Gabriel Burns

Gabriel Burns (36) – Am Ende aller Tage

Titel: Gabriel Burns (36) – Am Ende aller Tage / Verlag: Decision Products / Spielzeit: ca. 64 min / Sprecher: Björn Schalla, Bianca Krahl, Timmo Niesner, Jürgen Kluckert, Sabrina Heuer ua

burns36Inhalt: Larry Newman löste die Atemschutzmaske vom Gesicht. Er setzte den neuen Filter ein, klemmte den verkrusteten Verschluss zwischen die Zähne und drehte ihn langsam zurück in das Gewinde. Ohne Maske konnte ein menschlicher Organismus nicht länger als zwei Minuten bei Bewusstsein bleiben. Ohne Bewusstsein war der Tod nur eine Frage kurzer Zeit.
Drei Tage … In weiter Ferne glühte ein riesiges, kuppelartiges Gebilde. In fahlem Grün. Der Widerstand sendete nicht länger. Die Störfelder waren zu stark geworden. Aschewolken wehten über das trostlose Land. Von der namenlosen Kleinstadt im Tal waren nur Ruinen übrig geblieben.


Mehr als zwei Jahre ist es nun seit der letzten Folge her. Zweifellos eine lange Zeit. Da kann ich die Fans der Reihe gut verstehen, wenn sie sich freuen, dass es endlich weitergeht. Mein Fall ist diese Reihe nie 100% ig gewesen, aber gelegentlich fand ich doch mal eine Folge wirklich stark. Da ich von diesem Neustart keinen Voltreffer erwartet hatte, bin ich ihm verhalten begegnet. Ich muss aber sagen, dass “Am Ende aller Tage” zu den Folgen gehört, die mir ganz gut gefallen haben. Selbst ich als jemand, der die die vorigen 35 Folgen nicht aus dem FF herbeten kann, war schnell wieder in der Geschichte drin. Die Reihe vergisst man scheinbar nicht so schnell. Erfreulicherweise begleitet man Larry Newman und Joyce Kramer, und damit zwei Charaktere, die mir seit je her mit am besten liegen. Wobei ich mich hier aber schon oft gefragt habe, wohin meine toughe Joyce verschwunden ist. Ich habe sie in dem jammervollen Geschöpf kaum wiedererkannt. Ich will sie zurück! Dagegen hat mir Larry Newman prima gefallen, der wohl die wichtigste Rolle in dier Folge übernimmt. Er ist es, der Joyce und sich durch den Schrecken dieser Geschichte führt. Und der hat es wirklich in sich. Es gibt einige Szenen, die so bildhaft dargestellt werden, dass es einen beim Hören schaudert. Das sorgt für Spannung und schnell überträgt sich die bedrohliche und bedrückende Atmosphäre auf den Hörer. Die Handlung ist schön geradlinig und hat keinen einzigen Moment der Länge zu verzeichnen. So vergehen die Stunde und ein paar Minuten ausgesprochen flott. Zwar ohne den Titelhelden, aber ich hab’ ja schon immer gesagt: wenn eine gute Geschichte aufgefahren wird, dann brauche ich den auch nicht 😉

Björn Schalla hat hier die größte Rolle für sich. Ich mag seine angenehme Stimme einfach, mit der er so prima verschiedene Stimmungen rüberbringt. Mal beruhigend, dann wieder drängend und energisch. Bianca Krahl ist natürlich weiterhin als Joyce Kramer zu hören. Und ja, Joyce hat einiges hinter sich, aber ich möchte demnächst doch gerne wieder die coole Joyce hören. Hier beweist Bianca Krahl vor allem dass sie jammern kann. Mit einem recht kleinen Auftritt ist Timmo Niesner als Dorgan Fink mit dabei, der diesem Charakter für mich etwas wunderbar Undurchschaubares gibt. Ich weiß immer noch nicht, ob und wie weit ich Fink trauen kann.

Der Soundtrack bleibt sich treu, auch eher hat die Zwangspause gut überstanden. Es sind weiterhin düstere Stücke zu hören, die der Handlung einen bedrohlichen und irgendwie hoffnungslosen Anstrich verleihen. So kennt man das als Fan, und es ist schön, dass es beibehalten wurde. Für eine Gänsehaut braucht es keine lauten Schreckmomente. Das beweist diese Folge einmal mehr.

Beim Cover musste ich zweimal hinschauen ehe ich genau erkannte, was dargestellt ist. Zwei Menschen mit Gasmasken, dahinter eine finstere Landschaft wie man ihn sich für den Weltuntergang vorstellt. Das passt gut zur Story.

Fazit: Das Comeback der Reihe ist gelungen. Die Folge greift die Atmosphäre der vorigen Episoden spielend wieder auf. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass man sie nicht nur für kurze Zeit wachgeküsst hat und sie bald schon wieder in einen Todesschlaf fällt.

Gabriel Burns (30) – Weiß

Titel:   Gabriel Burns (30) – Weiß / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 54 min / Sprecher:   Jürgen Kluckert, Bern Vollbrecht, Björn Schalla, Viola Sauer, Ernst Meincke, Max Oscar Schälte, Mario v. Jascheroff u.A.

Inhalt: Die Luft flimmerte. Der Gang hatte eine Biegung gemacht und plötzlich war er allein. Die weißen Mauern der Villa verloren an Sustanz. Der Hauch vergangener Äonen überkam ihn – als die Erde noch jung war.

Über der Stadt thronte ein bleicher Mond zwischen blutleeren Sternen. Das Rauschen lederner Schwingen drang durch die Nacht.

Die Ankunft der Engel. Er sehnte sich nach ihnen und nach dem Ende aller Zweifel.


Endlich, von den Fans der Serie lang erwartet, ist sie da.
Die Jubiläums-Folge von Gabriel Burns, von der sich viele ein paar (oder auch mehr) Antworten erhoffen.

Ob „Weiß“ tatsächlich Antworten gibt, das muss letztlich jeder für sich entscheiden, sicher aber nicht in dem erhofften Maß.
Nachwievor bleibt Vieles ungeklärt.
Wer ein fulminantes Ende mit der großen Auflösung erwartet, wird enttäuscht werden.
Eines jedenfalls sei verraten: Steven wird in dieser Folge vor eine schwere Entscheidung gestellt und mit dieser Entscheidung scheint einer der Haupthandlungsstränge zu enden.
Ich schreibe bewusst ‚scheint‘ , denn konnten wir uns in der Gabriel Burns – Reihe jemals einer Sache sicher sein…?

Wie üblich kann über die Sprecher nichts anderes gesagt werden, als dass sie oberste Liga sind.
Besondere Erwähnung verdient jedoch der Erzähler.
Jürgen Kluckert hat es zwar bisher in jeder Folge geschafft durch Betonung und Pausen Atmosphäre zu schaffen, Stimmungen zu vermitteln und dem Hörer Szenen so zu schildern, dass man sie quasi vor sich sieht.
In „Weiß“ –es ist nahezu unglaublich- gelingt es Kluckert tatsächlich, sich in dieser Hinsicht noch zu steigern.

Auch die Musik ist wie gewohnt vom Feinsten, vielfältig und immer exakt auf die jeweiligen Szenen abgestimmt.
Am Ende erwartet den Hörer eine Überraschung in Form des Liedes „Here comes the flood“
Ursprünglich stammt es von Peter Gabriel (da könnte der wahre Fan glatt ein kleines Wortspielchen zwischen dem Namen des Sängers und der Hörspielreihe vermuten), im Anschluss an „Weiß“ hören wir eine Coverversion davon.

Dass Folge 30 etwas Besonderes sein würde, das ließ das Cover bereits im Vorfeld erahnen.
Ungewohnt hell nach 29 Folgen mit düsteren Covermotiven zeigt es eine Szene aus dem Hörspiel und passt ohne jede Frage zum Titel des Hörspiels.

Fazit:   Das lange Warten hat sich gelohnt.
Mit „Weiß“ ist Volker Sassenberg ein Hörspiel gelungen, das die Bezeichnung ‚Jubiläumsfolge‘ verdient.
Es war schwer vorstellbar, dass „Gabriel Burns“ sich noch würde steigern lassen.
„Weiß“ beweist in jeder Hinsicht das Gegenteil.

Gabriel Burns (31) – Rand der Gezeiten

Titel:   Gabriel Burns (31) – Rand der Gezeiten / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 55 min / Sprecher:   Andreas Ksienzyk, Ernst Meincke, Björn Schalla, Bianca Krahl, Esther Münch, Gerald Paradies, Marei Hofmann, Jaqueline Bretländer u.A.

Inhalt:   Fahler Dunst verwusch die Straßenschluchten zu einem Geflecht aus zerfasernden Scherenschnitten. Aus der kaltgrauen Wolkendecke fielen die Schneeflocken.
Die Stille drückte sich in ihre Gedanken. Die Monotonie ließ sie verzweifeln. Auf Hilfe brauchten sie nicht zu warten.

Das entrückte Lächeln des Blinden erstarb.

Bakerman hatte einen Weg gefunden, hinter die Zwei Horizonte zu blicken. Er musste den Fall der Zehn aufhalten. Mit oder ohne Steven Burns.


Nachdem in Folge 30 in gewisser Hinsicht eine Art “Abschluss” -zumindest in einem Handlungsstrang- gefunden wurde und man in der Vorschau auf das Cover der 31 eine Veränderung im Layout bemerkte, fragte man sich schon mehr als sonst wie die Serie sich nun weiter entwickeln würde. Würde sich analog zum Cover auch etwas an den Geschichten ändern? Würde so etwas wie ein ganz neuer Abschnitt, ein neuer Zyklus beginnen?
Was mich sehr gefreut hat, das war die Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse im Gespräch zwischen Bakerman und Schmidt am Anfang der Folge. Als Fan wird man so noch mal auf Stand gebracht ehe es mit der Geschichte weitergeht und selbst, wer die eine oder andere Folge nicht kennt, ist danach über das Wichtigste informiert.
Die Geschichte nach dieser Zusammenfassung greift dagegen nur teilweise auf frühere Ereignisse zurück.
Grundsätzlich aber spielt sie an einem völlig neuen Schauplatz, wo ebenso neue Herausforderungen auf Larry und Joyce warten. Steven spielt in dieser Folge gar nicht mit, er wird nur in den Gesprächen erwähnt.
Stattdessen ist die Figur des Schmidt neu mit dabei, von dem man erstmal nicht weiß, was man von ihm halten soll, denn er wirkt eher kühl und geheimnisvoll. Ich denke, er wird der Serie sicher noch weiter erhalten bleiben.
Als sehr gelungen habe ich die Atmosphäre auf dem Schiff empfunden: düster, unheimlich, man hat stets das Gefühl, dass dort noch etwas lauert das jederzeit angreifen kann.
Hinsichtlich des neuen Charakters Schmidt und dem Fehlen von Steven (ich hatte irgendwie nicht den Eindruck als käme er schon in der nächsten Folge wieder vor) könnte man also von einem kleinen Neuanfang sprechen.
Generell ist die Folge aber vom Stil her genauso wie wir es von der Serie kennen: unheimlich und sehr mysteriös, nichts ist so wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.

Die Sprecherliste dieser Folge ist vergleichsweise kurz.
“Der Neue” -Schmidt- wird von Andreas Ksienzyk gesprochen, dem es ausgezeichnet gelingt, diese Figur undurchsichtig wirken zu lassen.
Als Joyce Kramer ist natürlich wieder Bianca Krahl zu hören und sie klingt wie gewohnt hart und abgebrüht, was ich bei einer SprecherIN für eine ganz besonders beeindruckende Leistung halte.
Sehr eindrucksvoll ist in dieser Folge auch Esther Münch als Maureen, die einem schon die eine oder andere Gänsehaut bereitet.
Erzähler Jürgen Kluckert hält auch weiterhin an seiner trägen, pausenreichen Erzählweise fest, was wie gewohnt für Spannung sorgt.

Über die Musik und die Effekte lässt wie wie üblich nichts Schlechtes sagen. Die Musik klingt unheimlich und düster und unterstreicht so die mysteriöse Atmosphäre nochmals sehr deutlich. Die Effekte klingen durchweg authentisch. In dieser Hinsicht ist alles so, wie es sich für eine Folge Gabriel Burns gehört

Beim Cover gibt es zu Folge 31 eine Veränderung. Der rote Rahmen wurde weggelassen, was dem Motiv des Schiffes mehr Raum gibt und es besser wirken lässt.
Stattdessen wurde das Cover etwas auf alt getrimmt. Die Ränder sehen abgewetzt aus wie man es auf alten Bildern oft sehen kann.
Wer sich aber Sorgen gemacht hat, dass es auch Änderungen am Sammelrücken gibt, den kann ich beruhigen, denn der ist natürlich so geblieben.

Fazit:    Eine atmosphärisch sehr dichte Folge, spannend und mysteriös und der beste Beweis dafür, dass es sich lohnt, an dieser Reihe dranzubleiben.

Gabriel Burns (33) – Schmerz

Titel:   Gabriel Burns (33) – Schmerz / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 64 min / Sprecher:   Ernst Meincke, Björn Schalla, Bianca Krahl, Heinz Ostermann, Eberhard Prüter, Sabine Krause, Thomas Kuhlmann u.a.

Inhalt:   Zuerst waren es die Gräser, die verdorrten. Dann die Tiere. Den Hunden knickten die Vorderläufe weg. Die Schafe verendeten auf der Weide. Die schwarze Wolke drang durch Fugen und Ritzen in die Behausungen. In ihrer Not wollten die Menschen einander beistehen, doch jede Berührung löste nur noch mehr Haut von ihren porösen Knochen.

Fahlgrüne Flammen trübten seinen Blick. Ein Trommelfeuer an Sinnesreizen flutet durch sein zentrales Nervensystem. Er schrie! Doch gab es keine Hoffnung, nur den Schmerz!


Da ist sie nun also, Folge 33 – Schmerz.
Im Vorfeld gab es ja schon eine ganze Menge “Gerede” und Spekulationen. So hieß es ja unter Anderem “Gabriel Burns goes Splatter!” Mich hat das damals sehr skeptisch gemacht.
Denn Gabriel Burns lebt von der Atmosphäre der Hörspiele, dem Mysteriösen und durchaus auch mal dem Brutalen. Trotzdem standen Handlung und Mystery immer fühlbar im Vordergrund. Und für mich stirbt jede Atmosphäre, wenn es in Richtung Splatter geht. Und bei der Vorstellung, Folge 33 würde ein Splatter-Blutbad werden, war mir entsprechend unwohl. Umso erfreulicher, dass meine Bedenken unbegründet waren. Aber es gibt durchaus mehrere Szenen, die qualvoll anzuhören sind, gerade weil sie äußerst anschaulich aus den Lautsprechern dringen.
Der zweite Punkt, der mitunter heiß diskutiert wurde, ist der eines weiteren Cross-Overs von Gabriel Burns und Point Whitmark (Folge 25 – Die fiebrigen Tränen). Mit kurzen Szenen wie in der PW-Folge ist es in Schmerz allerdings nicht getan, auch wenn das erste Zusammentreffen dies noch vermuten lässt. Ganz im Gegenteil bekommt man das vorletzte Kapitel der Fiebrigen Tränen erneut zu hören, allerdings von der Warte der Burns-Figuren aus gesehen. Ich bin kein Fan dieser Cross-Over, nach wie vor nicht, aber in Schmerz kann ich damit gut leben. Die kurzen Szenen in der PW-Folge kamen mir unnötig vor. Doch das hat sich nach Schmerz nun geändert, denn hier tut sich der gesamte Zusammenhang auf und schon wirkt alles deutlich griffiger und einleuchtender.
Generell ist Schmerz wohl tatsächlich mit einer der härtesten Gabriel Burns – Folgen, dahinter steckt aber ebenfalls eine interessante und spannende Geschichte. Bleibt nur abzuwarten, welchen Platz nun dieses neue Puzzel-Teilchen nachher im großen Ganzen einnehmen wird, doch das kennt man ja von der Serie, davon lebt sie letztlich auch. Auf Steven müssen wir weiterhin verzichten, aber er spielt trotzdem eine (wenn auch sehr kleine) Rolle in der Folge.

Auch der Sprecherliste sieht man das Cross-Over mehr als deutlich an. Neben Ernst Meincke, Bianca Krahl und Björn Schalla, findet man hier auch Sven Plate, Gerrit Schmidt-Foss, Kim Hasper und sogar Heinz Ostermann und Luis Fischer, die Stimmgabel des Grauens. Besonders gefallen haben mir in dieser Folge Eberhart Prüter alias Mr Sorka und Sabine Krause als Luzia Weaver. Zwar haben sie nicht den Großteil des Hörspiels zu tragen, doch wenn sie sich zu Worte melden, dann ist das schon für so manche Gänsehaut gut. Auf jeden Fall bringen sie ein Bild ihrer Charaktere an den Hörer und insbesondere bei Luzia Weaver dieses Bild wirklich schauerlich.

Der Soundtrack ist wieder typisch Gabriel Burns, düster, eindringlich, schleichend und nahezu allgegenwärtig. Man bekommt bereits vertraute, aber auch neue Musiken zu hören, die die mysteriöse und düstere Atmosphäre ebenso gut heraufbeschwören, wie sie auch die brutalen Szenen untermalen. Abgerundet wird alles dann noch von gut eingesetzten und passenden Geräuschen und Effekten und schon hat man eine ebenso gelungene Klangkulisse wie in jeder vorigen Folge.

Selten haben Titel und Covermotiv so gut zusammengepasst wie bei dieser Folge. Und nach dem Hören kann man sich sogar vorstellen, was man da eigentlich sieht. Also ist auch hier alles in bester Ordnung.

Fazit:    Meine Bedenken wegen der Splatter-Sache waren unbegründet und mit dem Cross-Over hat mich Schmerz sogar ein wenig versöhnt, so gesehen bin ich schon mal sehr zufrieden mit der Folge. Allerdings sehe ich hier keine wesentliche Verbindung mit anderen Folgen. Davon abgesehen ist Schmerz aber eine wunderbar grausige, spannende und interessante Folge.

Gabriel Burns (34) – Ich weiß, was Angst ist

Titel:   Gabriel Burns (34) – Ich weiß, was Angst ist / VerlagUniversal / Laufzeit:   ca. 64 min / Sprecher:   Ernst Meincke, Björn Schalla, Bianca Krahl, Silke Super, Bernd Vollbrecht, Stefan Müller-Ruppert u.a.

Inhalt:   In den hölzernen Götzen-Schreinen am Ufer loderten kleine Feuer. Menschen drängten sich um eine Schar barfüßiger Priester. Ein Rauschen, wie die Schwingen eines großen Raubvogels, fiel über das Dorf. Er hatte sie gefunden.
Der Legende nach befand sich in Jangal Mandir der Zugang zur Unsterblichkeit. Hier verschwand der Strom der Seelen.
Von Schlingpflanzen halb bedeckt zeigten die Enden der Steinpritschen raubtierhafte Fratzen. Die Metallröhre mit dem Stein von Akhilesh hing an einem Ledergurt über Bakermans Schulter. Seine Hand ruhte auf dem Verschluss. Hinter den Fensternischen formten sich weitere Mönche aus dem Nassgrau der fahlen Nacht.


Im Großen und Ganzen kann ich mich über diese Folge nicht beklagen. Die Suche nach den Fahlen Orten geht weiter, dieses Mal in Indien. Die Atmosphäre der indischen Stadt mit ihrer Lebensart und all ihrem Elend wird gut an den Hörer gebracht und sorgt sofort für eine recht düstere Grundstimmung wie sie zu einer Folge Gabriel Burns passt. Man sieht sofort die Bilder vor sich und empfindet mit den Charakteren mit. Die Suche an sich, die Expedition in den indischen Urwald, ist spannend und auch actionreich, eine Kombination, die hier sehr gelungen ist. Gleichzeitig geht es dabei aber auch recht amüsant zu und insbesondere über Larrys Bemerkungen und Joyce’ Entgegnungen und ihre trockene Art habe ich schon manches Mal grinsen müssen. Alles in Allem also eine unterhaltsame und interessante Geschichte.
Man muss aber auch ganz klar sagen, dass diese Folge nichts von dem bereit hält, was mittlerweile sogar eingefleischte Fans der Serie wünschen. Antworten und Erklärungen nämlich. Man greift lediglich schon vertraute Motive wie die Fiebrigen Tränen und die Grauen Engel neu auf und verknüpfte sie mit der Suche nach dem Fahlen Ort in Indien. So geht es zwar mit der Handlung an sich voran, doch neue Erkenntnisse bleiben aus.
Und auch Steven Burns Auftritt nach der Abwesenheit über mehrere Folgen hinweg, ist kein solches Highlight, wie man es vielleicht erwartet hat. Nicht uninteressant, nein, aber die Szenen mit ihm fallen einfach zu kurz aus und der Zusammenhang zur übrigen Handlung wirkt nicht sonderlich griffig.
Womöglich kann Folge 35 da noch einiges rausreißen, denn wie man sehr kurzfristig vor VÖ von Folge 34 erfuhr, bilden die beiden Folgen eine Doppelfolge. Man darf also gespannt sein, auch weil Ich weiß, was Angst ist einen mit einem gemeinen Cliffhanger zurücklässt.

Hinsichtlich der Sprecher konnte man der Serie 33 Folgen lang nichts vorwerfen und das bleibt auch bei Ich weiß, was Angst ist so. Ernst Meincke, Bianca Krahl und Björn Schalla sind unüberhörbar eine eingespielte Truppe, die hier noch durch Andreas Ksienzky als Schmidt und Mario von Jeschroff in der Rolle des Cardieux erweitert wird. Besonders beeindruckend  finde ich Andreas Ksienzky Leistung, wenn er Schmidt während seiner Anfälle spricht. Aber auch die kleineren Rollen sind mit passenden Sprechern besetzt, die eine sehr ordentliche Leistung abliefern.

Musikalisch geht es in dieser Folge weniger gewaltig und imposant zu als man das sonst von der Reihe kennt. Ruhige, eindringliche Musiken sind zu hören, die gut für die bedrohliche Atmosphäre sorgen, aber auch zahlreiche indische Klänge kommen einem zu Ohren. Das trägt natürlich obendrein noch dazu bei, dass man sich sofort in die indische Stadt und das Hinterland versetzt fühlt.

Mit diesem fremdartigen Gesicht mit den undurchdringlichen Augen und dem leuchtenden Bindi hat man der Folge ein gleichermaßen passendes wie auch finsteres Covermotiv gegönnt.

Fazit:    Wie schon gesagt: keine schlechte Folge, mich hat sie gut unterhalten und Burns-Fans werden hier sicher sowieso zugreifen. Aber es ist keine Geschichte, die diese doch sehr lange Pause zwischen der 33 und der 34 rechtfertigt. Denn in dieser langen Pause haben sich unweigerlich Erwartungen an die Folge 34  gebildet, gerade was mögliche erste Erklärungen angeht, und die erfüllt Ich weiß, was Angst ist nicht.

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