Fremdenhass

Mord in Serie (29) – Brennender Hass

Titel: Mord in Serie (29) – Brennender Hass / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Nana Spier, Hanno Freidrich, Dagmar Dreke, Douglas Welbat, Robert Levin ua

Inhalt: Ein neuer Fall für Brandermittlerin Livia Krämer und Christian Marx, Zugführer der Dresdner Feuerwehr. In den Trümmern eines abgebrannten Flüchtlingsheims wird die verkohlte Leiche eines Mannes entdeckt. Alles deutet auf Brandstiftung hin, weshalb Livia und Christian in der rechten Szene Dresdens auf Spurensuche gehen. Doch was weiß die junge Syrerin Reyhan über den Anschlag und den Toten im Keller? Ist sie vielleicht der Schlüssel zur Lösung des Falles?


Ohne große Umschweife kommt diese Folge zur Sache. Man ist unmittelbar im dramatischen Geschehen und man weiß binnen Sekunden, was da vor sich geht. Ich fand diesen Start für diese Geschichte ausgesprochen passend, denn die Handlung bleibt auch weiterhin so rasant und packend. Da ist man direkt gut darauf eingestimmt.
Obwohl die Leute der Feuerwehr ziemlich am Anfang eine Leiche in der Brandruine des Flüchtlingsheimes finden, wendet sich das Geschehen zunächst (über sehr lange Zeit) davon ab. So lange, dass es beinahe in Vergessenheit gerät, denn die Suche nach den Leuten, die hinter den Anschlägen stecken ist nicht minder interessant und spannend als die Suche nach einem Mörder. Marx und Krämer haben es mit einem beängstigenden Kreis von Menschen zu tun und teilweise kommen sie mit ihrem Einsätzen fast schon viel zu spät. Da fiebert man schnell mit.
Und ein paar nette Drehs sorgen außerdem dafür, dass man durchaus mal staunt. Es gab schon einige Erkenntnisse und Entdeckungen, die mich überrascht haben. Und die Jagd auf die Täter gipfelt letztlich in einem dramatischen Finale, bei dem ich ehrlich hin- und hergerissen war. Irgendwie konnte ich es schon verstehen, dass derjenige Welche seinen Kopf zumindest ein wenig aus der Schlinge zu ziehen versucht.
Selbstverständlich wendet die Story sich letzlich auch noch mal dem Tod des Mannes vom Anfang zu und beantwortet sie auf stimmige und nachvollziehbare Weise.

Bei den Sprecher vorab ein kleiner Dank: danke, dass lediglich einigen kleinen Nebenrollen der schauplatzgemäße, sächsische Dialekt auferlegt wurde und nicht allen Figuren 😉
Nana Spier ist als Livia Krämer zu hören und ihr gelingt es schnell, einem ein Bild von der Ermittlerin zu vermitteln. Hanno Friedrich bildet als Christian Marx eine gute Ergänzung zu ihr. Er versteht es, mal dem Beruf seiner Figur  entsprechend energisch zu klingen, in anderen Momenten aber auch einfach menschlich und sympathisch. Melek Ereney erweckt die junge Syrerin Reyhan mit glaubhaftem Akzent zum Leben.

In diesem Abschnitt gilt das größte Lob der Geräuschkulisse. Speziell die Szenen in den brennenden Gebäuden sind unheimlich packend in Szene gesetzt. Von der Sirene der Feuerwehr über das Fauchen der Flammen bis hin zum Einstürzen der Gebäude: es wirkt als stände man direkt daneben. Ein entsprechender Soundtrack tut sein Übriges dazu. Es sind oft mal lautere Stücke zu hören, stets mit Tempo und drängend.

Das Covermotiv ist gut gewählt. Die Gestalt in der Feuerwehruniform sieht fast ein wenig unheimlich aus. In seinem Visier spiegeln sich die Flammen und um ihn herum stieben Funken. Absolut passend zu so mancher Szene in der Geschichte.

Fazit: Stark. Einfach nur stark! In meinen Ohren eine der besten Folgen dieser Serie, voller Sprannung, Dramatik und so mancher Wendung, die einen staunen lässt.

Rezension – Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson Krimi (Ritta Jacobsson)

In Sveas Umgebung werden mehrere Mädchen überfallen, die Svea täuschend ähnlich sehen. Haben es die Täter in Wirklichkeit auf Svea abgesehen? Als sich auch noch Droh-Mails und seltsame Telefonanrufe häufen, bekommt Svea langsam Angst. Hat es etwas mit ihrer Aussage gegen die Erpresserbande zu tun? Will die Gruppe sie einschüchtern? Allein am See gerät Svea in tödliche Gefahr…

Da ist er also, Sveas 3. Fall. Nachdem mir “Todeswald” sehr gut gefallen hat, hat “Tödliches Schweigen” in meinen Augen bereits einen Rückschritt dargestellt, wenn auch keinen allzu großen. Den kann ich dafür nun “Eiskalte Drohung” bescheinigen. Es gibt nämlich etwas, das mir eine Serie, die ganz nach einer tollen Jugendkrimi-Reihe aussah im Nu verleidet: wenn man moralische Themen zum Mittelpunkt macht, die aber gleichzeitig auch einen deutlichen Schwachpunkt darstellen. Mobbing war es in “Tödliches Schweigen”, Fremdenhass und die Gefahren des Internts sind es nun in “Eiskalte Drohung”. Ohne Zweifel Themen, die die anvisierte Altersgruppe an Lesern betreffen und ansprechen dürften, aber ich für meinen Teil hatte mir von der “Svea”-Reihe einfach ganz normale, sehr spannende Krimis erwartet. So wie es eben mit “Todeswald” losging.
Doch das ist nicht das einzige Manko von “Eiskalte Drohung” Grundsätzlich beginnt die Story vielversprechend. Man ist sofort mittendrin und schon nach wenigen Seiten erwartet einen eine spannende und unheimliche Szene. Zudem hat mir die Idee, mit der Handlung an die Story aus Band 2 anzuknüpfen prima gefallen. So steht Svea und ihren Freunden bald die Verhandlung wegen der Erpresserbande aus Band 2 bevor. Alles sieht danach aus als lägen dort die Gründe für die neuen seltsamen Vorkommnisse.
Ich wünscht Rita Jacobsson wäre dieser Idee gefolgt, zumal sie Spannung versprach, interessant und vor allem logisch war. Was soll es da, plötzlich einen neuen Handlungsstrang aus dem Hut zu zaubern? Nur um dem moralischen Anspruch gerecht zu werden, den sie Reihe offenbar an sich hat? Meine Hochachtung: wenn ja, scheitert genau daran die ganze Chose! Der weitere Verlauf wirkt kontruiert und unlogisch. Von Spannung kann keine Rede mehr sein.
Vielleicht hat auch Svea das erkannt und deshalb keine Lust auf Ermittlungen. Von Detektivarbeit kann jedenfalls kaum eine Rede sein. Ganz selten mal eine Szene, sonst steht Svea meist daneben, wenn etwas passiert, oder ist zufällig vor Ort, wenn sich Zusammenhänge ergeben. Und oft genug blickt sie auch mal gar nichts. Wo sind ihr Mut, ihre Intelligenz und die Spürnase?
Verschüttet unter Massen an Privatleben? Gut möglich, denn Sveas Familie und Freunde spielen in dieser Band eine größere Rolle als es eigentlich nötig gewesen wäre. Und das sage ich, wo ich mich speziell für Sveas chaotisches Liebesleben sehr begeistern kann!

Mit 239 Seiten ist “Eiskalte Drohung” nicht gerade ein Wälzer. So hatte ich es an einem Tag ausgelesen. Es liest sich leicht und flüssig. Würde sich die Geschichte nicht so verrennen, hätte sie sicher auch Spass gemacht. So habe ich mich mehrmals dabei ertappt, wie ich versucht war, hier und da einen Absatz zu überspringen.

Look und Covermotiv versprechen mehr als die Story hält. Düster wie es sich für einen Krimi gehört, und ein Motiv im Mittelpunkt das obendrein auch noch einen Schuss Action andeutet. Wenn es nur so wäre…

Fazit: Moralisch-pädagogisch in allen Ehren, aber bitte nicht auf Kosten der Geschichte Denn die wirkt dadurch mühsam zusammengestrickt, konstruiert, unlogisch und unspannend. Wäre mir Svea als Charakter nicht so sympathisch, hätte ich die Serie nach Band 3 aufgegeben. So bekommt sie aber noch eine weitere Chance, in der Hoffnung, dass es da wieder mehr Richtung “Todeswald” geht.


Titel:  Eiskalte Drohung – Ein Svea Andersson-Krimi
Autor:  Ritta Jacosson
Seiten:  239
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440123775
Preis:  € 10,95 (HC)

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