Gefahr

Das Labyrinth erwacht (Rainer Wekwerth)

labyrintherwachtDas Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.

Als ich von diesem Buch hörte, hatte ich überhaupt keine Vorstellung, was mich erwartet. Das hat neugierig gemacht. Nur hat sich an dieser Ahnungslosigkeit zumindest anfangs nichts geändert. Denn man bekommt als Leser kein Vorwissen an die Hand, mit dem man den sieben Jugendlichen voraus wäre. Man ist genau auf ihrem Stand. So lernt man sie erstens einzeln kennen. Das fand ich schon mal klasse, denn ich habe oft so meine Schwierigkeiten damit, mir auf die Schnelle eine Handvoll Personen zu eigen zu machen. Dafür hat man hier gut Zeit und da die Kids sehr unterschiedlich sind, ist das auch ganz interessant.
Zweitens erfährt man über die Gegend, in der sie aufgewacht sind, auch nur genau das, was sie sehen und durch Entdeckungen geschlussfolgert haben. Und genau wie sie fragt man sich automatisch, wie und wieso sie dorthin gelangt sind, was in der Gegend auf sie lauert und was es mit den Toren auf sich hat.
Was in dieser ersten Ebene auf sie lauert, das wird ansatzweise erzählt. Sie spüren eine gewisse Bedrohung und es gibt Vorfälle mit äußerst gefährlichen Gegnern. Das ist ein bisschen gruselig -auch weil es nicht richtig greifbar ist- und natürlich auch spannend. Schließlich kann immer etwas passieren und die Gruppe hat nicht gerade Vieles, mit dem sie sich wehren könnte.
Ich fand es außerdem ganz spannend, die Entwicklung der einzelnen Jugendlichen zu verfolgen. Zu sehen, welche Seiten an ihnen durch die ungewohnte und bedrohliche Situation zum Vorschein kommen. Einige sind eher ruhig, sodass man denkt, sie geben bald auf. Andere sind besonnen und vernünftig, und wieder andere haben keine Scheu mit Gewalt und unter Einsatz jedweder Waffen gegen die anderen vorzugehen. Eine brisante Mischung und speziell die Härte einiger Kids hat mich in einem Jugendbuch überrascht. Im positiven Sinne, denn ich finde, sie müssen genauso angelegt sein um eben diese Mischung zu ergeben.
Nun bin ich jemand, den man mit einer gottverlassenen Ebene, einem Wald, einer riesigen Wiese beim besten Willen nicht begeistern kann. Schon mal lange nicht, wenn ein weiter Teil einer Geschichte dort spielt und ich mir immer wieder ähnliche Beschreibungen durchlesen muss. Ich weiß auch nach einer Schilderung, wie der Wald, die Wiese, die Ebene aussieht! Entsprechend war ich schnell in Sorge, dass ich das Buch deshalb aufgeben könnte.
Zum Glück ist es Rainer Wekwerth gelungen, mich damit nie zu langweilen. Denn er schafft es, die Szenerie stets auf eine andere Art zu beschreiben. Sei es dadurch, dass man abwechselnd durch die Augen der Kids darauf schaut und entsprechend anderes in den Vordergrund stellt, oder einfach indem komplett andere Worte für eine solche Beschreibung genutzt werden. Das ist abwechslungsreich, obwohl sich am Setting an sich nichts ändert. Und da diese Schilderungen obendrein nie allzu ausschweifend sind, waren sie für mich gar kein Problem. Da mir das die meisten Sorgen bereitet hatte, ist das der größte Pluspunkt, den ich an das Buch vergeben kann!
Wohin der Weg bei dieser Geschichte führt, weiß ich natürlich noch nicht. Geht auch gar nicht. Außer, dass noch einige Tore und Ebenen auf die Gruppe warten.
Anhand gewisser “Flashbacks”, die einer von ihnen hat, habe ich allerdings ganz automatisch zu tüfteln angefangen und erste Vermutungen angestellt. Ich hoffe sehr, ich liege völlig daneben. Die Folgebände werden es zeigen.

Obwohl das Buch mit 405 Seiten ganz schön dick ist und es im Verhältnis wenige Dialoge, sondern mehr beschreibende Passagen gibt, hatte ich es an drei recht kurzen Leseabenden ausgelesen. Erstens ist es wirklich spannend, zweitens wird die Geschichte abwechslungsreich und sprachlich unkompliziert erzählt. Und die Kapitel, na, das kennt man ja: ach, eins noch, ist ja nicht lang, dann mache ich das Licht aus…Mist, jetzt waren es doch drei oder mehr! Das passiert einem hier schnell.

An ein Labyrinth erinnert mich der Look des Buches nicht unbedingt, deshalb war ich erst etwas erstaunt. Inzwischen denke ich, wer weiß, wer die Kids vielleicht im Labyrinth beobachtet? Und wie? Außerdem mag ich den leichten 3D-Effekt ganz gerne, und den Kontrast zwischen dem Rot und dem Blau-Schwarz ebenfalls.

Fazit:   Ein interessanter erster Band, der einen in Sachen Wissen um die Situation der Kids mit ihnen auf eine Stufe stellt. So ist es spannend, der Sache mit ihnen gemeinsam auf den Grund zu gehen, sich mit ihnen den Gefahren zu stellen und dabei ihre Entwicklung zu verfolgen. Ein ganz großes Lob nochmal dafür, wie abwechslungsreich die beschreibenden Passagen gehalten sind. Ich langweile mich bei sowas normalerweise rasend schnell, hier aber nicht eine Minute lang! Und wie gesagt, mit meinen Krümeln einer Theorie über das “Warum” liege ich hoffentlich völlig daneben. Es soll ja ein Thriller sein…steht schließlich so drauf…


Titel: Das Labyrinth erwacht
Autor: Rainer Wekwerth
Seiten: 405
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401067889
Preis: € 16,99 (HC)

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Die schwarze Seele des Engels (Susanne Mischke)

schwarzeseeleWelches Geheimnis hat Klara, die coole Neue in Caros Klasse? Warum versteckt sie sich in diesem düsteren Haus? Und wer jagt ihr solche Angst ein, wenn das Telefon klingelt? Für die Freundschaft mit der schönen Klara würde Carolin alles tun. Doch je näher sie Klara kennenlernt, desto mehr beginnt die Fassade des Engels zu bröckeln. Und was dahinter zum Vorschein kommt, beunruhigt Caro zutiefst.

In diese Thriller-Minis bin ich ja ziemlich vernarrt. Dabei habe ich schon richtig gute, aber auch mal schwächere Geschichten angetroffen. Im Vergleich gehört “Die schwarze Seele des Engels” zu den besseren Thrillern. Vor allem, weil die Geschichte einige wirklich erschreckende und grausige Szenen bereithält. So gehört sich das für einen Thriller!
Zwischen diesen Szenen geht es spannend zu. Ich habe die ganze Zeit gegrübelt, was mit Klara nicht stimmt. Und ich war stets um Caro und Vanessa besorgt, die so bewundernd an Klaras Rockzipfel hängen.
Ist Klara nun gefährlich oder will einem die Geschichte das nur auf clevere Art einreden und nachher sieht alles doch ganz anders aus? Dafür, dass sie nur so kurz ist, bietet sie ein schönes Verwirrspiel. Und der Humor, den ich an Susanne Mischkes Thrillern so gerne mag, blitzt ab und zu ebenfalls durch. Darauf hatte ich beim Kauf insgeheim gehofft.

Caro erzählt die Geschichte jugendlich locker. Speziell deshalb darf gerne mal geschmunzelt werden. Das liest sich leicht. Trotz lockerem Erzählstil kommen aber auch Stimmungen wie Angst, Ärger oder sogar Panik gut rüber.

Hach, mal keine Blume auf dem Cover! Ich war begeistert! Den schwarzen Vogel mag ich sehr! Er passt zum Titel und hat etwas geheimnisvoll Gefährliches an sich.

Fazit: Ein spannender Thriller-Zwerg, der mit einigen grausigen Szenen gewürzt ist. Bis zum Ende wird man im bedrohlich Ungewissen gelassen, ob man Klara trauen kann. Fein!


Titel: Die schwarze Seele des Engels
Autor: Susanne Mischke
Seiten: 109
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401063881
Preis: € 2,99 (Broschiert)

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Sternenschweif (23) – Liebeszauber

Titel: Sternenschweif (23) – Liebeszauber / Verlag: Kosmos / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Anita Hopt, Maja Sommer, Annette Gunkel, Henry Dahlke, Nina Zofia Amerschläger ua

sternenschweif23Titel: Das große Treffen der Hüter der Einhorngeheimnisse steht bevor. Laura und Sternenschweif freuen sich schon sehr darauf, andere Hüter zu treffen. Doch als es so weit ist, benimmt sich Sternenschweif merkwürdig. Könnte das mit dem wunderschönen Einhorn Titania zu tun haben? Sternenschweif weicht jedenfalls nicht mehr von ihrer Seite. Was soll Laura bloß tun, um ihn wieder zur Vernunft zu bringen?


Wie wohl in jeder Serie für junge Mädchen kommt in dieser Folge nun auch das Thema “Liebe” auf den Tisch. Das finde ich grundsätzlich auch immer ganz gut, allerdings wurde mir das Thema hier einfach zu negativ besetzt. Den Freundinnen fehlt es an jeglichem Verständnis für Jessicas verliebte Schwester Samantha, und die gelegentlichen Vermittlungsversuche von zB Laura kommen dagegen kaum an.
Vor diesem Hintergrund habe ich dann auch nicht verstanden, wieso Laura nicht schnell durchschaut, was mit Sternenschweif los ist. Vor allem, nachdem sie ihn auf der magischen Versammlung ja gemeinsam mit Titania gesehen hat. Und wieso sie nicht wenigstens versucht, sich in ihn einzfühlen.
Dann geschieht etwas Dramatisches: ein Welpe gerät in Gefahr, und als Laura ihn retten will, zwingt sie Sternenschweif dazu, seine Einhornkräfte einzusetzen. Sternenschweif, durch seine Verliebtheit etwas unaufmerksam, verletzt Laura bei dieser Aktion. Da haben wir es dann auch wieder: zwar kommt durch die Rettungsaktion Spannung und Schwung in die Geschichte, aber auch hier klingt durch, dass es geradezu gefährlich werden kann, wenn man verliebt ist, weil man dann unaufmerksam wird. Ich fand es zwar ganz gut, dass man Sternenschweif in dieser Folge mal von einer anderen Seite kennenlernt, aber ich hätte mir andererseits doch gewünscht, dass das Thema “Liebe” in dieser Reihe anders angegangen worden wäre. Das ist schließlich eine Reihe für junge Mädchen!

Mit den Sprechern habe ich nachwievor so meine Schwierigkeiten. Ausgerechnet die Sprecherinnen von Laura und ihren Freundinnen klingen mir oft immer noch zu wenig locker, vor allem wenn die jungen Damen so altklug daherreden. Nach 23 Folgen sollte man doch meinen, es habe sich eine gewisse Souveränität eingestellt. Dass sie dabei oft noch ins Schrille geraten, wenn ihre Charaktere sich aufregen, macht es auch nicht gerade besser. Tröstlich ist für  mich da einzig der Gedanke, dass das den jungen Hörerinnen wohl nicht so sehr auffallen wird. Annette Gunkel gelingt es als Erzählerin einmal mehr, schnell für eine märchenhafte Stmosphäre zu sorgen, und auch Henry Dahlke als Sternenschweif trägt dazu gut bei.

Das Titellied kommt ebenfalls märchenhaft und phantasievoll daher und bleibt im Ohr hängen. Während der Handlung sind auch immer wieder Stücke zu hören, die die Atmosphäre der jeweiligen Szene gut herausstellen. Auch ihnen ist ein verträumter Klang nicht abzusprechen, was der Geschichte aber natürlich steht.

Dem Cover zufolge hatte ich mir -zugegeben- eher eine schöne und leicht romantische Geschichte erwartet. Bei dem Sternenherz und dem Rosa sicher kein abwegiger Gedanke. Deshalb kann ich nicht sagen, dass das Motiv besonders gut zur Story passt.

Fazit:  Das Thema “Liebe” in einem Mädchenhörspiel ist das Normalste der Welt! Mir wurde es hier aber klar zu negativ dargestellt. Aber vermutlich konnte man nur so der Dramatik und der Spannung der Rettungsaktion den Weg ebnen. Trotzdem, nach dem Cover hatte ich mir die Folge anders vorgestellt.

In deinen Augen (Maggie Stiefvater / Annina Braunmiller, Max Felder, Johannes Raspe, Gebrielle Pietermann & Stephanie Kellner)

Titel: In deinen Augen / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 409 min / Buch: Maggie Stiefvater / gelesen von: Annina Braunmiller, Max Felder, Johannes Raspe, Gebrielle Pitermann & Stephanie Kellner

indeinenaugenInhalt: Der Frühling kehrt zurück nach Mercy Falls und mit dem Winter streifen die Wölfe ihre Pelze ab. Sam, nun fest in seiner menschlichen Haut verankert, hat die vergangenen Monate nur auf diesen Moment gewartet: Grace Rückkehr aus dem Wald. Doch ihr Glück währt kurz. Als man ein Mädchen findet, das von Wölfen getötet wurde, verfällt Mercy Falls in Hysterie. Auf einer Treibjagd sollen die Wölfe ein für alle Mal ausgerottet werden. Nun ist es an Sam, sein Rudel seine Familie zu retten. Zusammen mit Grace, Cole und Isabel fasst er einen verzweifelten Plan: Sie wollen die Wölfe umsiedeln, in ein Waldgebiet weit entfernt von menschlichen Siedlungen. Sam weiß, dass er dafür einen hohen Preis zahlen wird. Denn damit das Rudel ihm folgt, muss er seine menschliche Gestalt aufgeben.


Zwei Teile dieser Serie hat man mit Sam und Grace gelitten. Da wird es Zeit, dass man bei diesem dritten Teil endlich…genau: weiterhin mitleiden kann. Denn nachdem Grace im vorigen Teil zum Wolf wurde, muss sich Sam mit der Trennung von ihr arrangieren. Hach ja, dabei geht es schon mal etwas kitschig zu. Andererseits, wer bisher noch nicht mitbekommen hat, wie sehr die beiden sich lieben, dem ist halt nicht mehr zu helfen. So gesehen geht das für mich völlig in Ordnung, dass einen so manche Szene durchaus zu Tränen rührt. Die Geschichte ist aber nicht komplett verkitscht! Erneut haben die Wölfe um ihr Leben zu kämpfen, nachdem ein getötetes Mädchen in Mercy Falls findet. Ich konnte mir teilweise gar nicht vorstellen, dass dies bereits der Abschluss der Reihe ist. Denn auf Sam, Grace und die anderen warten so viele neue Schwierigkeiten, so viele Kämpfe, die ausgefochten werden müssen, da ist es einfach schwer vorstellbar, dass das alles noch zu einem guten Ende finden würde. Ob es das tut, verrate ich hier jetzt natürlich nicht. Nur, dass es also auch in diesem dritten Teil wieder sehr spannend zugeht. Und das auch gleich wieder aus verschiedenen Perspektiven. So erzählen nicht nur Grace und Sam, sondern auch wieder Cole und Isabel. Ich mag Cole und Isabel sehr gerne, irgendwie bringen sie für mich Pep in die Erzählung. Mit diesen verschiedenen Blickwinkeln ist aber auch klar, dass man mit “In deinen Augen” nicht in die Reihe einsteigen kann. Ich fürchte, dann würde man gar nicht durchsteigen.

Entsprechend der verschiedenen Perspektiven sind auch wieder mehrere Sprecher am Werke. Annina Braunmiller, Max Felder, Johannes Raspe, Gebrielle Pietermann verstehen es weiterhin, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Und vor allem auch, ihre Gefühlswelt deutlich zu machen. Das finde ich gerade bei dieser Geschichte sehr wichtig.

Auch dieser dritte Teil sieht einfach schön aus. Schön romantisch und ein wenig verspielt. Die drei Teile mit Cover nach vorne im Regal sind schlicht ein Hingucker.

Fazit:   Ein absolut würdiger Abschluss der Trilogie. Auch wenn ich es mir beim Hören oft gar nicht vorstellen konnte. Ich würde jederzeit wieder gerne nach Mercy Falls zurückkehren.

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