Dorian Hunter (24) – Amsterdam

Titel: Dorian Hunter (24) – Amsterdam / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Herman van Ulzen, Lutz Riedel ua

hunter24Inhalt: Im Haus des Antiquitätenhändlers Thören Rosqvana hoffte Dorian Hunter den goldenen Drudenfuß zu finden das einzige Mittel gegen den Dämonendrilling. Doch der Fund erwies sich buchstäblich als Illusion, und im Kampf gegen den Vampir starb Dorians väterlicher Freund Norbert Helnwein. Rosqvanas Kopf wurde vom Körper getrennt und lebt eigenständig weiter. Dorian kann ihn nicht töten, denn Rosqvana ist der Einzige, der weiß, wo sich der echte Drudenfuß befindet und die Reise nach Amsterdam beginnt.


Wer mit der Bahn fährt, der kann etwas erleben! Erst recht, wenn man mit Hunter, Cohen und Co., sowie mit einem Kopf in einer Reisetasche unterwegs ist. Und wenn ihnen ihre Widersacher bereits auf den Fersen sind. Dann wird es eine ganz spezielle, spannende Bahnfahrt mit dem einen oder anderen blutigen Zwischenfall. Es ist schon arg schräg, wenn man sich das Geschehen mal bildlich vorstellt. Aber das macht eben auch den Reiz aus.
In Amsterdam angekommen bleibt man dieser Linie treu, doch mischt hier noch ein gehöriger Schuss Grusel mit. Dieser Teil der Geschichte lehrt auf schauderhafte Weise, dass man in Amsterdam vielleicht besser die Finger von Experten auf dem Gebiet der Schönheitschirurgie und Transplantation lassen sollte. Nicht, dass man mit zwei Köpfen aufwacht, wie so mancher Patien von Red Jong. Seine Geschöpfe werden schön anschaulich beschrieben, da kann einen schon mal eine Gänsehaut überkommen. Und selbst der Doktor ist für ein Schaudern gut.
Ich kann mich an keine Hunter-Folge erinnern, bei der ich trotz aller Spannung und allem Grusel so viel gelacht habe wie hier. Am meisten natürlich über Cohens bösen Humor und die bissigen Dialoge, die er mit Hunter, dem Arzt oder auch Chapman führt. Aber auch über einige Szenen, die ich einfach lustig fand. Ich kann zB über die Vorstellung eines sprechenden Kopfs in einer Tasche prima lachen. Oder über Chapmans Gequatsche als er sich den Ratten gegenübersieht

Mit Jürgen Kluckert als Ndoyo hatte ich so meine Probleme. Ich hatte zwar sofort ein Bild vor Augen, von einem großen, bulligen Mann, vielleicht geistig nicht ganz so flott wie andere, aber eigentlich doch ganz in Ordnung. Leider habe ich aber gleichzeitig immer Benjamin Blümchen vor mir gesehen, so leid es mir ja tut. Den holländischen Akzent mag ich an sich sehr gerne, bei Herman van Ulzen alias Red Jong klingt er aber ganz schön böse. Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist.

Wie gewohnt wird auch diese Folge wieder von einem sehr stimmigen Soundtrack begleitet, der der Geschichte zusätzlich Atmosphäre verleiht. Düster, eindringlich und immer für ein wohliges Schaudern gut.

Das Cover zeigt eine wunderbar unheimliche Szene mit dem halbdunklen Raum und dem Schatten an der Wand. Das reiht sich so nahtlos in die Serie ein. Im Booklet erfährt man einiges über den heiß umkämpften goldenen Drudenfuß.

Fazit: Die Folge hat mir sehr gut gefallen: spannend, gruselig und trotz alldem noch ganz schön witzig. Wenn man bösen Humor mag.


Morgenstern (02) – Todeszone Sinai

Titel: Morgenstern (02) – Todeszone Sinai / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Buch: Raimon Weber / gelesen von: Olaf Reitz

morgenstern02Inhalt: Ein junger Arzt verschwindet in Ägypten. Privatdetektiv Chris Morgenstern reist nach Kairo und kommt einem international agierenden Kartell auf die Spur. Es macht Geschäfte mit der kostbarsten Ware der Welt: menschliche Organe. Auf dem Sinai gerät Morgenstern in einen Strudel grotesker Gewalt.


Und schon dreht sich chris Morgensterns zweiter Fall im CD-Player. Diese Folge hat bei mir sehr gemischte Gefühle hinterlassen. An der ersten Episode hatte ich ja noch gelobt, dass die Reihe in Deutschland spielt. Doch nun geht es nach Ägypten und auf den Sinai. Lediglich der Auftrag stammt noch aus Deutschland. Das fand ich schon mal schade. Ist es so öde für einen Privatdetektiv in Deutschland?
Zunächst soll es darum gehen, den verschwundenen Sohn von Morgensterns Klientin zu finden, doch in meinen Ohren trat das bald in den Hintergrund. Es blitzte nur hier und da nochmal kurz durch. War das zu unspektakulär? Oder nur der Aufhänger um zu demonstrieren, welch scheußliche Verbrechen in diesem Land verübt werden? Sicher ein ernstes Thema. Und Morgenstern und seine Begleiter machen schreckliche Entdeckungen und geraten in gefährliche Situationen, was für eine gewisse Spannung sorgt, aber mir wäre es doch lieber gewesen, man wäre näher an der Entführung drangeblieben. Ich dachte, “Morgenstern” sei eine Krimi-Reihe und keine Gelegenheit um auf Grausamkeiten aus aller Welt aufmerksam zu machen. Das mag ignorant klingen, ist aber so. Mir wirkte Morgenstern auch viel zu exotisch in dieser Szenerie.
Bis das Thema Organhandel / Organtransplantation auf den Tisch kommt, das bereits im Klappentext erwähnt wird, dauert es geraume Zeit. Dafür ging es für mich damit wieder etwas bergauf was den Eindruck der Geschichte angeht. Einfach, weil mich das Thema mehr reizt als ausgeweidete Leichen im Wüstensand. Und ich fühle mich auch im Hörspiel an Ägyptens Urlaubsküste bedeutend wohler als beim Scheich ;)
Ein Zusammenhang mit Folge 1 hat sich mir bisher nicht erschlossen. Es scheint als würde Morgenstern (erstmal) von eigenständigen Fällen auf Trab gehalten. Mir kommt das so eher entgegen, als wenn ich in eventuellen 10 Folgen noch wissen müsste, mit welchem Scheich Morgenstern in Folge 2 mal am Feuer gesessen hat.

Olaf Reitz Stimme gefällt mir, daran wird sich sehr wahrscheinlich nichts ändern. Ich fand aber, dass er in Folge 1 eine Spur engagierter bei der Sache war. Die Stimmvariationen für die verschiedenen Figuren fallen arg dünn aus. Und es wäre auch nicht übel, die Stimmungen der Szenen mitzutransportieren. Mir klingt es in dramatischen Momenten zu ruhig. Dabei fand ich es bisher gut, dass er nicht so abgebrüht rüberkam.

Auch hier sind wieder Geräusche und Musikstücke eingearbeitet. Nicht viel, aber das Nötigste ist vorhanden. Ich mag das so ganz gerne. Es ist eine inszenierte Lesung, da brauche ich keine lautstarke Klangkulisse. Eine Lesung hat für mich etwas mit Ruhe zu tun. Da passt das so gut, wie es hier ist.

Das Covemotiv passt zum Titel wie Knüppel auf den Kopf. Genau solch einen Anblick stelle ich mir vor, wenn ich “Todeszone Sinai” höre. Trist, verlassen und voll Zerstörung.

Fazit:  Die Vorgänge in Ägypten / Sinai sind sicher schrecklich und ein ernstes Thema, aber ich erwarte Krimi / Thriller von der Reihe. Nicht eine veranschaulichte ZDF-Reportage. Für mich rückte der entführte Arzt dabei viel zu sehr in den Hintergrund. Und davon abgesehen davon heißt es im Vorspann “ich wurde Privatdetektiv in meiner Stadt, in Potsdam!” Wieso also rennt Morgenstern schon in Folge 2 in Ägypten und dem Sinai herum?


Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi

Titel: Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Michael Lott, Tanya Kahana, Martin Wehrmann, David Nathan ua

brandis27Inhalt: Der Staub des zerstörten Asteroiden Ikarus überzieht die Erde mit einem Grauschleier, und die Ernten sind klein oder bleiben ganz aus. Die Menschen in Metropolis, angewiesen auf Nahrungsmittellieferungen der Union, hungern seit Wochen. Verzweifelte Versuche, der Not Herr zu werden, sind gescheitert. In dieser Situation führt Louise Demnitz Mark Brandis in das Sondergefängnis der Millionenstadt, auf der Suche nach dem wahren Kern eines Mythos aus dem Bürgerkrieg.


Diese Folge ist eine Achterbahn der Gefühle und befasst sich mit der Frage, die beim Hörer am Ende von Folge 26 zurückblieb: wie wollen die Menschen -hier speziell Metropolis- überleben, wenn durch den Staub des Ikarus kaum noch Sonne dringt um die Ernte und das Leben zu gewährleisten? Die Angst und Verzweiflung der Menschen wird anfangs sehr deutlich herausgestellt, sodass man sich leicht in die Menschen einfühlen kann.
Dann gibt es einen Hoffnungsschmmer, für den man ein gefährliches Unternehmen riskieren muss und bei dem man nicht mal weiß, ob dieses Gerücht um ein Nahrungsmitteldepot überhaupt stimmt. So hofft man mit Brandis und seinen Leuten mit, doch der nächste Tiefschlag lässt nicht lange auf sich warten. Wie soll es nun weitergehen? Dann taucht wieder ein Hoffnungsstreif am Horizont auf, alles sieht gut aus…und dann bleibt zum Hoffen und nach weiteren Möglichkeiten grübeln keine Zeit mehr. Plötzlich ist man mitten drin in einem actionreichen Weltraumabenteuer, bei dem es um das nackte Überleben geht.
Es geht also wortwörtlich auf und ab in dieser Folge, nie kann man sich sicher sein, dass irgendetwas wirklich klappt. Da ich anfangs schon wieder befürchtet hatte, Brandis habe mal wieder die ultimative Lösung des Problems einfach so aus dem Hut gezaubert, fand ich das so wirklich gut. Ich konnte mich gut in die Situation der Menschen und Brandis und seine Leute hineinversetzen und habe mit ihnen um das Gelingen des Unternehmens “Metropolis-Konvoi” gebangt.

Mein Liebling unter den Sprechern dieser Folge ist ganz klar Tanya Kahana alias Lt. Louise Demnitz. Ich mag ihre junge Stimme und den lockeren Ton. So bringt sie Pfiff in die Truppe um Brandis. Von ihr würde ich gerne mehr hören. Philip Brammer ist es gelungen, dass ich aus Gaston Weygand die ganze Zeit nicht schlau geworden bin. Ich wollte Brandis’ Vorbehalte nicht einfach so teilen, aber leicht fiel es mir nicht. So ruhig und irgendwie hintergründig, wie Weygand klingt.

Der Soundtrack passt sich wunderbar den verschiedenen Stimmungen dieser Geschichte an. Zu Anfang leise und bedrückend, später klingt dann selbst die Hoffnung in den Stücken durch, die unter der Crew ausgebrochen ist. Da das bis dahin aber alles eher bedeckt klingt, ist man später dann überrascht als die Untermalung gegen Ende wieder mit Wucht daherkommt und das gefährliche Finale in Szene setzt. Schön gemacht!

Das Covermotiv zeigt sich im gewohnten Stil. Da kann man spekulieren, was man sieht, aber die Geschichte bringt auf jeden Fall Szenen mit, die passen könnten.

Fazit:  Diese Folge hat mir so gut gefallen wie lange schon keine mehr in dieser Serie. Ein einziges Wechselbad der Gefühle, das einen von Anfang an mitnimmt. Toll!


Dorian Hunter (23) – Tod eines Freundes

Titel: Dorian Hunter (23) – Tod eines Freundes / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 77 min / Sprecher: Constantin von Jascheroff, Thomas Schmuckert, Hasso Zorn, Stefan Krause ua

hunter23Inhalt: Endlich vervollständigen sich Dorian Hunters Erinnerungen an sein zweites Leben als Juan Garcia de Tabera. Nach dem Verlust seiner geliebten Esmeralda trifft de Tabera erneut auf seinen Erzgegner Lucero – und wird Zeuge der Geburt des Dämonendrillings. Das einzige Mittel, dieses Monstrum zu vernichten, ist der goldene Drudenfuß, den de Taberas Mentor Albertus Villanovanus in seinem Alchemielabor schuf. 500 Jahre später ist sicher: Der Drilling hat überlebt und Dorian Hunter setzt alles daran, die einmalige Waffe aufzuspüren.


Auch mit dieser Folge fährt die Geschichte weiterhin zweigleisig. Einmal mehr begleitet man den jungen Tabera, auf den nach den Schrecken der vergangenen Episode gleich das nächste Grauen wartet. Ich habe zwar nachwievor kein Faible für Geschichten, die in so ferner Vergangenheit spielen, doch das gleichen Taberas Erlebnisse langhin aus. In dieser Folge finde ich sie sogar weitaus interessanter als das Geschehen in der Gegenwart. Taberas neue Entdeckungen -vor allem die des dämonischen Drillings- sind für eine dicke Gänsehaut gut. Und bei seiner Bestrafung bald darauf, die so richtig schön typisch Inqusition ist,  habe ich mich innerlich gut gekrümmt. Sofern es gruselig und grausam zugeht, nehme ich auch also auch eine Story anno Dazumal in Kauf.
Auch wenn es mir hier eher der Teil der Geschichte um Tabera angetan hat, so ist aber auch der Teil wichtig, der in der Gegenwart spielt. Bei dieser Folge werden nämlich erstmals bedeutende Zusammenhänge zwishen den beiden Teilen deutlich. Und die sorgen eben auch im Jetzt für einen spannenden Verlauf, der so manche Überraschung bereithält. Es macht Spass zu verfolgen, wie Hunter nach und nach die Verbindungen zwischen seinem früheren und seinem jetzigen Leben herstellt. Seine Erkenntnisse führen zu einem dramatischen Ende, das zumindest mich auch ein wenig betroffen gemacht hat. Schade um den Freund. Wobei ich bei dieser Serie auf einen Ausdruck wie “vernichtet” nicht viel gebe ;)

Constantin von Jascheroff bestreitet natürlich auch hier wieder den Part des Taberas. Seine markante und recht junge Stimme passt prima zu dieser Figur und lässt sie schön lebendig wirken. Ein herber Gegensatz zu Thomas Schmuckerts Stimme. Hunter im Heute klingt da ja doch deutlich finsterer. Hasso Zorn alias Helnwein habe ich seit jeher gerne gehört. Er kann auch hier wieder mit fester Stimme und ruhigem Tonfall punkten. Und Frank Felicetti lässt einen einmals mehr schmunzeln, wenn er Chapman zu Worte kommen lässt.Rentier150-1

Konnte man der Reihe in Sachen Musik jemals etwas vorwerfen? Nein! Und dabei bleibt es auch mit dieser Episode. Im Teil der Geschichte um Hunter im Heute sind weiterhin Stücke der härteren Gangart zu hören. In Taberas ?Nacht? Teil wurden Melodien eingesetzt, die sich an der Zeit des Geschehens orientieren. Weniger modern, dafür aber ebenso stimmungsvoll.
Und nein, die “Stotterer”, die so klingen als würde die CD hängen, sind kein Fehler sondern Stilmittel im Zusammenhang mit dem Dämonenzwilling. Ich finde es trotzdem sonderbar und hätte es nicht gebraucht.

Als Covermotiv wurde eine wichtige und grausige Szene aus der Geschichte gewählt. Sie lässt einen automatisch einen Zusammenhang mit dem Titel herstellen. Hängt da etwa der Freund? Das macht neugierig.

Fazit: Eine spannende Folge, die mir dank vieler wahrlich grausiger Szenen richtig gut gefallen hat. Hier läuft das Geschehen in der Vergangenheit mit dem im Heute zusammen, was für ein spannendes Ende sorgt, das einen auch ein wenig betroffen zurücklässt. Klasse!

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5


Morgenstern (01) – Leben und Sterben

Titel: Morgenstern (01) – Leben und Sterben / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Buch: Raimon Weber / gelesen von: Olaf Reitz

morgenstern01Inhalt: Der Wahnsinn erreicht Potsdam.
Privatdetektiv Chris Morgenstern erlebt, wie seine Stadt von der Droge Crystal Meth überschwemmt wird. Ein in die Enge gedrängter Drogendealer verstümmelt sich vor seinen Augen.
Eine Frau sucht Morgensterns Schutz und bietet dafür Informationen über die Hintermänner. Aber ein Unbekannter ist dem Detektiv immer einen Schritt voraus und tötet ohne Skrupel.


Eine neue Reihe hat bei Folgenreich das Licht der Welt erblickt. Es handelt sich mal nicht um ein Hörspiel, sondern um eine inszenierte Lesung. Es ist zwar nur ein Sprecher zu hören, aber es sind immer mal wieder Geräusche eingestreut und Musik ist ebenfalls zu hören. Ich war zwar etwas skeptisch (von Folgenreich ist man halt Hörspiele gewöhnt), aber ich finde es zumindest mutig, mal einen neuen Weg einzuschlagen.
Einen weiteren Pluspunkt gibt es von mir dafür, dass die Reihe nicht in den USA spielt, sondern in Deutschland. In Potsdam, genauer gesagt. Es geht doch! Auch Deutschlands Autoren können Thriller, die hier funktionieren. Das beweist auch “Morgenstern”.
Und Pluspunkt Nummer drei fuhr die Folge damit ein, dass Morgenstern nicht so abgebrüht, obercool und ich-hab-ganz-Potsdams-Verbrecherschaft-im-Griff-mäßig rüberkommt. Gegen solche Figuren habe ich einfach etwas.
Anfangs wird Morgenstern vorgestellt, sodass man einen ersten Eindruck von diesem Ermittler bekommt. Die Vorstellung ist sehr kurz, war aber ausreichend um mir ein Bild zu machen, mit dem ich erstmal gut leben konnte. Im Laufe der Geschichte lernt man Morgenstern dann noch etwas besser kennen.
Zu Beginn konnte ich der Geschichte auch gut folgen. Im Mittelpunkt steht zunächst das Thema “Crystal Meth”, die neue Modedroge, die nun auch in Potsdam ihre Abnehmer findet. Dabei gibt es einige erschreckende Szenen und ein Schuss Action wird ebenfalls bereits hier geboten. Ich ging davon aus, dass sich das Geschehen auch weiter um die Droge drehen würde. Später spielen aber noch ein recht zwielichtiges Etablissement eine Rolle. Genauso wie eine sonderbare Anwaltskanzlei und eine junge Frau, die in allem irgendwie ihre Finger drin zu haben scheint. Dabei ging mir dann der Rote Faden, den ich anfangs noch sicher in Händen hielt, ziemlich bald verloren. Das konnten auch ein paar wirklich brenzlige und somit spannende Momente und die Frage, ob etwa sogar die Polizei im unheilvollen Geschehen in Potsdams Straßen mit drinsteckt, nicht ganz ausbügeln. Letztlich blieben mir zu viele offene Fragen zurück. Vor allem eben die, wie man all diese Themen und Elemente mal zu einem sinnigen Ganzen zusammenführen will. Man darf gespannt sein.

Rentier150-1Olaf Reitz $ward$ habe ich hier zum ersten Mal gehört. Schön, mal eine neue Stimme zu hören, die man nicht schon aus x Produktionen kennt. Seine Stimme gefällt mir gut. Er klingt energisch, wenn es die Hanldung erfordert, sonst aber auch angenehm menschlich. So ist es ihm gelungen, mir ein gutes Bild von Morgenstern zu vermitteln, das den Detektiven erfreulicherweise nicht als Superermittler zeigt.

Wie man es von einer inszenierten Lesung erwarten darf, sind in die Ezählung immer mal wieder Geräusche eingestreut, die das Geschehen zusätzlich veranschaulichen. Das lockert außerdem schön auf. Wenn nur ein Sprecher am Werke ist, finde ich das immer ganz angenehm. Gelegentlich sind zudem kurze Musikstücke zu hören, die die Atmosphäre der Handlung und der Szenerie verdeutlichen.

Das Cover macht sofort deutlich, dass die Reihe nicht im vornehmen Teil von Potsdam spielt. Ein schmutziger Keller, Graffitis, eine zerschlagene Fensterscheibe, durch die man schaut. Das dürfte Krim- und Thrillerfans leicht aufmerksam machen.

Fazit:  Ein solider Einstieg in eine neue Reihe unter Folgenreichs Dach. Morgenstern ist ein Ermittler nach meinem Geschmack und der Start in sein Abenteuer hat durchaus einige Schreckmomente und etwas Action in petto. Später wurde mir die Story dann zu überladen, weswegen mit der Rote Faden abhanden kan. Ich bin gespannt, ob ich ihn mit den nächsten Episoden wiederfinde.

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Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus…

Titel: Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus… / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Michael Lott, Uve Teschner, Martin Keßler, Wolf Frass ua

brandis26Inhalt: Mehr Rohstoffe! Dass die Menschen diese Forderung auch auf den Weltraum ausdehnen würden, war nur eine Frage der technischen Möglichkeiten. Der Asteroid Ikarus, reich an Silikaten und Diamanten, soll in eine Mondumlaufbahn verlagert werden, um ihn besser ausbeuten zu können. Die Firma Gumboldt Stellar hat den Auftrag bekommen. Als Mark Brandis und die Crew seiner Henri Dunant auf Wunsch von Direktor Harris dort nach dem Rechten sehen, machen sie eine erschütternde Entdeckung.


Da ist es schon, Brandis zweites Abenteuer als Vormann der Raumnotretter. Seine Truppe hat man in der vorigen Folge gut kennengelernt, da kann es dieses Mal gleich richtig zur Sache gehen. Bereits dem Vorspann kann man entnehmen, dass es für Brandis um alles gehen wird. Es hat mich etwas gewundert, dass die spannendste Szene aus dem Hörspiel vorweg genommen wird. Andererseits macht es neugierig darauf, wie es dazu kommen konnte.
Egal ob VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis und seine Leute sind immer zur Stelle, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird oder man einer krummen Tour auf die Schliche kommen muss. So ist es auch in dieser Folge. Damit bekommt man allerdings ziemlich genau das geboten, was die Reihe schon 24 Folgen zuvor geboten hat. Eine wirklich neue Richtung schlägt man also mit den Raumnotrettern und ihren Missionen nicht ein. Unter anderem Namen bleibt alles so wie es bislang war. Entsprechend kommt hier eine Geschichte zu Gehör, die sich zwar schon spannend anlässt mit den Vorgängen auf dem Ikarus, bei der sich aber erst später das eigentliche Drama offenbart. Dabei steht eine Person im Mittelpunkt, die ich in diesem Zusammenhang sicher nicht erwartet hätte. Dank ihrer Mithilfe darf man mit Recht um Brandis Leben fürchten. Gelungen finde ich auch das Ende mit seiner unheilvollen Zukunftsvision. Natürlich ist es eine grausige Vorstellung, aber sicher auch ein guter Anlass für weitere aufregenden Stories aus dem Weltraum und um die Raumnotretter.

Einmal mehr gibt es nichts, was man den Sprechern vorwerfen könnte. In der Hauptsache mischen die bereits lang vertrauten Stimmen mit, die für mich einfach schon zur Reihe gehören und sie zum Großteil auch ausmachen. Aber auch die neuen Sprecher wie Uve Teschner, Michael Hansonis und Uwe Jellinek lassen sich nichts zu Schulden kommen.

Musikalisch kommt diese Folge eher zurückhaltend daher. Und auch eine bombastische Geräuschkulisse sucht man vergebens. Da hat man sich an der Story orientiert, die das auch gar nicht hergegeben hätte. Zu ihr passt diese ruhige, eindringliche Klangkulisse viel besser, die so prima für Spannung sorgt.

Das Cover zeigt auch bei dieser Folge wieder eine düstere Weltraumszene im typischen Stil der Reihe. Mit etwas gutem Willen kann man tatsächlich eine Szene aus dem Hörspiel darin wiedererkennen.

Fazit: Ob in Diensten der VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis bleibt Mark Brandis. Einen neuen Weg hat man mit ihm in neuer Position nicht eingeschlagen. Somit bekommt man hier eine typische Geschichte zu hören. Mit viel Weltraumflair, einer spannenden Handlung, bei der es dieses Mal um Leben und Tod geht, und einem Ende das in eine unheilvolle Zukunft schaut.


Jack Slaughter (20) – Der satanische Gral

Titel: Jack Slaughter (20) – Der satanische Gral / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Simon Jäger, David Nathan, Till Hagen, Lutz Mackensy, Engelbert von Nordhausen ua

slaughter20Inhalt: Jacks Seele scheint für alle Ewigkeit verloren zu sein. Doch dann entdecken seine Eltern einen Hinweis auf die Rettung vor dem Fegefeuer. Allerdings weiß niemand, wo die Lösung aller Probleme versteckt sein könnte. In ihrer Verzweiflung ruft Kim den Höllenfürst herbei, und spielt mit ihm ein gefährliches Spiel, das allen Menschen in Jacksonville ihr Leben kosten könnte. Jack und seine treuen Mitstreiter haben keine andere Wahl: die Krieger des Lichts setzen alles auf eine Karte. Und sie pokern höher als jemals zuvor!


Sicher weiß ich natürlich nicht, aber in meinen Ohren klingt diese Folge sehr nach dem Ende der Reihe. Um Jacks Seele zurückzubekommen, legen er und seine Mannen sich mit dem Stellvertreter des Teufels auf Erden an. Dafür bedarf es zunächst der Anrufung von Lucy, die in einem schrägen Dialog endet, natürlich massig Waffen (von Sprengstoff bis zum Insektenvernichter) und den Tipps von Gradma Abigail. Soweit alles so chaotisch und amüsant wie eh und je. Diese Vorbereitungen nehmen den Löwenanteil der Geschichte ein.
Natürlich spielt auch Dooms Rückkehr eine Rolle, denn er will Jack nachwievor vernichten. Inklusive ganz Jacksonville. Allerdings fand ich, dass Doom hier letztlich doch ganz schön hintenan steht. Klar, es ist wichtig, dass Jack seine Seele zurückbekommt, aber immerhin ging es 19 Folgen hauptsächlich um den Kampf zwischen ihm und Doom! Da bin ich davon ausgegangen, dass darauf am Schluss auch das Hauptaugenmerk liegt. Das ist aber gar nicht der Fall. Stattdessen stehen der Gral und sein Hüter im Mittelpunkt, und Doom wird quasi so nebenbei noch erledigt. Das fand ich etwas schwach für einen Kampf, der schon so lange ausgefochten wird.
Wie gesagt, ich weiß nicht sicher, ob die Reihe mit dieser Folge endgültig abgeschlossen ist. Jacks  Schlagabtausch mit Doom hat ein Ende gefunden, er hat seine Seele zurück…und schon läuft in Jacksonville wieder alles wie immer und überall auf der Welt? Und die Freunde kehren in ein völlig normales Leben zurück? Ich kann mir das nicht recht vorstellen. Die Hölle muss doch noch mehr bösartige Kreaturen in petto haben! Andererseits kann ich mir eine Fortsetzung der Reihe ohne Grandma Abigails wertvolle Tipps nicht vorstellen. Doch leider ist Gisela Fritsch ja verstorben. Sie war für mich die Stimme für Jacks Großmutter. Eine andere ist für mich schwer vorstellbar. Also doch die absolut letzte Folge? Man darf gespannt sein

Die Sprecher wirbeln auch in dieser wohl finalen Episode mit unverkennbar viel Spass durch die Geschichte. Über Lutz Mackensys Interpretation des Teufels muss ich jedes Mal weider grinsen. Gelacht habe ich auch über Klaus Dieter Klebsch Satz “Ich trinke keinen Tee!”, für den man seine Stimme dämonisch verfremdet hat. Axel Lutter und Rainer Fritzsche geben in ihren bissigen Dialogen ein tolles Gespann ab. Und natürlich war es eine Freude, noch einmal Gisela Fritsch lauschen zu können.

Der Soundtrack bleibt sich treu mit der rockigen Gitarrenstücken und einigen wenigen melodiösen Klängen. Die Geräuschkulisse präsentiert sich wie gewohnt gut, sodass sich in diesem Bereich wieder ein stimmiges Bild ergibt.

Vom Cover starrt einen eine grausige Fratze an. Zusammen mit der blutroten Farbe wirkt das schon ganz schön gefährlich. Und vor allem war für mich mal auf Anhieb erkennbar, was ich da vor mir habe. Da hatte ich bei vielen der vorigen Folgen ja so meine Probleme.

Fazit:  Dies könnte gut wirklich die Abschlussfolge der Reihe sein. Ob sie es ist, bleibt abzuwarten. Ich hätte mir allerdings gewünscht, der Fokus hätte tatsächlich auf dem Kampf zwischen Jacke & Co. und Doom gelesen, statt auf dem mit dem teuflischen Pater. Deshalb fand ich die Folge, die zuvor gewohnt unterhaltsam war, am Schluss doch ganz schön mau.


Dorian Hunter (22.2) – Esmeralda – Vergeltung

Titel: Dorian Hunter (22.2) – Esmeralda / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Thomas Schmuckert, Kaya Marie Möller, Constatin von Jascheroff, Frank Gustavus

hunter22-2Inhalt: Dorian Hunter liegt im Krankenhaus. Auf die schlagartige Erinnerung an sein zweites Leben als Juan Garcia de Tabera folgte der totale körperliche Zusammenbruch. Anfang des 16. Jahrhunderts erlebte de Tabera den Prozess gegen das unschuldige Mädchen Esmeralda. Der Beginn einer feurigen Liebschaft, die tragisch endete – und deren Schatten bis in die Gegenwart reicht.


Dieser zweite Teil setzt nahtlos an das Geschehen aus der ersten Folge an. Deshalb sollte man gar nicht erst versuchen, sie einzeln zu hören. Da wäre man direkt bei der ersten Szene sicher bereits total verwirrt. Weiterhin begleitet man Hunter in seiner Vergangenheit im 16. Jahrhundert, wo er als Juan Garcia de Tabera den Inquisitoren auf der Spur und auf der Suche nach der jungen Esmeralda ist, die von der Inquisition gefoltert wurde. Das ist spannend und hat seine dramatischen Szenen, was mich auch dieses Mal gut darüber hinweggetröstet hat, dass das Geschehen sich vor so ewig langer Zeit abspielt. So richtig versöhnt war ich damit aber erst beim Kampf de Taberas gegen die Vampire. Solche Szenen mag ich, da ist mir dann selbst die Zeit völlig egal.
Es gibt natürlich aber auch einen Handlungsstrang im Hier und Jetzt. Marvin Cohen wurde dazu abgestellt, Hunter im Krankenhaus zu bewachen. Dabei wird einem sehr schnell klar, dass das auch dringend nötig ist! Da wabert eine herrlich schön-schaurige Atmosphäre durch den Krankenhausflur, sodass ich nur darauf gelauert habe, dann endlich etwas geschieht. Lange musste ich nicht warten und schon wurde es ganz schön gruselig auf der Station. Mir hat dabei sehr gut gefallen, wie sich das Geschehen zu Zeiten de Taberas in’s Heute schleicht. Und nach der bedrohlichen Ruhe geht es dann erstmal wieder ganz schön rund. Ich muss aber auch gestehen, dass ich sehr über Cohens Singsang gelacht habe, mit der er seine Suche im Krankenhausflur begleitet. Cohen ist und bleibt -eben weil er immer mal für ein Lachen gut ist- meine Lieblingsfigur in dieser Reihe.
Im Anschluss an “Vergeltung” findet sich auf der CD noch das Kurzhörspiel “Schneesturm”. Zunächst konnte ich damit nicht allzu viel anfangen. Sie ist ganz interessant, ja, auch schön finster, aber einen direkten  Zusammenhang mit der Hunter-Story hatte ich darin zunächst nicht gesehen. Ein Blick ins Booklet brachte dann Licht ins Dunkel. Eine schöne Idee

Die Sprecher wissen einmal mehr zu glänzen. Und auch wenn mir Esmeralda in gewissen Szenen ganz schön auf die Nerven gegangen ist (ich habe was gegen Geschrei und Gekreische), so fand ich Kaya Marie Möllers Darbietung doch auch ganz schön beeindruckend.  Constantin von Jascheroff weiß als de Tabera absolut zu überzeugen, und Frank Gustavus hat mich wie schon erwähnt mit Cohens  bitterbösen Humor einmal mehr zum Lachen gebracht.

Musikalisch braucht die Folge sich ebenfalls nichts vorwerfen zu lassen. Schöne und stimmungsvolle Stücke begleiten das Geschehen und tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei und eine feine Geräuschkulisse veranschaulicht die Handlung.

Nach Esmeralda persönlich auf dem Cover des ersten Teils, findet man sich mit dem Motiv hier auf einem kahlen Krankenhausflur wieder. Mir gefällt es besser als das der Vorgängerepisode, da es doch eine ganze Spur moderner wirkt. Und auch geheimnisvoller mit der schwarzen Figur am Ende des Flurs.

Fazit:  Ein gelungener zweiter Teil, der das weitere Geschehen im 16. Jahrhundert beschreibt, welches eindrucksvoll endet. Besonders gefallen hat mir, wie sich anschließend das Früher ins Heute schleicht. Das ist erstens herrlich schauerlich anzuhören und zweitens -nach dem Ausflug in die Vergangenheit- wieder typisch Hunter wie man ihn im Jetzt kennt. Da darf die weitere Handlung der Reihe meinetwegen auch gerne bleiben…


Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon

Titel: Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Michael Lott, Jürgen Thormann,  Gerhart Hinze, Robert Vogel, Dietmar Wunder, Maja Maneiro ua

brandis25Inhalt: 2134: Wenn die Not am Größten ist …”heißt es in der Präambel der neu gegründeten Raumnotretter, deren Vormann Mark Brandis ist. Ohne Ansehen der Nationalität soll geholfen werden. Viel Zeit, sich in der neuen Einsatzzentrale auf dem Mond einzurichten, haben die Raumfahrer nicht, denn die Sprengung eines Raumschiffes hat in erdnaher Umlaufbahn eine Splitterwolke von tödlicher Geschwindigkeit entstehen lassen. Sie droht, alles zu zerkleinern, was ihr in den Weg kommt. Und so wird Brandis‘ erste offizielle Rettungsaktion gleich zur Feuertaufe.


Folge 25 – eine schöne runde Zahl um einen neuen Abschnitt in Mark Brandis Leben bzw seiner Karriere einzuläuten. Von nun an ist er Vormann einer Raumnotretter-Truppe. Die wird zu Beginn der Hörspiels erstmal zusammen- und vorgestellt, sodass man sich als Hörer in die neuen Gegebenheiten einfinden kann. Wobei das nicht ganz so schweirig ist, zumal viele der vertrauten Chrakatere mit dabei sein. Natürlich gibt es speziell durch eine Person einen gewissen Widerstand gegen Brandis als Vormann, doch wenn es notwendig ist, kann dieser ja durchaus auch mal den Befehlshaber rauskehren und sein Revier klar abstecken.
Früher als die Truppe es erwartet hätte, steht auch bereits der erste Auftrag an. Und auch wenn noch nicht genug Schiffe vorhanden sind und hier und da noch offensichtlich ist, dass das ganze Unternehmen noch in Kinderschuhen steckt…sobald es darum geht, Menschenleben zu retten, stehen Brandis und sein Team sofort parat und stürzen sich in die neue Herausforderung. So ist es eben auch hier und daran ist gut zu erkennen, dass die Reihe und damit auch Brandis sich treu darin bleiben, bei aller Moderne und Technisierung in der Zukunft nicht das (Zwischen)menschlich aus den Augen zu verlieren. Damit lässt sich zudem leicht beim Hörer Mitgefühl für die Betroffenen aufkommen, wirken sie doch nicht anders als die Menschen heute. Das macht die Geschichte greifbar und wenn man sich so nahe dran an Charakteren fühlt, dann kommt auch sehr schnell Spannung auf und man hofft, dass letztlich alles gut ausgehen wird. Für die Betroffenen der Katastrophe ebenso für Brandis und seine Leute. Ein Schuss Action mischt aber natürlich auch mit und zumindest für mich gehört der auch in eine Science Fiction-Geschichte mit rein.

Hinsichtlich der Sprecher muss die Reihe sich auch weiterhin nichts vorwerfen lassen. Jeder einzelne weiß in seiner Rolle zu überzeugen und dem Hörer ein Bild von der jeweiligen Figur zu vermitteln. Hier hat mir besonders Jürgen Thormann als Pater Connery gefallen. Mir ruhiger, aber doch eindringlicher Stimme erweckt er den Geistlichen glaubhaft zu sympathischen Leben. Und wie schon erwähnt, hat Michael Lott alias Mark Brandis hier auch gut Gelegenheit, den befehlsgewohnten Vormann herauszukehren. Ich kann mir nicht helfen, mir gefällt er so immer besser als wenn er das Menschliche rauskehrt. Das ist mit oft zu viel davon. Ich höre ihn lieber energisch ;)

Musikalisch schlägt man keinen neuen Weg ein. Es sind durchweg Stücke zu hören, wie man sie auch die vorigen Folgen gehört hat. Für mich zählt dieser Soundtrack immer noch zu denen, die am schnellsten Science Fiction – Stimmung aufkommen lassen. Deshalb mag ich sie so gerne. Wirkungsvoll auch ohne bombastische Klänge! Eine ausgefeilte Geräuschkulisse tut ein Übriges dazu.

Das Cover passt prima zur Geschichte, wobei mir speziell das Kreuz gefällt, das sich vom übrigen abgebildeten Geschehen sichtbar abhebt. Eine schöne Idee, immerhin spielt im Hörspiel eine Glaubensgemeinschaft eine wichtige Rolle. Im Booklet findet man dieses Mal unter Anderem einen informativen Text zum Thema Weltraumschrott.

Fazit:  Ein neues Aufgabengebiet für Mark Brandis und sein Team, das gleich zu Beginn alles von der Mannschaft fordert. Damit wird ein neuer Weg in der Reihe eingeschlagen, aber sonst bleibt eben doch alles, wie man es als Fan kennt. So bleibt der Charakter einer Serie erhalten und es fühlt sich keineswegs wie ein Bruch an. Nun hören wir mal, welche Abenteuer noch auf die Raumnotretter warten.