Gefängnis

Mord in Serie (17) – Terror hinter Gittern

Titel: Mord in Serie (17) – Terror hinter Gittern / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 70 min  / Sprecher: Asad Schwarz, Angela Quast, Thomas Schmuckert ua

mis17Inhalt: 30 Tage vor Verbüßung seiner Haftstrafe wird Marc Adam in das neue Hochsicherheitsgefängnis in Magdeburg verlegt, genannt Der Kerker . Hier regiert Anstaltsleiter Dr. Seifert mit eiserner Faust. Immer wieder gerät Marc dort in gefährliche Auseinandersetzungen. Nach dem Mord an einem Mithäftling fällt der Verdacht deshalb sofort auf ihn. Marc hat bald das Gefühl, sich selbst nicht mehr trauen zu können. Denn es fällt ihm zunehmend schwerer, zwischen Wahn und Wirklichkeit zu unterscheiden.


Ich könnte es bei dieser Folge ganz kurz machen und schreiben: für mich die beste Folge der Reihe.
Aber etwas ausführlicher sollte es schon sein. Zumindest sollte ich wohl begründen, wieso “Terror hinter Gittern” bei mir so hoch im Kurs steht.
Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe. Grund Nummer 1 ist, dass ich die Geschichte vom Anfang bis zum Ende spannend fand. Zunächst, weil Marc in der ersten Zeit im neuen Gefängnis wahrlich keinen leichten Stand mit einigen seiner Mithäftlinge hat. Dann weil mit ihm plötzlich seltsame Dinge passieren, für die man genau wie er keine Erklärung hat. Und die man obendrein nicht einschätzen kann. Passiert das tatsächlich, oder dreht Marc wirklich langsam durch? Die Lage spitzt sich immer mehr zu und als es letztlich an die Klärung der Frage nach dem “Warum?” ging, habe ich die Folge erst fertig gehört, ehe ich das Auto verlassen habe. Ich musste es einfach wissen.
Grund Nummer 2 ist die Umsetzung von Marcs…ich nenne es mal Geisteszustand und seine Reaktion auf das, was er dabei erlebt. Seine Wahnvorstellungen sind so glaubhaft, anschaulich und drastisch dargestellt, dass man beim Hören eine Gänsehaut bekommt. Und wenn ich ihn dann vor Angst und Verzweiflung schreien und toben gehört habe, dann tat er mir so unendlich leid. Es muss grausam sein, solche Situationen zu durchleben. Das kommt hier ganz deutlich rüber.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es aber doch. Denn ich mochte Marc wirklich sehr und habe ihn über die Geschichte hinweg als anständigen Menschen eingeschätzt, der einmal im Leben bei einer Dummheit mitgemacht hat. Und was macht der blöde Kerl am Ende? Wonach fragt er seine Freundin gleich zu Beginn ihres ersten Gesprächs nach dem ganzen Drama? Ich hätte ihm eine scheuern können und war ehrlich enttäuscht.

Dass einem Marcs Ausbrüche solch einen Schauder über den Rücken jagen, das ist in erster Linie Asad Schwaz’ Verdienst, der Marc seine Stimme leiht. Man nimmt ihm Marcs Verzweiflung auf Anhieb ab. Genauso aber auch seine Angst um die Beziehung zu seiner Freundin und sein sonst eigentlich ganz kumpeliges und sympathisches Wesen. Jürgen Thormann übertreibt es für mein Empfinden hin und wieder eine Spur mit der Erbarmungslosigkeit mit der er den Gefängnisdirektor spricht. Gefallen widerum hat mir Volkram Zschieke alias Bojan, Marcs Zellengenosse. Er lässt Bojan zwar leicht verwegen, aber doch ganz nett und umgänglich erscheinen.

In Sachen Musik setzt die Folge in erster Linie auf leise, drohende Klänge im Hintegrund, die nichts Gutes verheißen. Man hört förmlich heraus, dass das böse Ende erst noch kommt, was der Spannung gut tut. Lauter geht es nur selten zu. Dass Marcs Wahnvorstellungen so echt wirken, dafür sorgen Effekte wie Hall und einige markante Geräusche. Das ist top gelungen!

Ich muss gestehen, dass ich aus dem Covermotiv nicht schlau werde. Den Stacheldraht erkenne ich noch und kann damit  auch eine Verbindung zum Thema “Gefängnis” herstellen. Soweit passt das gut zusammen. Jetzt müsste mir nur noch jemand erklären, was genau diese unscharf dargestellte Strebe ist, von der rechts Blut (?) heruntertropft…

Fazit: Aktuell meine Lieblingsfolge der Reihe. Sauspannend vom Anfang bis zum Ende und in Sachen Intensität kaum zu toppen. Hier fiebert und leidet man mit Marc die kompletten knapp 70 Minuten mit. Zwischendurch eine Hörpause einlegen: unmöglich.

Sommernachtsschrei (Manuela Martini)

sommernachtsschreiFranziska kehrt an den Ort zurück, an dem das unfassbar Schreckliche geschehen ist.
Vor einem Jahr hat sie während der Sommerparty am See ihren Freund umgebracht. Aber die entscheidenden Minuten sind in ihrer Erinnerung wie ausgelöscht. Warum nur ist dieser furcht-bare Unfall passiert? Als Franziska Licht in das Dunkel bringen will, steht plötzlich ihr eigenes Leben auf dem Spiel.

Nach “Schneeweiss blutrot” hatte ich eine kleine Arena-Thriller-Phase. Vom Klappentext klang “Sommernachtsschrei” ganz interessant, deshalb kam es als nächstes dran. Ich mag Geschichten, in denen das Verbrechen bereits stattgefunden hat und wo es nun gilt, Hintergrund oder Täter herauszufinden.
“Sommernachtsschrei” kommt gleich zur Sache und sehr bald weiß man, was sich während der Party damals ereignet hat und was es Franziska beschert hat. Mir tat sie zunächst noch leid. Es muss ja wirklich schlimm sein, ausgerechnet über die Tatzeit einen Filmriss zu haben und nicht zu wissen, ob man es tatsächlich war oder etwa doch nicht. Noch furchtbarer ist es sicher, wegen einer solchen Tat ins Gefängnis zu müssen. Noch dazu als Jugendliche. Dass diese Zeit prägt, steht ebenso außer Frage.
Trotzdem dauerte es gar nicht so lange bis mir Franziska mit ihrem Selbstmitleid und ihrer Aggressivität gehörig auf die Nerven ging. Wenn man so entschieden darauf aus ist, die Wahrheit zu erfahren, dann sollte man doch so weit denken können, dass solches Verhalten wenig hilfreich ist. Ich hätte Franziska laufend schütteln können, wenn sie wieder einen ihrer Ausraster hatte. So bin ich mit ihr bis zum Schlus nicht richtig warm geworden.
Trotzdem bin ich einigermaßen frohen Mutes mit ihr auf die Jagd nach der Wahrheit bzw den verschwundenen 5 Minuten gegangen. Obwohl Franziska immer wieder behauptet, sie sei der Mörder gewesen, ist einem beim Lesen irgendwie klar, dass es jemand anderes gewesen ist. Ich hätte es völlig in Ordnung gefunden, wie sie verschiedene Adressen im Dorf abklappert und mit Leuten spricht, die in die Sache verwickelt sein könnten. Sowas sorgt normalerweise für Spannung und ich mag das besonders, denn ich kniffele immer gerne mit. Das Problem ist nur, dass man -als halbwegs geübter Krimi- / Thillerleser- schnell einen äußerst sicheren Verdacht gegen gewisse Personen hegt. Deshalb war die Spannung trotz Franziskas Nachforschungen und dem dörflichen “Filz”, der hier wirklich gut rübergebracht wird, schlichtweg raus.
Das Ende bietet dann immerhin noch eine dramatische Szene und eine kleine Überraschung, die einen lehrt, dass Vorurteile selten das Wahre sind, aber das einzige Kapitel, dem ich wirklich gespannt gefolgt bin. Das ist zu wenig für einen Thriller.

Das Buch lässt sich gut lesen. Da Franziska selber erzählt, ist der Ton recht jugendlich und locker. Zahlreiche Dialoge lockern ebenfalls auf und die Kapitel haben eine schöne Länge. Nicht zu lang, nicht zu kurz. Hinzu kommt, dass Franziska in der Gegenwartsform erzählt. Zumindest für mich bringt diese Erzählform immer noch etwas mehr Tempo in eine Geschichte.

Mit dem Gelb und Orange kommt der Thriller ganz schön hell daher. Da bringt einen höchstens das zerbrochene Glas mit der blutroten Flüssigkeit darauf, dass sich zwischen den Deckeln eine spannende Geschichte verbergen könnte. Ich finde, das Motiv passt gut zu der Sommerparty um die es geht.

Fazit:   Leider ging mit Franziska mit ihrem Selbstmitleid und ihrer sinnlosen Aggressivität schnell auf die Nerven, sodass ich mich mit ihr nicht wirklich anfreunden konnte. Die Suche nach der Wahrheit hätte ich ganz spannend gefunden, wenn nicht so früh klar gewesen wäre, wohin der Hase hier tatsächlich läuft. Da hat auch das Kapitel mit dem durchaus dramatischen Finale nichts mehr dran gerettet. Schade.


Titel: Sommernachtsschrei
Autor: Manuela Martini
Seiten: 261
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064185
Preis: € 9,99 (Broschiert)

Mord in Serie (03) – Die schwarzen Witwen

Titel: Mord in Serie (03) – Die schwarzen Witwen / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Ursela Monn, Katja Brügge, Reinhilt Schneider, Martin May, Rüdiger Schulzki ua

Inhalt: Helga Weiß traut ihren Augen nicht. Nach 15 Jahren steht plötzlich der Mörder ihres geliebten Ehemannes Norbert vor ihr – wegen guter Führung frühzeitig aus der Haft entlassen! Der Polizei sind die Hände gebunden, immerhin hat Robert Keller seine Strafe rechtmäßig verbüßt. Damit wollen sich Helga und ihre Freundinnen Marlies und Eva jedoch nicht zufrieden geben. Gemeinsam schmieden sie einen perfiden Plan, um den neuen Nachbarn aus dem Weg zu räumen und Helgas Mann zu später Gerechtigkeit zu verhelfen.


Der Aufhänger zu dieser Geschichte ist nicht neu. Die Idee, einen Verbrecher frühzeitig wieder auf freien Fuß zu setzen woraufhin Bekannte des Opfers auf Rache sinnen, ist mir schon einige Male begegnet. Trotzdem hat mir “Die schwarzen Witwen” aber ganz gut gefallen. Alleine schon, weil hier eine Gruppe gefährlich rüstiger Damen einen Racheplan aushecken. Das macht die Geschichte in gewisser Weise charmant. Und vor allem lässt es einen ganz schön staunen, was die drei Witwen sich für ihr Opfer ausdenken und nachher umsetzen. Zimperlich sind sie wahrlich nicht! Spannend ist die Geschichte auch deshalb, weil sie immer mal wieder eine neue Wendung nimmt, so dass sich einem ein ganz neues Bild vom Geschehen erschließt. Wer ein wenig trainiert ist was Krimis und Thriller angeht, der ahnt zwar ein einigen Stellen, wohin der Hase läuft, doch so eine Bestätigung ist ja nicht ganz verkehrt, oder? 😉 Das genaue Ende hatte ich aber nicht vorausgesehen und so erwartete mich doch noch eine Überraschung. Das Ende ist ohnehin etwas Feines für einen Thriller.

Die mörderischen Ladys werden von Ursela Monn, Reinhilt Schneider und Katja Brügger gesprochen. Sie erwecken die Damen gekonnt zum Leben. Ich finde, ihre Stimmen passen prima zusammen. Aber sie unterscheiden sich auch deutlich von einander, was mir sehr lieb war. Ansonsten wäre ich wohl bald aufgeschmissen gewesen.  Martin May lässt Mörder Keller zunächst ausgesprochen ruhig und sympathisch klingen, was mir die Einschätzung dieses Charakters ziemlich schwer gemacht hat. So etwas gefällt mir in Krimis und Thriller immer sehr. Wenn man zwar etwas über eine Person ahnt, aber es nicht glauben will.

Die Untermalung zeigt sich anfangs eher dezent und klassisch, aber mit Stücken die schon durchklingen lassen, dass sich hier ein Krimi anspinnt. Später drängt sie sich lauter und dramatischer in den Vordergrund, ohne dabei aber je die Handlung zurück zu drängen. Als Bonus-Track gibt es hier den Song “Face the Night”, der aber nicht so mein Fall ist. Trotzdem gefällt es mir, dass die Reihe mit jeder der drei Folgen auch ein Lied “vorstellt” und einbaut.

Das Cover hatte mir auf den ersten Blick gut gefallen. Schön wirkungsvoll und Aufmerksamkeit heischend mit der glühenden Hand. Dann entdeckte ich allerdings ein sehr ähnliche Buchcover, womit das “Besondere” an dem Motiv für mich passé war. Das gefällt mir das Motiv hinter der CD und der Hintergrund im Booklet deutlich besser.

Fazit:  In meinem persönlichen Ranking nimmt diese Folge Platz 3 ein. Ein charmantes und unterhaltsames Mörderspiel, das aber doch mit einer gewissen Härte aufwartet und ein paar nette Überraschungen bietet.

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