Feriencamp

Diese Stunde gehört mir nicht (Edward Hogan)

diesestundeDaniels Erwartungen sind nicht sehr hoch, als er mit seinem Vater in dem Sport-Ferienpark Englands eintrifft, in dem sie eine Woche Urlaub machen wollen. Seine Eltern haben sich gerade getrennt, in der Schule gilt er als Loser, und Sport konnte er noch nie leiden. Doch gleich am ersten Tag begegnet er Lexi, einer jungen Frau, die ihn sofort in den Bann zieht. Er spürt, dass sie ein dunkles Geheimnis umgibt, merkt schnell, dass sie jemanden braucht, um sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen. Denn Lexis Todestag jährt sich zum zweiten Mal und Daniel setzt alles daran, ihrem Mörder das Handwerk zu legen.

Bei diesem Buch war es die Mischung, die mich neugierig machte. Das Cover finde ich wunderschön. Dann mag ich eben Geschichten, die in Camps oder Ferienparks spielen. Und ein Rätsel um ein seltsames Mädchen, das etwas Unheimliches an sich hat, ist ebenfalls nicht zu verachten. Das alles obendrein noch als Jugendbuch: perfekt für mich!
Dachte ich, denn wirklich überzeugt hat mich “Diese Stunde gehört mir nicht” trotzdem nicht. Daniel fand ich ganz nett, und es hat mir gefallen, dass er ein ganz normaler Junge ist. Sonst findet man als Hauptcharakter ja oft Jungs vor, die gut aussehen und selbstbewusst und witzig sind. Daniel sieht nicht so toll aus und selbstbewusst ist er auch nicht, eher zurückhaltend und etwas schüchtern. Eigenschaften, die ich an Charakteren an sich ganz gerne mag und bei denen ich denke, dass sich mancher junge Leser da eher wiederfindet als im sportlichen Beau. Aber mehr als “nett” fand ich Daniel nicht und entsprechend fiel es mir schwer, wirklich mit ihm zu fühlen und zu fiebern.
Hinzu kam noch die Art, wie sein Vater angelegt ist. Der hat nach der Trennung von seiner Frau nämlich ein handfestes Alkoholproblem. Es mag hart klingen, aber ich mag keine Säufer in Hauptrollen. Ganz einfach.
Der Ferienpark als Schauplatz ist eigentlich genau nach meinem Geschmack, doch leider beschreibt Daniel ihn -Dank seiner zahlreichen Probleme und Unlust auf den Urlaub- wenig attraktiv. Auch dieser Schuss ging für mich leider ziemlich nach hinten los.
Als Lexi auftauchte, schöpfte ich erneut Hoffnung. Sie mochte ich nämlich wirklich gerne und fand sie schön geheimnisvoll dargestellt. Ich habe lange gegrübelt, wer oder was sie ist bzw was mit ihr nicht stimmt. Das hat Spass gemacht und es war auch ein ganz schöner Schreck als schließlich aufgelöst wird, was ihr widerfahren ist. Das ist wirklich scheußlich. Ich fand es außerdem gut, dass Edward Hogan nicht auf eine schlichte Geistergeschichte gesetzt hat, sondern eine erfrischend andere und ausgefallene Idee gewählt hat.
Daniel verliebt sich in Lexi und da dürfen sich die freuen, die etwas gegen gefühlsduselige Liebesgeschichten haben. “Diese Stunde gehört mir nicht” ist nicht ansatzweise gefühlsduselig. Für mein Empfinden kamen ganz im Gegenteil so gut wie gar keine Gefühle rüber, und das kann es halt auch nicht sein.
Natürlich möchte Daniel Lexi helfen, ihr Schicksal zu beenden. Nun war Daniel zuvor kein wirklicher Held, deshalb war es schön zu verfolgen, wie er Lexi zuliebe über sich hinauswächst. So wurde dann wenigstens das Ende noch schön spannend, zumal ich gar keine Idee hatte, wie diese Geschichte jemals für alle Beteiligten zu einem Happy End finden würde. Diesen Teil habe ich dann wirklich verschlungen.
Das Ende ist -passend zur zentralen Idee- etwas ganz anderes als man es bei einem Jugendbuch erwartet. Auch das hat mir prima gefallen.

Das Buch liest sich prima. Daniel erzählt selber und entsprechend jugendlich und locker ist der Ton auch meistens. Zahlreiche Dialoge lockern zusätzlich auf und die Kapitel haben eine schöne Länge. So lässt sich das Buch gut häppchenweise lesen, was jungen Lesern sicher entgegenkommt.

Das Cover mag ich noch immer sehr gerne! Ich mag die Lichtspielereien in den düsteren Farben und den Kontrast vom Kleid des Mädchens dazu. Ich finde, das sieht geheimnisvoll aus und auch ein bisschen unheimlich. Genauso wie ich es mir für einen Mysterythriller vorstelle.

Fazit:  Der Geschichte liegt eine wirklich schöne und erfrischend neuartige Idee zugrunde. Leider blieb bei mir die ganze Zeit eine Distanz zu den Hauptcharakteren erhalten, die nicht mein Fall waren. Die einzige Ausnahme bildete Lexi, aber das reicht halt für eine Geschichte nicht. So konnte ich auch mit Daniel nicht wirklich mitfibern und mitfühlen und Spannung kam erst gegen Ende wirklich auf. Leider zu spät.


Titel: Diese Stunde ghört mir nicht
Autor: Edward Hogan
Seiten: 240
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201438
Preis: € 12,95 (Broschiert)

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Die drei !!! (25) – Herzklopfen

Titel: Die drei !!! (25) – Herzklopfen / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Sonja Stein, Merete Brettschneider, Mia Diakow, Wolf Frass, Jonas Fischer, Lena Münchow, Tim Kreuer

dda25Inhalt: In den Sommerferien nehmen die drei !!! am berühmten ‚Rock Camp’ teil. Das bedeutet für Kim, Franzi und Marie zwei Wochen Workshops mit Singen und Tanzen und viele neue Bekanntschaften. Doch im Camp passieren merkwürdige Dinge. Geld und Handys verschwinden, im Salatbuffet tummeln sich Kakerlaken und schließlich brennt sogar eine Wohnhütte. Es entwickelt sich ein Kriminalfall, der so richtig nach dem Geschmack der Detektivinnen ist. Nur leider werden alle drei vom Liebeskummer lahmgelegt und können sich kaum der Fahndungsarbeit widmen. Als sich die Gefühlswellen dann wieder glätten, ist der Fall klar und sie können den Täter dingfest machen.


Diese Folge mag man entweder, oder eben nicht. Jedenfalls kann ich mir das gut so vorstellen. Wer einen ordentlichen Jugendkrimi hören möchte, wird bald etwas blöd schauen. Wer es mag, wenn die Mädels und vor allem das Thema Jungs eine wichtige Rolle spielen, der dürfte angetan sein. Mir tut der Krimianteil ziemlich leid. Denn der ist im Grunde wirklich gut. Diebstähle, Verwüstung, Brandstiftung und ziemliche viele Personen, die einander nicht auf den Pelz gucken können. Da wäre reichlich Anlass für intensive Ermittlungen. Gerade Brandstiftung ist schließlich nicht von Pappe, und gegen solche Dramatik hat man ja meist nichts einzuwenden, wenn man solche Reihe gerne hört. Allerdings bringt der Klappentext es auf den Punkt: Liebeskummer legt die Freundinnen lahm. Zugegeben, da sind sicher süße Typen im Camp. Und Kims Sorgen, ob Michi sie wirklich so sehr mag, die mögen hier und da berechtigt sein. Immerhin ist sie die einzige mit festem Freund. Aber hier geht es so oft um Jungs, dass der Fall zerrissen wirkt. Hat sich mal ein Track ausschließlich damit befasst, dreht sich im nächsten schon wieder alles um irgendwelche Typen und mag verliert das Rätsel um die seltsamen Vorkommnisse leicht aus den Augen.

Sprechermäßig geht es relativ durchwachsen zu. Die drei Hauptsprecherinnen klingen versiert wie immer. Dafür konnte mich zB Lena Münchow als arrogante Cherry kaum überzeugen.  Und auch Vanida Karun alias Conny klang mir häufig zu gestellt. Dagegen haben mir Lukas Sperber und Jonas Fischer in den Rollen der umkämpften Jungs Tom und Matthias richtig gut gefallen. Sie klingen angenehm erwachsen.

Obwohl es sich um ein Camp handelt, in dem getanzt und gesungen wird, gibt die Untermalung nicht mehr her als die bisherigen Folgen. Es bleibt nahezu ganz bei den munteren, sommerlichen Stücken, die man bereits kennt. Nur wenige Stücke wirken mal etwas neuer und frischer. Ich hätte mir ganz ehrlich etwas mehr Musik in den Szenen im Camp gewünscht. Bei einem Rock Camp hätte das gepasst wo kaum sonst irgendwo.

Selbst das Covermotiv vermittelt einen musikalischeren Eindruck mit der Gruppe da im Hintergrund. Das Pärchen vorne passt natürlich prima zum Titel. Und es signalisiert auch recht deutlich, dass es in der Folge mehr um die Liebe geht als um einen Kriminalfall.

Fazit:  Durch das viele Theater um Jungs und Liebe wirkt der Fall arg zerrissen und man verliert ihn leicht aus den Augen. Eine ordentliche Detektivfolge ist es für mich daher nicht gewesen. Wem aber die Liebeleien der Mädels ebenso wichtig sind, dem dürfte auch diese Episode gefallen.

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