Hörplanet

Edgar Wallace (02) – Die Tür mit den sieben Schlössern

Titel: Edgar Wallace (02) – Die Tür mit den sieben Schlössern / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 78 min  / Sprecher: Markus Pfeiffer, Sarah Riedel, Klaus Michael Nix ua

wallace-hp02Inhalt: Dick Martins letzter Arbeitstag bei Scotland Yard beginnt ganz harmlos mit einem entwendeten Buch. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und der Inspektor steckt mitten in einer rätselhaften Mordserie. Alles scheint mit der Familiengruft der Selfords zu tun zu haben. Der alte Lord Selford hat dort vor seinem Tod eine massive Tür mit gleich sieben Schlössern einsetzen lassen. Immer mehr Menschen sterben, die einen der Schlüssel besaßen. Wo sind die fehlenden Schlüssel und was befindet sich hinter der Tür, das so wichtig ist, dass jemand dafür über Leichen geht?


Edgar Wallace geht beim Hörplanet in die zweite Runde. Die Geschichte beginnt zwar mit einer Szene, die bereits ganz spannend ist und für das weitere Geschehen hoffen lässt, aber die Tragweite der Story lässt sich daraus natürlich noch nicht ableiten. Stattdessen wendet man sich anschließend Dick Martin zu, der sich seinen letzten Arbeitstag bei Scotland Yard mit recht läppischen Fällen vertreibt.
Doch ehe man es sich versieht, steckt er doch wieder in einem echten Fall und fortan überschlagen sich die Ereignisse. Getreu der Devise “Nichts Genaues weiß man nicht” sammelt man zwar Erkenntnisse und kann hier und da bereits ein wenig kombinieren oder zumindest Vermutungen anstellen, aber die Zusammenhänge erschließen sich erst nach und nach. Geraume Zeit war mir kaum klar, wie all diese Vorfälle, Entdeckungen und Personen in Zusammenang stehen. Das sorgt für Spannung und hält den Hörer kontinuierlich bei Laune. Langeweile kommt hier zu keiner Sekunde auf.
Und auch für einen Schuss Grusel ist gesorgt. Es gibt ein paar wirklich schaurige Szenen und eine schlichtweg grausige Tat. Doch genau die hatte es mir angetan. Solche Ideen sind genau nach meinem Geschmack und irgendwie reizt mich auch der Gedanke des “Was wäre wenn wirklich jemand…?”. Aber das hört ihr euch lieber selber an.
Übrigens ist es ratsam, gut bei der Sache zu sein. Vom Anfang bis zum Ende. Sonst verliert man leicht den Faden und auch die Charaktere sollte man besser alle stets auf dem Schirm haben, sonst ist man verloren.

Die Sprechergarde ist vom Feinsten, bis in die kleinste Rolle hinein. Klaus Michael Nix hat mir als Dr. Staletti am besten gefallen. Dieser unüberhörbar irre Ton in jedem Wort, einfach genial! Und so passend zur Rolle! Sarah Riedel habe ich ebenfalls sehr gerne gehört. Ich mag ihre markante Stimme und den selbstbwussten Ton. Sabine Jaeger führt mit ruhiger Stimme durch die Geschichte, lässt aber zu gegebenem Anlass die Bedrohlichkeit des Geschehens durchklingen.

Begleitet wird die Geschichte von einer sehr stimmigen und stimmungsvollen Musikkulisse. Bekanntlich bin ich kein Fan davon, wenn ein Hörspiel schon an der Musik erkennen lässt, wie uralt die Story eigentlich ist, aber ich muss zugeben, dass es wirkt und für das nötige Flair sorgt. Es hilft der Spannung und dem leichten Grusel schön zusätzlich auf die Sprünge.

Beim Cover musste ich mehrmals hinsehen um alles zu erkennen. So viele Elemente, die in der Geschichte eine Rolle spielen! Mit den leuchtenden Farben ist es zudem ein echter Hingucker.

Fazit:  Eine wirklich spannende und hier und da auch gruselige Geschichte. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen! Außerdem hat es Spass gemacht, die anfangs unzusammenhängend wirkenden Ereignisse nach und nach in Zusammenhang zu bringen. Das Ende klärt dann nochmal die gesamte Tragweite der Handlung auf, was nochmal für ein Schaudern gut ist.

Amadeus – Partitur 8 – Sukkubus

Titel: Amadeus – Partitur 8 – Sukkubus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca 70 min  / Sprecher: Kim Hasper, Tim Knauer, Luisa Wietzorek, Chris Murray ua

amadeus08Inhalt: Es war im Mai des Jahres 1782. Nachdem wir Franziska aus den Fängen der Mönche befreit hatten, verbrachten Amadeus und ich eine Zeit eitler Freude und Ausgelassenheit. Beide schmiedeten wir eifrig Hochzeitspläne – doch wir hätten wissen müssen, dass das Grauen nur darauf wartete, unsere Pläne ein weiteres Mal zu durchkreuzen. Vier tote Freier wurden in Wien gefunden – allesamt bis auf den letzten Blutstropfen ausgesaugt. Die Spur führte in das stadtbekannte Bordell der Madame Graul – sollte dort eine mörderische Dirne ihr Unwesen treiben? Amadeus spürte, dass Eile geboten war, denn ein weiterer, prominenter Freier war bereits auf dem Weg ins Bordell.


Zur vorigen Partitur hatte ich geschrieben, dass man das Geschehen zuvor noch präsent haben sollte, weil man ansonsten ausgeschmissen wäre.
Vielleicht höre ich zu viele Hörspiel / Serien um mir von jeder jedes Detail einzuprägen und es auch bis zur jeweils nächsten Episode zu merken. Das kann sein. Jedenfalls tue ich mich damit immer sehr schwer. Entsprechend hatte ich hinsichtlich “Partitur 8” meine Bedenken, noch mitzukommen.
Umso erfreuter war ich als sich herausstellte, dass “Sukkubus” eine sehr eigenständige Geschichte ist, für die man vom Geschehen in den sieben vorigen Folgen nicht alles noch genau auf dem Schirm haben muss. Ich würde sogar sagen, man kann die Folge unabhängig von ihren Vorgänger hören, was mir außerordentlich gut gefallen hat!
Der neue “Fall” für Amadeus und Dokto Knusprig entpuppt sich schnell als äußerst delikat. In einem Wiener Bordell findet ein Freier nach dem anderen ein gar grausiges Ende. Wer oder was könnte dahinter stecken? Durch den Prolog hat man als Hörer bereits so eine Ahnung, womit man Amadeus und Justus ein kleines Stück voraus ist. Der Spannung tut das allerdings keinen Abbruch. Alleine schon, weil zumindest ich es mir nicht so richtig vorstellen konnte. Das war mir dann doch eine Schippe Übersinnlichkeit zu viel. Doch die Reihe weiß halt zu überraschen und lässt einen manches Mal mit Erstaunen zurück. Und auch wenn es etwas arg abgedreht wirkt in Verbindung mit einer Person wie Mozart, es hat gerade deshalb seinen Reiz.
Für Spass ich natürlich ebenfalls wieder gesorgt. Hier tragen vor allem Constanze und Franziska zu so manchem Lacher bei. Die beiden ergänzen das Duo aus Amadeus und Justus prima, und stehen ihnen in Sachen Schlagfertigkeit in nichts nach!

Entsprechend gebührt ihren Sprecherinnen das Lob! Luisa Wietzorek gibt mit ihrer jungen, hellen Stimme einen äußerst aufgeweckte und selbstbewusste Constanze. Christine Pappert klingt als Franziska eine Spur zurückhaltender, aber dann und wann blitzt auch bei ihr eine Portion Schalk durch. Tim Knauer und Kim Hasper wissen auch in dieser Folge wieder zu überzeugen. Ihre Wortgefechte sind immer wieder witzig anzuhören. Außerdem ergeben dank ihnen der eher ruhige Justus und der aufgedrehte Amadeus ein reizvolles Duo.

Musikalisch geht es einmal mehr recht klassisch zu. Ich bin kein Klassik-Fan, daher kann ich ruhigen Gewissens sagen: auch wenn man nicht darauf steht, in dieser Serie gefällt es einem doch irgendwie. Bei mir liegt das hauptsächlich daran, dass die Stücke sich dennoch schön düster und unheimlich zeigen, wenn es die jeweilige Szene erfordert. Es fällt gar nicht ins Gewicht, welche Musikrichtung man hört, wenn die Wirkung passt. Und die passt hier einwandfrei!

Ich habe dreimal hinsehen müssen bis ich erkannt hatte, was das “Gekritzel” darstellen soll. Denn das war es für mich auf die ersten Blicke einfach nur. Als ich dann endlich erkannt hatte, was es darstellt, habe ich es als passig zur Geschichte empfunden.

Fazit:  Schön, dass mit “Sukkubus” eine eigenständige Geschichte ihren Platz in der Serie findet! Einmal rief durchatmen ehe es in Partitur 9 vermutlich wieder in die Vollen geht 😉
“Sukkubus” ist ein delikater neuer Fall für Amadeus und Resch. Spannend, überraschend und mit einem gehörigen Schuss Humor. Mir hat’s sehr gut gefallen!

 

Amadeus – Partitur 7 – Goliath

Titel: Amadeus – Partitur 7  – Goliath / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 64 min / Sprecher: Jürgen Kluckert, Kim Hasper, Christine Pappert, Roland Hemmo ua

amadeus07Inhalt: Es waren nur wenige Minuten vergangen, seit wir die Verfolgung des verdächtigen Augustus Custodis aufgenommen hatten, und in meinem Kopf wimmelte es nur so von bohrenden Fragen: Wo würde uns der Kirchenmann hinführen? Wusste er, wo die entführte Franziska Marschall gefangen gehalten wurde? Und welcher Art war seine Beziehung zu den unheimlichen Mönchen und ihrem grausamen Anführer? Nach einer Weile gelangten wir zu einem Kloster, wo Amadeus und ich uns weiterhin an Custodis’ Fersen hefteten. Schließlich wurden wir Zeuge einer Unterhaltung mit weitreichenden Folgen. Es ging um eine Verschwörung im ganz großen Stil: Einer Verschwörung gegen die Wissenschaften, gegen das Gesetz – und gegen den Kaiser.


Diese Folge musste ich zweimal hören um die Handlung zu verstehen. Beim ersten Hören hatte mich die Erzählweise ganz schön verwirrt, denn in der Geschichte findet sich eine ganze Reihe Zeitsprünge. Mal ist man direkt bei Resch und Amadeus dabei, mal lassen sie einen in eine nahe Vergangenheit blicken. Daraus muss man sich dann die Handlung zusammensetzen. Ganz ehrlich gesagt, bin ich kein Fan einer solchen Erzählweise, obwohl sie zweifelsfrei mal etwas anderes ist. Aber ich habe es halt schon ganz gerne, wenn ich bereits beim ersten Hören erkenne, wie der Hase läuft.
Hat man den Bogen raus, so ist die Geschichte einmal mehr spannend, düster und interessant. Vor allem, weil sie klar auf der Vorgängerfolge aufbaut. Die sollte man also noch gut präsent haben, sonst kann man leicht in Schwierigkeiten geraten was das Verstehen angeht. Ich habe nochmal bei Partitur 6 nachhören müssen, denn seit diese im Juli 2013 erschien, ist ja schon Zeit vergangen. Partitur 7 kommt also nicht so daher, dass man sie auch gut als Einzelfolge hören könnte. Scheinbar geht die Reihe es nun an, Bisheriges mit Neuem zu verweben, sodass sich schließlich eine größere und komplexe Handlung ergibt.  Am Ende von Partitur 7 kommen sogar Elemente der ersten Folgen der Reihe zur Sprache.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich bei dieser Folge nicht mehr so oft schmunzeln oder gar lachen musste wie bei ihren Vorgängern. Das finde ich schade. aber ich will es mal darauf schieben, dass es hier mitunter wirklich grausam zugeht. Da passt das schon. Trotzdem hoffe ich, dass es in den kommenden Episoden wieder mehr zum Grinsen gibt.

Kim Hasper und Tim Knauer geben auch hier wieder ein tolles Doppel. Es macht einfach Spass, ihren Dialogen zu lauschen. Ich bin üblicherweise kein Fan überdrehter Figuren, doch Tim Knauer verleiht Mozart mit seiner Stimme ein so sympathisch überdrehtes Wesen, dass ich hier damit überhaupt keine Schwierigkeiten habe. Roland Hemmo mischt als brummiger, aber unüberhörbar gewitzter und cleverer Kommissar Abel mit.

Der Soundtrack präsentiert sich einmal mehr sehr düster und bedrückend. So ist es unverkennbar, dass sich die Situation von Resch und Amadeus zuspitzt. Diesen Eindruck hat mir die Untermalung schon gleich beim ersten Hören vermittelt, bei dem ich mit dem Verstehen wie gesagt noch meine Schwierigkeiten hatte. Die Geräuschkulisse braucht sich auch bei dieser Episode nichts vorwerfen zu lassen.

Auf dem Cover ist wie gewohnt Amadeus zu sehen, der den Betrachter mit eindringlichem Blick ansieht. Das Motiv neben ihm zeigt einen abgetrennten Kopf. Der spielt in dieser Folge eine wichtige Rolle und macht obendrein noch neugierig auf die Geschichte.

Fazit:  Die Geschichte wird in einer ungewöhnlichen Erzählweise erzählt, die mir das Verstehen beim ersten Hören schwierig gemacht hat. Also unbedingt aufmerksam sein! Außerdem sollte man zumindest das Geschehen aus Partitur 6 noch gut im Kopf haben, sonst ist man aufgeschmissen. Die Reihe zieht spürbar die Zügel an, auch was die Handlung anbetrifft, die mit jeder Folge spannender wird.

Edgar Wallace (01) – Der Unhold

Titel: Edgar Wallace (01) – Der Unhold / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Gerd Holtenau, Robert Missler, Anja Stadlober, Sabine Jäger, Bern Vollbrecht ua

wallacehp01Inhalt: Jim Turner, ein Hüne mit übermenschlichen Kräften und schwachem Verstand, versetzt schon seit Wochen die Menschen in Angst und Schrecken. Doch die Presse hat ihm einen anderen Namen verpasst: Der Unhold. Und kaum jemand weiß, dass er nur die Drecksabeit für zwei Verbrecher ganz anderen Kalibers verrichtet: Al Clarke und Julius Kinton. Zwei Australier, die in England untergetaucht sind. Nur Inspektor Lowe von Scotland Yard hat sich an die Fersen der beiden geheftet – und die Spur wird heißer, als erstmals ein Anschlag des Unholds misslingt.


Fans von Edgar Wallace’ Geschichten werden sich freuen: mit dieser Folge startet beim Hörplanet eine neue Reihe mit Wallace-Krimis.
Nach einem kurzen Prolog weiß man zumindest schon mal grob, um was oder wen es geht bzw was der Unhold so Unholdmäßiges treibt. Das fand ich gut, denn somit hat man sofort quasi etwas in der Hand.
Das sieht in der eigentlichen Geschichte dann nämlich schon ganz anders aus! Da sollte man unbedingt vom Anfang bis zum Ende ganz genau bei der Sache sein. “Der Unhold” ist kein Hörspiel, das sich nebenbei hören und durchblicken lässt. Dafür tauchen zu viele Figuren auf, die Schauplätze und Blickwinkel auf das Geschehen wechseln häufig und die Handlung erlebt immer mal wieder neue Wendungen. Das ist keineswegs negativ gemeint, denn schließlich ist dies kein Kinderhörspiel, aber aufmerksam sollte man halt unbedingt sein. Zudem zieht die Geschichte auf dieser Komplexität ja auch einen Großteil der Spannung. Ich habe jedenfalls ganz ordentlich mitgeknobelt, was da eigentlich vor sich geht und wer in der Sache mit dem Unhold alles noch mit drin hängen könnte. Auswahl gibt es genug! Der Figur, die sich letztlich als Drahtzieher entpuppt, habe ich von Anfang an nicht über den Weg getraut. Allerdings ohne sagen zu können, wieso nicht. Es war nur ein Gefühl. Deshalb hatte ich sie nicht ernsthaft in Erwägung gezogen und mit Vergnügen verfolgt, wie sich das Rätsel um den Undhold nach und nach aufklärt. Und eine Überraschung war die Auflösung für mich daher auch noch. Vielleicht sollte man sich bei einem Krimi doch häufiger auf sein Gefühl verlassen?Rentier150-1

Als Erzählerin ist Sabine Jäger §geboren§ zu hören. Mir gefällt sie für diesen Part wirklich sehr gut mit ihrer recht tiefen und angenehmen Stimme und dem ruhigen Erzählstil. Ich weiß aber bereits, dass andere Hörer davon weniger angetan sind. Das ist dann wohl die berühmte Geschmackssache. Bernd Vollbrecht gibt einen sympathischen Inspektor Lowe, schlägt aber -bei Bedarf- sofort den energischen und befehlsgewohnten Ton eines Polizisten an. Robert Missler alias Dr. Eversham hatte mich nach wenigen Sätzen um den Finger gewickelt. Was ein netter und charmanter Arzt! Und Anja Stadlober macht Gwenda Guildford zur Unschuld in Person, die sich plötzlich in dem grausigen Fall um den Unhold wiederfindet.

Auch musikalisch kann sich “Der Unhold” hören lassen. Die eingesetzten Stücke wirken durchweg zwar etwas altmodisch (was ja bekanntlich nicht so mein Ding ist), aber der Geschichte stehen sie so wirklich gut. Da kommt schnell das Flair eines Wallace-Krimis auf, wie ich finde. Neben lauteren Stücken an den Szenenübergängen oder zu dramatischen Momenten, sind während der Handlung auch oft Klänge im Hintergrund zu hören. Das hilft der Spannung zusätzlich auf die Sprünge und sorgt für die erforderliche Atmosphäre.

Der Look des Hörspiels mischt sehr schön Altes mit Neuem. Der Titelschriftzug erinnert erfreulicherweise an den auf den alten LPs. Genau wie der Streifen rechts mit der Folgennummer. Und auch das rückwärtige Cover könnte von solch einer LP stammen. Ich finde es schön, dass man nicht vesucht hat, Wallace-Hörspielen ein völlig neues Gesicht zu geben. Das Motiv selber wirkt erschreckend mit der riesenhaften Gestalt, die mit der Pranke nach der Frau greift. Es ist nicht so leuchtend bunt wie bei den LPs, wirkt so aber auch erwachsener und ernsthafter auf mich. Und im Regal ist es dennoch ein Hingucker.

Fazit:  Ein vielversprechender Start in die neue Reihe beim Hörplaneten. “Der Unhold” weckt den Detektiv im Hörer und fordert ihn ordentlich heraus. Das macht Spass, aber man muss schon durchweg bei der Sache sein. Ganz klar kein Hörspiel für nebenbei! Tolle Sprecher und ein feiner Soundtrack, der schnell den Charme eines Wallace-Krimis heraufbeschwört, runden das Bild schließlich ab.

Hast du das sechste Wort dieser Weihnachtsrallye – Woche gefunden?
Sammele 5 weitere in den Rezis dieser Woche und NIMM AM GEWINNSPIEL TEIL!

5

Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus

Titel: Amadeus – Partitur 6 – Teutobochus / Verlag: Hörplanet / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Tim Knauer, Kim Hasper, Maria Koschny, Peter Weis, Christine Pappert, Roland Hemmo ua

amadeus06Inhalt: Es war der April des Jahres 1782. Während der zurückliegenden Wochen war meine seelische Verfassung von der Tatenlosigkeit, zu der ich verdammt war, zermürbt worden. Ich befand mich in einem Zustand der Verwahrlosung, als sich endlich eine neue Spur auftat. Wir hatten die Bärbel Glatzeder, das ehemalige Hausmädchen der Marschalls, aufgespürt.
Würde sie uns sagen können, wohin die verschwundene Franziska verschleppt worden war? Doch sie lag schwerkrank darnieder, und ich hatte schon alle Hoffnung fahren lassen, als mich eine seltsame Vision ereilte: Ich sah Franziskas Entführung vor meinen eigenen Augen – ganz so, als ob ich leibhaftig dabei gewesen wäre. Ich sah die finsteren Mönche mit ihren scharfen Sicheln, und ich sah ein merkwürdiges Symbol auf ihren Unterarmen… Was wollte es mir sagen? Ich kam nicht dahinter, bis mein Freund Amadeus eine entscheidende Entdeckung machte.


Diese neue Folge hat mich etwas überrascht. Bisher konnte man die Episoden auch gut für sich hören. Man musste nicht groß etwas wissen von wegen “was bisher geschah” um sie zu verstehen. Hier ist man ohne solches Vorwissen allerdings aufgeschmissen, denn die Geschichte knüft in der ersten Hälfte ganz klar an Geschehen aus vorigen Folgen an. Erfreulicherweise in gleich zweierlei Hinsichten, die mich am meisten interessierten: erstens Franziska Marschall, damit Reschs Elend ein Ende findet, und zweitens die Mönche, deren Folge ich schön schaurig fand. Der Part um den titelgebenden Teutobochus findet sich erst in der zweiten Hälfte der Folge und legt einen interessanten Grundstein für den weiteren Verlauf der Reihe. Erneut kommen sich Religion und Wissenschaft in’s Gehege, was einem in der Reihe immer mal wieder begegnet.  Die Frage, was dort unten gefunden wird, wird hier (noch) nicht aufgeklärt. Es bleibt also spannend. Stattdessen greift man eine Entdeckung aus dem ersten Teil der Folge wieder auf. Und zwar so, dass mir spontan die Ahnung kam, dass die Reihe sich noch komplexer entwickeln wird als man es bisher vermutet hat. Dafür spricht auch der letzte Track, der einen noch mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt. Und irgendwie auch mit einem Schaudern und einer guten Portion Bedauern…

Es wäre das erste Mal, dass sich eine Folge im Hinblick auf die Sprecher etwas vorwerfen lassen müsste. Bei solch versierten Sprechern wie zB Kim Hasper, Tim Knauer, Peter Weis, Maria Koschny oder auch Chris Murray ist dies nicht weiter verwunderlich. Mich beeindrucken sie vor allem immer wieder damit, mit welcher Leichtigkeit sie die altmodische Ausdrucksweise annehmen und authentisch rüberbringen.

Die Untermalung präsentiert sich wieterhin sehr klassisch und auf die Zeit abgestimmt, in der die Handlung sich abspielt. Ich finde auch, dass es solchen Stücken mit am besten gelingt, für eine unheimliche und geheimnisvolle Stimmung zu sorgen, wenn es Szenen gibt, die dies erfordern. Die Geräuschkulisse ist fein ausgefeilt und zaubert einem mit Leichtigkeit Bilder zum Geschehen vor die Augen.

Von diesem aalglatten Amadeus auf dem Cover bin ich noch immer kein Fan, aber ich habe mich doch erstaunlich schnell daran gewöhnt. Daher sagt mir hier genau wie bei der Folge zuvor eher die Zeichnung zu, die ich mir zweimal anschauen musste um zu erkennen, was sie darstellt. Ich finde das motiv gut und passend zur Geschichte gewählt.

Fazit: Eine Folge, die wie ein Zwischenspiel wirkt. Sie knüpft zu Beginn an Vergangenes an und webt Elemente aus diesem Anfang in die spätere Handlung ein, die ihrerseits einen neuen Weg einschlägt. Aber keine Sorge, weder der vertraute Humor, noch das mayteriös-unheimliche Flair bleiben dabei auf der Strecke. Ganz im Gegenteil gibt es gleich mehrere Hinweise darauf, dass die Reihe in dieser Hinsicht noch einiges auf Lager hat.

 

© 2019 Frontier Theme