Folgenreich

Mark Brandis (28) – Die Zeitspule (Teil 2 von 2)

Titel: Mark Brandis (28) – Die Zeitspule Teil 2 von 2 / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 49 min / Sprecher: Michael Lott, Dorothea Anna Hagena, André Beyer, Oliver Rohrbeck ua

brandis28-3Inhalt: Das zweite Artefakt des Ikarus ist nicht weniger gefährlich als das erste. Mark Brandis versucht, die Initiative zurückzugewinnen, während er gleichzeitig um das Leben seiner Frau Ruth fürchten muss. Als er und Iwan Stroganow zu Fuß aufbrechen, um eine Versuchsanlage im antarktischen Eis zu finden, geraten sie zwischen die Fronten einer erbittert geführten Auseinandersetzung.


Der zweite Teil setzt nahtlos an den ersten an. Man erfährt mehr darüber, was die Zeitspule kann und sie stellt sich als eine Chance für Brandis heraus, seinem Auftraggeber Assante ein Schnippchen schlagen zu können. Nachdem man diesen im ersten Teil als ganz schön clever und gerissen kennengelernt hat, hatte ich allerdings meine Zweifel, ob das tatsächlich klappen kann.
Vordergründig muss Mark Brandis natürlich weiterhin so tun als verfolge er den Auftrag, der -sollte er misslingen- sein eigenes Leben und auch das seiner Frau Ruth gefährdet. Somit bleibt es spannend. Man wird nie das Gefühl los, dass Brandis dieser Sache und Assante nicht gewachsen ist. Das hat doch mal was, wo er sonst dauernd Herr jeder Lage ist.
Auf einer verlassenen Forschungsstation in der Antarktis kommt es schließlich zum finalen Showdown. Ein grausiger Ort dafür. Minus 18 Grad, einer meiner persönlichen Albträume. Dort hat ein alter Bekannter einen weiteren Auftritt. Ehrlich gesagt, kann ich den Namen inzwischen kaum noch hören. Bitte, gebt Brandis doch noch einen weiteren ewigen Widersacher. Der hier lockt zumindest mich nicht mehr hinter dem Ofen hervor.
Dafür war ich von der Folter-Szene angetan. Klasse, richtig gut, da sträubt sich einem das Fell und man krümmt sich ganz automatisch zusammen als fühle man die Schmerzen ebenfalls. Außerdem sorgt sie für Entsetzen, weil man sich Brandis, sollte er es überleben, so verstümmelt natürlich nicht vorstellen kann. Ein gewitzter Dreh löst diese Sitation letztlich auf und für Erleichterung beim Fan des Vormanns samt allen seinen Beinen und Armen

Mensch, was kann Michael Lott schmerzerfüllt und gequält brüllen! Ohne diesen Einsatz wäre die erwähnte Folterszene weit weniger beeindruckend. Eine große Rolle spielt hier Iwan Stroganow, gesprochen von Martin Wehrmann, der mit fester und energischer Stimme ein gutes Bild von Brandis Getreuen vermittelt. Auf ihn ist Verlass, der hört man stets heraus. André Beyer gelingt es weiterhin, Assante so undurchsichtig wirken zu lassen, dass man aus ihm nie schlau wird.

Musik- und Geräuschkulisse zeigen sich weiterhin von ihrer besten Seite. Imposante Stücke wechseln sch mit ruhigeren Klängen ab und erzeugen dabei gekonnt die für die Szenen nötige Atmosphäre. Ein dickes Lob an dieser Stelle für das Geräusch des Folterwerkzeugs!

Eine Eishöhle und Schnee. Weniger Weltraum und Raumschiff geht kaum. Ich mag dieses Motiv trotzdem, zumal durch die Blautöne die Kälte gut veranschaulicht wird, die in der Höhle herrscht. Die geheimnisvoll leuchtende Tür gibt dem Betrachter Rätsel auf.

Fazit:  Das Phantastische, das mit der Zeitspule ins Spiel gebracht wurde, tritt hier wieder zurück und macht einer spannenden und abenteuerlichen Geschichte Platz, die in einem dramatischen Finale gipfelt. Im direkten Vergleich hat mir Teil 2 besser gefallen, weil es hier nicht so ruhig zugeht wie im ersten Teil. Ich sag’s ja: diese Doppelfolgen kommen eben doch etwas schwer in die Pötte ;)

Mark Brandis (28) – Die Zeitspule (Teil 1 von 2)

Titel: Mark Brandis (28) – Die Zeitspule Teil 1 von 2 / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Michael Lott, Dorothea Anna Hagena, André Beyer, Oliver Rohrbeck ua

brandis28-1Inhalt: Die Hungersnot ist noch nicht gebannt. Mit strengen Rationierungen versucht Zentralregierung der Union, die Situation unter Kontrolle zu behalten. Die Raumnotretter sind mangels Ressourcen handlungsunfähig. Mark Brandis ist seinem ehemaligen Vorgesetzten John Harris auf die Venuskolonie gefolgt. Doch dann bringt ein skrupelloser Entführer Brandis in seine Gewalt und schickt ihn auf die Jagd nach einem Schatten aus der Vergangenheit.


Nach einer Pause in dieser Hinsicht wird die Reihe nun wieder mit einer Folge in zwei Teilen fortgesetzt. Da mir diese Episoden oft zu schwer in die Gänge kommen, bin ich davon kein großer Fan. Ich weiß aber, dass viele Fans auf diese Folgen stehen. Die werden sich bestimmt freuen.
Ich muss aber zugeben, dass “Die Zeitspule” meine bisherige Einschätzung der Doppelfolgen nicht bestätigt. Hier startet man direkt mit einer erschreckenden Szene, die einem vor Augen führt, wie es um die Welt und die Menschen steht.
In einer Unterhaltung zwischen Brandis und Harris wird dies kurz darauf ebenfalls thematisiert. So ist man schnell wieder auf Stand was die Auswirkungen der Ikarus-Katastrophe betrifft.
Als Brandis bald danach entführt und vor eine gefährliche Herausforderung gestellt wird, ist der Grundstein für die Geschichte um die Zeitspule gelegt. Im weiteren Verlauf der Folge erlebt man Brandis mal anders als man ihn bisher kannte. Die Aufgabe, die ihm gestellt wird, widerstrebt seinem ehrlichen und stets aufs Gute bedachte Wesen zutiefst. Wenn er nicht gleich mehrere Menschen in Gefahr bringen will, muss er für die “Bösen” arbeiten. Das fand ich ganz reizvoll, zumal Brandis dazu sonst niemals zu bewegen gewesen wäre. Und dass niemand von seiner Mission erfahren darf, sorgt für zusätzliche Würze. Dieses doppelte Spiel macht den Großteil der Spannung dieser Folge aus, was ihr zum Glück gut gelingt. Denn Action, die das im Zweifelsfalle hätte auffangen können, sucht man hier vergebens.
Zum Ende hin kommt endlich die Zeitspule ins Spiel. Zweifelsfrei eine coole Idee, aber ganz schön phantastisch , selbst für die Verhältnissse dieser Serie. Ich würde sie aber gerne mal ausprobieren. Sei es um unbemerkt an 12 Stunden Schlaf mehr als üblich zu kommen, oder um einem Stein zu lauschen, der Zeuge eines historischen Ereignisses war.

Mark Brandis im Auftrag der Bösen, das muss man natürlich auch hören. Michael Lott lässt Brandis ja häufig ausgesprochen emotional klingen. Hier darf er in dieser Hinsicht aus dem Vollen schöpfen. Da hört man die Verzweiflung aus jedem Satz heraus. Gelacht habe ich über Peter Groeger in der Rolle des Bibliothkars, den er sehr gemütlich und geradezu tiefenentspannt klingen lässt. Und das dem aufgebrachten Brandis gegenüber! Herrlich!
André Beyer sorgt mit gefährlich ruhiger Stimme und einem undurchsichtigen Ton dafür, dass man aus Leonardo Assante bis zuletzt nicht schlau wird. Womöglich bringt Teil 2 Licht in dieses Dunkel?

Der Soundtrack präsentiert sich futuristisch wie eh und je. Dabei kommen sowohl rasante, als auch ruhigere Stücke zum Einsatz. Ganz wie es die jeweiligen Szenen erfordern. Die Geräuschkulisse muss sich ebenfalls nichts vorwerfen lassen. In dieser Hinsicht lässt die Reihe niemals etwas anbrennen.

Auf dem Cover ist dieses Mal kein Raumschiff (jedenfalls nicht von außen) oder das Weltall zu sehen. Stattdessen hockt eine männlichen Gestalt vor einem unidentifizierbaren Gegenstand. Da fragt man sich berechtigterweise, was das für ein Teil ist. Auf mich wirkt die Gestalt zudem noch sehr einsam und verlassen. Als stände sie vor einer Herausforderung, bei sie auf niemandes Hilfe hoffen kann. Das würde gut zu Brandis’ Situation in der Geschichte passen.

Fazit:  Dieser erste Teil läutet die Handlung um die Zeitspule gut ein. Seine Spannung zieht er vor allem aus der auswegslosen und gefährlichen Situation, in die Mark Brandis gerät. Zum Ende hin wird es dann -selbst für die Verhältnisse dieser Science Fiction-Reihe- ganz schön phantastisch. Mit einer sehr reizvollen Idee, wie ich finde.

 

Mark Brandis Raumkadett (02) – Verloren im All

Titel: Mark Brandis Raumkadett (02) – Verloren im All / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 57 min / Sprecher: Daniel Claus, Michael Lott, Leyla Rohrbeck, Sebastian Kluckert, ua

brandisjunior02Inhalt: Endlich ist es soweit: Der junge Mark Brandis ist in den ersten Jahrgang der neuen Astronautenschule aufgenommen worden! Er freut sich darauf, neue Freunde zu finden und Abenteuer zu erleben. Doch für die neuen Kadetten wird alles anders, als sie es sich vorgestellt hatten: statt erst einmal monatelang zu büffeln, sollen sie schon am ersten Tag in den Weltraum! Und das Abenteuer kommt schneller, als sie gedacht haben.


Nachdem mich Folge 1 nicht allzu sehr beeindrucken konnte, habe ich Folge 2 mit gemischten Gefühlen in den Player geschoben.
Was soll ich sagen? Kurz und gut: die Episode war für mich eine echt positive Überraschung!
Genauso habe ich mir den Start von Brandis Karriere vorgestellt. Mit einer echten Ausbildung, mit Lernen und gleichaltrigen “Schulkollegen”. Natürlich ist ales drum herum vor allem am Anfang ein wenig geheimnisvoll, aber in Maßen. Gerade genug um den Hörer neugierig zu machen. Und etwas Geheimnisvolles passt in solch eine Geschichte immer gut hinein.
Doch kaum an ihrem Ausbildungsort angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Mark und seine neuen Freunde stehen unvermittelt vor einer echten Herausforderung. Das ist spannend, da ist Tempo drin und es kommt gut rüber, wie die Jugendlichen im Team zusammenarbeiten. Erfreulicherweise lässt die Handlung niemanden als den großen Helden dastehen. Alle sind wissensmäßig so ziemlich auf dem gleichen Stand. So geht es fair zu. Ich hätte auch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, wenn Mark nun bereits in dieser Folge als der strahlende Held der Geschichte dagestanden hätte. Bei einer Beurteilung wird er zwar gelobt, bekommt aber auch einen deutlichen Ratschlag an die Hand. So sollte es für mich sein. Immerhin ist er erst in der Ausbildung und Lehrjahre sind bekanntlich keine Herrenjahre.

Daniel Claus als junger Mark Brandis hat mir in dieser Folge besser gefallen als im Erstling. Er klingt eine ganze Spur lockerer, was gut zu einem Teenager seines Alters passt. Friedel Morgenstern und Leyla Rohrbeck habe ich ebenfalls gerne gelauscht. Schön, dass es auch Mädchen in der Ausbildung gibt. Noch dazu solche, mit denen man schnell Freund wird. Ich würde mich freuen, wenn Marks Freunde auch in den folgenden Geschichten mit dabei wären.

Auch in der zweiten Episode hält sich der Soundtrack eher zurück. Mit dem der Reihe um den erwachsenen Mark Brandis ist das nicht zu vergleichen. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass eine solch imposante Untermalung hier fehl am Platze wäre. Die Kinderschuhe des späteren Soundtracks klingen aber dennoch klar nach Science Fiction. Und Tempo und Spannung helfen sie ebenfalls auf die Sprünge. Was will man also mehr?

Das Covermotiv präsentiert sich dieses Mal finsterer als beim Erstling der Reihe. Und mit den Lichtspielereien kommt auch etwas Geheimnisvolles mit dazu. Da fragt man sich leicht, was Mark in dieser Geschichte erlebt. Und welche Rolle das Mädchen im Vordergrund spielt.

Fazit:  Mir hat “Verloren im All” deutlich besser gefallen als der Vorgänger. Endlich ist Mark kein Held mehr, sondern schlichtweg in der Ausbildung zum Raumfahrer. Sein erstes Abenteuer ist spannend, temporeich und das Teamwork unter den Freunden kommt angenehm unaufdringlich rüber. Wenn es so weitergeht, dann könnte ich mich mit der Serie doch noch anfreunden.

Mark Brandis Raumkadett (01) – Aufbruch zu den Sternen

Titel: Mark Brandi Raumkadett (01) – Aufbruch zu den Sternen / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Daniel Claus, Horst Stark, Tanya Kahana, Sarah Alles ua

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Inhalt: Alexander Münster ist der erste Mann auf der Venus. Flotten von Raumschiffen sind unterwegs, um den Planeten zu erforschen und zu besiedeln. Der junge Mark Brandis hat einen Traum: er will Raumfahrer werden! Doch als er eine Dummheit begeht und in ein geheimes Astronauten-Ausbildungszentrum einbricht, schwinden seine Chancen. Und so macht er sich als blinder Passagier an Bord eines Raumfrachters auf den Weg zur Venus.


Als ich von dieser neuen Reihe hörte, habe ich mich spontan gefragt: warum?  An wen will man sich damit richten? An die Fans des erwachsenen Mark Brandis, weil die Romanvorlagen von dessen Abenteuern sich allmählich dem Ende zuneigen? Oder an jüngere Science Fiction – Fans um generell neu Hörer zu gewinnen? Bei den erwachsenen Fans bin ich nicht sicher, ob sie sich auf einen Teenie-Brandis einlassen können. Bei jüngeren Hörern bezweifle ich, dass der Titel “Mark Brandis Raumkadett” ausreichend zieht um sie zu begeistern.
Ich höre die regualäre Reihe ganz gerne und ich war durchaus neugierig, wie die Karriere des Vormann Brandis verlief. Außerdem bin ich für Jungendgeschichten immer zu haben.
Den Anfang der Folge fand ich ganz in Ordnung. Der junge Mark Brandis wirkt sympathisch und man nimmt ihm seine Begeisterung für die Raumfahrt leicht ab. An seiner Seite ist zunächst ein aufgewecktes Mädchen, in das er ziemlich verschossen ist. Ihr kleines Abenteuer ist ganz spannend anzuhören. Allerdings fand ich den weiteren Verlauf dann nur noch mäßig spannend. Alleine schon deshalb, weil man -kennt man die normale Reihe um Mark Brandis- ja bereits weiß, dass er irgendwann an sein Ziel gelangen wird. Dabei kann es auch mal holprig laufen, natürlich, aber grundsätzlich ist klar, dass es letztlich klappen wird. Zudem habe ich immer meine Probleme damit, wenn so ein Jungspund zum Retter aller wird. Eine Truppe ausgebildeter Raumfahrer und Wissenschaftler, aber am Ende ist es ein Junge mit Träumen und Flausen im Kopf, der für sie die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Man sollte jedem Raumschiff ein solches Bürschchen als Standardausrüstung zugestehen. Hier und da eins auf den Deckel (verbal natürlich) hätte ich mir doch gewünscht. Und Anlass hätte es gegeben.

Daniel Claus übernimmt den Part des jungen Mark Brandis und macht seine Sache gut. Ab und zu kommt er mir zwar etwas zu übereifrig und bemüht vor, aber insgesamt fällt es kaum ins Gewicht. Er vermittelt ein sympathisches Bild von Mark, so dass man sich bald mit ihm anfreundet. Als Marks Freundin Nina ist Sarah Alles zu hören, die mir mit ihrem energischen und munteren Ton prima gefallen hat. Schade, dass man nur anfangs von ihr hört. Als Erzähler ist natürlich Michael Lott zu hören, also der Sprecher des erwachsenen Brandis. So wirkt solch ein Rückblick auf die Jugend sehr glaubhaft.

Musikalisch hält man sich -im Vergleich zu erwachsenen Reihe- eher bedeckt. Ich habe das als ausgesprochen passend empfunden, denn schließlich hört man hier von Mark Brandis’ Aufbruch zu den Sternen. Da muss es nicht gleich klingen wie in einem SiFi-Epos. Nichtsdestotrotz sind natürlich verschiedene Stücke zu hören, die der Stimmung ihrer Szenen sehr schön Rechnung tragen. So ist durchaus für Atmosphäre gesorgt. Quasi die Kinderschuhe des späteren Soundtracks.

“Aufbruch zu den Sternen” lautet der Titel. Dem Covermotiv zufolge ist der junge Mark Brandis dort bereits angekommen. Somit finde ich das Motiv nicht so ganz passend. Aber neugierig macht es auf jeden Fall und Science Fiction – Fans dürfte es schnell ansprechen. Schön, dass man sich vom Stil her an dem der erwachsenen Reihe orientiert.

Fazit:  Ich weiß immer noch nicht so wirklich, warum es eine Reihe um einen jugendlichen Mark Brandis geben muss. Zudem ist es für mich immer problematisch, wenn es inmitten echter Experten und Könner plötzlich einen jungen Bengel braucht um das Ruder nochmal rumzureißen. Langweilig ist die Story aber nicht, das wäre gelogen. Und der junge Mark Brandis kommt auch ganz sympathisch rüber. Ich warte mal ab, was Folge 2 bringt.

Porterville – Staffel 2 – Folgen 07 – 12

Titel: Porterville – Staffel 2 – Folgen 07 – 12 / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 11 Stunden / Sprecher: Jürgen Thormann, Udo Schenk, Charles Rettinghaus, Gordon Piedesack, Martina Treger

porterville02Inhalt: Transfer beendet, verkündet die Computerstimme aus den beiden Lautsprechern, und mit einem hellen Piepton schaltet sich der Außenmonitor wieder ein. Doch da draußen ist … nichts.
Nichts außer dichten, weißen Schwaden.
Keine Welt. Kein Sein. Nur Nebel.


Weiter geht es mit der Mystery-Reihe um Porterville. Auch die zweite Staffel umfasst wieder sechs Gechichten um diese seltsame Stadt. Eigenartigerweise konnte ich alle sechs Geschichten nur über den PC hören. Drei weitere Abspielgeräte verweigerten mir in Summe ganze drei Geschichten. Falls das Absicht ist, dann verstehe ich diesen Gag nicht wirklich. Vielleicht soll es das Mysteriöse der Reihe unterstreichen…?
Nachdem ich von der ersten Staffel nur so halbwegs angetan war, hat mir Staffel 2 nun eine ganze Spur besser gefallen. Hauptsächlich, weil ich den Eindruck hatte, dass die Grundlagen in Staffel 1 gegeben wurden und Staffel 2 nun bereits eine gewisse Entwicklung zeigt. In dem Sinne, dass man  Ereignisse und Personen aus der ersten Staffel hier wieder antrifft, in ganz anderen Geschichten, die sich thematisch um andere Dinge drehen.  So erweitert sich das Bild von Porterville und hier und da gab es sogar mal den einen oder anderen Moment, an denen ich ein winzig kleines Aha-Erlebnis hatte. Denke ich jedenfalls, ich traue es der Reihe aber auch zu, dass sie mich komplett an der Nase herumführt.
Jedenfalls hat mich dieses Wiederhören einiger Figuren und das Zurückgreifen auf Vorkommnisse in Geschichten der ersten Staffel hier bei Staffel 2 deutlich eher bei Laune gehalten. Immerhin möchte man ja wissen, wie sich die Story um diese geheimnisvolle Stadt weiterentwickelt. Und natürlich hofft man stetig darauf, dass sich irgendwann ein klareres Bild davon einstellen wird. Ein paar interessante Details um die Stadt bekommt man hier auch an die Hand, und sie zeugen zweifelsohne vom Ideenreichtum der Autoren.
Die düstere Stimmung ist auch in Staffel 2 erhalten geblieben und zieht sich durch alle sechs Geschichten. Bei mir hat das einen zwiegespaltenen Eindruck hinterlassen. Wenn zB das Aussehen der Stadt beschrieben wird, oder auch die Technik, mit der hier gearbeitet wird, dann ergibt das ein Bild, das mir eigentlich sehr entgegenkommt. Schön modern. Andererseits hört man unverkennbar heraus, dass diese Stadt alles andere als eine schillernde Metropole ist. Eine gewisse Unschlüssigkeit hinterlässt die Reihe also auf jeden Fall. Aber dies wird ja sicher noch nicht die letzte Staffel gewesen sein. Ich bin gespannt, welche Abgründe sich in Zukunft in der Reihe noch auftun werden und wie letztlich alles zusammenhängt.

Die Geschichten werden gelesen von Charles Rettinghaus, Udo Schenk, Gordon Piedesack, Jürgen Thormann und Martina Treger. Bei diesen Namen hat man hinsichtlich der Sprecher durchweg nichts zu befürchten. Sie fangen die Stimmung ihrer Erzählungen spielend ein und wissen, wie man den Hörer mit wenigen Sätzen für sich einnimmt und ihnen ein Bild der einzelnen Figuren vermittelt. Sehr verschiedene Figuren übrigens, was mir besonders gefallen hat.

Auch die zweite Staffel ist schick eingekleidet in Digipak und einen Schuber. Das Covermotiv gewährt einen düsteren Blick in eine von Portervilles Gassen, was einem schon beim ersten Anblick eine Vorstellung von der Stadt mitgibt. Auf den Seiten des Digipaks findet man wie gehabt kurze Einblicke in die einzelnen Geschichten, die zwar nicht wirklich viel verraten, aber doch neugierig machen.

Fazit: Mir hat diese zweite Staffeln besser gefallen als die vorige, zumal ich den Eindruck hatte, dass sich die Story durchaus bereits weiterentwickelt. Bekannte Figuren tauchen wieder auf und werden näher beleuchtet, es wird auf gewisse vorige Ereignisse Bezug genommen und darauf aufgebaut. Es ergibt sich also allmählich ein Bild von Porterville. Kein eindeutiges, versteht sich. Aber ich denke, das wird. Und bis dahin wissen die Geschichten mit vielfältigen Ideen zu überraschen.

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