Kurzgeschichten

Nightmare Hour – Time for terror (R.L. Stine)

nightmarehourEvery tick of the clock brings another chill with these ten terrifying tales. What horror awaits a boy who has to spend Halloween in the hospital? How do you outwit a ghost who wants your skin? Why is Nightmare Inn the most terrifying place to visit?

Bekanntlich bin ich Fan von R.L. Stines Serien “Gänsehaut” und “Fear Street”. Ich denke, dafür wird man nie zu alt, wenn man sie schon als Kind gelesen hat. Als ich im Urlaub dann dieses Buch in Händen hielt, musste es einfach mit. Von “Nightmare Hour” hatte ich noch nichts gehört. Außerdem ist das Cover der Hammer!
Natürlich erwartete ich von “Nightmare Hour” solche Geschichten wie die der “Gänsehaut”-Reihe: kindgerecht schaurig und mit Spaßfaktor, damit die lieben Kleinen keine Albträume bekommen.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie verblüfft ich nach der ersten Geschichte aus der Wäsche geschaut habe!
“Nightmare Hour” ist eine Geschichtensammlung mit insgesamt zehn Kurzgeschichten. Laut amazon empfohlen ab 8 Jahren!
Das halte ich einerseits für ganz schön gewagt, denn mit “Gänsehaut” und “Fear Street” kann man diese Geschichten nicht vergleichen. Während in diesen Reihe am Ende stets alles gut wird (jedenfalls in den Büchern, die ich bisher gelesen habe), sucht man hier vergeblich nach einem Happy End. Keine einzige Kurzgeschichte geht auch nur ansatzweise gut aus. Außerdem gibt es Szenen, die -stellt man sie sich bildlich vor- selbst einem Erwachsenen noch das Schaudern lehren können. Ich weiß zum Beispiel, dass ich nicht alleine bin mit meiner Angst vor Clowns. Entsprechend mulmig war mir vor “Afraid of clowns”.  Und die Vorstellung, in einer OP einen Fuß abgenommen zu bekommen oder von Aliens verputzt zu werden, ist ebenfalls nichts, was man sich wünscht.. Das sind aber nur einige wenige Beispiele aus dem Reportoire dieses Buchs. Für mein Emfpinden ist es ein großer Schritt von “Gänsehaut” zu “Nightmare Hour”.
Andererseits finde ich gerade das aber auch gut. Ich kann mich nämlich noch daran erinnern, wie wir uns als Kinder damit übertrumpft haben, was wir schon Gruseliges gelesen oder angeschaut haben. Das hat Spass gemacht. Wenn man erst für Gruseliges Feuer gefangen hat, dann testet man gerne aus, was es in dem Bereich noch gibt. Und “Nightmare Hour” ist wie gesagt ein deutlicher Schritt nach vorne, wenn man bislang “Gänsehaut” gelesen hat. Damit kann man bei Freunden dann schon angeben 😉
Spannend geht es ebenfalls zu. Bereits nach den ersten beiden Geschichten war mir klar, dass das Ende komplett anders ausfallen würde als ich anfangs noch dachte. Und das trifft wirklich auf jede einzelne Geschichte zu. Ich war jedes Mal total neugierig, was mich nun wieder erwarten würde.
Einen kleinen Aussetzer stellte für mich lediglich “The most evil sorcerer” dar, aber auch nur deshalb, weil ich für Erzählungen um böse Zauberer, Zaubertränke und Flüche, die auf alten Schlössern oder Burgen spielen nichts übrig habe. Weil das selbstverständlich Geschmackssache ist, fällt das nicht ins Gewicht.

Die Geschichten sind zwischen vier und zehn Seiten lang, lassen sich also schnell mal lesen. Beispielsweise vor dem Schlafen. Da wirken sie dann umso besser 😉 Das Buch ist in Englisch geschrieben, aber nicht allzu kompliziert. Da ähnelt es dann doch “Gänsehaut” mit der einfachen Sprache, die jungen Lesern entgegenkommt.

Nun zum Cover! Erstens finde ich diese Fratze schon herrlich schaurig, aber die Folienaugen sind der eigentliche Hingucker. Je nach Lichteinfall schillern sie in den verschiedensten Farben. Von leuchtend Blau bis hin zu blutigem Rot. Im Buch ist jeder Geschichte ein Titelmotiv vorangestellt, und die haben es wirklich in sich! Ich habe mal eine kleine Collage zur Aufmachung des Buchs gemacht. Das sagt sicher mehr als tausend Worte.

collage

Fazit:  Eine tolle Kurzgeschichtensammlung, die man in meinen Augen nicht mit “Gänsehaut” vergleichen kann. Hier geht es bedeutend gruseliger zu und auf ein Happy End braucht man erst gar nicht zu hoffen. Ich habe noch keine solch böse Geschichte von R.L. Stine gelesen. Mir hat “Nightmare Hour” richtig gut gefallen! Aber Vorsicht bei allzu jungen Stine-Fans!


Titel: Nightmare Hour – Time for terror
Autor: R.L. Stine
Seiten: 148
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0060286880
Preis: € 12,49 (HC)

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Legenden aus der Zwischenwelt (René Junge)

legendenzwischenweltDieses eBook umfasst insgesamt 5 Horror-Kurzgeschichten:

1 – Animal Inside2 – Stan
3 – Dreamdevil
4 – Unberührbar
5 – Die Weltlosen

 
 
 
 
 

“Animal Inside”

Obwohl die Geschichte alleine durch den Titel schon recht vorhersehbar ist, hat sie mir doch gefallen. Das Geschehen ist schon grausig und ich fand es auch spannend, ob Ben entkommt. Und eine Szene sorgte zudem für einen gewissen Ekelfaktor. Außerdem hat mir der Funken böser Humor gefallen mit dem das Geschehen beschrieben wird.
Ein ordentlicher Einstand!

“Stan”

Bei dieser Geschichte bin ich erst gar nicht durchgestiegen. Zwar war mir klar, dass Stan ein Psychopath ist, aber die Sache mit der Frau, auf die er im Supermarkt trifft und die dann so mir nichts, dir nichts mit ihm nach Hause geht. War es Stans Einbildung, in ihr seine Mutter zu sehen? Oder ist sie es wirklich und Mutter und Sohn haben einen gemeinsamen Hang zu kranken Rollenspielen? Es hat etwas gedauert bis ich durchgeblickt habe. Hier fand ich vor allem den Hintergrund hinter der Tat erschreckend. Das Ende ist dann kurz und sehr böse. Auch wenn man zuvor schon geahnt hat, worauf es hinauslaufen wird.

“Dreamdevil”

Diese Geschichte hat ein Thema zur Grundlage, das ich für unheimliche Storys immer wieder toll finde: Träume! Mir tat der kleine Harry leid, wie er unter seinen Albträumen leidet. Und seinen Therapeuten fand ich ausgesprochen sympathisch. Der soll Harrys Albträume nun beenden. Bei dieser Geschichte hat mir gut gefallen, wie man erst in den Traum abtaucht und wie sich dann plötzlich Traum und Wirklichkeit vermischen. “Du willst spielen, Doc? Dann spielen wir!” Den Moment fand ich wirklich gruselig. Dass am Ende ein böses Erwachen stehen würde, hatte ich schon geahnt. Trotzdem macht sowas einfach Spass.

“Unberührbar”

Obwohl ich Mitch im Nullkommanichts absolut nicht ausstehen konnte, hat mir seine Geschichte am besten gefallen. Einfach, weil sie nicht auf Blut, Horror oder Ekel setzt. Stattdessen ereilt Mitch ein verhängnisvolles Schicksal. Bis dahin fand ich auch, dass er das gut verdient hatte. So ein Ar***, sorry! Die Szene in der Wüste war schön unheimlich. Und auch die Idee mit dem goldenen Band hat mir gefallen. Allerdings hatte ich schon geahnt, bei wem  es enden würde. Und dann tat mir sogar Mitch leid.

“Die Weltlosen”

Diese Geschichte ist für mich keine eindeutige Horrorgeschichte. Sie enthält auch einige Fantasyelemente. Für mein Empfinden zog sie sich hier und da etwas. Aber die Idee hat mir gefallen. Norah mochte ich sofort und anfangs hätte ich ihr niemals etwas Böses zugetraut. Bei solch harmlosen und nette Charakteren mag ich es immer besonders, wenn sie sich so böse entwickeln. Das hat Spass gemacht! Das Ende hatte es dann nochmal richtig in sich. Ein prima Abschluss für diese Sammlung an gruseligen Kurzgeschichten.

René Junges Schreibstil liest sich gut und leicht. So musste ich mir die Sammlung gar nicht groß einteilen, sondern habe sie in einem Rutsch gelesen.

Fazit:   Insgesamt hat mir “Legenden aus der Zwischenwelt” gut gefallen. Fünf Horror- bzw Gruselstories, denen tolle und sehr verschiedene Ideen zugrunde liegen. So ist die Sammlung schön abwechslungsreich. Bei einigen Geschichten fand ich die Enden allerdings etwas vorhersehbar. Und ich frage mich wirklich, wieso alle Geschichten in den USA spielen. Immerhin stammen sie aus der Feder eines deutschen Autoren! Geht etwa immer noch der Glaube um, solche Stories würden in Deutschland nicht funktionieren?


Titel: Legenden aus der Zwischenwelt
Autor: René Junge
Seiten: 105 Seiten (geschätzt)
Format: Kindle Edition
Preis: € 2,99

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Die drei ??? und die Geisterlampe – 12 Kurzgeschichten

Titel: Die drei ??? und die Geisterlampe – 12 Kurzgeschichten / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 165 min / Sprecher: Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck, Andreas Fröhlich, Heikedine Körting ua

Das gab es noch nie: 12 Mini-Fälle der drei ???. Die Autoren Kari Erlhoff, Hendrik Buchna und Marco Sonnleitner erzählen 12 kurze Geschichten, die die drei jungen Detektive aus Rcky Beach teilweise auch mal von ein paar ganz anderen Seiten zeigen.


Irgendwie hatte ich schon 2011 das Gefühl, dass die als Vorweihnachtsgeschenk gedachten Kurzgeschichten es irgendwann auch auf ein anfassbares Medium schaffen würde. Da ist es nun also! Auf jeder der drei CDs sind vier kurze Fälle der drei berühmten Detektive zu finden. Und die haben mir in dieser Mischung wirklich sehr gut gefallen! Warum? In erster Linie, weil es in maximal 20 Minuten je Geschichte (meist kürzer) keine Chance für zig verquere Zusammenhänge gibt. Und ich kann nicht behaupten, dass das zu Lasten der Spannung geht. Da habe ich lieber solche Geschichten, in denen ich durch einfaches Mitdenken vielleicht schon ein paar Minuten vor den drei Helden die Lösung erahne, als 60 Minuten Handlung, die erst Superhirn Justus am Ende einigermaßen logisch erklären kann. Justus selber ist auch so etwas, das mir hier gefallen hat. Er liegt mir vom Wesen sowieso nicht besonders. Daher fand ich es gut, dass hier auch Bob und Peter mal der größere Part zufällt. Ja, die beiden bringen sogar mal die Ermittlungen ebenso gut voran wie ihr neunmalkluger Chef! Ein schöner Einfall sind auch die drei Geschichten, die jeweils einer der Detektive alleine erzählt. Gerade Bobs Geschichte ist wirklich klasse und witzig! Und Peter lässt in seiner Einzelgeschichte klar erkennen, dass er richtig toll berichten kann. In den regulären Folgen zeichnet er sich ja leider oft eher durch ängstliches oder verwirrtes Stottern aus, was ich jedes Mal wieder schade finde.

Die drei Hauptsprecher stehen bei dieser Sammlung natürlich noch mehr im Mittelpunkt. In den Geschichten wirken jeweils nur wenige weitere Charaktere mit. Und in den Einzelgeschichten zeigen sie teilweise ganz klar, was sie auch in Sachen Hörbuch auf dem Kasten haben. Gefreut habe ich mich darüber, in “Der verschwundene Superstar” soviel von Heikedine Körting alias Blacky bzw Mynah zu hören. Das erste Mal, dass mit Vögel in einem Hörspiel nicht genervt haben!

Musikalisch geht es ebenso abwechslungsreich zu wie inhaltlich. Will heißen, es sind tatsächlich mal ältere Stücke zu hören. Und das fällt nach dem Konservenklang der regulären neuen Folgen auch sofort auf, und -oh Wunder!- plötzlich kommt auch mal sowas wie Atmosphäre auf. Selbst bei solch kurzen Geschichten!

Ich finde es etwas schade, dass sämtliche Cover das Motiv der Box zeigen. Nicht, dass es mit nicht gefällt, ganz im Gegenteil: hier sieht man wenigstens mal genau das, was im Titel erwähnt wird. Aber zumindest für CD B und CD C hätte es für mich gern ein anderes Motiv sein dürfen. Interessanterweise ist als vierte Geschichte auf CD C “Das Rätsel der schwarzen Nadel” aufgeführt. Im Booklet heißt die aber “Jagd auf den Weihnachtsmann”, was klar besser passt. Irgendwann sind die Boxen mit diesem Fehler sicher mal richtig Geld wert 😉

Fazit:  Mir haben die drei CDs richtig Spass gemacht. Eine schöne und abwechslungsreise Sammlung. Die Geschichten sind meilenweit von der regulären Reihe entfernt, logisch und stimmungsvoll. Aber ab und zu auch etwas abgehoben. Im sympathischen Sinne. Warum auch nicht? Meine Favoriten sind “Die Geisterlampe”, “SOS”, “Das Lehrstück” und “Psychomoon”.

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