Epic

Epic

Titel:   Epic / Verlag:   Oetinger Audio / Laufzeit:   ca. 384 min, / 5 CDs / Sprecher:   Horst Stark, Christian Stark, Stephanie Kirchberger, Eva Michaelis, Gisela Trowe, Klaus Dittmann, Dietmar Mues u.a.

Inhalt:   Epic ist mehr als ein Computerspiel. Auf Neuerde, einem Planeten irgendwo im Universum, ist Epic eine Frage von Leben und Tod. Die Menschen, die hier leben, spielen in Epic um ihre Zukunft, ihre gesellschaftliche Stellung und ihren Besitz.
Erik weiß, dass er erfolgreich sein muss, um zu verhindern, dass seine Familie alles verliert. Immer weiter wagen Erik und seine Freunde sich hinein in die gefährliche Welt, die von Drachen und Fantasiegestalten beherrscht ist. Erik hat nur ein Ziel: er möchte das Zentrale Lenkungskomitee, das alle Regeln bestimmt, besiegen und die Menschen in eine bessere Zukunft führen…


Ich kannte das Buch nicht und der Klappentext las sich ausgesprochen interessant, da waren Neugier und Interesse schnell geweckt. Allerdings muss ich schon sagen, dass dieses Hörspiel (es ist eindeutig keine szenische Lesung, es ist ein Hörspiel!) mich bzw meine Konzentration zumindest anfangs ganz schön gefordert hat. Da werden es Fans von Computer-Rollelspielen wie beispielsweise World of Warcraft sicher deutlich leichter haben. Ich musste mich erst in die Geschichte hineinfinden, doch als ich dann schließlich einen Überblick hatte, konnte ich die Geschichte endlich richtig auf mich wirken lassen.
Zugegeben, ein Land, in dem die Menschen mehr schlecht als recht leben, das fremdgesteuert und rücksichtslos geführt wird und schließlich die Gruppe Kämpfer, die dafür antritt, ihre Welt ein Stück besser zu machen…das ist keine besonders neue Idee.
Sie allerdings in die Welt eines Computerspiels zu verlegen, das ist dann schon wieder um Einiges innovativer und macht zweifellos den größten Reiz von Epic aus.
Mir gefällt diese Idee sehr, zumal Millionen Jugendlicher ein zweites Leben in virtuellen Welten führen und fasziniert davon sind. Womit also könnte man sie leichter ansprechen als mit einer Geschichte, die in eben so einer Welt spielt? Und was spricht dagegen sie so für Gesellschaftskritik, Politik, Solidarität und ähnliche Werte zu sensibilisieren? Nichts!
5 CDs sind hier allerdings schon recht happig, jedenfalls für meinen Geschmack, so manche Szene wird ziemlich langatmig beschrieben. Für Rollenspiel-Fans wird das dagegen ein Genuss sein, denn Conor Kostick beschreibt sein Neuerde wirklich sehr anschaulich und detailreich, so dass man sich ein gutes Bild davon machen kann.

Eine szenische Lesung also?
Schlägt man das Booklet auf, dann kommt man sehr schnell zu der Erkenntnis, dass Epic ein Hörspiel ist. Denn hier sind 23 Sprecher namentlich und mit Foto aufgeführt und mit fast zwei Dutzend Sprechern ist man aus dem Bereich “Lesung” meilenweit heraus.
Es ist allerdings nicht nur die Anzahl der Sprecher, die beeindruckt, nein, es sind auch die ganzen prominenten Namen. Da hat man mitunter heile Sprecher-Familien ans Mikrofon geholt, wie Horst und Christian Stark oder Dietmar Mues samt beider Söhne Woody und Jona.
In weiteren Rollen sind u.a. Eckart Dux, Gisela Trowe, Klaus Dittmann und Stephanie Kirchberger zu hören…um nur einige zu nennen.
Und wer nach diesen Namen noch Zweifel an den Sprecherleistungen in Epic hegt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

An der musikalischen Untermalung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, sie passt zur Geschichte und fügt sich harmonisch in die Handlung ein, eine absolut runde Sache also.
Wie sich ein Soundtrack für einen Krimi oder eine Grusel-Story anhören sollte, das weiß man einfach. Doch für eine solch ausgefallene Story wie Epic die richtigen Klänge zusammenzustellen, das stelle ich mir schon bedeutend schwieriger vor. Klasse gemacht!

Äußerlich kann Epic einen ganz schön auf’s Glatteis führen, denn es sieht tatsächlich aus wie ein Hörbuch. Eine schicke Schachtel mit einem auffälligen Hologramm auf der Vorderseite, ein mehrseitiges Booklet, die CDs in Papp-Sleeves, die ebenfalls das Hologramm-Motiv aufgedruckt haben und dann die CDs in gleicher Optik. Gerade hinsichtlich des Hologramms habe ich bislang nichts Vergleichbares gesehen, einfach top!

Fazit:   Für Leute wie mich, die mit Computerspielen wenig am Hut haben, ist Epic -das muss man einfach sagen- eine Herausforderung. Aber eben eine, bei der es sich lohnt, sie anzunehmen. Denn hier wird eine interessante, spannende und phantasievolle Geschichte geboten, die bei Fantasy-Fans auf jeden Fall für Begeisterung sorgen dürfte, auch wenn sie kein zweites Ich irgendwo in einer virtuellen Welt haben. Rollenspiel-Freaks werden auf jeden Fall Spaß daran haben.

Saga

Titel:   Saga / Verlag:   Oetinger Audio / Laufzeit:   ca. 354 min, / 5 CDs / Sprecher:   Anna Thalbach, Patrick Bach, Eva Michaelis, Rainer Strecker, Lutz Riedel ua.

Inhalt:   In der futuristischen Welt von Saga, in der Ghost und ihre Freunde leben, herrscht die Dunkle Königin. Sie weiß, was niemand sonst auch nur ahnt: dass Saga ursprünglich ein von Menschen entwickeltes Computerspiel war! Doch mittlerweile sind die Figuren zu eigenständigen Lebewesen geworden, und ihre Herrscherin kennt nur ein Ziel – Unsterblichkeit.
Dazu muss Saga umprogrammiert werden, und für diesen Zweck ist der Dunklen Königin jedes Mittel recht. Als die rebellische Ghost und ihre Freunde hinter das Geheimnis kommen, gerät ihr Leben in große Gefahr. Zusammen mit der geheimnisvollen Cindella setzt Ghost alles daran, Sagas Zukunft zu sichern. Wen es überhaupt eine Zukunft gibt…


Nach Epic hatte in hinter Saga nun eine Art Fortsetzung der Geschichte erwartet, doch davon kann so eigentlich keine Rede sein, auch wenn in Saga schon ein Bezug zu Epic hergestellt wird.
Für mich ist Saga dennoch eine ganz eigenständige Geschichte, die mir sogar noch ein ganzes Stück besser gefallen hat als Epic.
Warum?
Nun, Saga wirkt einfach sowohl von der Handlung her, als auch was die Charaktere angeht, um einiges cooler und einen ganzen Schlag moderner. Außerdem hat die Geschichte mehr Tempo, ist zu jedem Moment spannend und durch die rebellische Clique um Ghost auch ganz unterhaltsam, manchmal sogar lustig.
Außerdem -auch wenn schnell erwähnt wird, dass es sich bei Saga ursprünglich um ein Computerspiel handelte- wirkt es nicht so. Es ist eher so als lausche man Ghosts Abenteuern in einer “normalen” Cyberpunk-Welt. Dieses Rollenspiel-Gefühl, das ich während Epic die ganze Zeit hatte, fehlt bei Saga. Und da ich kein Rollenspiel-Spieler bin, war mir Saga gleich viel zugänglicher als Epic, in das ich mich ja erst komplett einfinden musste.

Auch bei Saga wird von einer szenischen Lesung gesprochen. Doch auch wenn die Erzähl-Parts hier durchaus länger und häufiger sind als bei Epic, so bleibt auch Saga für mich eher ein Hörspiel.
Im Booklet sind alleine 23 Sprecher namentlich und mit Foto aufgeführt, dazu noch sieben weitere nur mit Namen, nein, also eine Hörgeschichte mit runden dreißig Sprechern, das ist für mich einfach ein Hörspiel.
Und genau wie bei Epic gibt sic auf der Sprecherliste die Prominenz die Klinke in die Hand. Um nur einige Namen zu nennen: Patrick Bach, Hasso Zorn, Christian Stark, Andreas Fröhlich, Rainer Strecker, Anna Thalbach…

Ebenso cool und modern wie die Geschichte, ist auch die Musikkulisse von Saga. Rockige, harte und auch ausgesprochen kühle Klänge begleiten die Geschichte und passen so hervorragend dazu.
Besonders gefallen hat mir, dass auch z.B. während der Erzähl-Parts der Dunklen Königin nicht auf Musik verzichtet wurde. Sie ist zwar sehr leise, aber man kann sie noch gut hören, und so hat sie eine ganz besondere Wirkung, düster und unheilvoll.

Was mir bei der Box zu Epic schon so gut gefallen hat, das hat man auch für die Saga-Box übernommen: das Hologramm auf der Vorderseite. Einfach schick, ein Hingucker erster Güte.

Fazit:   Saga ist ein unterhaltsame und spannende Cyberpunk-Geschichte, die mir sehr gut gefallen hat. Man braucht auch Epic nicht zu kennen um Saga zu verstehen, daher kann hier jeder, der eher für Cyberpunk als für Rollenspiele zu haben ist, “quer einsteigen”.

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