John Sinclair Dead Zone

John Sinclair – Dead Zone (01) – Zeichen

Titel: John Sinclair – Dead Zone (01) – Zeichen / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 85 min / Sprecher: Torben Liebrecht, Julian Greis, Peter Kaempfe, Celine Fontanges ua

Ein geheimnisvolles Artefakt auf dem Meeresgrund.
Eine rätselhafte Mordserie. Die Opfer sind bestialisch entstellt.
Eine uralte Macht, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.
Und ein Mann, der im Kampf gegen das Böse seine Berufung findet: John Sinclair.
»Sinclair Dead Zone« ist der Auftakt der neuen Serie SINCLAIR und erzählt die Entstehungsgeschichte von John Sinclair völlig neu und von Anfang an. Noch nie war SINCLAIR zeitgenössischer, unheimlicher und düsterer.


Wer auf dieser Seite schon ein bisschen herumgestöbert hat, der hat vielleicht herausgelesen, dass ich nicht der größte Sinclair-Fan bin. Mir erschließt sich das Besondere daran nicht, was sicher auch am fehlenden Nostalgiefaktor liegt. Aber ich bin gewillt, gewissen Dingen mehrere Chancen zu geben. Deshalb habe ich es mit dieser ersten Episode von “Dead Zone” versucht. “Zeitgenössischer, unheimlicher und düsterer” soll diese neue Reihe also sein. Im Vergleich zu anderen Sinclair-Reihen, versteht sich.
Auf mich hat sie allerdings vor allem einen fürchterlich konfusen Eindruck gemacht. Dabei begann es ganz vielversprechend mit dem Artefakt aus dem Meer. Und auch dass es eine Mordserie gibt, die den Ermittlern Rätsel aufgibt, habe ich noch mitbekommen. Leider fiel es mir anschließend sagenhaft schwer, diese beiden Handlungsstränge im Blick zu behalten. Hier und da gab es Momente, da konnte ich Zusammenhänge erkennen, aber in Summe viel zu wenige. Das lag vor allem daran, dass die Handlung ständig springt. Von einem Handlungsort zum anderen, von den einen Figuren zu den anderen. Es werden einem Namen um die Ohren gehauen, die ich selbst nach dreimaligem Hören noch nicht auf die Reihe bekomme und zuordenen kann. Auch wenn mich einige jetzt wieder anspeien werden: ein Erzähler hätte mancher Passage ehrlich gut getan! So sehr mich dieses Gabriel Burns-Erzähler-Double zum Anfang hin gefordert hat, an anderer Stelle wäre so jemand wirklich nett gewesen um den Durchblick zu behalten. Irgendwo in diesem Chaos muss wohl auch das Zeitgenössische an mir vorbeigezogen sein.
Düster ist die Story ganz sicher und sie hat ihre unheimlichen Szenen. Man ahnt so sehr bald, dass Sinclairs Gegner nicht von dieser Welt ist. Ich kann jetzt aber nicht behaupten, dass all das unheimlicher und düsterer ist als von anderen Sinclair-Serien. Man soll ja scheinbar nicht vergleichen, denn alleine laut Klappentext ist dieser Sinclair völlig neu. Aber das nachfolgende “noch nie war Sinclair usw” wird man eben doch zum Vergleichen verleitet.

Die Sprecherliste kann man ohne Übertreibung als umfangreich bezeichnen. Ich hätte es also wissen müssen, dass das Hörspiel für mich eine Herausforderung sein würde. Torben Liebrecht macht aus Sinclair einen wirklich coolen Typen, gibt ihm aber auch einen leicht düsteren Klang, was gut zur Stimmung des Geschehens passt. James Powells Art hat mir dagegen oft weniger gefallen, ich schätze aber, das soll so sein und somit liefert Peter Kaempfe einen sehr guten Job ab.

Musik kommt oft zum Einsatz, meistens jedoch eher zurückhaltend. Laut und durchdringend sind dagegen die Geräusche. Oft auch einfach viel zu laut. Das sorgt vielleicht ein- oder zweimal für einen Schreckmoment, aber um gewisse Szenen oder Schauplätze anschaulich zu machen, hätte es ruhig auch etwas leiser zugehen dürfen.

Egal, ob Krimi, Thriller oder Grusel, ich bin für helle Cover bei diesen Genres irgendwie nicht zu haben. Dafür gefällt mir der verwaschen dargestellte Sinclair umso besser, denn das wirkt passig düster. Und auch die eingefügte Großstadtszenerie hat was und ist eine tolle Idee.

Fazit:  Es ist fraglich, ob ich an der Reihe dranbleibe. Sie ließ sich vielversprechend an, wurde mir dann aber viel zu verworren. Als düsterer und unheimlicher als andere Reihen mit dieser Hauptfigur habe ich sie leider auch nicht empfunden. Die Sprecher sind top, die Musik gut, die Effekte an vielen Stellen aber einfach unnötig laut, was mich oft genervt hat. Mal abwarten, ob mir der Sinn nach Folge steht…irgendwann.

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