Laura Maire

Franziska und die Wölfe (Pija Lindenbaum / Laura Maire)

Titel: Franziska und die Wölfe / Verlag: Oetinger Audio / Spielzeit: ca. 28 min / Buch: Pija Lindenbaum / gelesen von: Laura Maire

franziskaInhalt: Schüchtern? Jetzt nicht mehr! Nach einer unverhofften Begegnung mit den Wölfen wird aus dem zurückhaltenden Kindergartenkind Franziska ein selbstbewusstes Mädchen. Und nach deren Pfeife tanzen sogar die Wölfe. Dagegen sind die Schafe, die Franziska im Urlaub trifft, ein wenig dusselig. Zum Glück weiß Franziska auch hier Rat. Außerdem nimmt sie Elche bei sich zuhause auf – als Geschwisterersatz sozusagen. Aber irgendwie ist das nicht das gleiche.


Bei dem Titel und dem goldigen Wolf auf dem Cover war es klar, dass ich mir Franziskas Geschichten anhören muss. Insgesamt gibt es drei sehr kurze Erzählungen zu hören, in denen Franziska Wölfe, Schafe und Elche kennenlernt.
Ich muss gestehen, dass Franziska in meinen Ohren ein etwas seltsames Kind war. Es steht außer Frage, dass Kinder vor gewissen Dingen Angst haben, doch bei Franziska ist das gleich haufenweise der Fall. Sie hat Angst vor nassen Hosen, davor beim Klettern einen Schuh zu verlieren, davor ins Wasser zu gehen, einen Hund zu streicheln und und und. Aber vielleicht hat Franziska so viele Ängste mitbekommen, damit jedes Kind, das sich diese CD anhört, höchstwahrscheinlich auch die eigene Angst antrifft. Das kann sein.
Nachdem ich Franziska mit all ihren Ängsten nun kannte, ging ich davon aus, auf dieser CD drei Geschichten zum Mutmachen hören würde. So dass ebenfalls ängstliche Kinder wissen, dass das gar nicht so schlimm ist und dass sie damit nicht alleine sind. Womöglich sogar mit kleinen Tipps, wie man die Angst bewältigen kann.
Doch weit gefehlt! Und das hat mich ganz schön enttäuscht. In der ersten Geschichte trifft Franziska auf die Wölfe und vor denen hat sie überhaupt keine Angst! Ein Kind, das nicht mal einen Hund streicheln möchte! Stattdessen spielt sie mit den Wölfen, kocht ihnen “Suppe” und erzählt ihnen Gute Nacht – Geschichten. Und nach diesem kleinen Abenteuer ist Franziskas Angst wie weggeblasen. Nun lädt sie Elche zu sich nach Hause ein und melkt Schafe. Da frage ich mich schon, wieso sie plötzlich so mutig ist. Oder umgekehrt, warum diese Figur anfangs als so ängstlich beschrieben wird.
Von dieser Unlogik abgesehen sind die Geschichten ganz niedlich und auch ein bisschen lustig geraten. Kinder werden sie sicher mit Vergnügen anhören. Nur -wie gessagt- Mut werden sie ihnen sicher nicht zureden. Falls das also der Gedanken dahinter war, und davon gehe ich aus, dann hat man dieses Ziel verfehlt. Dafür hätte die Geschiche um die Wölfe anders ausfallen müssen.

Ich habe Laura Maire kaum wiedererkannt bei diesem Hörbuch. Sie liest in Ton, in dem Erwachsene oft mit kleinen Kindern sprechen. Das dürften die jungen Hörer also wiedererkennen.  Für erwachsene (Mit)hörer könnte das Hörbuch so aber zu einer der CDs werden, die man nicht x-mal am Tag anhören möchte.

Sehr viele fröhliche Musikstücke sind in diesem Hörbuch zu hören. Das gefällt mir für Kindergeschichten immer sehr gut. Das lockert auf, macht Spass und ab und zu musste sogar ich mal mitwippen 😉 Eine ganze Reihe Geräusche sind ebenfalls zu hören. So hört man in der Schafe-Geschichte Möwengeschrei und Meeresrauschen, denn Franziska macht gerade Urlaub am Meer. Und bei der Wolf-Geschichte zwitschen die Vögel im Wald. Das macht das Gehörte anschaulich. Dafür fand ich das Knurren und den Hall für ein Kinderhörbuch überraschend schaurig. Damit wird Laura Maires Stimme in der ersten Erzählung unterlegt. Ob Vierjährige das so toll finden…?

Das Cover hatte es mir gleich angetan. Vor allem wegen dem schielenden Wolf mit den stockdürren Beinen. Das sieht lustig aus. Und die kleine Franziska macht einen neugierigen Eindruck.

Fazit: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Franziskas Geschichten ängstlichen Kindern Mut machen sollen. Doch wie soll das gelingen, wenn Franziska selber gar nicht mutig wird, sondern es urplötzlich einfach ist? Ziel verfehlt. Übrig bleiben drei Geschichten, die ganz nett und auch ein wenig lustig anzuhören sind, aber mehr leider auch nicht.

 

Mein böses Herz (Wulf Dorn / Laura Maire)

Titel: Mein böses Herz / Verlag: cbj audio / Spielzeit: ca. 327 min (5 CDs) / Buch: Wulf Dorn / gelesen von: Laura Maire

Inhalt: Was tust du, wenn du nicht mehr weißt, was Realität ist und was Fantasie?
Seit dem Tod ihres Bruders wurde Doro von Halluzinationen verfolgt, aber eigentlich dachte sie, das in den Griff gekriegt zu haben. Doch als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht, scheint die neue Umgebung erneut etwas in ihr auszulösen. Stimmen verfolgen sie. Und eines Nachts sieht Doro in ihrem Garten einen Jungen: verstört, abgemagert, verzweifelt. Der Junge bittet sie um Hilfe – und ist dann verschwunden. Wenig später erfährt Doro, dass er schon vor ihrer Begegnung Selbstmord begangen hat. Doro kann nicht glauben, dass sie sich den Jungen nur eingebildet hat. Doch die Suche nach der Wahrheit wird schnell zum Albtraum. Und tief in Doros Seele lauert ein dunkles Geheimnis …


Ein Psychothriller für Jugendliche? Nein, wie “Mein böses Herz” beweist, ist das keineswegs ein Widerspruch. Denn auch wenn Wulf Dorn hier eine Jugendliche in den Mittelpunkt stellt, nämlich Doro, so kann er ansonsten offenbar nicht aus seiner Haut. Und das ist gut so! “Mein böses Herz” ist eine Geschichte, die einen einfach nicht mehr loslässt. Mit Doro wird man schnell warm und es fällt leicht, sich in sie einzufühlen wie sie sich bemüht, ihre Vergangenheit in den Griff zu bekommen. Umso erschreckender ist es, wenn man -an sich von ihrer Glaubhaftigkeit überzeugt- plötzlich doch zu zweifeln beginnt. Gemeinsam mit ihr und ihren Freunden begibt man sich auf die Suche nach der Wahrheit, und die führt einen in so manche finstere Ecke. In der Wirklichkeit, sowie in Doros Seele. In beiden Fällen gibt es slch düstere Geheimnisse zu entdecken, dass diese Passagen tatsächlich das Zeug dazu haben, einem das Einschlafen zu erschweren. Mir jedenfalls war die Dunkelheit abends nicht ganz geheuer. Wie leicht man doch bei gewissen Urängsten zu packen ist. Wenn einer Geschichte das gelingt, dann ist sie einfach gut. Lediglich das Ende, die Auflösung, hätte gerne etwas komplexer ausfallen dürfen. Da merkt man dann doch, dass es eine Geschichte für jüngere Hörer / Leser ist, wie ich finde.

Laura Maire hat mir für “Mein böses Herz” prima gefallen. Mit ihrer jungen Stimme passt sie sehr gut zu Doro. Zudem gelingt es ihr, Doros Stimmungen gut rüberzubringen. Das stetige Schwanken zwischen Hoffen, Wut und Verzweiflung. Und obwohl ihre Stimme während der erzählenden Passagen meist recht ruhig und sanft ist, so sorgt sie trotzdem für manche Gänsehaut.

Das Coverbild wurde vom Buch übernommen. Was es mit diesem fingegeschriebenen Schriftzug in der Feuchtigkeit auf sich hat, versteht man allerdings erst, wenn man die Geschichte gehört hat. Da es einer Schlüsselszene entstammt, finde ich es gut gewählt. Mit dem kräftigen Rot ist das Cover auch sonst sehr augenfällig.

Fazit: Ein spannender und teilweise auch gruseliger Psychothriller, der einen bis zum Ende gekonnt immer wieder an der Nase herumführt. “Mein böses Herz” braucht sich eindeutig nicht hinter den “erwachsenen” Genrevertretern verstecken.

Nichts – Was im Leben wichtig ist (Janne Teller / Laura Maire)

Titel:   Nichts – Was im Leben wichtig ist / Verlag:   Silberfisch / Laufzeit:   ca. 178  min (ungekürzt) / Buch:   Janne Teller /gelesen von:   Laura Maire

InhaltNichts bedeutet irgendetwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.”
Auf das Leben folgt der Tod. Auf die Bedeutung das Vergessen. Auf den Anfang das Ende. Als Pierre Anthon das erkennt, steigt er auf einem Pflaumenbaum und verbringt dort seine Tage. Gerda, Elise, Jan-Johan und all die anderen Kinder in der Stadt finden Pierre Anthon Verhalten nicht nur provozierend, es macht ihnen auch Angst schließlich liegt die Zukunft verheißungsvoll vor ihnen. In einer verlassenen Sägemühle beginnen sie Dinge zusammenzutragen, die ihnen etwas bedeuten. Doch die Aktion, die beweisen soll, dass sich Pierre Anthon irrt, läuft bald aus dem Ruder …


Ich bin durch einen Hinweis auf dieses Hörbuch aufmerksam geworden und hatte erst meine Zweifel ob das etwas für mich sein würde. Inzwischen bin ich froh, dem Tip nachgegangen zu sein, denn “Nichts” ist eine ganz außergewöhnliche Geschichte, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei ist sie nicht einmal sonderlich komplex, eher im Gegenteil, der Verlauf ist absolut geradlinig und die handelnden Personen hat man sich schnell zu eigen gemacht. Da hat also ein 13jährige Schüler erkennt, dass nichts von Bedeutung ist und es sich somit nicht lohnt, irgendetwas zu tun. Seine Mitschüler sehen das anders, für sie gibt es Dinge von Bedeutung und sie machen sich daran, solche Dinge zusammenutragen um Pierre Anthon zu zeigen, was alles von Bedeutung ist. Doch diese “Sammelaktion” beschränkt sich bald nicht mehr nur auf harmlose Sachen wie alte Fotos. Die Forderungen der Kinder, was der nächste dem “Berg von Bedeutung” opfern muss, werden immer drastischer.

(mehr …)

© 2019 Frontier Theme