Gestaltwandler

Mächtig hexig (Simone Härter / Andrea Hörnke-Trieß)

Titel: Mächtig hexig / Verlag: Härter Verlag / Spielzeit: ca. 148 min / Buch: Simone Härter / gelesen von: Andrea Hörnke-Trieß

hexigInhalt: Henriette fühlt sich gar nicht gut. Wegzug der besten Freundin, Zickenzoff mit der Klassenkameradin und Langeweile plagen sie. So verkriecht sie sich oft in der Schneiderwerkstatt ihrer Mutter zum Nähen. Das kann sie nämlich außergewöhnlich gut. Doch dann kommt das rätselhafte Mädchen Rubinchen mit ihrer weißen Maus in die Nähstube. Sie bittet Henriette einen Zaubermantel zu nähen, mit dem sie ihre Eltern wiederfinden will. Schlagartig ist es vorbei mit Frust und Langeweile. Für Henriette beginnt ein hexenhaftes Abenteuer, von dem sie nicht zu träumen gewagt hatte.


Eigentlich suchte ich beim Härter Verlag nach einem Buch, doch dann stolperte ich dort über dieses Hörbuch und war sofort neugierig. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Es lohnt sich immer, auch mal über den gewohnten Hörspieltellerrand hinaus nach Hörstoff zu schauen. “Mächtig hexig” ist eine wirklich wunderschöne Geschichte um Henriette, das Mädchen mit dem Talent zum Schneidern, und Rubinchen, deren Eltern verschwunden sind und die eine kleine weiße Maus bei sich hat. So taucht sie eines Tages mit einem Schneiderauftrag bei Henriette auf und damit nimmt für beide das Abenteuer seinen Lauf. Es hat mir großen Spass gemacht, die beiden bei ihren Abenteuern zu begleiten. Henriette mochte ich sofort und auch Rubinchen hat sich mit ihrer ungewöhnlichen, aber liebenswerten Art sofort in mein Herz geschlichen. Ihr Abenteuer ist spannend und witzig und sehr phantasievoll. Ich habe ganz schön gestaunt, welche unerwarteten Wege es immer wieder einschlägt, und vor allem Henriette hat mich zum Schmunzeln gebracht, wenn sie schier daran verzweifelt, in welche haarsträubende Situationen sie durch Rubinchen gerät. Aber bei allem Chaos geht es mit dem Plan der Mädchen voran und so musste ich die beiden CDs einfach in einem Rutsch hören um zu erfahren, ob und wie es den beiden kleinen Heldinnen gelingt, Rubinchens Eltern zurückzuholen.

Andrea Hörnke-Trieß hatte ich bislang noch nicht in einem Hörspiel oder Hörbuch gehört. Mir hat es gefallen, wie sie “Mächtig hexig” zu Gehör bringt. Sie hat eine angenehme und markante Stimme und für jeden der Charaktere eine passende Stimme auf Lager. So bekommt man schnell ein gutes Bild, speziell von Henriette und Rubinchen. Sie liest fröhlich und locker, sodass man ihr ohne Probleme auch über längere Zeit lauschen kann.

Zu Beginn des Hörbuchs ist ein witziges Titellied zu hören, das eigens für das Hörbuch kmponiert wurde. Es ist schwungvoll und ein wenig rockig. Ganz so, wie es den jungen Hörern gefallen wird. Speziell der Refrain dürfte bald nachzusingen sein. Der Text zum Lied ist auf der Rückseite des Booklets zu finden. Im Booklet selber findet man eine kleine bildliche Vorstellung von Henriette und Rubinchen…und der Maus natürlich 😉

Die drei zieren auch das Cover, umrahmt von Elementen, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Ich finde, die beiden sehen niedlich und frech aus. Dagegen habe ich besonders über die Gestalt unten links im Cover grinsen müssen.

Fazit:  Eine spannende und phantasievolle Geschichte, die Spass machen und bei jungen Hexenfans sicher für Begeisterung sorgen wird. Es muss ja nicht immer nur Bibi Blocksberg sein, oder?

Shadow Falls Camp (01) – Geboren um Mitternacht

Titel: Shadow Falls Camp (01) – Geboren um Mitternacht / Verlag: DAV / Spielzeit: ca. 445 min / Buch: C.C. Hunter / gelesen von: Anke Kortemeier

Inhalt: Im Leben der 16-jährigen Kylie geht alles schief: Nach der Scheidung ihrer Eltern, dem Tod der Großmutter und der Trennung von ihrem Freund wird sie in ein Camp für Schwererziehbare geschickt. Doch Shadow Falls ist kein normales Sommercamp hier entpuppen sich die Teenager als Vampire, Werwölfe, Hexen und Gestaltwandler. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, kämpfen zwei aufregende Jungs um Kylies Herz. Doch bevor sie sich ihrem Liebesleben widmen kann, muss sie herausfinden, wer sie ist.


Mein erster Eindruck von dieser Geschichte war: ein “House of Night”-Klon. Dieser erste Eindruck hat sich für mich während des Hörens bestätigt. Es gibt nur geringfügige Abweichungen wie zB dass die Handlung nicht in einem Internat, sondern in einem Sommercamp spielt. Und dass nicht nur Vampire die Geschichte bevölkern, sonden außerdem auch noch Werwölfe, Gestaltwandler und Geisterseher. Das Schema sonst ist auffallend ähnlich. Ein junges Mädchen gerät aufgrund eines Zwischenfalls unter das übersinnliche Volk, kann kaum glauben, was es hier erlebt und noch viel weniger, dass es selber dazu gehört. So geht es auch Kylie und den größten Teil dieser Geschichte nimmt auch genau dies ein. Kylie kommt in das Camp und kann sich mit all dem Neuen nur schwer abfinden. Sie glaubt nicht, dass sie etwas Besonderes ist, und findet auch nur schwer Anschluss im Camp. Zudem läuft es bei ihr zuhause gerade nicht sonderlich gut und so ganz nebenbei buhlen noch diverse übersinnliche und nicht übersinnliche Jungs um ihre Zuneigung. Ich gebe zu, ich habe mich sehr lange gefragt, wann denn hier endlich mal etwas geschieht. Darauf muss man bis CD 5 warten! Aber ich habe mich bis dahin wirklich gut unterhalten gefühlt. Mir gefällt es, dass hier verschiedene übersinnliche Wesen mitmischen, das bietet eine gewisse Brisanz und Abwechslung. Und wenn es spaßig ist, dann mag ich auch solche Teenie-Stories um Freundschaft, Liebe und Eltern-Probleme. Und gerade im Vergleich mit “House f Night” sehr wichtig für mich: man wird nicht mit irgendwelchen öden Ritualen gelangweilt. Es ist im Gegenteil eigentlich immer etwas los. Und für das Geschehen am Ende hat es sich auch gelohnt bis dahin durchzuhalten. Denn das verspricht durchaus mindestens eine interessante Fortsetzung.

Anke Kortemeier habe ich hier zum ersten Mal in einem Hörbuch gehört. Mir hat sie für diese Geschichte gut gefallen. Ihre Stimme klingt passend jugendlich und sie hat gerade in den Dialogen auch den passenden Teenie-Tonfall für jede Situation auf Lager. Die Variationen mit denen sie den Charakteren ihre Stimmen verleiht sind dabei zwar ziemlich dezent, aber sie funktionieren trotzdem prima. Ich habe immer gewusst, wen sie gerade spricht. Es muss also nicht immer sowas von markant sein. Feine und gute Nuancen erzielen die gleiche Wirkung. Sie klingen in meinen Ohren sogar besser!

Das Covermotiv gibt jetzt zugegebenermaßen nicht viel her. Das Camp befindet sich in bzw  nahe einem Waldgebiet und im Zentrum der Geschichte steht das Mädchen Kylie. Ein Baum und ein Mädchen sind da also eine ganz passende Wahl. Immerhin mal kein Gesicht! Danke! Ich mag außerdem das Farben- und Lichtspiel, das dem Bild einen mysteriösen “Anstrich” gibt.

Fazit:  Die Anleihen bei Genre-Kollegen wie “House of Night” sind nicht zu leugnen. Sie sind bis in Details unübersehbar vorhanden. Mir gefällt “Shadow Falls Camp” trotzdem besser, da man hier eine bunt gemischte übersinnliche Truppe antrifft, die einfach sympathisch ist. Und weil es -zumindest bisher- locker und unterhaltsam zugeht. Ich bin auf die nächsten Teile gespannt und solange die Geschichten um das “Shadow Falls Camp” so munter und vergnüglich sind, bleibe ich der Reihe treu.

Der Clan der Wolfen (Di Toft)

Das hätte Nat sich nicht mal in seinen wildesten Träumen vorstellen können! Sein neuer Hund Woody ist ein Wolfen, ein Gestaltenwandler. Und er braucht Nats Hilfe. Denn er konnte zwar in allerletzter Sekunde einem streng geheimen Forschungsprojekt entkommen, aber seine Verfolger sind ihm längst auf der Spur. Und das sind gefährliche Typen der übelsten Art.

Ich muss ja gestehen, dass ich als erstes nur dem Cover des Buches verfallen war. Der Inhalt klang zwar auch ganz interessant, aber dieser goldige Wolf stand klar im Vordergrund. Hinzu kam dann ja noch meine Vorliebe für Jugendbücher…und schon war dieses Buch Pflicht für mich.
Die Geschichte lässt sich zunächst vornehmlich vergnüglich an, ich habe manches mal grinsen müssen als geschildert wird wie Woody zu Nats Familie kommt und welchen ersten Eindruck er dabei hinterlässt. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Woody eben nicht nur ein arg groß geratener Schäferhund-Mischling ist und von da an wird die Geschichte ausgesprochen spannend und phantasievoll. Wobei man aber schon sehr deutlich spürt, dass sich “Der Clan der Wolfen” vornehmlich an jugendliche Leser richtet, denn die Handlung verläuft sehr geradlinig und auch wenn es um Woody ein größeres Geheimnis gibt, so wird dieses nur so weit wie nötig ausgereizt und beschrieben.
Mir ist das sehr entgegengekommen, da ich ohnehin kein Fan davon bin, wenn sich um die eigentliche Handlung noch mal eine umfangreiche Hintergrundhandlung rankt, die man sich erst erarbeiten muss um die Story an sich zu verstehen. Innerhalb dieser gut gesetzten Grenzen lässt sich Di Toft aber wahrlich nicht lumpen. Dafür dass sich das Buch an Leser ab 11 Jahren richtet, geht es hier ganz gut zur Sache. Die Werwölfe werden durchaus detailreich und schaurig beschrieben, es wird auch auf Woody geschossen und zum Finale ziehen zwei noch sehr rüstige Rentner bis an die Zähne bewaffnet in den Kampf. Das hat mich schon überrascht, aber eigentlich mag ich es gerne, wenn solche Bücher mal gegen den “Das darf man doch in Kinder- / Jugendbüchern nicht schreiben!”-Strom schwimmen.
Außerdem ist “Der Clan der Wolfen” trotz allen Grusels und aller Action auch ausgesprochen witzig, so dass solche Szenen schon im nächsten Absatz wieder entschärft werden. Eine gut gelungene Mischung.

Ich habe “Der Clan der Wolfen” so nach und nach gelesen, immer mal ein oder mehrere Kapitel und dann am nächsten Tag weiter. Die Kapitel sind vergleichsweise lang, aber eben nicht zu lang. Ich kann es mir gut als Lektüre für vor dem Einschlafen vorstellen: jeden Abend ein Kapitel. Dann kommt man täglich ein gutes Stück voran und kann auf den nächsten Abend gespannt sein. Dafür würde sich “Der Clan der Wolfen” gut eignen (vorausgesetzt die jungen Leser kommen mit der erwähnten Action und dem Gruselfaktor klar).  Zudem ist es recht groß gedruckt, so dass der Text nie zu massiv wirkt und die lustigen Pfotentapsen über die erste Seite eines jeden Kapitels lockern ebenfalls auf.

Wie gesagt war es das Cover, was mich sofort begeistert hat. Allerdings hatte ich nur immer Bilder davon gesehen, so wie oben in diesem Eintrag. Daher war ich sehr verblüfft als ich das Buch dann in den Händen hielt.  Denn der Coverteil mit dem Wolfsgesicht ist ein Wackelbild. Je nachdem wie man das Buch kippt, sieht man entweder den Wolf oder Woody in seiner Menschengestalt. Ein tolles Gimmick, womit das Buch im Laden sicher auffällt.

Fazit:   Mir hat “Der Clan der Wolfen” ein paar spannende und amüsante Lesestunden beschert. Für junge Fantasy-Fans, die in Sachen Grusel schon etwas trainiert sind, lohnt es sich ganz sicher.

Vielen Dank an Chicken House für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Der Clan der Wolfen
Autor: Di Toft
Seiten:  352
Verlag: Chicken House Verlag
ISBN: 978-3551520098
Preis:  € 13,95 (HC)

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