Huhn

Bibi Blocksberg (124) – Das verrückte Huhn

Titel: Bibi Blocksberg (124) – Das verrückte Huhn / Verlag: Kiddinx / Spielzeit: ca. 40 min / Sprecher: Bodo Wolf, Cathlen Gawlich, Luise Lunow ua

Inhalt: Als Frau Müller-Riebensehl Unterricht im Freien macht, will Bibi die Picknickdecke der Blocksbergs für sich und Moni herbeihexen. Doch stattdessen erscheint ein verrücktes Huhn, das ständig alle Leute erschreckt. Sie kann es weder zurückhexen noch herausfinden, woher es stammt. Da Barbara sehr beschäftigt ist, muss Bibi das Problem alleine lösen.


Bitte nicht schon wieder eine Tierfolge! Nach den Desastern mit Affen und Einhörnern war ich wirklich nicht angetan davon, dass wir es dieses Mal mit einem Huhn zu tun bekommen. Ich wollte mir einen gackernden Sprecher erst gar nicht vorstellen.
Aber ich muss sagen, dass ich das Huhn dieses Mal gar nicht so schlimm fand. Es nervt längst nicht so schlimm wie andere Tiere in den neueren Folgen dieser Reihe. Das kann aber auch daran liegen, dass ich Hühner toll finde und Affen nicht mag. Ich fand es jedenfalls unerwartet doch ganz witzig und niedlich.
Natürlich ist es ungewöhnlich, dass Barbara ihre Tochter mit dem gackernden Problem quasi im Stich lässt, aber das ist halt ein Element des Chaos, das in dieser Geschichte allgemein herrscht. Es geht wirklich chaotisch und hektisch zu und Bibi gerät in eine absurde Situation nach der anderen. Das macht Spass und ich habe hier und da wirklich schmunzeln müssen, wenn ich mir die Szenen vorgestellt habe. Dabei fragt man sich natürlich genau wie sie, woher dieses Huhn wohl kommt und wieso es sich nicht weghexen lässt. Das bleibt tatsächlich bis zum Schluss ein Rätsel.
Weiterhin punktet die Folge damit, dass sie keine nervigen Junghexen oder neue Charaktere ins Rennen schickt. Familie Blocksberg, Moni, Frau Müller-Riebensehl, Mania, Walpurgia und ein Zahnarzt und seine Helferin, mehr sind es nicht, und das reicht so auch! Gegen solche lieb gewonnenen und sympathische Figuren haben neue Hexen eben keine Chance. Schön, dass man hier im Blocksberg-Kosmos geblieben ist.

Cathlen Gawlich gackert sich fröhlich durch die Geschichte und damit ist es ihr zu verdanken, dass mir dieses Tier nicht auf die Nerven gegangen ist. Sonst sind die bekannten Sprecher am Werke und machen ihre Sache ganz prima. Schön, von Bodo Wolf alias Bernhard Blocksberg mal wieder ein bisschen mehr zu hören. In vielen neueren Folgen hat er ja eher eine kleine Rolle, hier dagegen nicht. Das hat mich wirklich gefreut.

Was Musik und Geräusche angeht, bewegt sich einmal mehr alles in vertrauten Bahnen. Alles Nötige ist da, aber nichts, was man eigens hervorheben oder bemängeln kann.

Selbstverständlich hst es das Huhn auch auf das Cover geschafft. Und wenn man so sieht, wie Bernhard in eine Tortenkatastrophe schliddert, dann wird auch deutlich, dass es in dieser Geschichte hoch hergehen wird.

Fazit: Überraschenderweise hat mir diese Folge ganz gut gefallen. Das Huhn nervt nicht, es geht turbulent und witzig zu, es ist auch ein bisschen spannend und es sind nur wenige, dafür aber ausschließlich bekannte und liebenswerte Figuren mit von der Partie. Fein!

Chicken Dance (Jacques Couvillon / Martin Baltscheit)

Titel: Chicken Dance / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 281 min / Buch: Jacques Couvillon / gelesen von: Martin Baltscheit

Inhalt: Herzlich willkommen in Horse Island, Louisiana, wo Hühnerkompetenz der Schlüssel zur Beliebtheit ist und Eier wertvoller sind als Geld. Don Schmidt wächst hier in den 1970er Jahren auf einer Hühnerfarm auf. Beliebt ist er nicht gerade, weder zu Hause noch in der Schule. In Ermangelung an Alternativen freundet sich Don mit den Hühnern an, und so kommt es, dass er eines Tages beim Hühner-Wissens-Wettbewerb den ersten Preis gewinnt und als jüngster Gewinner aller Zeiten in die Geschichte des Festivals eingeht. Plötzlich ist Don der berühmteste und beliebteste Junge im Ort. Und er stößt auf ein Familiengeheimnis …


Obwohl mir die Geschichte immer schon ganz interessant vorkam, habe ich mich doch recht lange davor gescheut. Sie spielt halt in den 70er-Jahren und damit ein Jahrzehnt zu früh für meinen Geschmack. Im Nachhinein tut es mir fast leid, das Hörbuch so lange umgangen zu haben. Denn die Zeit, in der sie spielt, tritt hinter der Geschichte völlig zurück. Mir hat speziell der Charme der Geschichte sehr gut gefallen. Natürlich, Dons Leben und ein Ereignis wie ein Hühner-Wissens-Wettbewerb, das klingt schon sehr provinziell und weit weg. Aber es hat seinen Reiz und natürlich auch eine gewisse Komik. Es macht Spass zu verfolgen, wie der Sieg bei diesem Wettbewerb Dons Leben gründlich auf den Kopf stellt, denn plötzlich ist der der Held der ganzen kleinen Ortschaft. Und das hat ungeahnte Folgen, die bei einem Ansturm auf die Eier seiner Hühner erst anfangen und bei einem Geheimnis um ihn und seine Familie erst aufhören. Von so etwas geht man zu Anfang überhaupt nicht aus und es ist immer wieder eine Überraschung, was dem jungen Hühner-Fachmann als nächstes passiert. Die Story ist allerdings -auch wenn sie so klingt- nicht immer heiter, locker, unbeschwert und humorvoll. Es klingen hier gleich mehrere ernste Themen an, die halt dadurch nicht so bierernst rüberkommen, dass Don sie aus seiner Sicht, der Sicht eines Kindes, erzählt. Das klingt zwar meist recht naiv, aber als Hörer begreift man durchaus, was dahinter steckt.

Martin Baltscheit hat mir als Sprecher hier prima gefallen. Er trifft diese Mischung aus kindlicher Naivität und cleverer Gewitzheit sehr gut. Wenn er erzählt, dann kann man sich Don richtig gut vorstellen. Und so sollte das bei einer Geschichte, die aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird, auch sein. Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat ist, die Betonung des Wortes „sagte“. Da muss man allerdings in erster Linie wohl dem Übersetzer einen Vorwurf machen. In „Chicken Dance“ sagen die Leute alle nur, wenn es hochkommt,  dann fragt auch mal jemand. Das hat mich gestört und entsprechend auch, dass Martin Baltscheit dieses sich ewig widerholende Wort auch noch auffällig betont.

Das Covermotiv ist schon irgendwie witzig mit dem Eierkarton. Das macht den Humor der Geschichte deutlich. Und die bunten Laser und die Discokugel stehen wohl für die Zeit, in der sie spielt. Eine schöne Mischung, die sicher Aufmerksamkeit erregt.

Fazit:  Eine sehr charmante Geschichte um einen liebenswerten Jungen, dessen Leben durch ein provinzielles Großereignis auf den Kopf gestellt wird. Außerdem ein amüsanter Blick durch die Augen eines Kindes auf so manches gar nicht so amüsante Ereignis.

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