Farbe

Gruselkabinett (90) – Die Farbe aus dem All

Titel: Gruselkabinett (90) – Die Farbe aus dem All / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 72 min  / Sprecher: Melanie Pukaß, Jochen Schröder, Peter Reinhardt ua

gk90Inhalt: Amerika in den 1930er Jahren: In den Hügeln westlich von Arkham gehen seit dem Einschlag eines Meteoriten auf dem Gelände einer Farm äußerst seltsame, geradezu beunruhigende Dinge vor. Nun soll genau dort, unter anderem in dem von den Einheimischen verfluchten Heide genannten Gebiet, ein gewaltiger Stausee entstehen, um die Wasserversorgung der Stadt auf Jahrzehnte hinaus zu sichern.


Diese Geschichte hatte ich bereits in der Reihe “Geschichten zur Mitternacht” gehört. Dort allerdings als Hörbuch. Da sie mir aber da schon gefallen hatte, war ich umso neugieriger auf die Umsetzung als Hörspiel.
Was soll ich sagen? Sie ist auf ganzer Linie geglückt. Bereits gleich zu Anfang liegt eine bedrückende und leicht unheimliche Atmosphäre über dem Geschehen. Dabei ist man als Hörer zunächst sicher genauso skeptisch wie Wissenschaftlerin bei ihrem Besuch in der Verfluchten Heide. Doch genau wie sie spürt man schnell die Unbehaglichkeit, die einen an diesem Ort überfällt.
Wenig später berichtet der alte Ammi Pierce von den Ereignissen vor mehreren Jahrzehnten, die speziell für die Familie Gardner ein schreckliches Schicksal mit sich brachten. Der Einschlag eines Meteoriten sorgt für seltsame Vorkommnisse, die zusehends auch die Menschen verändern. So ganz geheuer ist einem der Einschlag des Meteoriten von Anfang an nicht. Doch als es in den folgenden Jahren dann zu großartigen Ernten kommt, habe ich doch wieder Hoffnung geschöpft, es könne auch sein Gutes haben. Welch ein Irrtum! Die Situation spitzt sich immer mehr zu und irgendwann habe ich nur darauf gewartet, was als nächstes Schreckliches passiert.  Gleichzeitig habe ich sowohl mit Ammi Pierce, als auch mit der Familie Gardner gelitten. Der eine will helfen, die anderen wollen sich nicht helfen lassen und werden immer mehr vom Bösen infiziert. Das ist grausig anzuhören und die Dachbodenszene ist dermaßen gruselig gemacht, dass man um eine dicke Gänsehaut einfach nicht herumkommt.
Spannend ist natürlich auch die Frage, was es mit dem Stein aus dem All und der Farbe, die er überall verbreitet, auf sich hat.
Außerdem gefällt mir diese Kombination aus Grusel und Science Fiction.

Jochen Schröders tiefe und kratzige Stimme passt gut zu Ammi Pierce. Ich mochte den alten Mann sofort und habe ich gerne bei seinen Erzählungen gelauscht. Auch Peter Reinhardt hat mir gefallen. Er gibt einen energischen Nahum Gardner, legt aber nach und nach auch immer mehr der Verzweiflung in seine Stimme als es für die Familie auf dem Hof immer schlimmer wird. Gleiches gilt für Cornelia Meinhardt. Normalerweise ertrage ich hysterische Frauenstimmen nur ganz schwer, doch bei ihr klingt es so überzeugend, dass es einen einfach nur schaudert.

Es gibt kaum einen Moment in dieser Folge, der nicht von Musik oder Geräuschen begleitet wird. Davon bin ich normalerweise nicht unbedingt ein Fan, aber hier wirkt es wirklich sehr gut! Schon alleine deshalb, weil ständig etwas passiert und ein Schrecken den nächsten jagt. Da gehört dann eben einfach eine musikalische Untermalung dazu.

Das Cover zeigt das Haus der Gardner und den Stein aus dem All, wie er neben dem Brunnen einschlägt, also den Aufhänger zur Geschichte. Die dunklen, schattigen Farben passen gut dazu und vermitteln sofort einen Eindruck davon, welche Düsternis einen in der Erzählung erwartet.

Fazit: Mir hat diese Folge rundum sehr, sehr gut gefallen! Eine feine Mischung aus Grusel -teilweise sogar Horror- und Science Fiction. Spannend, schauerlich und weit weg von den Schauerromantik-Stories, die “Gruselkabinett” sonst bietet.

Gruselkabinett (75) – Weiß

Titel: Gruselkabinett (75) – Weiß / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Niels Clausnitzer, Johannes Raspe, Stephanie Kllner,, Hort Naumann, Wolfgang Welter ua

gk75Inhalt: London 1858: Charles Elveston, ein junger Arzt, wird auf seinem Nachhauseritt auf ein hinter einer hohen Mauer gelegenes Herrenhaus aufmerksam, vor dem äußerst merkwürdige Dinge vorgehen. Die Frage lässt ihn nicht mehr los, warum die neuen Besitzer stets komplett in weiß gekleidet das Grundstück verlassen. Er wittert ein Geheimnis – und liegt damit goldrichtig, wie sich schon bald herausstellt.


Da hätten wir dann auch die zweite Folge im frisch erschienenen Bunde des “Gruselkabinett”. Und damit auch die Folge, die mir wirklich prima gefallen hat. Die Geschichte kommt recht schnell in die Gänge und so bekommt man schon früh die Eigenartigkeiten des Hauses d’Alberville aufgezeigt. Ich muss schon zugeben, dass ich mich darüber ganz schön gewundert habe. Denn der Sinn hinter dieser eigentümlichen Gestaltung eines Hauses wollte und wollte sich mir nicht erschließen. So sehr ich auch gegrübelt hatte. Entsprechend neugierig war ich darauf, wie die Geschichte weitergehen würde. Das war dann zwar keine Überraschung, denn irgendwie ist es klar, dass dem jungen Arzt Zugang zu diesem Haus gewährt wird. Und auch, dass sich zwischen ihm und der dort eingesperrten Blanche eine Liebelei entspinnt. Die Geschichte bleibt aus anderen Gründen spannend bis zum Schluss. Einmal, weil man einfach nicht durchschauen kann, wer hier falsch spielt und lügt. Blanche, oder ihr Onkel? Beide geben sich so glaubhaft ehrlich, dass ich bis zum Ende nicht sicher war. Zweitens, weil ich einfach nicht mit Sicherheit darauf kam, welche Art bösartiger Kreatur im Hause lauert. Da klopft man natürlich erstmal die Geschöpfe ab, die man so kennt und die einem alle naselang begegnen, aber nichts davon wollte passen. Entsprechend überrascht war ich von der Auflösung. Sie hat mir sehr gefallen, eben weil es mal nicht eines der Standard-Wesen ist, das hier umgeht. Und zuletzt war ich gespannt darauf, wie die Geschichte enden würde. Auch das ist keineswegs abzusehen.

Johannes Raspe hat mir als junger Arzt Charles Elverston gefallen. Er hat eine sympathische Stimme, in der stets eine gewisse Neugier mitschwingt. Das passt so natürlich prima zur Geschichte. Stephanie Kellner klingt eine Spur älter als Blanche in meiner Vorstellung war. Dafür trifft sie gut diesen speziellen Ton zwischen der Geziertheit solch reicher Personen zur früheren Zeit und der Verzweiflung, in der sie trotzdem lebt. Niels Clausnitzer hat mir ein gutes Bild von Blanches Onkel vermittelt: bereits älter, nicht mehr so fit, dafür umso verzweifelter darüber, welches Schicksal seine Familie vor einiger Zeit getroffen hat.

Da die Handlung eher rätselhaft ist statt schauerlich, muss die Untermalung für einen gewissen Gänsehautfaktor sorgen. Das tut sie in den entsprechenden Szenen auch sehr gut. Da darf man dann also doch auch mal wohlig schaudern. In Sachen Geräusche ist ebenfalls alles im Grünen Bereich, sofern man die Lautäußerungen der Bestie nicht mitzählt. Die waren das einzige, was mich nicht überzeugen konnte. Doch das fällt schließlich eher in den Bereich der Sprecher.

Ich mag das Helle am Covermotiv. Das ist mal etwas anderes als man es sonst so von Schauergeschichten gewöhnt ist. Allerdings frage ich mich, wieso Blanche so überrascht bis erschrocken dreinschaut. Das tut sie in der Geschichte nämlich nicht ein einziges Mal. Und es vermittelt so einen falschen Eindruck von ihr.

Fazit:  Eine klasse Folge, die einen bis zum Schluss in ungewissheit wiegt, und bei der das Ende entsprechend nur überraschen kann. Zudem treibt hier mal eine Kreatur ihr Unwesen, der man nicht in mindestens jeder zweiten Gruselgeschichte begegnet. “Gruselkabinett” wie ich es mag!

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