Gruselserie

Gruselserie (02) – Yeti – Kreatur aus dem Himalaya

Titel: Gruselserie (02) –Yeti – Kreatur aus dem Himalaya / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Till Demtröder, Nico König, Marek Harloff, Michael Lott, Achim Buch ua

Im Auftrag einer britischen Tageszeitung begibt sich ein fünfköpfiges Expeditionsteam nach Tibet, um dort den Spuren des sagenumwobenen Yetis zu folgen. Anfangs glaubt niemand der Teilnehmer an die Existenz der Kreatur, von der bisher nur ein fragwürdiges Foto vorliegt. Doch dann geraten die Forscher an einen grauenvollen Ort, der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes das Blut in den Adern gefrieren lässt.


Die erste Folge dieser Reihe hatte bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen, aber ich wollte dranbleiben. Was gut war! Denn nachdem ich den “Yeti” gehört habe, frage ich mich wirklich: warum nicht gleich so? Denn alles, was Folge 1 zumindest in meinen Ohren falsch gemacht hat, schüttelt diese zweite Folge quasi aus dem Ärmel.
Gleich der Prolog wartet schon mit der Kreatur aus dem Schnee auf und es geht dramatisch zu. Das stimmt direkt auf das Folgende ein. Das bietet zunächst einen Überblick über die Figuren, mit denen man es zu tun haben wird, hält sich aber nicht allzu lange damit auf, womit das Tempo hochgehalten wird. Bereits wenig später ist man mit der Truppe im Himalaya unterwegs und auch dort warten ständig neue Aufgaben und Herausforderungen auf das Team. Die eine oder andere Schrecksekunde ist ebenfalls gegeben. Immer schön ausgewogen zum Alltag im Camp.
So richtig spitzt die Lage sich dann eines Nachts zu als die Gruppe eine verirrte Frau aufgabelt, die Unglaubliches erzählt. Erst war ich genervt. Geht denn keine Geschichte um eine Hand voll Kerle mal ohne eine Frau? Doch zum Glück nervt Trixie kein Stück. Sie ist ganz im Gegenteil sogar ganz selbstbewusst und tapfer. So konnte ich sie gut ertragen.
Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass das Expeditionsteam tatsächlich auf den Yeti trifft und speziell die erste Begegnung kann man als angemessen furcheinflößend bezeichnen. Für das Maß einer solchen Hörspielserie, versteht sich. Über den Ausgang der Expedition musste ich etwas schmunzeln. So etwas was mir zum Yeti auch noch nicht zu Ohren gekommen. Aber, warum eigentlich nicht? Schön ist es allemal.

Besonders erwähnenswert ist es, dass es hier einen Erzähler gibt: Udo Schenk. Und der erzählt so unheilvoll, dass alleine aus dieser Richtung schon für schauriges Flair gesorgt ist. Henrike Fehrs gibt Trixie den mal energischen, mal verzweifelten Ton und das selbstbewusste Wesen. Nico König ist glücklicherweise ein möchtegern-italienischer Akzent erspart geblieben und trotzdem hört man ihm als Giuseppe das italienische Temperament an.

Zu Beginn und auch zwischen den Szenen, manchmal sogar während des Geschehens sind passende Musikstücke zu hören. Schön düster gehalten, wie es zu solch einer Geschichte passt. Oft auch durchsetzt mit Klängen, die man automatisch in Richtung Tibet, Himalaya usw einsortiert. Auch das steht der Story gut und verleiht ihr Atmosphäre. Und während der Geist aus Folge 1 mit seinem ohrenbetäubend scheppernden Auftritten vor allem genervt hat, legt der Yeti eine brüllende und -soweit man das von einer Legende sagen kann- authentische Show hin.

Selbstverständlich hat der Schneemensch es auf das Cover geschafft und er sieht tatsächlich ein bisschen gruselig aus. Ein Teil der Expeditionstruppe ist ebenfalls zu sehen und das Gewehr macht deutlich, dass von der Kreatur eine Gefahr ausgeht. Rundherum die verschneite, nächtliche Landschaft, das passt.

Fazit:  Folge 2 hat in meinen Ohren gegenüber ihrem Vorgänger alles richtig gemacht. Ein dramatischer Auftakt, danach eine Geschichte mit Tempo und manchem Schreckmoment, das hält bei Laune. Dank Musik und Erzähler ist durchweg für unheilvolle Stimmung gesorgt. Der Ausgang der Geschichte ist mal etwas Neues, aber…warum eigentlich nicht? So kann die Serie weitermachen.

Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens

Titel: Gruselserie (01) – Polterabend – Nacht des Entsetzens / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Andreas Fröhlich, Katja Brügger, Sascha Draeger, Reinhilt Schneider ua

Die letzten Stunden vor der kirchlichen Trauung halten für das Brautpaar Gudrun und Gerhard eine makabre Überraschung parat: Der Geist der verstorbenen Ehefrau des Bräutigams verwandelt die fröhliche Party in eine Apokalypse des Grauens.


Hier muss ich vorab sagen, dass ich die alte Gruselserie von Europa natürlich kenne. Ich habe auch alle Folgen gehört, jedoch ist das eine ganze Weile her. Mir haben sie gefallen, aber da ich sie früher nicht gehört habe, fehlt mir der Nostalgiefaktor dabei. Vielleicht höre ich die neue Reihe deshalb ein wenig anders als die Leute, die mit der Reihe aufgewachsen sind.
Leider muss ich gestehen, dass diese erste Folge bei mir keinen allzu guten Eindruck hinterlassen hat. Inhaltlich hat das vor allem zwei Gründe. Bei aller Anlehnung an die Klassiker, sie ist ganz schön dünn und bietet keinerlei Überraschungen. Von Spannung kann keine Rede sein. Und bis die Story  endlich in die Gänge kommt, ist ein guter Teil der Spielzeit dahin. Bis dahin hat man dank viel Geschwafel lediglich die Figuren kennengelernt. Sonderlich sympathisch war mir keiner von ihnen, weshalb ich nicht mitfiebern konnte, und das geht zusätzlich zu Lasten der Spannung.
Grusel sucht man hier ebenfalls vergebens. Ein Geist alleine macht halt noch keinen Grusel. Erst recht nicht, wenn seine Auftritte statt atmosphärisch vor allem ohrenbetäubend sind. Sie scheppern wortwörtlich in die Szenen und klingen nicht einen Deut unheimlich.

Ein Blick auf die Sprecherliste lässt die Herzen vieler Hörspielfans sicher höher schlagen. Mit beispielsweise Reinhilt Schneider, Judy Winter, Regina Lemnitz und Katja Brügger sind namhafte Sprecher mit überaus markanten Stimmen dabei. Vor allem aber solche, die man noch von früher kennt, womit man wohl dem Vorbild der heutigen Gruselserie Rechnung tragen möchte. Allerdings werden ihnen zum Teil haarsträubende Dialoge in den Mund gelegt, was man oft deutlich hört. Denn plötzlich klingen die “alten Hasen” alles andere als überzeugend. Vereinfacht gesagt: alle hier haben ein Handy, die Geschichte spielt insofern scheinbar im Heute, aber die Unterhaltungen klingen häufig sowas von altmodisch und entsprechend gestelzt, das passt überhaupt nicht zusammen. Und wenn der Geist auf der Bildfläche erscheint, muss man dank des Lärms drumherum sehr genau hinhören um Reinhilt Schneider überhaupt zu verstehen.

Musik ist überraschend wenig zu hören, fast gar nicht, möchte ich sogar sagen. Hier und da mal ein kurzes Stück, doch das war es dann auch. Akustisch setzt die Folge mehr auf Geräusche. Vorzugsweise solche, die den Hörer wortwörtlich aufschrecken, weil sie so laut und durchdringend sind. Allen voran bei den erwähnten Auftritten des Rachegeistes. Stattdessen etwas stimmungsvollere Musik hätte vor allem dem Gruselfaktor hier ganz gut getan.

Schon die alte Gruselserie kam in Sachen Cover mit Neonfarben daher, das wurde beibehalten. Ich muss sagen, mir gefällt das so auch wirklich gut. Es ist einfach ein Hingucker. Ob man die beiden Comicfiguren mag, oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden. Mich stört dieser Stil nicht sonderlich.

Fazit: Leider ein enttäuschender Serienauftakt für mich. Eine arg seichte Story ohne Überraschungen und leider auch ohne Spannung uns Grusel. Dazu Texte, die man selbst solchen Vollprofis wie sie hier im Einsatz sind, schwer bis gar nicht abnimmt. Schade. Aber ich bleibe an der Serie dran. Alleine deshalb, weil ich es an sich super finde, dass man einem Klassiker von Hörspielreihe eine Chance für ein Comeback bietet.

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