Geheimnis

Du kannst keinem trauen (Robison Wells)

keinemtrauenDer 18-jährige Benson hat ein Stipendium für ein Elite-Internat ergattert. Doch die Schule ist nicht wie erwartet: Umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern, ohne Kontakt zur Außenwelt sind die Schüler dort Gefangene. Es gibt keine Lehrer, aber strikte Regeln, deren Einhaltung durch Kameras überwacht und mit harten Strafen geahndet wird.
Die Schüler sind gezwungen, um ihr Überleben an der Schule zu kämpfen. Gegen die Regeln verliebt sich Benson in Jane. Als sie bei einem brutalen Kampf schwer verletzt wird, macht Benson eine grauenvolle Entdeckung.

Jugendthriller wecken meine Neugier stets aufs Neue. Bei diesem war es ausnahmsweise mal nicht das Cover, das mich sofort ansprach, sondern der Klappentext. Das klang doch so ganz nach meinem Geschmack!
Zu Beginn bekam mein Enthusiasmus aber zunächst einen kleinen Dämpfer. Benson ist nämlich kein normaler Teenager. Er hat eine harte Kindheit und Jugend hinter sich, ist von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht worden und hatte mit allerlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Ihm hängt etwas Rebellisches an. Solch “problematische” Hauptfiguren sind meist nicht mein Fall. Ein solches Leben ist zu weit weg von meinem eigenen, weshalb ich mich nur schwer mit solchen Figuren identifizieren oder mich in sie hineinversetzen kann.
Glücklicherweise stellte sich Benson im weiteren Verlauf nicht als auf Krawall gebürsteter Unruhestifter mit säckeweise Altlasten aus seinem biherigen Leben heraus. Ich fand es gut, dass er stattdessen darauf aus ist, seinem Leben mit der Zeit auf dem Internat doch noch eine positive Wendung zu geben.
Schnell wird Benson und somit auch dem Leser klar, dass diese Schule auf sehr spezielle Art etwas Besonderes und Seltsames ist. Keine Lehrer, Schüler, die sich zu Banden zusammengeschlossen haben, Unterricht, der von den Schülern selber gegeben wird und nichts mit normalem Schulunterricht zu tun hat, eiserne Regeln, die -werden sie nicht eingehalten- mit harschen Strafen wie Hungern oder Schlimmerem geahndet werden. Und außer Benson scheint niemand daran etwas außergewöhnlich oder gar schlimm zu finden. Ich konnte nur zu gut verstehen, wieso ihm all das gegen den Strich geht und weshalb er unbedingt von der Schule weg will.
Gleichzeitig habe ich natürlich gemeinsam mit ihm gegrübelt, was oder wer dahinter stecken könnte. Das sorgt für Spannung. Ein paar Theorien hatte ich schnell an der Hand, doch die wurden über kurz oder lang zunichte gemacht. Da blieb nur die Frage, mit welcher Überraschung die Geschichte noch um die Ecke kommen könnte.
Ich muss sagen, sie hatte eine Überraschung im Gepäck, die sich gewaschen und mich mit offenem Mund hat dasitzen lassen. Damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet, aber ich fand es richtig, richtig cool! Außerdem hatte ich nun eine Idee, was hinter dem Internat und seinen Schülern stecken könnte.
Benson stürzt seine Entdeckung ins blanke Entsetzen und für ihn steht damit umso fester, dass er weg muss. Am besten mit ein paar Leuten, mit denen er sich angefreundet hat. Nur wie? Ich konnte mir keine Fluchtmöglichkeit vorstellen und die Strafe, die auf einen Fluchtversuch steht, macht das Vorhaben noch gefährlicher und brisanter.
Das Ende der Geschichte ist actionreich und rasant und lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen. Fand ich die vorherigen Paintballduelle noch viel zu langatmig beschrieben, so flog der letzte Teil des Buchs für mich nur so dahin. Und wie könnte es anders sein? Meine Idee über die Hintergründe des Internats wurde hier prompt wieder über den Haufen geworfen.
Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil gespannt, und das sage ich mittlerweile wirklich selten, weil fast nur noch Reihen erscheinen. Doch Bensons Geschichte soll mit Band 2 abgeschlossen sein, soweit ich weiß. Das wäre toll! Er erscheint bereits im August.

Die Geschichte ist aus Bensons Sicht geschrieben. Ich mag seine Art zu erzählen. Er klingt einerseits jugendlich locker und ein wenig rebellisch, hat aber auch eine feine Beobachtungsgabe und denkt meist ganz vernünftig. So las sich das Buch ganz interessant und anschaulich. Solch eine Erzählweise treibt mein Lesetempo an. Einige Kapitel sind etwas länger, dafür kommt man damit aber auch ein gutes Stück in der Geschichte voran.

Das Cover fällt mit der riesigen blutroten Schrift vor dem schwarzen Hintergrund natürlich sofort auf. Anhand des Stacheldrahts und der einsamen Gestalt im Wald kann man nur spekulieren, was in der Geschichte passiert.

Fazit:  Ich fand “Du kannst keinem trauen” sehr spannend! Ein erschreckendes Szenario, eine Entwicklung, die jede Theorie, die man sich zurechtgelegt hat, zuverlässig über den Haufen wirft und eine echte Überraschung als man zum ersten Mal einen Zipfel der Wahrheit zu fassen bekommt. Das actionreiche und rasante Ende setzt allem ein vorläufiges i-Tüpfelchen auf. Ich freue mich auf die Fortsetzung.


Titel: Du kannst keinem trauen
Autor: Robison Wells
Seiten: 480
Verlag: Fischer Verlage
ISBN: 978-3841421401
Preis: 14,99 (Boschiert)

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So finster, so kalt (Diana Menschig)

sofinstersokaltAls Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.

Mit diesem Buch habe ich eine Überraschung erlebt, die mich kalt erwischt hat. Der Klappentext klang sehr interessant und auf dem Cover steht lediglich “Roman”. Anhand dieser Kombination hätte ich nie darauf getippt, dass sich eine Fantasygeschichte zwischen den Deckeln verbirgt. Entsprechend groß war mein Erstaunen auf der Lesung. Zumal Fantasy nicht mein liebstes Genre ist. Doch so leicht lasse ich mich nicht abschrecken. Ab und zu klappt es schließlich auch mit der Fantasy und mir.
Das Buch beginnt ungewöhnlich mit einem Auszug aus dem Märchen “Hänsel und Gretel” und einen Rezpt für Lebkuchenmännlein (ich konnte mich die ganze Geschichte nicht mit den “Männlein” anfreunden. Für mich heißt das “Lebkuchenmännchen”. Das ist regional scheinbar sehr verschieden.) Anschließend lernt man Merle kennen, und ich stellte fest, dass weibliche und erwachsene Hauptfiguren etwas sind, an das ich mich erst gewöhnen musste. Dafür bin ich wohl zu oft im Jugendbuchbereich unterwegs. Merle wurde mir aber leicht sympathisch. Ich mochte ihre direkte und selbstbewusste Art und die realistische Sichtweise, wodurch Übersinnliches bei ihr zunächst überhaupt keine Chance hat.
Kaum macht die Nachricht vom Tod von Merles Großmutter die Runde, werden bereits die ersten verdächtigen Bemerkungen laut. Beispielsweise, dass man das alte Haus der Großmutter nicht alleine lassen dürfe! Ein Haus? Das klingt seltsam, geradezu bedrohlich. Als ginge von dem Haus eine Gefahr aus! Das hat mich dann schon neugierig gemacht.
Merles erste Nachforschungen rund um ihre Großmutter, das Haus und das Dorf fand ich ganz spannend. Auch wenn Merle es nicht wahrhaben will, so spürt man recht schnell, dass es mit diesem Haus tatsächlich etwas Besonderes auf sich hat. Außerdem kommen Begebenheiten aus der Vergangenheit ans Tageslicht, die einen durchaus schaudern lassen. Das verstärkt sich dann nochmal, als auch im Hier und Heute Kinder aus dem Dorf verschwinden, und selbst bei großangelegte Suchaktionen nicht aufgefunden werden.
In der Geschichte gibt es regelmäßig Kapitel, die weit in der Vergangenheit spielen. So um Fünfzehn-, Sechzehnhundert herum. Sie drehen sich um Hans, dessen Leben -dem Märchen “Hänsel und Gretel” gemäß- schon recht unerfreulich begann. Doch das Unglück seiner Kindheit verfolgt ihn bis ins Erwachsenenalter hinein und bringt so manch schaurige Ereignisse mit sich.
Ich habe durch diese Kapitel schnell versucht, Zusammenhänge mit dem Geschehen im Dorf im Heute herzustellen. Als Leser ist man Merle da ein Stückweit voraus. Sowas macht mir normalerweise immer Spass, allerdings stand mir hier dabei meine Abneigung gegenüber allem von anno Schnuff im Wege. Mir liegen Geschichten einfach nicht, die so weit in der Vergangenheit spielen. Daher war es nicht ganz so vergnüglich wie es bei Krimis oft ist. Nichtsdetotrotz ist es natürlich eine klasse Idee, Hänsels Leben auch nach dem Knusperhäuschen näher zu beleuchten. Man kennt es ja sonst nur bis zu diesem Punkt bzw kurz danach. Obendrein sorgt es noch für manche gruselige Szene!
Das Ende schöpft fantasymäßig dann aus dem Vollen. Kinder pflücken quasi. Mir ging das schon wieder eine Spur zu weit in Sachen Fantasy, aber wer Fan dieses Genres ist, der dürfte sich bestens unterhalten fühlen. Eine tolle Idee ist es ja, daran gibt es keinen Zweifel.

Dadurch dass die Kapitel bei Hans nicht so mein Fall waren, zogen sich diese Teile für mich ziemlich. Das hat meinen Lesefluss oft ausgebremst und ich habe an einem Abend nicht so viel gelesen wie ich hätte lesen können, wenn die Handlung stets bei Merle geblieben wäre. Die Kapitel mit Merle dagegen lasen sich flüssig und vergnüglich. Diesen Teil habe ich gerne gelesen.

Vom Cover war ich auf den ersten Blick angetan. So schön düster und geheimnisvoll mit dem Häuschen dort im Wald und der nebligen Szenerie. Das verheißt eine spannende und schaurig-schöne Geschichte. Das beleuchtete Fenster lässt vermuten, dass dort jemand wohnt, und ich war sofort neugierig, wer das sein könnte.

Fazit:  Dass “So finster, so kalt” eine Fantasygeschichte ist, hat mir ziemlich überrascht. Fantasy ist nicht gerade mein Genre. Das habe ich auch hier wieder gemerkt. Dennoch fand ich die Geschichte spannend und sie hat ihre gruseligen Momente. Zudem ist es generell eine klasse Idee, ein Märchen in solch einer Story nochmal aufzubereiten und mit allerlei Grauen anzureichen. Wer also mit Fantasy mehr anfangen kann als ich, der dürfte von dem Buch restlos begeistert sein. Von mir gibts wegen der Fantasyelemente einen Punkt Abzug.


Titel: So finster, so kalt
Autor: Diana Menschig
Seiten: 384
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426514931
Preis: 8,99 (TB)

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Wo Schneeflocken glitzern (Cathryn Constable)

flockenSophie ist überglücklich. Ihre Internatsklasse macht einen Schulausflug nach Russland. Dafür fälscht sie sogar die Unterschrift ihres Vormunds. Endlich wird sie das Land sehen, von dem sie schon ihr Leben lang träumt! Als aber ihre russische Betreuerin plötzlich aus dem Zug verschwindet, sind Sophie und ihre beiden Freundinnen auf sich allein gestellt, inmitten einer einsamen, tief verschneiten Winterlandschaft und ohne Verbindung zur Außenwelt. Doch Prinzessin Volkonskaja nimmt sie in ihrem Palast auf. Auch wenn Sophie rätselhaft ist, wieso sie die Mädchen bereits erwartet hat.

An diesem Buch reizte mich im ersten Moment mal wieder das schöne Cover. Doch auch der Klappentext las sich nicht schlecht. Er klang für mich nach einer spannenden und rätselhaften Geschichte vor einer unwirtlichen Szenerie.
Die Geschichte lässt sich ganz vielversprechend an. Interntsgeschichten mag ich sowieso ganz gerne, und die drei Mädchen Sophie, Delphine und Marianne gefielen mir ebenfalls. Schon alleine deshalb, weil sie so grundlegend verschieden, aber doch befreundet waren. Das bürgt meist für verschiedene Sichten auf gewisse Vorkommnisse, was immer ganz interessant ist.
Der seltsame Besuch im Internat sorgte dann noch dafür, dass ich gegrübelt habe, was dahinter stecken könnte. Die Frau, die eines Tages dort auftaucht ist zwar nicht unbedingt sympathisch, aber immerhin geheimnisvoll.
Gefallen hat mir auch, wie die Mädchen von ihrer Reisebegleitung kurzerhand im Zug zurückgelassen und wenig später vom Schaffner auf einen verschneiten Bahnsteig ausgesetzt werden. Ein schaurige Vorstellung. Erst recht als sie dann in eine seltsame, dunkle Hütte geraten. Da wird es sogar ein wenig gruselig.
Doch dann werden sie gerettet, und damit ging es für mich mit der Geschichte bergab, und zwar aus genau zwei Gründen.
Der wesentliche Grund war, dass ich Sophies Begeisterung bzw die Begeisterung, die die Geschichte einem vermittelt, bei vielen Elementen einfach nicht teilen konnte. Ich wusste, die Handlung spielt im winterlichen Russland, aber nein, ich kann an Eis, Schnee und Kälte beim besten Willen nichts Schönes finden. All das wird hier so sehr angepriesen, dass man alleine beim Lesen schon eine Gänsehaut bekommt. Nein, danke! Natürlich war mir klar: wo eine Prinzessin, da auch ein Schloss. Allerdings ein sehr verfallenes Schloss, in dem Sophie aber -warum auch immer- noch viel Schönes sieht. Für mich wird ein heruntergekommenes Schloss auch nicht dadurch schöner, dass man mir die übrig gebliebenen, gut erhaltenen Teile immer wieder blumig beschreibt. Ich habe sicher nichts gegen Russland, aber es ist kein Reiseland, das mich reizt. Schon alleine wegen den üblen Wintern nicht. Sophie dagegen ist davon hellauf begeistert. Und auch die russische Sprache liegt mir gar nicht. Daher habe ich mich an den eingestreuten Vokabeln gestört. Leider ist es außerdem so, dass ich nicht mal für den russischen Akzent etwas übrig habe. Das liegt daran, dass ich mit Leuten mit diesem Akzent überwiegend im Job zu tun habe, und da ist mir bislang nur wenig Freundliches begegnet. Das ist leider so, und deshalb konnte ich mich nicht am Wohlklang dieses Akzents erfreuen, wie es Sophie tut.
Mit etwas weniger Lobpreisung all dieser Dinge wäre ich mit der Geschichte sicher besser klargekommen. Und ich bin mir sicher, dass das märchenhafte daran trotzdem erhalten gelbieben wäre.
Der zweite Grund war, dass für mich die Spannung nachließ sobald die Prinzessin ihren Auftritt hatte. Ich habe der Frau von Anfang an nicht über den Weg getraut und nicht verstanden, wieso den Mädchen nichts auffällt. Aber vielleicht ist man mit 13 Jahren so leichtgläubig. Jedenfalls war ich mir sicher, dass sie nichts Gutes im Schilde führte. Blieb nur noch die Frage, um was es gehen könnte. Aber auch die war bald geklärt, nachdem ein bestimmter Gegenstand erwähnt wurde.
Und auch das Rätsel, welche Rolle Sophie in diesem ganzen Verwirrspiel spielt, woher ihre Liebe zu Russland rührt, ließ sich schnell und leicht klären. Da erwartete mich also ebenfalls keine Überraschung als es aufgelöst wurde.
Gegen Ende wurden die Wölfe wichtig, die Sophie ab und zu schon mal heulen gehört und auch gesehen, deren Existenz die Prinzessin aber beharrlich geleugnet hatte. Das hat mich etwas versöhnt. Wölfe mag ich unheimlich gerne, und hier snd sie schöne und rätselhafte Geschöpfe. Das war ganz nach meinem Geschmack.
Über das Ende bzw Sophies Entscheidung am Ende habe ich dann wieder den Kopf geschüttelt. Am liebsten hätte ich ihr gesagt: hey, Mädel, was denkst du dir? Du bist gerade mal dreizehn Jahr alt!

Aus den genannten Gründe ist es mir sehr schwer gefallen, das Buch zu lesen. Mehr als fünf Kapitel an einem Abend gingen einfach nicht. Dabei haben sie für ein Jugendbuch eine wirklich tolle Länge. Einladend kurz, aber doch lang genug um gut voran zu kommen. Mir waren es schlicht zu ausführliche, begeisterte Schilderung von Dingen, für die ich mich in diesem Maß nicht begeistern kann. Das las sich anstrengend, und ich habe mich über jeden längeren Dialog gefreut, der es auflockerte.

Das Cover gefällt mir immer noch. Das Grau mit den Flocken sieht wirklich frostig aus. Und das Mädchen in dem wallenden Kleid, das irgendwie unglücklich wirkt, macht neugierig auf das Buch.

Fazit:  Ich wäre mit der Geschichte sicher besser klargekommen, wenn nicht so viele Dinge wie sauer Bier angepriesen würden, für die ich weniger bis gar nichts übrig habe. Alles etwas dezenter und es hätte mir sicher besser gefallen. Und ich glaube auch nicht, dass die Geschichte dadurch ihren märchenhaften Charme eingebüßt hätte. Außerdem fand ich die Handlung nach der Rettung der Mädchen nicht mehr spannend. Auch wenn das Buch für Leser ab 11 Jahren empfohlen wird, etwas weniger offensichtlich hätte des Rätsels Lösung schon sein dürfen.


Titel: Wo Schneeflocken glitzern
Autor: Cathryn Constable
Seiten: 336
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3551520517
Preis: € 16,99 (HC)

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Porterville – Staffel 1 – Folgen 01 – 06

Titel: Porterville – Staffel 2 – Folgen 01 – 06 / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 645 min / Sprecher: Simon Jäger, Leyla Rohrbeck, Benjamin Völz, Charles Retinghaus

portervillestaffel01Inhalt: PORTERVILLE ist keine normale Serie, wie man sie kennt. Denn sie funktioniert wie eine Art Puzzle: So ist jede neue Folge wie ein neues Puzzle-Teil. Das bedeutet, die Geschichten beginnen nicht unbedingt da, wo man bei der letzten Folge aufgehört hat. Doch mit jeder neuen Folge erhält man tiefere Einblicke in die Stadt und ihre Bewohner, bis sich das rätselhafte Gesamtbild immer mehr zusammensetzt und am Ende die Frage geklärt wird: “Was ist das dunkle Geheimnis der Stadt Porterville?”


Dieser Besprechung möchte ich vorausschicken, dass ich beim Vorläufer “Darkside Park” nicht über die erste Folge hinausgekommen bin. Falls also jemand erwartet, dass ich hier Bezüge zwischen den beiden Reihen aufführe, ist er bei mir an der falschen Adresse.

Diese erste Staffel umfasst insgesamt sechs Geschichten, die mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen haben. Die meisten davon sind wirklich spannend und mysteriös und man beginnt ganz automatisch zu knobeln, was hinter dem Geschehen stecken könnte. In einigen Geschichten trifft man zudem auf eklige Zeitgenossen wie die sogenannten Greyb, Luise Helmugs oder auf Charaktere, die einem im Nu eine Gänsehaut verursachen. Das sorgt für zusätzliche Würze. Zwei der Geschichten fand ich aber auch unglaublich zäh und langatmig. Bis die endlich in die Gänge kamen, war ich bereits wieder abgelenkt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Erzählungen so lang ausfallen mussten. Ich hätte gerne an ein paar Stellen gekürzt.
Anfangs erschließt es sich einem noch nicht wirklich, wie die verschiedenen Geschichten zusammenhängen. Und natürlich hat man geraume Zeit auch keine Ahnung, was es mit Porterville auf sich hat. Erst nach und nach trifft man hier und da auf Elemente, die einem schon in einer der vorigen Geschichten begegnet sind, und so setzt sich das Puzzle um das Rätsel von Porterville allmählich zusammen.

Bei Namen wie Simon Jäger, Benjamin Völz, Charles Rettinghaus und Leyla Rohrbeck hat man hinsichtlich der Sprecher schlichtweg nichts zu befürchten. Ihnen allen gelingt es wunderbar, die Atmosphäre “ihrer” Geschichten an den Hörer weiterzureichen. Ich denke, ohne solch versierte Sprecher wäre es mir bei der einen oder anderen Geschichte noch schwerer gefallen, bis zum Ende aufmerksam zu bleiben.

Die CDs ziehen in einem schicken Digipack ins Regal ein. Das Covermotiv wirkt angemessen düster und geheimnisvoll. Das passt so gut zu den Geschichten. Auch innen findet man verschiedene Bilder, die gut die Stimmung der Geschichten einfangen. Zudem findet man jeweils eine kurze Zusammenfassung zu den einzelnen Erzählungen.

Fazit:  Bis auf zwei Ausnahmen, die sich für mich zogen wie Kaugummi, fand ich die Porterville-Geschichten ganz spannend und mysteriös. Und es hat auch Spass gemacht zu verfolgen, wie sich nach und nach ein Bild ergibt. Ob man als “Darkside Park”-Fan seine Freude an “Porterville” haben wird, kann ich nicht beurteilen.

Eiskaltes Herz (Ulrike Rylance)

eiskaltesherzLena und Leander sind ein Paar – bis die bildhübsche Vanessa auf der Bildfläche erscheint. Obwohl Lena mit Argusaugen über ihren Freund wacht, kann sie nicht verhindern, dass er sie fallen lässt, um eine Beziehung mit Vanessa einzugehen. Lena ist rasend vor Eifersucht und macht keinen Hehl daraus. Deshalb fällt der Verdacht auch sofort auf sie, als Vanessa nach einer Party tot aufgefunden wird.

Nachdem mit “Todesblüten” sehr gut gefallen hatte, “Villa des Schweigens” dagegen gar nicht, sollte nun “Eiskaltes Herz” darüber entscheiden, ob ich den Büchern von Ulrike Rylance treu bleiben würde. Und ja, ich werde es. Denn “Eiskaltes Herz” hat mir sehr gut gefallen.
Eine lange Einleitung sucht manhier vergebens. Gleich im ersten Kapitel, das im Juni spielt, wird einem klar, dass Lena in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Sie ist entführt worden! Da fragt man sich natürlich sofort, wie es dazu kommen konnte. Diese Frage wird nach und nach in anderen Kapiteln beantwortet, die im April zuvor spielen. Sie machen den größten Teil des Buchs aus und stellen somit die eigentliche Handlung.
Lena mochte ich sofort. Sie ist nett und lustig, erfreulicherweise etwas schräg und immer geradeheraus. Auch Leander gefiel mir auf Anhieb. Wer kann einem so sympathischen Typen, der obendrein in einer Band spielt schon widerstehen? Lena jedenfalls nicht. Die Liebe zwischen den beiden ist authentisch süß ohne dabei je kitschig zu wirken.
Als die hübsche Vanessa auf der Bildfläche auftaucht und Leander Lena für sie kurzerhand aufs Abstellgleis schickt, tickt es bei Lena ziemlich aus. Wer könnte es ihr verdenken, wo sie doch gerade ein paar Seiten zuvor noch so glücklich mit Leander war? Sie tat mir wirklich leid und ich habe mit ihr gelitten. Und ich konnte auch nachvollziehen, dass sie sich gelegentlich im Ton vergreift, wenn es um Vanessa geht.
Genau das bringt sie dann aber in ernste Schwierigkeiten. Denn am Morgen nach dem Abend an dem sie sich besonders über Vanessa ausgelassen hat, wird dieses tot aufgefunden. Da ist es durchaus verständlich, dass die Polizei schnell auf sie aufmerksam wird und sie in Verdacht gerät.
Da Lena sich an das Ende des verhängnisvollen Abends nicht erinnern kann, tappt man genau wie sie im Dunklen. Eigentlich traut man ihr solch eine Tat nicht zu, andererseits kann man sich aber auch nicht sicher sein. Also knöpft man sich gemeinsam mit Lena die übrigen Personen vor und schaut, wer es eventuell noch gewesen sein könnte, und wieso. Das hat Spass gemacht und war richtig spannend. Und es kommen dabei Entdeckungen ans Tageslicht, die mich wirklich überrascht haben. Und die teilweise auch zum Nachdenken anregen. Das schadet bei einem Jugendthriller nie.
Am Ende scheint dann alles ausgestanden zu sein und Lena wirkt nach diesem Abenteuer ein ganzes Stück erwachsener. Ich war schon in Versuchung, mich entspannt zurückzulehnen und das Ende zu genießen, da kommt die Handlung noch mit einem Dreh um die Ecke, der sich gewaschen hat. Toll

Alleine durch den Wechsel zwischen den Monaten liest sich das Buch prima, denn das sorgt für Abwechslung und hält bei Laune. Lena hat außerdem aber auch eine schöne Art zu erzählen. Jugendlich locker und durchaus mit einem Schuss Humor. Trotzdem gelingt es ihr, das Bedrohliche bestimmter Szenen deutlich zu machen. Das sorgt für Spannung. Und bei einer so flotten und wirkungsvolle Erzählweise, ist das Buch im Nu ausgelesen.

Das Cover setzt einmal mehr auf einen schwarzen Hintergrund und ein Motiv, das vor diesem Hintergrund einfach sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Wald spielt obendrein in der Geschichte eine Rolle und die weiße Eule ist einfach nur schön.

Fazit:  “Eiskaltes Herz” hat mir sehr gut gefallen. Ein äußerst spannender Jugendthriller und bisher mein Highlight unter den Büchern von Ulrike Rylance. Man kann gut mit Lena mitfühlen und mitknobeln, was in dieser verhängnisvollen Nacht geschehen ist. Und immer, wenn Lena (und man selber) denkt, man habe ein Rätsel gelöst, wirft die Geschichte neue Fragen auf. So bleibt es bis zum Schluss spannend und interessant.


Titel: Eiskaltes Herz
Autor: Ulrike Rylance
Seiten: 224
Verlag: dtv Junior
ISBN: 978-3423715416
Preis: € 8,95 (TB)

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