Flughafen

Benjamin Blümchen (133) – …auf dem Flughafen

Titel: Benjamin Blümchen (133) – …auf dem Flughafen / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 40 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Santiago Ziesmer, Roland Hemmo, Katja Primel ua

Inhalt: Neustadts berühmter Erfinder Eddi Eddison zeigt Benjamin, Otto und Stella auf dem Flughafen die neue Gepäck-Transport-Anlage, die er gebaut hat. Leider stößt Benjamin aus Versehen an das Steuerpult, drückt alle Knöpfe gleichzeitig und es entsteht ein Riesen-Koffer-Chaos. Das müssen die Freunde natürlich schnellstens beseitigen!


Eine Folge, die kaum mehr nach meinem Geschmack sein könnte, alleine vom Titel her schon. Ich liebe Flughäfen und Flugzeuge! Schon alleine deshalb geht die Episode für mich schon in Ordnung, auch wenn Benjamin in Sachen Flugzeuge natürlich schon ganz andere Sachen gemeistert hat als nur so ein Kofferchaos.
Allerdings finde ich die Geschichte auch noch in anderer Hinsicht wirklich sehr ordentlich. Erstens ist Eddie Eddison mit von der Partie, was frischen Wind reinbringt. Er ist in dieser Reihe ja nicht oft zu hören. Außerdem mag ich den netten Erfinder enfach gerne.
Zweitens ist die Handlung trotz des so banal klingenden Problems ganz spannend. Otto darf ein funkgerät benutzen, Benjamin stellt sich wagemutig vor ein Flugzeug, weil am Ende der Bürgermeister gerettet werden muss. All das bringt obendrein noch Tempo in die Geschichte, was mir ebenfalls gefallen hat.
Außerdem weiß Stella hier mal nicht alles (besser), sondern ist sogar motzig, weil Otto ihr vermeintlich vorgezogen wird. Das schadet dem Mädel mit Sicherheit keinen einzigen Deut.
Und dann ist da noch Flughafenchef Zehdorn, der so seine Nöte mit seinem neuen Flughafen hat. Unter Anderem mit einer Brandschutzverordnung. Da dürften erwachsene Hörer schmunzeln 😉
Auszusetzen habe ich nur Kleinigkeiten. Beispielsweise, dass die Arme von Eddies Gepäcksortiermaschine so beharrlich “Ärmchen” genannt werden. Kommen die jungen Hörer ab 3 Jahren mit dem Begriff “Arm” nicht klar, oder was? Und dann: ein folierter Bürgermeister? Schon etwas albern, oder?

Wie schon erwähnt, freue ich mich immer über Auftritte von Eddie Eddison. Ich mag Santiago Ziesmers Stimme für ihn super gerne. Gerald Schaale gibt einen herrlich gestressten Zehdorn. Und Roland Hemmo darf sich einmal mehr als Bürgermeister durch die Geschichte wettern. Nadine Pasta hat genau die richtige ruhige und sonore Stimme für die Flughafenangestellte.

Musikalisch ist hier neben den Titellied nichts zu holen, dafür konnte die Geräuschkulisse bei mir punkten. Es ist schon seltsam, dass man für die Reihe durchaus authentische Flughafengeräusche auftreiben kann, aber an Ziegengemecker scheitert es offenkundig, wie in der gesterigen Rezi nachzulesen ist.

Das Covermotiv zeigt die Freunde bei der Arbeit am Gepäck. Eine schöne, gut gewählte Szene, die toll zum Titel passt.

Fazit: Bis auf ein paar Kleinigkeiten eine überraschend gelungene neue Folge! Spannend, turbulent und lernen kann man auch etwas. Und ältere Hörer dürften ebenfalls ihren Spass dran haben.

Lego City (11) – Flughafen – SOS über den Wolken

Titel: Lego City (11) – Flughafen – SOS über den Wolken / Verlag: Universum Film / Spielzeit: ca. 55 min / Sprecher: Anne Moll, Christian Stark, Ben Hecker, Gerlinde Dilge, Jens Wendland ua

legocity11Inhalt: Große Aufregung am Flughafen von Lego City. Die Juwelen der berühmten Operndiva Marina Cassler sind verschwunden. Und das im Flugzeug mitten in der Luft. Auch Eddie Dix von den Lego City News und Nachwuchsreporter Max sitzen in der Maschine. Ebenfalls an Bord: Piratenkapitän Blei, der von Kommissar Funkel in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll. Hat er etwas mit dem Diebstahl zu tun? Oder steckt jemand ganz anderes dahinter? Eddie und Max sind der Lösung auf der Spur. Doch dann kommt es hoch über den Wolken zum großen Knall.


Eben noch auf hoher See, nun schon hoch in der Luft. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen der vorigen Folge und dieser. Der in der “Küstenwache”-Folge festgenommene Piratenkapitän Blei spielt auch in dieser Folge eine Rolle. Er soll in ein anderes Gefängnis überführt werden. Doch er ist nicht die einzige Gefahr, die mitfliegt. Schon durch die ausführliche Vorstellung der Opensängerin und ihrem Lakaien, wird klar, dass auch sie eine große Rolle spielen werden. Denn bei den beiden dreht sich jedes zweite Gespräch um die Juwelen der Diva.
So darf man gespannt sein, wie der Überführung von Blei über die Bühne geht und was zweitens noch mit den Juwelen geschehen wird.
Mir hat es gut gefallen, dass diese beiden Fälle zunächst quasi nebeneinander verlaufen. Jeder ist für sich interessant, was vor allem den etwas schrägen Charakteren zu verdanken ist. Doch irgendwann treffen beide Handlungsstränge zusammen und dann ist über den Wolken so richtig der Teufel los. Eddie und Max müssen sich dabei ganz neuen, aufregenden Herausforderungen stellen. Und letztlich scheint einer der Fälle glatt verloren, was für ein turbulentes Finale sorgt.
Ein kleiner Wermutstropfen war für mich allerdings die Opernsängerin. Da hat mir der kleine Jonathan aus der Seele gesprochen. Diese überspannte Künstlerin kann einem ganz schön auf die Nerven gehen mit ihrem “Gesang”.

Wenn sie nicht singt, dann spricht und meckert Frau Cassler. Und zwar mit der Stimme von Gerline Dilge, die sie hochmütig und affektiert klingen lässt. So entsteht ein gutes Bild von dieser Person. In Sachen Arroganz steht ihr Jonathans Vater kein Stück nach. Auch Jens Wendland hat diesen Ton bestens auf Lager. Ich fand es schön, nochmal von Ben Hecker alias Kapitän Blei zu hören. Ich mag es seine tiefe und brummelige Stimme gerne. Als Pilotin ist Anne Moll mit von der Partie. Ihr ist es gelungen, dass ich der Pilotin anfangs nicht recht über den Weg getraut habe. Das hat für mich nochmal für Spannung gesorgt.

Dieses Mal gibt es neben dem Titellied noch ein paar weitere kurze Musikstücke zu hören, die vor allem den spannenden und dramatischen Szenen zum Ende hin noch etwas mehr Nervenkitzel verleihen. Die Geräusche vermitteln ein glaubhaftes Bild vom Geschehen. So hat man zB den Flughafen und das Flugzeug schnell vor Augen.

Das Covermotiv verspricht eine aufregende Geschichte. Einmal mehr sind die wichtigsten Elemente zu sehen. Im Gegensatz zur vorigen Folge wird dieses Mal aber nicht allzu viel über die Geschiche verraten. Zusammenhänge zwischen den Figuren lassen sich so jedenfalls noch nicht vermuten.

Fazit:  Erneut eine sehr spannende Folge, in der es ein Wiederhören mit Piratenkapitän Blei gibt. Aber er ist nicht die einzig markante Figur, die in dieser Geschichte für Tempo und Witz sorgt. So wird es niemals langweilig.

Rezension – Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick (Jennifer Smith)

Hadley könnte sich wirklich etwas Schöneres vorstellen, als auf der Hochzeit ihres Vaters Brautjungfer zu spielen. Dass sie dann allerdings ihr Flugzeug verpasst und erst einmal auf dem überfüllten New Yorker Flughafen festsitzt, hat sie dann doch nicht gewollt. Und genauso wenig hatte sie vor, sich ausgerechnet hier unsterblich zu verlieben: in den Jungen mit den verwuschelten Haaren und dem Puderzucker auf dem Hemd, der wie sie nach London muss. Hadley bleibt genau eine Fluglänge Zeit, um sein Herz zu gewinnen …

Die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Gibt es sie? Oder ist sie ein Mythos? Die siebzehnjährige Hadley jedenfalls hat mit der Liebe nichts am Hut als sie am New Yorker Flughafen ihre Maschine verpasst und auf die nächste warten muss. Vor einiger Zeit hat ihr Freund mit ihr Schluss gemacht, und der Vater hat die Familie vor einigen Jahren verlassen um auf einem anderen Kontinent mit einer neuen Frau zu leben.
Entsprechend unzufrieden, wütend und geradezu verstockt lernt man Handley dann auch kennen.
Mir ist es anfangs schwer gefallen, mit ihr warm zu werden. Einfach weil ich ihre Einstellung für eine Siebzehnjährige als richtiggehend ungesund empfunden habe. Für welchen Teenager ist das Thema “Liebe” schon ausschließlich negativ behaftet? Zudem müsste sie in ihrem Alter eigentlich wissen, dass an der Trennung der Eltern sicher nicht nur eine Partei die Schuld trägt, und dass sich in solch einer Situation nicht alles um die Kinder dreht. Etwas weniger Egoismus hätte ihr in meinen Augen gut zu Gesicht gestanden.
Glücklicherweise lernt sie dann jedoch Oliver kennen, für den sie -zu ihrem eigenen Erstaunen- vom ersten Moment an Feuer fängt. Den beiden bleibt allerdings  zunächst nur die Warte- und Flugzeit um sich besser kennenzulernen und einander näher zu kommen. Ein paar Stunden also nur.
Es ist sehr schön zu verfolgen, wie sich Hadley in dieser Zeit langsam, nach und nach, immer mehr öffnet.Wie ihre ablehnende Haltung gegenüber allem, was nur entfernt mit Gefühlen zu tun hat, sich allmählich wandelt. Dies geschieht einzig durch die Gespräche mit Oliver, der einige Dinge genauso sieht wie Hadley, andere wieder nicht, und der zudem manchen Spass auf Lager hat. So einen nett-verrückten Kerl muss man einfach mögen, auch als Leser.
Ganz kann er Hadley aber doch nicht mit dem Thema veröhnen. Ihr Groll gegenüber ihrem Vater wird sie trotz Oliver nicht ganz los. Das ist in diesem Moment gut so. Denn dadurch, dass sie auch jetzt nicht alles nur noch durch die rosarote Brille sieht, wird dem drohenden Kitsch Einhalt geboten. Übrig bleibt eine sehr schöne, gefühlvoll beschriebene Zeit auf dem Flughafen und im Flugzeug, die ich gerne mit Hadley und Oliver verbracht habe. Hier und da gibt es zwar durchaus romantische Szenen, aber auch die fallen angenehm kitschfrei aus.Teenagermäßig sehnsuchtsvoll darf aber bei einem Buch für diese Altersklasse aber ruhig mal zugehen.
Auf dem Flughafen in London verlieren die beiden sich aus den Augen, und jeder fährt zu seiner Familienfeier.
Mir hat es gefallen, dass sich mit Hadleys Gefühlen für Oliver auch ihre Sichtweise auf die Hochzeit und ihren Vater verändert hat. Obendrein schlagen ihr auf der Hochzeit auch noch pure Herzlichkeit und Verständnis entgegen.
Diesen “Bruch” finde ich ganz klug. So dreht sich die Story nicht nur um Hadleys und Olivers Liebe, sondern wendet sich auch der Liebe anderer Charaktere zu und zeigt auf, welche Gesichter sie noch haben kann. Beispielsweise zwischen Hadleys Vater und seiner Frau, aber auch zwischen Kindern und ihren Eltern. In diesem Teil der Geschichte fällt Hadleys Schilderung zwar deutlich sensibler aus, trotzdem tropft der Kitsch nicht zwischen den Seiten hervor. Es kann aber leicht passieren, dass es den Leser zu Tränen rührt 😉
Wie es mit Hadley und Oliver weitergeht bzw wie sich die Geschichte entwickeln wird, ist zwar leicht zu erahnen, aber immerhin werden ihnen noch einige Steine in den Weg gelegt. So wird es nicht langweilig, sondern ist mal turbulent, mal spannend und auch mal traurig. Ein Verlauf also, der bei Laune hält.

Deshalb konnte ich das Buch -einmal angefangen- auch nicht mehr aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch gelesen. Ich wollte einfach wissen, ob sie einander noch kriegen. Und wenn ja, wie das ablaufen würde. Hadleys jugendliche Erzählweise mit dem oft bissigen Humor hat mir das Lesen zusätzlich erleichtert.

Ich muss sagen, mir gefällt die Aufmachung des Buches sehr. Der Schutzumschlag hat eine rauhe Struktur und wirkt beim Anschauen und Darüberstreichen fast wie ein Stoff. Zudem glänzt er. Das Motiv selbst ist kaum mehr als ein Schatten, eine Andeutung, die Hadley auf ihrem Platz am Fenster im Flugzeug zeigt, einen Kaffeebecher in der Hand. Das Buch selber ist in exakt dem gleichen Stil gehalten. Ein Lesebändchen gibt es natürlich auch!

Fazit: Mir hat “Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick” prima gefallen. Eine sehr schöne, gefühlvolle Liebesgeschichte, die insbesondere durch die begrenzte Zeit der beiden Hauptcharaktere reizvoll ist. Zudem ist Hadleys allmählicher Sinneswandelt gut und glaubhaft dargestellt, was zu einer Schilderung der Hochzeit führt, die man anfangs niemals so erwartet hätte.


Titel: Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick
Autor: Jennifer Smith
Seiten: 224
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN: 978-3551582737

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