Evermore

Riley – Das Mädchen im Licht (Alyson Noel / Dorothee Sturz)

Titel: Riley – Das Mädchen im Licht / Verlag: Radioropa / Spielzeit: ca. 240 min / gelesen von: Dorothee Sturz / Buch: Alyson Noel

Inhalt: Riley Bloom hat einen ganz neuen Lebensabschnitt vor sich: Den Tod. Durch einen Autounfall wurde sie aus dem Leben gerissen und von ihrer Schwester Ever getrennt. Ein Abschied, der ihr so schwer fiel, dass sie noch eine Weile als Geist auf der Erde blieb. Aber da auch das schönste Geisterleben einmal ein Ende haben muss, überquerte Riley schließlich die Brücke ins Jenseits. Nur kann sie dort leider auch keine Ruhe finden, denn vom großen Rat wird ihr eine besondere Aufgabe zugeteilt: Sie soll auf der Erde verlorene Seelen einfangen. Und ausgerechnet der langweiligste Junge, dem sie je begegnet ist, wird ihr dabei zur Seite stehen. Riley hat sich das irgendwie anders vorgestellt. Zum Glück hält der Tod noch so einiges für sie bereit …


Offenbar hat sich Evers kleine Schwester Riley aus der “Evermore”-Reihe so viele Fans gemacht, dass ihr Autorin Alyson Noel ein eigenes Spin-off gegönnt hat. Immerhin ist Riley bei dem Autounfall ums Leben gekommen und auch als “Geist” kann man nicht sein liebes, langes und totes Leben mit Herumlungern verbringen. So wird Riley auf eine Mission geschickt. Sie soll verlorene Seelen auf der Erde ins Jenseits führen. Leider nimmt diese Mission den kleinsten Teil der Story in Anspruch. Meistens lauscht man Rileys Schilderungen, Ansichten und Gedanken zur Existenz nach dem Tod, die ganz typisch 12jähriger Teenager sind. Viel Tiefgang darf man von “Riley – Das Mädchen im Licht” also nicht erwarten, obwohl Raum dafür gegeben wäre und Alyson Noel es in kleineren Ansätzen auch versucht hat. Den vorwiegend jungen Fans dürfte Riley aber auch durch ihre gewitzte, etwas aufsässige, freche, aber liebenswerte Art sehr sympathisch werden. So macht es zumindest Spass, der Geschichte zu lauschen. Für mich ist dies eines der wichtigsten Krieterien, die ein Hörbuch erfüllen muss: es muss mich unterhalten. Das ist “Riley” auf jeden Fall gelungen.

Mit ihrer jungen Stimme passt Dorothee Sturz als Sprecherin sehr gut. Gerade auch deshalb, weil Riley ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt. Dorothee Sturz trifft gut den naseweisen, aber sympathischen Ton eines Teenies. In den gelgentlichen, etwas tiefgründigeren Szenen, gelingt es ihr aber auch, gefühlvolle Töne anzuschlagen.

Das Cover empfinde ich als recht einfallslos, trotz der Vögel, die aus der Mitte der Blume geflogen kommen. Das erinnert sehr an das Cover von “Evermore” Teil 1. Da hätte ich “Riley” ein eigenständigeres Motiv gewünscht. Zumindest fällt der Look sonst sehr hell aus, was gut zum Licht aus dem Titel passt.

Fazit:  Ein unterhaltsames Spin-off der beliebten “Evermore”-Reihe, die den jungen Fans Spass machen wird. Mir hat “Riley” gut gefallen. Sogar besser als “Evermore” 😉

Evermore (01) – Die Unsterblichen

Titel:   Evermore – Die Unsterblichen / Verlag:   Random House Audio / Laufzeit:   ca. 280 min / 4 CDs / Buch:   Alyson Noel / gelesen von:   Marie-Luise Schramm

Inhalt:   Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Autounfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …


Ich habe zwei Anläufe gebraucht um Evermore zu hören. Normalerweise ist das schnell ein k.o.-Kriterium bei mir und so stand die Box dann auch erst mal eine Weile wieder im Regal. Bis zum zweiten Anlauf dann, und inzwischen bin ich froh, dass ich dem Hörbuch diese zweite Chance eingeräumt habe, zumal mein größtes Problem die Sprecherin war. An der Geschichte ist in den ersten beiden Dritteln wenig auszusetzen. Es ist halt eine weitere hoch romantische Lovestory zwischen einem normalen bzw hier relativ normalen Mädchen und einem übernatürlichen Wesen, in diesem Falle dem Unsterblichen Damen. Da sind die gewohnten kitschigen Momente von Berührungen, die ebenfalls schon sattsam bekannten Augenblicke der sonderbaren Gefühlsaufwallungen und schlichtweg die romantischen Szenen mit selbstverständlich traumhaften Küssen. Ich denke, Fans dieses Genres werden sich hier gut bedient fühlen, zumal Evermore auch in einer sehr gefühlsbetonten, fast schon etwas altmodisch anmutenden, Sprache geschrieben ist. Das letzte Drittel allerdings hat mir dann doch inhaltlich Magenschmerzen verursacht, denn ab hier wirkt die Geschichte wie in aller Eile und ohne Rücksicht auf Zusammenhänge heruntergerasselt. Plötzlich ertränkt Ever ihre hellseherische Fähigkeit in Alkohol, plötzlich wird es für Rylie -Evers verstorbene Schwester, die sie aber immer noch besucht- Zeit sich zu verabschieden, plötzlich gibt es das Sommerland und und und. Für nichts davon gab es anfangs je Anhaltspunkte, da habe ich dann schon mächtig gestaunt. Vielleicht wird das ja im zweiten Teil etwas klarer, es wäre wünschenswert.

Marie-Luise Schramm liest Evermore und auch sie hatte ich bisher in noch keinem Hörbuch gehört. Wie schon gesagt, lag es an ihr, dass ich im ersten Anlauf aufgegeben hatte. Schuld daran trägt keineswegs ihre Stimme, die mag ich ausgesprochen gerne, es war viel mehr die Art wie sie liest. Natürlich hat Ever eine schwere Zeit hinter sich, natürlich trauert sie, natürlich sieht ein Mensch mit ihren Fähigkeiten die Welt anders und intensiver, alles Schlechte dabei eingeschlossen. Aber die ganze Zeit dieser tief traurige, selbstzerstörerische, ja, jämmerliche Tonfall…Hilfe nein! Das deprimiert einen ja beim Zuhören. Sogar in ihren wenigen glücklichen Momenten hört man noch, dass sie sich weiterhin vor Selbstvorwürfen zerfleischt.

An Untermalung fehlt es der Lesung gänzlich, was ich aber beim Hören nicht weiter als Verlust empfunden habe. Seine Atmosphäre zieht Evermore auch so gut aus der Story und Marie-Luise Schramms Interpretation.

Mit vier CDs und 280 Minuten Spielzeit ist Evermore vergleichsweise kurz. Zusammen mit dem Vermerk “gekürzte Lesung” macht mich das irgendwie ein wenig misstrauisch. Womöglich ist das Ende gar nicht so holterdipolter, sondern wurde nur um einige, womöglich erklärende, Passagen gekürzt?
Das Covermotiv bringt dem Hörbuch auf jeden Fall wieder ein paar Pluspunkte ein, denn die farbenprächtige Rose vor dem dunklen Hintergrund und darüber die unheimlichen schwarzen Vögel, doch, das gefällt mir. Und im Ladenregal fällt es damit auch sofort auf.

Fazit:   An sich eine ordentliche Story, die mit dem aktuellen Trend schwimmt und Romantasy-Fans sicher gefallen dürfte. Leider könnte man das Ende in einem Wort mit “Warum?” zusammenfassen. Das hat in diesem Falle auch nichts mehr mit “überraschendem Ende” oder “fiesem Cliffhanger” zu tun, da ist Vieles einfach schlichtweg unverständlich. Womöglich klärt Teil 2 das noch auf, ich hoffe es zumindest.

Evermore (02) – Der blaue Mond

Titel:   Evermore – Der blaue Mond / Verlag:   Random House Audio / Laufzeit:   ca. 296 min / Buch:   Alyson Noel / gelesen von:   Marie-Luise Schramm

Inhalt:   Ever hat ihre wahre Liebe gefunden. Jetzt ist sie endlich glücklich, denn Damen bleibt für immer bei ihr. Doch plötzlich droht sich alles zu verändern. Damen wird von einer mysteriösen Krankheit erfasst: seine Kräfte schwinden zusehends, und sein Verhalten wird immer unerklärlicher. Er scheint sich von Ever abzuwenden. Was kann sie tun um ihn zu retten?


Nachdem mir der erste Teil der Saga ja gewisse Schwierigkeiten darin bereitet hat, bei der Geschichte bei der Stange zu bleiben, war ich schon sehr gespannt, wie das bei dieser Fortsetzung sein würde. Überraschenderweise hatte ich damit hier gar keine Probleme. Das liegt vor allem daran, dass Ever am Anfang des Hörbuchs mit ihrem Damen sehr glücklich ist, da ist nicht schon gleich zu Beginn Gelegenheit sich von der Story runterziehen zu lassen. Natürlich geht es zum Teil schon sehr kitschig zu, aber warum auch nicht? Das erwartet man ja schließlich irgendwie auch von einer solchen Geschichte.
Es dauert dann aber nicht lange und an Evers eben noch strahlend blauem Himmel ziehen wieder dunkle Wolken auf. Damen beginnt sich zu verändern und benimmt sich ihr gegenüber wirklich übel. Ever schließt schnell, dass dies irgendwie mit dem Neuen an der Schule zu tun haben muss und sie muss alles daran setzen, herauszubekommen wieso er das tut und wie sie Damen helfen kann. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte Fahrt auf, die Lovestory tritt deutlich in den Hintergrund und man bekommt einen genaueren Blick auf das Dasein, das Ever und Damen führen. Es ist spannend zu verfolgen wie sich langsam herauskristallisiert, was hinter Damens seltsamen Verhalten steckt und wie Ever den Kampf um ihn aufnimmt. Doch, es gefällt mir sehr an diesem Teil, dass er zwar natürlich Evers und Damens Liebe als Thema hat, dass die Handlung aber schon in die Tiefe geht und man mit Ever eine durchaus selbstbewusste und energische Hauptperson antrifft.

Auch der zweite Teil wird von Marie-Luise Schramm gelesen. Mit ihrer jungen Stimme passt sie sehr gut zu Ever, die die Geschichte ja aus ihrer Perspektive erzählt. Dem doch recht traurigen, ja, schon fast jämmerlichen Ton bleibt sie auch in diesem Teil treu, wobei ich es hier als nicht mehr ganz so schlimm empfunden habe. Immerhin ist Ever zu Beginn ja sehr glücklich und das hört man Marie-Luise Schramm auch klar an. Und bei dem, was Ever später geschieht, da ist die Traurigkeit durchaus gerechtfertigt.

Von Untermalung ist auch bei diesem zweiten Teil nichts zuhören. Genau wie beim Vorgänger hat mich das aber auch nicht weiter gestört. Die Geschichte ist interessant, spannend und angemessen kitschig, Marie-Luise Schramm bringt die Stimmung gut rüber, da ist Musik nicht unbedingt notwendig.

Erneut sind es “nur” vier CDs und erneut handelt es sich um eine gekürzte Lesung. Allerdings ist man hier anscheinend weniger rabiat zu Werke gegangen, denn die Aufteilung der Geschichte wirkt deutlich ausgewogener als beim ersten Teil. Anfang und Mitte haben keine Längen und entsprechend wirkt das Ende auch nicht so holterdipolter wie beim Erstling. Sehr schön! Das Cover ist ein Hingucker und sehr stimmungsvoll und schön geraten mit dem bläulichen Mond am Nachthimmel und den weißen Blumen im Vordergrund.

Fazit:   Eine deutliche Steigerung im Vergleich zum ersten Teil. Der blaue Mond ist spannend und unterhaltsam und selbstverständlich auch übersinnlich-romantisch. Fans dieses Genres dürften Gefallen daran finden.

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