Hund

Giant George – Unser Leben mit dem größten Hund der Welt (Dave Nasser / Lynne Barrett-Lee)

giantgeorgeEr ist wasserscheu, fürchtet sich vor kleinen Hunden und ist nicht gern allein. George, der größte Hund aller Zeiten, ist seit sechs Jahren der dicke Hund im Leben von Dave und Christie Nasser. Mit einer Kopfhöhe von 1,50 und einer Länge von mehr als 2 Metern ist er ein Superstar mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde, einem Auftritt bei Oprah Winfrey und einem eigenen internationalen Fanclub auf Facebook. Dabei ist er immer noch sanft, verspielt und albern wie ein Welpe. Und für Dave und Christie ist er ohnehin der Größte. Hier ist ihre wunderbare, rührende Geschichte.

Es ist schon geraume Zeit her, da habe ich mal eine Reportage über Giant George im Fernsehen gesehen. Ich fand diesen riesigen Hund auf Anhieb richtg toll. Deshalb habe ich mir auch direkt dieses Buch geholt als ich es entdeckte.
Doch auch wenn George mittlerweile ein Star auf vier Pfoten ist, so beginnt dieses Buch komplett ohne ihn. Zunächst schildert Dave Nasser wie der Gedanke an einen Hund so langsam Gestalt annahm. Wie es vor solch einer Anschaffung sein sollte, müssen dafür Für und Wider abgewogen werden. Ich fand es schön zu lesen, dass er und seine Frau sich nicht Hals über Kopf entschieden haben. Das ist ein gutes Beispiel für Leser, die eventuell ebenfalls mit dem Gedanken spielen.
Dann endlich zieht George ein, ein süßer kleiner Doggenwelpe, der sicher einmal groß werden wird. Doch dann wächst George immer weiter und weiter. Doch auch wenn Dave und seine Frau mit einigen Sorgen, Ängsten und Vorbehalten dabei zusehen, so liebe sie ihren großen Kleinen sehr. Das hört man stets heraus. Dass man sich Gedanken macht, wenn sich der Hundewelpe ganz anders entwickelt als man dachte, das finde ich ganz normal. Überhaupt fand ich es gut, dass Dave und seine Frau wie ganz normale Hundehalter wirken, die zB nicht gleich den Profit darin sehen, sondern einfach versuchen, sich mit der Situation zu arrangieren. Mir hat es sehr viel Spass gemacht, darüber zu lesen. George ist zwar schon in jungem Alter sehr groß, aber er ist eben doch ein Welpe. Die stellen halt oft was an, sind abenteuerlustig und halten ihre Menschen auf Trab. Das gilt auch für den Riesen George, den ich schlicht und einfach süß fand.
Eines abends wird in geselliger Runde die Idee geboren, George als größten Hund der Welt beim “Guinessbuch der Rekorde” anzumelden. Das stelt sich als komplizierter heraus als gedacht! Ich fand es ganz spannend und interessant darüber zu lesen. Gleichzeitig unternimmt man mit George erste Schritte in Richtung Internet, wo man Fans gewinnen möchte, die das Unternehmen unterstützen. So langsam wird der liebenswerte Riese immer bekannter und beliebter. Das ist schon irgendwo ganz schön verrückt, aber eben auch richtig toll. Fand ich jedenfalls. Nach und nach wird George immer prominenter, wird in Schulen und TV-Shows eingeladen und bleibt doch stets der Familienhund, als der er bisher gelebt hat. Starallüren sind ihm fremd, und zum Glück kommen auch seine Herrchen niemals auf die Idee, etwas von ihm zu verlangen, das gegen seine Natur und sein Wesen geht bzw womit er nicht ohne Probleme zurechtkommen würde.Stattdessen sehmen sie so manches für ihn in Kauf. Beispielsweise als sie ihm ihr Luxusbett und der Hotelsuite überlassen, weil er nun mal nicht bequem auf zwei einfach Matratzen liegen kann. Ich habe sehr darüber gelacht, und weiß genau, dass ich es genauso gemacht hätte.
2013 ist George leider gestorben. Ich habe das Buch fast ein Jahr nach seinem Tod gelesen und empfinde es als eine gelungene Hommage an dieses besondere Tier, dass trotz aller Berühmtheit immer ein ganz normale Hund blieb und bleiben durfte. Ein Blick auf seine Facebookseite, die im Buch mehrfach erwähnt wird, lohnt aber auch nach Georges Tod noch. Dort kann man sehr schöne Hundebilder anschauen, es wird für Wohltätigkeitskampagnen für Hunde geworben und Filme von heldenhaften Hunden gezeigt.

Für jeden, der Hunde liebt und über Geschichten um Hunde lachen kann, fliegen die Seiten dieses Buchs nur so dahin. Es ist gleichermaßen spaßig, spannend und interessant geschrieben, sodass man nur schwer mal ein Pause einlegen kann. Die Kapitel sind vergleichsweise lang, was mir aber bei Lesen gar nicht so vorkam. Außerdem kommt man so mit jedem Kapitel ein gutes Stück voran, und das ist schließlich auch toll!

Mit dem gelben Cover ist das Buch schön auffällig. George selber ist einfach nur super süß und goldig wie er da liegt. Und dann dieser Hundeblick! Man möchte ihn einfach sofort ausgeibig knuddeln.

Fazit:  George war ein ganz besonderer Hund. Wie es dazu kam, das kann man in diesem Buch auf vergnügliche Art und Weise nachlesen. Ich empfehle es jedem Hundefreund, der bei einem Buch gerne auch mal lacht.


Titel: Giant George – Unser Leben mit dem größten Hund der Welt
Autor: Dave Nasser, Lynne Barrett-Lee
Seiten: 237
Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3863650902
Preis: € 8,99 (Broschiert)

Hundherum glücklich – Ein Freund – Ein Buch (Mara Andeck)

hundherumEin Hund ist ein echter Freund – und den möchte man möglichst gut kennen. Hundherum glücklich ist darum kein Ratgeber, sondern eine unterhaltsame Sammlung von Fakten rund um den Hund, überraschend, schlau und voller Witz. Hier bekommen Hundebesitzer Antworten auf all die Fragen, die sie sich beim Gassigehen stellen: Warum heben Rüden beim Pinkeln ihr Bein, Hündinnen aber nicht? Sehen Hunde fern – und wenn ja, welche Filme mögen sie? Und gibt es schlagfertige Alternativen zu dem abgegriffenen Satz: “Der tut nichts, der will nur spielen”? Ein Buch, das Mensch und Tier glücklich macht.

Ich liebe Hunde und habe bei Mara Andecks Jugendbüchern wirklich herzlich gelacht. Da war es nur logisch, dass ich mir auch dieses Buch zulegen würde. Ich mus gestehen, ich hatte etwas anderes erwartet. Ich dachte irgendwie, Mara Andeck würde in erster Linie von ihrem Hund erzählen und was sie bereits gemeinsam erlebt haben.
Das stimmt so direkt nicht. Natürlich berichtet sie ab und zu von ihrem Hund, aber im Wesentlichen ist das Buch ganz allgemein gehalten und nimmt sich den verschiedensten Themen rund um den wedelnden Hausgenossen an. Da geht es beispielsweise um den Hundeführerschein, den Umgang mit den Hinterlasenschaften des Vierbeiners, selbstgemachte Hundeleckereien und dem Hund in anderen Kulturen. Aber auch ernste Themen wie den Tod des geliebten Tieres oder Tierversuche an Hunden kommen zur Sprache. Um nur ein paar der Themen zu nennen, die man in diesem Buch antrifft.
Mit dieser abwechslungsreichen Mischung dürfte Mara Andeck den Geschmack jedes Hundehalters oder Hundliebhabers treffen. Die Hundehalter werden ihren Liebling sicher in einigen Passagen wiedererkennen. Und wer -wie ich- keinen Hund hat, diese Tiere aber trotzdem toll findet, der wird sich auf jeden Fall mit größtem Vergnügen durch die Kapitel lesen. Für beide “Parteien” gibt es hier aber obendrein und ganz klar auch noch viel zu lernen. Über einige Informationen habe ich einfach nur den Kopf geschüttelt. Was für ein Quatsch, was manche Gesetze um den Hund so vorschreiben. Andere wie zB beim Thema Tierversuche haben mich schaudern und am Verstand der Menschen zweifeln lassen. Und über wieder andere habe ich schlichtweg nur gestaunt, meist im positiven Sinne!
Schön ist an diesem Buch, dass es wirklich sehr objektiv geschrieben ist. Sicher, hier und da blitzt schon durch, wie sehr Mara Andeck ihren Hund und Hunde allgemein mag, doch es ist selten. So wird kein Verhalten -egal ob das des Hundes oder das des Menschen- je verurteilt oder vorgeführt. Es bleibt dem Leser und eventuellen Hundehalter überlassen, was er von den geschilderten Informationen hält und wie er sie für sich einsortiert. Ich kann es gar nicht leiden, wenn mir ein Buch gleich auch eine Wertung aufdrücken will, deshalb fand ich das bei diesem Buch wirklich toll! Da können Hundehalter und Hundefreunde eine ganze Menge für sich mitnehmen.

Das Buch liest sich leicht und vergnüglich. Nicht so zum Tränenlachen witzig wie Mara Andecks Teenie-Bücher, aber doch mit einem spitzbübischen Augenzwinkern und Humor. Da macht das Lesen einfach Spass. Zudem sind die einzelnen Kapitel meist knackig kurz. Da kann man auch mal ein paar mehr hintereinander lesen, ohne dass es anstrengt.

Das Cover lädt zum Kraulen ein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, denke ich. Sehr hübsch! Wer Hunde mag, der wird auch dieses Motiv mögen. Toll sind auch die zahlreichen Illustrationen im Buch. Liebevoll gezeichnet und zum Grinsen komsich.

Fazit: Ein hundherum gelungenes Buch für alle Hunde-Fans! Interessant, informativ, zum Schmunzeln, Staunen und gelegentlich auch zum Kopfschütteln und ein Tränchen verdrücken. Außerdem ist es mit vielen witzigen Illustrationen sehr liebevoll gestaltet. Mara Andeck hat mich auch mit diesem Buch wieder überzeugt.

Danke an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel: Hundherum glücklich – Ein Freund. Ein Buch.
Autor: Mara Andeck
Seiten: 304
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3785724866
Preis: 18,00 (HC)

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Inspektor Barney – Opossum unter Verdacht (Doreen Cronin / Tommi Piper)

Titel: Inspektor Barney – Opossum unter Verdacht / Verlag: DAVSpielzeit: ca 71 min / Buch: Doreen Cronin / gelesen von: Tommi Piper

inspektorbarney02Inhalt: Barney gelingt es nicht, sein Rentnerdasein in Ruhe zu genießen. Sein Riecher sagt ihm, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Henne Henrietta und ihre Küken sind in Gefahr! Ein Opossum schleicht nachts um den Hühnerstall herum. Und auch die neue Nachbarshündin gibt dem Ex-Rettungshund Rätsel auf. Wird Barney die Hinweise richtig deuten und seinen neuen Fall lösen können?


Ruhestand ist anders! Auf Barneys Hof ist immer etwas los! Dieses Mal treibt sich ein Opossum um den Hühnerstall herum, und auch wenn Barney immer wieder durchblicken lässt, wie sehr ihm Henne Hetti und ihre vorwitzigen Küken auf den Keks gehen, so merkt man doch auch, dass er ganz schön an ihnen hängt. Davon zeugen gleich mehrere lustige Momente und Diskussionen, die er mit dem lieben Federvieh führt. Speziell über die cleveren Küken kann ich dabei immer wieder grinsen, wenn sie Barney an seinem gesunden Hundeverstand zweifeln lassen.
Dass ein Opossum neuerdings um den Hühnerstall schleicht und Hetti samt ihrem flauschigen Nachwuchs deshalb in großer Gefahr schweben, kann Barney außerdem schon deshalb nicht durchgehen lassen, weil er sich auch als Beschützer der Bande sieht. Bei diesem Titel hätte ich allerdings gedacht, dass es ein wenig mehr um das Opossum gehen würde. Meistenst ist nur die Rede davon, dass es unterwegs und eine Bedrohung ist. Sicher, für die jungen Hörer reicht dieses Maß an Wissen sicher und für eine gewisse Spannung sorgt es auch, aber ich hätte mir doch die eine oder andere Begegnung mehr gewünscht.
Dafür steht etwas bzw jemand ganz anderes im Mittelpunkt der Geschichte: Nachbarshündin Lilly, und dieser Schönheit kann sich auch der coolste Inspektor kaum entziehen. Irgendwie hatte ich gleich bei ihrem ersten Auftritt die Ahnung, dass man ihr nicht recht trauen kann bzw sollte. Das lässt Doreen Cronin schön durchblicken, sodass sicher auch Kinder es schon bemerken werden. Das bringt ebenfalls nochmal Spannung in die Geschichte und es macht Spass zu verfolgen, wie Barney auf seine ganz eigene, leicht brummige, aber liebenswerte Art dem Rätsel um das Opossum und Lilly auf den Grund geht. Dabei geht es selbstverständlich immer wieder ganz schön turbulent zu, wofür alleine Hettis Küken sorgen, und Barney muss sich sogar mit seinem Erzrivalen verbrüdern und dabei einiges an Keksen springen lassen.

Für den brummigen Ton und die lässigen Sprüche sorgt auch in diesem zweiten Teil wieder Tommi Piper, dem ich den ALF hier häufiger angehört habe als beim Vorgänger. So wie er Barney zum Leben erweckt, sehe ich dabei immer irgendwie einen vierbeinigen, pelzigen Inspektor Columbo vor mir. Für Lilly hat er einen leicht arroganten Klang auf Lager und als Hetti und Co. klingt er hühnermäßig krächzig.

Barney und “seine” Kükenbande haben es auch dieses Mal auf das Cover geschafft. Ich mag Barneys resignierten Blick in Richtung der flauschigen Truppe. Gleichzeitig steht ein Ohr detektivisch-aufmerksam senkrecht. Schade, dass Lilly nicht noch an irgendeiner Stelle zu sehen ist, wo sie eine so große Rolle spielt. In frischem Orange macht das Cover jedenfalls gut auf sich aufmersam und dürfte jungen Tierfans nicht entgehen.

Fazit:  Ein paar mehr Begegnungen mit dem Opossum wären schön gewesen. Davon abgesehen ist Barneys zweiter Fall wieder kindgerecht spannend und oft sehr lustig. Außerdem endet er in einer großen Überraschung. Eine feine Mischung, die speziell tierbegeisterten Kindern viel Spass machen dürfte. Und nicht nur tierbegeisterten Kindern

Opa und der Hundeschlamassel (Erica S. Perl)

hundeschlamasselZelda zieht mit ihrer Familie von New York aufs Land. Alles ist anders. Die Zehnjährige muss ganz von vorne anfangen: neue Schule, neue Freunde und sie wird von einem Mitschüler gemobbt. Auch Opa Ace, der nun mit ihnen unter einem Dach lebt, ist anders als normale Großväter. Bekommt Zelda wenigstens von ihren Eltern endlich den heiß ersehnten Hund? Fehlanzeige! Opa Ace hat aber einen geheimen Plan, der seiner Enkelin helfen soll. Der seltsame Plan beschert Zelly turbulente Sommerferien, in denen sie neue Freunde findet und eine Menge lernt – nicht nur über Hunde.

Als ich das Buch in den Händen hielt, konnte ich mir noch nicht so richtig vorstellen, was ein Hundeschlamassel genau sein soll. Nun weiß ich es: ein Hundeschlamassel ist, wenn ein Kind sich wie wild einen Hund wünscht, vom Opa aber erstmal eine an einen Strick gebundene O-Saftflasche bekommt, für die es sorgen muss wie für einen echten Hund! Quasi um zu beweisen, dass es die Verantwortung übernehmen kann. Und mit einer O-Saftflasche an der Leine Gassi gehen, ist für sich schon ein echter Schlamassel. Was man dabei erlebt, erst recht!
Nach dem Lesen bin ich ja nun ziemlich von dieser Idee begeistert. So viele Kinder wünschen sich Tiere ohne zu wissen, was damit auf sie zukommt. Da finde ich die Idee eines solchen Intensivtrainings eigentlich ganz gut. Entsprechend zufrieden bin ich also Zellys Abenteuern mit der wenig hündischen Saftflasche gefolgt und habe sie sehr für ihr Durchhaltevermögen bewundert. Da spürt man, wie sehr sie sich tatsächlich einen Hund wünscht und dass sie auch dafür sorgen kann und würde. Ich habe also die ganze Zeit die Daumen gedrückt, dass sich ihr Wunsch schließlich erfüllen wird.
Doch geht es in dem Buch nicht alleine um dieses Thema. Zelly ist anfangs noch recht schüchtern, die “Neue” in der Klasse und nicht sonderlich beliebt, zuhause verbreitet der Opa Chaos, der seit Kurzem bei der Familie lebt, unter dem Tod der Oma leidet Zelly sehr und auch ihre Eltern und ihr Bruder halten sie ganz schön auf Trab.
Doch wer eine Orangensaftflasche ausführt, der muss sich über kurz oder lang behaupten, denn die wenigsten Leute werden das normal finden. So lernt Zelly nach und nach, sich zu behaupten und für ihren “Hund” einzustehen. Sie findet durch O.J. -wie er genannt wird- einen neuen Freund, während ihre angeblich beste Freundin im Sommercamp ist und ihr nie schreibt. Und nicht zuletzt macht sie natürlich auch ihren Opa stolz, der diese Idee hatte.
Recht spät in der Geschichte flippt Zelly dann doch einmal so richtig aus und schimpft ihren Opa wegen der Saftflaschenhundeidee und dem ganzen Ärger den sie deshalb hat. Wenig später erleidet Opa einen Herzanfall und Zelly gibt sich die Schuld daran und hat unheimlich Angst, dass er stirbt wie die Oma. Plötzlich ist O.J. doch nicht mehr peinlich und sie würde ewig Gassi mit ihm gehen, wenn nur dem Opa nichts passiert.
Hier wird also sogar auch das Thema “Tod” engeschnitten. Das hat mich überrascht, denn in einem Kinderbuch findet man das doch eher selten. Es passt aber gut hierher und in den Verlauf der Geschichte und wird kindgerecht angegangen. Also durchaus mit einer spürbaren Dramatik, die aber nicht so in die Tiefe geht, dass es verstörend oder beängstigend auf die jungen Leser wirkt. Es zeigt aber klar auf, dass selbst der verrückteste Opa immer noch ein ganz wichtiger Opa ist, den man -Streit hin oder her- doch liebt.
Am Ende der Geschichte steht jedenfalls eine ganz andere Zelly als die, die man eingangs kennengelernt hat. Mir gefällt es immer, wenn solche Botschaften in solch lustigen Geschichten verpackt sind. Nichts ist schlimmer als der pädagogische Zeigefinger.
Dass man an sich und eine Sache glauben muss, wenn man Erfolg haben will, und dass selbst die schrägste Familie eben doch Familie und damit ganz wichtig ist, wird hier auf amüsante und ziemlich schräge Art vermittelt.
Erklärtes Ziel des Ariella Verlags ist es, den jungen Lesern ein Stück weit die jüdische Kultur nahezubringen. Entsprechend ist Zellys Familie jüdischen Glaubens und speziell Opa benutzt oft jiddische Ausdrücke. Wenn das nun dazu dient, den Kindern etwas über diese Kultur zu vermitteln, bitte! Ich habe wirklich nichts dagegen, bitte also nicht falsch verstehen, aber der Handlung dient das so gut wie gar nicht. Die könnte auch in Familien jeder anderen Glaubensrichtung spielen. Alleine im Hinblick auf die Geschichte empfand ich diese Betonung also eigentlich als unnötig.

Zelly hat eine ausgesprochen witzige Art zu erzählen und so liest sich das Buch zügig weg. Da fliegen die Seiten nur so dahin, zumal man ja auch unbedingt wissen möchte, ob ihre Mühen sich lohnen. Die Kaptel haben eine angenehme Länge, sodass man sich immer denkt: ach, eins noch…und plötzlich ist man durch. An den Kapitelanfängen sind niedliche Hundetapsen abgedruckt und zwischen den Absätzen liegt immer mal ein Knochen herum 😉 Das ist niedlich anzusehen.

Mir gefällt das Cover. Das helle Blau wirkt freundlich und einladend. Und als Hundefan kann man mich mit einem Napf und einer Leine schon ganz leicht für etwas begeistern-

Fazit:   Eine zwar witzige Geschichte, die rasant erzählt wird, aber “Opa und der Hundeschlamassel” hat auch ganz wichtige ernste Botschaften mit an Bord. Es macht Mut, für sich und seine Überzeugungen einzustehen und an sich zu glauben. Und es zeigt auf, wie wichtig die Familie und Freunde sind. Ich habe Zelly gerne bei ihren Entdeckungen begleitet und bin der felsenfesten Überzeugung, dass ihr “Hundetraining” mit der Saftflasche jeder -auch Erwachsene- durchziehen sollten ehe sie sich wirklich einen Hund zulegen.

Vielen Dank an den Ariella Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Opa und der Hundeschlamassel
Autor: Erica S. Perl
Seiten:  199
Verlag: Ariella Verlag
ISBN: 978-3981382556
Preis:  € 14,95 (HC)

Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald (Ritta Jacosson / Denise Siebeneichler & Gordon Piedesack)

Titel: Ein Svea Andersson Krimi (01) – Todeswald / Verlag: Kosmos / Spielzeit ca. 426 min / Buch: Ritta Jacobsson / gelesen von: Denise Siebeneichler, Gordon Piedesack

Inhalt: An einem kalten Novemberabend verschwindet Sveas Freundin Mikaela spurlos. Gleichzeitig findet Svea den Hund ihres Nachbarn und heimlichen Schwarms Linus angefahren und schwer verletzt im Wald. Svea und Linus versuchen den Autofahrer zu finden, der den Rottweiler verwundet liegen ließ. Dabei werden sie unbeabsichtigt auch in die Ermittlungen um Mikaelas Verschwinden hineingezogen. Nach einigen Tagen findet man das Mädchen tot im Wald. In Svea keimt der Verdacht, dass sie den Täter kennt.


Ich muss vorausschicken, dass ich Sveas Abenteuer bereits gelesen habe und somit schon vor den Hörbüchern ein Fan der ungen, schwedischen Detektivin war. Dieser erste Fall nimmt in meinem persönlichen Ranking auch den ersten Platz ein. “Todeswald” ist von der ersten Minute an ausgesprochen spannend. Vor allem deshalb, weil relativ früh ziemlich eindeutige Zeichen auf einen bestimmten Täter deuten. Und der stellt für Svea, die ihm tatsächlich sehr nahe steht, bei ihren Nachforschungen natürlich eine große Gefahr dar. Während man sich als Hörer also schon zusammenreimt, wer hinter der Tat steckt, muss Svea dies erst herausfinden. Somit ist man ihr quasi einen kleinen Schritt voraus und kann so umso besser um sie bangen und für sie und ihre Nachforschungen hoffen. Dabei stellt Svea sich übrigens ausgesprochen clever an. Fast ein wenig zu clever für eine 13jährige, könnte man ab und zu sagen. Doch das sehe ich nicht als Kritikpunkt an, denn dadurch sind ihre Fälle sicher auch für etwas ältere Krimi-Fans interessant. Ein wenig mädchenhaft geht es hier und da zwar schon zu, aber Svea ist nun mal ein Mädchen und sonst meistens eher burschikos und unerschrocken. Da darf sie auch gerne für den Nachbarsjungen schwärmen und ihren Hund lieben. Auch das gehört zum Wesen eines Teenies und es macht die junge Detektivin schnell sympathisch.

Gelesen wird die Geschichte von Denise Siebeneichler, die ich hier zum ersten Mal gehört habe. Sie macht ihre Sache wirklich sehr gut. Sie liest locker weg, mal sehr fröhlich, dann wieder ruhig oder etwas ängstlich, immer so wie es die jeweilige Situation gerade erfordert. Da macht es Spass zuzuhören. Auch über sechs CDs hinweg. Mir klang sie lediglich etwas zu erwachsen für die 13jährige Svea, aber daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt. Gordon Piedesack wird zwar auf dem Rückseite des Cases als Sprecher aufgeführt, doch Fans von ihm sollten sich davon nicht verleiten lassen. Er spricht hier lediglich quasi die “Anmoderation” und am Schluss die Produktionsdetails. Ich hatte erwartet, ihn auch in der Geschichte zu hören, doch das ist bei diesem ersten Teil noch nicht der Fall.

Bei diesem Hörbuch wird sehr viel mit Musik und Geräuschen gearbeitet. Oft sind passende Melodien zu hören, die den Szenen zusätzlich die erforderliche Stimmung verleihen. Ebenso häufig erklingen auch Geräusche im Hintergrund, die den Schauplatz der jeweiligen Szene veranschaulichen. Gerade das hat mir ganz prima gefallen, weil es ein Hörbuch einfach wunderbar auflockert.

Das Covermotiv wurde von der Buchvorlage übernommen und gefällt mir auch beim Hörbuch gut. Ich mag dieses schwarzen Rahmen durch den man wie durch ein zerfetztes Loch auf die Szene im Wald schaut. Das ist gleichzeitig düster und kontrastreich. Auch auf den CDs findet man einen Waldausschnitt und außerdem einige Sätze aus der Geschichte, die neugierig darauf machen.

Fazit:  Auch als Hörbuch hat mir Sveas erster Fall richtig gut gefallen. Sehr spannend und mit einer wirklich cleveren Detektivin im Mittelpunkt, mit der man schnell warm wird. Zusammen mit Denise Siebeneichlers lebendigen Art zu lesen ein echtes Krimi-Vergnügen.

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