als sonst, nur die Szenen fallen deutlich länger aus.

An Tobias Diakow alias Karl haben ich mich inzwischen gut gewöhnt und ich höre ihn gerne in dieser Rolle. Auch wenn seine Stimme nicht ganz so markant ist wie die seines Vorgängers. Aber er klingt auch nicht so ganz obergescheit wie Niki Nowotny. An Rhea Harder in der Rolle der Gaby werde ich mich wohl nie ganz gewöhnen, aber sie ist nun mal dabei und hat meist ja auch nicht so viel zu sagen. Sascha Draeger und Manou Lubowski sind fit dabei wie eh und je.
So schön ist es finde, hier die Eltern der Freunde allesamt anzutreffen, so sehr habe ich mich doch bei allen gefragt, wieso sie so klingen als seien ihre Kinder nicht 13 Jahre alt, sondern bereits doppelt so alt. Speziell Willis Mutter klang mir nicht nach Teenangermutter, sondern eine ganze Ecke älter. Das passt irgendwie nicht so recht.

Was Musik und Geräusche anbetrifft, klingt es nicht unbedingt jubiläumsmäßig. Die Folge klingt mit den verwendeten Stücken und ihrer Geräuschkulisse ganz so wie ihre Vorgänger. Was nichts Schlechtes bedeutet.

Auf dem Cover sind die Freunde zu sehen wie sie nachts auf einem Friedhof einer finsteren Gestalt folgen. Ein angenehm düsteres Motiv, das einenn spannenden Fall verspricht. Ein bisschen schaurig ist es auch, was mir ja eh immer gut gefällt.

Fazit:  Einzig hinsichtlich der Spielzeit eine Jubiläumsfolge und ein größerer Coup als die übrigen Folgen der Reihe. Dennoch ein wirklich spannender Fall, nicht nur was die Entführung und die Erpressung anbetrifft. Hier wird auch die Freundschaft und der Zusammenhalt von TKKG auf die Probe gestellt, was zusätzlich für Brisanz sorgt. Insgesamt hätte aber sicher auch eine CD für die Story gereicht.

Pollution Police (12) – Unter Strom

Titel: Pollution Police (12) – Unter Strom / Verlag: Pollution Police e.V. / Sprecher: Daniel Käser, Sophia Linke, Francois Goeske,Thomas Friebe ua

Inhalt: Bei einem Rundflug über die Heimatstadt ihrer Freundin Sophie darf die Pollution Police die Welt von oben entdecken. Doch nach der Landung erwartet sie gleich das nächste Abenteuer. Sie sehen, wie ein Flugzeug zur Notlandung gezwungen und ein Passagier entführt wird. Kann die Pollution Police auch diesen Fall aufklären? Bei einem Rätsel um Energiekonzerne und Stromausfälle müssen die Kinder buchstäblich Licht ins Dunkle bringen.


Einerseits weiß ich gar nicht, was ich zu dieser Folge sagen soll. Andererseits könnte ich dazu einen ganzen Roman schreiben. Ich versuche aber, es so kurz zu halten wie es geht. Der Anfang ging für mich völlig in Ordnung, auch wenn ich mich schon frage, bei welchem Skatewettbewerb man einen tollen Preis für den eindrucksvollsten Sturz erhält. Aber egal, die Story braucht einen Aufhänger mit dem Rundflug.
Kurz danach nimmt der neue Fall auch schon seinen Lauf und da ging es schon beim Stromausfall los. Da stellt ein Kind so richtig naseweis fest, wie abhängig die Menschen doch von Strom und Energie sind. Da habe ich das erste Mal geschluckt. Dann ging es weiter mit der Entführung und an sich ist das ja wirklich eine gute Idee für einen Fall für die kleinen Detektive. Der hätte tatsächlich ganz interessant und spannend sein können.
Für mich gab es dabei aber viel zu viel, über das ich mich wirklich aufgeregt und geärgert habe. Da ging die Spannung schnell flitzen. Um ein paar Beispiele zu nennen. Es sind immer „die kleinen Pfadfinder“ und der Klappentext spricht sogar von Kindern! Und dann kommen Kinder mit Begriffen daher wie „Whistleblower“ und „amortisierten Kohlekraftwerken“? Also bitte!
Und moralisch kommt es hier wahrlich mit der Bratpfanne und sowas kann ich nicht ab. Im Netz klicken und teilen die Leute ja so oft hirnlos (O-Ton) herum! Natürlich können sich auch 20000 Klicker irren, beim nächsten Katzenvideo wissen sie ja schon gar nicht mehr, was sie da eben geklickt, haben. Ein Rottweiler ist wahlweise ein Monster oder eine Bestie. Schön, wo die Kids hier ja sonst so darauf bedacht sich, dass man nicht verallgemeinern sollte. Aber selber!
Kohlekraftwerke sind natürlich Dreckschleudern, nur Windkraft ist das Wahre! Die arme Erdatmosphäre! Erneuerbare Energien müssen her! Ich könnte noch zeilenweise weitermachen, denke aber, das reicht schon um sich ein Bild zu machen.
Und wenn von diesen Behauptungen und Verallgemeinerungen manche auch tatsächlich stimmen mögen, dann muss es doch Möglichkeiten geben, sie nicht mit der Keule in die junge Hörerschaft hineinzuprügeln. Oder man reduziert die Menge an Botschaften, gibt nur einige wenige mit auf den Weg, die aber sorgfältig verpackt.

Schon wieder Francois Goeske! Über ihn hatte ich mich doch letztens erst in einem Hörspiel gefreut. Mit ihm gibt es hier tatsächlich ein Wiederhören und einmal mehr hat er mir ein gutes Bild seiner Figur vermittelt. Thorsten Knippertz trifft für Meyenberg genau den richtigen Ton. Die drei Hauptsprecher sind auch wieder fit mit dabei. Sophia Linke in der Rolle ihrer Freundin Sophie klang mir allerdings oft zu abgelesen und gelangweilt. Allerdings werden ihr ja auch Sätze in den Mund gelegt, wie mancher Erwachsene sie kaum auf die Reihe bekommen würde.

Die Musik präsentiert sich hier meist eher dezent und düster, was einer Detektivgeschichte gut steht. Nur selten geht es mal lauter zu. Zu besonders dramatischen oder temporeichen Szenen beispielsweise.

Das Covermotiv gefiel mir auf Anhieb mit der dunklen, nächtlichen Szene, dem Flugzeug und den rätselfaten Lichtern in sonst so totaler Dunkelheit. Alleine vom Cover her hatte ich mich sehr auf die Folge gefreut.

Fazit: Es hätte alles so schön und spannend sein können mit dem Fall um die Entführung. Aber dann holt die Folge einen Sack voll Verallgemeinerungen raus, haut dem Hörer eine moralische Botschaft nach der anderen um die Ohren und legt den Kindern unsäglich naseweise Sätze in den Mund. Ich habe mich selten so bei einem Hörspiel geärgert. Ein Hörspiel kann helfen, sich zu Themen eine Meinung zu bilden, aber hier wirkt es ja gerade so als wolle man dem Hörer eine Meinung aufzwingen. Und so etwas vertrage ich gar nicht.

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