Freunde

Die Mühle (Elisabeth Herrmann)

The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben? Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus.

Auch dieses Buch habe ich noch 2016 gelesen. Elisabeth Herrmanns Jugendthriller haben mir im Schnitt immer ganz gut gefallen und auch wenn bei diesem Buch von einem All Age-Thriller gesprochen wird, die Hauptfiguren sind für mich noch jung genug um es als Jugendthriller zu verstehen.
Ich muss gestehen, dass ich Lana anfangs nicht wirklich verstanden habe. Wie kommt man dazu, solch eine Einladung einfach anzunehmen? Das ist doch so schon von vorne bis hinten seltsam und undurchschaubar. Außerdem stand sie nie in sonderlich guter Beziehung zu ihren alten Schulkollegen, und da nimmt sie einfach so diese Einladung an und fährt mit ihnen in Wald und Berge? Ich weiß ja nicht. Aber klar, würde sie sich nicht darauf einlassen, hätte die Story keinen Aufhänger. Alleine durch diese Entscheidung wurde ich mit Lana sehr lange nicht richtig warm.
In der kleinen Reisegruppe musste ich mich erst zurechtfinden, wer welche Position hat, wem welche Rolle zukommt und wer welche Charaktereigenschaften mitbringt und was all das für die Gruppe für eine Rolle spielt. Erfreulicherweise ist die Gruppe nicht allzu groß, so ging das Zurechtfinden ziemlich fix. Ich bin ja bekanntlich gar kein Fan davon, mich bei einer ganzen Schar Figuren einfinden zu müssen. Eine gewisse besonders gefährliche Situation bringt das Wesen der einzelnen Figuren außerdem so klar ans Tageslicht, dass man sich spätestens dann klar über die Charaktere ist.
Das Setting mit der alten Mühle entsprach ganz meinem Geschmack. Sie wird wunderbar düster und unheimlich beschrieben, aber genau deshalb auch irgendwie schön und geheimnisvoll. Anfangs fühlte ich mich dort -genau wie die Gruppe- sogar noch auf urige Weise wohl, doch dann geschehen die ersten seltsamen Vorkommnisse. Zunächst sind sie nur eher seltsam, nehmen dann aber schnell an Bedrohlichkeit zu. Als einer der jungen Leute verschwindet, ist der erste Höhepunkt erreicht.
Aber schon vorher gibt es einige Anlässe zum Wundern und auch zum Schaudern. Und natürlich fragt man sich recht schnell, was oder wer dahinterstecken könnte, und warum eigentlich. Ich habe schon in der Gruppe viel herumspekuliert. Es gibt da so manche Gestalt, die ich mir gut als Täter hätte vorstellen können. Doch dann steckte eben genau diese Person wieder in lebensgefährlichen Schwierigkeiten und ich habe ich wieder umorientieren müssen. So blieb es bis zum Schluss wirklich spannend.
Elisabeth Herrmann schont ihre Figuren nicht. Sie geraten in einige wahrlich haarsträubende und gefährliche Situationen, die mehr als einmal schier auswegslos wirken und den Leser an den Fingernägeln knabbern lässt vor Aufregung. Der Gruselfaktor ist dabei mitunter auch recht hoch und ich bin manches Mal bei Geräuschen beim Lesen aufgeschreckt. So gehört sich das für einen Thriller!
Es gibt aber auch den einen oder anderen Punkt, der nicht so nach meinem Geschmack war. Einmal sind es diese häufigen, ausschweifenden Beschreibungen. Geraden wenn es um Gegenden wie einen Wald geht, kann ich damit nichts anfangen und es bremst mich beim Lesen aus. Auch Lanas Gedanken / Erinnerungen fielen mir manches Mal zu ausführlich aus. Weiterhin muss Lana ja wirklich hunderte von Schutzengeln haben. Ja, auch das muss für die Story wohl so sein, aber so richtig glaubhaft wirkte es nicht auf mich.
Insgesamt gesehen sind das jedoch nur Kleinigkeiten, die mir den Spass an der Geschichte nicht nehmen konnten.

Es hat etwas länger als gewöhnlich gedauert bis ich “Die Mühle” ausgelesen hatte. Wie schon erwähnt haben mich die weitschweifigen Beschreibungen und Gedanken immer mal wieder ausgebremst. Allerdings gibt es auch sehr viele Dialoge, was bei so vielen Figuren ja auch kaum ausbleibt und die widerum ließen sich für mich wunderbar lesen. Die Kapitel sind durchweg ziemlich kurz, was schnell dazu verleitet, dass man sich denkt ‘ach, eines schaffst du noch ehe du schlafen musst’ und dann war es bei mir doch wieder mehr als eins und ziemlich spät geworden.

Das Cover finde ich einfach genial. So schön finster und so unheimlich irgendwie mit der nur angedeuteten Mühle und den schwarzen Vögeln. Für mich ein echter Blickfang im Regal und ein Motiv, das eine spannende, düstere und unheimliche Story verspricht.

Fazit:  Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mir “Die Mühle” sehr gut gefallen. Eine durchweg spannende Story, die ihre Figuren in wahrlich lebensbedrohliche Situationen bringt. Da kann man mehr als einmal mit den Charakteren bangen. Gleichzeitig fand ich die Frage unsagbar spannend, wer warum hinter den Vorkommnissen stecken könnte. Ich habe wirklich bis zur Auflösung gegrübelt, zu kombinieren versucht und verdächtigt. So hat mir “Die Mühle” wirklich Spass gemacht.


Titel: Die Mühle
Autor: Elisabeth Herrmann
Seiten: 448
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570164235
Preis: € 17,99 (Broschiert)

Girl Online (Zoe Sugg)

Girl online (Zoe Sugg)Unter dem Namen Girl Online schreibt die 15-jährige Penny einen Blog über die täglichen Dramen in der Schule. Über Jungs, über ihre verrückte Familie – und über die Panikattacken, die sie seit einiger Zeit immer wieder bekommt. Außer ihrem besten Freund Elliot weiß niemand, wer die Autorin dieses Blogs ist, dessen Fangemeinde immer größer wird. Im wirklichen Leben sinkt Pennys Fangemeinde dagegen nach einem megapeinlichen Auftritt in der Schule weit unter Null. Da kommt ein Auftrag der Eltern in New York gerade recht. Penny darf mitkommen und trifft den hinreißenden Noah, der Gitarre spielt und in den sie sich sofort verliebt. Die beiden verbringen Weihnachten und ein unvergessliches Silvester zusammen. Doch erst als sie wieder nach Hause kommt, erfährt Penny, dass Noah ihr nicht alles erzählt hat.

Eines muss ich vorwegschicken: ich kannte den Youtube-Superstar Zoella bis zu diesem Buch nicht. Als ich das auf der ersten Seite gelesen habe, hätte ich das Buch beinahe spontan wieder weggelegt. Ich bin auf der diejährigen Buchmesse in Leipzig zwei sogenannten Youtube-Superstars begegnet bzw in den Schwarm ihrer Jünger geraten und seitdem ziemlich bedient was solche Berühmtheiten angeht.
Doch Kneifen gilt nicht, also habe ich doch weitergelesen und bin im Nachhinein mehr als froh darüber. “Girl Online” ist rundum ein super schönes Buch.
Die 15jährige Penny mochte ich auf Anhieb, vermutlich weil sie mich so sehr an mich selber in dem Alter erinnert. In der Schule -also offline- hängt sie sich oft an die falschen Freunde, die sie meist nur ausnutzen. Das tat mir sehr leid für sie. Und ich weiß auch ganz genau, wie es ist, wenn man ein bisschen tollpatschig ist und sich dadurch zum Gespött der Mitschüler macht. Das ist ebenfalls grässlich. Daher konnte ich gut nachvollziehen, wieso Penny mit sich selbst so sehr im Unreinen ist. Sie ist alles andere als dumm, was man vor allem an den schlauen Artikeln auf ihrem Blog merkt, doch mit Klugheit kommt man als Fünfzehnjährige nicht unbedingt sehr weit. Online dagegen findet man so schnell Freunde, soweit man das denn so nennen kann. So hat Penny auf ihrem Blog viele Fans und die trösten sie oft über ihren Kummer hinweg. Irgendwo ist es erstaunlich, dass sowas heutzutage geht, aber schön ist es eben auch und ich denke, viele junge Leserinnen kennen diesen Gegensatz zwischen online und offline nur zu gut. Online braucht es oft nur einen Klick und man ist mit jemandem befreundet. In der Realität gestaltet sich das oft erheblich schwieriger.
Genauso gerne wie ich Penny mochte, mochte ich auch ihren Freund Elliot. Er ist ein so liebenswerter Kerl mit seinem schrägen Klamottengeschmack, den lustigen Sprüchen und dem ewigem Gram wegen der Einstellung seiner Eltern ihm gegenüber. Und er ist Penny eindeutig der weltbeste Freund! So jemanden muss man einfach mögen.
Mit der Reise nach New York wendet sich für Penny das Blatt. Dort ist sie weit weg von den boshaften Kids in ihrer Schule und unter lauter Leuten, die sie mögen bzw mit denen sie super klarkommt. Man spürt beim Lesen richtig, wie erleichtert Penny ist, wie sie sich entspannt und das Geschehen zuhause hinter sich lässt. Sie wirkt gleich viel fröhlicher und lockerer, was ich ihr von Herzen gegönnt habe. Diesen Neustart hat sie verdient.
Als sie Noah kennenlernt, entspinnt sich eine sehr schöne Lovestory. Natürlich, ein bisschen kitschig und rosarot geht das dabei schon zu. Aber weil mir Penny zuvor so leid getan hat, habe ich das gerne in Kauf genommen. Wer sowas durchgemacht hat, dem sei ein wenig Kitsch gegönnt. Noah ist halt auch einfach nett und cool. Und vor allem tut er Penny und ihrem Selbstbewusstsein so richtig gut.
So schön ich die Story bis dahin fand, ich habe mich natürlich auch gefragt, wann der große Umbruch kommt. Solche Lovestorys haben doch immer irgendein Drama in petto. Und hier müsste es doch irgendwie auch mit Pennys Blog zu tun haben, denn sonst würde der keine so große Rolle spielen. Ob es mit dem Geheimnis zu tun hat, das Noah zu umgeben scheint?
Der Wendepunkt kommt dann aber so richtig erst als Penny wieder zuhause ist. Sie entdeckt, wer Noah tatsächlich ist und das alleine ist verletztend genug. Doch auch auf ihrem Blog geraten die Dinge daraufhin aus den Fugen und die vermeintlichen “Freunde” machen binnen kürzester Zeit Front gegen Penny. Da ihr Blog sehr berühmt ist, bekommen bald auch Zeitungen davon Wind und dann geht es so richtig rund. Und wer steckt eigentlich dahinter?
Hier wird schön deutlich, wieviel man auf Online-Freunde oft geben kann. Allzu sehr wird aber nicht mit dem moralischen Zeigefinger gewunken, was ich gut fand. Sowas mag ich nicht. Die Warnung, die Sache mit der Online-Freundschaft nicht zu ernst zu nehmen, kommt rüber. Das muss reichen .Dabei bleibt es aber auch. Im Wesentlichen ist die Geschichte weiterhin unterhaltsam und spannend und turbulent. Für eine Weile hatte Penny – und somit auch ich- einen ganz bösen Verdacht, wer die Sache um Noah und Pennys Blog losgetreten haben könnte. Und natürlich wollte ich wissen, ob das mit Noah und Penny wieder ins Reine kommen würden. Somit war speziell in diesem Teil der Story ordentlich Spannung drin.

Ich konnte das Buch fast nicht aus der Hand legen. Penny erzählt so locker und teeniemäßig frisch von ihren Erlebnissen, dass die Seiten nur so dahinflogen. Wäre ich nicht irgendwann zu müde gewesen, hätte ich das Buch in einem Rutsch gelesen. Für zusätzliche Auflockerung sorgen Pennys Blogartikel. Viele sind es aber nicht, da hattte ich mehr erwartet. Aber ich finde, so ist das Verhältnis zwischen Blogartikeln und der Geschichte ideal. Immerhin gibt sie einem quasi durch die Blume ja zu verstehen, dass man das Leben nicht zu sehr ins Netz verlegen sollte.

Das Cover prsäentiert sich ziemlich rosarot. Normalerweise bin ich davon nicht so der Fan, aber hier lasse ich es gelten. Penny lasse ich jedes Rosarot durchgehen. Am meisten mag ich aber die Fotos, die Szenen und Schauplätze aus der Geschichte zeigen. Das macht neugierig, und Fotos gehören zu einem Blog einfach dazu.

Fazit:  Entgegen meiner ersten Einschätzung hat mir “Girl Online” super gut gefallen! Eine wunderschöne, spannende und auch romantische Geschichte mit zwei (später dann drei) absolut liebenswerten Hauptfiguren. Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Sache mit den Online-Freunden etwas ist, was man mit Vorsicht genießen sollte. Auf der Botschaft wird erfreulicherweise nicht herumgeritten bis zum Gehtnichtmehr, aber sie ist da und kommt auch trotzdem an. “Girl Online” ist rundum einfach eine süße Geschichte, die mich auch einige Male zu Tränen gerührt hat. Der Wendepunkt hätte für mich etwas früher kommen dürfen. Er ist ziemlich spät dran. Doch das kann dem Gesamteindruck von der Geschichte nicht viel anhaben.


Titel: Girl Online
Autor: Zoe Sugg
Seiten: 412
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570171318
Preis: € 14,99

Gregs Tagebuch (01) – Von Idioten umzingelt (Jeff Kinney)

greg01Ein neues Schuljahr hat angefangen. Der 13-jährige Greg Heffley geht jetzt auf die Junior Highschool, und die ist so ungefähr die bescheuertste Idee aller Zeiten. Dort werden Kinder, frisch aus der Grundschule, zusammengeschmissen mit riesigen Gorillas, die sich zweimal täglich rasieren müssen. Und da wundern sich alle, dass es so viele Prügeleien gibt. So ein Leben als Teenager steckt voll ungeahnter Gefahren und komischer Missverständnisse. Also beginnt Greg einfach mal in seinem Tagebuch zu notieren, was er alles erlebt und was ihm tierisch auf die Nerven geht. Allen voran wäre da sein trotteliger Kumpel Rupert, der manchmal ganz schön peinlich sein kann. Doch als Ruperts Popularität in der Schule plötzlich steigt, versucht Greg seinen eigenen Vorteil daraus zu ziehen.

Auf diese Reihe war ich bereits sehr lange sehr neugierig. Allerdings hatte ich nach einer Reihe ähnlicher Art, die ich vor Längerem gelesen habe, ziemliche Bedenken. Der Titel reizte dann aber zu sehr um es nicht wenigstens mal zu versuchen. Denn wer fühlt sich nicht hin und wieder (oder auch öfter ;)) so, wie es der Titel beschreibt?
Diese Bedenken verflüchtigten sich bereits nach den ersten paar Seiten. Ich mochte Greg auf Anhieb und er tat mir auf Anhieb sehr leid wie er sich durch den Start an der Junior High kämpft. Ich fühlte mich stark an meine eigene Schulzeit erinnert und so etwas sorgt automatisch für einen guten Draht zur Figur.
Doch Greg hat nicht nur in der Schule mit allerlei Problemen zu kämpfen. Sein Kumpel Rupert ist zwar eine Seele von Mensch, neigt aber zu Peinlichkeiten. Gregs älterer Bruder Roderick ist ein ausgewachsener Rüpel, der kleine Bruder Manni eine Nervensäge, die für keine Schandtat der Welt mal Ärger von den Eltern bekommt. Und dann sind da natürlich noch die Gemeinheiten eines Teenagerlebens an sich.
Nein, Greg hat es wahrlich nicht leicht. Deshalb hatte ich vollstes Verständnis dafür, dass er oft versucht, sich Unannehmlichkeiten so hinzubiegen, dass er es leichter hat. Oder ihnen nach Möglichkeit schlicht aus dem Weg zu gehen. Dabei kommt es nicht selten zu schrägen Situationen und einer Menge Chaos, wodurch Greg am Ende doch wieder als der Gelackmeierte dasteht. Aber man muss ihm anrechnen: Aufgeben ist niemals eine Option! Daher rührte für mich auch die Spannung der Geschichte. Ich war stets gespannt, ob und wie Greg sich durch das Leben mit all seinen Stolpersteine schlagen würde. Und welche Stolpersteine eben noch auf Gregs Weg liegen würden. Vielleicht würde er ja am Ende doch wenigstens als kleiner Held dastehen.
Ich habe bei diesem Buch wirklich oft und sehr gelacht. Greg hat eine wunderbar gewitzte, lockere Art zu erzählen. Eben ganz so wie ein normaler Zwölfjähriger daher reden würde. Und was er nicht so richtig gut erzählen kann und / oder wovon er meint, dass es dem Leser verdeutlicht werden sollte, das zeichnet er in sein Tagebuch. Speziell die Untertitel dieser Zeichnung haben es gehörig in sich. Da kommt man um ein Grinsen einfach nicht umhin.

Ich habe das Buch an einem Abend ausgelesen. Gregs flapsige Erzählweise liest sich einfach weg wie nix. Außerdem treibt ein solcher Tagebuch-Stil mein Lesetempo ohnehin immer ordentlich an. Kurz und knackig und so rasant, dass man einfach nicht mehr aufhören kann. Die Comiczeichnungen lockern außerdem auf. Es gibt eine ganze Menge dieser Zeichnungen. So bleibt auf den Seiten nicht mehr so viel Platz für Text, weshalb man ihn flott gelesen hat. Für die Zeichnungen sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen. Es lohnt sich, wie ich finde. Sie sind zwar nicht besonders detailreich oder sonstwie aufwendig, aber die wesentlichsten Elemente der jeweiligen Szene oder Person sind unübersehbar vorhanden.

Auf dem Cover ist natürlich Greg zu sehen und er schaut alles andere als begeistert aus der Wäsche. Dann darüber dieser Titel, das macht natürlich neugierig, was da eigentlich los ist. Und mal ganz ehrlich, es gibt Tage, da stehe auch ich -zumindest gefühlsmäßig- so da und frage mich, wer bloß all die Deppen um mich herum rausgelassen hat. Ich habe mich also ein Stück weit auch selber in Gregs Haltung wiedergefunden.

Fazit:  Mir hat der erste Band von “Gregs Tagebuch” richtig gut gefallen und viel Spass gemacht. Der arme Kerl tat mir oft ganz schön leid und ich habe immer gehofft, dass es vielleicht doch noch mal besser für ihn werden würde. Andererseits gäbe es ohne all die Querelen in seinem Leben weit weniger für den Leser zu lachen. Denn Gregs sämtliche Bemühungen, es sich irgendwie an irgendeiner Ecke leichter zu machen, enden im Chaos. Und das macht widerum so richtig Laune. Außerdem habe ich mich hier und da in ihm widergefunden. Nicht nur im Covermotiv 😉 Schön, dass die ersten Bände inzwischen als Taschenbuch und damit für kleineres Geld zu haben sind. Ich werde Gregs Teenagerleben mit Sicherheit weiter verfolgen.


Titel: Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt
Autor: Jeff Kinney
Seiten: 224
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3833936326
Preis: € 13,99 (HC), 8,99 (TB)

Die Rottentodds (01) – Onkel Deprius dunkles Erbe (Harald Tonollo)

rottentodds01Nur weg von diesen Verrückten!
Pollys Entschluss steht fest. Keinen Tag länger hält sie es mit ihrer Familie aus. Die seltsamen Vorlieben von Patrizius, Prospera, Pampe und Palme gehen ihr gehörig auf die Nerven: SchmeiÃxfliegensalat zum Frühstück, entspannen im Spinnenpool und Spritztouren im Leichenwagen. Doch dann macht Polly in dem alten Haus ihres kürzlich verstorbenen Onkel Deprius eine ungeahnte Entdeckung und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Kürzlich war mir danach, mal wieder ein Kinderbuch zu lesen. Da fiel mir dieser erste Band der Rottentodds in die Hände, der schon geraume Zeit auf meinem SUB lag. Ein Kinderbuch, das obendrein ein wenig gruselig klang. Genau richtig also!
Die Familie Rottentodd gefiel mir auf Anhieb. Natürlich ist sie ein wenig anders als normale Menschen. So steht gerne mal eine Schale Schmeißfliegensalat auf dem Tisch und ein Bad in lauter krabbelnden Spinnen ist für sie ein Genuss. Jedenfalls für die meisten Familienmitglieder. Lediglich Tochter Polly ist mit ihren blonden Haaren und der Vorliebe für Schnitzel mit Pommes ziemlich aus der Art geschlagen. Erst fürchtete ich, dass ihre Familie sie deshalb anders oder schlechter behandeln würde, doch zum Glück war es nicht so. Das fand ich toll!
Polly ist es auch, die die Familie in dieses erste Abenteuer stürzt. Denn sie lernt an ihrer neuen Schule einen Jungen kennen, mit dem irgendetwas nicht stimmt und der ziemlich unglücklich zu sein scheint. Sie macht sich daran herauszufinden, was da los ist und macht eine fiese Entdeckung. Doch was kann man tun?
Nun, wenn man eine Familie wie die Rottentodds hat, hat man da durchaus seine Möglichkeiten. Denn im Ernstfall halten die Geschwister Rottentodd trotz aller Unterschiede zusammen wie Pech und Schwefel. Das gerade vom verstorbenen Onkel geerbte Haus samt einem ungeahnten Vermächtnis im Keller kommt da gerade recht.
Ich fand es lustig über Pollys Erlebnisse an der Schule und mit ihrer ungewöhnlichen Familie zu lesen. Die Rottentodds sind auf kindgerechte Weise schaurig, doch Albträume bekommt man von ihnen auf keinen Fall. Dafür sind sie alle auf ihre Art doch zu liebenswert. Außerdem hat es mir gefallen, dass sie Polly akzeptieren wie sie ist. Obwohl…ein kleines bisschen echte Rottentodd steckt auch in Polly wie sich im Laufe der Geschichte zeigt.
Ein kleine, aber wichtige Botschaft steckt ebenfalls in der Geschichte. Nämlich, dass man sich helfen sollte, wenn man merkt, dass mit jemandem etwas nicht stimmt. Und dass man Freunde und / oder eine Familie braucht, auf die man sich verlassen kann. Und natürlich, dass es falsch ist, mit jemandem so umzugehen, wie mancher mit Pollys neuem Freund umgeht. Das sind wichtige Botschaften für junge Leser, wie ich finde.

Die 129 Seiten waren an einem Abend schnell gelesen. Die große Schrift, kurze Kapitel, ein kindgerechter und witziger Schreibstil und die zahlreichen Illustrationen machen “Onkel Deprius dunkles Erbe” zu einer leichten und unterhaltsamen Lektüre. Genau richtig für Kinder ab 8 Jahren, denke ich. Aber auch ich lese gerne mal ein Buch so im Nullkommanix weg.

Den Look des Buchs finde ich einfach nur genial. Ich mag solche grellen Farben zusammen mit Schwarz einfach unheimlich gerne. Das ist ein Hingucker. Und es passt zu der düster-schillernden Familie Rottentodd wie die Faust aufs Auge. Im Buch findet man viele schöne Illustrationen, die einem zusätzlich ein Bild von der Familie und den Ereignissen vermitteln.

Fazit: Ich werde an dieser Reihe dran bleiben! Die liebenswert schaurige Familie Rottentodd hat mir sehr gut gefallen. Das erste Abenteuer ist lustig, ein wenig spannend und dezent gruselig. Kinder, die beispielsweise auch “Der kleine Vampir” kennen und mögen, werden ihre Freude an dem Buch haben. Es las sich weg wie nichts. Solche unterhaltsamen Büchersnacks mag ich zwischendurch sehr gerne. Außerdem kommen die Folgebände farblich ebenso schön grell daher. Nebeneinander im Regal sieht das sicher klasse aus.


Titel:  Die Rottentodds (01) – Onkel Deprius dunkles Erbe
Autor: Harald Tonollo
Seiten:  129
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN: 978-3815796870
Preis:  € 9,95 (HC)

Viel Spaß mit Onkel Tobi (Hans Georg Lenzen / Charly Hübner)

Titel: Viel Spaß mit Onkel Tobi  / Verlag: Hörcompany / Spielzeit: ca. 30 minn / Buch: Hans Georg Lenzen / gelesen von: Charly Hübner

onkeltobiInhalt: Seit 50 Jahren sind die Versgeschichten von Onkel Tobi bei Jung und Alt beliebt. Hans-Georg Lenzen erzählt in humorvollen einprägsamen Reimen von Onkel Tobis Alltagsleben und seinem Geburtstag. In fröhlichen Reimen erzählt Hans Georg Lenzen aus dem Leben von Onkel Tobi. In diesem Hörbuch sind die alle vier Geschichten versammelt: Onkel Tobi, Onkel Tobis Landpartie, Zu Besuch bei Onkel Tobi und Onkel Tobi hat Geburtstag. Die eingängigen humorvollen Reime und mitreißende Musik machen den Klassiker zum großen Hörspaß. Mit der Pferdekutsche geht es zum wöchentlichen Einkauf in der Stadt und dabei trifft Onkel Tobi auf so manchen Bekannten, dem er etwas mitbringen soll. Der Onkel nimmt kleine Hörer mit zu einem Ausflug aufs Land und zu einer Kirmes und feiert mit ihnen seinen Geburtstag. Außerdem lädt er zu einem Besuch bei sich ein und präsentiert passend zu jeder Jahreszeit seine schönsten Lieblingsspiele und Hobbys.


Seit über 50 Jahren gibt es die Geschichten um Onkel Tobi also schon? Ich jedenfalls kannte sie bislang nicht. Das Hörbuch war eine Empfehlung und weil mir der Titel gar nichts sagte, bin ich dieser Empfehlung gerne nachgekommen. Wie der Klappentext bereits verrät, sind auf der CD vier Geschichten mit Onkel Tobi, den Tieren auf seinem Hof und seinen Freunden zu hören. Sie sind sehr kurz (das gesamte Hörbuch dauert nur etwa 30 Minuten) und beschreiben anschaulich viele schöne Erlebnisse von Onkel Tobi und seinen Freunden. Mal unternimmt man einen Ausflug, dann geht es zum Einkaufen oder es wird Geburtstag gefeiert. Also allesamt Ereignisse, mit denen auch Kinder bereits gut etwas anfangen können. Sie sind unterhaltsam, manchmal sogar richtig lustig und ein ganz kleines bisschen spannend geht es ebenfalls zu. In einem Maße, das auf Kinder zwischen 5 und 7 Jahren zugeschnitten ist natürlich. Jetzt, wo ich weiß, wie viele Jahre die Geschichten bereits “auf dem Buckel” haben, freut es mich umso mehr, dass sie trotzdem so modern klingen.
Das Besondere an den Abenteuern von Onkel Tobi ist, dass davon in Form von Versen erzählt wird. Ich fürchtete zunächst, dass ich es nun mit einer altmodischen Sprache und / oder umständlichen Sätzen zu tun bekommen würde (das verbindet man ja oft mit dem Begriff “Gedicht”), doch keine Spur davon! Diese Gedichte sind einfach gehalten, sodass Jung und Alt sie leicht versteht.

Schauspieler Charly Hübner habe ich mit “Onkel Tobi” zum ersten Mal als Hörbuchsprecher gehört. Er hat eine angenehme ruhige und warme Stimme, die ein Gefühl von Gemütlichkeit vermittelt, und die gehört zum Hörbuchhören eindeutig dazu. Für einzelnen Figuren hat er markante Stimmen auf Lager, ohne dabei aber je überzogen zu klingen. Das hätte zu diesen Geschichten auch nicht gepasst.

Eine Reihe Musikstücke begleitet die vier Geschichten. Sie stehen ihnen wirklich gut und unterstreichen die Fröhlichkeit darin.

Na gut, vielleicht hätte ich mir beim Anblick des Covers schon denken können, dass die Geschichten nicht so ganz neu sind ;), aber in erster Linie hat mir das Stil  gefallen, weil er mich -was Onkel Tobi angeht- an die “Vater & Sohn”-Cartoons erinnert hat. Die finde ich immer noch toll. Sonst ein fröhlich buntes Motiv, das Kinder durchaus ansprechen dürfte.

Fazit:  Vier schöne und fröhliche Geschichten, mit denen bereits die jüngsten Hörer etwas anfangen können. Die Versform ist eingängig und ich kann bestätigen, dass man nach zweimaligem Hören bereits die eine oder andere Zeile auswendig kann.

 

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