Franz Eberhofer

Griessnockerlaffäre (Rita Falk / Christian Tramitz)

Titel: Griessnockerlaffäre / Verlag: Der Audioverlag / Spielzeit: ca. 388 min / Buch: Rita Falk / gelesen von: Christian Tramitz

Inhalt: Da werden doch die Kühe auf der Alm verrückt Franz Eberhofer soll einen Mord begangen haben! Als im Polizeihof Landshut ein toter Polizist gefunden wird, ist Franz der Hauptverdächtige. Schließlich handelt es sich um seinen erklärten Erzfeind Barschl, mit dem er am Abend vorher einen Riesenkrach hatte. Dann wird auch noch die Mordwaffe gefunden: Franz Eberhofers Hirschfänger. Zum Glück ist der Birkenberger Rudi zur Stelle, um den delikaten Fall aufzuklären, und natürlich gibt auch der Moratschek seinen Senf dazu.


Eberhofers vierter Fall hat es speziell in sich. Denn er selbst steht plötzlich unter Mordverdacht! Er soll seinen ungeliebten Chef umgebracht haben! Leider kann er das wegen überhöhtem Alkoholkonsum am Tatabend nicht einmal sicher bestreiten. Da geht es natürlich sofort an die Ermittlungen. Vielleicht liegt es daran, dass Eberhofer selber unter Tatverdacht steht, aber ich hatte bei diesem Fall zum ersten Mal das Gefühl, dass er tatsächlich richtig ermittelt. Und dass der Fall im Mittelpunkt steht und nicht von seinem turbulenten Familienleben ein Stück weit in der Hintergrund gerückt wird. Und mit Franz persönlich als erster Verdächtiger legt Fall 4 auch in Sachen Spannung ein schönes Schippchen zu. Das heißt nun aber nicht, dass es weniger zum Lachen gibt. Franz hat einfach seine ganz eigene Art von seiner Arbeit zu erzählen und da gibt es wieder massig Anlässe um mindestens zu schmunzeln. Ich lache mich bei den Eberhofer-Krimis ja regelmäßig kaputt. Oma-Fans werden hier besonders auf ihre Kosten kommen, denn die steht im Eberhofer’schen Familienleben dieses Mal besonders im Mittelpunkt. Dabei schlägt die Geschichte auch mal ernstere Töne an.

Wenn Christian Tramitz liest, kann ich Eberhofer direkt vor mir sehen. Einen besseren Sprecher für seine Fälle kann ich mir nicht vorstellen. Er liest wunderbar locker und mit Franz’ typischer Flapsigkeit. Dass er außerdem mit hörbarem Dialekt liest, kommt dieser Geschichte aus der tiefsten bayerischen Provinz natürlich doppelt zugute.

Das Cover präsentiert sich erneut sehr bayerisch-urtümlich. Halt so, wie man sich das gängigerweise und leicht klischeehaft vorstellt. Damit reiht es sich prima ins Regal ein. Die Heckenschere lässt aber auch durchblicken, dass auf diesen CDs nicht alles heile Welt ist und sich ein Krimi im Player dreht.

Fazit: Eberhofers vierter Fall hat mir wieder ausgezeichnet gefallen. Er fühlt sich tatsächlich nach einem waschechten Krimi an und ist schön spannend. Natürlich geht es in Franz’ Familie wiedr oft hoch her und es gibt viel zum Lachen, doch klingen hier stellenweise auch überraschend ernste Töne durch.

Schweinskopf al dente (Rita Falk / Christian Tramitz)

Titel: Schweinskopf al dente / Verlag: Der Audioverlag / Spielzeit: ca. 300 min / Buch: Rita Falk / gelesen von: Christian Tramitz

Inhalt: Was für eine Sauerei! Als Richter Moratschek zu Bett gehen will, findet er dort statt seiner Schlafmütze einen blutigen Schweinskopf. Schnell steht fest: Der “Don Corleone” von Niederkaltenkirchen kann nur Dr. Küstner sein, der von Moratschek wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde und sich nun rächen will. Kommissar Franz Eberhofer würde lieber Omas Schweinebraten genießen, muss sich aber auf die Spur des gefährlichen “Paten” begeben, die ihn bis nach Italien führt.


“Schweinskopf al dente” ist nun schon Franz Eberhofers dritter Fall, der ihn dieses Mal gleich in doppelter Hinsicht fordert. Natürlich muss der entflohene Psyochopath eingefangen werden, daran besteht kein Zweifel. Ausser Zweifel steht aber auch, dass das Richter Moratschek, der sich in seiner Angst bei den Eberhofers einquartiert hat, dort schleunigst wieder verschwinden muss. Erneut ist es so -und das muss man auch so sagen- dass der Fall von Eberhofer schon hinter dem Drumherum zurücksteht. Natürlich, das ganze Drumherum steht damit im Zusammenhang, aber man darf hier halt keinen Krimi erwarten, in dem kapitelweise handfest ermittelt wird. Es ist natürlich spannend, ob und vor allem wie Eberhofer den Psychopathen dingfest macht, aber das Hauptaugenmerk richtet sich halt doch auf das Chaos, das dieser Fall in seinem Leben anrichtet. Der Richter, der sich eingenistet hat und fröhlicht mit Eberhofers Vater zecht und kifft, die realtiv unfreiwillige Reise nach Italien, Richter-Ehefrauen-Observierungen und alle naselang Zwistigkeiten mit dem Vorgesetzten. Das ist turbulent, das ist lustig und macht so einfach Spass. Genau wie die Passagen mit der schwerhörigen Oma, die natürlich auch wieder eine Rolle spielt. Ich jedenfalls mag den frischgebackenen Kommissar mit seinen unorthodoxen Methoden und der political incorrectness sehr.

Zugegeben, taucht Christian Tramitz im Fernsehen auf, schalte ich um. Für die “Eberhofer”-Hörbücher könnte ich mir allerdings gar keinen besseren Sprecher vorstellen. Er hat den urbayerischen Dialekt prima drauf und liest so locker, dass man denken könnte, da erzählt Franz Eberhofer persönlich. Zudem spielt er auch häufig, schreit, jammert oder kopiert das gebrchene Deutsch von der Frau von Franz’ Bruder.

 Das Covermotiv zeigt sie wie von der Reihe vertraut recht “spießig” und sehr zünftig. Da ist natürlich der Schweinskopf zu sehen, der zu grinsen scheint, aber auch eine Brotzeit und…ein Joint! Das wiegt die sonstige “Spießigkeit” schon wieder ein ganzes Stück auf. Die Motive finden sich auch im Inneren des Digipaks wieder an.

Fazit: Auch Eberhofers dritte Fall hat mir wieder ausgezeichnet gefallen. Ein Krimi, aber zum Totlachen komisch, mit einem Kommissar, der mir immer sympathischer wird.

Dampfnudelblues (Rita Falk / Christian Tramitz)

Titel:  Dampfnudelblues / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 319 / Sprecher: Christian Tramitz / nach einem Buch von: Rita Falk

InhaltKommissar Franz Eberhofer ist genervt. Wieso muss das Telefon ausgerechnet dann klingeln, wenn Oma ihre köstlichen Frühstückseier mit Speck aufgetischt hat? Doch Dienst ist Dienst und so muss sich der grummelige Kommissar wieder einem kniffligen Fall in seinem Heimatort Niederkaltenkirchen widmen. Diesmal ist der Rektor der örtlichen Schule von einem Zug erfasst worden. Eberhofer glaubt nicht an Selbstmord und bald schon stehen 38 Tatverdächtige auf seiner Liste.


Da ist er also, Kommissar Eberhofers zweiter Fall. So langsam wird Niederkaltenkirchen zum Sumpf des Verbrechen 😉 Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass der Fall um die Wandschmiererei und den Tod des Rektors eher eine beigeordnete Rolle spielt. Nichtsdestotrotz ist es aber durchaus ein krimitauglicher Fall, weshalb sich “Dampfnudelblues” ganz berechtigt “Krimi” nennen darf. Viel wichtiger ist das Drumherum um den Fall und natürlich um Kommissar Eberhofer. Der kauzige Kommissar mit einer unberechenbaren Vorliebe für Schusswaffen, ungewöhnliche Ermittlungsmethoden und einen nicht gerade salonfähigen Umgangston ist einfach von unglaublichem Unterhaltungswert. Gleiches gilt für seine Familie, den Gelegenheits-Kiffer Papa, die schwerhörige, sonderangebotsbesessene Oma, der verhasste Bruder samt Souvenir-Frau und frisch geschlüpftem “Sushi”-Baby…Eberhofer hat sich mit Vielem herumzuschlagen neben seinem Job. Da sind Chaos und abstruse Situationen vorprogrammiert. Man muss dem Herren Kommissar aber doch auch lassen: solch seltsame Wege er in seinem Job geht, er ist durchaus clever und gewitzt, was sich spätestens bei der Auflösung des Falles wieder beweist.

“Dampfnudelblues” ist mein erstes Hörbuch mit Christian Tramitz, was in erster Linie daran liegt, dass ich an sich kein Fan von ihm bin. Als Sprecher hat er mir hier aber sehr gut gefallen. Der bayerische Dialekt steht der Geschichte gut, denn Eberhofer und Co. sind nun mal Bayern. Und da Eberhofer in der Ich-Form erzählt, passt es umso besser. Dabei liest er so locker weg, dass man eher glaubt, er erzähle die Geschichte frei.

Im Covermotiv vereinen sich auch bei diesem Hörbuch wieder Elemente der bayerischen Gemütlichkeit mit einem Element der krimimäßigen Brutalität. Das wirkt zwar strange, aber ganz klar: es wirkt! Und der Schnuller…nun ja…da muss man das Hörbuch schon hören um zu verstehen, weshalb er mit auf dem Tisch liegt 😉

Fazit:  Auch Franz Eberhofers zweiter Fall hat mich wieder auf ganzer Linie überzeugt und bestens unterhalten. Was habe ich gelacht! Zwar verschwindet der Krimi oft hinter dem sonstigen, bizarren Geschehen in Eberhofers Leben, aber genau das ist es, was den Charme dieser Reihe ausmacht. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber als Fan möchte ich es gar nicht anders haben!

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