Kunst

Die drei !!! (41) – Im Bann des Flamenco

Titel: Die drei !!! (41) – Im Bann des Flamenco / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 76 min / Sprecher: Patrick Bach, Linda Fölster, Michael Bideller, Sonja Stein ua

dda41Inhalt: Sommer, Sonne, Spanien! “Die drei !!!” verbringen die Osterferien im malerischen Cuenca und besuchen dort eine Sprachenschule. Gleich nach ihrer Ankunft werden die Freundinnen um Mithilfe in einem heiklen Fall gebeten: In einer Kirche ist eine sehr wertvolle Reliquie verloren gegangen. Die Suche führt die Mädchen tief unter die Stadt in ein mittelalterliches Tunnelsystem – und auf die Spur einer gefährlichen Diebesbande. Internationaler Kunstraub: Ist dieser Fall nicht eine Nummer zu groß für Kim, Franzi und Marie?


Es scheint mal wieder an der Zeit, dass es in Deutschland für eine Detektivtruppe keine Fälle mehr gibt. Also lässt man die drei Feundinnen einfach mal in Spanien ermitteln. Allgemein finde ich das ja immer etwas daneben, aber sei’s drum. Immerhin bekommen sie es hier mit einem wirklich großen Fall zu tun. Da fragt sich der Klappentext völlig zu Recht, ob das nicht eine Nummer zu groß ist.
Doch die Mädels beweisen auch unter spanischer Sonne ihre detektivischen Fähigkeiten. Und gemeinsam mit ihnen rätselt man sich als Hörer durch die Geschichte. Wem kann man hier eigentlich trauen? Und ist es nicht doch etwas zu gewagt, quasi unter der Stadt zu ermitteln? So bleibt die Spannung durchweg erhalten.
Erfreulicherweise spielen Jungs und die Liebe dieses Mal keine große Rolle. Obwohl natürlich Franzis Freund Felipe zunächst mit von der Partie ist. Ich habe ja an sich nichts gegen ein bisschen Romantik und Liebelei, doch in dieser Reihe hat das schon zu oft die Fälle der Freundinnen sabotiert. Daher bin ich immer froh, wenn es keine Rolle spielt. So bleibt die Geschichte griffig und ablenkungsfrei.

Die Sprecherliste ist sehr überschaubar. Es gibt einige Sprecher zu hören, die ich eher aus anderen Serien kenne. Beispielsweise Patrick Bach, den ich aus der “Lego”-Serie kenne. Hier spricht er eben erwähnten Felipe und macht auch das wirklich prima. Dann ist das noch Linda Fölster. Ihre Stimme kenne ich vornehmlich von der “Pollution Police”, wo sie eine deutliche jüngere Figur spricht als hier. Ich muss sagen, dass sie mir hier bei den “Drei !!!” einen Tacken besser gefallen hat. In einer erwachseneren Rolle eben.

Dieses Mal sind ab und zu ein paar spanische Klänge zu hören. Das passt zum Schauplatz und bringt unaufdringlich ein bisschen Abwechslung in den sonstigen Klang der Reihe. Die Geräuschkulisse ist einmal mehr ganz fein. Und somit kann man dieser Folge in dieser Hinsicht nichts weiter vorwerfen. So soll das sein.

Auf dem Cover sehen die drei Mädchen sehr nach Sommer, Sonne und Urlaub aus. Das passt genauso gut zu Spanien wie die Flamencotänzerin im Hintergrund. Somit rundum ein Motiv, wie es besser zur Geschichte nicht hätte passen können.

Fazit: Ein spannender Fall unter spanischer Sonne für die drei Detektivinnen, bei dem man durchaus auf den Gedanken kommen kann, ob das nicht eine Nummer zu groß für sie ist. Doch gerade dadurch hält einen die Geschichte bis zum Ende bei Laune.

Welche Farbe hat die Angst? (Barbara Rose)

welchefarbeKatta malt für ihr Leben gern. Als sie einen Kurs bei dem bekannten Maler Josef Wild gewinnt, ist der fasziniert, denn ihr Stil ähnelt auf unglaubliche Weise den Bildern einer ehemaligen Schülerin: Auch Miriam hat vor vielen Jahren bei ihm gelernt, sich aber kurz vor Ende des Kurses das Leben genommen. Durch Zufall findet Katta Miriams Maltagebuch und erkennt schnell: Ein Mädchen, das so viele Pläne hatte, kann unmöglich freiwillig in den Tod gegangen sein. Katta ahnt, dass damals etwas Schlimmes passiert sein muss, doch wie soll sie das beweisen? Während sie immer tiefer in die Vergangenheit eintaucht, häufen sich unheimliche Vorgänge. Katta bekommt anonyme Briefe und ihre Sachen werden durchwühlt. Die Suche nach dem Täter von damals, der immer noch mitten unter ihnen ist, wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Wie gut, dass Katta tatkräftige Unterstützung vom charismatischen Alex bekommt.

Dieses Buch hat lange Zeit auf dem SUB gelegen. Ich hatte es jetzt eigentlich nur ausgesucht, weil ich die im Regal querliegenden Bücher abarbeiten möchte 😉 Und dabei fand ich damals (und finde ich auch heute noch), dass der Klappentext nach einer wirklich spannenden Geschichte klingt! Trotzdem habe ich irgendwie nie den Dreh dazu gefunden.
Das hat sich nun als ausgesprochen schade herausgestellt, denn mir hat “Welche Farbe hat die Angst?” wirklich sehr gut gefallen! Dabei gestaltete sich der Start noch recht holprig. Ich selber kann nicht mal ein akzeptables Strichmännchen zeichnen, geschweige denn irgendetwas malen. Ich habe zum Malen daher keinen nennenswerten Bezug. Somit konnte ich Kattas Begeisterung dafür nicht so wirklich nachvollziehen. Und ich war mir sicher, wenn die Kunst, die Malerei und die Farben weiterhin solch  zentrale Rollen spielen würden wie zu Beginn, dann würde ich an dem Buch scheitern.
Glücklicherweise rückt das Thema Kunst in den Hintergrund als Katta bei ihrem Malkurs ankommt. Nicht falsch verstehen! Natürlich wird dort gemalt, natürlich wird erwähnt, welche Bedeutung die Malerei für Katta hat, natürlich trifft man die Charaktere häufig im Atelier des Malers an, der den Kurs gibt. Aber im Mittelpunkt steht doch ganz klar das Rätsel um Miriams Tod.
Hat Miriam wirklich Selbstmord begangen? So vieles spricht dagegen. Doch wenn nicht, wer sollte das allseits beliebte, fröhliche Mädchen getötet haben? Als Katta Miriams Maltagebuch entdeckt, kommen ihr Zweifel an der Theorie um den Selbstmord. Gemeinsam mit ihrem Freund Alex geht sie der Sache auf den Grund.
Ich habe oft Probleme mit Krimis / Thrillern, in denen viele Charaktere mitmischen. Es fällt mir dann häufig schwer, den Überblick zu haben und jede Figur sofort einordnen zu können, wenn die Sprache auf sie kommt. Und hier spielen durchaus einige Personen eine Rolle. Doch es ist Barbara Rose gelungen, mir jede einzelne so nahezubringen, dass ich sie und ihre Rolle im Geschehen immer präsent hatte. So lässt sich wunderbar miträtseln, kombinieren und verdächtigen. Und das sorgt natürlich für Spannung. Ich habe lange gerätselt und auch wenn mich die Auflösung nicht ganz überraschen konnte (ich hatte zwischendurch schon mal in die Richtung gedacht, es aber für ziemlich unwahrscheinlich gehalten), aber es war für mich doch der unwahrscheinlichste Weg. Somit war trotzdem noch ein Funken Überraschung da.
Beeindruckt hat mich Kattas Entwicklung über die Geschichte hinweg. Von dem schüchternen Mädchen hin zur mutigen Katta, die sich durch nichts dauerhaft unterkriegen lässt. So etwas finde ich immer toll und es ist absolut glaubwürdig umgesetzt. Katta mausert sich immer mehr, hat zwar ab und zu noch einen Durchhänger, aber lange hält das nie an. Das finde ich so deutlich authentischer als wenn sie -kaum dass sie dem Rätsel um Miriam auf den Grund geht- plötzlich zur strahlenden Heldin geworden wäre. Es ist eine Entwicklung und zwar eine wirklich schöne.
Dazu trägt sicher auch Kattas Beziehung zu Alex bei. Auch an einer solche Beziehung kann man wachsen. Und so süß die beiden zusammen sind, sie haben auch ihre Streitereien. So hat Kitsch keine Chance.

“Welche Farbe hat die Anst?” liest sich dank vieler Dialoge wunderbar leicht, ohne dass dabei die Spannung auf der Strecke bleibt. Die Kapitel haben diese Länge, die einen ein gutes Stück voranbringt, aber trotzdem nicht zu lang ist. Zudem machen die Überschriften neugierig, die immer aus einer Farbe und einem Untertitel bestehen.

Ich habe es einfach nicht mit Büchern, die hauptsächlich weiß gestaltet sind. Weiß ist für mich eine ausgesprochen nichtssagende Farbe. Deshalb haut mich das Cover des Buchs nicht gerade um. Der Farbklecks in der Mittel trägt zwar dem Titel Rechnung, sagt aber sonst nichts aus. Und für einen Jugendkrimi / Jugendthriller ist mir das zu hell. Krimis und Thriller müssen sich für mich eher düster präsentieren.

Fazit:  Der Anfang mit der Geschichte war nicht leicht, weil mir dieser Bezug zur Kunst fehlt und ich somit Kattas Leidenschaft dafür nicht recht nachvollziehen konnte. Als sich die Handlung dann aber in erster Linie dem Rätsel um Miriams Tod zuwendet, waren diese Startschwierigkeiten im Nu vergessen. Eine wirklich sehr spannende Geschichte, bei der man wunderbar mitknobeln kann! So mag ich solche Bücher! Dass Kattas außerdem eine wirklich tolle Entwicklung über die Geschichte nimmt, war noch das Sahnehäubchen obendrauf.


Titel: Welche Farbe hat die Angst?
Autor: Barbara Rose
Seiten: 271
Verlag: Bastei Lübbe / Boje
ISBN: 978-3414824097
Preis: 12,99 (HC)

Pollution Police (09) – Der Fluch des Orients

Titel: Pollution Police (09) – Der Fluch des Orients / Verlag: / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Patrick Bartsch, Reent Reins, Tom Beck, Atze Schröder ua

pp09Inhalt: Niklas, Linus und Melissa besuchen die Dreharbeiten der beliebten TV-Serie “Autobahnrevier”. Im Anschluss findet Maskottchen Einstein im ausgebrannten Autowrack ein goldenes Armband, das offenbar aus dem vorchristlichen Mesopotamien stammt. Doch wie komme es in ein deutsches Stundfahrzeug? Die Freunde nehmen die Ermittlungen auf und kommen schließlich einem diebischen Brüderpaar und einer zwielichtigen Kunsthändlerin auf die Spur.


Die Folge beginnt anno irgendwas im vorchristlichen Mesopotamien, wo die Geschichte um den Armreif ihren Anfang nimmt. Mir schwante bereits Übles, doch schon bald wechselte das Geschehen ins Heute zu den drei Pfadfindern. Und Geschichtsunterricht bekommt man später gottlob auch nicht im Übermaß. Gegen sowas bin ich ja bekanntlich sehr allergisch.
Stattdessen kommt die Folge ausgesprochen gewitzt daher. Die ersten Nachforschungen führen die Freunde auf die Spur eines diebischen Brüderpaares. Das alleine wäre für mich schon ausreichend für eine Folge der Reihe gewesen. Alleine diese Nachforschungen sind schon recht spannend und interessant. Ich dachte auch wirklich, damit sei es getan.
Doch dann holt die Geschichte noch einen Dreh aus der Tasche, den ich ganz sicher nicht habe kommen sehen. Wow, das muss man schon sagen! Das setzt der Geschichte quasi das bekannte i-Tüpfelchen auf.
Das Finale dann legt in Sachen Spannung nochmal nach. Schön, dass es hier Bösewichte gibt, die sich nicht einfach von ein paar Kids vorführen lassen wie in so vielen anderen Serien des Genres.
Witzig ist die Geschichte ebenfalls. Denn auf dem Armreif liegt der Legende zufolge ein Fluch, und es sieht ganz danach aus als bade Niklas ihn gerade aus. Er tat mir manches Mal ehrlich leid.

Ich bin mir sicher, dass die drei Hauptsprecher noch eine ganze Ecke lockerer klingen würden, wenn man ihnen nicht teilweise Sätze in den Mund legen würde, die man von Kids ihres Alters wohl nur äußerst selten hört. Und das hört man einfach raus. Insgesamt machen sie ihre Sache aber gut und es macht Spass, ihnen zu lauschen.
In der Folge sind drei prominente Sprecher dabei, von denen ich immerhin einen kenne: Atze Schröder. Ich dachte, ich höre nicht richtig! Aber er passt bombig da rein und zu seiner Rolle. Die beiden anderen Promis sind Erdogan Atalay und Tom Beck. Wie gesagt, ich kenne beide nicht. Wenn man sie als prominent bezeichnen will -ich tu’s nicht- dann kann man auch noch Joko und Klaas erwähnen, die mitmischen.

Musikalisch ist ebenfalls alles in trockenen Tüchern. Die eingesetzten Stücke passen zu den jeweiligen Szenen. Außerdem wirken sie nachwievor frisch und neu, nicht wie aus der Konserve und schon x-mal runtergenudelt. Auch die Geräuschkulisse stimmt und kann das Geschehen gut veranschaulichen.

Das Cover zeigt den Aufhänger zur Story. Das in Flammen stehende Auto lässt auf Action hoffen, das goldene Armband auf Spannung. Somit ist alles gegeben, weshalb man sich die Folge anhören sollte.

Fazit: Eine spannende Geschichte, die zunächst auf einen recht einfachen Fall rauszulaufen scheint, dann aber noch einen völlig unerwarteten Dreh in petto hat. Clever gemacht!

TKKG (186) – Die schlafende Chinesin

Titel: TKKG (186) – Die schlafende Chinesin / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Klaus Dittmann, Traudel Sperber, Eberhard Haar ua

tkkg186Inhalt: Die Millionenstadt ist in Aufruhr: Eine Skulptur von unschätzbarem Wert wurde still und heimlich aus dem Kunstmuseum gestohlen! Wie konnte es im Museum zu so einer fatalen Sicherheitspanne kommen? Fernsehen, Radio und Zeitungen stürzen sich wie die Geier auf den peinlichen Skandal. Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind sich fast sicher, den Dieb zufällig bei seiner Flucht beobachtet zu haben – und schalten sich ein. Was hat der Dieb mit der Skulptur vor? Was hat die adelige Frau von Dünkelsheim mit dem Kunstdiebstahl zu tun? Und warum wurde im Museum kein Alarm ausgelöst? TKKG nehmen die Spur auf – sie führt in den düsteren Moorsteiner Wald.


In dieser Folge hält ein Kunstraub die Freunde von TKKG auf Trab. “Die schlafende Chinesin” wurde gestohlen! Wo ist das wertvolle Stück und weg hat es aus dem Museum entwendet? Nun ist Kunst nicht gerade eines meiner größten Interessengebiete, aber natürlich taugt ein Kunstraub immer für einen ordentlichen Krimi, und der ist mit dieser Episode wirklich gelungen.
Langeweile hat keine Chance, es dreht sich durchgängig alles um die gestohlene Skulptur. Selbst eine Figur, die ich anfangs noch für reichlich überflüssig hielt, wird gegen Ende überraschend und unerwartet wichtig. Doch nicht nur sie! Man kann bei dieser Geschichte gut mitknobeln, denn es gibt gleich mehrere Verdächtige. Darunter sogar eine Verwandte von einem Mitglied der TKKG-Bande. Da habe ich gestaunt!
Und das Motiv für den Täter gibt zusätzlich Rätsel auf. Schön, wenn einen bei einem Krimi für junge Hörer die Lösung nicht sofort anspringt.
Das Ende hat dann auch noch die eine oder andere Überraschung in petto. Beispielsweise ist das Motiv des Täters mal kein 0815-Motiv oder ewig weit hergeholt. Und wie die Freunde schließlich die Wahrheit ans Tageslicht bringen, das hat Showqualität!

Es ist müßig über die Hauptsprecher groß Worte zu verlieren. Da passt wie immer alles. Traudel Sperber hat es geschafft, dass ich nie genau wusste, ob ich Tante Doro nun mag, oder eher doch nicht. Sie trifft den typischen Tanten-Ton wirklich perfekt. Und der kann mitunter auch mal nerven. Birke Bruck gibt eine unüberhörbar arrogante Frau von Dünkelsheim. Ich habe diese Frau sofort vor mir gesehen.

Und um die Sache rund zu machen, kann man auch über Musik und Geräusche nichts Schlechtes sagen.

Das Covermotiv zeigt eine Szene aus der Geschichte. Die Freunde sind bei ihrer Suche nach Spuren auf eine versteckte Tasche gestoßen. Das macht neugierig. Nur der arme Oskar tut mit leid. Er sieht ja aus als stände er kurz vor einem Kollaps!

Fazit:  An dieser Folge habe ich rein gar nichts auszusetzen. Sie ist spannend, hat Tempo und lädt zu Miträtseln ein.

Gruselkabinett (58) – Pickmans Modell

Titel: Gruselkabinett (58) – Pickmans Modell / Verlag: Titania Medien / Spielzeit: ca 65 min / Sprecher:

Inhalt: Die Gemälde von Richard Upton Pickman schockieren die Bostoner Kunstwelt. Es sind Darstellungen abscheulicher Wesen in nicht minder grauenerregenden Situationen. Henry Thurber ist mit der einzige im eher konservativen Kunstverein, der nicht von den Bildern abgestoßen, sondern im Gegenteil, sehr fasziniert von ihnen ist…


Mit “Pickmans Modell” trifft man eine weitere Geschichte von H.P. Lovecraft in dieser Serie an. Inhaltlich hat sie mir sehr gut gefallen, wenn ich sie auch etwas vorhersehbar fand. Aber hier geht es schon ganz gut zur Sache, viele Schilderungen erwecken alleine beim Hören einen gewissen Ekel, auf jeden Fall aber erzeugen sie eine schöne Gänsehaut. Genau das halt, was ich mir an sich vom “Gruselkabinett” erwarte. Eben mal keine romantische Schauergeschichte. Soweit ich weiß -ich habe mich erst etwas kundig machen müssen, denn Lovecraft-Kenner bin ich wirklich nicht- wird diese Geschichte ursprünglich in Form eines einzigen Monologes erzählt. Hätte man das übernommen, hätte man wohl ein Hörbuch zu hören bekommen. Somit finde ich die Umsetzung gut gelungen. Der eigentliche Monolog wird  durch den Dialog zwischen dem erzählenden Henry und seinem Freund Eliot aufgelöst, und Rückblenden streuen auch mal gespielte Szenen ein.
Ja, da ist trotz allen Lobes ein “Aber” zu riechen, oder? Stimmt! Denn mir war es trotzdem immer noch zu viel Monolog. Ich habe mir oft gewünscht, dass Eliott endlich mal unterbricht.

Wobei man Dietmar Wunder nichts vorwerfen kann. Trotz seiner langen Texte liefert er durchweg sehr gute Arbeit ab. Mit düsterer Stimme bringt er die Aufgewühltheit dieses Charakters und die wechselnden Emotionen während der Bekanntschaft mit Pickman eindrucksvoll zu Gehör und sorgt alleine schon für eine bedrückende und bedrohliche Atmosphäre. Als morbider Künstler Pickman ist Sascha Rotermund zu hören, der ihn zwar einerseits gar nicht so ungewöhnlich klingen lässt, der aber auch immer eine Spur Irrsinn durchklingen lässt.

Ich kann mich an keinen Moment erinnern, in dem keine Untermalung zu hören war. Mir sind durchgängig düstere, bedrückende und Unheil verheißende Musiken im Kopf geblieben, die im Nu für die nötige Stimmung sorgen. Am Ende wurde es mir dann aber doch zu laut. Da hätte man den ruhigen Klang durchziehen sollen, das hätte auch gepasst.

Ein finsteres Gewölbe, an den Wänden Bilder mit schauerlichen Motiven, das Cover passt gut zu der Geschichte. Allerdings wirkt es mir schon wieder zu romantisch, klassisch gruselig. Und das ist die Geschichte -in meinen Augen glücklicherweise- nicht.

Fazit: Eine Folge, die mir inhaltlich seit Langem mal wieder so richtig gut gefallen hat. Eben weil es keine Schauergeschichte ist, sondern durchaus handfest gruselig. Es hätte für meinen Geschmack aber ruhig noch etwas weniger Monolog sein dürfen. Das fand ich gelegentlich noch ganz schön anstrengend und wenig dynamisch.

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