Geocaching

Jäger des versteckten Schatzes (Ingo Oschmann)

allesgeoDie neue Massenbewegung Geocaching beweist, dass draußen sein nicht nur gesund ist, sondern auch richtig Spaß machen kann: Allein hierzulande liegen etwa 300.000 ungehobene Schätze, sogenannte Caches, die es mithilfe von GPS-Gerät und Online-Hinweisen zu fi nden gilt. Egal, ob allein, mit der ganzen Familie oder dem Kegelclub, der passionierte Outdoor- Schatzsucher Ingo Oschmann zeigt auf verständliche und unterhaltsame Weise, wie noch aus dem letzten Couch-Potato ein echter Indiana Jones wird.

Was habe ich mich gefreut als dieses Buch endlich im Buchladen lag. Es war ja lange angekündigt, aber irgendwie nie erschienen und dann plötzlich doch. Warum ich es haben musste, dürfte klar sein: Geocaching gehört auch zu meinen Hobbys, schon lange sogar. Der zweite Grund war, dass ich mit Hoeckers „Schnitzeljäger“ so unheimlich viel Spass hatte. Und da lässt es sich leider nicht vermeiden, dass man beim Lesen vergleicht. Vielleicht einer der Gründe, wieso ich mit Ingo Oschmanns Buch nicht so recht warm geworden bin.
Ein weiterer dürfte sein, dass ich nicht mehr am Anfang stehe bei diesem Hobby. Denn Ingo Oschmann beginnt die Thematik wirklich quasi beim Urschlamm. Der Anfänger bekommt hier wirklich ausführlich alles an die Hand gegeben, was er wissen muss. Das finde ich für Anfänger auch wirklich richtig toll. Und wenn ich daran denke, wie ich mich damals am Anfang mühselig eingefuchst habe, dann kann ich das Buch jedem Anfänger wärmstens ans Herz legen. Es wird ihm vieles erleichtern.
Für mich allerdings bot das Buch so zunächst nahezu gar nichts Neues. Und entsprechend hat es mich durchaus ein bisschen gelangweilt. Und da steht dann der erste Vergleich mit dem „Schnitzeljäger“ an: auch Hoecker erklärt alle Elemente des Hobbys, , auch super für Anfänger, aber eben anders. Nicht so ganz kleinschrittig (aber es fehtl trotzdem nichts) und vor allem erheblich witziger. Ich kenne Ingo Oschmanns Darbietung als Komiker, Kabarettist usw nicht, denke aber nach dem Buch, dass ihn ihn in der Hinsicht auch nicht weiter kennenlernen muss. So richtig unterhaltsam und spaßig fand ich im Buch nur seine Cacher-Weisheiten, ansonsten reichte es nicht mal für ein Schmunzeln.
Weiterhin haben mich die teilweise wirklich ausufernden Beschreibungen von Caches bzw Cacherabenteuern gestört. Das ist aber zweifelsfrei Geschmackssache. Ich habe persönlich zB gar nichts gegen einen Multicache mit einer guten Story dazu, ganz im Gegenteil. Es muss aber nach meinem Geschmack sein. Und dazu gehören weder Wikingergeschichten, noch solche aus Gandalfs Universum und schon lange keine mit irgendwelchen Rechnereien (dafür bin ich eh zu dusselig 😉 ). Von daher packte mich Ingo Oschmann auch damit nicht.
Fairerweise muss ich sagen, dass das Buch mich im letzetn Drittel mehr begeistern konnte. Da geht es beispielsweise um Events (noch nie mitgemacht), besondere Cachetypen (Lost Places, um meinen Favoriten zu erwähnen, T5 – Caches, speziell Klettercaches (ich möchte bei Gelegenheit dafür gerne einen Kurs machen) und die dafür nötige Ausrüstung usw. Hier habe ich eben doch noch interessantes Neues erfahren. Für Ingo Oschmanns Humor habe ich aber wohl trotzdem keine Antenne, jedenfalls ist mir keiner aufgefallen.

Was mich auch gestört hat, Ingo Oschmanns Art, den Leser direkt per „Du“ anszusprechen. Nichts gegen das „Du“, das geht in Ordnung, aber von der Art her ist mir das einfach eine Ecke zu persönlich direkt. Hin und wieder, okay, aber hier taucht diese direkte Ansprache für meinen Geschmack zu oft auf. So oft, dass ich es fast aufdringlich fand. Abgesehen davon liest sich das Buch aber leicht und locker weg. Die Kapitel sind angenehm kurz und locken mit cleveren Titeln.

Das Cover gefällt mir. Ingo Oschmann kommt sympathisch rüber und mit Landschaft und GPS sind zwei der wichtigsten Elemente dieses Hobbys vorhanden.

Fazit: „Es ist das erste Buch […], mit dem jeder direkt loslegen und sofort selbst einen Geocache finden kann“. So steht es am Ende des Klappentextes, und das stimmt auf ganzer Linie. Hier finden absolute Anfänger alles, was sie brauchen um loszulegen. Das ist toll. Geht man dem Hobby jedoch schon länger nach, bietet der erste Teil des Buchs wenig bis nichts Neues, wodurch es durchaus öde werden kann. Der zweite Teil hat dann auch mir besser gefallen, weil es dort auch für Cacher Neues zu entdecken gibt, die schon länger dabei sind. Mit Ingo Oschmanns Humor konnte ich kaum etwas anfangen, leider. für Anfänger also ein Top-Buch zum Einstieg, für „ältere Hasen“ nuchr teilweise.


Titel: Jäger des versteckten Schatzes
Autor: Ingo Oschmann
Seiten: 368
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453615076
Preis: € 9,99

Rezension – Hoëckers Entdeckungen – Ein merkwürdiges Bilderbuch längst vergessener Orte (Erik Haffner, Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann)

hoeckersentdeckungenBernhard Hoëckers Drang nach Abenteuer und Nervenkitzel ist schier unermesslich. Er fährt Rallyes von den Alpen bis nach Jordanien. Er klettert unter Autobahnbrücken und an baufälligen Industrieschornsteinen. Er ist auf der Suche nach den letzten Abenteuern der zivilisierten Welt. Und er ist nicht allein, denn irgendjemand muss den Wahnsinn ja dringend fotografieren bzw. für die Nachwelt festhalten. Auf vielen Seiten dringt Hoëcker mit seinen Weggefährten Erik Haffner und Tobias Zimmermann immer tiefer in unbekanntes Terrain vor – auf der Suche nach weiteren weißen Flecken in der googelbaren urbanen Zone. Dabei stoßen sie auf Unglaubliches und Bizarres. In diesem bebilderten Buch sieht man Bernhard Hoëckers spektakulärste Bilder von verlassenen Orten, die meist unerkannt mitten unter uns schlummern.

Ich habe es schon mal in eine Besprechung geschrieben. Wenn ich mich nicht völlig irre, dann war es sogar eine zu einem anderen Buch von Bernhard Hoëcker. Aber für alle, die nun nicht erst suchen wollen hier noch einmal: bei allem, was sich heutzutage „Comedian“ nennt, muss man mich schon tierisch kitzeln, damit ich bei einer ihrer Darbietungen lachen kann. Ich empfinde sie durch die Bank eher als affig und albern.
Bernhard Hoëckers humor dagegen gefällt mir schon sehr lange. Seine anderen Bücher haben mir Spass gemacht und obendrein dreht sich in diesem Buch alles um sogenannte Lost Places. Verlassene, oft vergessene Orte, die vor allem für Fotografen und Geocacher interessant sind. Geocaching gehört schon seit mehreren Jahren zu meinen Hobbys, mit der Kamera bin ich noch nicht so lange unterwegs, aber wenn man dann ein buch entdeckt, das beide Hobbys quasi vereint, dann schlägt man halt zu. Von und mit Bernhard Hoëcker konnte da bei mir eigentlich nicht viel schiefgehen.
Ist es auch nicht. In 13 Kapiteln besucht man mit Hoëcker und seinen Freunden und Kollegen Erik Haffner und Tobias Zimmermann verschiedene Lost Places. Und abwechselnd erzählen sie dazu eine Geschichte. Es ist also wie der Titel schon sagt, tatsächlich wie bei einem Bilderbuch. Text und Bilder. Wer nun aber reine Beschreibungen der Orte erwartet, der wird enttäusch werden. Die sind nämlich stets gut verpackt. So wird man zB durch einen Lost Place geführt als wenn es sich um den Schauplatz eines Videospiels handen würde. Ein anderes Mal besucht man als Tourist und heruntergekommenes Hotel. Und in wieder einem anderen Kapitel erfährt man wie es einem neuen Mitarbeiter in einem militärischen Komplex ergehen würde.
Das ist interessant und unterhaltsam und macht einfach Spass. Wer sich auch nur ein bisschen für die Themen „Lost Places“ und „Urban Exploration“ interessiert, der dürfte davon schnell angetan sein. Dieses „Da möchte ich auch mal hin!“ stellte sich bei mir sehr schnell ein. Ein Blick ins Bilderverzeichnis macht allerdings schnell klar, dass das oft gar nicht so einfach ist. Und das zu Recht, wie ich finde. Trotzdem, hoffen und wünschen darf man ja. Und dazu verleitet dieses Buch wirklich ganz außerordentlich.

Wie schon geschrieben, stammen nicht alle Texte von Bernhard Hoëcker. Auch Erik Haffner und Tobias Zimmermann haben einige davon verfasst. Ich mag Hoëckers Humor vor allem, weil er intelligent und gewitzt ist. Man merkt trotz aller Komik, dass er was auf dem Kasten hat. Gleiches gilt für Tobias Zimmermann und Erik Haffner. Und er hat zur Folge, dass sich ihre Geschichte nicht mal so eben runterlesen lassen. Man muss schon aufmerksam lesen und bei der Sache sein.

Auch wenn man das Buch nur flüchtig durchblättert, man stellt sofort fest, dass der Löwenanteil daran von Fotos eingenommen wird. Mal gehen sie über eine ganze oder gar eine Doppelseite, mal nur über eine halbe. Am bestens haben mir die gefallen, die wie in ein Fotoalbum eingeklebt abgedruckt sind. Sie stehen immer in Verbindung mit dem, was man auf der Seite gerade liest. Das sorgt für eine gewisse Anschaulichkeit, die manches Mal mit einem gehörigen Augenzwinkern versehen ist. Auf mehreren Fotos sieht man, wie einer der drei eine Cachedose in Händen halten. Bei diesen Bildern wird deutlich, dass dieses Hobby einen schnell an spannende Orte bringt.

Fazit: Mir hat „Hoëckers Entdeckungen“ in jeder Hinsicht super gefallen. Es werden tolle Lost Places vorgestellt, in einfallsreichen und witzigen Geschichten davon erzählt, und zahlreiche coole Fotos rahmen alles ein. Wer Geocaching, Fotografie, speziell von Lost Places, und Hoëcker und eine Kollegen mag, der ist hier genau richtig.


Titel: Hoëckers Entdeckungen – Ein merwürdiges Bilderbuch längst vergessener Orte
Autor: Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann, Erik Haffner
Seiten: 256
Verlag: Riva Verlag
ISBN: 978-3868831726
Preis: € 19.99 (HC)

TKKG (191) – Nord-Nordwest zu Hexenplatz

Titel: TKKG (191) – Nord-Nordwest zu Hexenplatz / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 59 min  / Sprecher: Niki Nowotny, Robin Brosch, Saine Hahn, Erkki Hopf ua

tkkg191Inhalt: Tim, Karl, Gaby und Klößchen haben die moderne Art der Schnitzeljagd für sich entdeckt: Geo-Caching. Mit Hilfe eines GPS-Geräts navigieren sie durch die Landschaft am Schwarzweiler Wald und suchen nach kleinen, gut versteckten Dosen – ein schöner Spaß! Aber aus Spaß wird Ernst, als sie einen Mann mit Motorradhelm beobachten, der etwas vom Stoppelfeld in den Wald schleift. Handelt es sich dabei etwa um eine Leiche? Schon sind TKKG mitten drin in einem mysteriösen Fall… Wer jagt den Schwarzstorch? Und warum? Was hat es mit dem mystischen Kraftplatz am Moor auf sich? Und warum zum Teufel verfolgt ein Sportflugzeug TKKG?


Wir bleiben dem Thema Geocaching noch etwas treu. Das Thema scheint es den Europa-Autoren gerade angetan haben. Auch TKKG geraten auf einer Geocaching-Tour in ihr neues Abenteuer. Und das hat mir -wer hätte das gedacht?- rundum sehr gut gefallen! Für mein Empfinden eine Geschichte mit viel Oldschool-Flair. Endlich mal ein Fall, der nicht völlig abstrus ist (ich kriege es ja immer über mich, wenn sich vier Teenies den Königen der Unterwelt in den Weg stellen). Es geht spannend zu, man kann gut miträtseln, was Sache ist, und sogar eine angenehm schaurige Passage gibt es. Ich muss gestehen, ich bin bis zum Ende nicht völlig durchgestiegen, was da im Wald vor sich geht und wer wie in die Sache verwickelt ist. So blieb es für mich bis zum Schluss interessant.
Postitiv fand ich es außerdem, dass das Thema Natur(schutz) und Tiere bzw Tierschutz eine kleine Rolle spielt. Für mich ist das etwas, für das sich speziell Gaby immer eingesetzt hat. Und die Freunde haben sie darin unterstützt. Daher fand ich es stimmig, dass diese Themen hier mal wieder eine Rolle spielen. Dass man dabei noch etwas lernen kann, ist ja auch nicht zu verachten.

Neben den vier Hauptsprechern, die in gewohnt guter Form sind, ist mir besonders Sabine Hahn in der Rolle der Theresia von Steinbach aufgefallen. Ihre tiefe, markante Stimme hat mir sehr gut gefallen. Außerdem ist es ihr gelungen, dieser Figur etwas Geheimnisvolles zu verleihen, weshalb ich nie wusste, ob man ihr trauen kann. Von Kommissar Schalavsky habe ich hier zum ersten Mal gehört. Habe ich ihn irgendwo früher mal verpasst? Stephan Schad hat ihn mir nämlich ganz sympathisch gemacht und mich ein bisschen an gewisse berühmte TV-Kommissare erinnert. Das fand ich irgendwie witzig.

Musikalisch habe ich ebenfalls nichts auszusetzen. Nicht ein Musikstück ist mir negativ in Erinnerung geblieben. Die Melodien fügen sich gut ein und schaffen es, an bestimmten Stellen für Atmosphäre zu sorgen. Das ist mir für diese Reihe völlig ausreichend.

Auf dem Cover sieht man Karl, wie er vor einem Flugzeug flüchtet. Eine der spannendsten Stellen in der Geschichte, die als Motiv sofort neugierig macht.

Fazit: Mir hat die Folge sehr gut gefallen und ich werde sie sicher noch häufiger hören. Hier geht es erfreulich oldschool zu, spannend und interessant. So mag ich TKKG.

Die drei !!! (36) – SOS per GPS

Titel: Die drei !!! (36) – SOS per GPS / Verlag: Europa / Spielzeit: / Sprecher: Sonja Stein, Martin May, Jens Wendland, Svenja Pages ua

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Inhalt: Die drei !!! sind für einige Tage in ein Naturkunde-Museum eingeladen. Hier dürfen Franzi, Kim und Marie die angebotenen Geocaching-Touren ausprobieren. Doch schon bei ihrer ersten Schatzsuche häufen sich seltsame Vorkommnisse: GPS-Daten wurden manipuliert, Caches sind verschwunden und ein kopfloser Geist taucht auf! Als sie dann auch noch einen anonymen Drohbrief finden, ist klar, hier will jemand mit aller Macht die moderne Schnitzeljagd in freier Natur verhindern. Aber warum? Bei ihren aufregenden Ermittlungen stellen die Detektivinnen fest, dass auch ein Fall, der schon gelöst scheint, noch eine böse Überraschung bereit halten kann.


Das ist wieder so ein Folge, wo ich mich in einiger Hinsicht frage, was das soll. Fangen wir mal mit dem Fall an sich an. Oder sollte ich besser dagen: mit den beiden Fällen? Denn den größten Teil der Folge sind die Mädels damit beschäftigt, der Frage auf den Grund zu gehen, was mit den Strecken der Geocaching-Touren passiert ist. Wieso und von wem wurden sie manipuliert? Und dann sorgt noch ein kopfloser Geist für Aufregung. Das an sich hätte mir schon gereicht. Es fühlt sich zwar mal wieder nicht wie eine Detektivgeschichte an, sondern läuft irgendwie so nebenbei, aber immerhin ist es ein Rätsel. Und ein Hauch Grusel mischt auch mit. Für die Serie also ganz okay. Aber kaum, dass diese Sache aufgeklärt ist, wird noch ein zweiter Fall hinterhergschoben. Das wirkt wie ein Anhängsel. Zwar mehr wie ein Krimi, aber eben wie ein Anhängsel.
Das SOS aus dem Titel habe ich vergeblich gesucht, in beiden Fällen.
Weiterhin frage ich mich, was es soll, einen Herrn Noris Kinner mitspielen zu lassen? Will die Reihe nun eigenständig sein, oder nicht? Was sollen diese Anspielungen auf die anderen Satzzeichen? Ich verteidige sie hier nicht -nicht falsch verstehen- aber ich empfinde es als unnötig.
Und zu letzt würde ich gerne noch wissen, wieso ein anderer Herr Hartmut-Hagen heißt? Ich weiß, dass „Hagen“ ein Vorname sein kann, aber so dahergesagt klingt es halt wie Vor- und Nachname, und gesagt wird es in nahezu jedem Satz, der an den Mann gerichtet wird. Und das fängt schnell an zu nerven und irritierend ist es ebenfalls. Es klingt, als spräche ihn jeder mit Vor- und Zunamen an.

An den Sprechern gibt es weiter nichts auszusetzen. Mir hat überraschenderweise vor allem Liza Ohm alias Lina gefallen, Maries ungeliebter Stiefschwester. Wenn man so viel Schlechtes von Marie über sie gehört hat, kann man sich kaum vorstellen, dass sie echt pfiffig ist. Und das bringt Liza Ohm toll rüber. Als Hartmut-Hagen ist Martin May zu hören und er hat mir ein gutes Bild von diesem hektischen Kerl vermittelt. Außerdem wusste ich nie, ob ich ihm trauen kann. Lediglich am Ende bei der „Verhör“ klang er mich doch eine Spur zu deppert. Vielleicht aber auch kein Wunder, wenn man Sachen sagen muss wie „Ihr wisst ja alles!“…
Übrigens, wieso muss eine der Detektivinnen konsequent vom „Kasch“ sprechen, während alles um sie herum vom „Käsch“ (für „Cache“) spricht?

In Sachen Musik und Geräusche ist weitgehend alles im grünen Bereich. Die Stücke klingen nicht anders als in anderen Folgen, dafür ist das Geschehen in der Nacht im Wald angemessen unheimlich untermalt. Das ist auch viel wert. Lediglich die Knöpfe vom GPS klingen als säßen sie an einem hohlen Stück Plastik. Knack, knack. So hört sich nicht mal mein GPS an, und das ist wahrlich kein Luxus-GPS.

Auf dem Cover sieht man die drei Detektivinnen im Wald, ausgerüstet mit GPS-Geräten und offenbar in einer seltsamen Situation, so skeptisch wie zwei von ihnen dreischauen.

Fazit: Zwei Fälle in einer Geschichte, von denen einer wie ein Anhängsel wirkt. Und das, obwohl er viel mehr Krimi ist als der andere und für mich somit der Hauptfall hätte sein müssen. Und dann sind da noch so ein paar seltsame Dinge wie Noris Kinner und ein SOS per GPS, das es eigentlich an keiner Stelle gibt. Eine durchwachsene Folge.

 

Rezension – Neues aus Geocaching – Geschichten von draußen (Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann & andere Geocacher)

neuesgeocachingSchauspieler und Comedian Bernhard Hoëcker sowie Freund und Mitautor Tobias Zimmermann sind bekennende Geocacher. Ihre karge Freizeit fristen sie regelmäßig vor Kälte oder Angst zitternd an fremden und unbekannten Orten irgendwo da draußen. Der Comedy- und Fernsehpreisgewinner liebt romantische Kinofilme, züchtet Chihuahuas und designt in seiner Freizeit Damenhandtaschen für Versace. Das ist natürlich gelogen und soll nur diejenigen Frauen (und Männer) in unseren Bann ziehen, die bei dem Wort „Geocacher“ noch nicht gleich zugegriffen haben. Tatsächlich berichten Bernhard und Tobi in diesem Buch, wie sie für ihre „Schatzsuche“ alpine Höhen erklimmen, in Schurkenstaaten reisen, die Welt mit Kreuzfahrtschiffen umrunden und lange verlassene Industrieanlagen, sogenannte „Lost Places“, erkunden.

Als ich erfuhr, dass es ein weiteres Buch von Bernhard Hoëcker um das Thema Geocaching geben würde, war klar, dass ich es haben musste. Seine „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers“ haben mir damals sehr gut gefallen. Was habe ich gelacht dabei! Es war eines der beiden Bücher, die mich zu diesem tollen Hobby brachten. Ich freute mich riesig auf viele weitere so vergnügliche Lesestunden und spannendes Geocaching-Abenteuer.
Leider muss ich nun sagen, dass das nicht so wirklich geklappt hat. Das liegt in erster Linie daran, dass Hoëcker und Zimmermann hier von Geocaching-Touren berichten, die der Otto-Normal-Dosensucher wohl kaum mal erleben wird. Einfach, weil ihm der Promi-Bonus fehlt. Welcher Geocacher kann sich schon Kreuzfahrten auf den Giganten der Meere leisten, sich eine Einreisegenehmigung für Turkmenistan beschaffen oder die Soldaten in Afghanistan besuchen? Eben!
Uninteressant fand ich diese Geocaching-Touren nicht gerade, zumal man auch ein wenig dabei über Land und Leute erfährt, aber es ist einfach viel zu weit weg um sich selber darin wiederzufinden.
Ich hätte es keineswegs langweilig gefunden, mich durch weitere Abenteuer ums Dosensuchen im Stil des „Schnitzeljägers“ zu lesen. Ihre Schauplätze waren zwar nicht halb so exotisch, aber dafür wesentlich greifbarer. Und ich bin mir sicher, dass es auch in Deutschland noch viele weitere interessante, lustige, abenteuerliche oder sonstwie besondere Caches gibt. Auch damit hätte man sicher ein weiteres Buch füllen können, ohne dass der Leser sich gelangweilt hätte.
Zudem habe ich diese Jagd nach „Länderpunkten“ schnell als befremdlich empfunden. Natürlich freue ich mich auch, wenn ich im Urlaub in einem fremden Land einen Cache finde und mit dem Log zB ein Souvenir bekomme, aber solch eine Jagd veranstaltet man wohl nur, wenn man deutschlandweit schon fast alles abgegrast hat. Als normaler Cacher kann man dann allenfalls neidvoll und / oder bewundernd dasitzen, weil man -wie schon gesagt- eben nicht so leicht in jedes noch so kleine Land am Arm der Welt gelangt. Das fand ich sehr schade. Das hatte ich von diesem Buch nicht erwartet.
Zum Glück gibt es auch einige Kapitel, die von anderen, „normaleren“ Geocachern geschrieben wurden. Was war ich froh, dass einige von ihnen noch keine vierstellige Summe an Funden zu vermelden haben. Und dass sie in längst nicht so ausgefallenen Gegenden Dosen suchen wie Hoëcker und Zimmermann. In ihren Erzählungen habe ich mich bzw gewisse Situationen, in die man als Geocacher schon mal geraten kann, wenigstens teilweise wiedererkannt und sie haben mir Lust auf einen Geocaching-Besuch in gewissen Gegenden Deutschlands gemacht. Hier kam für mich noch die echte Freude an diesem Hobby rüber, statt dem Ehrgeiz, möglichst ausgefallene Caches zu finden und möglichst exotische Länder dafür zu bereisen.

So ganz leicht liest sich das Buch nicht. Vor allem die Kapitel von Hoëcker und Zimmermann. Die beiden haben mitunter eine arg umständliche Art zu erzählen, an die man sich erst gewöhnen muss. Hat man sich daran gewöhnt, kann man hier und da auch mal schmunzeln, gelacht habe ich aber nur ganz selten. Das war beim „Schnitzeljäger“ ganz anders! Die anderen Geocacher, die zu Wort kommen, erzählen mal mehr, mal weniger amüsant. Dafür lesen sich ihre Kapitel leichter.
Ausgeschmückt ist das Buch mit vielen Fotos und einigen wirklich witzigen Cartoons rund um das Thema Geocaching.

Karten und ein Travelbug gehören zu diesem Hobby, und dass Hoëcker selber mit auf dem Cover sein musste, das ist klar. Auch Tobias Zimmermann ist zu sehen, wie er mit seiner Kamera auf etwas zielt. Ich muss allerdings sagen, dass ich in seiner Haltung und der Kamera nach dem Lesen etwas grundsätzlich anderes erkannt habe. Dafür haben insbesondere die Kapitel in Afghanistan gesorgt. Das hat dem Motiv für mich etwas von seinem sonst so lockeren Charakter genommen.

Ich habe das Buch als Taschenbuch. Es gab aber in begrenzter Anzahl auch eine Premium Edition. Dazu gehörte neben dem Buch als signiertes Harcover noch eine Clip & Close Dose, ein Logbuch und ein Travelbug, den man auf die Reise schicken kann. Ein cooles Set, da gibt es nichts! Damit kann man direkt in’s neue Hobby starten!

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Fazit:  Ich bin leider ein wenig enttäuscht von „Neues aus Geocaching“. Bernhard Hoëckers und Tobias Zimmermanns Touren in fremde Länder sind zwar nicht uninteressant, für mich als ganz normalen Geocacher aber schlicht zu weit weg und zu wenig greifbar. Ohne Promi-Status wird kaum jemand mal an diese Orte gelangen, und ich hatte mir das Buch nicht zugelegt, nur um bewundernd von den Geocaching-Reisen der beiden zu lesen. Zum Glück gibt es noch die Kapitel der anderen Geocacher, in denen ich mich und gewisse Situationen dann doch ab und zu wiedererkannt habe. Damit hat das Buch zumindest etwas Boden gutmachen können.

Vielen Dank an traveldiary für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Neues aus Geocaching – Geschichten von draußen
Autor: Bernhard Hoecker, Tobias Zimmermann und andere Geocacher
Seiten: 216
Verlag: traveldiary
ISBN: 978-3944365299
Preis: € 9.95 (TB), Liebhaberpreis (Limited Premium Edition)

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