Lilith Parker

Lilith Parker und der Kuss des Todes (Janine Wilk / Sascha Icks)

Titel: Lilith Parker und der Kuss des Todes / Verlag: Hörbuch Hamburg, Silberfisch / Spielzeit: 279 / Buch: Janine Wilk / gelesen von: Sascha Icks

Inhalt: Lilith hat sich gerade erst auf der Gruselinsel Bonesdale eingewöhnt und ihre skurrilen Bewohner kennen- und lieben gelernt. Plötzlich gerät sie in Verdacht, die schicksalsverheißende Abgottschlange getötet zu haben. Lilith muss sich dem Rat der Vier stellen. Wird sie für immer von der Insel verbannt? Und wer steckt wirklich dahinter?


Nachdem ich vom ersten „Lilith“-Teil so begeistert war und am liebsten ebenfalls nach Bonesdale gezogen wäre, wo das ganze Jahr Halloween ist, war ich auf die Fortsetzung riesig gespannt. Ich fand es schön, dass die Geschichte sich recht ruhig anlässt und hier und da noch mal einen Blick auf die Ereignisse des ersten Teils gewährt. Der liegt immerhin schon ein Jahr zurück und da hat man nicht mehr alles so präsent. Anschließend zieht die Geschichte dann aber an und es ereignen sich unheimliche Vorkommnisse. Plötzlich steht Lilith sogar im Verdacht mehrere Morde begangen zu haben. Zusammen mit ihren Freunden geht sie diesen Dingen auf den Grund und dabei geraten die Freunde mehrmals in große Gefahr. Ich hatte den Eindruck, in diesem zweiten Teil erweitert sich das Bonesdale-Universum noch mal um einige Figuren, die ebenso interessant und ausgefallen erdacht sind wie die bislang vertrauten Charaktere. Dabei gefiel es mir wieder besonders, dass in Bonesdale so viele verschiedene Wesen eigentlich recht friedlich miteinander leben. Das ist spannend, ein wenig skurril und ab und zu auch ein wenig gruselig, und mündet schließlich in einem wirklich großartigen Finale, bei dem ich an den Fingernägeln geknabbert habe. Lilith hat es mir von Anfang an so leicht gemacht, mich in sie einzufühlen, dass ich auch in diesem zweiten Teil stets mit ihr gefiebert, gelitten und mich gefreut habe.

Bei der Sprecherin hat es eine Umbestzung gegeben. In diesem zweiten Teil ist nun Sascha Icks zu hören, was ich sehr begrüßt habe. Ihre Stimme passt gut zu einer Geschichte für Kinder und angehende Teenager, und sie hält für die verschiedenen Charaktere und Wesen einige dezente, aber doch markante Stimmen bereit. So fällt es leicht, ihr auch über längere Zeit zuzuhören.

Erneut ziert ein wirklich tolles Cover das Hörbuch. Der violette Hintergrund wirkt schön düster und die Scherenschnitt-Figuren bilden einen tollen Kontrast. Da erkennt man gleich, dass man auf den vier CDs in eine unheimliche und phantastische Geschichte abtaucht. Ein Booklet gibt es leider nicht. Vielleicht wäre das eine Idee für den kommenden Teil. Und darin ein Glossar der Charaktere. Das fände ich spätestens ab Teil 3 ganz praktisch.

Fazit:  Auch wenn Teil 2 sich ruhiger anlässt, ist er doch ein absolut würdiger Nachfolger. Eine sehr spannende Geschichte mit Gruselelementen und einer ganzen Kompanie illustrer Schauergestalten. Einfach klasse!

Lilith Parker – Insel der Schatten (Janine Wilk / Friederike Kempter)

Titel: Lilith Parker – Insel der Schatten / Verlag: Hörbuch Hamburg Silberfisch / Spielzeit: ca. 237 min / Buch: Janine Wilk / gelesen von: Friederike Kempter

Inhalt: Ganz so schaurig hatte sich Lilith ihr neues Zuhause nicht vorgestellt: Die Bewohner der Insel Bonesdale feiern das ganze Jahr über für Touristen Halloween. Immer wieder geschehen merkwürdige Dinge: Werwölfe machen Jagd auf sie, eine unheimliche Krähe greift sie an. Bald merkt sie: Alles ist echt! Und ihr Schicksal ist eng mit der Insel verbunden.


Man muss den Nachwuchs baldmöglichst an die Schauer-Fantasy heranführen, die gerade so hoch im Kurs steht. Einen guten Grundstein kann man dafür beispielsweise mit „Lilith Parkers“ Abenteuer legen. Eine Insel, auf der das ganze Jahr über Halloween gefeiert wird (die Vorstellung hat mir übrigens sehr gefallen), ein unheimliches Haus, in das Lilith zieht, gruselige Vorfälle und an Wesen alles, was die untote und übersinnliche Welt so hergibt: Zombies, Werwölfe, Vampire, Magier, Sirenen und und und. Hier ist alles dabei, was es für einen Start in dieses Genre braucht. Selbstverständlich kindgerecht aufgearbeitet. So geht es hier und da zwar schon recht schauerlich zu, aber es schwingt auch immer eine humorvolle Note mit. Da braucht man sich nicht vor Angst unter der Decke verkriechen. Den Spagat bekommt „Lilith Parker“ sehr gut hin. Anfangs ist die Geschichte eher interessant als spannend. Für Erwachsene ist leicht zu durchschauen, was es mit Bonesdale wirklich auf sich hat, junge Hörer dürften da etwas länger tüfteln. Spannung kommt etwa auf der Hälfte des Hörbuchs auf und hält sich auch bis zum Schluss. In diesem Part geht es dann auch etwas mehr zur Sache, aber eben auch noch im Rahmen für 8 – 12jährige Hörer.

Friederike Kempter habe ich als Sprecherin hier zum ersten Mal gehört und ich muss sagen, dass ich mir von einer Schauspielerin mehr erwartet hätte. In den Dialogen ist sie wirklich toll. Sie klingt glaubhaft wenn sie in die Rollen der Charaktere schlüpft, hat eine ganze Reihe verschiedener Stimmen auf Lager und spielt auch ein wenig. Dagegen hat sie mich bei den erzählenden Passagen nicht überzeugt. Da klingt sie zu gleichförmig, zu unbetont und legt Pausen an Stellen ein, an denen im Satz mit Sicherheit kein Komma steht.

Untermalung fehlt diesem Hörbuch, aber ich möchte einfach sagen, dass ich mir hier welche gewünscht hätte. Sie hätte so mancher Szene sicher gut gestanden. Ein Musikstück im Hintergrund oder mal ein Geräusch wie ein Krähenruf oder das Quietschen eines rostigen Tores, das hätte wunderbar reingepasst.

Der Look dieses Hörbuchs hat mich sofort begeistert. Das tiefe Blutrot mit den gruseligen schwarzen Elementen, das bildet einen tollen Kontrast. Wie ein Scherenschnitt. Und vermutlich liegt es auch am Cover, dass ich mir Lilith immer wie eine moderne Wednesday Adams vorgestellt habe. Toll auch, dass man das Covermotiv auf den drei CDs wiederfindet.

Fazit:  Mir hat „Lilith Parker – Insel der Schatten“ sehr gut gefallen. Eine schöne Gruselgeschichte für Kinder, die einerseits spannend ist, bei der man aber auch mal lachen kann. Auf solch einer Insel mit solchen Zombies, Vampiren, Werwölfen und Co. würde ich auch gerne leben. Es wäre toll, wenn Lilith noch weitere Abenteuer erleben würde.

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