Hermann Media

Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus

Titel: Sherlock Holmes & John H. Watson (02) – Der Avalon-Ritus / Verlag: Hermann Media / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Sky du Mont, Hans-Peter Korff, Pia Werfel, Gerhard Hinze ua

Inhalt: Die schöne Schwedin ist nur noch von einem einzigen Gedanken besessen: Sie will endlich die Wahrheit über den grausamen Mord an ihrer Schwester erfahren. Sherlock Holmes nimmt die Herausforderung an, dem Urheber des Schreckens das Handwerk zu legen. Noch ahnen weder Holmes noch Watson etwas von dem blutigen Ritual, das nachts in den Straßen des Londoner East Ends ausgeführt wird – dem Avalon-Ritus.


Nachdem die erste Folge immerhin leichte und unterhaltsame Kost war, bin ich der Serie nochmal treu geblieben. Allerdings treiben mich nun doch Zweifel um, ob sich das weiterhin lohnen wird. Was erwartet man von einer Detektivgeschichte, erst recht von einer um Holmes? Zumindest doch eine gewisse Spannung. Doch die sucht man hier leider lange vergebens. Sehr lange. Bis zum Schluss nämlich, wo man erkennen muss, dass es keine gab. Das liegt einmal daran, dass man durch den “Prolog” bestens im Bilde ist über die Zusammenhänge, die Holmes und Watson erst noch ermitteln müssen.
Doch auch diese Ermittlungen sind keine Minute lang wirklich spannend. Bei mir hat dieser Teil der Geschichte nur einen wirren, zusammenhanglosen Eindruck hinterlassen. Das darf bei einer Geschichte um Holmes auf keinen Fall sein! Überall sonst leben die Krimis mit ihm doch von den klugen und gewitzten Ermittlungen! Was bleibt denn sonst von einem Krimi mit ihm? Statt zu ermitteln, ergeht er sich hier oft in wilden Theorien, die jeglicher Grundlage entbehren und vor allem auch kaum mal in die richtige Richtung gehen. Da ist man als Hörer dann direkt froh darüber, dass Holmes noch einen Bruder hat, der ihm in dem Fall die richtige Richtung weißt. Hallo, im Ernst jetzt?!
Egal an welche Holmes-Hörspiele ich denke, natürlich steht Mycroft ihm gelegentlich hilfreich zur Seite, aber die Wahrheit bzw die Auflösung findet Holmes dort immer selbst.
Man kommt bei diesem Hörspiel also von Anfang bis Ende aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Sky du Mont gefällt mir als Holmes nachwievor ganz gut. Er klingt ein bisschen vornehm und erhaben, hat aber oft auch ein Augenzwinkern in der Stimme. Hans-Peter Korff wurde immer noch nicht gesagt, dass sein Freund nicht “Hollms” heißt. Davon abgesehen fehlt es mir bei ihm auch oft an Lebendigkeit in der Stimme. Inspektor Abberline soll laut Holmes jung und aufstrebend sein, klingt aber beim besten Willen nicht so. So ganz jung ist Sprecher Manfred Lehmann ja auch tatsächlich nicht mehr. Und wieso eigentlich ist man sich unter den Sprechern nicht einig, ob die Tote nun “Lisa” oder “Leisa” heißt? Wäre das einmal vorgekommen, hätte ich noch einen Flüchtigkeitsfehler geglaubt, aber es kommt mehrfach vor.

In Sachen Musik hat man sich dieses Mal ein bisschen mehr Mühe gegeben. Die Stücke passen zum jeweiligen Geschehen und unterstreichen die Atmosphäre an diesen Stellen. Die Geräuschkulisse ist solide, mehr nicht. Mich persönlich stört das wenig, aber das ist Geschmackssache.

Was das Cover angeht, hat sich lediglich die Szenerie hinter Holmes und Watson geändert. Auf einfachste Weise übrigens mit einer Art Scherenschnitt einer Gestalt. Ein schwarzer Scherenschnitt ist aber nicht automatisch auch geheimnisvoll. Da dürfte man sich gerne ein bisschen mehr Mühe geben.

Fazit:  War der Erstling der Reihe wenigstens noch unterhaltsam, ist dieser Nachfolger nicht einmal mehr das. Zudem geht es äußerst unspannend zu. Und was man hier auch der Figur Holmes gemacht hat, das kann man schon fast unverschämt nennen. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Reihe dran bleibe.

Sherlock Holmes & John H. Watson (01) – Die Schatten von Albion

Titel: Sherlock Holmes & John H. Watson (01) – Die Schatten von Albion  / Verlag: Hermann Media / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Sky du Mont, Hans-Peter Korff, Peter Weis, Robert Missler ua

Inhalt: Ganz London steht Kopf: Das rätselhafte Ableben Lord Ashburys erschüttert die feine Gesellschaft der englischen Metropole. Es gibt nur einen Mann, der jetzt noch Licht ins Dunkel bringen könnte. Doch selbst der legendäre Meisterdetektiv aus der Baker Street 221 B sieht sich jäh Hindernissen gegenüber, die unüberwindlich scheinen: Liegt am Ende doch ein tödlicher Fluch über dem Haus Ashbury?


Ich bin ja ein kleiner Fan von Sky  du Mont. Ich sehe ihn gerne spielen, noch lieber lausche ich ihm aber. Da war es klar, dass ich es mal mit dem Hörspiel versuchen musste. Auch wenn Holmes ein kritisches Thema für mich ist. Es gab mal Hörspiele, da mochte ich die Figur gar nicht, inzwischen gibt es mehrere, die mir durchaus gut gefallen.
Mein Eindruck von der ersten Folge dieser neuen Reihe ist absolut paradox. An sich fand ich an der Geschichte nichts wirklich gut. Der Fall ist mir zu einfach gestrickt. Und aus der Idee von wegen spontane Selbstentzündung hätte man klar mehr machen können. Vielleicht sogar mit einem dezent unheimlichen Einschlag. Watson wirkt mit zu ruhig, wo er doch in anderen Holmes-Reihen oft mal der “Lebendigere” ist. Und Holmes berühmte aufklärerische Monologe sucht man hier ebenfalls vergebens. So fehlte mir auch der Eindruck, echter Ermittlungen und Erkenntnisse. Das geht natürlich auch zu Lasten der Spannung, die nicht sonderlich üppig vorhanden ist.
Und trotz alldem: rein vom Unterhaltungswert bin ich mit dem Hörspiel absolut zufrieden. Es ist so eine Art Fastfood-Holmes. Fastfood macht nur kurz satt, aber zwischendurch kann man es sich mal gönnen und dann schmeckt es auch.
Dieser Holmes vertreibt einem also durchaus unterhaltsam kanppe 50 Minuten lang die Zeit, wenn auch nicht allzu spannend. Und irgendwo ist er auch erholsam, denn bei anderen Holmes-Hörspielen muss man mitunter schon scharf aufpassen alles mitzubekommen, weil man sonst uU Holmes Auflösung nicht nachvollziehen kann. Das ist hier gar nicht der Fall. Und ehe ich es mich versehen hatte, hatte ich das Hörspiel bereits dreimal gehört.

Sky du Mont ist als Holmes zu hören und wie ich finde, passt seine dunkle und angenehme Stimme prima zu dieser Rolle. Der gediegene Ton, den ich so mag, wenn du Mont spricht, steht ihr ebenfalls sehr gut. Auch Hans-Peter Korff konnte mich als Watson soweit überzeugen. Allerdings sollte ihm mal jemand sagen, dass sein bester Freund nicht “Sherlock Hollms” heißt…alle anderen Sprecher kriegen das ja auch auf die Reihe. Und dann noch ein Wiederhören mit Peter Weis, der als schräger Mr. Porter zu glänzen weiß.

Musikalisch ist das Hörspiel nun auch kein großer Wurf. Es sind einige, leicht altmodisch anmutende Stücke zu hören, auf mich wirkten sie aber für einen Krimi schlicht zu fröhlich. Aber sie sind nicht sehr oft zu hören, deshalb hat es mich nicht zu sehr gestört. So bleibt die Aufmerksamkeit auch auf die Geschichte gerichtet.

Soweit ich weiß, gibt keine Hörspielreihe auf ihren Covers Holmes und Watson solch eindeutige Gesichter wie diese. Ich muss auch zugeben, eine Spur jünger hatte ich mir die beiden schon vorgestellt. Dafür gefällt mir das düstere Haus im Hintergrund richtig gut. So unheimlich wie diese Szenerie hätte gern auch das Hörspiel sein dürfen.

Fazit: Viel Schatten, wenig Licht und dieses nervige “Hollms”. Objektiv betrachtet, kommt die erste Folge der neuen Reihe nicht so gut weg. Aber ich möchte auf dieser Seite ja gar nicht die Objektivität für mich in Anspruch nehmen, sondern meine ganz sujektiven Eindrücke schildern. Und rein subjektiv hat mich dieser Fastfood-Holmes doch eine Weile ganz nett unterhalten. Ich denke, ich werde die Reihe weiter verfolgen.

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