Fledermaus

Scary Harry – Fledermaus frei Haus (Sonja Kaiblinger)

Scary Harry - Fledermaus frei HausEigentlich hat Otto sich einen Hund gewünscht, doch stattdessen findet er in seiner Weihnachtssocke eine Fledermaus namens Vincent. Die kann nicht nur sprechen, sondern schimpft außerdem wie ein Rohrspatz! Otto weiß nicht so recht, was er von seinem neuen Mitbewohner halten soll. Doch schon bald erweist sich Vincent als ausgesprochen nützlich.

Scary Harry, seinen Freund Otto, Fledermaus Vincent und die drei Hausgeister habe ich mit den Hörbüchern zu dieser Reihe kennengelernt. Doch zu diesem Schnäppchenpreis konnte ich mir das Büchlein einfach nicht entgehen lassen. Ich mag die lustig-unheimliche Runde um Otto total gerne.
Entsprechend kannte ich die Figuren natürlich bereits. Ich denke aber, mit diesem kleinen Prequel zur Reihe können auch Neulinge leicht einsteigen. Zu Beginn trifft man nämlich erst einmal Otto und erfährt, wo er mit wem lebt und wie es dazu gekommen ist. So ist man schnell über ihn und die Villa samt Geistern im Bilde. Und auch Harry hat bald seinen ersten Auftritt, wobei man alles Nötige über ihn erfährt. Damit hat man als Einsteiger alles nötige Rüstzeug an der Hand.
Eines ist aber für jeden neu, ganz gleich ob Fan oder Neuling: die Antwort auf die Frage, wie Otto zu seiner vorlauten Fledermaus Vincent kam.
Genau diese Frage wird in der Geschichte beantwortet. Sie beginnt zunächst schön winterlich-vorweihnachtlich mit Schneemannbauen, einer Bescherung mit den Hausgeistern und der Spannung vor der Weihnachtsnacht. Selbst ich, die zumindest für den Winter und Schnee gar nichts übrig hat, fand das so wunderschön. Wenn auch natürlich etwas Seltsam mit schimmeligem Joghurt als Weihnachtsgeschenk oder zwei verschiedenfarbigen Socken.
Spannend wird es zum ersten Mal als Otto dann Vincent in seiner Weihnachtssocke findet. Denn zunächst hört er lediglich seltsame Geräusche im Haus, denen er nachgeht. Alleine das ist schon angenehm kribbelig spannend bis kindgerecht schaurig. Doch Auge in Auge mit der sprechenden Socke, ist das nochmal etwas ganz anderes. Zum Glück ist Vincent immer für einen Spass und große Sprüche zu haben und so gibt es schon bald etwas zum Lachen, was die Situation wieder entspannt. Es ist und bleibt eben eine Kindergeschichte. Da muss niemand schlechte Träume befürchten.
Das zweite Mal kommt Spannung in die Geschichte als zwei Einbrecher in die Villa eindringen. Da habe ich wirklich um Otto und seine Freunde gezittert, denn diese Sache ich mal richtig gefährlich für die Bewohner der Villa, ganz gleich ob Mensch oder Geist. Allerdings habe ich auch Ottos Mut bewundert. Der Kleine hat Mumm in den Knochen, das muss man ihn lassen.
Und so setzen er und seine Freunde sich gegen die Eindringlinge zur Wehr, was für einige rasante Szenen sorgt. Im Finale der Geschichte steckt eine Menge Tempo und es geht turbulent und spaßig zu.
Am Ende ist einem dann glasklar, wieso Otto Vincent trotz all seiner Frechheit niemals hergegeben hat

Mit 89 Seiten ist das Büchlein eine schöne Lektüre für einen Abend. Junge Leser werden vielleicht einen oder zwei Tage mehr dafür brauchen. Für mich hat es sich weggelesen wie nichts, so schön locker und leicht und amüsant wie es geschrieben ist. Eine ganze Menge schöner und witziger Illustrationen lockern zusätzlich auf und vermitteln einem ein Bild von einigen Szenen. Am goldigsten fand ich immer Vincent. Ihn trifft man auf jeder Seite an. In der hinteren Klappe des Buchs verbirgt sich ein Lesezeichen, doch dafür müsste man das Cover zerschneiden. Das bringe ich nicht übers Herz.

Auf dem Cover stehen Harry, Otto und natürlich Vincent im Mittelpunkt. Über Vincents verdutzt-entgeisterten Gesichtsausdruck muss ich jedes Mal schmunzeln, wenn ich das Buch. So grün beschleift dazusitzen, das ist für eine Halbgeisterfledermaus aber sicher auch eine echte Strafe.

Fazit:  Für “Scary Harry”-Fans ist dieses Prequel eine spannender und witzige Geschichte mit ein wenig winterlich-weihnachtlichem Flair. Doch auch Neulinge können hier unbesorgt zugreifen. Sie werden sich schnell bei Harry und Otto zurechtfinden, zumal es zu Beginn eine kleine Einführung in das “Scary Harry”-Universum gibt. Eine Empfehlung also für alle, die Spass an einer etwas anderen Weihnachtsgeschichte haben.


Titel: Scary Harry – Fledermaus frei Haus
Autor: Sonja Kaiblinger
Seiten: 80
Verlag: Loewe Verlag
ISBN: 978-3785580929
Preis: € 2,95 (Broschiert)

amazonbutton

Scary Harry – Fledermaus frei Haus (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Fledermaus frei Haus / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 80 min / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharrysonderfInhalt: Eine sprechende Fledermaus, die ihn wüst beschimpft? Otto hatte sich zwar ein Haustier zu Weihnachten gewünscht, aber das? Doch als Vincent kurz darauf zwei Einbrecher verjagt, erweist er sich als sehr nützlich. Von diesem Tag an wird Vincent zu Ottos heimlichen Begleiter, bis heute: Weihnachten zwei Jahre später. Auch diesmal wird Otto reich beschert: Sensenmann Harold schenkt ihm eine Schneekugel, mit der er Kontakt zu seinem Onkel Archibald im Jenseits aufnehmen kann.


Wer wie ich die beiden bisherigen “Scary Harry”- Geschichten kennt, der wird sich dieses Hörbuch sowieso nicht entgehen lassen. Doch auch Neueinsteiger können hier bedenkenlos zugreifen. Denn ehe die Geschichte um die “Fledermaus frei Haus” beginnt, ist man erstmal bei Otto und seiner Tante Sharon zu Gast und lernt sowohl Harry als auch die drei Hausgeister kennen. So bekommen Neulinge einen guten Überblick und Fans werden sich sofort wieder ehimisch fühlen. Und auch wenn diese Fans Fledermaus Vincent natürlich schon kennen, so wissen sie genau wie Einsteiger nicht, woher Vincent einst kam.
Entsprechend bietet die eigentliche Geschichte für jeden etwas Neues. Zunächst verebietet sie dezent winterlich-weihnachtliche Stimmung mit dem Bau eines Schneemannes, Bescherung mit den Geisterfreunden, doch dann wird es erstmals spannend als Otto Vincent entdeckt. Den rotzfrechen kleinen Kerl muss man einfach mögen, und ich konnte gut verstehen, dass Otto ihn behalten hat. Vincent ist zu lustig!
Der Spass findet wenig später allerdings ein jähes Ende als zwei Einbrecher in die Villa einsteigen. Von da an ist die Geschichte wirklich richtig spannend. Ich habe ganz schön um Otto, seine Tante und die übrigen Bewohner der Villa gezittert. Aber es gibt ja noch Vincent, und der bringt erst so richtig Schwung ins dramatische Geschehen, sodas es am Ende so richtig turbulent zugeht. Das macht Spass und sorgt dafür, dass auch die jungen Hörer sich nicht zu sehr gruseln und die Figuren sorgen müssen. Genau wie die regulären “Scary Harry”-Bücher ist auch dies Kinder ab etwa 10 Jahren prima geeignet.

Wie in den beiden anderen Hörbüchern so ist auch hier Robert Missler als Sprecher am Werke. Einmal mehr verblüfft er den Hörer mit den zahlreichen verschiedenen Stimmen, die er für die Charaktere auf Lager hat. Während der erzählten Passagen dagegen schwingt häufig ein leicht amüsierter Ton mit. Es ist ja auch eine oft heitere Geschichte, da passt das gut so.

Zu Beginn und am Ende der Geschichte ist eine fröhliche Melodie zu hören, die mich teilweise an “Alle Vögel sind schon da” erinnert hat. Dafür ist der letzte Track eine “Scary Harry”-Version von “Jingle Bells”, die so richtig Spass macht und zum Mitsingen und Tanzen einlädt. Ich weiß gar nicht, wie oft ich das Lied nun schon gehört habe. Einfach toll!

Auf dem Cover ist Otto mit seinem Freund Scary Harry zu sehen. Auch Vincent ist dabei und ausgesprochen niedlich geraten. Ich muss jedes Mal über die Miene der Fledermaus lachen angesichts seiner grünschleifigen Verpackung.

Fazit:  Für “Scary Harry”-Fans ein (vor)weihnachtliches Must-Have-Hörbuch, das Spass macht und spannend ist. Doch auch Neulinge können hier zugreifen. Sie werden sich dank einer kleinen Einführung zu Beginn schnell zurecht finden.

Sandor (03) – Not macht erfinderisch (Dorothea Flechsig / Nicolas A. Böll)

Titel: Sandor (03) – Not macht erfinderisch / Verlag: Glückschuh Verlag / Spielzeit: ca. 79 min / Buch: Dorothea Flechsig / gelesen von: Nicolas A. Böll

sandor03Inhalt: Im dritten Teil der Reihe reist die Fledermaus Sandor mit dem Jungen Jendrik im Flugzeug von Rumänien zurück nach Deutschland. Dabei sorgt nicht nur Sandor für Turbulenzen!
Auch nach der Landung geht es aufregend weiter. Zu allem Übel ist in der Schule ein neuer Lehrer und Jendriks Eltern stellen ihren Sohn vor eine schwierige Wahl. Zum Glück hat Jendrik seinen treuen Freund Sandor, die kluge Fledermaus, die ihm hilft, eine gute Entscheidung zu treffen und weiß, dass auch erwachsene Menschen bei wichtigen Lebensentscheidungen manchmal Nachhilfe brauchen.


Jede Reise hat einmal ein Ende. Das gilt natürlich auch für Sandors und Jendriks Reise nach Rumänien. Viel Zeit sich darber zu grämen, haben die beiden aber nicht. Denn auch zuhause angekommen warten einige Abenteuer auf die beiden. Speziell Jendrik hat es in dieser Geschichte nicht leicht. So sorgt ein neuer Lehrer für viel Aufregung. Er führt die Klasse mit solch energischer Hand, dass die Kinder sich im Nu ihre Lehrerin Frau Schmidt zurückwünschen. Solche Schulprobleme kennen sicher viele Kinder aus dem eigenen Leben, daher hat mir das hier gut gefallen. Außerdem lädt es dazu ein, mal die Menschen hinter der “Rolle” des Lehrers kennenzulernen. Und man bekommt Tips an die Hand, wie man sich in einer Klasse untereinander helfen kann um gut durch den Schulalltag zu kommen.
Auch Jendriks Eltern fordern ihn in dieser Geschichte ganz ordentlich. So verkracht sich seine Mutter mit Freund Hans. Und kaum zuhause angekommen wartet Jendriks Vater mit einer ganz besonderen Überraschung auf seine beiden Söhne, die die beiden schlicht überfordert. Und die außerdem Jendriks Überlegungen wanken lässt, ob er zu seinem Vater nach Norwegen ziehen soll, was er sich bislang durchaus mal überlegt hat. Leider wird auch das ein Thema sein, das heute so oder zumindest so ähnlich in vielen Familien anzutreffen ist. Ich war anfangs skeptisch, da ich vermutete, es würde nun eine große Kiste mit dem Thema “die armen Scheidungskinder” aufgemacht. Damit kann ich gar nicht, weil ich das so eben nicht sehe. Ich bin der Meinung, man kann eine solche Situation als Familie gut so meistern, dass es keine Dramen geben muss. Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass diese Geschichte auch genau das aufzeigt. Dabei wird einfühlsam auf Jendriks Gefühle eingegangen, sodass man sich leicht in ihn hineinfühlen kann.  Es wird aber auch deutlich, wie er sich selbst mit der Situation arrangiert, welche Gedanken er sich darüber macht und wir er sich dabei ein Stückweit weiterentwickelt. Und mit ein wenig Hilfe von Sandor, der seinem Freund mit Rat und Tat und Trost zur Seite steht, finden auch die Erwachsenen einen Weg um mit der Situation umzugehen ohne den Kindern dabei wehzutun. Zwar hat nicht jeder einen Sandor bei der Hand, aber man kann dem Geschehen ja trotzdem ein paar Tips entnehmen, wie man trotz Trennung der Eltern als Familie mit einem solch schwierigen Thema umgehen kann und auch sollte.
Bei all den ernsten Themen kommt aber auch der Spass nicht zu kurz. Sandor ist so clever und gewitzt wie eh und je und steckt voller verrückter, aber kluger Ideen. Eben einfach ein toller Freund für einen Jungen wie Jendrik. Ich habe wieder einige Male über die pfiffige Fledermaus grinsen müssen. Speziell als er Hans’ Wohnung umdekoriert um dem guten Mann auf die Sprünge zu helfen.

Selbstverständlich liest Nicola A. Böll auch die dritte und -wie es aussieht- letzte Folge der Reihe. Er liest munter und hat unverkennbar Spass daran. Eine Reihe verschiedener Stimmen und Sprechweisen für die Charaktere macht das Hören unterhaltsam. Zudem können so sicher auch Kinder gut unterscheiden, wen er gerade zu Wort kommen lässt. Mein persönliches Highlight ist nachwievor sein Zungeschnalzen und Keckern für Sandor. Einfach niedlich! Auch noch in Folge 3!

Das Titellied können Sandor-Fans inzwischen sicher mitsingen, wenigstens den Refrain. Das Lied verrät bereits eine Menge über den kleinen Helden und zeichnet ein liebenswertes Bild von ihm. Mir gefällt es, der Musicalstil ist aber sicher Geschmackssache. Wobei sich Skeptiker mal fragen sollten, bei welchem Kinderhörbuch / Kinderhörspiel sie je ein solch aufwendiges Titellied vorgefunden haben. Mir fällt da spontan keins bzw keine Reihe ein.

Einmal mehr steht Sandor auf dem Cover im Mittelpunkt. Ich finde ich sehr niedlich. Und der Hintergrund mit dem roten Vorhang und dem Zylinder macht zudem neugierig auf die Geschichte.

Fazit:  Ein schöner und unterhaltsamer dritter Teil der Reihe, der sich einiger ernster Theman annimmt. Sie werden kindgerecht behandelt, sodass sich junge Hörer gut hineinversetzen können. Außerdem können sie -und auch Eltern- sich hier ein paar gute Tips für’s richtige Leben mitnehmen. Dank Sandor bleibt aber auch der Spass nicht auf der Strecke und so bekommt man trotz aller Probleme keine tottraurige Geschichte zu hören, sondern eine die Spass und Mut macht.

Sandor (02) – Abenteuer in Transsilvanien

Titel: Sandor (02) – Abenteuer in Transsilvanien / Verlag: Glückschuh Verlag / Spielzeit: ca. 78 min / Buch: Dorothea Flechsig / gelesen von: Nicolas A. Böll

Inhalt: Sandor ist eine sprechende Fledermaus mit einem Knick im linken Ohr. Der Junge Jendrik ist sein bester Freund. Gemeinsam finden sie einen Schatz. – Vom Finderlohn fahren sie nun gemeinsam in den Urlaub. Natürlich in Sandors Heimat: Nach Transsilvanien. Schon die Anreise ist spannend. In Transsilvanien angekommen, beginnt das wahre Abenteuer! Sandor und Jendrik verfolgen einen Dieb. Sie durchstreifen Kirchenburgen, Geheimgänge und dunkle Wälder. Doch dann nimmt ihre Verfolgungsjagd eine überraschende Wendung.


Jendricks Familie tritt den Urlaub in Transsilvanien an. Mit dabei natürlich auch die gewitzte Fledermaus Sandor. Drehte sich die erste Episode noch überwiegend um das Kennenlernen zwischen Jendrik und Sandor und ihre Freundschaft, so spielt hier das titelgebende Abenteuer die größte Rolle. Jendrik und Sandor bekommen es mit bewaffneten Personen und einem weithin gesuchten Dieb zu tun, auf dessen Spur sie sich begeben. Zwischen den zahlreichen Burgen und den finsteren rumänischen Wäldern suchen sie nach ihm. Das ist ausgesprochen spannend und hier und da auch kindgerecht schaurig. Denn mit Sandor ist es immer auch spaßig, so dass der Bogen in Sachen Schauergeschichte nie überspannt wird. So ganz nebenbei lernt man in diese Folge auch eine ganze Menge über Rumänien, seine Geschichte und die Landschaft. Ebenso wird ein Einblick in der Leben vieler Menschen dort gewährt. Sehr schön passig auf die junge Hörerschaft zugeschnitten übrigens: nicht so drastisch wie eine Erzählung für Erwachsene es tun würde, aber in Punkten, mit denen auch Kinder etwas anfangen und woraus sie Schlüsse ziehen können. Geärgert habe ich mich über zwei Aussprüche gegen Anfang. Wieso bitte sind Enten dick und dumm? Und wieso nennt man die freilebenden Hunde Rumäniens eine Plage? Dafür bin ich wohl ein zu großer Tierfreund, um darüber nicht zu “stolpern”.

Natürlich bringt Nicolas A. Böll auch diese Folge zu Gehör. Erneut mit dem unüberhörbaren Spass und einer ganzen Reihe eindeutiger und phantasievoller Stimmen für die Charaktere. Ich muss immer wieder grinsen, wenn er für Sandor mit der Zunge schnalzt und keckert. Goldig!

Wer Sandor aus Folge 1 noch nicht kennt, der hat beim Titellied alle Gelegenheit, sich schon mal einen guten Eindruck von ihm zu machen. Es ist relativ lang und erzählt einiges über den Abendsegler mit dem Knickohr. Den Musical-Stil muss man mögen, aber dann macht er Laune.

Damit seine Kumpels es glauben, lässt sich Sandor am Ende der Geschichte von Jendrik vor transsilvanischer Kulisse fotografieren. Ein solches Bild könnte also auch das Covermotiv sein. Ein vergnügter Sandor vor einer finsteren Burg. Das passt prima zur Geschichte.

Fazit:  Mir hat “Abenteuer in Transsilvanien” noch einen Tacken besser gefallen als die erste Episode. Einfach weil der Fall für Jendrik und seinen flatternden Freund noch eine Spur spannender ist und vor einer schönen, manchmal leicht unheimlichen Szenerie spielt.

Sandor (01) – Fledermaus mit Köpfchen

Titel: Sandor (01) – Fledermaus mit Köpfchen / Verlag: Glückschuhverlag / Spielzeit: ca. 77 min / Buch: Dorothea Flechsig / gelesen von: Nicolas A. Böll

Inhalt: Sandor ist ein großer Abendsegler aus Transsilvanien. Eine sprechende Fledermaus mit einem Knick im linken Ohr. Ganz alleine wohnt Sandor in der hintersten Ecke des Klassenzimmers in einem alten Rollokasten. Genau unter ihm sitzt der Junge Jendrik. Er ist kein guter Schüler und wird oft von seinen Klassenkameraden gehänselt. – Mit ihm freundet Sandor sich an. Gemeinsam lüften sie gleich ein großes Geheimnis. Ein Dieb hat bei der Burgruine eine glitzernde Truhe vergraben! Sandor und Jendrik finden den Schatz und erleben ein turbulentes Abenteuer!


Sandor habe ich eher zufällig auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt. Eine Fledermaus als Freund für ein Kind, das fand ich einfach mal etwas Anderes. Und ich bin sehr froh, den kleinen Flattermann und Jendrik getroffen zu haben. Jendrik erlebt mit Sandor so manches spannende Abenteuer. So finden sie beispielsweise einen echten Schatz! Aber es ist auch die Geschichte von einer turbulenten Freundschaft. Sandor bringt Jendrik in einige verzwickte -und für den Hörer witzige Situationen. Dann wieder hilft Sandor Jendrik in der Schule, und ab und zu ist er sogar ein wenig zickig und eifersüchtig. Über Langeweile kann Jendrik sich jedenfalls nicht mehr beklagen, und auch für den Hörer verfliegen die rund 77 Minuten auf höchst vergnügliche Art und Weise. Besonders gefallen hat es mir, dass Dorothea Flechsigs Geschichte trotz der sprechenden Fledermaus, sonst sehr realitätsnahe ist. In Jendriks Situationen können sich die jungen Hörer sicher leicht hineinversetzen, und das macht das Gehörte greifbar.

Dass die Zeit bei diesem Hörbuch nur so verfliegt, das ist neben der schönen Geschichte auch Sprecher Nicolas A. Böll zu verdanken. Er liest Sandors und Jendriks Erlebnisse wunderbar locker und hat für jeden Charakter -egal ob Mensch der Tier- eine eigene Stimme auf Lager. Ich finde, man hört ihm deutlich an, wieviel Spaß auch ihm diese Geschichte gemacht hat.

Das Titellied wird von Jeanette Friedrich gesungen und man hört ihm an, dass sie uA als Musicaldarstellerin arbeitet. Das Lied geht unüberhörbar in diese Richtung und erzählt von der liebenswerten kleinen Fledermaus.

Auf dem Cover schaut einem Sandor ganz persönlich entgegen. Fröhlich und vergnügt und auch ein wenig verwegen mit seinem Knick im Ohr. Ein niedlicher Kerl, den Kinder sicher mögen werden. Im Booklet findet sich neben Fakten über Dorothea Flechsig, Nicolas A. Böll noch Informationen zur Produktion und ein Ausblick auf Folge 2.

Fazit:  Mir haben Jendriks und Sandors Abenteuer richtig Spaß gemacht. Dank der abwechslungsreichen Geschichte, die von Nicolas A. Böll unterhaltsam erzählt wird, ist die Zeit beim Hören nur so geflogen. Ich freue mich schon auf Sandors zweite Geschichte!

© 2019 Frontier Theme