Geister

Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger (Sabine Städing)

Johnny Sinclair ist nicht wie jeder gewöhnliche Junge, denn er kann mit Geistern reden! Als der 12-Jährige einen der legendären sprechenden Schädel findet, kann er sein Glück kaum fassen. Dumm ist nur, dass ihm der Jahrhunderte alte Schädel haushoch überlegen ist und nicht zögert, es bei jeder Gelegenheit zu beweisen. Dabei hat Johnny zurzeit ganz andere Sorgen. Greyman Castle, die Burg, die er bewohnt, wird von Geistern heimgesucht, und auch in Blacktooth, dem nahegelegenen Dorf, gehen seltsame Dinge vor sich. Als Johnny dank des Schädels ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände fällt, haben die Geister nichts mehr zu lachen. Und für Johnny ist klar: Er will Geisterjäger werden und dem Bösen den Kampf ansagen! Was er nicht ahnt: Seine Gegner haben ihn längst im Visier.

Von Sabine Ständing kenne ich bereits “Magnolia Steel” und “Petronella Apfelmus”. Zwei Reihen, die mir sehr gut gefallen. Als ich dann auf Johnny Sinclair aufmerksam wurde, stand fest, dass ich auch ihn kennenlernen würde. Erst recht, nachdem ich irgendwo gelesen hatte, wie sich die eingefleischten Fans von John Sinclair darüber aufregten, dass man ihren Helden so ins Kindische ziehen würde.
Dabei hat Johnny Sinclair gar nicht viel mit John Sinclair zu tun. Er liebt die Romanhefte, er ist sein Held und Vorbild in Sachen Geisterjägerei und er schreibt ihm sogar eMails, doch das war es auch schon. Da ist nichts dran, was John Sinclair irgendwie herabwürdigt, eher ganz im Gegenteil!
Johnny ist ein liebenswerter Kerl, der einem mit seinem Geisterproblem auf der Burg seiner Familie ganz schön leid tun kann. Er fürchtet sich wirklich vor ihnen und hätte sie nur zu gerne aus dem Haus. Doch nicht einmal sein Kindermädchen, eine waschechte Mambo kann ihm dabei wirklich helfen, ausser mit Tipps und Hausmittelchen, die eher weniger wirkungsvoll sind. Ich habe dieser Frau übrigens bis zum Ende nicht recht über den Weg getraut und immer gefürchtet, selbst sie könnte sich gegen Johnny wenden.
Nach einem schaurigen Erlebnis im Moor findet Johnny dort einen alten Totenschädel voller seltsamer Symbole. Er nimmt ihn mit nach Hause und erlebt dort sein Blaues Wunder als der Schädel sich als Erasmus von Rothenburg vorstellt. Erasmus hat eine ganz schön große Klappe, aber irgendwie raufen Johnny und er sich dann doch zusammen. Kann Erasmus Johnny vielleicht dabei helfen, die Geister im Haus loszuwerden?
Es war lustig zu lesen, wie Johnny quasi bei Erasmus in die Lehre zum Geisterjäger geht. Aber er hat unter seiner Anleitung auch so manches unheimliche Abenteuer durchzustehen, was für Spannung und eine dezente Gänsehaut sorgt. Johnny muss schließlich herausfinden, wieso die Geister eigentlich bei ihm hausen. Nur so kann er einen Plan fassen, wie er sie loswerden kann. Einige Ideen dabei sind schon sehr witzig wie Johnnys Salzwasserpistole, andere sind recht klassisch. So muss zB einem Geistermädchen, das fürchtet, es könne in Vergessenheit geraten, eine Rose zur Erinnerung gepflanzt werden. Diese Mischung aus spaßigen und klassischen Methoden ist gut gelungen und hat mich manchmal schmunzeln lassen, manchmal aber auch einfach gerührt.
Neben den Geistern machen auch einige Klassenkameraden Johnny das Leben schwer und lassen sich immer neue Streiche einfallen um ihn zu ärgern und zu blamieren. Es gibt für Johnny also auch ein ganz normales Leben, was mir gut gefallen hat. Ich mag es, wenn bei phantastischen Geschichten immer auch ein Bezug zur Wirklichkeit gegeben ist. Eine wensentlich sympathischere Klassenkameradin hat mir dagegen richtig gut gefallen. Ich hoffe sehr, man wird im Folgeband noch eine ganze Menge über das Gruftimädchen Millie erfahren. Sie und Johnny wären ein tolles Gespann. Zusammen mit Johnnys bestem Freund Russell natürlich, der zwar oft etwas trottlig wirkt, aber eben einfach ein toller Freund ist, der bei diesem Abenteuer über sich hinaus wächst.
So richtig gruselig ist die Geschichte allerdings nicht. Das Buch wird für junge Leser ab 10 Jahren empfohlen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Alter noch für schlaflose Nächte sorgen wird. Der Gruselfaktor ist absolut kindgerecht und wird vor allem durch Erasmus’ Großmaul sehr gut aufgelockert. Ein wohliges Schaudern dürfte das einzige sein, wozu Johnnys Hausgeister beim Lesen verleiten und ich denke, mehr möchte die Geschichte auch gar nicht erreichen. Spannend geht es aber in jedem Fall zu, und das soll für die Leserschaft diesen Alters auch unbedingt so sein.

Ich habe mir das Buch auf drei Abende aufgeteilt. Ganz bewusst, um mehr davon zu haben. Ansonsten hätte ich es auch in einem Rutsch lesen können. Es liest sich wunderbar leicht. Zahlreiche und oft sehr witzige Dialoge lockern zusätzlich auf und die Kapitel haben genau die richtige Länge. Da kann man schnell mal noch eines mehr lesen als gedacht. Einfallsreiche Titel machen neugierig und kleine Illustrationen gestalten die Seiten und Kapitelanfänge abwechslungsreich und interessant.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Und ja, zugegeben, die Schrift des Titels erinnert nun doch ziemlich an Johnnys großes Vorbild. Ich finde es cool, wie Johnny und sein Ort / die Burg mit dem Totenschädel kombiniert wurden. Als seien die Häuse der Zähne des Schädels. Johnny sieht goldig aus wie er da mit seiner Laterne durch die Düsternis läuft. Genauso habe ich ihn mir beim Lesen vorgestellt. Die Krönung dieses Covers wäre es gewesen, wenn es im Dunkeln geleuchtet hätte. Doch das ist leider nicht der Fall, schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für Band 2?

Fazit:  Mir hat Band 1 von Johnny Sinclair sehr gut gefallen! Eine phantasievolle, spannende und kindgerecht schaurige Geschichte, die neben klassischen Geisterideen auch witzige neue Ideen auf Lager hat. Das macht Spass und ist so auch nie wirklich richtig gruselig. Dafür sorgt schon der vorwitzige Schädel namens Erasmus. Aber auch Johnny ist nicht auf den Mund gefallen. Es hat Spass gemacht, mit ihm und Russell Abenteuer zu erleben und gegen Geister zu kämpfen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Und an alle spaßbefreiten John Sinclair – Fans: geht doch heulen!


Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger
Autor: Sabine Städing
Seiten: 269
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3833904677
Preis: 12,00 (HC)

Hui Buh (24) – Spurlos verschwunden

Titel: Hui Buh (24) – Spurlos verschwunden / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Christoph Maria Herbst, Robert Frank, Friedhelm Ptok ua

hui24Inhalt: Aufruhr in der Geisterwelt: Immer mehr Geister verschwinden spurlos! Ausgerechnet Hui Buh wird verdächtigt, etwas damit zu tun zu haben! Als er kurzerhand festgenommen wird, ist für seine Freunde Tommy, Sophie, Julius und Konstanzia schnell eines klar, sie werden alles daran setzen, die Unschuld des Schlossgespenstes zu beweisen! Als Geister getarnt begeben sie sich heimlich in die Geisterwelt und machen sich auf die Suche nach dem wahren Übeltäter.


Wir arbeiten weiter bedauerliche Altlasten auf, mein Stapel sinkt immer mehr. Diese Folge um das einzig behörlich zugelassene Schlossgespenst kommt recht zügig zur Sache und gibt den Schlossbewohnern und dem Hörer direkt Rätsel auf. Kurz darauf wird auch noch Hui Buh festgenommen und das Drama ist perfekt.
So muss die Geschichte allerdings auch über einen großen Teil hinweg ohne Hui Buh auskommen, was ihr vorzüglich gelingt. Tommy und Sophie sorgen derweil für ebenso unterhaltsame und spannende Momente wie König Julius und Constanze. Man hat allerhand gute Gelegenheiten, um die Figuren zu bangen. Gleichzeitig bekommt man einen großzügigen Einblick in die Geisterwelt, was ganz interessant und spaßig ist.
So richtig geisterhaft-detektivisch wird es dann gegen Ende nochmal und so ist auch auf das Finale hin für Spannung gesorgt.
Ob die Schlossbewohner ihr Gespenst zurückbekommen, muss nun jeder selber herausfinden. Jedenfalls bilden die Suche und der Kampf um Hui Buh eine der besten Folgen dieser Reihe.

Maximilian Artajo und Marie-Luise Schramm bilden ein ebenso tollen Doppel wie Christoph-Maria Herbst und Ulrike Stürzbecher. Beiden Duos habe ich gerne gelauscht und mich vor allem gefreut, dass die beiden jungen Sprecher dieses Mal einen so großen Part haben. Marcus Staiger alias Sansibar der Schreckliche hat einen beeindruckenden Ton für diese Figur parat.

Einmal mehr glänzt eine Folge dieser Reihe mit ihrer Musikkulisse, die ganz nach Gespenstergeschichte klingt. Vor allem das Geschehen in der Geisterwelt ist wirklich angemessen schaurig untermalt. Die Geräusche müssen sich ebenso wenig verstecken und veranschaulichen die Handlung prima.

Das Covemotiv dürfte Hui Buhs Festnahme zeigen, so grob wie er am Arm gefasst wird. Das Motiv wirkt ein wenig düster, aber nicht zu sehr. Neugierig macht es trotzdem.

Fazit:  Dieses Mal sitzt Hui Buh wirklich so richtig in der Patsche. Und die Schlossbewohner versuchen, ihn zu retten und herauszufinden, wer tatsächlich hinter den Geschehnissen steckt. Das ist durchweg spannend und unterhaltsam. Für mich eine der besten Folgen dieser Reihe.

Scary Harry – Totgesagte leben länger (Sonja Kaiblinger / Robert Missler)

Titel: Scary Harry – Totgesagte leben länger / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 235 min / Buch: Sonja Kaiblinger / gelesen von: Robert Missler

scaryharry02Inhalt: Während beim SBI gerade Flaute herrscht und Sensenmann Harold Urlaub auf Hawaii macht, bricht in der Stadt das Chaos aus. Plötzlich wimmelt es dort von Geistern. Otto und Emily haben den Verdacht, dass Ottos verstorbener Onkel Archibald etwas damit zu tun hat. Kurzerhand beschließen die beiden sich ins Jenseits einzuschleusen und Harold eilt ihnen als guter Freund dabei selbstverständlich zu Hilfe.


Nachdem mir Teil 1 und die Kurzgeschichte “Ab durch die Tonne” so gut gefallen hatte, führte an diesem zweiten Band kein Weg vorbei.
Und auch Ottos, Emilys und Harolds zweites Abenteuer hat mich wieder auf ganzer Linie bestens unterhalten. Was geht in der Stadt vor sich? Woher kommen plötzlich die ganzen Geister? Nur zwei der spannenden Fragen, die die Freunde hier beschäftigen. Und auch ich war sehr neugierig, worauf es dieses Mal hinauslaufen würde. Einmal mehr beweist Sonja Kaiblinger, über welchen Ideenreichtum sie  verfügt. Ich habe mehrmals ungläubig schmunzelnd den Kopf schütteln müssen. Aber genau das ist eben ein Punkt an dieser Reihe, der mir so gefällt. Dass in jedem Teil neue Überraschungen warten, dass es niemals eintönig wird und dass man solch eigentlich schaurige Gestalten so kindgrecht, liebenswert und auch für Erwachsene interessant ins Rennen schicken kann. Ich kenne einige Bücher und Hörbücher mit Schauergestalten für Kinder, aber keine davon hatte mich so fix am Haken wie “Scary Harry”. Die Reihe hat schlicht das gewisse Etwas. Ich hoffe, sie bewahrt es sich.
Auch in Sachen Witz und Komik wird wieder einiges geboten. Zugegeben, oft geht es auch ziemlich schwarzhumorig zu, aber das passt eben auch so gut zur Handlung und den Figuren. Bei diesem Geschichten gibt es für jeden Hörer etwas zum Lachen: für die jungen Hörer genauso wie für die bereits erwachsenen Hörer.

Robert Missler greift den Humor der Geschichte wunderbar auf. Er liest mit einem unüberhörbaren Augenzwinkern und viel Spass. Das hört man bei jedem Satz. Mit den zahlreichen Stimmen für die illustren Figuren lässt er die Handlung herrlich lebendig klingen. Da verfliegt die Zeit beim Hören geradezu.

Ich bin ja so ein Fan von Covermotiven mit Nachtszenen. Wahrscheinlich ist dieses Cover deshalb mein bisheriger Favorit. Ich mag die Düsternis und den Kontrast, den vor allem die giftgrünen Wolken bilden. Die Figuren sehen witzig aus und irgendwie mag man sie sofort. Mein kleiner Liebling ist natürlich die Fledermaus vorne.

Fazit:  Mir hat dieser zweite Teil noch eine Ecke besser gefallen als sein Vorgänger. Eine spannenden und einfallsreiche Geschichte, die richtig viel Spass macht. Und so ganz sicher nicht nur für junge Hörer ein echtes Vergnügen sein wird. Ich freue mich schon auf Teil 3.

Vorsicht, Geisterjäger (Heiko Wolz)

vorsichtgeisterjBen hat eine echte Marktlücke entdeckt: Er wird Geisterjäger! Nur dumm, dass es keine Geister gibt. Sogar in der alten Villa – einem richtigen Gruselkasten – will man nichts von Geistern wissen. Totale Fehlanzeige! Und die Frau, die ihm die Tür öffnet, schickt ihn zum Spielen zu ihrer Tochter Josefine. Peinlicher geht‘s nicht. Josefine aber freut sic h und zeigt Ben das Haus – und plötzlich stehen sie vor den steilen Stufen, die auf den Dachboden führen. Da wabert doch weißer Nebel die Stufen herunter. Es gibt keine Geister? Von wegen! Was da auf sie zukommt, ist waschechte Geistergefahr .

Ich mag einfach Geister- bzw Gruselgeschichten. Ganz egal, ob sie für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene sind. Deshalb klang dieses Buch sehr interessant für mich.
Der Geschichte habe ich entsprechend nichts weiter vorzuwerfen. Sie ist kindgerecht spannend, lustig und ab und zu dezent gruselig. Genau richtig für die junge Leserschaft. Albträume bekommt sicher niemand von Bens und Josefines Erlebnissen. Und den Geist fand ich sogar richtig niedlich. Außerdem wollte ich unbedingt wissen, wie die Sache ausgehen würde, denn am Ende wird es tatsächlich so richtig brenzlig. Da Ben und Josefine als Geisterjäger keine Übung haben, ist obendrein auch noch für einiges Chaos gesorgt und es geht oft turbulent zu. In der Geschichte steckt also eine Menge Tempo und sie hält einen so beständig bei Laune. Eigentlich das ideale Rezept für ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Trotzdem habe ich mich mit vielen Dingen schwer getan. In erster Linie mit Bens Versessenheit auf Star Wars, und alles, was nur ansatzweise damit zu tun hat. Junge Star Wars Fans werden sicher begeistert sein, aber ich kann damit nunmal gar nichts anfangen. Bens “Ausflüge” ins All haben mich daher irgendwann nur noch genervt. Genauso wie Bens Angewohnheit, gerne mal in Comic-Sprache zu erzählen. In einem Buch brauche ich aber kein Wumm, kein Rumms und auch kein Klong und kein Dong.
Außerdem ging es mir oft zu albern zu. Alleine die Vorstellung, wie die Jungs da in ihrer Geisterjägerkluft an den Türen klingeln: in weiße Maleranzüge gehüllt, auf dem Kopf eine Taucherbrille und auf dem Rücke einen Staubsauger, dessen Rohr die Geister einsaugen soll. Kein Wunder, dass niemand sie ernst nimmt. Da hat Ben schon recht und es verleiht dem Geschehen ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit. Zum Glück jagen Ben und Josefine später normal gekleidet nach Geistern. Bens Freunde waren mir eine ganze Ecke zu überdreht.
Und ja, aus dem Alter, in dem man Popel als Spitznamen okay und womöglich sogar noch lustig findet, bin ich wohl eindeutig auch heraus.
Ich habe schon viele Kinderbücher gelesen und spontan kann ich an kaum eines erinnern, das mir nicht gefallen hätte. Kinderbücher und ich, das kann also wirklich gut funktionieren. Hier jedoch leider nicht.

Ben erzählt locker und flockig, ganz wie ihm der Schnabel gewachsen ist. So liest sich das Buch wirklich im Nullkommanix. Das Tempo aus der Geschichte hat sich bei mir eins zu eins auf mein Lesetempo übertragen. Die Kapitel sind schln kurz, das dürfte jungen Lesern ebenfalls sehr entgegenkommen. Außerdem findet man viele Zeichnungen auf den Seiten, die den Text auf diesen Seiten natürlich kürzen.Und sie lockern auf und veranschaulichen viele Szenen.

Auf dem Cover sind Ben und Josefine zu sehen. Und natürlich der Geist, den ich wirklich goldig finde. Das Motiv passt gut zur Geschichte und mit den dunklen Hintergrund, den Schatten und dem Spinnennetz wirkt es auch eine Spur schaurig.

Fazit: Trotz einer ordentlichen, kindgerecht spannenden und schaurigen Story hat mich “Vorsicht, Geisterjäger” ziemlich enttäuscht. Vieles fand ich überzogen bis albern, mit Bens Star Wars-Fimmel konnte ich nichts anfangen (und der zieht sich durch die ganze Geschichte) und Comic-Sprache muss ich in einem Buch nun wirklich nicht haben. Und wer nun mit dem Totschlag-Argument kommt, dass ich nun mal keine 8 Jahre mehr bin: stimmt, aber schaut mal in die Rubrik mit den Kinderbuch-Rezis, dann werdet ihr sehen, dass Kinderbücher und ich sonst durchaus gut zusammenpassen können.


Titel: Vorsicht, Geisterjäger!
Autor: Heiko Wolz
Seiten: 173
Verlag: dtv Junior
ISBN: 978-3423761024
Preis: € 10,95 (HC)

Glaskinder (Kristina Ohlsson / Rosalie Thomass)

Titel: Glaskinder / Verlag: der Hörverlag / Spielzeit: ca. 138 min, 2 CDs  / Buch: Kristina Ohlsso / Buch: Rosalie Thomass

glakinderInhalt: Die 12-jährige Billie ist gar nicht begeistert von der Idee ihrer Mutter, aus der Stadt weg zu ziehen. Und dann auch noch in dieses heruntergekommene Haus in der Pampa! Das Haus ist mit lauter seltsamen Möbeln vollgestopft, die die Vormieter bei ihrem überstürzten Auszug zurückgelassen haben. Billie merkt bald, dass seltsame Dinge vor sich gehen: Bücher wechseln den Platz, Deckenlampen schwingen unvermittelt hin und her und Billie hört nachts komische Geräusche. Zum Glück lernt sie den Nachbarsjungen Aladdin kennen. Gemeinsam machen sie sich auf, die geheimnisvolle Vergangenheit des Hauses zu ergründen.


Bei diesem Hörbuch reizte mich der Gegensatz. Das Covermotiv wirkte auf mich sehr erwachsen für ein Hörbuch, das sich an junge / jugendliche Hörer richtet. Deshalb wollte ich wissen, was sich hinter “Glaskinder” verbirgt. Die Geschichte beginnt mit einem Aufhänger, der schon bei vielen anderen Geschichten funktioniert hat: eine Familie zieht um, noch dazu irgendwo in die Pampa, womit speziell der Kind überhaupt nicht glücklich ist. Ich konnte die zwölfjährige Billie da zwar gut verstehen, aber andererseits wirkte sie speziell später viel zu verständig um ihr die Bockigkeit am Anfang ganz abnehmen zu können.
Schon bald stellt Billie fest, dass sie mit ihren Vorbehalten und ihrer Abneigung dem neuen Haus gegenüber recht hat. Irgendetwas stimmt da nicht. Es ereignen sich unheimliche Vorfälle, die “Glaskinder” das Flair einer recht klassischen Schauergeschichte geben. Doch bei ihren Nachforschungen entdeckt Billie außerdem, dass das Haus eine ganz reale, grausige Vergangenheit hat, an die sich einige Menschen im Ort noch heute sehr gut erinnern. Hat vielleicht jemand von ihnen seine Finger im Spiel?
Das war für mich der größte Reiz an “Glaskinder”, diese stetige Unsicherheit, ob die Vorgänge im Haus tatsächlich übersinnlicher Natur sind, oder doch auf das Konto von ganz lebendigen Menschen gehen. Einmal war ich von den Geistern überzeugt, dann wieder deutete vieles auf reale Hintergründe hin. So bleibt es stets spannend, aber auf eine ruhige, unaufgeregte Art. Man kann gut miträtseln und die eine oder andere Gänsehaut ist ebenfalls drin. Albträume muss man jedoch nicht befürchten.

Rosalie Thomass habe ich bei diesem Hörbuch zum ersten Mal gehört. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und eine ruhige Art zu lesen, was gut zu “Glaskinder” passt. Man kann ihr problemlos über lange Zeit hinweg lauschen ohne dass es je anstrengend wird. Das finde ich bemerkenswert, wenn eine CD mehr als eine Stunde Spielzeit hat. Gerade bei Hörbüchern für junge / jugendliche Hörer.

Wie schon geschrieben hatte mich das Cover sofort am Haken. Ich finde, dass das Motiv mit der Krähe und dem verwitterten Hausgiebel recht unheimlich und geheimnisvoll wirkt. Es macht neugierig darauf, was einen auf den beiden CDs erwartet.

Fazit:  Eine spannende Geschichte im Stil klassischer Gruselgeschichten, bei der schnell Spannung aufkommt. Zudem kann man prima mtiknobeln, ob im Haus tatsächlich ein Geist umgeht, oder doch ein sehr lebendiger Mensch, der die Vergangenheit nicht ruhen lassen kann.

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