Geist

Gespenster-Krimi (14) – Schattenschrei

Titel: Gespenster-Krimi (14) – Schattenschrei / Verlag: Contendo Media, Audionarchie / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Ulrike Stürzbecher, Otto Strecker, Sascha Rotermund ua

Inhalt: Kurz nach einer vergeblichen Not-Operation wird die Ärztin Jade Glover von einer unheimlichen Präsenz verfolgt, die nicht fassbar und dennoch überall zu sein scheint. Um dem schleichenden Grauen zu entgehen, nimmt Jade die Einladung ihrer Mutter an und fährt zu dem einsam gelegenen Haus am See. Dies ist jedoch erst der Auftakt zu einem Schrecken, der Jade mit ihren verdrängten Ängsten konfrontiert und vor nichts und niemandem Halt macht.


Von der unsichtbaren Blutbestie zu einem anderen körperlosen Schrecken, so könnte man angesichts dieser Folge sagen. Doch geht es hier nicht so splattermäßig blutig zu. Zu Beginn wartet die Story zwar mit einer grausigen, blutigen Szene in der Notaufnahme eines Krankenhauses auf, doch danach wird der Schrecken subtiler. Allerdings nicht weniger wirkungsvoll!
Für mein Empfinden sogar eine ganze Ecke eindringlicher. Ich finde es immer schauriger, wenn das Grauen nicht im wörtlichen Sinne greifbar ist. Zunächst bleibt jedoch offen, was die Ärztin bei der Behandlung der Frau erlebt. Stattdessen wendet sich die Handlung den Lebensumständen von Jade zu, sodass man einen guten Eindruck davon bekommt und nachvollziehen kann, dass sie eine Auszeit braucht. Diese nimmt sie sich bei ihrer Mutter in einem einsamen Haus an einem See.
Doch dort brodelt es erstens menschlich, zweitens holt Jade der Schrecken vom Anfang wieder ein. Und der nutzt die Chance der abgelegenen Gegend kräftig aus. Dagegen ist der Vorfall aus der Notaufnahme kaum der Rede wert.
Ich habe wirklich gegrübelt, was hinter den Ereignissen steckt, denn Andeutungen gibt es zuvor überhaupt nicht. Man tappt genau wie Jade im Dunklen und erlebt mit ihr gemeinsam ein ganz böses Erwachen bzw eine schaurige Auflösung und einen noch schaurigeren Weg bis dorthin.

Die Sprecherliste ist erfreulich übrsichtlich. Ulrike Stürzbecher ist als Jade zu hören. Sie hat sowohl den abgeklärten Ton einer Ärztin auf Lager, als auch den sympathischen der Jade als Privatperson. Bei beiden bringt die die Gefühlslagen glaubhaft rüber. Sascha Rotermund hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Seine klare Stimme und der ruhige Ton passen gut zu Dylan. Er bildet so einen klaren Gegensatz zu Jade. Luise Lunow höre ich allmählich am liebsten in bösen Rollen, die hat sie wunderbar drauf. Da ist es eine Freude zuzuhören.

Die Story lebt von schleichendem Grauen, nicht von großen Schreckmomenten. Entsprechend fällt auch die Untermalung aus. Musik hält sich meist eher zurück, kommt leise daher und unterstreicht so dezent, aber wirkungsvoll das Unheimliche der Story. Eine feine Geräuschkulisse trägt das Ihrige dazu bei.

Vom Cover her könnte man gut denken, die Geschichte gehe in eine andere Richtung, was aber nicht so ist. Die schattige, düstere Szene wirkt jedoch insgesamt angenehm unheimlich, sodass  es zumindest so passig ist.

Fazit:  Eine unheimliche Geschichte, bei der man gemeinsam mit der Hauptfigur lange im Dunklen tappt, was vor sich geht. Mir hat diese ruhigere, unblutigere Art des Grauens sehr gut gefallen. So etwas bleibt nach dem Hören einfach länger und intensiver hängen.

Die drei !!! (45) – Tatort Geisterhaus

Titel: Die drei !!! (45) – Tatort Geisterhaus / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min  / Sprecher: Mia Diekow, Clemens Gerhard, Timo Kingel, Isabella Grothe ua

dda45Inhalt: Es spukt in Billershausen! Oder was steckt sonst hinter den seltsamen Vorgängen in Oma Lottis Haus? Ob sich die drei !!! trauen sollen, in dem leeren Haus nach dem Rechten zu sehen? Für Marie ist es so gut wie erwiesen, dass dort der Geist eines kleinen Jungen sein Unwesen treibt. Doch Kim und Franzi finden mehrere Indizien für wirkliche Einbrecher. Ausgestattet mit ihrem Powerspruch und ganz viel Mut machen sich die Freundinnen an die Aufklärung des mysteriösen Falls.


Die dunkle Jahreszeit ist bereits da, Halloween nicht mehr weit, da überrascht ein Fall mit unheimlichen Thema sicher niemanden. Als kleiner Gruselfan freut mich das natürlich immer wieder. Allerdings geht es hier zu keinem Zeitpunkt wirklich unheimlich zu. Vielleicht hätte ich das Hörspiel zum Einschlafen im Dunkeln hören sollen, mag sein. Vielleicht hätte ich mich dann gegruselt, aber so richtig daran glauben, kann ich nicht. Womöglich probiere ich es noch aus.
Denn es ist trotz mangelndem Gruselfaktor doch sehr lange eine Folge, die man gut mehrfach hören kann. Der Fall ist ganz spannend und hält den Hörer lange im Ungewissen. Die drei Freundinnen verfolgen gleich mehrere Spuren bzw Ansätze und man hat ausreichend Gelegenheit, sich seinen Favoriten dabei herauszusuchen. Dass eine mehr als verdächtige Nebenperson mitmischt, trägt natürlich ebenfalls dazu bei.
Die Auflösung habe ich dagegen widerum als Enttäuschung empfunden. Viel zu einfach gestrickt und einer Gruselgeschichte überhaupt nicht würdig. Dass mal wieder ein Evergreen an x-mal durchgekauten Themen aufgekocht wird, ringt mir einfach keine Begeisterung ab.
Ach, und eine Frage noch kurz: was soll denn dieses ständige “wir sollten Kommissar Peters anrufen!”, bitte? Man hat doch 44 Fälle bewältigt, ohne beim kleinsten Zwischenfall die Polizei rufen zu wollen.

Die Folge strotzt vor neuen Nebenrollen und entsprechend vielen Sprechern. Schön fand ich es, mal den Vater einer Detektivin zu hören. Michael Bideller leiht Vater Jülich seine Stimme und lässt ihn sympathisch, aber auch eine kleine Spur streng wirken. Isabella Grothe gibt eine liebenswerte Oma Lotti. Und mit Michi ist natürlich auch Tim Kreuer mal wieder von der Partie, der mir mit seiner markanten Stimme schon ein bisschen gefehlt hatte.

Musikalisch gibt es nichts Innovatives zu vermelden, bei den Geräuschen ebenfalls nicht. Gerade bei einer Story, die ein bisschen schaurig sein möchte, hätte ich da doch etwas mehr erwartet. Aber das einzige, was hier einmal mehr in auffälliger Häufung zu hören ist, sind die Hintergrundgeräusche, sobald die Mädels sich treffen oder Kim an ihrem Tagebuch sitzt. Wenn man davon nur einen Bruchteil in den Gruselfaktor hätte fließen lassen…

Das Covermotiv gefällt mir sehr gut, verspricht aber klar mehr Grusel als die Geschichte auf der CD dahinter bietet. Solche Nachtszenen sind immer toll mit dem Kontrast zwischen Dunkelheit und Farben. Und die Gestalt im Giebelfenster lässt vermuten, womit es die Mädels zu tun bekommen.

Fazit:  Leider wenig gruselig und mit einer schon zigmal durchgekauten Auflösung. Dazwischen liegt aber ein durchaus spannender und interessanter Fall. Damit hat die Folge bei mir einiges gutmachen können.

Die drei ??? Kids (49) – Der singende Geist

Titel: Die drei ??? Kids (49) – Der singende Geist / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Jannik Schürmann, Mia Diekow, Karin Buchholz, Tim Kreuer ua

ddfkids49Inhalt: Onkel Titus hat auf einer Auktion eine alte Standuhr ersteigert. Doch kaum steht diese auf dem Schrottplatz, sind auf einmal jede Menge Leute hinter ihr her. Welches Geheimnis versteckt sich in der Uhr? Und was weiß das rätselhafte Mädchen mit der Stimme, die Glas zerspringen lässt? Ein singender Geist führt die drei ??? Kids auf eine gefährliche Spur.


Zunächst muss man zu dieser Folge erwähnen, dass sie nur für Hörer neu ist, die diese Reihe nicht seit Beginn an hören. Denn sie erschien 2011 zum ersten Mal, allerdings damals ohne Nummerierung. Was es soll, sie nochmal herauszubringen, hat sich mir leider nicht erschlossen.
Nun aber zur Geschichte an sich. Ich muss gestehen, dass sie mich nicht so richtig überzeugen konnte. Vor allem hat es mich gestört, dass gleich zwei Rätsel zu lösen sind. Es hat für mich wenig mit Detektivarbeit zu tun, wenn man nur rätselhafte Verse übersetzen und deuten muss. Übrigens ein Punkt, der mich bei der “älteren” ???-Reihe auch häufig stört.
Weiterhin gibt es mir zu viele Dinge, die mir selbst für eine Kindergeschichte entschieden zu weit hergeholt sind. Woher bitte wissen die Freunde, wie Skinny Norris’ Füße riechen?! Oder soll das witzig sein? Ich fand es höchstens eklig. Dann noch das Geheimnis der Kirschbaums. Sind die drei zuvor nie darin herumgeklettert? Und der Brunnen, der locker in jeder zweiten Folge erwähnt wird hat einen Stöpsel? Tut mir leid, das alles war mir zu abwegig. Deshalb kam bei mir auch nie so richtig Spannung auf, leider.
Und zuletzt: ich brauche keine kreischenden Kinder in einem Hörspiel. Selbst dann nicht, wenn dieses Gekreische gewisse Effekte hat. Bei mir hatte es vor allem den Effekt, dass es mir an den Ohren wehtat und mich somit nervte.

Als Elisabeth ist Mia Diekow zu hören, die hier sehr jung klingt. Allerdings war sie 2011 ja auch noch ein paar Jahre jünger. Aber sie klingt auch irgendwie angestrengt und oft passt die Betonung nicht so richtig. Karin Buchholz gibt dafür eine wunderbar zickige und unsympathische Mrs. Wilmers.

In Sachen Geräusche ist alles in soweit in Ordnung. Eben so, wie man es von der Reihe seit je her kennt. Musikalisch ist mir die Folge nicht erwähnenswert im Gedächtnis geblieben. Will heißen, die Stück halten sich eher im Hintergrund und kommen nicht auffallend neuartig daher.

Das Covermotiv wird dem Titel gerecht, kommt aber gruseliger rüber als das Geschehen tatsächlich ist. Überhaupt ist von einem Geist ewig lange nicht die Rede. Dafür umso mehr von einer Uhr. Wieso es dann der Geist in den Titel geschafft hat, kann ich mir nicht so recht erklären.

Fazit: Für mich eher eine enttäuschende Folge. Spannend fand ich sie lediglich einmal kurz gegen Ende. Ansonsten dämpften hanebüchene Details meine Begeisterung. Und vor allem auch diese Vers-Rätsel. Solches Rätselraten ist für mich keine wirklich Detektivarbeit. Aber damit ärgert mich die “ältere” ???-Reihe ja auch regelmäßig…

Max und die Wilde 7 – Die Geister-Oma (Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner / Simon Jäger)

Titel: Max und die Wilde 7 – Die Geister-Oma / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 290 min / Buch: Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner / gelesen von: Simon Jäger

mx02Inhalt: Nun treiben Max und die Wilde Sieben Oberschwester Cordula endgültig in den Wahnsinn – sie gründen die Seniorenmannschaft FC-Alte-Knacker! Und so ganz nebenbei muss auch noch ein neuer Fall rund um die gruselige Geister-Oma gelöst werden. Die spukt nämlich recht aufdringlich auf Burg Geroldseck herum und jagt der armen Vera furchtbare Angst ein. So sehr, dass sie sogar die Burg verlassen will. Das müssen Max und die anderen Mitglieder der Wilden Sieben unbedingt verhindern.


Weil seine Mutter dort arbeitet, wohnt Max noch immer mit ihr im Seniorenheim, wo er unter den alten Leutchen inzwischen richtig gute Freunde gefunden hat. Doch von Ruhe kann keine Rede sein. Der zweite Fall für Max und seine rüstigen Freunde nimmt schnell Fahrt auf. Eine Geister-Oma geht um und die ersten Senioren erwägen vor lauter Schrecken auszuziehen. Gewitzt wie sie nun mal sind, nehmen Max und die Rentner die Fährte auf und erleben eine spannende und turbulente Jagd auf den Geist.
Das Hörbuch wird für junge Hörer ab ca. 8 Jahren empfohlen. Mir gefällt es, dass die Geschichte die Kinder nicht für dumm verkauft, indem man ein Rätsel aufgibt, dessen Lösung man bereits nach einer halben Stunde erahnt. Stattdessen gibt es ein paar wirklich nette Kniffe und Wendungen, sodass es bis zum Schluss spannend bleibt.
Natürlich darf auch der Spass hier wieder nicht zu kurz kommen. Schon die Ermittlungen des ungewöhnlichen Teams und die Dialoge sorgen für manches Schmunzeln. Doch die Gründung des Fußballclubs FC Alte Knacker und Oberschwester Cordulas Reaktion darauf, setzen dem nochmal die Krone auf. Das ist dann ehrlich zum Schießen komisch.

Auch dieses zweite Hörbuch wird wieder von Simon Jäger gelesen, der schon immer mein Lieblingssprecher war. Egal, ob in einem Hörbuch oder in einem Hörspiel. Ohne große Stimmexperimente gelingt es ihm, jeder Figur ihren eigenen eindeutigen Klang zu geben. Und er greift den Spass der Geschichte auf und reicht ihn eins zu eins an den Hörer weiter. So wird das Zuhören zu noch einem größeren Vergnügen als es alleine durch die Geschichte schon ist.

Auf dem Cover sind Max und seine Freunde bei ihren Nachforschungen zu sehen, gut versteckt hinter einer Ritterrüstung. Das lässt doch gleich auf einen spannenden Fall schließen. Und sieht natürlich gleichzeitig auch ganz witzig aus.

Fazit:  “Die Geister-Oma” brauchte keinen so langen Anlauf wie ihr Vorgänger. Ein weiterer wirklich gelungener Kinderkrimi, der mit echter Spannung und ganz viel Spass punkten kann. So soll das sein.

Die drei ??? (177) – Der Geist des Goldgräbers

Titel: Die drei ??? (177) – Der Geist des Goldgräbers/ Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 68 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Hans Kahlert, Volker Hanisch, Susanne Sternberg ua

ddf177Titel: Im menschenleeren Dead Man´s Canyon begegnet den drei ??? plötzlich ein Goldgräber. Und zwar nicht irgendeiner John Dewey kam vor über 100 Jahren zu Tode und verfluchte jeden, der seinem Gold nahe kommt. Für Justus steht fest: Alles Legende! Doch als in der darauffolgenden Nacht gespenstischer Besuch vor der Tür steht, erwacht die Legende zum Leben.


Manchmal habe ich so den Eindruck, über die neuen Folge dieser Reihe wird nur noch gemeckert. Als ob sich manche Leute genau deshalb die Hörspiele kaufen. Ich bin nachwievor kein großer Fan der “Drei ???” und nöle auch gern mal, aber dann gibt es auch immer mal wieder Folgen, die mir wirklich richtig gut gefallen. Dazu gehört auch “Der Geist des Goldgräbers”.
Zunächst mal gefällt mir der Schauplatz und der erfreulich übersichtliche Kreis an Figuren. Es sind zwar nicht wenige, aber jeder für sich ist auf seine Art markant, sodass ich gut den Überblick behalten konnte. Heraus sticht dabei für mich Dusty und sein imaginärer Hund. Die beiden sind eindeutig meine Lieblinge in der Folge.
Weiterhin hat mir die Idee mit dem Krokodil gefallen. Sicher, irgendwo ist die Idee schon ganz schön schräg, aber sie fiel mir nicht unangenehm auf. Das Tierchen sorgt für ordentliche Aufregung und Stimmung, was der Geschichte gut steht.
Und zuletzt konnte mich die Nr. 177 damit von sich überzeugen, dass ich der Handlung gut folgen konnte. Von dem Chaos, dank dem ich bei so mancher Folge irgendwann gar nicht mehr durchgeblickt habe, ist hier nichts zu entdecken. Ein paar witzige Szenen und Dialoge runden den guten Eindruck für mich ab.
Lediglich den Geist hätte man noch etwas gruseliger in Szene setzen und häufiger auftreten lassen dürfen, doch das ist im Verhältnis eine Kleinigkeit.

Mein Liebling Dusty wird von Hans Kahlert gesprochen und er lässt ihn wunderbar kauzig und super liebenswert rüberkommen. Wirklich ganz toll! Martina Treger verleiht Holly einen resoluten bis aggressiven Ton und macht sie so nicht gerade zu einer Lieblingsfigur. Aber für diese Rolle passt das so gut. Die drei Hauptsprecher müssen sich ebenfalls nichts vorwerfen lassen. Beachtlich, dass sie nach so vielen Folgen noch so engagiert dabei sind.

Die Untermalung fällt dieses Mal sehr stimmungsvoll und passig aus. Die Stücke klingen erstaunlich neu und so, als wären sie eigens für diese Folge aufgenommen worden. Das hat mich gefreut. Mal keine Konserve aufgemacht. Geht doch! Und auch die Geräusche wissen zu überzeugen.

Das Covermotiv gefällt mir ebenfalls. Es wirkt angenehm schaurig, so düster und mit den kräftigen Grüntönen dazu.

Fazit:  In meinen Ohren eine ganz feine Geschichte, die ich sicher nicht zum letzten Mal gehört habe. Spannend, indeenreich und mit markanten Charakteren.

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