Horror

Gepensterkrimi (10) – Die Rückkehr der Blutbestie

Titel: Gepenster-Krimi (10) – Die Blutbestie kehrt zurück / Verlag: Contendo Media, Audionarchie / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Wolf Frass, Merete Brettschenider, Anita Hopt ua

gespkrimi10Inhalt: Die Blutbestie ist tot! Ihr Körper wird im Museum ausgestellt und soll die große Touristenattraktion von Holsworthy werden. Der Wissenschaftler O Mara hat jedoch gänzlich andere Pläne und bringt das leblose Monster gewaltsam an sich. Für die Rückkehr Steve Durys muss Blut fließen…viel Blut. Bald legt sich Angst über das kleine Städtchen. Werden Dave Donovan und Alice Flack das anscheinend unverwundbare Ungeheuer vernichten können?


Wie so viele Horrorfilme, braucht scheinbar auch ein Gespenster-Krimi seine Fortsetzung. Mit der “Blutbestie” wurde dafür wohl die geeignetste Folge ausgewählt.
Eben noch feiert der ganze Ort sein neues Exponat im Museum, da scheint mit eben dieses irgendetwas nicht zu stimmen. Zunächst ahnt man es nur, dann macht es einem eine wirklich gruselige Szene im nächtlichen Museum zur Gewissheit. Und damit geht es los. Dury hält das Dörfchen ein weiteres Mal in Atem.
Dabei trifft man die aus dem ersten Teil vertrauten Figuren wieder, lernt aber auch neue kennen. Wie sagt Donovan es schon zu Beginn. Es gibt zu viele Irre da draußen. Um einen dieser Irren dreht sich diese Folge vornehmlich. Und damit unterscheidet sie sich für mich von ihrem Vorgänger, der sich vor allem auf die Jagd nach dem Ungeheuer konzentrierte. Gut gemacht, wie ich finde. Eine reine neuerliche Jagd im Mittelpunkt hätte ich also recht öde empfunden, so aber ist es einmal mehr wirklich spannend. Und für alle, die auf sowas stehen auch wunderbar gruselig-eklig. Ich mag sowas ja, daher hat es mir wirklich gut gefallen.
Das Ende steuert dann noch einen guten Schuss Dramatik bei und setzt in Sachen Spannung nochmal eins drauf. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Mark Bremer alias Donovan und Merete Brettschneider in der Rolle der Alice sind natürlich wieder mit von der Partie.Mir gefällt der selbstbewusste  Ton von Alice. Und Donovans energischer Klang passt prima zu seinem Rolle. Martin Sabel knurrt und stöhnt sich wieder durch seine Szenen, dass es einen graust. Und während es ihr als Laura in “Sternenschweif” nie gelungen ist, so konnte mich selbst Anita Hopt hier in der Rolle des blinden Mächens von sich überzeugen. Und wer bei Wolf Frass Passagen nicht mindestens eine Gänsehaut bekommt, der ist wirklich abgehärtet 😉

Die eingesetzten Musikstücke sind eines Hörrorfilms absolut würde und verleihen dem Geschehen noch zusächlich unheimlicher Flair und eine bedrohliche Stimmung. Stets erwartet man dabei gleich den nächsten schrecklichen Vorfall. Eine tadellose Geräuschkulisse versteht sich bei dieser Reihe von selbst.

Das Cover gefällt mir mit der nebligen Szenerie und der schattenhaften Gestalt mit den leuchtenden Augen an sich ganz gut. Allerdings hatte ich mir die Blutbestie nach dem Cover des ersten Teils schon anders vorgestellt. Irgendwie stattlicher.

Fazit:  Eine würdige Fortsetzung, die den Schwerpunkt auf ein anderes Element setzt als der Vorgänger. Hier steht das Recycling der Bestie im Mittelpunkt, statt der Jagd nach ihm. Somit ist Teil 2 abwechslungsreich, spannend und schaurig bis eklig. Top!

Gespensterkrimi (08) – Die Blutbestie

Titel: Gespensterkrimi (08) – Die Blutbestie / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Martin Sabel, Merete Bretschneider, Mark Bremer, Joachim Tennstedt ua

gespkr08Inhalt: Professor Flack hat es geschafft. Er kann Lebewesen unsichtbar machen! Sein Assistent Steve Dury stellt sich für den entscheidenden Versuch zur Verfügung, doch es geschieht ein schrecklicher Unfall im Labor. Das wahnsinnige, mordgierige Grauen entkommt den Flammen und fällt über die kleine Stadt Holsworthy her. Keiner ist vor der Blutbestie sicher. Profiler Dave Donovan nimmt den Kampf mit dem Unsichtbaren auf.


Dass bei diesem Experiment defintiv etwas schiefgehen wird, dürfte jedem direkt in den ersten Minuten des Hörspiels klar sein. Lange Vorreden gibt es hier nicht. Schon sehr bald nimmt das Unheil seinen Lauf.
Diese Folge setzt nicht gerade auf subtilen Horror. Hier geht es von Anfang an rund und blutig zu. Die Panik in dem kleinen Ort ist deutlich spürbar und wenn die Blutbestie zuschlägt, dann klingt es geradezu splattermäßig. Sowas muss man mögen. Und sowas muss man in einem Hörspiel auch erstmal hinbekommen, ohne dass es billig klingt. Das ist hier gut gelungen. Mir hat das ganz prima gefallen.
Die Frage, die hier den Großteil der Spannung ausmacht, ist natürlich die, wie man einen Unsichtbaren erwischen und erledigen kann. Oft steht jemand aus dem Dorf dem Ungeheuer quasi gegenüber, man denkt, jetzt müsste es klappen, aber natürlich ist das gar nicht so einfach. Das hält die Spannung kontinuierlich hoch. Genauso wie -zumindest bei mir- die Sorge um Alice Flack, die Verlobte des zur Blutbestie gewordenen Steve Dury. Ich habe sie sehr für ihren Mut und Durchhaltevermögen bewundert. eist dachte ich auch, die Bestie würde ihr nichts anhaben, aber sicher war ich mir nie.

Gesprochen wird Alice von Merete Brettschneider, die sowohl die Verzweiflung und Trauer, als auch den Mut dieser Figur glaubhaft rüberbringt. Als Blutbestie darf sich Martin Sabel durch die Geschichte grunzen und röcheln. Vorher aber gibt er einen sympathischen und selbstbewussten Steve Dury. Als Dave Donovan ist Mark Bremer zu hören, dem man den Ehrgeiz sofort abnimmt, die Bestie zu erwischen. Mit seiner rauhen Stimme und dem manchmal etwas groben Ton bildet er einen guten Kontrast zu Alice.

Musikalisch geht es dieses Mal auch etwas derber zu, ganz passig zur Geschichte. Speziell die actionreichen und blutigen Szenen werden von dramatischen, lauteren Klängen begleitet. Das sorgt für Schreckmomente und steht dem Geschehen sehr gut. Und auch der Geräuschkulisse kann man absolut nichts vorwerfen. Contendo versteht einfach sein Handwerk.

Das Cover punktet mit kräftigen Farben und eine fiesen Monsterfratze. Das ist ein Hingucker und verspricht bereits einiges über das Hörspiel auf der CD dahinter.

Fazit:  Ganz feiner Oldschool-Horror, bei dem es wunderbar blutig-gruselig und spannend zugeht.

 

Horror an der Leine

Titel: Horror an der Leine / Verlag: Aurem Dolor / Spielzeit: ca. 67 min / Sprecher: Frank Kindermann, Michael Beier, Jean Coppong, Carsten Benjamin Horchelhahn

leinehorrorInhalt: Verstorbene Musiker, die sich dem Markt der Popmusik entgegenstellen. Gebeutelte Mieter im Kampf gegen die Gentrifizierung. Ein Germanenheer in einem Naturschutzgebiet im Zentrum Hannovers. Ein einsamer Ghoul auf der Suche nach einer neuen Heimat.


Insgesamt fünf mal mehr, mal weniger gruselige Kurzgeschichten zum Hören erwarten den Hörer auf dieser CD.

“Tote Talente” – Dieser Geschichte liegt eine ungewöhnliche Idee zugrunde, die mir aber ganz gut gefallen hat. Nach dem ersten Vorfall weiß man zwar, was einen beim zweiten Vorfall erwartet, doch dafür steht am Ende eine durchaus gewitzte Auflösung.

“Die Masch” – Platz 2 in meinem persönlichen Ranking unter den Titeln. Mir gefällt der Schauplatz sehr gut. Schön klassisch, so ein See am Abend mit Nebel, viel Wald und Buschwerk. Da kann man sich schon Schauerliches vorstellen. Ich denke, wenn ich mal in solch eine Gegend komme, werde ich mich wohlig schaudernd an diese Geschichte erinnern.

“Zollfreies Einschreiben” –  Diese Geschichte wäre mein 3. Platz. Hach, ist die schön böse! Und die ganze Zeit kann man die Bedrohung, die über dem Geschehen liegt, förmlich spüren.

“Die Leiden des Ghoul” – Da ist er, mein Favorit der Sammlung: Platz 1! Gruselig ist anders, obwohl ein Ghoul von Hause aus eigentlich gruselig ist. Und auch der hier hat eine Vorliebe für tote Menschen. Aber er ist eben auch einsam und hat Humor…ich habe ich sofort lieb gewonnen. Schön außerdem, dass man bei dieser Geschichte auch mal lachen kann. Gestoßen habe ich mich an ein paar sonderbaren Formulierungen wie “…bis ihnen ein faulig-modriger Geruch beißend in die Nase biss.” Doppelt hält besser, oder wie? Oder “Claudia war fest überzeugt, dieser Kreatur zu helfen.” Irgendwie fände ich “fest entschlossen” in dem Zusammenhang sinniger. “Angeweste Augen” sind auch so eine Sache…

“Talentfreie Tour” – Knüpft in gewisser Weise an die erste Geschichte an. Eine schöne Idee, den Kreis so zu schließen. Ansonsten wartet man aber und wartet und wartet und wartet…bis sich mal etwas Eigenartiges tut. Zumindest sehr kurz. Gruselig fand ich diese Story leider nicht, dafür ziemlich langatmig. Und das bei nur 15 Minuten Laufzeit.

Die Sprecher, die in dieser Sammlung am Werk sind, sind allesamt keine Profis. Mich stört sowas im Allgemeinen nicht, aber wissen sollte man es ehe man die CD einlegt. Trotzdem hatte ich vor allem mit Michael Beier meine Probleme. Erstens liest er mir viel zu schnell. Dadurch wollte bei mir einfach kein gruseliges Flair aufkommen. Zweitens versäumt er es in dieser Hektik, seinen Figuren auch nur ansatzweise markante Stimmen zu verleihen. Am meisten haben mich aber die sonderbaren Wortschöpfungen gestört. Da werden aus Roadies plötzlich Rowdys, ein Star ist ein Schtar und bis ich raus hatte, was “Kapp Di” heißen soll hat es zwei Anläufe gebraucht.
Ähnlich ging es mir mit Carsten Benjamin Horchelhahn. Auch er liest mir oft zu schnell, was zu Lasten der Atmosphäre geht. Und das bei einer Geschichte, die davon an sich wirklich reichlich hergibt! Und wenn eine Figur in einer Aussage ein leises Lachen hat, dann sollte es auch dort zu hören sein. Nicht im vorausgehenden “Sandra lachte.” In Sachen interessanter Wortschöpfungen möchte ich kurz erwähnen, dass die Dinger nicht “Tambongs” heißen… 😉
Ich weiß nicht, ob Niedersachsen solch einen markanten Dialekt hat, kann sein, aber das hat für mich mit Lokalkolorit nichts mehr zu tun.
Frank Kindermann macht seinen Job im Vergleich sehr viel besser. Es gelingt ihm, schaurige Atmosphäre heraufzubeschwören und sein Hamburger Dialekt für den Ghoul ist zum Schießen!
Jean Coppong hat mir sehr gut gefallen! Es ist in erster Linie ihm zu verdanken, dass “Zollfreies Einschreiben” so herrlich grausig und bedrohlich rüberkommt.

Eine Reihe von Geräuschen verdeutlichen hier und da die Szenerie der Geschichten. Gelegentlich sind auch Musikstücke zu hören, die den Geschichten gut stehen.
Diese dezente Begleitung fand ich gut gewählt. Bei Hörbüchern sollte nun mal das Gelesene im Vordergrund stehen.

Fazit:  Die Geschichten haben mir bis auf eine Ausnahme durch die Bank gefallen. Einige orientieren sich am eher klassischen Grusel, andere schlagen modernere und ungewöhnliche Wege sein. Eine feine Mischung. Knackpunkt sind für mich die Sprecher, allen voran Michael Beier, der mich leider gar nicht überzeugen konnte. Frank Kindermann habe ich gerne zugehört, weil es ihm gelingt, die Stimmungen seiner Storys an den Hörer zu vermitteln. Und Jean Coppong würde ich gerne nochmal hören. Vielleicht als Sprecher bei einem Psychothriller-Hörbuch…

Legenden aus der Zwischenwelt (René Junge)

legendenzwischenweltDieses eBook umfasst insgesamt 5 Horror-Kurzgeschichten:

1 – Animal Inside2 – Stan
3 – Dreamdevil
4 – Unberührbar
5 – Die Weltlosen

 
 
 
 
 

“Animal Inside”

Obwohl die Geschichte alleine durch den Titel schon recht vorhersehbar ist, hat sie mir doch gefallen. Das Geschehen ist schon grausig und ich fand es auch spannend, ob Ben entkommt. Und eine Szene sorgte zudem für einen gewissen Ekelfaktor. Außerdem hat mir der Funken böser Humor gefallen mit dem das Geschehen beschrieben wird.
Ein ordentlicher Einstand!

“Stan”

Bei dieser Geschichte bin ich erst gar nicht durchgestiegen. Zwar war mir klar, dass Stan ein Psychopath ist, aber die Sache mit der Frau, auf die er im Supermarkt trifft und die dann so mir nichts, dir nichts mit ihm nach Hause geht. War es Stans Einbildung, in ihr seine Mutter zu sehen? Oder ist sie es wirklich und Mutter und Sohn haben einen gemeinsamen Hang zu kranken Rollenspielen? Es hat etwas gedauert bis ich durchgeblickt habe. Hier fand ich vor allem den Hintergrund hinter der Tat erschreckend. Das Ende ist dann kurz und sehr böse. Auch wenn man zuvor schon geahnt hat, worauf es hinauslaufen wird.

“Dreamdevil”

Diese Geschichte hat ein Thema zur Grundlage, das ich für unheimliche Storys immer wieder toll finde: Träume! Mir tat der kleine Harry leid, wie er unter seinen Albträumen leidet. Und seinen Therapeuten fand ich ausgesprochen sympathisch. Der soll Harrys Albträume nun beenden. Bei dieser Geschichte hat mir gut gefallen, wie man erst in den Traum abtaucht und wie sich dann plötzlich Traum und Wirklichkeit vermischen. “Du willst spielen, Doc? Dann spielen wir!” Den Moment fand ich wirklich gruselig. Dass am Ende ein böses Erwachen stehen würde, hatte ich schon geahnt. Trotzdem macht sowas einfach Spass.

“Unberührbar”

Obwohl ich Mitch im Nullkommanichts absolut nicht ausstehen konnte, hat mir seine Geschichte am besten gefallen. Einfach, weil sie nicht auf Blut, Horror oder Ekel setzt. Stattdessen ereilt Mitch ein verhängnisvolles Schicksal. Bis dahin fand ich auch, dass er das gut verdient hatte. So ein Ar***, sorry! Die Szene in der Wüste war schön unheimlich. Und auch die Idee mit dem goldenen Band hat mir gefallen. Allerdings hatte ich schon geahnt, bei wem  es enden würde. Und dann tat mir sogar Mitch leid.

“Die Weltlosen”

Diese Geschichte ist für mich keine eindeutige Horrorgeschichte. Sie enthält auch einige Fantasyelemente. Für mein Empfinden zog sie sich hier und da etwas. Aber die Idee hat mir gefallen. Norah mochte ich sofort und anfangs hätte ich ihr niemals etwas Böses zugetraut. Bei solch harmlosen und nette Charakteren mag ich es immer besonders, wenn sie sich so böse entwickeln. Das hat Spass gemacht! Das Ende hatte es dann nochmal richtig in sich. Ein prima Abschluss für diese Sammlung an gruseligen Kurzgeschichten.

René Junges Schreibstil liest sich gut und leicht. So musste ich mir die Sammlung gar nicht groß einteilen, sondern habe sie in einem Rutsch gelesen.

Fazit:   Insgesamt hat mir “Legenden aus der Zwischenwelt” gut gefallen. Fünf Horror- bzw Gruselstories, denen tolle und sehr verschiedene Ideen zugrunde liegen. So ist die Sammlung schön abwechslungsreich. Bei einigen Geschichten fand ich die Enden allerdings etwas vorhersehbar. Und ich frage mich wirklich, wieso alle Geschichten in den USA spielen. Immerhin stammen sie aus der Feder eines deutschen Autoren! Geht etwa immer noch der Glaube um, solche Stories würden in Deutschland nicht funktionieren?


Titel: Legenden aus der Zwischenwelt
Autor: René Junge
Seiten: 105 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 2,99

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Zombies in der Silversternacht

Titel: Zombies in der Silversternacht / Verlag:  hoerspielprojekt.de / Spielzeit: ca. 51 min / Sprecher: Marc Schülert, Christiane Marx, Jamie Leaves, David Riedel, Falko Diekmann ua

silversterzombiesInhalt: Die 80er Jahre. Die Zeit der Punks und der Popper, der Dauerwelle und der Föhnfrisur, der Leggins und der Jeans-Hemden war angebrochen. Aber es war auch die Zeit, als Zombies noch durch dunkle Gänge schlichen, langsam und behäbig und sich ihr Wortschatz auf das Grunzen und Gehirn beschränkte.

Eine Gruppe amerikanischer Teenager bricht am Silvesterabend übermütig in das medizinische Institut des Ortes ein und macht eine grauenhafte Entdeckung. Im Namen des Militärs wurden Experimente durchgeführt, die niemand je für möglich gehalten hätte.

*zum Download*


Passend zum Jahreswechsel betrat das hoerspielprojekt mit diesem Hörspiel die Bühne. Ehe man es sich anhärt, sollte man die oben aufgeführte Inhaltsangabe gut durchlesen und verstehen. Ich fürchte, sonst erlebt man einen gehörigen Schrecken. Denn dort steht ganz klar, dass die Handlung in den 80ern spielt. Und an den Zombiefilmen aus dieser Zeit orientiert sich auch diese Geschichte. Dabei kann keine groß tiefgründige Story herumkommen, oder irgendwelche innovativen Ideen. Ich schätze mal, das ist so auch gar nicht gewollt. Hier bekommt man eine Story zu hören, in der Zombies eben wirklich nicht mehr als grunzende und trokelnde Wesen mit Appetit auf Menschenfleisch sind. Und der Auslöser für die Katastrophe ist -wie in so vielen Grusel- und Horrorgeschichten dieser Zeit- eine Clique Jugendlicher, die sich hier Drogen für einen genialen Jahreswechsel beschaffen wollen, in ein  geschlossenes, medizinisches Instut einbrechen und dort die gar nicht so toten Toten finden. Und die erwachen natürlich prompt zum Leben! Fortan sind sie auf hungriger Jagd und die Kids auf der verzweifelten Flucht. Das ist blutig, das ist trashig, das macht halt einfach Spass. Auch wenn man hundertmal ahnt, worauf gewisse Szenen schlussendlich hinauslaufen werden. Einmal habe ich sogar geradezu auf eine Art “buh” von einem Zombie gewartet, weil sich einer der Charaktere plötzlich absolut in Sicherheit fühlte. Das war dann sogar für einen Lacher gut.

Ich bin so jemand, wenn mir eine Geschichte gefällt und mich gut unterhält, dann kann ich leicht über wackelige Sprecherleistungen hier und da hinwegsehen. Dieses Vermögen sollte man für das Hörspiel schon mitbringen. So ziemlich jeder Sprecher und jede Sprechin hat hier ihre Höhen und Tiefen. Da wird dann mal mit der Betonung übertrieben, dann wieder fehlt es an nötiger Betonung, dann wieder klingen sie völlig authentisch und der Spass an der Sache ist nicht zu überhören. Für wen zu einem guten Hörspiel in erster Linie Profisprecher gehören, der ist hier an der falschen Adresse. Ich finde es jedenfalls immer wieder prima, mal andere als die langhin bekannten und geleckten Stimmen zu hören. Außerdem macht bekanntlich ja die Übung den Meister 😉

Silversternacht hin, Vorabböllerei her, es ist ganz klar, dass der Jahreswechsel in der Geschichte erst noch bevorsteht. Dafür war es mir dann doch etwas viel mit der Knallerei im Hintergrund. Davon abgesehen gehen die Geräusche in Ordnung und vor allem die grunzenden Zombies haben mir prima gefallen. Das muss man sich mit den Sprechern dafür am Mikro einfach mal bildlich vorstellen. Musikalisch geht es gemischt zu. Oft sind leise, düstere und bedrohliche Melodien aus dem Hintergrund zu hören, zu actionreichen Szenen bekommt man aber auch mal ausgesprochen laute und rockige Stücke zu hören.

Tod und Blut sind Dinge, die ich mit Zombies verbinde. Von daher geht für mich das Cover auch völlig in Ordnung. Von der Silversternacht aus dem Titel ist zwar nichts zu sehen -ich hätte ja Raketensternchen in den Augenhöhlen ganz nett gefunden-, aber das Datum ist in der Geschichte ja auch nicht so sehr von Belang.

Fazit:  Es gibt leider nur wenige Silvesterhörspiele. Meine Sammlung hat einen neuen Kadidaten gefunden. Mir hat die Geschichte Spass gemacht. Man muss sich aber damit arrangieren können, dass hier keine Profisprecher am Werke sind. Ich weiß wohl, dass es Leute gibt, für die das eine wichtige Sache bei Hörspielen ist, von daher sei es erwähnt.

 

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