Kuh

Heilige Kuh (David Duchovny / Cathlen Gawlich)

Titel: Heilige Kuh / Verlag: derHörverlag / Spielzeit: ca. 224 min / Buch: David Duchovny / gelesen von: Cathlen Gawlich

heilige kuhInhalt: Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Nun, sie sind alle Teil unserer heutigen Welt. Und in dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Gemeinsam mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Leser viel Wahres über die Menschen erfährt.


Es hat geraume Zeit gedauert bis ich das Hörbuch gehört habe. Dabei hatte es mir der Klappentext auf Anhieb angetan. Dass nun ausgerechnet “Akte X”-David Duchovny die Geschichte geschrieben hat, hat ein Übriges dazu getan. Nun habe ich es gehört und irgendwie, ich weiß einfach nicht recht. Mich hat einiges gestört, anderes hat mir widerum gefallen, aber trotzdem…
Gestört hat mich beispielsweise sofort die Ähnlichkeit mit David Safiers “Muh”. Ich bin kein Safier-Fan, aber es hinterlässt bei mir immer so ein Abgekupfert-Gefühl, wenn sich Geschichten so sehr ähneln. Ich weiß, das kann hier eigentlich nicht sein, aber gegen dieses Gefühl kam ich einfach nie richtig an.
Das ändert aber nichts daran, dass mich das anfängliche Grundthema durchaus angesprochen hat. Das Schicksal dieser Tiere hier, ist eben schrecklich. Und ich hatte vollstes Verständnis dafür, dass sie ihm entfliehen wollen. Und ich finde es sehr gut, den Menschen mal aus Sicht der Tiere aufzuzeigen, was ihre Essgewohnheiten bedeuten.
Auf ihrer Reise müssen die Freunde sich noch mit einigen anderen Dingen und Ereignissen auseinandersetzen, die dem Hörer quasi einen Spiegel vorhalten. Soweit, so gut.
Und doch gibt es genug andere Details, die diesen an sich guten Eindruck widerum geschmälert haben. Ich habe zB eine Menge gegen unflätige Ausdrucksweise. Das scheint aber bei Geschichten amerikanischer Autoren paradoxerweise zum guten Ton zu gehören. Das werde ich nie verstehen. Überhaupt war Elsies Ton dem Hörer gegenüber eher verschreckend. Dann gibt es noch gewisse Dinge, die ich -und das muss man sich in einer Story mal vorstellen, in der Tiere mit einem sprechen- extrem kindisch und albern fand.
Und zuletzt: kann es sein, dass gewisse Dinge im Zuge der Übersetzung extra auf die deutsche Leser- bzw Hörerschaft zugeschnitten wurde? Sowas wirkt halt auch immer arg bemüht. Und wieso ist es überhaupt ein Aushängeschild, wenn Timur Vermes etwas übersetzt hat?

Cathlen Gawlich höre ich immer gerne. Dass sie hier als Sprecherin am Werke ist, hat mir das Durchhalten sehr erleichtert. Sie hat viele Stimmen auf Lager, die gut zu den verschiedenen, schrägen Charaktere passen. Gewisse deutsche (!) Akzente hätte ich nun nicht haben müssen, aber ich gehe mal davon aus, dass das vom Buch her so vorgegeben ist. Von daher muss es wohl einfach so sein.

Das Cover ist in Schwarz-Weiß gehalten, was gut zum Erscheinungsbild der meisten Kühe passt. Von daher passt es für mich auch zu dieser Geschichte. Die hüpfende Kuh ist ganz niedlich geraten und sieht witzig aus.

Fazit: Der größte Knackpunkt ist wohl mein “Abgeschrieben”-Gefühl. Sowas verleidet mir eine Geschichte meist schnell und gründlich. Dann noch oben erwähnte Details wie Ausdrucksweise und Albernheiten dazu, da war fix noch mehr verloren. Der Aufhänger jedoch hat mir gefallen. Und wie dem Hörer hier der Spiegel vorgehalten wird, ist auch ganz gut gelungen. Aber gerettet hat es in Summe dann doch nicht mehr viel. Schade.

Cowboy Klaus und Otto der Ochsenfrosch (Eva Muszynski & Karsten Teich / Volker Niederfahrenhorst)

Titel: Cowboy Klaus und Otto der Ochsenfrosch / Verlag: Sauerländer Audio / Spielzeit: ca. 59 min / Buch: Eva Muszynski & Karsten Teich / gelesen von: Volker Niederfahrenhorst

cowboyklausInhalt: Jeder kennt Cowboy Klaus. Wenn er mit seinem Schwein Lisa und der Schweizer Kuh Rosi durch die skurrilsten Wild West-Abenteuer tapert, bleibt kein Auge trocken. Und jetzt geht es auch endlich wieder akustisch in die Prärie, in der Cowboy Klaus unter anderem auf Otto den Ochsenfrosch und wahre Rodeo-Rüpel trifft. Außerdem erfahren wir, wie auf der Farm “Kleines Glück” ein etwas anderes Weihnachten gefeiert wird.


“Jeder kennt Cowboy Klaus!”
Nein, ich kannte ihn bis zu diesem Hörbuch nicht. Was ich im Nachhinein wirklich bedauere. Als Buch wären die Geschichten für mich wohl nichts, aber als Hörbuch hatte ich richtig Spass daran. Auf der CD sind gleich vier Abenteuer von Cowboy Klaus und seinen beiden Freunden der Kuh Rosi und dem Schwein Lisa zu hören.
Wie der Titel schon erkennen lässt, leben die drei Freunde im Wilden Westen, und für Cowboygeschichten bin ich immer zu haben. Vor allem, wenn sie so spaßig daherkommen wie die vier Geschichten hier. Als Erwachsener muss man zwar etwas Toleranz mitbringen, zumal der Wilde Westen für die Geschichten ziemlich zurechtgestutzt wurde, aber Kindern dürfte das kaum auffallen. Und an eine Kuh mit Schweizer Dialekt kann man sich ebenso gewöhnen wie an die Vorstellung eines Zirkus im Wilden Westen. Erst recht, wenn man es mit Humor nimmt. So sind die drei Freunde höchstens etwas seltsam, aber auf jeden Fall so liebenswert, dass man sie im Nu ins Herz schließt.
Keine Geschichte ist länger als 15 Minuten, also genau richtig für die Aufmerksamkeitsspanne der jungen Hörer. Sie machen Spass, sind auch ein wenig spannend und beim Rodeo kommt sogar ordentlich Schwung in die Sache.

Volker Niederfahrenhorst habe ich hier zum ersten Mal gehört. Er hat eine angenehme Stimme, in dem stets ein gewitztes Augenzwinkern mitschwingt. Den Schweizer Dialekt hat er ebenso gut auf Lager wie den knirschigen Lautsprecherton mit den Aussetzern beim Rodeo oder das Quaken des Ochsenfroschs. Das macht das Gehörte schön lebendig.

Musik spielt bei diesem Hörbuch eine große Rolle. Zu Beginn, am Schluss und auch zwischen den Geschichten sind verschiedene Lieder zu hören, bei denen man ganz automatisch mitwippt und schnell mitsingen kann. Die Westermmelodien sind eingängig und bleiben im Ohr. Mein Favorit ist “Der Cowboy Jim aus Texas”. Ich sage nur *jippie-jei*.

Sind sie nicht süß? Cowboy Klaus, sein Schwein und der Ochsenfrosch aus der ersten Geschichte? Und sogar einen Geier gibt es. Der gehört natürlich in eine Westerngeschichte! Mir gefällt dieses bunte Motiv sehr gut. Und im Booklet trifft man dann auch die Kuh Rosa an.

Fazit:  Ein rundum gelungenes Hörvergnügen für junge und ältere Western-Fans. Die Geschichten machen Spass und die vielen Lieder laden zum Mitsingen und Mittanzen ein.

Muh (David Safier)

Safier_Muh_HK.indd«Kuh sera, sera. Was sein soll, soll sein, soll sein. Die Zukunft, die kennt kein Schwein …» Dieses Lied singt die ostfriesische Kuh Lolle, deren Traum vom glücklichen Leben wie eine Blase auf der heißen Milch zerplatzt: Nicht nur, dass ihr geliebter Stier Champion sie mit einer anderen betrügt, nein, der Bauer auf ihrem Hof beschließt auch noch, alle Kühe schlachten zu lassen. Die Rettung kommt in Gestalt eines charmanten italienischen Katers. Er verrät Lolle, dass es ein Land auf dieser Welt gibt, in dem Kühe nicht zu Bolognese verarbeitet werden: Indien. Gemeinsam mit ihren besten Freundinnen, der harten Hilde und dem lieben Radieschen, flieht Lolle von dem Bauernhof. Begleitet werden sie dabei nicht nur von Kater Giacomo, sondern auch von Susi, ausgerechnet jener blöden Kuh, die Lolle den Stier ausgespannt hat. Und auf der Suche nach dem ganz großen Glück erlebt die kleine chaotische Herde jede Menge gefährliche Abenteuer.

Auf die Bücher von David Safier hatte ich immer schon ein Auge, aber bislang war keines dabei, von dem ich überzeugt gewesen wäre, dass es mein Fall ist. Dann kam “Muh” heraus und plötzlich war diese Gewissheit da!
Ich wurde nicht enttäuscht! Der Anfang zog sich zwar etwas und so richtig witzig fand ich die Geschichte da noch nicht, aber in dieser Zeit hatte ich Gelegenheit, die vierbeinigen Charaktere kennenzulernen. Das hat auch schon Spass gemacht und im Nu hatte ich Lolles kleine Herde ins Herz geschlossen. Ganz beonders Radieschen! <3
Als dann der Plan feststand, tatsächlich diese Reise ins Paradies Indien zu unternehmen, und als der liebenswert großmäulige Kater Giacomo den Posten als Anführer übernimmt, ging es dann so richtig los.
Ab da habe ich wirklich unzählige Male gelacht und fast die ganze Zeit leise vor mich hin gegrinst.
Die ungewöhnliche Herde erlebt auf ihrer Reise so viele Abenteuer, dass man kaum zum Durchatmen kommt. Natürlich darf man das alles nicht für bare Münze nehmen. Kühe, die sich auf ein Schiff oder in ein Flugzeug schleichen, Kühe die einen Tiertransporter über den Haufen rennen um einen Artgenossen zu helfen, das gibt es einfach nicht. Klar!
Aber es ist ein riesiges Vergnügen, es sich vorzustellen. Die Komik rührt hier einerseits von einer Menge Situationskomik her, andererseits aber auch von unzähligen witzigen Dialogen und Lolles bemerkenswert intelligenter (und speziell auf ihre Herde realistischer) Sichtweise. Da sage noch mal jemand etwas in der Richtung “dumme Kuh!”
Ich fand es jedenfalls sehr lustig und auch spannend, mit der Herde Richtung Indien zu reisen. So oft habe ich gedacht, dass ihr Vorhaben ein frühzeitiges Ende finden würde, dann wieder war ich felsenfest davon überzeugt, wenn eine Kuhherde es nach Indien schafft, dann diese hier!
Wenn man die Geschichte genauer betrachtet, vor allem zum Ende hin, dann wird aber auch klar, dass sie schon auch eine ernste Botschaft mitbringt. Denn im Laufe ihrer chaotischen und gefährlichen Reise lernen die Kühe und der Kater auch eine Menge über Freundschaft, Liebe, Mut und Zusammenhalt. Das ist deutlich zu spüren und  manchmal richtig rührend zu lesen. Eine Szene mit Radieschen hat mir tatsächlich die Tränen in die Augen getrieben.

Dank der Komik liest sich “Muh” super leicht. Ich musste mich zusammenreißen, es nicht an einem Abend schon komplett zu lesen. Vom Schreibstil und Inhalt her, hätte es eigentlich so laufen müssen. Lolle hat eine so locker-flockige Art zu erzählen, dass im Nu Seite für Seite dahingeht.

Wie es bei David Safiers Bücher scheinbar üblich ist, fällt auch “Muh” schon alleine durch das Geld des Covers auf. Ich bin aber vor allem in die beiden Kühe verliebt, die wohl Lolle und ihre dann und wann in jeder Hinsicht trampelige Liebe Champion sein werden. Dieser Schlafzimmerblick…! Gelungen ist auch die Gestaltung der Buchdeckel innen. Die Küh auf verschiedenen Stationen ihrer Reise

Fazit:  Ich hatte solch einen Spass mit “Muh” wie schon lange mit keinem Buch mehr! Eine haarsträubende und witzige Geschichte um eine Flucht ins gelobte Land, wo Kühe nicht über kurz oder lang auf einem Burger ! Gleichzeitig aber auch eine Geschichte um Freundschaft, Mut und Liebe. Top!


Titel:  Muh
Autor: David Safier
Seiten:  336
Verlag: Kindler Verlag
ISBN: 978-3463406039
Preis:  € 16,95 (TB)

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