Genre Krimi & Thriller

Mord und Seeluft (Klaus-Peter Wolf / diverse Sprecher)

Titel: Mord und Seeluft / Verlag: GoaLit / Spielzeit: ca. 240 min, 3 CDs / Buch: Klaus-Peter Wolf / gelesen von: Claudia Michaelsen, Stefan Kaminsi, Bern Stephan ua

mordseeluftInhalt: Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf zeigt sich in seinen Kurz-Krimis auch als Meister der Kurzgeschichte. Erzählt wird von unheilvollen Vorahnungen, tödlicher Eifersucht und Mördern, die glauben, ihnen käme nie jemand auf die Schliche. So erlebt mancher eine böse Überraschung und die Zuhörer werden bestens unterhalten von hochkarätigen Sprechern wie Stefan Kaminski, Julia Nachtmann, Jacob Weigert und vielen anderen.


Ich bin Fan von Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkrimis. Die Reihe gefällt mir bisher wirklich sehr gut. Somit war ich auf diese Sammlung Kurzkrimis neugierig und habe mir natürlich auch einiges davon versprochen.
Normalerweise schreibe ich in Besprechungen zu solchen Sammlungen immer zwei, drei Zeilen zu jeder einzelnen Geschichte. In diesem Falle gibt es davon eine Ausnahme, denn viele der Geschichten haben einige Punkte gemeinsam und es muss nicht sein, dass ich mich mehrfach wiederhole. Leider sind es überwiegend keine  positiven Gemeinsamkeiten. Ich schreibe das wirklich ungerne, aber mit seinen Kurzkrimis konnte mich Klaus-Peter Wolf nicht überzeugen.
Am besten hat mir der erste Krimi gefallen. Er trägt den Titel „Sonnyboy“ und auch wenn er ein gutes Stück weit vorhersehbar ist, so ist er doch auch unterhaltsam und hat diesen Witz, den ich an den Ostfriesenkrimis so sehr mag. Außerdem kommt er flugs zur Sache und wird nie langweilig.
Genau das war mein Hauptproblem mit den übrigen Geschichten: sie ziehen sich häufig abolut unnötig hin. Ich habe manches Mal gedacht, wenn die Story nicht bald zu Potte kommt, dann klicke ich eine weiter. So viel Geschwafel über Erinnerungen derjenigen, die bald zum Täter werden würden. So viele Nebensächlichkeiten, die ausgewalzt werden als wären sie von wahnsinniger Bedeutung. Gab es eine Mindestanzahl an Zeichen pro Krimi, oder wieso ist das so? Wären die Ostfriesenkrimis so geschrieben, dann ständen sie defintiv nicht in meinem Regal.
Der zweite Knackpunkt, den sich viele der Geschichten teilen ist der, dass von Seeluft keine Rede sein kann. Es reicht nicht, Namen von Orten an der See einzuflechten, um nordisches Flair aufkommen zu lassen. Den Ostfriesenkrimis gelingt das bei mir jedes Mal spielend. Da riecht man die Seeluft. Bei dieser Sammlung steckt sie im Titel, sonst nirgendwo.

Den Sprechern kann man nichts vorwerfen. Sie alle sind Könner ihres Fachs und wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Es gelingt ihnen, jeder einzelnen Geschichte eine bestimmte Stimmung zu verleihen. Am Inhalt und seinen Schwächen tragen sie ja keine Schuld. Ich denke aber trotzdem, dass die Sammlung bei mir eventuell besser abgeschnitten hätte, wenn ich sie als Buch gelesen hätte. Man liest für sich halt doch meist anders als die Sprecher eines Hörbuchs. Ich kann mir vorstellen, dass dann zumindest einige Figuren einen anderen Eindruck auf mich gemacht hätten. Allerdings scheint es die Sammlung gar nicht im Buchformat zu geben. Stimmt das?

Das Covermotiv ist nach meinem Geschmack. Schön krimimäßig düster, aber mit dem wolkigen Himmel und der See passend zum Titel.

Fazit:  Ich habe auch noch „Mord am Leuchtturm“ hier stehen und nach „Mord und Seeluft“ nun große Bedenken. Bis auf den ersten Krimi konnte mich keiner wirklich überzeugen. Dafür waren sie einfach unspannend und oft unnötig in die Länge gezogen. Obendrein fehlte mir durchweg das Flair von Krimis von der See.

Die Earlam Chroniken S.01 E.08 – 1 – Serpent Island

Titel: Die Earlam Chroniken S.01 E.08 – 1 – Serpent Island / Verlag: Idependent Standard / Spielzeit: ca. 54 min  / Sprecher: Simon Jäger, Felix Würgler, Martin Wehrmann, Rob Green ua

earlam01801Inhalt: Der spannende Hörspiel Krimi im alten London um 1930: Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und großem Medienandrang beginnt der Prozess gegen Harvey Quint. Doch das Verfahren wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Gibt es einen Maulwurf bei Scotland Yard? Während Quint beharrlich die Aussage verweigert, versucht Ethan weiterhin Pauls Unfall aufzuklären. Doch sind die Earlams und ihre Freunde wirklich außer Gefahr? Als der Prozess eine dramatische Wendung nimmt, scheint eine Antwort auf diese Frage in weite Ferne zu rücken.


Die achte Episode der Earlam-Familienchronik kommt gleich als Zweiteiler daher. Ich muss sagen, da hatte ich wirklich Großes erwartet.
Die Geschichte hier dreht sich im Wesentlichen um zwei Punkte: endlich steht der Prozess von Harvey Quint an. Darauf hatte ich mich gefreut. Einerseits, weil ich hoffte, er würde noch etwas Licht ins Dunkel bringen, andererseits aber auch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er ohne Zwischenfälle ablaufen würde. Stattdessen wirft er aber nur noch mehr Fragen auf, wobei er sich schon ganz schön hinzieht. Das hätte man für mich gerne kürzer fassen dürfen. So kommt es erst recht spät zum dramatischen Eklat, der einen dann wieder aufrüttelt.
Parallel dazu begleitet man Ethan bei seinen Nachforschungen um den Unfall. Ich muss gestehen, dass ich diesen Teil der Geschichte spannender fand als den ersten Teil des Parts um den Prozess. Man ahnt schnell, dass Ethan eine böse Entdeckung machen wird und ich habe wirklich darauf hingefiebert zu erfahren, was er herausfindet. Ich bin halt doch mehr ein Krimi-Fan als einer von dramatisch verlaufenden Prozessen, und dieser Teil der Geschichte hatte für mich echte Krimi-Qualität. Im zweiten Teil der Folge hätte ich gerne mehr davon!

Bei den Sprechern geht es weiterhin gemischt zu. Profis sind genauso zu hören wie unbekanntere Stimmen. Als Könner mischen natürlich wieder Klaus-Dieter Klebsch und Simon Jäger mit, die ihre Rollen mit Bravour meistern. Das erwartet man von den beiden aber auch gar nicht anders. Ich finde aber, dass auch die weniger prominenten Sprecher hier wirklich einen sehr guten Job machen! Mir fällt niemand ein, der mir irgendwie negativ aufgefallen wäre. Zudem hinterlässt das Hörspiel durch diese Stimmen einen herrlich frischen Eindruck.

Musikalisch ist die Folge einmal mehr wirklich hörenswert. Die eingesetzten Stücke bringen gut das Flair der 30er-Jahre rüber, wissen aber auch der Spannung auf die Sprünge zu helfen. So klingt „Serpent Island“ richtig schön nach klassischem Krimi, was mir wieder prima gefallen hat.

Das Cover zeigt Serpent Island, was natürlich gut zum Titel passt.

Fazit:  Den Teil um die Gerichtsverhandlung hätte man für mich ruhig etwas kürzer fassen dürfen, aber immerhin endet er schön dramatisch und überraschend. Dagegen haben mir Ethans Nachforschungen durchweg richtig gut gefallen. Das ist Krimi für mich.

Gruselkabinett (84 / 85) – Die Katze und der Kanarienvogel

Titel: Gruselkabinett (84 / 85) – Die Katze und der Kanarienvogel / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca. 127 min / Sprecher:

gk84-85Inhalt: Am Hudson River 1921: In einem einsam gelegenen alten Haus findet zwanzig Jahre nach dem Tod des Besitzers auf dessen ausdrückliche Verfügung hin die Testamentseröffnung vor seinen sechs verbliebenen Erben statt. Die Klausel, dass der Erbe oder die Erbin die Nacht in der unheimlichen Bibliothek dem Todeszimmer des Erblassers verbringen muss und zudem das Erbe nur antreten darf, wenn er oder sie nach dieser Nacht noch bei Verstand ist, verwundert die angereiste bunte Schar potentieller Erben.


Warum wohl war ich hinter dieser Folge so sehr her? Wer mich ein bisschen kennt, dem dürfte Antwort wie von selber kommen. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich die Geschichte bisher nicht kannte. Da darf man die CDs wohl mit tierisch falschen Erwartungen in den Player schieben 😉
Das Schema der Geschichte ist nicht gerade das Neueste. Ich bin mir sicher, hier und da (und da und da) bereits schon mal eine Story angetroffen zu haben, die sich um eine verhängnisvolle Testamentseröffnung drehen. Schlecht fand ich sie in diesem Falle trotzdem nicht. Ich habe es der Geschichte schon hoch angerechnet, dass sie einem genügend Zeit lässt, sich im Kreis der potenziellen Erben zurechtzufinden. Ansonsten wäre man später auch verloren. Gleichzeitig wird schon zu Beginn deutlich, dass es gewisse Spannungen zwischen den Personen gibt. Das lässt auf eine interessante Handlung hoffen.
Nach einer Weile sorgt das Gerücht um einen entflohenden Irren für zusätzliche Unruhe, der sich womöglich im Hause eingenistet hat. Mit sowas packt man mich immer, sowas mag ich ganz einfach. Alleine die  Vorstellung eines Verrückten, wie er hier beschrieben wird, bereitet mir schnell eine feine Gänsehaut.
Damit war es das in Sachen Grusel allerdings auch schon. Es gibt zwar ein paar nette Schreckmomente, aber durchgängig gruselig ist es nicht. Das muss man klar so sagen. Stattdessen entwickelte sich die Geschichte für mich eher in Richtung eines Krimis. Denn an irgendwelche Geister glaubt man ja allgemein nicht. Also bleibt nur noch die Möglichkeit, denjenigen, der hinter den Vorkommnissen steckt, im Kreis der Erben zu suchen. Dabei habe ich mich mit meinem Verdacht öfter umentschieden und lag am Ende immer noch falsch. Das machte allerdings nichts, die Rätselei hatte Spass gemacht, und darauf kommt es für mich an. Zugegeben, hier und da hätte man die Sache kürzer fassen können, aber echte Längen kommen nicht auf. Und mit der von dieser Reihe ungewohnt lockeren Redeweise fährt diese Folge einen weiteren Pluspunkt ein.

Mit dem kleinen Kreis der potenziellen Erben, einer Haushälterin und einem Anwalt zeigt die Sprecherliste sich vergleichsweise übersichtlich, was mir immer entgegenkommt.  Dagmar von Kurmin als Haushälterin Mammy Pleasant ist mir am eindrucksvollsten im Gedächtnis geblieben. Dabei schwingt sie keinesfalls große Reden. Doch bei ihren wenigen Sätzen schwingt so viel Geheimnisvolles mit, dass man schon mal schaudern kann. Nana Spier hat es mir nicht leicht gemacht, Annabell West zu mögen und über den Weg zu trauen. Mal klingt sie geradezu klebrig süß und liebenswert, dann wieder schlägt sie einen Ton an, bei dem man sich auf Anhieb fragt, was tatsächlich hinter dieser süßen Fassade steckt. Das lässt einen durchweg uneins darüber, welche Rolle sie im Geschehen spielt.

An Musik und Geräuschen gibt es einmal mehr nichts auszusetzen. Es sind stimmungsvolle Stücke zu hören, denen das Hörspiel seine geheimnisvolle und -zumindest im ersten Teil – auch ein wenig schaurige Atmosphäre verdankt. Für mich war es wieder mal etwas zu viel des Guten, ich brauche keine ständige Untermalung, aber sei’s drum. Das Problem habe ich ja mit mehreren Folgen der Reihe. Vielleicht stehe ich mit dieser einschätzung auch alleine da.

Zu meiner Enttäuschung sind Katze und Kanarienvogel lediglich Bilder, die die Situation in der Geschichte widerspiegeln. Aber auf dem Cover macht die Katze sich trotzdem gut. Und die umher schwebenden gelben Federn im Käfig lassen nicht gerade auf ein glückliches Ende für den Kanarienvogel schließen. Das macht neugierig auf das Hörspiel.

Fazit:  Etwas kürzer hätte das Hörspiel für mich ruhig sein können, aber langweilig wurde es mir trotzdem nicht dabei. Im ersten Teil gibt es die eine oder andere unheimliche Szene und einige nette Schreckmomente, später wandelt die Geschichte sich eher in Richtung Krimi, bei dem man gut mitknobeln kann. Das hat mir Spass gemacht.

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (10) – Der Biss der Zerberus

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (10) – Der Biss der Zerberus / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Peter Groeger, Christian Rode, Michael Pink ua

newholmes10Inhalt: Der Anlass, aus dem Colonel Haggerty an diesem Abend zum Dinner gebeten hat, könnte erfreulicher nicht sein es ist die Bekanntgabe seiner Verlobung mit der schönen Inderin Putri Mahal. Doch die Feier nimmt ein entsetzliches Ende. Nicht einmal die Kunst des anwesenden Dr. Watson reicht aus, um das Leben des Gastgebers zu retten. Neben der eilends herbeigerufenen Polizei findet sich bald auch Sherlock Holmes am Schauplatz ein. Aber ist es tatsächlich ein hinterhältiger Mord? Und wer von den Anwesenden, immerhin der engste Kreis aus Verwandten und Freunden, könnte dafür verantwortlich sein…?


Diese Folge hält sich mit langen Vorreden nich auf. Im Nu steht Watson mit blutverschmierter Kleidung vor Holmes und somit gewissermaßen auch vor dem Hörer. Da möchte man natürlich sofort wissen, wie es dazu kam. Auch das wird bald erzählt, doch anschließend nimmt die Geschichte sich dann schon ihre Zeit.
Als Watson die Dinnergäste aufzählte, kam ich allerdings ins Zweifeln, ob die Geschichte etwas für mich ist bzw ob ich ihr folgen können würde. Ich kann mir nämlich nicht einfach so sechs Charaktere merken, die mir nur aufgezählt werden. Glücklicherweise spielt sich das weitere Geschehen ausschließlich in diesem Kreise ab, sodass ich mir die Figuren nach und nach doch zu eigen machen konnte. Ich mag es außerdem immer sehr gerne, wenn Krimis mit wenigen Figuren auskommen und nur an einem Schauplatz spielen. Damit war „Der Biss der Zerberus“ dann doch ganz nach meinem Geschmack.
Holmes Nachforschungen haben bereits begonnen, da sorgt ein weiterer grausiger Zwischenfall für Hektik und unruhe unter den Personen. Man hat sich also gerade zurückgelehnt um Holmes Genie zu lauschen, das rüttelt einen das Geschehen wieder auf. Nicht schlecht, das kenne ich aus dem Holmes-Geschichten sonst nicht so.
Bei Holmes Ermittlungen sollte man allerdings stets gut bei der Sache sein. Genauso wie am Ende als er seine Auflösung präsentiert. Sonst steigt man nicht durch. Ich habe das Ende zweimal hören müssen um seinen Ausführungen folgen zu können. Zum Glück sind die Ermittlungen hier wirklich spannend. Da fällt es nicht weiter schwer, bei der Sache zu sein.

Das Duo Christian Rode und Peter Groeger laufen hier einmal mehr zur Höchstform auf. Es macht schlichtweg Spass Holmes und Watson bei ihren Wortgefechten zu lauschen. Sandrine Mittelstädt gibt eine glaubhafte, junge Putri Mahal. Sanft, freundlich, mit einem ganz leichten Akzent. Lutz Harder mischt auch hier wieder als Inspektor Lestrade mit. Ihn höre ich ebenfalls immer wieder gerne. Ich mag seine angenehme Stimme und seinen meist ruhigen, bedächtigen Ton sehr gerne.

Die Musik hält sich auch bei dieser Folge wieder zurück. So bleibt das Augenmerk auf die Geschichte gerichtet. Nur dann und wann sind mal kurze, dezente Stücke zu hören. Die Geräusche können sich ebenfalls hören lassen. Lediglich beim Knistern der Kaminfeuers habe ich eine Weile gebraucht bis ich raushatte, was ich da höre. Ich habe keinen Kamin, da bin ich vielleicht etwas im Nachteil.

Bei dem Cover habe ich zweimal hinschauen müssen. Als erstes bemerkt man natürlich die Darstellung der Inderin, dann den Schatten, aber die Pflanze im Schatten war mir zunächst gar nicht aufgefallen. Dabei spielt sie in der Geschichte eine wichtige Rolle. Schon erstaulich, dass es einem bei einem solch eher schlichten Look so ergehen kann.

Fazit: Die Folge hält sich nicht mit Vorreden auf und hält auf halber Strecke noch mal einen ordentlichen Schreckmoment bereit. So ist gewährleistet, dass man bei der Sache bleibt. Und das ist auch wichtig, sonst blickt man am Ende nicht mehr durch.

Mord in München – Andrea Mangfall ermittelt – Der Ladykiller vom Oktoberfest

Titel: Mord in München – Andrea Mangfall ermittelt – Der Ladykiller vom Oktoberfest / Verlag: Aurelia by Felicity Media GmbH / Spielzeit: 65 min / gelesen von: Fanziska Ball

mangfallInhalt: Seien Sie dabei, wenn Andrea Mangfall auf dem größten Volksfest der Welt auf Spurensuche geht. Zwei Münchener Damen der High Society werden nach einem exzessiven Oktoberfestbesuch zu Hause ermordet aufgefunden.

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Da haben wir ihn: den dritten Streich von Aurelia. Was fehlte nach Grusel und Mystery noch? Genau, ein Krimi! In diesem Falle ein Krimi, der in den feineren Kreisen der Münchner Gesellschaft spielt. An eine Frau als Ermittlerin muss ich mich immer erst ein wenig gewöhnen, aber das ging bei Andrea Mangfall recht flott, weil sie augesprochen cool und selbstbewusst drauf ist. Das gefiel mir gut.
Ihr Fall nimmt sehr zügig seinen Lauf, sodass Langeweile erst gar nicht aufkommt. Lässt er sich noch vergleichsweise unspektakulär an, so zieht er bald unerwartete und anrüchige Kreise. Man glaubt ja gar nicht, was bei der High Society auf dem Oktoverfest so abgeht! Das Gefühl dieses berühmten Volksfest kam bei mir gut an. Und Anreda Mangfall wirkte inmitten der Schönen und Reichen erfreulicherweise wie der berühmte Elefant im Porzellanladen. Das hat sie mir gleich nochmal sympathischer gemacht. In der Jagd auf den Mörder steckt viel Tempo, und zum Schluss hin wird es nochmal richtig spannend als Andrea Mangfall sich mit ihm direkt auseinandersetzen muss.

Franziska Ball liest die Geschichte wirklich gut und mit unüberhörbar bayerischem Akzent. Das steht einem München-Krimi einfach gut. Sie lässt die Komissarin schön burschikos klingen und hat bei Bedarf  auch den befehlsgewohnten Ton für diese Figur auf Lager.

Auch beim dritten Hörbuch von Aurelia spielt Musik eine wichtige Rolle. Es kam mir aber doch weniger vor als bei „Jack Deveraux“ und den „Mystery Diaries“. Einmal mehr wurde viel Wert auf die Auswahl der Stücke gelegt. Sie helfen mal der Spannung, mal dem Tempo auf die Sprünge, dann wieder unterstreichen sie das Flair des Oktoberfests. Eine feine und stimmige Mischung.

Fazit:  Ein spannender und temporeicher Krimi mit einer sympathisch burschikosen Kommissarin, der dem Hörer einen Blick hinter die Kulissen des Oktoberfests im Kreise der High Society gewährt.

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