Entführung

Die drei !!! Adventskalender – Weihnachtsmann gesucht

Titel:  Die drei !!! Adventskalender – Weihnachtsmann gesucht / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 129 min / Sprecher: Sonja Stein, Philipp Draeger, Linda Fölster ua

diedreiadvent02Inhalt: Kim, Franzi und Marie helfen beim Adventsbasar im Jakobipark, dem Adventszauber. Alle freuen sich über die Auftritte des Weihnachtsmanns, der inmitten der verzierten Holzbuden auf einer kleinen Bühne unter den mit silbernen und goldenen Girlanden geschmückten Bäumen sitzt und sich die Weihnachtswünsche der Kinder notiert. Doch am zweiten Tag taucht der nette ältere Herr zur verabredeten Zeit nicht auf – und bleibt auch danach spurlos verschwunden. Können ihn Die drei !!! rechtzeitig finden und somit den Adventszauber retten?


Hier kommt der zweite Adventakalender mit den drei Detektivinnen. Dieses Mal beschäftigt sie das Verschwinden des Weihnachtsmannes, der auf dem Weihnachtsmarkt autrat und eines Tages plötzlich nicht mehr auftaucht. Das ruft die Freundinnen natürlich umgehend auf den Plan und sie ermitteln in alle Richtungen. Das muss man der Geschichte lassen, die Nachforschungen gehen gänzlich ablenkungsfrei vonstatten. Das ist schon mal viel wert! Und die verschiedenen Richtungen, in die der Fall die Detektivinnen führt, sorgen auch für Abwechslung und Spannung. Man knobelt schnell mit. Allerdings habe ich das Geschehen nach der soundsovielten Wendungen irgendwann auch als ziemlich verworren empfunden und mich gefragt, wie all das Geschehen noch zu einem schlüssigen Ende führen soll.
Doch dann nimmt die Handlung endlich die entscheidende Wendung und von da an geht es wieder geradliniger zu. an Spannung verliert das Geschehen jedoch keineswegs! Ganz im Gegenteil geraten die Detektivinnen nun tatsächlich in richtige Gefahr und man kann mit ihnen mitfiebern und bangen. Ein gelungenes Finale des Falls.
Rund um den Fall geht es (vor)weihnachtlich zu mit dem Adventsbasar, Plätzchen, dem Weihnachtsmann und seiner Vertretung, und so manchen Wünschen. Da kommt schon schnell vorweihnachtliche Stimmung auf.

Als Arno Putzinger bzw Weihnachtsmann ist Henry König zu hören, dessen Stimme gut zu beiden Figuren passt. Auch Ivo Möller alias Mika Putzinger hat mir gefallen. Er bringt die Launen von Mika glaubhaft rüber. Robin Brosch trifft für seinen Part ebenfalls genau den richtigen Ton. Und die drei Hauptsprecherinnen sind in Topform wie eh und je.

Musikalisch unterscheidet sich der Adventskalender nicht sonderlich von den regulären Folgen. Lediglich die Türchen sind mit weihnachtlichen Melodien kenntlich gemacht. Also die Stellen, an denen man beim Hören eine Pause machen und erst am nächsten Tag weiterhören soll. Mir hätte auch sonst ein weihnachtliches Stück hier und da ganz gut gefallen.

Das Cover zeigt sich dagegen gänzlich weihnachtlich mit dn verkleideten Detektivinnen, einem Weihnachtsbaum und dem Geschenk. Im Booklet findet man noch ein Rezept für einen leckeren Weihnachtstee.

Fazit:  Einmal drohte der Fall ins Chaos zu stürzen, doch dann fing er sich noch rechtzeitig und es blieb spannend bis zum Schluss. Ab einem gewissen Punkt ist die Handlung zwar etwas vorhersehbar, dafür punktet sie in diesem Moment mit Dramatik. Rund herum geht es schön (vor)weihnachtlich zu, was für die nötige Stimmung sorgt.

Dieses Hörspiel könnt ihr aktuell hier auf der Seite gewinnen!

Team Undercover (16) – Ein Team für alle Fälle

Titel: Team Undercover (16) – Ein Team für alle Fälle / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Patrick Mölleken, Till Hagen, Kirstin Hesse, Eberhard Prüter ua

tu16Inhalt: Sarah und ihre Mutter geraten in eine Entführung und die Spürnasen folgen der Spur eines geheimnisvollen Koffers. Auf der Jagd nach einer Fälscherbande tappen sie in eine Falle und im alten Kino kommt es zu einer unheimlichen Begegnung mit dem Jenseits.
Dabei geraten die vier Freunde nicht nur einmal in große Gefahr!


Bislang kannte man es aus dieser Serie ja so, dass pro CD eine Geschichte erzählt wird. In dieser neuen Episode ist das nun anders. Die etwa 65 Minuten Spielzeit werden gleich von vier Fällen für die Freunde bestritten. Bleiben etwa 15 Minuten je Fall (ich kleiner Mathematiker, ich 😉 )
Obwohl es mir bei den einstündigen Geschichten nie so vorkam als würden sie sich ziehen, muss ich nun doch zugeben, dass die Fälle hier bei so kurzer Spielzeit natürlich wesentlich schneller auf den Punkt kommen. Und das Team Undercover muss ebenfalls erheblich schneller ermitteln und auf gewisse Ereignisse reagieren, sich etwas einfallen lassen etc.
Und ja, im Vergleich kommt so deutlich mehr Tempo auf und auch die Spannung bleibt konstant erhalten. Es gibt keine Szenen, in denen man mal durchatmen könnte. Es ist immer etwas los und sobald einen ein Fall am Haken hat, lässt er einen nicht mehr los.
Die vier Fälle sind ganz verschieden. Einmal verfolgen die Freunde einen seltsamen Mann mit Koffer zum Gericht, dann wieder ermitteln sie in einem Kloster, helfen Sarah und ihrer Mutter aus der Patsche und gehen einer Gruselerscheinung in einem Kino auf den Grund (übrigens mein Lieblinsgfall von den vieren!). So geht es abwechslungsreich zu und wird nie langweilig. Schön übrigens, dass Sarah in einem Fall solch eine große Rolle spielt. Da kann die „Kleine“ aus dem Team direkt mal zeigen, wie clever sie ist.

Die Hauptsprecher sind die gleichen geblieben. Entsprechend hat man in dieser Hinsicht einmal mehr gar nichts zu befürchten. Sie klingen auch in diesen kürzeren Fällen so souverän und authentisch wie man es von den Einzelfolgen her kennt. Ich persönlich würde gerne weiterhin mehr von Lea Kiernan alias Sarah hören. Sie kommt so herrlcih pfiffig rüber!
Weitere Rollen sind so prominent besetzt, dass auch dort nichts schiefgehen kann. So sind beispielsweise Detlef Bierstedt, Till Hagen, Eberhard Prüter und Anke Reitzenstein am Werke.

Musikalisch und in Sachen Geräusche konnte die neue Erzählweise dem vetraut hohen Niveau ebenfalls nichts anhaben. Die Musikstücke passen einwandfrei zu den jeweiligen Szenen, sorgen im Nu für Spannung und Tempo und tragen manches Mal dem Thema des Falls Rechnung. Beispielsweise im Fall mit dem Kino, in dem es klingt wie in einem alten Gruselfilm.

Das Cover zeigt das Team Undercover vor dem Kloster aus dem letzten Fall auf der CD. Nehme ich jedenfalls an. Ein schönes, düster angehauchtes Motiv, das für spannende Fälle bürgt.

Fazit: Dieser neuer Stil steht der Reihe wirklich gut. Mir kamen die einstündigen Folgen zwar nie langatmig vor, aber ich muss doch zugeben, dass bei rund 15 Minuten je Fall deutlich mehr Tempo in den Geschichten steckt und die Spannung konstanter aufrecht erhalten wird.

Digby #01 (Stephanie Tromly)

digby01Beschossen. Inhaftiert. Gekidnappt. Ein ganz normaler Tag mit Digby: Bei Digby muss man auf alles gefasst sein. Das war Zoe in dem Moment klar, als sie seine Bekanntschaft machte. Nicht klar war ihr allerdings, dass sie mit ihm auch gleich von einer gefährlichen Situation in die nächste geraten würde. Denn Digby setzt alles daran, den Fall seiner kleinen Schwester, die vor acht Jahren entführt wurde, aufzuklären.Wie er es aber anstellt, dass Zoe mit ihm bei einem Gynäkologen einbricht,kurzzeitig auf der Polizeiwache landet und an einen Drogenhändlerring gerät? Keine Ahnung. Nur eines weiss sie genau: Ein Plan B wäre jetzt gerade sicher nicht verkehrt.

Über dieses Buch bin ich eher zufällig gestolpert, habe aber genau da bereits von großen Erwartungen und Begeisterungsstürmen gelesen. Da es vom Klappentext her ganz interessant klang und mir das Cover ausnehmend gut gefiel, habe ich beschlossen, Digby und Zoe kennenzulernen.
Wie fand ich die Geschichte nun? Das ist schwer zu sagen. Ich würde sagen: schon gut, aber ganz ist der Funke (noch) nicht übergesprungen. Da es sich unverkennbar um einen ersten Band handelt, ist es noch fraglich, ob ich mit der Reihe weitermachen werde.
Warum der Funke nicht ganz übergesprungen ist, ist genauso schwer festzumachen. Ich mochte Digby und Zoe wirklich gerne und habe über ihre schlagferigen Dialoge manches Mal schmunzeln müssen. Aber ich hätte doch gerne noch mehr über die beiden gewusst. Sie stolpern holterdipolter bei einem Schulprojekt übereinander, hängen fortan (mal mehr, mal weniger begeistert zusammen) und geraten letztlich in einen gefährlichen Fall. Aber warum sie so leben, wie sie leben, was sie tatsächlich fühlen, das kam mir zu kurz. Und das brauche ich um mich in Figuren ganz hinzuversetzen und mit ihnen zu hoffen, die bangen, zu lieben, was auch immer. Zwischen Digby und Zoe und mir blieb so immer eine gewisse Distanz.
Dann war da noch die Sache mit der Spannung. An sich klingt es ja wirklich vielversprechend, wenn man liest, welches Rätsel vor allem Digby lösen möchte und was sie dabei erleben. Streckenweise ist es auch spannend und actionreich. Dann aber kommen wieder Szenen, die genau das Gegenteil sind. Die sich nicht mal mit viel Phantasie mit dem eigentlichen Fall in Einklang und Zusammenhang bringen lassen. Ich habe manches Mal dagesessen und mich gefragt, was das Geschehen gerade eigentlich noch mit der Entführung von Digbys kleiner Schwester zu tun haben soll. Die Handlung zieht teilweise so weite Kreise, dass man dieses eigentlich zentrale Thema aus den Augen zu verlieren droht. Und das verwirrt eher, als dass es spannend unterhält.
Außerdem wirkt es irgendwie überladen. So als habe man versucht, möglichst alles in diese Geschichte zu stecken, was -vermeintlich- einen guten Krimi / Thriller ausmacht. Quasi alles, was den begeisterten US-Crime-Seriengucker allabendlich begeistert. Nur eben mit ein paar Teenagern im Mittelpunkt. Und nein, so leid es mir tut, einiges davon habe ich der Story nicht abgenommen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass hier ein paar Sechzehnjährige zugange sind.
Damit hängt auch mein dritter Kritikpunkt zusammen. Ich habe eingangs geschrieben, dass ich mich bei Digbys und Zoes Dialogen oftmals wirklich amüsiert habe. So cool, so clever und so schlagfertig. Zu Beginn scheint Digby Zoe darin noch überlegen zu sein, doch Zoe mausert sich schnell. Doch so viel Spass ich dabei hatte, objektiv betrachtet, wage ich zu bezweifeln, dass  Sechzehnjährige allgemein so drauf sind. Wären sie etwa vier Jahre älter, vielleicht. Aber mit sechzehn?
Ich habe das Buch trotzdem relativ schnell durchgelesen. Es hat keine zwei Tage gedauert, denn trotz allem ist es ganz klar gute Unterhaltung. Wenn man sich nicht über zu viele Dinge Gedanken macht, sondern einfach den Witz, das Tempo und die haarsträubenden Ereignisse genießt, dann kann man mit Digby & Co. manch vergnügliche Stunde verbringen.

Und damit sind wir auch schon beim Thema Lesetempo. Das wird durch die turbulente Handlung und die zahlreichen Dialoge immens vorangetrieben. Und so fliegen die Seiten nur so dahin. Die Kapitel haben eine ordentliche Länge, mit der man gut in der Geschichte vorankommt und sind gleichzeitig kurz genug, um sich immer wieder zu sagen, dass ein Kapitel mehr noch geht. Und nochmal und nochmal und nochmal…

Das Cover gefällt mir richtig gut! Ich finde Digby und Zoe wirklich sehr attraktiv und cool. Den Schwarzweiß-Stil mag ich ebenfalls, irgendwie hat er für mich etwas Krimitypisches an sich. Genauso wie der Hintergrund und die Darstellung der beiden. So wie vor dieser Wand, vor der sonst die wahren Verbrecher stehen und ihre Knacki-Nummer in die Kamera halten. Und es ist erstaunlich: man kann ein Buchcover mit solchen Fotos gestalten, ohne dass die Idee so ausgelutscht wirkt wie bei den zahlreichen paranormalen Teenie-Romanzen.

Fazit:  Nicht Fleisch, nicht Fisch. Irgendwie fehlte mir bei „Digby #01“ der letzte Schliff, ein bisschen mehr Tiefgang, ein paar mehr Infos über die Hauptfiguren, ein bisschen mehr Fundament, das die Geschichte griffiger gemacht hätte, und dafür ein bisschen weniger RTL2-Crime. So aber blieb die Spannung doch ziemlich (schnell) auf der Strecke. Das Buch ist wie Popcornkino: lesen, sich berieseln lassen, Spass haben und nicht viel dabei denken, dann wird man vergnüglich unterhalten. Mal sehen, ob ich Digby und Zoe eine zweite Chance geben werde.


Titel: Digby #01
Autor: Stephanie Tromly
Seiten: 317
Verlag: Oetinger Verlag
ISBN: 978-3789148095
Preis: € 14,99 (HC)

Kati & Azuro (10) – Der Fall ‚Georgie‘

Titel: Kati & Azuro (10) – Der Fall ‚Georgie’/ Verlag: Europa / Spielzeit: / Sprecher: Florentine Draeger, Katharina von Keller, Tammo Kaulbarsch, Achim Schülke ua

azuro10Inhalt: Die „Nacht der Pferde“, ein Gala-Abend auf dem Gestüt Lohof, gilt als die Auftaktveranstaltung der Turniersaison in der Umgebung des Fasanenhofs. Kati und ihre Cousine Cleo fiebern mit dem jungen Dressurreiter Julian mit, der als erfolgreichster Reiter in der Kategorie „Reiter mit Handicap“ seine neue Dressur-Kür auf der Gala vorstellt. Für Julian und seine Fuchsstute Georgie verläuft der Abend sehr erfolgreich. Sein Sponsor, ein bekannter Unternehmer, ist mehr als zufrieden. Er bekommt einen Ehrenpreis für seine Stiftung und ordentlich Werbung für seine Molkerei. Doch dann geschieht das Unfassbare: Am Morgen nach der Gala ist Georgie verschwunden! Und ein anonymer Anrufer fordert Lösegeld.


Nunmehr ist die Serie zweistellig in der Folgenzahl und wie es aussieht, bleibt sie der Schiene treu, Jugendkrimis mit Pferdebegleitung zu bieten. Wie ich finde, eine gute Wahl. Noch mehr ausschließlich rosarote, verkitschte Ponyhofgeschichten braucht kein Mensch mehr. Davon gibt es bereits mehr als genug.
Dieser Fall hier braucht seine Zeit, ehe er in die Gänge kommt, doch dann legt er ein ordentliches Tempo vor. Jede junge Hörerin, die selber ein Pferd besitzt oder betreut, wird Julians Verzweiflung nachvollziehen können und mitfiebern, wie die Sache ausgeht.
Ich fand das jetzt nicht ganz so spannend, wie es hätte sein dürfen. Das kann aber daran liegen, dass ich aus dem Alter der Hörerschaft schon ein paar Jährchen heraus bin. Daher gehe ich mal davon aus, dass die Kids länger gebannt verfolgen werden, wer hinter der ganzen Sache steckt. Und das ist letztlich das, was zählt.
Azuro stand für mich hier mal mehr im Hintergrund. Das ist nicht schlimm, schließlich dreht sich die Story in erster Linie um Georgie, aber es fällt eben auf.

Florentine Draeger und Katharina von Keller sind für mich in kürzester Zeit zu einem idealen Gespann geworden. Ihre Stimmen passen gut zusammen, unterscheiden sich aber erfreulicherweise doch deutlich. Gut, mit Nina Mölleken klangen Kati und Cleo weniger reiterhofmäßig süß, aber sei’s drum. Nun ist es eben so und die Geschichten bügeln das bislang ja gut aus.
Tammo Kaulbarsch ist als Julian zu hören und lässt ihn nett und sympathisch wirken. Ich würde mir wünschen, ihm mal wieder in der Reihe zu begegnen.

Musikalisch ist alles eim Alten, und das weiß zu gefallen. Mir jedenfalls. Die eingesetzten Stücke sind ein wenig rockig angehaucht, was die Reihe auch noch mal von Genrekollegen abhebt. Für mich ist das der Klang von „Kati & Azuro“, den ich überall heraushören würde.

Das Covermotiv wirkt der Story entsprechend angemessen düster. Die Pferde sind ebenfalls zu sehen. Es ist also alles da, was einen Pferde-Krimi für Kinder / Jugendliche mitbringen sollte. Rundherum veräuft ein Rahmen, der noch einmal gewisse Elemente aus der Geschichte zeigt.

Fazit:  Es gefällt mir, dass die Serie sich zu einer Kinder- bzw Jugendkrimi-Reihe entwickelt, ohne dass dabei die Themen ‚Pferde‘ und ‚Reiterhof‘ zu kurz kommen. Dieser Fall ist nicht ganzso spannend, wie er hätte sein können, aber immer noch sehr ordentlich.

Rezension – Hörst du den Tod? (Andreas Götz)

hoerstdutodWie klingt ein letzter Atemzug? Ein Wettlauf gegen die Zeit. Linus stürzt vom Himmel in die tiefste Hölle: Eben noch hat er das Glück mit seiner großen Liebe Lucy genossen, da wird seine Mutter entführt! Doch als statt einer Lösegeldforderung mysteriöse Audiodateien eintreffen, wird Linus schnell klar, dass der Entführer ihn herausfordert. Denn Linus besitzt das perfekte Gehör. So wird er immer tiefer in ein perfides Spiel gezwungen, in dem es am Ende nicht nur um das Leben seiner Mutter geht, sondern auch um das von Lucy.

Dies ist ein Buch, bei dem ich es bereue, dass es so lange auf dem SUB lag. Dabei klingt doch schon der Klappentext so spannend!
Wobei das perfekte Gehör nicht so mein Thema ist. Ich weiß, dass es das gibt und ich finde es schon interessant und beeindruckend, aber das reicht mir auch. Daher war ich ganz froh, dass darauf hier nicht allzu intensiv eingegangen wird. Linus hat das perfekte Gehör, immer mal wieder erfährt man als Leser, was er in bestimmten Situationen hören kann (und das ist wie gesagt auch ganz cool) und letztlich führt es auch zur Auflösung des Rätsels, aber groß wissenschaftlich wird nicht darauf eingegangen. Das kam mir entgegen.
Stattdessen liegt das Hauptaugenmerk der Geschichte auf dem Fall an sich.: auf der Entführung von Linus Mutter.
Was die Geschichte dabei besonders spannend macht ist, dass es absolut keinerlei Anhaltspunkt gibt, weshalb sie entführt wurde. Genau wie Linus und sein Vater steht man als Leser ohne jede Idee da. Daran ändern auch die Passagen aus Sicht des Täters nichts. Entsprechend habe ich immer weiter und weiter gelesen in der Hoffnung, endlich einen Schubs in die richtige Richtung zu bekommen.
Das einzige, was ich aber recht früh hatte, war eine sichere Ahnung, wer der Täter sein könnte. Es gibt einen Satz, bei dem ich es einfach wusste. Das hat der Spannung aber nichts anhaben können, denn die Hintergründe blieben ja weiterhin im Dunklen. Und selbstverständlich unternehmen Linus, sein Vater und die Polizei alles Mögliche um den Täter zu erwischen. Dabei gerät vor allem Linus in manche gefährliche Situation. Obendrein sind er und gewisse Leute von der Polizei sich nicht besonders grün. Dass sie nun quasi zusammenarbeiten müssen, sorgt für zusätzlichen Zündstoff in dieser Situation. Auch, weil man sich manchmal nicht sicher sein kann, ob nicht vielleicht sogar die Polizei falsch spielt.
Für noch mehr Spannung sorgt die Frage, inwieweit Lucys Familie in die Sache verwickelt ist. Lucy kommt aus ganz anderen Verhältnissen als Linus, der sehr wohlhabende Eltern hat. Ihre Brüder sind zumindest Kleinkriminelle, ihr Vater undurchschaubar. Und es häufen sich die Hinweise, dass sie etwas damit zu tun haben. Ich muss ehrlich sagen, ich habe es vor allem Lucys Brüdern sofort zugetraut und habe mich mächtig geärgert, dass die Polizei sie sich nicht härter vorknöpft. Dass einer von ihnen erst 13 Jahre alt ist hin oder her. Ein Verdacht wie eine Entführung steht im Raum, also knöpft euch den Bengel gefälligst ordentlich vor! Und ich konnte auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass Lucy ihre Familie noch deckt. Sie weiß doch, dass alle durchaus schon was auf dem Kerbholz haben. Und wie sie mit ihr umgehen, ist ebenfalls unter aller Sau. Und für so jemanden lügt sie? Ich konnte es nicht fassen. Über diese beiden Punkte habe ich mich wirklich geärgert.
Ja, ich habe sogar darauf hin gegiert, dass man zumindest die Bengels richtig dran kriegt. Auch deshalb konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen.
Und dann bedroht dieser Verdacht Lucys Familie -und manches Mal auch ihr selber- gegenüber noch die große Liebe zwischen Linus und ihr. Ich fand die beiden unglaublich süß zusammen, ohne jeden Kitsch, einfach nur schön. Und jeder von ihnen ist so traurig und verzweifelt, weil genau das nun auf dem Spiel steht, dass man einfach nur ständig hofft, die Sache zwischen ihnen möge so bald wie möglich wieder ins Reine kommen.

Das Buch startet mit dem Kapitel „Noch 21 Tage“ und zählt dann weiter herunter. Das ist ein Stil, der für mich schon von Haus aus immenses Tempo in sich birgt. Das hat etwas Unausweichliches, etwas, das einem sagt, das Ende und die Auflösung ist nur noch so und so weit entfernt. Also lies einfach schnell weiter um dorthin zu gelangen. Entsprechend schnell liest es sich dann auch. Ich habe mir immer einen Fixpunkt für einen Abend gesetzt. Also: heute bis Tag 15, am nächsten Abend bis Tag 10…und wenn es mal zu spannend war, dann auch den einen oder anderen Tag weiter.

Der Look des Buchs hatte es mir sofort angetan. Irgendwie erinnert er mich an eine Todesanzeige in der Zeitung, was zu einem Thriller gut passt. Die Tonspuren deuten darauf hin,  was in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt. Und es besteht so ein klarer Zusammenhang zwischen Titel und Details des Motivs.

Fazit:  Obwohl ich mir zeitig sicher war, wer der Täter ist, blieb „Hörst du den Tod?“ führ mich spannend bis zum Ende. Denn die Hintergründe und der Anlass für die Tat hatte ich damit ja noch nicht herausgefunden. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, was Lucys Familie damit zu tun hat. Und dass man zumindest ihre verbrecherischen Brüder drankriegt. Und zuletzt habe ich ständig gehofft, dass zwischen Linus und Lucy bald alles wieder ins Reine kommen würde. Somit gab es genug, was mich bis zum Schluss bei Laune hielt. Ganz sicher werde ich noch Andreas Götz‘ weitere Jugendthriller lesen.


Titel: Hörst du den Tod?
Autor: Andreas Götz
Seiten: 336
Verlag: Oetinger Verlag
ISBN: 978-3789136160
Preis: € 16,99 (TB)

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