Katastrophe

Fünf Freunde (115) – …helfen den Flutopfern

Titel: Fünf Freunde (115) – …helfen den Flutopfern / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 51 min / Sprecher: Ivo Möller, Simona Pahl, Renate Pichler, Michael Harck ua

ff115Inhalt:  In Kirrin finden die Opfer einer Flutkatastrophe Zuflucht, und natürlich ist für die Fünf Freunde klar, dass sie ihnen mit Sachspenden helfen. Da gerät versehentlich Annes neueste Bluse in die Spendenkiste. Und was zunächst als einfacher Besuch in der Notunterkunft beginnt, endet bald in einer aufregenden Spurensuche. Denn Kirrin wird von einer Einbruchserie erschüttert. Und ausgerechnet Mr. Greenfield, der Vater ihres neuen Freundes Peter, gerät unter schweren Verdacht.


In dieser Folge helfen die Freunde also den Flutopfern. Die sind ihrer Häuser beraubt worden, leben in einer Schule als Notunterkunft, sind auf Spenden angewiesen und als eine Einbruchserie beginnt, sind sofort diese “Obdachlosen” im Verdacht. Nett in einer anderen Richtung verpackt, greifbarer für uns hier, jedoch dürfte jedem schnell klar werden, welches aktuelle und brisante Thema man hier aufgreift und Kindern zugänglich machen möchte. Das ist auch gut gelungen, da gibt es nichts. Und einen neuen Fall haben die Freunde dadurch auch gleich an der Hand.
Dieser ist nur leider dermaßen durchschaubar, dass ich mir sicher bin, dass auch Kinder den Braten frühzeitig riechen werden. Ein paar spannende Szenen gibt es dennoch. Trotzdem, mir war es einfach zu offensichtlich, wer hier hinter den Einbrüchen steckt. Und das hat der Folge bei mir dann auch einen klaren Minuspunkt eingebracht.
Und an die Gutherzigkeit und Großzügigkeit gewisser Bewohner von Kirrin muss man am Ende auch glauben können. Mir fiel das schon ganz schön schwer. Ich wüsste nicht, wann ich zum letzten Mal im richtigen Leben jemanden habe sagen hören, er hätte eigentlich so dringend gar kein Geld gebraucht.

Henning Nöhren hat mir als Peter gut gefallen. Er spricht den Jungen locker und glaubhaft. So passt er gut zu den Freunden. Simona Pahl ist als Rose zu hören, die mich nicht zu jedem Moment überzeugen konnte. Dafür fallen einige Aussprüche zu übertrieben betont aus. Die Hauptsprecher sind in ihrer gewohnt guten Form. Allerdings wird mir etwas zu oft unnötig herumgestottert. Ich meine, wie oft sind sie schon in brenzlige Situationen geraten? Und dann immer noch so ein Stottern?

Musik und Geräusche fallen dieses Mal wirklich gut aus. Beides begleitet die Handlung und sorgt für Tempo und Stimmung. Das steht der Geschichte gut und sorgt mit dafür, dass sie sich so unterhaltsamen anhört.

Das Covermotiv wird dem Titel gerecht. Man erkennt und versteht auf Anhieb, was die Freunde da gerade machen. Vom Fall selber ist hier erstmal nichts zu sehen.

Fazit:  Die Folge greift ein aktuelles und brisantes Thema auf und macht es Kindern gut und leicht zugänglich. Der Fall selber war mir allerdings viel zu durchschaubar, was mich sehr enttäuscht hat. Es kann nicht Sinn einer Detektivgeschichte sein, eine Moral zu vermitteln, dabei aber das Detektivische zu vernachlässigen.

Ashes (3.1) – Ruhelose Seelen (Ilsa J. Bick)

ashes3.1Eine unfassbare Katastrophe hat unsere Welt für immer verändert. Wer dabei nicht dem Tod zum Opfer gefallen ist, kämpft nun Tag für Tag ums Überleben. Die größte Bedrohung geht von den Veränderten aus – jenen gefürchteten Jugendlichen, die sich aus bisher unerfindlichen Gründen seit der Katastrophe in blutrünstige Kannibalen verwandeln. Auch die siebzehnjährige Alex fürchtet diese Bestien und würde keine Sekunde zögern, sie zu töten. Doch als einer dieser Jungen ihr das Leben rettet, nagen Zweifel an ihr. Ist es möglich, dass seine Seele trotz der Verwandlung in ihm weiterlebt? Und dann spürt Alex selbst etwas in sich wachsen: Eine unaufhaltsame Macht scheint von ihr Besitz zu ergreifen.

Diesem Buch hatte ich entgegen gefiebert wie verrückt nachdem mir die beiden ersten Teile so gut gefallen hatten. Ich war total neugierig darauf, wie es mit Tom und Alex weitergeht, und ich freute mich auf viele schöne und vor allem sehr blutige Lesestunden.
Das Buch beginnt genau dort, wo Band 2 endete. Alex ist in das Bergwerk abgestürzt und kämpft um ihr Leben. Es geht also gleich spannend und actionreich los, und auch die Veränderten spielen sofort eine Rolle. In einer Hinsicht, die zu denken gibt.
Nach diesem vielversprechenden Start war ich davon ausgegangen, in diesem Band viel von Alex und auch Tom zu lesen. Das stellte sich dann allerdings als Irrtum heraus. Ich war ehrlich verblüfft, wie wenig man von den beiden liest. Von Tom noch weniger als von Alex. Das fand ich wirklich schade. Vor allem auch deshalb, weil ich mit den beiden am vertrautesten bin.
Der Großteil der Geschichte spielt sich ganz woanders ab und entsprechend mit anderen Charakteren. Die kennt man zwar aus den Vorgängerbänden, aber einen so großen Bezug zu ihnen habe ich nicht. Da musste ich zunächst ganz schön überlegen, wer nochmal wer war und in welchem Verhältnis die Personen zu einander stehen. Es ist tatsächlich so -ich hatte es vor dem Lesen nicht geglaubt-, dass man sich unbedingt nochmal mit den Charakteren vertraut machen sollte, die man in Band 1 und erst recht in Band 2 kennengelernt hat! Grobes Halbwissen reicht da kaum. Es gibt Passagen, da wird einem eine Person nach der anderen vorgesetzt. Da ist man sonst im Nu raus, wenn man sich nicht genau auskennt.
Mir hat das nur anfangs ein paar Schwierigkeiten bereitet, dann war ich wieder drin. Das änderte nur leider nichts daran, dass ich das Geschehen in und um Rule weniger interessant fand als das Geschehen draußen bei Alex und Tom. Dieses Hin und Her zwischen den sehr kurz gehaltenen Bewohnern und dem Vorstand der Stadt, schmeckte mir schon wieder viel zu sehr nach den ganzen Dystopien, von denen sich “Ashes” bislang für mich abgehoben hatte.
Damit hängt auch zusammen, dass ich “Ruhelose Seelen” nicht als so wunderbar eklig-blutig empfunden habe. Klar, beispielsweise die Passagen mit Peter im Gefängnis haben es schon mächtig in sich, sind grauenvoll und scheußlich. Und auch das Vorgehen der Leute aus Rule beim wortwörtlichen Zusammentreiben von Lebensmitteln ist alles andere als zimperlich. Und mit Waffen wird alle naselang herumgefuchtelt, was ich an sich sehr cool finde.
Und trotzdem! Ich hätte mir mehr blutiges Grauen aus den Reihen der Veränderten gewünscht. Das kam mir hier zu kurz. Vielleicht dachte Ilsa J. Bick, es würde auf die Dauer langweilen, aber erstens gehört es für mich zu der Reihe und zweitens durchleben ja einige Veränderte bereits eine weitere Wandlung. Damit wäre es für mich schon Abwechslung genug gewesen. Wobei ich noch nicht weiß, was ich von dieser weiteren Veränderung halten soll. Es ist logisch, dass jemand auf diese Idee kommen musste, wo so viele unerschrockene und allzeit kampfbereite Wesen herumlaufen, und dennoch…das muss noch weiter ausgebaut werden um mich vollends zu überzeugen. Der Grundstein ist aber schon mal vielversprechend.
Ein großer Teil der Handlung spielt bei der kleinen Ellie, die außerhalb bei einer Familie lebt. Dort hat es mir immer gefallen. Die Kleine hat mir schwer imponiert mit ihrem Mut und ihrem Selbstbewusstsein. Und auch das Geschehen bei ihr fand ich äußerst spannend! Da hatte ich die ganze Zeit so eine Ahnung, die mir schwer Sorgen und Angst gemacht hatte, und so habe ich jedes Mal darauf hingefiebert, ob ich recht haben würde und was -falls ja- Ellie und ihren Freunden noch passieren würde.
Die Geschichte endet mit einem bösen Cliffhanger. Wie könnte es auch anders sein? Zum Glück müssen wir ja dieses Mal nur einen Monat warten bis wir erfahren, wie es weitergehen wird.

Das Buch unterteilt sich in vier Teile, und genau in diesen Etappen habe ich es gelesen. Man braucht für diese Geschichte aber genauso Zeit wie für die vorigen Bände. Die Kapitel in Rule beispielsweise lesen sich durch die Dialoge recht flott. Die Szenen bei Alex oder auch bei Ellie, wenn sie alleine unterwegs ist oder etwas unternimmt, lesen sich dagegen nicht ganz so zügig, weil hier viel beschrieben wird. Die Kapitel sind meist ziemlich kurz, was ich widerum ganz angenehm fand.

Auf dem Cover ist einmal mehr das Mädchengesicht mit den windzerzausten Haaren zu sehen. Dieses Mal rundum ganz in Violett gehalten, was das Cover zu einem Hingucker macht. Schön ist außerdem, dass auch die Buchdeckel in diesem Stil gehalten sind.

Fazit:   “Ashes 3.1” ist actionreich, spannend und brutal, und ich bin immer noch ratlos, wie ein Ende für diese Geschichte aussehen könnte. An sich also genau das, was ich mir von diesem Teil versprochen hatte. Allerdings wurde es mir mit den Ereignissen in Rule schon wieder zu politisch. Auch wenn diese “Politik” noch in ganz kleinen Kinderschuhen steckt. Zudem hätte ich mir mehr Ekel-Horror aus Richtung der Veränderten gewünscht. Ich hoffe, in “Ashes 3.2” wartet davon wieder mehr auf mich. Außerdem wäre es schön, wieder mehr bei Alex und Tom zu sein, die mir hier zu kurz kamen.

 Vielen Dank an Egmont Ink für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Ashes (3.1) – Ruhelose Seelen
Autor: Ilsa J. Bick
Seiten: 448
Verlag: Ink Egmont
ISBN: 978-3863960070
Preis: € 17,99

Zombifiziert – Tag Null (Fabian Lutz)

zombifiziertEtwas stimmt hier nicht, meint Felix Lenz, Reporter bei der Woche. Sein Freund Tim, Junior-Chef der Zucker AG, ist verschwunden, seine Wohnung verlassen, die Mutter empfängt Felix mit der Mistgabel in der Hand. Dann ist Felix selbst wie vom Erdboden verschluckt. Etwas stimmt hier nicht, meint auch Martinek, genannt Marti, Felix’ Kollege. Verlassene Panzer auf der Autobahn, Straßensperren ohne Wächter, menschenleere Kneipen, kein Handynetz und tote Telefone, selbst sein wehrhafter Nachbar Heiner ist auf und davon. Und überhaupt, wo sind denn all die Menschen hin?

Ich mag Zombiegeschichten. Und mit Zombies halte ich auch Endzeitszenarien aus. Deshalb war das eBook auf Anhieb interessant.
Gefallen hat mir vor allem der Wechsel zwischen den Zeiten, in dem die Geschichte erzählt ist. Vor und nach der “Epidemie”. Davor ist man mit Felix unterwegs, der den Anfang der Katastrophe erlebt und das Schreckensszenario, das sie hinterlässt. Danach begleitet man Marti, der scheinbar gar nicht mitbekommen hat, dass etwas vorgefallen ist, geschweige denn was, und der sich auf gruselige Spurensuche macht.
Beide Handlungsstränge sind spannend und teilweise auch ganz schön unheimlich. Ich mag diese Vorstellung von einer offenbar leergefegten Gegend, bei der man genau merkt, dass das Grauen auf der Lauer liegt um zuzuschlagen. Vor allem, weil man als Leser ja vor Felix, Marti und den anderen weiß, was passiert ist und was da lauert.
Das Rad in Sachen Zombie-Endzeit wird in diesem ersten Teil einer Reihe allerdings nicht neu erfunden. Das muss man klar sagen. Solches Geschehen und ein solches Setting kennt man aus diversen Büchern und Filmen um dieses Thema, wenn man ein wenig Interesse dafür hat. Aber die Geschichte ist gut erzählt und es gelingt ihr, die nötige Atmosphäre aufzubringen. Unter den Voraussetzungen lese ich gerne auch Geschichten, die es so oder so ähnlich schon gibt. Und wer weiß, vielleicht wird die Geschichte in den weiteren Teilen ja noch etwas individueller.
Gestört hat mich bei “Zombifiziert” alleine, dass es mal wieder reichlich Schreibfehler gibt.

Fazit: Nicht der innovativste Start einer Zombie-Reihe, aber spannend erzählt und atmosphärisch. Zudem hat mir der Wechsel zwischen vor und nach der Katastrophe gefallen. Das ist abwechslungsreich und hat mich neugierig darauf gemacht, was dazwischen geschehen ist. Ich denke, die Reihe werde ich weiter verfolgen.


Titel: Zombifiziert – Tag Null
Autor: Fabian Lutz
Seiten: 94 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Verlag: Instant Books
Preis: € 1,99

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Als die Welt zum Stillstand kam (Gabi Neumayer)

weltstillstandDie Welt im Jahr 2036: Absolute Mobilität ist Realität geworden. Frühstücken auf den Fidschis, arbeiten in Berlin, abends ein Konzert in Tel Aviv, kein Problem. Mithilfe eines weltweiten Tornetzes beamen Menschen sich in Sekunden von einem Ort zum anderen, ebenso Informationen und Ressourcen. Da geschieht plötzlich das Unfassbare: Das Netz bricht zusammen – und damit die gesamte Welt. Die Freunde Celie, Alex und Bernie könnten ein rasantes Leben genießen und sich sehen, wann und wo immer sie wollten. Doch der tragische Tod von Celies Mutter, Erfinderin des Tornetzes, hat einen Schatten auf ihre Freundschaft geworfen. In ihrer Trauer will Celie alles hinter sich lassen. Bis plötzlich die Katastrophe eintritt – das Netz versagt. Wie alle anderen auch sitzen die drei Freunde fest: Alex in Berlin, Celie in Irland, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis. Jeden Tag fällt die Welt um sie herum ein Stück mehr auseinander: Städte ohne Strom und Wasser werden zu Todesfallen, Krankheit, Hunger und Gewalt breiten sich aus. Die zivilisierte Welt kollabiert. Celie, Alex und Bernie müssen jeder für sich ums Überleben kämpfen. Und sie müssen einander finden. Denn vielleicht hat der Tod von Celies Mutter etwas mit dem Zusammenbruch des Netzes zu tun.

Dystopien sind an sich nicht mein Fall. Ich habe es nicht mit Geschichten, die irgendwann in einer finsteren Zukunft spielen, in denen die Menschen wieder wie im Mittelalter leben und beherrscht werden von rücksichtslosen Machthabern. Deshalb hatte ich bei diesem Buch auch so meine Bedenken und habe mich lange nicht rangetraut.
Als ich es dann endlich gelesen hatte, war schnell klar: so sind solche Zukunftsstorys ganz genau mein Fall!
Warum? Weil Celie, Alex und Bernie auch im Jahr 2036 ganz normal leben. Kein unterjochendes Regime, dafür mit supercooler futuristischer Technologie.Mit den sogenannter “Tore” ist es zB gar kein Problem, sich für die Mittagspause zu seinem Lieblingschinesen nach Honkong zu beamen. Ein Job auf einem anderen Kontinent? Na und? Die Tore machen es möglich. Jeder besitzt ein “Mo-Pad”, so eine Art Tablet-PC, der zig Funktionen hat und sich zum Verstauen einrollen lässt. Ja, solche Zukunftsvisionen mag ich!
Doch natürlich nimmt genau mit diesen Toren das Unheil seinen Lauf, denn eines Tages fällt das System plötzlich aus. Die drei Freunde sitzen fest. Alex in Berlin in einem Krankenhaus, Bernie in der mecklenburgischen Wildnis und Celie in einer kleinen Kommune, wo man sich nach außen hin gegen die Moderne sträubt. Die drei wollen und müssen einander finden. So machen Alex und Bernie sich auf den Weg zu Celie.
Aber ohne die Tore sieht ihre Welt plötzlich ganz anders aus, alles was bisher selbstverständlich war, stellt nun ein Hindernis dar. Ich fand es sehr spannend, wie speziell die Jungs sich zunächst in der neuen Situation schlagen. Da über die Tore auch Wasser und Strom, Gas und solch wichtige Dinge wie Medikamente und Lebensmittel geliefert wurden, bekommt Alex die Auswirkungen des Torausfalls am heftigsten mit, denn er arbeitet als Pfleger in einem Krankenhaus. Ich konnte seine Verzweiflung und seinen Ärger in gewissen Situationen sehr gut nachvollziehen.
Bernie dagegen habe ich sehr bewundert, denn er ist zu 100 % Fan des Torsystems und muss sich plötzlich alleine durch die Wildnis schlagen. Wo er doch von der Natur und allem drumherum so gar keine Ahnung hat.
Bei Celie in der Kommune dagegen war ich -zugegeben- nicht ganz so gerne zu Gast. Denn hier gibt es durchaus so etwas wie einen Bürgermeister, der gewisse Interessen verfolgt und die Bewohner dafür benutzt, sie zu erreichen. Der intrigiert und eben halt eine gewisse Politik betreibt. Und das ist schon wieder sowas, wofür ich -ab einer bestimmten Ausführlichkeit- wenig übrig habe. Da ich Celie aber sehr mochte und viele ihrer Aktionen auch ganz spannend und vor allem mutig fand, fiel das glücklicherweise nicht allzusehr ins Gewicht.
Außerdem steht immer die Frage im Raum, ob vielleicht Celies Mutter, die die Erfinderin des Tornetzes war und die bei einem Unfall ums Leben kam, etwas mit dem Ausfall zu tun haben könnte. Diese Frage lässt Celie keine Ruhe und ich habe sie gerne bei ihren Nachforschungen begleitet und mitgeknobelt, was vielleicht vorgefallen sein könnte.
An einigen Stellen fürchtete ich, dass sich auch diese Geschichte in Richtung der finsteren Zukunftsvisionen verirren würde, in denen sich die Menschen mit Pfeil und Bogen ihr Essen beschaffen müssen. Und manche Passage geht auch klar in die Richtung. Aber das konnte ich hier gut verschmerzen, weil nämlich diese ganze moderne Technik trotzdem weiterhin immer Thema blieb! Und es ist stets das Ziel, diese Technik wieder zum Leben zu erwecken. Niemand ist willens, sich mit einem solchen Rückschritt in der Lebensweise auf ewig abzufinden. Ich habe so gehofft, dass es gelingen würde, das Netz wieder einzuschalten.
Ob das gelingt, werde ich hier nicht verraten. Das Ende ist aber wirklich gut gelungen, denn dabei kommen beide Parteien auf ihre Kosten: Leser, die sich für die futuristische Technik begeistern können, aber auch die Zweifler an diesen Errungenschaften.

Das Buch liest sich ganz ausgezeichnet. Die Kapitel haben eine sehr angenehme Länge und dadurch, dass man abwechselnd bei Celie, Bernie und Alex ist, ist immer eine gewisse Abwechslung gegeben. Das hält einen bei Laune. Der Ton ist -wie man es angesichts dieser Katastrophe vielleicht vermuten könnte- zwar zu den entsprechenden Momenten ernsthaft, sonst aber durchaus jugendlich locker.

Das Cover ist dank der kräftigen Farben ein Hingucker und genau die gefallen mir auch richtig gut. Sonst gibt das Motiv in meinen Augen wenig bis nichts über die Geschichte her.

Fazit:  Und wenn es hundertmal unwahrscheinlich sein mag, dass die Zukunft solche Errungenschaften wie diese Tore, Mo-Pads und Roachys (eine Art Lastenträger-Roboter) hervorbringen wird und die Welt in 33 Jahren nicht am Abgrund stehen wird, ich finde diese Vorstellung einfach cool! Deshalb hat mir dieser Zukunftsroman auch richtig gut gefallen. Natürlich regt er aber auch zum Nachdenken an, wohin es führen kann, wenn man sich zu sehr von Technik abhängig macht. Und mal darüber nachzudenken, ist ja auch nicht verkehrt!

Vielen Dank an den Beltz Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Als die Welt zum Stillstand kam
Autor: Gabi Neumayer
Seiten: 446
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3407811202
Preis: 16,95  (HC)

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Todesbrut (Klaus-Peter Wolf)

Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen. Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort. Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt? Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns?

Ich bin im Allgemeinen kein Fan von Umwelt-Thrillern, weil mir darin zu oft mit dem moralischen Zeigefinger gewunken wird. Trotzdem hatte es mir “Todesbrut” auf Anhieb angetan nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Mit einer langen Einleitung hält sich dieser Thriller nicht auf, gleich mit dem zweiten Kapitel nimmt das Unheil seinen Lauf. Ab diesem Moment war es mir quasi unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. “Todesbrut” packt einen sofort und ist bis zu Ende hin kontinuierlich sehr spannend.
Das liegt zum einen daran, dass die Handlung sehr kleinschrittig voranschreitet. Die komplette Handlung spielt sich innerhalb von rund 24 Stunden ab. Um da auf 479 Seiten zu kommen, muss man wohl so kleinschrittig erzählen. Das hat aber den großen Vorteil, dass man sich sehr leicht in die Geschichte einfühlen kann und natürlich auch in die Gefühlswelt der Charaktere. Außerdem werden so Details aufgezeigt, an die man sicher nicht gedacht hätte, wenn das Thema nur oberflächlich behandelt worden wäre. Ich habe manches Mal gestaunt, aber wenn man es so liest, dann sind solche Konsequenzen nur logisch.
Was das Buch zusätzlich spannend und auch bawechslungsreich hält, das sind die verschiedenen Handlungsorte. Mal ist man auf der Fähre dabei, dann wieder auf dem heiß umkämpften Hühnerhof, ein anderes Mal bei einer Veranstaltung und dann wieder in einem Krankenhaus.
Erstaunt hat es mich, dass es der Geschichte trotz aller Dramatik und Spannung teilweise auch sehr komisch ist. Schwarzer Humor, natürlich, aber ich habe doch sehr oft lachen müssen.

Ich habe das Buch innerhalb von drei Tagen ausgelesen. Die Kapitel sind nicht allzu lang. Da denkt man leicht: ‘ach los, eines liest du noch!’ und dann werden es doch mehr als nur eines. Es ist durch Spannung, Abwechslung und besagten schwarzen Humor leicht zu lesen.

Die Aufmachung ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll. Der schwarze Hintergrund ist “thrillertypisch” und außerdem hebt sich der weiße Scherenschnitt des Vogels sehr gut davon ab. In die Klappe ist ein Lesezeichen eingearbeitet, das man heraustrennen und dann verwenden kann.

Fazit:   In den Nachrichten ist das Thema “Vogelgrippe” ja doch immer noch recht weit weg. “Todesbrut” bringt es einem auf spannende und unterhaltsame Weise nahe. Es regt zum Nachdenken an, weil man hier liest, wie es Leuten wie dir und mir in solchen Situationen ergehen würde.


Titel:  Todesbrut
Autor: Klaus-Peter Wolf
Seiten:  479
Verlag: Script5
ISBN: 978-3839001172
Preis:  € 14,95 (Broschiert)

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