Johnny Sinclair

Johnny Sinclair (03) – Beruf: Geisterjäger

Titel: Johnny Sinclair (03) – Beruf: Geisterjäger / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Dirk Petrik, Tim Kreuer. Lène Calvez, Bert Franzke, Sven Plate ua

Johnny Sinclair hat seine erste Aufgabe als Geisterjäger gelöst und dem armen Uhrmacher Mr Hopkins seinen Seelenfrieden zurückgegeben. Aber noch treiben auf Greyman Castle der bösartige Highlander und das namenlose Geistermädchen ihr Unwesen. Und dann hat Johnnys Kindermädchen Cécile auch noch ein Burgfest geplant! Bald ist das Chaos perfekt und die Geister spuken mitten in der Menschenmenge.


In der vorigen Folge hat Johnny dem ersten Geist von Greyman Castle seine Ruhe zurückgegeben, doch auf der Burg treiben noch weitere Geister ihr Unwesen. Nämlich der gemeine Highlander und das rätselhafte Geistermädchen. Um sie muss sich Johnny in dieser Episode kümmern und hat damit zwei ganz verschiedene Aufgaben vor sich. Bei dem Highlander muss geklärt werden, wo er überhaupt damals begraben wurde. Nach einer langwierigen Suche in der Burgchronik, kommt Johnny die Erleuchtung ausgerechnet mitten im Chaos der Highlandgames, die auf seiner Burg abgehalten werden. Und als wäre das Chaos durch die Feier noch nicht groß genug und der Schrecken über besagte Erkenntnis noch nicht tief genug, da treiben sich die verbliebenen Geister plötzlich auch noch auf der Feier herum. Es geht bei Johnnys Aufgaben eben nie ohne einen gehörigen Schuss Chaos. Das macht Spass, das bringt Schwung ins Geschehen und es sorgt natürlich auch dafür, dass es nie allzu schaurig wird. Trotzdem erleben Johnny und sein Assistent Russell so manche brenzlige Situation, bei der man mitfiebern kann. Speziell die Sache mit dem Highlander hat es in sich und wird zu Johnnys bisherigem Meisterstück.
Das Rätsel um das Geistermädchen schlägt andere Wege ein, was eine schöne Abwechslung darstellt. Es gilt zunächst herauszufinden, wer das Mädchen überhaupt ist und wie es zu ihrem Tod kam. Dabei müssen Johnny, Russell, Cécile und Erasmus ganz schön Köpfchen beweisen. Und erst anschließend können sie es in Angriff nehmen, dem Mädchen seinen Seelenfrieden zurückzugeben. Im Gegensatz zum wirklich handfesten Kampf gegen den Highlander geht es hier um Cleverness und die Auflösung hat durchaus etwas Romantisches an sich.
Schön, dass Johnny es bereits mit drei ganz unterschiedlichen Geistern zu tun bekommen hat. Wären sie alle gleich geraten, wäre es wohl schon langweilig. Doch so ist man eher neugierig, mit welcher Sorte Geist er es als nächstes aufnehmen muss. Und den nächsten Auftrag hat er am Ende dieser Geschichte bereits in der Tasche.
Auch wenn es hier hauptsächlich darum geht, den Highlander und das Geistermädchen zu bannen, so geht es auch in Johnnys normalem Leben turbulent wie immer zu. Die Schulflegel lassen keine Gelegenheit aus, ihm Ärger zu machen, Russells Mutter schießt gegen ihn und Cécile ist nachwievor der Meinung, Erasmus sei der böse Baron Samedi. Es ist also wirklich immer etwas los hier.

Die Geisterstimmen sind erneut mit Effekten unterlegt, wodurch sie zusätzlich Wirkung erzielen. Johannes Steck klingt das Highlander wirklich böse und bedrohlich, während Luzie Buck dem Geistermädchen vor allem einen traurigen Ton gibt, der hier und da plötzlich ins Gruselige umschlägt. Ich fand, das Geistermädchen wirkte so tatsächlich schauriger als der Highlander. Dirk Petrick als Johnny und Leon Blaschke alias Russell ergänzen sich wunderbar. Beide bringen ihre Figuren ausgesprochen locker und überzeugend rüber.

Auch in diesem dritten Teil zeigt der Soundtrack sich abwechslungsreich und aufwendig, was für ein Kinderhörspiel echt ganz großes (Hör)kino ist. Da Johnny gleich zwei Geister in ihre Schranken weisen muss, geht es klanglich eine Spur düsterer zu als bei den Vorgängerfolgen.

Auf dem Cover haben die Farben des Totenschädels im Hintergrund ein weiteres Mal gewechselt, aber sie leuchten immer noch wunderbar vor der übrigen schwarzen Scherenschnittszenerie.

Fazit:  Dieser dritte Teil schließt die Einstiegsgeschichte würdig ab. Johnny bekommt es gleich mit zwei Geistern zu tun, was für Spannung und kindgerechten Grusel sorgt. Gleichzeitig herrscht oft das bereits vertraute Chaos, was einfach Spass mach und für Tempo sorgt. Die Hauptfiguren kennt man nun auch schon ganz gut und jede von ihnen hat ihren ganz eigenen, liebenswerten Charme. Ich freue mich bereits auf den nächsten Besuch auf Greyman Castle.

Johnny Sinclair (02) – Beruf: Geisterjäger

Titel: Johnny Sinclair (02) – Beruf: Geisterjäger / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Dirk Petrik, Tim Kreuer. Lène Calvez, Bert Franzke, Sven Plate ua

Der junge Geisterjägeranwärter Johnny Sinclair sieht seiner ersten großen Aufgabe entgegen! Aber wie soll man sich auf die Geisterjagd konzentrieren, wenn man nicht einmal über einen richtigen Geisterjägerassistenten verfügt? Und dann wartet in der Schule auch noch ein schwieriger Geschichtstest und als einzige Schummelhilfe entpuppt sich am Ende ausgerechnet ein schwerhöriger Totenschädel, der einfach nicht die Klappe halten kann!


Nachdem die erste Folge sehr ordentlich Vorarbeit geleistet und die Grundlagen der Geschichten geschaffen hat, geht es direkt weiter. In diesem zweiten Teil macht Johnnys Ausbildung zum Geisterjäger einen ordentlichen Schritt voran. Er erlebt seine ersten Einsatz als Geisterjäger, der spannend und durchaus schaurig daherkommt. Vor allem aber fällt er wunderbar klassisch aus mit einem stimmigen Hintergrund zu der Geistererscheinung. Und man erlebt einen angehenden Geisterjäger, der unverkennbar Talent hat. Das muss selbst der sonst für seine Meckereien bekannte Erasmus eingestehen.
Über ihn erfährt man in diesem zweiten Teil eine ganze Menge. Vor allem viel Verwunderliches, aber auch Beeindruckendes. Denn auch wenn sich einige seiner großen Reden schnell als heiße Luft entpuppen, scheint er eine magische Vergangenheit zu haben. Diese verhilft Johnny dann auch zu seiner ersten Geisterjägerausrüstung. Die ist witzig gemischt aus altmodischen Accessoires aus Erasmus Nachlass und solch modernen Gerätschaften wie eine riesige Wasserpistole, die sich super mit Salzwasser befüllen lässt. So wird den jungen Hörern gleichzeitig etwas Bekanntes und etwas Altmodisches und vermutlich eher Unbekanntes geboten. Mir gefällt das ebenfalls, obwohl ich deutlich älter bin. Denn mich kann man mit Altmodischem schnell langweilen. Zuletzt gilt es dann noch, einen Assistenten für Johnny zu finden, wobei es sehr turbulent zugeht.
Neben all diesem Geisterjägerdingen hat Johnny aber natürlich noch Alltägliches um die Ohren. So muss er sich mit den Klassenrowdys herumschlagen und bekommt immer mehr mit Millie zu tun, was für viel Gespött sorgt. Selbstverständlich gibt es noch Schulaufgaben und Tests, die man scheinbar nicht mal mit magischem Souffleur meistern kann. Johnny ist eben auch ein ganz normaler Junge wie seine Hörer auch und durch diese Szenen fühlt man sich der Figur näher als wenn Johnny nur mit Geistern und Magie zu tun hätte.

Mr. Hopkins ist einer der Geister, die auf Grayman Castle umgehen. Von ihm hört man hier eine ganze Menge und Peter Matics Stimme wurde dafür mit einem passenden Hall unterlegt. Das erinnert mich stark an wirklich alte Gruselhörspiele, was ich unglaublich charmant finde. Lène Calvez Akzent steht Cécile ebenso gut wie der gewitzte Ton, den sie Möchtegern-Mambo oft verleiht.

Einmal mehr ist eine bunte Mischung an Musik zu hören. Da sind Melodien dabei, die an alte Gruselgeschichten erinnern, aber auch modernere Stücke, die den Schwung einiger Szenen prima transportieren. Die Geräuschkulisse ist wie aus dem Ei gepellt, da sitzt jeder Ton perfekt.

Das Covermotiv gleicht dem des ersten Teils. Lediglich das leuchtende Grün ist gegen verschiedene kräftige Rot- und Blautöne getauscht worden. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich liebe diesen Stil einfach.

Fazit:  In diesem zweiten Teil geht es mit Johnnys Ausbildung zum Geisterjäger spürbar voran. Er erlebt seine erste spannende Geisterjagd, mischt sich eine witzige Kombination aus Werkzeugen zusammen und findet auf amüsant holprigen Wegen einen Assistenten. Es ist also immer etwas los. Und liegt die Geisterjagd mal brach, springen unterhaltsame Ereignisse aus Johnnys ganz normalem Leben ein, beispielsweise an der Schule.

Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger

Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Dirk Petrik, Tim Kreuer. Lène Calvez, Bert Franzke, Sven Plate ua

Ich kann sie sehen! Wirklich sehen! Geister, Dämonen, Gespenster. Sie lauern in dunklen Nischen und Ecken, treiben ihr Unwesen … überall. Doch ich stelle mich ihnen entgegen und mache dem Spuk ein Ende.
Ich bin Johnny. Johnny Sinclair. Und ich will Geisterjäger werden.


Als ich von dieser Reihe erfahren habe, habe ich den Aufschrei der Fan-Gemeinde vom großen (und vor allem erwachsenen) John Sinclair quasi gehört: wie kann man sich an solch einer Figur vergehen und daraus eine Kinderserie ableiten?
Allen diesen Sinclair-Fans kann ich mit auf den Weg geben, dass hier keine einzige Sekunde am Thron ihres Idols gekratzt wird. Das wird in dieser Episode schnell klar, die sich zunächst viel Zeit dafür nimmt, die wichtigsten Figuren vorzustellen, Johnnys Lebenssituation zu schildern und natürlich auch die ersten Geister ins Rennen zu schicken. All das ist höchst unterhaltsam bis witzig und auch spannend gelungen. So einen leichten Hau haben sie alle da oben auf Grayman Castle und im Dörfchen Blacktooth. Aber einen absolut liebenswerten Hau, sodass man sie im Nu ins Herz schließt.
Jedenfalls die lebendigen Figuren. Die Geister sind weniger liebenswert und man kann leicht verstehen, dass Johnny sie gerne aus seinem Schloss raus hätte. Allzu gruselig wird es mit ihnen aber nicht, immerhin ist es ein Hörspiel für Kinder. Aber es sind eben auch keine albernen Spukgestalten. Das hat mir so prima gefallen. Überhaupt nicht unheimlich, obwohl ebenfalls längst tot, ist Johnnys Lehrmeister: Erasmus von Rothenburg, seines Zeichens ein sprechender Schädel, den Johnny eines Tages im Moor findet. Erasmus ist ein kluger Kopf (sehr passender Vergleich) und hat ein bemerkenswert loses Mundwerk. Da bleibt der Grusel schnell auf der Strecke und irgendwie mag man das Großmaul trotz mancher Unverschämtheit dann doch.
Als Erasmus auf der Bildfläche erscheint kommt erst recht Schwung in die Geschichte. Man spürt , dass Johnny durch ihn seinem Berufswunsch Geisterjäger immer näher kommt. So erlebt man gegen Ende dieses ersten Teils tatsächlich schon das erste kleine Abenteuer mit Johnny als Geisterjäger und das fällt bereits angenehm unheimlich aus. Vor allem verleitet es dazu, sofort mit Teil 2 weiterzumachen, wozu ich dringend rate!

Auf der Sprecherliste findet man neben sehr bekannten Namen auch solche, die zumindest mir noch nicht (wissentlich) begegnet sind. Dirk Petrick alias Johnny ist das beste Beispiel dafür. Seine junge Stimme passt prima zu dem angehenden Geisterjäger und er hat für jede Situation den passenden Ton parat. Ganz egal, ob Johnny mit Erasmus diskutiert, sich mit den Klassenrüpeln anlegt oder auch mal Angst hat, wütend wird oder Spass macht. Wolf Frass hält für Erasmus von Rothenburg eine Grabesstimme bereit, versteht es aber bestens, ihr stets ein Augenzwinkern mitzugeben. Mein Liebling unter den Sprechern ist Sarah Madeleine Tusk in der Rolle von Millie Edwards. Ich mag ihre Stimme unheimlich gerne und vor allem auch den selbstbewussten Ton, durch den sie Millie eine Spur älter als Johnny wirken lässt.

Klotzen statt Kleckern. So kann man die Musikkulisse am besten beschreiben. Es sind abwechslungsreiche Stücke zu hören, mal leise zu ruhigen und spannenden Szenen, mal lauter zu aufregenden Momenten. Allen gemein ist aber, dass sie für ein Kinderhörspiel bemerkenswert aufwendig gestaltet sind. Und das zeigt absolut Wirkung! Genauso ausgefeilt ist die Geräuschkulisse. Beeindruckend, wirklich!

Ich bin restlos verknallt in das Cover. So schön düster und leicht unheimlich, dass es sofort neugierig macht. Mit dem knallig gelben Titelschriftzug und dem ebenso leuchtenden Schädel ist es außerdem ein Hingucker auf ganzer Linie.

Fazit: Ein rundum gelungener Auftakt der Reihe um den angehenden Geisterjäger. Liebenswerte lebendige Figuren, angemessen unheimliche Geister, ein geniales Setting und ein stetiger Funken Humor machen das Zuhören zum reinsten Vergnügen. Gegen Ende startet Johnnys Karriere mit einer durchaus gruseligen Situation und lässt einen ahnen, in welcher Richtung es im nächsten Teil weitergehen wird. So kommt man nicht umhin, gleich die nächste CD einzulegen.

Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger (Sabine Städing)

Johnny Sinclair ist nicht wie jeder gewöhnliche Junge, denn er kann mit Geistern reden! Als der 12-Jährige einen der legendären sprechenden Schädel findet, kann er sein Glück kaum fassen. Dumm ist nur, dass ihm der Jahrhunderte alte Schädel haushoch überlegen ist und nicht zögert, es bei jeder Gelegenheit zu beweisen. Dabei hat Johnny zurzeit ganz andere Sorgen. Greyman Castle, die Burg, die er bewohnt, wird von Geistern heimgesucht, und auch in Blacktooth, dem nahegelegenen Dorf, gehen seltsame Dinge vor sich. Als Johnny dank des Schädels ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände fällt, haben die Geister nichts mehr zu lachen. Und für Johnny ist klar: Er will Geisterjäger werden und dem Bösen den Kampf ansagen! Was er nicht ahnt: Seine Gegner haben ihn längst im Visier.

Von Sabine Ständing kenne ich bereits “Magnolia Steel” und “Petronella Apfelmus”. Zwei Reihen, die mir sehr gut gefallen. Als ich dann auf Johnny Sinclair aufmerksam wurde, stand fest, dass ich auch ihn kennenlernen würde. Erst recht, nachdem ich irgendwo gelesen hatte, wie sich die eingefleischten Fans von John Sinclair darüber aufregten, dass man ihren Helden so ins Kindische ziehen würde.
Dabei hat Johnny Sinclair gar nicht viel mit John Sinclair zu tun. Er liebt die Romanhefte, er ist sein Held und Vorbild in Sachen Geisterjägerei und er schreibt ihm sogar eMails, doch das war es auch schon. Da ist nichts dran, was John Sinclair irgendwie herabwürdigt, eher ganz im Gegenteil!
Johnny ist ein liebenswerter Kerl, der einem mit seinem Geisterproblem auf der Burg seiner Familie ganz schön leid tun kann. Er fürchtet sich wirklich vor ihnen und hätte sie nur zu gerne aus dem Haus. Doch nicht einmal sein Kindermädchen, eine waschechte Mambo kann ihm dabei wirklich helfen, ausser mit Tipps und Hausmittelchen, die eher weniger wirkungsvoll sind. Ich habe dieser Frau übrigens bis zum Ende nicht recht über den Weg getraut und immer gefürchtet, selbst sie könnte sich gegen Johnny wenden.
Nach einem schaurigen Erlebnis im Moor findet Johnny dort einen alten Totenschädel voller seltsamer Symbole. Er nimmt ihn mit nach Hause und erlebt dort sein Blaues Wunder als der Schädel sich als Erasmus von Rothenburg vorstellt. Erasmus hat eine ganz schön große Klappe, aber irgendwie raufen Johnny und er sich dann doch zusammen. Kann Erasmus Johnny vielleicht dabei helfen, die Geister im Haus loszuwerden?
Es war lustig zu lesen, wie Johnny quasi bei Erasmus in die Lehre zum Geisterjäger geht. Aber er hat unter seiner Anleitung auch so manches unheimliche Abenteuer durchzustehen, was für Spannung und eine dezente Gänsehaut sorgt. Johnny muss schließlich herausfinden, wieso die Geister eigentlich bei ihm hausen. Nur so kann er einen Plan fassen, wie er sie loswerden kann. Einige Ideen dabei sind schon sehr witzig wie Johnnys Salzwasserpistole, andere sind recht klassisch. So muss zB einem Geistermädchen, das fürchtet, es könne in Vergessenheit geraten, eine Rose zur Erinnerung gepflanzt werden. Diese Mischung aus spaßigen und klassischen Methoden ist gut gelungen und hat mich manchmal schmunzeln lassen, manchmal aber auch einfach gerührt.
Neben den Geistern machen auch einige Klassenkameraden Johnny das Leben schwer und lassen sich immer neue Streiche einfallen um ihn zu ärgern und zu blamieren. Es gibt für Johnny also auch ein ganz normales Leben, was mir gut gefallen hat. Ich mag es, wenn bei phantastischen Geschichten immer auch ein Bezug zur Wirklichkeit gegeben ist. Eine wensentlich sympathischere Klassenkameradin hat mir dagegen richtig gut gefallen. Ich hoffe sehr, man wird im Folgeband noch eine ganze Menge über das Gruftimädchen Millie erfahren. Sie und Johnny wären ein tolles Gespann. Zusammen mit Johnnys bestem Freund Russell natürlich, der zwar oft etwas trottlig wirkt, aber eben einfach ein toller Freund ist, der bei diesem Abenteuer über sich hinaus wächst.
So richtig gruselig ist die Geschichte allerdings nicht. Das Buch wird für junge Leser ab 10 Jahren empfohlen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Alter noch für schlaflose Nächte sorgen wird. Der Gruselfaktor ist absolut kindgerecht und wird vor allem durch Erasmus’ Großmaul sehr gut aufgelockert. Ein wohliges Schaudern dürfte das einzige sein, wozu Johnnys Hausgeister beim Lesen verleiten und ich denke, mehr möchte die Geschichte auch gar nicht erreichen. Spannend geht es aber in jedem Fall zu, und das soll für die Leserschaft diesen Alters auch unbedingt so sein.

Ich habe mir das Buch auf drei Abende aufgeteilt. Ganz bewusst, um mehr davon zu haben. Ansonsten hätte ich es auch in einem Rutsch lesen können. Es liest sich wunderbar leicht. Zahlreiche und oft sehr witzige Dialoge lockern zusätzlich auf und die Kapitel haben genau die richtige Länge. Da kann man schnell mal noch eines mehr lesen als gedacht. Einfallsreiche Titel machen neugierig und kleine Illustrationen gestalten die Seiten und Kapitelanfänge abwechslungsreich und interessant.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Und ja, zugegeben, die Schrift des Titels erinnert nun doch ziemlich an Johnnys großes Vorbild. Ich finde es cool, wie Johnny und sein Ort / die Burg mit dem Totenschädel kombiniert wurden. Als seien die Häuse der Zähne des Schädels. Johnny sieht goldig aus wie er da mit seiner Laterne durch die Düsternis läuft. Genauso habe ich ihn mir beim Lesen vorgestellt. Die Krönung dieses Covers wäre es gewesen, wenn es im Dunkeln geleuchtet hätte. Doch das ist leider nicht der Fall, schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für Band 2?

Fazit:  Mir hat Band 1 von Johnny Sinclair sehr gut gefallen! Eine phantasievolle, spannende und kindgerecht schaurige Geschichte, die neben klassischen Geisterideen auch witzige neue Ideen auf Lager hat. Das macht Spass und ist so auch nie wirklich richtig gruselig. Dafür sorgt schon der vorwitzige Schädel namens Erasmus. Aber auch Johnny ist nicht auf den Mund gefallen. Es hat Spass gemacht, mit ihm und Russell Abenteuer zu erleben und gegen Geister zu kämpfen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Und an alle spaßbefreiten John Sinclair – Fans: geht doch heulen!


Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger
Autor: Sabine Städing
Seiten: 269
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3833904677
Preis: 12,00 (HC)

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