Hunde

Die Pfotenbande (02) – Socke macht Theater (Usch Luhn / Sabine Falkenberg)

Titel: Die Pfotenbande (02) – Socke macht Theater  / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 118 min / Buch: Usch Luhn / gelesen von: Sabine Falkenberg

Inhalt: Leni, Henry, Paula und Max sind stinksauer: Ihre Lehrerin Frau Rabe ist strikt gegen ein Schultheaterstück über Piraten. Dabei wäre der alte Kahn im Hafen die perfekte Bühne! Die Pfotenbande braucht einen tierisch guten Plan, um Frau Rabe umzustimmen. Gut, dass die Freunde ihre schlauen und mutigen Vierbeiner haben. Denn auch mit den merkwürdigen Typen am Anleger ist nicht gut Hundekuchen essen.


Diese CD hat ziemlich lange auf ihren Auftritt in meinem Player gewartet. Mit dem ersten Teil hatte ich damals gewisse Probleme, da habe ich hier gezögert. Mit Recht, muss ich sagen. Mir ging es mit diesem zweiten Teil genauso.
An der Geschichte habe ich gar nichts auszusetzen. Sie ist wie gemacht für große und kleine Hundefreunde, denn ohne ihre Hunde ist die Pfotenbande selten unterwegs. Dabei kann man dann auch noch ein paar wichtige Dinge über Hunde und den Umgang mit ihnen lernen.
Das Piratentheaterstück verspricht alleine schon Spannung. Kein Wunder, dass die Kinder es unbedingt aufführen wollen. Gäbe es da nicht ihre Lehrerin, Frau Rabe, die entschieden dagegen ist. Da muss ein Plan her! Es macht Spass zu verfolgen, wie die Freunde mit diesem Problem umgehen. Nicht alle ihre Ideen sind allerdings gelungen, aber auch das darf in solch eine Geschichte mal so sein. Im Leben klappt schließlich auch nicht immer alles nach Plan. Und Meckern und Schimpfen bringt einen auch nur selten wirklich voran. Es schadet sicher nicht, wenn eine Kindergeschichte auch solche Dinge vermittelt.
So bleibt es auch bis zum Schluss spannend. Es ist nie vorhersehbar, wie die Geschichte enden wird. Mal sieht es gut für die Pfotenbande aus, dann wieder scheint die Sache schwieriger zu sein als gedacht. So bleibt man durchweg neugierig, ob das mit dem Thaterstück klappen wird und ob und wie die Freunde ihre Lehrerin umstimmen.

Knackpunkt ist für mich an dieser Reihe immer noch Sprecherin Sabine Falkenberg. Sie erzählt zwar leicht und locker und munter, aber bei gewissen Stimmen bzw Redeweise, die sie für einzelne Figuren bereithält, muss ich ehrlich die Zähne zusammenbeißen. Besonders Paulas ewig kreischende Stimme und die abgehackte Art zu Sprechen, die sie Henri verleiht, gehen für mich gar nicht. Das eine nervt und das andere ist einfach alles andere als authentisch für ein Kind.

Einige muntere Musikstücke zwischen den Szenen gibt es auch hier wieder. Das lockert bei einer längeren Spielzeit angenehm auf. Außerdem sind hier und da ein paar schöne Geräusche eingefügt, was das Gehörte lebendiger macht.

Auf dem Cover ist natürlich das Piratenschiff zu sehen, die Hunde, von denen besonders Socke niedlich und witzig aussieht, und einTeil der Bande ist ebenfalls dabei. Sichtlich mit viel Spass.

Fazit:  Einmal mehr eine schöne, lustige und spannende Geschichte, in der Hunde eine wichtige Rolle spielen und bei der man einiges über sie erfährt und lernen kann. Alles fein! Nur die Sprecherin hat es mir auch dieses Mal wieder schwer gemacht mit gewissen Stimmen, die sie den Kindern leiht.

Hunde beschäftigen mit Martin Rütter (Martin Rütter)

In Martin Rütters neuem Buch ist für jede Rasse und jeden Charakter etwas dabei. Beute-, Schnüffel-, Bewegungs- und Denkspiele bieten unendliche Möglichkeiten für Beschäftigung auf dem Spaziergang oder zu Hause. Der Hundeprofi gibt Tipps, wie man die Motivation weckt, das Training aufbaut und Belohnungen einsetzt. Auch mögliche Gefahren kommen nicht zu kurz. So macht das Spiel im Mensch-Hund-Team nicht nur Spaß, es fördert auch die Bindung und macht beide Partner glücklich.

Nein, ich habe nachwievor keinen Hund. Aber ich bin nachwievor überzeugt von Martins Rütters Training für Mensch und Hund.
Entsprechend kam ich auch an diesem Buch von ihm nicht vorbei.

 

Grob gliedert es sich in vier Kapitel:  Beschäftigung für jeden Hund – Je nach Veranlagung – Aufbau des Hundetrainings – Spielideen, für jeden etwas dabei

„Beschäftigung für jeden Hund“ – Hier wird zunächst verdeutlicht, wieso Hunde unbedingt Beschäftigung brauchen. Dabei wird Bezug darauf genommen, welche Jobs gewisse Rassen früher hatte, sodass es dem Leser einleuchtend wird, wieso welche Beschäftigung gut für bestimmte Rassen sind. Wenn man etwas (dazu) lernt bzw lernen möchte, dann muss man schließlich auch das „Warum“ verstehen Ausserdem erfährt man in diesem Kapitel, wie der Tag mit dem Hund in Sachen Beschäftigung getaktet sein sollte. Wieviel Beschäftigung ist nötig, wie lange am Stück und warum es auch Zeiten der Entspannung geben muss. Und natürlich wird hier einmal mehr aufzeigt, wie gut Beschäftigung mit dem Hund auch für den Menschen ist. Ich fand dieses Kapitel vor allem deshalb so gut, weil ich denke, dass sich längst nicht jeder angehende Hundehalter wirklich Gedanken darüber macht, was sein neuer Hausgenosse an Beschäftigung braucht. Es wird hier schon sehr deutlich, wieso Beschäftigung so wichtig ist und es ist dabei unverkennbar, dass diese eben auch Zeit und Aufwand bedeutet.

„Beschäftigung je nach Veranlagung“ – In diesem Kapitel werden zunächst verschiedene Rassegruppen aufgeführt wie zB Gesellschaftshunde, Treibhunde, Hütehunde etc. Kurz wird erläutert, wozu diesen Rassen gezüchtet wurden. Anschließend findet man jeweils Vorschläge für geeigenete Beschäftigungen. So kann man sich schon mal einlesen, was dem eigenen Hund entspricht. Weiterhin geht es in diesem Kapitel darum, die Körpersprache des Hunde kennenzulernen und sie deuten zu können. Das finde ich deshalb wichtig, weil der Hund so auch Signale darüber gibt, wie er mit der aktuellen Beschäftigung klarkommt. Und dass es keinen Sinn macht, einen Hund zu beschäftigen, wenn dieser damit überfordert ist, daran keinen Spass hat etc , sollte jedem klar sein. Spätestens nach diesem Kapitel. Zuletzt bekommt man noch einige Informationen dazu, wie man Welpen beschäftigt und wie man Hunderenter beschäftigt, sodass klar wird, Beschäftigung ist ein Hundeleben lang notwendig.

„Aufbau des Hundetrainings“ – Hier wird es nun schon deutlich praktischer. Man lernt, wie das Training aufgebaut sein sollte um zum Ziel zu kommen. So hat man einen guten ersten Leitfaden an der Hand. Danach wird darauf eingegangen, wie der Hund lernt. Auch das finde ich wichtig zu wissen, denn wenn man völlig am Hund vorbei trainiert, gar nicht weiß, wie er etwas lernt, kann einfach schnell viel schiefgehen. Belohnungen sind hier ebenfalls ein Thema, denn eine Belohnung muss nicht immer ein Leckerchen sein. Da das sicher der erste Gedanke eines Hundehalters ist, ist es gut, hier auf weitere Belohnungsformen aufmerksam gemacht zu werden. Denn oft muss es für den Hund gar kein Leckerchen sein, es gibt auch viele andere Varianten einer Belohnung. Zuletzt geht es hier noch darum, mehrere Hunde zu trainieren. Worauf kommt es dabei an? Was sollten die Hunde zuvor lernen bzw können.

„Spielideen – Für jeden etwas dabei“ – Hier sind zahlreiche Spielideen aufgeführt. Es wird erläutert, inwiefern sie für den Hund gut sind (beispielsweise um Selbstbewusstsein zu erlangen oder auch um die Orientierungsfähigkeit zu fordern und fördern). Dabei wird stets erklärt, was genau für diese Spiele notwendig ist, und wieso eigentlich. Jeder Spielidee-Abschnitt beginnt mit leichten Übungen, steigert sich dann aber in Sachen Herausforderung. So kann man sich daran entlang arbeiten, wenn die ersten Übungen gut laufen und man sich dann steigern möchte. Dieses Kapitel ist mit Recht das Umfangreichste, denn alle Theorie nutzt nichts, wenn der Hundehalter zu wenig Phantasie, zu wenige Ideen hat um seinen Hund zu beschäftigen.

Wie von den Büchern dieser Reihe bekannt, findet man auch in diesem Buch zahlreiche erklärende Bilder, die nochmal zusätzlich veranschaulichen, was in den Texten erklärt und beschrieben wird. Hier sieht man, wie Beschäftigung mit dem Hund aussehen kann und ich finde, das motiviert doch ganz schön, es selbst mal mit seinem Hund auszuprobieren. Nebenbei sind die Bilder so schön, dass es sich alleine dafür schon lohnt, das Buch mal durchzublättern. Sicher bleibt man wegen des einen oder anderen Bildes mal hängen, liest und lernt so (dazu).
Trotzdem ist es ratsam, von vorne mit dem Buch anzufangen.

Fazit: Einmal mehr ein interessantes Buch, das anhand zahlreicher Beispiele aufzeigt, wieso Beschäftigung so wichtig für den Hund ist, wonach sie sich richten sollte und worauf man bei der Auswahl achten sollte. Damit lernt man seinen Hund ja auf gewisse Weise auch nochmal neu kennen und macht sicher die eine oder andere lohnende Entdeckung, wie das Zusammenleben von Mensch und Hund noch schöner und intensiver werden kann. Für beide Seiten, denn auch darauf wird hier wieder Wert gelegt: auch der Mensch muss seinen Teil beitragen.


Titel: Hunde beschäftigen mit Martin Rütter
Autor: Martin Rütter
Seiten:  160
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440144589
Preis: 19,99 (HC)

Die Pfotenbande (01) – Lotta rettet die Welpen (Usch Luhn / Sabine Falkenberg)

Titel: Die Pfotenbande (01) – Lotta rettet die Welpen / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 121 min, 2 CDs / Buch: Usch Luhn / gelesen von: Sabine Falkenberg

pfotenbande01Inhalt: Leni, Henry, Max und Paula entdecken einen unheimlichen Mann mit einer Holzkiste. Die Pfotenbande legt sich auf die Lauer und kommt einem hundsgemeinen Verbrechen auf die Spur: In der Kiste befinden sich Dalmatinerwelpen!


Sicher wird niemand verwundert darüber sein, dass ich an dieser Reihe nicht vorbeikam. So tierverrückt wie ich bekanntlich bin, verstand sich das von selbst.
An der Geschichte habe ich auch gar nicht viel auszusetzen. Sie braucht allerdings eine ganze Weile, ehe sie so richtig in die Gänge kommt. Wirklich langatmig wird es bis dahin jedoch nicht. So hat man ausreichend Zeit, die Mitglieder der Pfotenbande gut kennenzulernen. Und natürlich auch ihre vierbeinigen Begleiter, ohne die bei ihnen gar nichts geht. Dabei hat mir sehr gut gefallen, dass dem Hörer einiges über Hunde, den Umgang mit ihnen und über die Pflichten, die mit ihnen zusammenhängen, vermittelt wird. Da sich Kinder oft einen Hund wünschen, ist das hier gut angebracht.
Dann beginnt aber doch der erste Fall für die Pfotenbande. Erfreulicherweise ist er nicht so vorhersehbar, wie es sonst bei Kinderkrimis oft der Fall ist. So kann man gut mitknobeln. Und auch die eine oder andere Wendung hält bei Laune. Dabei beweisen die Kinder und ihre Hunde, wie gut sie zusammenarbeiten und zuammenhalten. Kinder und Hunde spielen gleich große Rollen, ohne dass es dabei je zu unglaubwürdig oder überzogen wirkt. Und auch der Spass kommt nicht zu kurz. Gerade bei den Hunden gibt es den einen oder anderen liebenswerten Witzbold, der für ein Schmunzeln oder Lachen sorgt.

Sabine Falkenberg habe ich hier zum ersten Mal als Sprecherin gehört. Jedenfalls soweit ich mich erinnere. Leider hatte ich mit ihr so meine Probleme. Dabei ist ihre Stimme an sich wirklich angenehm anzuhören. Und es ist klar, dass ein Hörbuchsprecher den Figuren -soweit es geht- verschiedene Stimmen verleihen muss, damit man die Charaktere daran unterscheiden kann. Aber ein Kind, das so abgehackt spricht, als stände hinter jedem Wort ein Punkt? Das kann ich mir in der Realität überhaupt nicht vorstellen. Und wieso muss ein anderes Kind ständig, auch beim normalen Sprechen, so schmerzhaft kreischend klingen? Beides Phänomene haben mich sehr gestört.

Zwischen den einzelnen Szenen / Kapiteln sind muntere und fröhliche Musikstücke eingefügt, die das Anhören über längere Zeit auflockern. Außerdem kann man an ihnen leicht mal eine Pause einlegen. Das fällt leichter, als wenn man mitten aus einer gespielten Szene aussteigt.

Das Covermotiv ist schön bunt, fröhlich und einfach goldig mit den Welpen und natürlich Lotta und Kiwi. Die Welpen und der Holzkasten sind gleichzeitig auch schon Hinweise auf die Geschichte und dürften junge Tierfreunde schnell ansprechen und neugierig machen.

Fazit:  Ein wirklich schöner und auch spannender Fall mit liebenswerten Figuren. Menschlichen und auch Tierischen. Ich hatte die Pfotenbande schnell ins Herz geschlossen und bin ihrem Abenteuer neugierig gefolgt. Leider konnte mich Sabine Falkenberg als Sprecherin nicht von sich überzeugen, da sie einigen Kindern wenig authentische Stimmen verleiht.

Die drei !!! (40) – Achtung, Spionage!

Titel: Die drei !!! (40) – Achtung, Spionage! / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Bernd Stephan, Colin Solman, Christian Rudolf, Clemens Gerhard ua

dda40Inhalt: Bei der Familie der kleinen Magdalena, bei der Franzis Schwester als Babysitter jobbt, passieren seltsame Dinge. Wer hat die Abhörwanze installiert? Und warum verschwindet der Stammbaum des Familienhundes? „Die drei !!!“ greifen die Spur auf und ahnen nicht, dass am Ende ein abenteuerlicher Showdown auf sie wartet.


Es gibt eine Sache, die ich an vielen Folgen dieser Reihe wohl nie verstehen werde: wieso muss man quasi zwei Fälle in eine Geschichte packen, wenn jede für sich genommen völlig okay für eine eigenständige Story wäre?
Genau das ist auch hier wieder der Fall. Das führt dazu, dass man etwa in der Mitte -genau wie die drei Freundinnen- der Fall sei abgeschlossen. Ungewohnt kurz, aber abgeschlossen. Gäbe es nicht Fräulein Kim Jülichs scharfen Verstand, hätte ich die Geschichte ohen Bedenken als „erledigt“ durchgehen lassen. Doch dann geht es plötzlich weg von der Handlung um die Spionage aus der Pralinenschachtel zu einem ganz anderen Thema, das fortan im Mittelpunkt steht.
Nicht falsch verstehen, ich fand beide Handlungsstränge gut und spannend. In beiden Fällen halten sich die Detektivinnen an ihren Auftrag, Privates und die liebe Liebe pfuschen dieses Mal nicht groß dazwischen, sodass ein griffiger Eindruck entsteht. Aber wieso so oft diese „Schachtelfälle“?

Freya Trampert hat mir als Frau Nowak gut gefallen. Sie hat eine angenehme Stimme und spricht in ruhigem Ton, was Frau Nowak schnell sympathisch wirken lässt. Toll fand ich auch Colin Solman alias Robert Clarks, denn so bringt die englische Hundefan einen glaubhaften Akzent mit. Außerdem gibt es ein Wiederhören mit Bernd Stephan in der Rolle von Herrn Kranichstein. Darüber habe ich mich gefreut. Ich finde es immer schön, wenn man vertraute Nebenrollenfiguren nach einer Weile noch einmal in einer Reihe antrifft.

Musikalisch bewegt man sich auf vetrauten Pfaden. die Folge klingt genauso wie ihre Vorgänger, was den Seriencharakter verstärkt. Ich hätte noch immer nichts gegen etwas Abwechslung einzuwenden, frage mich aber dann widerum auch, ob ich nicht stutzen würde, wenn eine Folge plötzlich anders klingen und somit aus dem Rahmen fallen würde.

Immerhin wird auf dem Cover das zusammengefasst, was ich an der Geschichte als so zweigeteilt empfunden habe. Somit steckt genug in dem Motiv, was einen neugierig auf die Folge macht.

Fazit: Wieder so eine Folge, in der eigentlich zwei Fälle für die Detektivinnen steckt. Einzeln für sich fand ich beide interessant und spannend, aber ich werde den Sinn dieser Kombinationen wohl nie verstehen.

 

Tote Hunde beißen nicht – Bröhmann ermittelt wieder (Dietrich Faber)

broehmann03Kommissar Henning Bröhmann hat den Dienst noch nie sehr geliebt. Und er hat die Nase ziemlich voll: von der Provinz, den Kollegen, dem diktatorischen Vater. Mit dem reist er eines Tages nach Berlin: Beerdigung eines alten Kollegen von Bröhmann senior. Doch in der Hauptstadt geschieht etwas Unerwartetes, Schreckliches. Ein gewaltsamer Tod. Nein, zwei. Und kurz darauf ist der Vater verschwunden. Henning geht der Sache nach und kommt einer unschönen Geschichte auf die Spur. Vor Jahrzehnten, als der Alte noch das Heft in der Hand hielt, verschwand ein Mann hinter Gittern und schwor Rache. Nun sterben in der Gegenwart Menschen. Und Hunde!

Nachdem ich Band 2 der Reihe in einer Nacht ausgelesen hatte, habe ich am folgenden Abend sofort zu diesem dritten Band gegriffen. Natürlich in der Erwartung wieder eine solch amüsante und spannende Lektüre vor mir zu haben.
Die Geschichte begann mit einer echten Überraschung. Auf den ersten Seiten blieb mir wortwörtlich vor Staunen der Mund offen stehen. Mit allem hatte ich gerechnet, damit aber ganz sicher nicht. Somit ging es vielversprechend los!
Doch schon mit der Fahrt nach Berlin, die Bröhmann zusammen mit seinen beiden Kindern und den Eltern unternimmt um dort einen alten Kollegen seines Vaters zu Grabe zu tragen, erhielt meine Begeisterung einen ordentlichen Dämpfer. Das lag alleine an Bröhmanns Eltern, die mir elendig auf die Nerven gingen, und auch ein wenig an Bröhmann, der ihnen kaum etwas entgegenzusetzen hat.
Das ist überhaupt eines der wesentlichen Probleme, die ich mit diesem dritten Teil hatte. Dass die Geschichte auf neue Charaktere setzt, die Franziska, Melina und Laurin nicht ansatzweise das Wasser reichen können. Bröhmanns Eltern nerven ohne Ende und seine alternativ orientierte Schwester habe ich ebenfalls immer wieder zum Teufel gewünscht. Von Franziska hört man kaum etwas, Melina ist plötzlich von ganz anderen Wesen, gar nicht mehr frech und aufmüpfig, und Laurin wird zügig auf Klassenreise geschickt und mischt gar nicht mehr mit. Später erscheint dann noch eine Rike auf der Bildfläche, die mir einfach nur auf den Keks ging, und eine Sabse, über die ich ebenfalls nur die Augen verdreht habe. Ein sehr schlechter Tausch liebgewonnener Figuren gegen Charaktere, die man keine drei Seiten lang am Stück ausshält.
Auch Bröhmanns neuer Fall konnte mich nicht so richtig begeistern. Selbstverständlich war ich gespannt und neugierig, was mit Bröhmanns Vater passiert ist. Eine klasse Idee, jemanden zum Opfer eines Verbrechens zu machen, der Bröhmann so nahesteht. Da hofft und bangt man automatisch intensiver mit als wenn es um jemand Außenstehenden geht. Mir zogen nur die Ermittlungen zu weite Kreise. Sie führen Bröhmann Jahrzehnte zurück, und das war mir dann eine ganze Spur zu komplex für einen Bröhmann-Fall. Vor allem, weil mir die beteiligten Figuren nicht vertraut genug wurden um immer genau zu wissen, um wen es gerade geht bzw mit wem man gerade zu tun hat. Und was diejenigen nun früher und heute miteinander zu tun haben. Dafür waren mir die Charaktere zu wenig markant um jederzeit den Überblick zu haben. Und dabei blieb dann letztlich auch die Spannung um das „Warum“ hinter dem Fall ziemlich auf der Strecke.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass ich nicht halb so viel gelacht habe bei diesem Band wie beim vorigen Teil. Wer Figuren wie Bröhmanns Eltern und seine Schwester witzig finden, dem wird es vielleicht anders gehen. Mir haben die alte Melina, Laurin und Franziska klar mehr Spass gemacht. Und auch sonst gab es kaum Szenen, die ich so richtig lustig fand. Schade.
Trotzdem, das Ende der Geschichte darf nicht wahr sein!

Zum Glück ist es dabei geblieben, dass sich das Buch lesen lässt wie nichts. Ich mag Bröhmanns lockeren Erzählstil und die untergemischten Dialoge in hessischem Dialekt, die erstens noch mehr auflockern und zweitens für das typische Flair eines Regionalkrimis sorgen.

Das Covermotiv finde ich immer noch toll. Klar, tierverrückt wie ich nun einmal bin. Es passt so einfach gut zum Titel. Und ein wenig krimimäßig düster wirkt das Motiv ebenfalls.

Fazit:  Für meinen Geschmack der schwächste Band der Reihe. Sympathische und liebgewonnenen Charaktere wurden durch absolut unsympathische und nervige Figuren ausgetauscht, die ich überhaupt nicht lustig fand. Der Fall ist nicht übel, zumal Bröhmann dem Opfer sehr nahesteht, aber er zog mir zu weite und komplexe Kreise, in denen ich mich mangels markanter Figuren nur schlecht zurechtfand. Dennoch hoffe ich, dass das Ende nicht wahr ist.


Titel:  Tote Hunde beißen nicht – Bröhmann ermittelt wieder
Autor:  Dietrich Faber
Seiten:  288
Verlag: Rowohlt (Polaris)
ISBN: 9978-3499267604
Preis:  € 14,99 (Broschiert)

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