Gold

Fünf Freunde (123) – …und der Zug im Dunkeln

Titel: Fünf Freunde (123) – …und der Zug im Dunkeln / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 57 min / Sprecher:  Maud Ackermann, Achim Buch, Eric Schäffler, Patrick Mölleken, Kostja Ullmann ua

Inhalt: Julian wurde von einem Mitschüler nach Frankreich eingeladen und nimmt seine besten Freunde natürlich mit auf die Reise. Die Fünf steigen in einen Zug, der durch einen Tunnel unter dem Meer nach Frankreich fährt. Doch dann bleibt der Zug im Tunnel stehen und das Licht geht aus. Eine ganz normale Panne? Warum ist plötzlich ein Fahrgast verschwunden? Die besorgten Freunde beginnen nach ihm zu suchen und obwohl es im Zug stockfinster ist, geraten sie auf eine ganz heiße Spur.


Im Gegensatz zu den meisten anderen Folgen dieser Reihe spielt dieses neue Abenteuer mal nicht in Kirrin oder Kirrins Umgebung, sondern in einem Zug, der die Freunde zu einem Schulfreund von Julian nach Frankreich bringen soll. Alleine die Fahrt unter dem Meer hindurch hat schon etwas Aufregendes an sich und man spürt auch selber beim Hören die kribbelende Vorfreude der Kinder. So ist man schon einmal gut eingestimmt auf das weitere Geschehen.
Auch die Dunkelheit nach dem Ausfall des Stroms hat zunächst natürlich etwas Unheimliches an sich, allerdings denke ich, dass man das ruhig noch etwas intensiver hätte ausfallen lassen können. Oftmals wirkte das Geschehen anschließend eher chaotisch auf mich, statt spannend. Und auch aus der Situation (eingesperrt in den Zug, im Dunkeln, unter dem Meer, gemeinsam mit nur wenigen Menschen) hätte man rein von der Atmosphäre her noch etwas mehr machen können. Würde es nicht häufig erwähnt, könnte man einiges davon zwischendurch glatt mal vergessen, und das fand ich schade. Die Situation gibt so viel her und insgesamt wird nicht so viel daraus gemacht, wie wohl möglich gewesen wäre.
Der Fall an sich ist aber dennoch ganz spannend, immerhin geht es um echtes Gold und selbst Dick gerät unter Verdacht. Da lauscht man durchaus gespannt. Und als dann später noch welche der Freunde von den Gaunern eingesperrt werden, dürfen sie einmal mehr beweisen, dass sie auch getrennt ein unschlagbares Team sind.

Bei einem Blick auf die Sprecherliste wird einem schwindelig. Aber hier ist auch wirklich jede noch so kleine Rolle aufgeführt. Ansonsten wäre das auch nichts für mich, wo ich ab einer gewissen Anzahl Sprecher schlicht überfordert bin. Schön fand ich es, mal Julians Eltern zu hören. Gesprochen werden sie von Achim Buch und Antje Birnbaum, die beide durch und durch sympathisch klingen lassen. Reent Reins ist als Mason zu hören und sein Ton lässt einen auf Anhieb zweifeln, ob man dieser Figur trauen kann. Ach und übrigens: Oliver Rotermann als Zollbeamter? Euer Ernst, Europa?

Hier und da setzen lautere Geräusche Akzente, ansonsten zeigt sich die Folge musikalisch eher zurückhaltend. An spannenden Stellen sorgt das für die entsprechende Stimmung. Die Geräuschkulisse geht in Ordnung, das gibt es nichts zu beanstanden.

Ich finde ja, dem Covermotiv nach könnte man auch denken, der Zug führe durch einen Dschungel. Von dem neuen Fall verrät das Motiv ebenfalls kaum etwas. Man kann sich höchstens fragen, was die Freunde überhaupt in einem Zug machen, wo man sie sonst doch eher auf Booten antrifft.

Fazit:  Durchaus ein ganz spannender Fall, aber aus dem Setting hätte man rein von der Atmosphäre noch mehr herausholen können, denke ich. Selbst für ein Kinderhörspiel. Das fand ich ein bisschen schade.

TKKG (201) – Vom Goldschatz besessen

Titel: TKKG (201) – Vom Goldschatz besessen / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 67 min / Sprecher: Sascha Draeger, Henry König, Joachim Kretzer, Horst Stark ua

Inhalt: Tim, Karl und Gaby begleiten Familie Sauerlich an einen Alpensee und quartierten sich in einer einsam gelegenen Holzhütte ein. Klößchen will eigentlich nur alle Viere von sich strecken, aber stattdessen schlittern TKKG schon am ersten Tag in ein geheimnisvolles Abenteuer: ihr Nachbar, ein ergrauter Einsiedler packt eine uralte Goldsucher-Geschichte aus! Doch die einzigen Hinweise, dass der Goldschatz wirklich existiert, verschwinden noch bevor die vier sich ein Bild machen können. Und plötzlich scheinen nicht nur TKKG dem Gold auf der Spur zu sein.


Ein wenig altmodisch klingt der Titel schon. Spontan hatte ich eine Piratengeschichte im Kopf oder eine um Schatzjäger, so etwas in der Richtung. In den Alpen hätte ich beides aber sicher nicht angesiedelt, doch genau dort spielt diese Episode. Man muss ihr lassen, dass sie diesen Schauplatz wirklich gut und anschaulich rüberbringt. Ich konnte mir die Gegend schnell und klar vorstellen. Ein Abenteuer an solch einem schönen Ort, warum nicht?
Die Handlung ist erfreulich geradlinig, was mir ja immer sehr entgegenkommt. Allerdings ist sie für meinen Geschmack aber auch geprägt von irre großen Zufällen und so manchen Widersprüchen. Was eben noch ganz leicht ging, scheint wenig später unmöglich gewesen zu sein. Hauptsache, die Story kann weiterlaufen.
Das tut sie dann auch, aber eher unaufgeregt. Wirklich große Überraschungen findet man genauso wenig wie richtig spannende Momente. Man ahnt stets, wie es weitergehen wird und einige Dinge sind geradezu erschreckend offensichtlich. Ich würde behaupten, dass die Folge so nicht mal bei den jungen Hörern für Spannung sorgen wird.

Joachim Kretzer und Tilo Schmitz hat man ihren Figuren entsprechend einen derben amerikanischen Akzent aufgebrummt, was nur mäßig glaubhaft klingt. Dafür aber umso mehr nach Klischee. Horst Stark hat mir ein gutes Bild des alten und kranken Ludwig Waltz vermittelt. Er spricht diesen Part sehr überzeugend. Theresa Berlages markante  und klare Stimme passt gut zu Dr. Ruth Schadewell. Ich habe ich die Wisschenschaftlerin leicht abgenommen.

Die Musik präsentiert sich hier sehr modern. Teilweise habe ich es auch eher als eine Aneinanderreihung elektronisch erzeugter Geräusche empfunden, statt als Musik. Das passt nicht besonders gut in die Alpen, das ist mal einfach so. Somit steht es der Story auch nicht allzu gut. Der Spannung hilft es genauso wenig auf die Sprünge. Eine seltsame Auswahl also.

Das Covermotiv gefällt mir dafür wirklich sehr gut! Die Berge, der Wasserfall, die Freunde in einem Schlauchbott, das sieht nach Abenteuer aus. Leider mehr als davon in der Story geboten wird.

Fazit:  Der Schauplatz ist klasse und gut und vorstellbar in Szene gesetzt. Die Handlung angenehm geradlinig. Leider ist die Story oft sehr vorhersehbar und ebenso oft von großen, großen Zufällen geprägt. Beides geht natürlich zu Lasten der Spannung, Schade.

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (30) – Das Rätsel der Aurora

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (30) – Das Rätsel der Aurora / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Christian Rode, Lutz Harder, Georg Tryphon, Uwe Jellinek ua

Inhalt: Aus einem Londoner Museum wird ein hölzernes Modellschiff gestohlen. Inspector Lestrade von Scotland Yard misst dem Diebstahl keine größere Bedeutung bei. Jedoch bittet der ehemalige Eigentümer des Schiffes Holmes eindringlich, das für ihn wichtige Kleinod wiederzubeschaffen. Es scheint ein Geheimnis zu verbergen, das es sogar wert ist, dafür zu töten.


Ich mag es ja immer gerne, wenn Fälle eine vermeintliche Kleinigkeit zum Anlass haben. Wenn alles lange nicht so brisant beginnt, wie es sich dann entwickelt. So ist es auch hier. Nach einem amüsanten Geplänkel zu Anfang, nimmt der Fall schnell an Fahrt auf. Als Hörer muss man bei dieser Reihe ja sowieso meist ganz bei der Sache sein um mitzukommen, doch hier ist das noch um ein Vielfaches wichtiger. Mir persönlich war der Fall schon wieder zu verworren mit zu vielen Figuren, die mitunter gar nicht die sind, die sie vorgeben. So fand ich es eher anstrengend, der Handlung zu folgen.
Uninteressant ist sie jedoch nicht und über mangelnde Spannung kann man sich ebenfalls nicht beklagen. In einer Hinsicht allerdings fand ich die Story aber doch etwas vorhersehbar. Da hat es mich schon gewundert, dass Holmes und Watson nicht früher in diese Richtung denken.
Das Ende ist für eine Holmes-Geschichte schon recht ungewöhnlich. Nicht im negativen Sinne, aber ich war doch ziemich verdutzt als das Hörspiel plötzlich zuende war. Das ist zwar mal etwas anderes, gar keine Frage, mir gefallen die Enden der übrigen Folgen aber doch irgendwie besser.

Friedrich Georg Beckhaus vermittelt dem Hörer mit seiner markanten Stimme schnell ein gutes Bild von seiner Figur. Uwe Jellinek ist es gelungen, mich stets im Ungewissen über James Wallace zu lassen. Ich wusste nie genau, ob ich ihm trauen kann, oder nicht. Das trägt zur Spannung bei. Und Gerald Paradies gibt einen herrlich raubeinigen, versoffenen Buchanan.

Musik und Geräusche halten sich wie gewohnt eher zurück. Dennoch veranschaulichen die Geräusche gut das Geschehen und die eingesetzten Muskstücke unterstreichen die Atmosphäre der jeweiligen Szenen. So kommen gewisse Momente besonders intensiv rüber, was der Spannung und Dramatik zugute kommt.

Auf dem Cover ist selbstverständlich die Aurora zu sehen wie gerade Hände danach greifen. So hat man schnell schon eine Ahnung, um was es in der Folge gehen könnte. Schön schattig und düster ist das Motiv auch, was einem Krimi gut steht.

Fazit:  Ein durchaus spannender neuer Fall für Holmes und Watson, bei dem man aber von Anfang an jede Minute ganz bei der Sache sein muss um mitzukommen. Mir war das teilweise schon wieder zu verworren und entsprechend anstrengend beim Hören. Das Ende ist etwas Besonders, war aber ebenfalls nicht so nach meinem Geschmack.

Die drei !!! (20) – Beutejagd am Geistersee

Titel: Die drei !!! (20) – Beutejagd am Geistersee / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Sonja Stein, Merete Brettschneider, Mia Diekow, Linda Fölster, Kerstin Draeger ua

Inhalt: Die drei !!! verbringen die Pfingst-Ferien bei Kims Patentante Clarissa am schönen Schiertaler See. Eigentlich wollen sich Kim, Franzi und Marie dort nur erholen, aber schon bald nach ihrer Ankunft stecken sie mitten in ihrem 20. Kriminalfall. Denn kurz nachdem in die Gartenlaube von Kims Patentante eingebrochen wurde, taucht bei ihr ein geheimnisvoller Mann auf und bedroht sie. Und Clarissa scheint diesen Kerl auch noch zu kennen, den die drei Detektivinnen bald als skrupellosen Gangster enttarnen können. Es scheint da ein dunkles Geheimnis im Leben von Clarissa zu geben. Aber welches? Und welche Rolle spielt der immense Goldschatz im Schiertaler See, von dem in einer alten Legende erzählt wird? Fragen, denen die drei !!! auf den Grund gehen.


Diese Folge beweist: die Serie kann, wenn sie will. Es wäre schön, wenn sie nur häufiger wollen würde. Denn “Beutejagd am Geistersee” eine eine Geschichte, wie ich es von einer Jugendkrimireihe erwarte. Sie ist spannend, hat einige überraschende Idee auf Lager und ist dann und wann auch ein wenig unheimlich. Fairerweise muss ich aber sagen, dass mich die Idee des absichtlich überfluteten Dorfes und seines Geheimnisses an die Folge “Das versunkene Dorf” der anderen Europa-Satzzeichen erinnert hat. Dennoch: hier steht endlich mal nur der Fall und die Ermittlungen der Mädchen im Mittelpunkt. Das sonst so beliebte Thema “Liebe” wird nur ganz nebensächlich angerissen, was auch völlig ausreicht..

Die drei Hauptsprecherinnen sind in gewohnt guter Form und auch die meisten anderen Sprecher können sich hören lassen. Christian Rudolf gibt einen überzeugenden Fiesling und Gabi Libbach hat mir Clarisse sofort sympathisch gemacht und ich konnte gut mit ihr fühlen. Einzig Linda Fölster alias Vicky konnte mich nicht ganz überzeugen. Für meinen Geschmack übertreibt sie es oft mit der Betonung oder legt mehr Dramatik in ihre Stimme als es Text oder Situation erfordern.

Die bereits lang vertrauten Melodien begleiten auch diese Folge und verleihen ist ein jugendliches Flair. Ein wenig Abwechslung fände ich aber gar nicht mal schlecht. Das macht sich doch auch bei den Radio- oder CD-Songs gut, die bei Kims Tagebucheintragungen im Hintergrund zu hören sind. Warum also nicht auch mal während der Handlung?

Auch das Covermotiv lässt auf eine spannende Folge hoffen. Schön düster und mit einer Schatzkarte, das passt zu einer Krimigeschichte.  Das Kreuz im Hintergrund habe ich erst spät entdeckt. Dabei spielt es bzw das Gebäude darunter eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Fazit:  Endlich mal wieder eine richtig gute und spannende Folge, die sich vor der detektivischen Hörspielkonkurrenz nicht verstecken muss. In diesem Stil darf es gerne weitergehen. Für mich eine der stärksten Folgen der Serie bisher.

Pollution Police (01) – Das Gold im Bunker

Titel: Pollution Police (01) – Das Gold im Bunker / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Daniel Käser, Julia Fölster, Patrick Bartsch, Sascha Rotermund, Robert Missler, Kerstin Draeger ua

Inhalt: Die drei Freunde Niklas, Linus und Melissa – Mitglieder der Pfadfindergruppe “Pollution Police” – kommen einer Bande von Schatzräubern auf die Spur, die im Fürstenwald unterirdische Sprengungen durchführen. Die Gauner haben es offenbar auf ein verschollenes Golddepot aus dem Zweiten Weltkrieg abgesehen und lassen sich durch nichts von ihrem Vorhaben abbringen. Ein Fall für die “Pollution Police”!


Pfadfinder. Kleine Weltverbesserer. Und dann “Pollution Police”…ich war ja sehr skeptisch. Ein Fähnlein Fieselschweif für Umweltschutz? Das wäre nicht mein Fall gewesen. Nach dem Hören muss ich nun sagen, dass die Geschichte um die Sprengungen im Wald und ihre Hintergründe wirklich gut und unterhaltsam ist. Es ist für kindgerechte Spannung gesorgt und die drei Kids von der “Pollution Police” sind durch die Bank sympathisch und haben Dank manch frechem Spruch schnell Boden bei mir gutgemacht. Ich muss aber auch sagen, dass mir hier -speziell anfangs- zu sehr der moralische Zeigefinger geschwungen wird. Da frage ich mich dann jedes Mal, ob den Kindern von heute solche Botschaften wirklich so direkt vermittelt werden müssen, damit sie ankommen? Aber das war man vermutlich dem Thema “Pfadfinder” schuldig. Womöglich wird da in Folge 2 ja etwas kürzer getreten. Das fände ich gut.

“Die kleinen Pfadfinder” heißt es im Titellied. Doch kaum hatten die drei Hauptsprecher Daniel Käser, Julia Fölster und Patrick Bartsch die ersten Sätze gesprochen, da war klar: so klein sind Niklas, Melissa und Linus gar nicht mehr. Rein von den Stimmen her gehen sie gut als Jugendliche durch. Mir gefällt das und die drei Sprecher liefern eine überzeugende Leistung ab. In den Nebenrollen sind ua Sascha Rotermund, Kerstin Draeger und Bert Stevens zu hören. Dass hier nichts zu befürchten ist, dürfte klar sein. Konrad Halver als Erzähler dürfte für meinen Geschmack manchmal einen Zahn zulegen. Er spricht mir oft zu langsam.

Das Titellied kann sich hören lassen. Es ist frisch und munter und hat Ohrwurmqualität. Die übrige Untermalung geht ebenfalls völlig in Ordnung. Die Melodien unterstreichen die Stimmung der jeweiligen Szenen gut und sorgen so für Spannung und Atmosphäre.

Wer nach diesem Hörspiel ebenfalls gerne Pfadfinder werden möchte, der kann sich im Booklet darüber informieren, wie das funktioniert. Zudem findet man hier allgemeine Informationen rund um das Pfadfindertum.
Mit dem Skelett auf dem Cover wird an sich schon auf den ersten Blick deutlich gemacht, dass das Hörspiel nichts für die ganz Kleinen ist. Ein schönes Motiv, das berechtigt Hoffnung auf eine spannende Geschichte macht.

Fazit: Speziell anfangs war es mir hier zu viel Moral, doch die Geschichte an sich macht schon Laune. Schön spannend und mit einer erfrischend neu wirkenden Detektiv-Truppe. Ich bin auch Folge 2 gespannt.

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