Hamster

Die kleine Schnecke Monika Häuschen (37) – Warum hamstern Hamster?

Titel: Die kleine Schnecke Monika Häuschen (37) – Warum hamstern Hamster? / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 48 min / Sprecher: Tom Deininger, Steffen Lukas, Hilmar Eichhorn ua

moni37Inhalt: Im Garten, in dem die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen mit ihrem besten Freund, dem Regenwurm Schorsch wohnt, bricht ein heftiger Streit aus, weil Graugänserich Günter alle Salatblätter für sich reserviert. Beleidigt beschließt Herr Günter, sich draußen auf dem Feld einen neuen Freund zu suchen, der mehr Verständnis für seinen großen Appetit hat. Der hungrige Feldhamster Harry scheint dafür perfekt zu sein. Um die Vorwürfe von Monika und Schorsch nicht mehr hören zu müssen, verstopft sich der Gänserich die Ohren. Leider merkt er nun aber nicht, dass der große Mähdrescher immer näher an seinen Bürzel heranrückt.


In dieser Geschichte treffen Monika und ihre Freunde Regenwurm Schorsch und Gänserich Günter ein Tier, das sie ohne einen kleinen Streit wohl nie getroffen hätten: den Hamster Harry. Günter gabelt ihn auf dem nebenan liegenden Feld auf, wohin er beleidigt geflüchtet ist. Dieser Streit dauert allerdings ganz schön lange. So lange, dass ich mich schon gefragt habe, ob mir des Hamsters Auftritt entgangen ist. War er aber nicht, zum Glück!
Kaum ist man Harry begegnet, erfährt man bereits eine ganze Menge über Hamster. Darunter Dinge, die ich selber noch nicht wusste, und ich bin schon etwas älter als 3 Jahre, total tiervernarrt und der Meinung, mich ganz gut auszukennen.;) Ich finde es immer schön, wenn auch ältere Hörer bei Monikas Abenteuern lernen können.
Für mich zeichnet sich diese Episode aber noch durch ein paar Punkte mehr aus als nur durch den Kurs in Feldhamster-Kunde. Zunächst mal dreht sich hier eine Menge um Freundschaft zu der mitunter auch mal ein kleiner Streit gehört, aber genauso auch eine Versöhnung. Monika und ihre Freunde haben dazu einige schöne und richtige Aussagen auf Lager, die sich die jungen Hörer (und natürlich auch die älteren) zu Herzen nehmen sollten. Erfreulicherweise klingt dabei nichts oberlehrerhaft.
Gefallen hat mir außerdem, dass der Erzähler hier direkt in die Handlung um die drei Freunde vom Gemüsebeet eingreift. Ich kann mich nicht erinnern, das so schon einmal in der Reihe erlebt zu haben. Das ist eine schöne Abwechslung und zeigt deutlich, dass es -auch wenn es meist so wirkt- gar keine große Distanz zwischen den beiden Parts gibt. Obendrein kommt damit, dass der Erzähler sich einmischt, am Ende ein echter Schuss Action und eine gute Schippe Spannung in die Geschichte. Da darf man schon mal an den Fingernägeln knabbern.

Als Hamster Harry ist Schauspieler Hilmar Eichhorn zu hören. Er lässt Horst sehr niedlich klingen. Vor allem durch das leichte Schmatzen und Lispeln, das sicher von den Nagezähnen herrührt. Später in der Geschichte liegt dann außerdem eine gewisse Überheblichkeit und Arroganz in Harrys Stimme. Irgendwie mochte ich ihn trotzdem, denn Hamster sind halt Eigenbrötler. Da ist es sicher nicht so abwegig, dass sich so jemand am meisten für sich selbst interessiert.

Das Titellied verleitet mich ja immer wieder zum Mitsingen. Es ist aber auch ein echter Ohrwurm! Ein dickes Lob für die Szene gegen Ende als Günter den Mähdrescher nicht kommen hört, weil er sich Moss in die Ohren gestopft hat. Das hört man ganz genau! Aus Günters Perspektive klingt alles um ihn rum sehr leise und gedämpft, und genauso kommt es auch beim Hörer an. Ist man zurück bei Monika, Schorsch und dem Erzähler klingt alles wieder lauter und klar und der Mähdrescher ist gar nicht zu überhören. Ich muss gestehen, so einen “aufwendigen” Effekt hätte ich von der Serie nicht erwartet. Toll!

Auf dem Cover wird Hamster Harry von den drei Freunden neugierig betrachtet. Er sieht ja auch wirklich goldig und kugenrund aus! Ich finde, mit den Gold- und Braun- und Orangetönen wirkt das Motiv schon sehr herbstlich. Wie passend, wo diese Jahreszeit bereits auf der Fußmatte steht. Für das Rätsel im Booklet muss man dieses Mal bereits zählen können. Es ist also nichts für die ganz jungen Hörer. Höchstens mit Hilfe der Eltern.

Fazit:  In dieser Geschichte gibt es -im Vergleich zu manch anderer Folge- eher wenig über das Tier aus dem Titel zu lernen. Dafür können sich sicher auch ältere Hörer hier noch etwas an Wissen über Feldhamster mitnehmen. Stattdessen lernt man eine Menge über Freundschaft. Außerdem punktet die Folge mit einer Reihe echter Überraschungen. Mir hat sie deshalb sehr gut gefallen!

Ich bin hier bloß der Hamster (Friedbert Stohner / Robert Missler)

Titel: Ich bin hier bloß der Hamster / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 140 min  / Buch: Friedbert Stohner / gelesen von: Robert Missler

hamsterInhalt: Der kleine Justus möchte einen Hund, die kleine Line eine Katze und was fällt Mama und Papa dazu ein: ein Hamster. Und der hat es nicht immer leicht in seiner Familie. Wenn er Glück hat, haben die beiden Kleinen nach einer Woche vergessen, dass es ihn gibt. Dann springt die Mama ein, und er hat ein feines Leben. Aber Achtung! Wirklich berechenbar sind Menschen-Familien trotzdem nicht! Und davon weiß Hamster Oleg ein Lied zu singen.


Aus dieser Reihe kannte ich bisher nur “Ich bin hier bloß der Hund”, von dem ich damals wenig angetan war. Aber ich wollte mit dem Hamster einen weiteren Versuch wagen.
Den Anfang habe ich als etwas zäh empfunden, denn Hamster Oleg lässt sich sehr viel Zeit dafür zu erzählen und zu erklären, wie das so ist mit Mensch und Hamster und worauf man -vor allem natürlich als Hamster- unbedingt achten muss ehe man sich vor irgendwelchen Zweibeinern aufspielt, die im Zooladen plötzlich vor dem Käfig stehen. Andererseits führen einem seine Negativbeispiele im Umkehrschluss natürlich sehr gut vor Augen, worauf man als Mensch in dieser Situation zu achten hat und was einen beim Zusammenleben mit einem Hamster erwartet. Das finde ich so gewitzt gemacht, denn so bekommt man Ratschläge und Informationen an die Hand, ohne dass es aufdringlich oder mahnend wirkt. Gerade für ein Kinderhörbuch ist das prima, denn vor allem die lieben Kleinen sollten wissen, dass Haustiere nicht nur süß sind, sondern auch Ansprüche haben.
Nach dieser etwas zu ausführlichen Einleitung kommt zum Glück Schwung in die Geschichte. In der Familie, in der Oleg gelandet ist, ist einfach immer etwas los. Da es überwiegend Alltagsgeschichten sind, ist es zwar nicht wunders wie spannend, aber ich war doch zumindest immer neugierig, was dieser chaotischen Familie und ihrem Hamster noch so alles passiert. Es ist einfach sehr spaßig anzuhören. Vor allem auch, weil Ole deutlich durchblicken lässt, dass Hamster ganz schön clever sind und wissen, wie sie  ihre Menschen erziehen können. Das darf man sich als Halter eines Hamster vermutlich gar nicht so genau vor Augen führen, wenn man nicht der Glauben verfallen will, einen Spion im Käfig sitzen zu haben.

Robert Missler macht als Oleg eine wirklich gute Figur. Er hat für ihn eine niedliche Stimme und ein gewitztes Lachen auf Lager. Das passt gut zu so einem kleinen Nager. Da möchte man ihn gleich knuddeln. Also Oleg! 😉 Auch den anderen Figuren verleiht er markante und passende Stimmen, sodass man immer weiß, wer gerade das Wort ergriffen hat. Und wenn es nötig ist, dann singt er sogar. Beispielsweise ein Hamsterlied zur guten Nacht.

Zu Beginn und auch zwischen einigen Szenen sind kurze Musikstücke zu hören. Sie sind munter und fröhlich und stehen diesem Hörbuch prima. Ich habe mich ein paar Mal beim Mitwippen und Mitsummen erwischt. Auch ein paar Geräusche sind zu hören, beispielsweise das leise Quietschen von Olegs Hamsterrad. Das lockert das Zuhören ein bisschen auf, was ich gerade bei Hörbüchern für Kinder immer gut finde.

Wie auf allen Covern dieser Reihe steht auch hier das Tier im Mittelpunkt, um das es in der Geschichte geht. Oleg hat einen genau im Blick. Und irgendwie sieht er einem mit einem gewissen Zweifel entgegen. Aber wie er selbst sagt, ist im Umgang mit den Menschen Vorsicht geboten. Da ist der Gesichtsausdruck also gerechtfertigt.

Fazit:  Der Einstieg in die Geschichte zieht sich ziemlich hin, da muss man einfach durchhalten. Und es  speziell, wenn man sich einen Hamster anschaffen will, sollte man einige von Olegs Tipps in diesem Teil vor Augen haben. Anschließend wird es lebendiger und Oleg erzählt mit Humor und Cleverness von seinem Zusammenleben mit seiner chaotischen Familie. Das macht Spass!

 

Das große Hamstermassaker (Katie Davies / Josephine Preuss)

Titel: Das große Hamstermassaker / Verlag: Sauerländer Audio / Spielzeit: ca. 112 min / 2 CDs / Buch: Katie Davies / gelesen von: Josephine Preuss

Inhalt: Anna ist entsetzt, als sie ihre Hamster gemeuchelt im Käfig vorfindet. Gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Tom und ihrer besten Freundin Susanne begibt sie sich auf Spurensuche. Verdächtige gibt es viele: die neue Katze, die schon mehrfach des Tiermordes überführt wurde, Susannes Vater, der Hamster immer schon gehasst hat, und Hamster Nummer Eins, der unter Stress leidet … Mit lässiger Kinderschnauze und schwarzem Humor beschreibt Anna das große Hamstersterben und seine Aufklärung.


Zugegeben: ich war sensationslüstern als ich mir dieses Hörbuch vornahm. Eine Altersempfehlung ab 7 Jahren und ein so blutrünstiger Titel. Da darf man wohl gespannt sein, was den Lütten zugemutet wird.
Aber alles halb so schlimm. Es geht zwar tatsächlich um einen Mehrfachmord an flauschigen Nagern, allerdings wird er kindgerecht geschildert. Er ist lediglich der Aufhänger zu einem witzigen, aber auch spannenden Kinder-Krimi. Witzig, weil die Geschichte aus der Sicht einer 9jährigen erzählt wird, mit der typischen und unbestechlichen Logik eines Kindes. Da schmunzelt man als älterer Hörer oft mal. Spannend, weil die Frage, wer den Mord beging, wirklich lange offen bleibt. Auch wenn man sich vielleicht schon früh eine Theorie zurecht gelegt und einen Täter auserkoren hat. Einziges Manko: die Geschichte nimmt sich fast die ganze erste CD Zeit um die Vorgeschichte -wie die Kids zu den Hamstern kommen- zu erzählen und so auch gleich alle Charaktere vorzustellen, die später als Verdächtige auf der Liste stehen. Das hätte man kürzer fassen dürfen.

Josephine Preuss erzählt die Geschichte wie eine waschechte Neunjährige. Man glaubt wirklich, man höre einer solchen frechen, aber aufgeweckten und liebenswerten Göre zu. Sehr goldig und überzeugend. Keine Spur von hörbarem Bemühen als Erwachsene den Ton eines Kindes zu treffen.

Die schlichten, tutenden Töne, die die Kapitel trennen, als Untermalung zu bezeichnen, wäre maßlos übertrieben. Das hätte schon etwas einfallsreicher sein dürfen, gerade auch weil es eben ein Hörbuch für Kinder ist. Da ist hier und da eine kleine Melodie nie verkehrt. Oder aber man hätte sich die akustische Trennung ganz gespart. Da die Kapitel Titel haben ist sie ohnehin nicht wirklich nötig.

Das Covermotiv ist niedlich und witzig geraten. In Kombination mit dem verheißungsvollen Titel macht das durchaus neugierig (wie ich bei mir selber festgestellt habe ;)). Im mehrseitigen Booklet findet man die Kapiteleinteilung, Infos über Autorin und Sprecherin, sowie eine Karte von Annas Dorf. So gelb wie der übrige Look des Hörbuchs ist, hätte ich mir diesen Ton auch für die Seiten gewünscht. So weiß machen sie wenig her.

Fazit:  Die Story ist längst nicht so blutrünstig wie der Titel er vermuten lässt. Das “Hamstermassaker” ist ein witziger und spannender Kinder-Krimi. Ältere Hörer, die sich auf kindliche Logik einlassen können, werden aber auch ihren Spass daran haben.

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