Harry Potter

Harry Potter (01) – und der Stein der Weisen (J.K. Rowling / Fleix von Manteuffel)

Titel:   Harry Potter (01) –  und der Stein der Weisen / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 642 min. / 9 CDs / Buch:   Joanne K. Rowling / gelesen von:   Felix von Manteuffel

Mit “Harry Potter – Der Stein des Weisen” legte Joanne K. Rowling 1999 den Grundstein für ein Phänomen, das sich bald wie ein Lauffeuer ausbreitete.

Harry, dessen Eltern vom mächtigsten bösen Zauberer ihrer Zeit Voldemort getötet wurden, kommt nach ihrem Tod als Baby zu Onkel und Tante.
Die ziehen ihn mehr schlecht als recht auf und sind stets darum bemüht, dass Harry nichts von seiner Herkunft erfährt.
Doch an seinem 11. Geburtstag erhält er eine Einladung nach Hogwarts, der besten Schule für Zauberei. So erfährt er zum einen, dass seine Eltern Hexe und Zauberer waren und er selber ebenfalls ein Zauberer ist, zum anderen aber auch, dass sie von Voldemort getötet wurden und dass dieser, beim Versuch auch Harry zu töten, all seine Macht verloren hat.
Mancher glaubt, er sei tot, mancher glaubt, er lebe versteckt und versuche, wieder zu seiner alten Kraft zurückzufinden.
Harry jedenfalls geht nach Hogwarts, wo er sich schnell einlebt und Freunde findet.
Doch dann geschehen seltsame und gefährliche Dinge an der Schule…

Joanne K. Rowling hat diese magische Welt mit so viel Phantasie und Liebe zum Detail und zu den Charakteren erdacht, dass man es glatt als ein Wunderwerk bezeichnen kann.
Dabei sind Helden aus eher armseligen Verhältnissen, die später gegen das Böse kämpfen um die Welt zu retten, gar nichts so Neues. Das kennt man eigentlich.
Auch Internatsgeschichten sind an sich nicht sehr innovativ, denkt man nur an Geschichten wie Hanni & Nanni oder Dolly.
Was Harry Potter jedoch abhebt, das ist eben der Phantasiereichtum, der feine Humor und die Spannung.
Alle diese drei Aspekte sind einmalig ausgearbeitet und umgesetzt. So etwas war vorher noch nie da.

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Für Harry Potter-Fans sind die Hörbücher zur Reihe untrennbar mit Rufus Beck verbunden und das ist nach 10 Jahren auch gar kein Wunder.
Und eben nach diesen 10 Jahren bringt Der Hörverlag, bei dem auch die Beck-Potters erscheinen, eine neue Auflage heraus, dieses Mal mit dem bekannten Schauspieler Felix von Manteuffel als Sprecher.
Kann das funktionieren? Wird diese Ausgabe die Fans von Rufus Beck überzeugen können, oder wird die Manteuffel-Ausgabe doch eher -wie es sich Der Hörverlag verspricht- eine neue Zielgruppe im Hörbuchbereich ansprechen?
Dieser Punkt scheint mit der wichtigste Aspekt an der neuen Ausgabe zu sein. Sieht man sich in den Onlineshops um, in denen man die Hörbücher kaufen kann, so wird sie dort als “Ausgabe für Erwachsene” bezeichnet.
Das Cover gleicht tatsächlich mehr den Erwachsenenausgaben bei den Büchern: in dunklen Farben gehalten und die von den Büchern und Beck-Hörbüchern vertraute Darstellung von Harry im Comic-Stil wurde auch verzichtet.
Insgesamt kann man sagen, dass die Manteuffel-Ausgabe ruhiger, seriöser anzuhören ist.
Wer jetzt meint, dann müsse sie automatisch auch langweiliger sein, dem rate ich, einfach mal reinzuhören.
Denn Manteuffels Lesung ist alles, aber nicht langweilig.
Aber es gibt -jedenfalls in meinen Augen- einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen der Art wie Rufus Beck die Geschichte liest und wie Felix von Manteuffel sie liest:  Rufus Beck erzählt die Geschichte nicht einfach nur, nein, er spielt sie. Wenn ich ihm zuhöre, dann stelle ich mir vor, wie er vor dem Mikro wahre “Action” macht, wie er je nach Charakter krächzt, quiekt und mit Dialekten experimentiert, wie er sich zu schnellen Stellen wie beispielsweise einem Quidditch-Spiel auch entsprechend bewegt…
Felix von Manteuffel dagegen liest die Geschichte. Dabei bleibt er seiner Stimme zu jeder Stelle absolut treu. Zwar verstellt er sie auch ein wenig, je nachdem welchen Charakter er gerade spricht, aber eben nur ein wenig. Statt beinahe gewaltsam markante Stimmen zu kreieren, macht er die Unterschiede durch feine Variationen in Klang und Betonung deutlich.
Dadurch ist es zwar manchmal schwieriger zu erkennen, wen er gerade spricht, aber es ist angenehmer anzuhören. Rufus Beck verfällt für meinen Geschmack zu oft ins Overacting.
Auch was das Tempo an besagten schnellen Stellen angeht, steht Manteuffel Beck in nichts nach. Er klingt dabei halt nur nicht wie ein Sportkommentator, sondern beschränkt sich darauf, schneller zu lesen. Schneller, aber eben nicht rasant.
Weniger kann halt manchmal wirklich mehr sein. Das gilt auch dafür, wie der Humor der Geschichte an den Hörer gebracht wird. Ob offensiv wie bei Rufus Beck, oder augenzwinkernd und hintergründig wie bei Felix von Manteuffel.
Mir persönlich sagt die Manteuffel-Ausgabe mehr zu, da ich von Überzogenheit grundsätzlich nicht viel halte, und Beck übertreibt es in meinen Augen so manches Mal mit seiner Leseart.
Außerdem fällt es mir schwer, mich bei Becks lebendiger Erzählweise zu entspannen. Aber ein Hörbuch zu hören, das darf für mich nicht in Anstrengung ausarten. Da kommt es mir sehr entgegen, dass man sich zu Manteuffels ruhiger Stimme herrlich entspannen und dieser wunderbaren Geschichte lauschen kann.

Noch ein paar Worte zur Aufmachung des Hörbuchs, denn davon war ich zum Teil doch etwas enttäuscht.
Rein äußerlich wird die Box dem Anspruch gerecht, sich eher an die erwachsene Hörerschaft zu richten. Hochglänzend, schwarz, lediglich mit dem kontrastreichen Motiv des Steins, ja, edel sieht die Box fraglos aus.
Ein kleines Booklet gehört ebenfalls dazu. Darin findet man die Kapitelverteilung auf den CDs, aber auch je einen informativen Text zur Autorin Joanne K. Rowling und zum Sprecher Felix von Manteuffel.
Die CDs sind im Stil des Box-Deckels gehalten, stecken allerdings in schlichten, transparenten Kunststoffsleeves.
Es gibt Hörbücher zu weniger “prominenten” Figuren, bei denen die CDs ebenfalls in solchen Sleeves oder in Papphüllen stecken, nur sind die dann wenigstens dem Layout der Hülle angepasst. Ich fand diese Sleeves jedenfalls etwa sehr einfach, das wäre bestimmt schicker gegangen.
Außerdem hätte die Box ruhig etwas schmaler sein dürfen, dann würden die CDs in ihren Hüllen nicht so darin herum rutschen.

Fazit:  Ob Felix von Manteuffel oder Rufus Beck: eine Unterteilung in “gut” und “schlecht” gibt es nicht, beide Lesungen sind auf ihre Art wunderbar
Beide Sprecher haben ihre Stärken und jeder Hörer muss letztlich für sich selbst entscheiden, welche Lesung ihm besser gefällt.
Felix von Manteuffel ist jedenfalls eine ganz neue Interpretation der Geschichte gelungen, von der ich nicht glaube, dass sich nur Erwachsene dafür begeistern können.
Eine Hör-Empfehlung auf ganzer Linie!

Das Phänomen Harry Potter (Melissa Anelli / Irina von Bentheim)

Titel:   Das Phänomen Harry Potter / Verlag:   Edel / Laufzeit:   ca. 320 min. / 4 CDs / Buch:   Melissa Anelli / gelesen von:   Irina von Bentheim

Inhalt: Alles über einen jungen Zauberer, seine Fans und eine magische Erfolgsgeschichte.

“Das Buch zu lesen, das Sie nun in den Händen halten, war für mich eine ganz neue Erfahrung. Es war so, als hätte ich endlich das getan, was ich mir seit Jahren wünschte: Beim Erscheinen eines neuen Bandes um Mitternacht verkleidet in eine Buchhandlung zu einer Harry-Potter-Party zu gehen und einfach nur zuzusehen und zuzuhören…” (J.K. Rowling)


Selbst wenn man kein Fan war, wenn einem womöglich noch nicht mal der Name Harry Potter etwas sagte, kam man während der Erscheinungsjahre der Bücher nicht um die Meldungen über die “Begleiterscheinungen” herum. Da war von mitternächtlichen Partys in Buchhandlungen zu hören, von Scharen von Kindern, die im strömenden Regen vor den Läden des neuen Buches harrten, von Buchtransporten unter einem Sicherheitsaufgebot, das den Kronjuwelen zu Ehren gereicht hätte…
Tatsächlich ein sehr ungewöhnliches Phänomen, zweifellos.
Die Autorin Melissa Anelli, die ab 2001 mit die bekannte Potter-Fansite Leaky Cauldron leitete, hat sich in diesem (Hör)buch auf die Spur dieses Phänomens gemacht.
Statt aber nun trocken und distanziert darüber zu berichten und Fakten aufzulisten, geht sie die Angelegenheit erfreulich locker und für den Hörer sehr zugänglich an.
Denn Melissa Anelli ist natürlich selber ebenfalls ein großer Potter-Fan und schildert alle Ereignisse und Fakten auf eine sehr persönliche Art. Sie geht dabei von sich aus, berichtet, wie sie zu Harry Potter kam, wie sich bei ihr allmählich mehr als nur reine Begeisterung für die Bücher aufkam, wie sie nach allem forschte, was sich rund um Harry Potter nach und nach ergab (z.B. diverse Musikgruppen, das gewaltige Angebot an Merchandising-Artikeln, Fan-Gemeinden, Potter-Partys usw.), wie das Internet Dreh- und Angelpunkt für Harry Potter wurde…
Gleichzeitig erfährt man eine ganze Menge über Melissa Anellis journalistischen Werdegang, der einst beim Leaky Cauldron so richtig begann und bis hin zur Buchautorin führte.
Da sich auch dabei selbstverständlich alles um Harry Potter dreht, wird auch dieser Aspekt niemals langweilig. Da bekommt man keinen drögen Lebenslauf zu hören, nein, auch hiervon erzählt sie sehr menschlich, von allen Freuden und Ängsten, die dazu gehörten.
Als ganz besonderen Punkt habe ich es empfunden, dass sie auch J.K. Rowling “vorstellt”, was für ein Mensch sie ist, wie sie zum Schreiben kam, wie sie mit dem unglaublichen Erfolg ihrer Bücher umgeht…
Es kursieren eine Menge Gerüchte um J.K. Rowling, die bis hin zu der Unterstellung reichen, sie habe Harry Potter gar nicht selber geschrieben.
Ich habe das nie geglaubt, nach diesem (Hör)buch bin ich nun aber endgültig davon überzeugt, dass das Quatsch ist.
Was Melissa Anelli hier erzählt, mit Fakten und Namen belegt, das klingt einwandfrei überzeugend.

Gelesen wird Das Phänomen Harry Potter von Irina von Bentheim.
Sie trifft genau den richtigen Ton um das Hörbuch für jede Generation interessant zu machen.
Frisch und locker für jüngere Potter-Fans, aber auch glaubhaft und mit der nötigen Ernsthaftigkeit um Erwachsene davon zu überzeugen, dass die Potter-Mania kein reines Kinderthema ist.

Der CD-Box liegt ein Booklet bei, in dem man neben der Kapitelauflistung auch Texte zur Autorin und Sprecherin findet und das auf das entsprechende Buch verweist.
Das Design ist recht dunkel gehalten und erinnert so ein wenig an die Erwachsenenausgaben der Bücher.

Fazit:   Eingefleischten Fans, die sich für die Hintergründe und den Verlauf der Potter-Mania interessieren, vermittelt das Hörbuch auf unterhaltsame Art eine Fülle interessanter Informationen. Und auch wer dem Phänomen bisher eher distanziert gegenüberstand, wird sich dem Zauber um den jungen Zauberer 😉 nicht entziehen können, es ist einfach faszinierend.
Aus eigener Erfahrung empfehle ich aber dennoch, auch das Buch zu lesen. Denn für sich liest man natürlich mit ganz eigener Betonung und auch einer anderen Gewichtung, da entfaltet die “Geschichte” noch mal eine ganz andere Wirkung.

Harry Potter (02) – und die Kammer des Schreckens (J.K. Rowling / Felix von Manteuffel)

Titel:   Harry Potter (02) –  und die Kammer des Schreckens / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 679 min. / 9 CDs / Buch:   Joanne K. Rowling / gelesen von:   Felix von Manteuffel

Inhalt:   Ein kleiner spitzohriger Hauself versucht, Harrys Rückkehr in sein geliebtes Internat Hogwarts zu verhindern – notfalls mit Gewalt.
Und es wird noch bedrohlicher: immer häufiger hört Harry eine mordlüsterne Stimme flüstern, und immer mehr Mitschüler werden versteinert aufgefunden.
Ausgangspunkt aller Bedrohung scheint die verborgene Kammer des Schreckens zu sein, doch wer ist der geheime Erbe Slytherins, der hinter all dem steckt?


Mit Die Kammer des Schreckens geht es nun in Harrys zweites Schuljahr in Hogwarts und auch in diesem Jahr warten eine Menge gefährliche Abenteuer auf ihn und seine Freunde.
Hatte man bei Der Stein der Weisen noch reichlich Zeit ehe sich die ersten bedrohlichen Geschehnisse ereigneten, so hält sich Teil 2 nicht mit großen Vorreden auf.
Schon nach wenigen Kapiteln als Dobby im Haus von Harrys Onkel auftaucht und ihn dazu bewegen will, nicht nach Hogwarts zurückzukehren, weil dort eine mächtige Gefahr auf in warte, wird einem klar, dass die Geschichte allmählich einen ausgesprochen düsteren Einschlag bekommt.
Mit den versteinerten Schülern, dem gefährlichen Flüstern, das Harry hört, den Gerüchten um das schreckliche Monster in der Kammer des Schreckens legt auch die Handlung an sich eine Schippe an Bedrohlichkeit drauf und bei diesem Teil kamen bei mir erstmals Bedenken auf, ob man Die Kammer des Schreckens noch als reines Kinderbuch bezeichnen kann.
Selbstverständlich fehlt auch diesem Teil der typische Humor der Harry Potter-Geschichten nicht, sei es in der oft augenzwinkernden Erzählweise, oder aber in lustigen Szenen und Dialogen, dieser Humor ist nahezu allgegenwärtig und macht einen großen Teil dessen aus, weshalb man diese Geschichten so mag.
Aber es gibt eben auch zahlreiche Szenen, die alles andere sind, nur nicht lustig.
So ist Voldemort hier schon ein größeres Thema als noch in Teil 1, auch wenn er als richtige Person noch nicht existiert, aber man erfährt bereits einiges über seine Vergangenheit. Ebenso wird ein dunkles Kapitel der Schulgeschichte aufgegriffen, mit dem auch Hagrids Verweis von Hogwarts zusammenhängt.
Überhaupt deuten sich in Die Kammer des Schreckens schon eine ganze Reihe Zusammenhänge an und so schadet es nicht, wenn man ganz genau hinhört und auch auf vermeintliche Kleinigkeiten achtet. Die Harry Potter – Saga scheint noch so manche Überraschung bereitzuhalten, gute wie schlechte.

Schon beim ersten Satz von Felix von Manteuffel habe ich mich sofort wieder so wohl gefühlt wie bei Teil 1. Ich mag seine tiefe, ruhige Stimme sehr und es gefällt mir auch, wie dezent er sie für die verschiedenen Charaktere verstellt. Deutlich genug, so dass man sie unterscheiden kann, aber niemals übertrieben, nicht einmal bei Charakteren wie Dobby, der ja laut der Geschichte tatsächlich eine quiekende Stimme hat.
Harry Potter gelesen von Felix von Manteuffel lädt dazu ein, es sich auf der Couch gemütlich zu machen, sich in den Fuchsbau und nach Hogwarts entführen und von der Geschichte verzaubern  zu lassen. Doch man wird beim Zuhören auch vor Spannung an den Fingernägeln knabbern, wenn Harry und seine Freunde in Gefahr geraten oder atemlos dasitzen, wenn ein Quidditch-Spiel läuft.
Sei es Spannung, Tempo, Komik oder auch die düsteren Szenen, Felix von Manteuffel fängt die Stimmung jeder Szene ein und setzt sie stimmlich wunderbar um.

Die neun CDs kommen wieder in einer äußerst schicken Box daher, die im Regal sehr edel wirkt. Bei “Die Kammer des Schreckens” gefällt mir das Motiv mit den rotäugigen Schlangenköpfen und dem kräftig leuchtenden Grün ganz besonders. Ein satter Kontrast und zudem ein Bild, das nun wirklich nicht nach dem “Kinderkram” aussieht, als den mancher die Saga abtut.

Fazit:  Auch Die Kammer des Schreckens hat mich wieder völlig überzeugt. Die Geschichte nimmt ordentlich Fahrt auf, wird spannender, verwobener und auch um einiges düsterer. Eine Wendung, die man nach dem ersten Teil wohl noch nicht so erwartet hat.
Gelesen von Felix von Manteuffel ist diese Hörbuch-Fassung etwas für Genuss-Menschen.

Harry Potter (03) – und der Gefangene von Askaban (J.K. Rowling / Felix von Manteuffel)

Titel:   Harry Potter (03) –  und der Gefangene von Askaban / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 841 min. / 11 CDs / Buch:   Joanne K. Rowling / gelesen von:   Felix von Manteuffel

Inhalt:   Aus dem Gefängnis von Askaban ist ein gefährlicher Gefangener entlaufen und droht, nach Hogwarts zu kommen. Seitdem wird die Schule von schreckenerregenden Dementoren  bewacht. Schlimm genug, dass diese plötzlich auch die Schüler angreifen – doch Harry muss außerdem erfahren, dass der entflohene Sträfling in den Mord an seinen Eltern verwickelt war.


Für mich stellt der dritte Teil der Harry Potter – Saga den endgültigen Wendepunkt der Geschichte insgesamt dar.
Zwar sind selbstverständlich alle lieb gewordenen Charaktere wie Ron und seine Familie, Hermine, Dumbledore und Hagrid wieder mit von der Partie, doch werden in diesem Teil auch Charaktere eingeführt, die für den weiteren Verlauf der Saga von großer Bedeutung sind. So lernt man Remus Lupin als wohl geheimnisvollen, aber eigentlich scheinbar harmlosen Lehrer kennen. Sirius Black dagegen ist von Anfang an in der Geschichte präsent und stets als furchteinflößend beschrieben. Diese Beschreibung, die geschilderten Taten, die er angeblich begangen hat und die Sicherheitsvorkehrungen an der Schule wegen seine Flucht, verleihen dem dritten Band eine durchgängige düstere und bedrückende Atmosphäre.
Harry selbst erlebt und erfährt in diesem dritten Teil Dinge über die Vergangenheit, seine Eltern, deren Freundschaften, die einen als Hörer (Leser) ebenso erstaunen, verwirren, ja, manchmal sogar erschrecken, wie ihn. Auch diese Erkenntnisse werden später in der Geschichte noch wichtig sein und so kann man nur raten, gerade bei diesem Teil besonders aufmerksam zu sein.
Während es sich bei Teil 2 für mich nur leicht angedeutet hat, so ist spätestens bei Band 3 klar, dass Harry Potter und damit auch die Geschichten sehr viel erwachsener geworden sind.
Nun kann die Reihe eindeutig nicht mehr als “Kinderkram” abgetan werden. Die Handlung ist dafür inzwischen viel zu düster und zudem tun sich auch immer wieder neue Handlungsstränge und Zusammenhänge auf, die miteinander verwoben sind.

Ich lese und bekomme auch oft zu hören, dass für die meisten Fans Rufus Beck einfach der Hörbuchsprecher für Harry Potter ist, und das ist auch okay. Immerhin hat er die Bücher als erster gelesen und auf seine Art ein ganz einzigartiges Universum um den jungen Zauberer erschaffen.
Der Punkt ist einfach, dass Rufus Beck und Felix von Manteuffel -auch wenn sie die gleiche Bücherreihe lesen- nicht zu vergleichen sind. Für mich gehen die beiden eben einfach von einer anderen Warte an die Geschichten heran. Entsprechend auch der Optik der Boxen lässt Felix von Manteuffel die Geschichten erwachsener wirken, ohne dass man als Hörer aber Abstriche in Sachen Komik, Tempo oder Feinheiten bei den  Charakteren machen muss. Da ich wie oben geschrieben ohnehin finde, dass die Geschichte ab Teil 3 längst keine Kindergeschichte mehr ist, passt Manteuffels erwachsene und seriöse Art zu lesen umso besser.

Das Outfit des Hörbuchs ist wieder ausgesprochen edel mit einem düsteren Motiv, das sich beim Booklet und den einzelnen CDs fortsetzt.
Bedauerlich finde ich es inzwischen, dass diese Boxen nicht aufrecht stehend ins CD-Regal passen, jedenfalls nicht ins meins, obwohl darin jede andere normale CD aufrecht untergebracht werden kann. Gestapelt sieht man von den tollen Frontmotiven leider gar nichts. Dabei würde ich die sehr gerne nebeneinander präsentieren.

Fazit:  Harry Potter ist aus den Kinderschuhen heraus. Sowohl als Person, als auch in Sachen Geschichte und deren Handlung. Das wird in Der Gefangene von Askaban mehr als deutlich.
Wer nach diesem Teil noch immer nicht “Blut geleckt” hat, dem wird das später auch nicht mehr passieren. Fans dagegen werden gerade jetzt der Fortsetzung entgegen fiebern, denn Teil 3 führt neue, interessante Charaktere ein, eröffnet spannende neue Handlungsstränge und lässt an vielen Stellen erste Zusammenhänge aufblitzen, die man unbedingt näher erklärt haben möchte.

Harry Potter (04) – …und der Feuerkelch /J.K. Rowling / Felix von Manteuffel)

Titel:   Harry Potter (04) –  und der Feuerkelch / Verlag:   Der Hörverlag / Laufzeit:   ca. 1530 min. / 21 CDs / Buch:   Joanne K. Rowling / gelesen von:   Felix von Manteuffel

Inhalt: Zusammen mit Hermine und Ron besucht Harry in seinen Sommerferien die Quidditch-Weltmeisterschaft, als plötzlich am Himmel das Dunkle Mal erscheint und von Lord Voldemorts Rückkehr kündet. In Hogwarts dreht sich alles um das magisch-sportliche Ereignis des Trimagischen Turniers. Der Feuerkelch kürt die vier Champions, die gegeneinander antreten, und einer davon ist zur Überraschung aller Harry. Kann das ein Zufall sein?


Harry Potter und der Feuerkelch ist der erste Teil der Saga, der nicht im Ligusterweg oder an einem anderen Ort beginnt, der in direkter Verbindung mit Harry steht. Ganz im Gegenteil schildert das erste Kapitel ein Unheil verkündendes Gespräch zwischen Lord Voldemort und seinem Diener Wurmschwanz. Somit steht bei diesem Teil von Anfang an fest, dass Voldemort immerhin soweit existiert, dass er dunkle Pläne schmieden und mit etwas Hilfe auch umsetzen kann.
Und so unterhaltsam und spaßig es anschließend auch ist, wenn Harry von den Weasleys abgeholt wird, und so gebannt-aufgeregt man die Quidditch-Weltmeisterschaft auch verfolgt, durch dieses erste Kapitel bleibt immer ein gewisses Unwohlsein zurück. Man weiß einfach, dass das Vergnügen in absehbarer Zeit ein jähes Ende finden wird, was dann ja auch sehr schnell passiert.
Sobald die Handlung wieder in Hogwarts spielt, geht es zunächst wieder lockerer zu und das Trimagische Turnier rückt in den Vordergrund. Ich finde mit diesem Turnier und seinem ganzen Drumherum hat Joanne K. Rowling alle Register der Phantasie gezogen, mehr als in jedem anderen Teil der Serie. Es sprüht nur so vor wunderbar verrückten, beeindruckenden und phantasievollen Ereignissen und illustren Charakteren.
Man muss aber auch sagen, dass Joanne K. Rowling ihre Helden nicht gerade schont. Auf Harry und seine Mitstreiter warten gefährliche Aufgaben, die allesamt mächtig schief gehen und tödlich enden können. Der Höhepunkt ist zweifellos die letzte Prüfung, die dann tatsächlich ein junges Zaubererleben fordert und für Harry zum schlimmsten Moment seines bisherigen Lebens wird.
Zudem lässt es keinen Zweifel daran, dass Harrys Kampf gegen Voldemort erst jetzt wirklich beginnt und dass er mit dem Dunklen Lord einen absolut gnadenlosen Gegner hat.

Bei einer Lauflänge von mehr als 1500 Minuten braucht es schon einen Sprecher, der einen beim Zuhören niemals anstrengt oder überfordert.
Felix von Manteuffel gelingt das spielend mit seiner ruhigen Art zu lesen, seiner feinen Nuancierung zwischen den Stimmen der einzelnen Charaktere und seinem hörbaren Gefühl dafür, wie viel Erzähl-Tempo die einzelnen Szenen maximal brauchen um beim Hörer die erwünschte Wirkung zu erzielen. Weniger ist manchmal eben doch mehr. Bei keinem Hörbuch, das ich bislang gehört habe, gilt dieser Ausspruch mehr als bei den Manteuffel-Lesungen von Harry Potter.

Am Outfit des Hörbuchs hat sich weiter nichts geändert. Auch die 21 CDs von Teil 4 ziehen in einer edel aufgemachten Box ins Regal ein.

Fazit:  Teil 4 gibt in Sachen Phantasie, Humor, Tempo, Abenteuer und Spannung noch mal alles. Für mich ist diese Geschichte die stärkste der ganzen Saga, die zudem von Felix von Manteuffel wahrlich beeindruckend gelesen wird. So muss eine Fantasy-Story “gestrickt” sein und so muss sie vorgetragen werden. Einfach in jeder Hinsicht eine absolut runde Sache.

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