Lübbe Audio

Death Note (02) – Kollateralschaden

Titel: Death Note (02) – Kollateralschaden / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 53 min / Sprecher: David Turba, Marlin Wick, Mario Hassert, Vera Teltz, Lutz Mackensy ua

Titel: Der junge Light Yagami ist von der brutalen Welt um sich herum enttäuscht. Er möchte etwas verändern, Gerechtigkeit verbreiten und Verbrecher bestrafen. Eines Tages fällt ihm ein geheimnisvolles schwarzes Notizbuch in die Hände, das Death Note . Dort heißt es, dass jeder Mensch stirbt, dessen Namen man in dieses Buch schreibt. Gefesselt von dieser Idee, probiert Light es aus und kann schon bald nicht mehr die Finger davonlassen. Doch seine Taten bleiben nicht unbeobachtet.


Die Serie ist erst bei der zweiten Folge angekommen und eigentlich fühlt es sich über weite Teile hin so an als müsse Lights Spiel sehr bald ein Ende finden. Er wird fieberhaft von verschiedenen Personen und Organisationen gesucht und mehr als einmal stehen diese ihm wortwörtlich gegenüber. Natürlich ohne von seiner tötlichen zweiten Identität auch nur etwas zu ahnen. Dabei wissen sie inzwischen gefährlich viel über ihn bzw Kira. Das ist haarsträubend anzuhören und spannend natürlich auch, denn man hat ständig das Gefühl, dass ihn im nächsten Moment jemand durchschauen wird.
Skrupel kennt Light bereits so früh in der Reihe nicht mehr. Das Vorhaben, die Welt ein Stück besser zu machen, von Bösem zu befreien, ist spürbar in den Hintergrund getreten. Light weiß sehr genau, dass man ihm auf den Fersen ist und so ist er vornehmlich damit beschäftigt, seine Häscher auszuschalten und seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Dabei geht er wahrlich nicht zimperlich zu Werke und speziell seine Aktion in der U-Bahn ist gleichermaßen grausig wie auch….cool. Anders kann ich es einfach nicht sagen. Es ist schon cool, was Light mit dem Death Note anstellen kann. Bislang gelingt ihm damit wirklich alles, was er plant.
Allerdings macht ihn das in meinen Ohren zu einem Oberfatzken, den ich ohne Ryuks Kommentare keine drei Minuten aushalten würde. So überheblich, so arrogant, so möchtegernerwachsen, so oberschlau so…ich könnte ewig so weitermachen. Und alle Welt lässt es ihm durchgehen und nimmt es ihm ab. Da steht eine Agentin einem Schuljungen (denn das ist Light nun mal noch) gegenüber und kauft ihm ab, dass er seinen Vater und dessen Team von der Polizei bei ihren Ermittlungen zum Fall Kira unterstützt. Hallo, bitte was? Ist das in Japan so einfach / üblich? Nur weil ein Schuljunge es versteht, sich smart zu geben? Es gibt mehrere Szenen hier, da habe ich es Light ernsthaft gewünscht, man möge ihm endlich richtig einen auf den Deckel verpassen, damit er von seinem hohen Ross heruntersteigt.

David Turba alias Light ist schlichtweg genial darin, aus Light einen solch arroganten Schnösel zu machen. Ich denke ja, dass diese Entwicklung der Figur so gewollt ist. Und das nimmt man ihm sofort ab. Marlin Wick hat mir als Ryuk ebenfalls wieder sehr gut gefallen. Er macht mir den Todesgott mit leicht grollender Stimme und einem stets augenzwinkernden Ton immer sympathischer. Vera Teltz überzeugt mit kühlem Ton und markanter Stimme als Agentin Naomi Misora.

Was den Soundtrack angeht, so geht es hier nicht mehr ganz so opulent zu wie in der ersten Episode. Es sind noch laut, durchdringende Stücke dabei, aber nicht mehr so viele. Man setzt mehr auf ruhigere Klänge, die die Stimmung und Atmosphäre der jeweiligen Szenen transportieren. Die Geräuschkulisse ist perfekt bis ins Kleinste, da sitzt alles genau da, wo es hingehört.

Auf dem Cover ist auf den ersten Blick Ryuk zu sehen, womit man nun ein Bild von der zweiten Hauptfigur hat. Zugegeben, er sieht schauriger aus als er in der Geschichte wirkt. Im Hintergrund sieht man vermutlich einige andere Vertreter seiner Art, die ebenfalls angemessen gruselig aussehen. Auch wenn ich kein Mangafan bin, ich mag diesen Zeichenstil total gerne.

Fazit: Wir sind erst bei Folge 2 und es wirkt so als müsse man Light jeden Moment als denjenigen entlarven, der er mit Hilfe des Death Notes geworden ist. Es gibt mehrere haarsträubende Situationen, wo sich Jäger und Gejagter wortwörtlich gegenüberstehen. Das sorgt für Spannung und Tempo. Gleichzeitig ist es interessant, Lights Entwicklung mitzuerleben. Auch wenn sie einem nicht gefällt. Man fragt sich unweigerlich, wohin das alles noch führen wird…

Wie viel wiegt ein Instagram? – Warum uns das Smartphone (doch nicht) zur Krone der Schöpfung macht (Christian Klein / Heike Hagen)

Titel: Wie viel wiegt ein Instagram? – Warum uns das Smartphone (doch nicht) zur Krone der Schöpfung macht / Verlag: Lübbe Audio / Buch: Christian Klein / gelesen von: Heike Hagen

Heute teilt sich die Welt nicht mehr in Männlein oder Weiblein, sondern Smartphone-Nutzer und Smartphone-Halter. Die einen dealen an der Online- Börse, laden YouTube-Videos hoch oder snapchatten mit Influencern, die anderen suchen verzweifelt nach der Tastatur, mit der sie telefonieren können.Mit viel Humor und großer Gelassenheit erzählt dieses Hörbuch vom Kampf zwischen neuen Smartphone-Trends und alten Gewohnheiten, berichtet von lustigen Telefondramen, unglaublichen Technikirrtümern, tollen Apps und nervigen Funklöchern in Irland, erklärt besorgten Eltern, woran man einen Smombie erkennt – und warum früher trotz Wählscheibe nicht alles besser war.


Auf dieses Hörbuch bin ich durch zahlreiche Schilder mit lustigen Sprüchen auf der Facebookseit des Lübbe Verlags aufmerksam geworden. Über viele dieser Sprüche musste ich wirklich herzlich lachen. Dadurch habe ich natürlich auf ein ebenso witziges Hörbuch geschlossen und mich gefreut als es mir angeboten wurde.
Das Smartphone macht uns also doch nicht zur Krönung der Schöpfung. Mit dieser Behauptung lässt einen der Titel erstmal alleine zurück und vermutlich muss alleine angesichts dessen schon mancher Smombie tief durchatmen.
Doch auf den CDs wird es dann erst recht ernst für die Generation Smartphone. Erfreulich rücksichtslos, dabei aber immer auf ausgesprochen heitere Art und Weise bekommt hier jeder Smartphonenutzer den Spiegel vorgehalten.
Mir war gar nicht bewusst, welche Eigenarten und Verhalten alleine durch das mittlerweile allgegenwärtige Smartphone umgehen. Das Hörbuch beleuchtet jedes einzelne, uA Selfiesticks und Selfies, was sind Smombies überhaupt, welche Auswirkungen hat das Handy auf die Autofahrweise und wieso eigentlich hat man ein Mobitelefon, wenn doch viele schon gar nicht mehr wissen, dass man damit auch telefonieren kann?
Zwischendurch wirft man aber auch einen Blick zurück in die Vergangenheit. Na, wer hat sie noch kennengelernt, die allerersten Handys? Wer erinnert sich noch an gelbe Telefonzellen und schnurgebundene Telefone? Ich bin mir sicher, die Kinder und Jugendlichen von heute werden sich dabei fragen, wie ihre Elterngeneration so überhaupt durch das Leben gekommen ist.
Generell denke ich, werden sich bei diesem Hörbuch viele Smartphonenutzer schlichtweg provoziert fühlen. Und mal ehrlich, schaden tut das sicher nicht. Ich bin aber sicher, dass das gar nicht eigentliche Absicht dahinter ist. Für mein Empfinden zeigt “Wie viel wiegt ein Instagram” nur schonungslos auf, welche Rolle wir dem Smartphone heutzutage zubilligen, wie allgegenwärtig es ist, welche Aufgaben wir ihm überlassen, damit wir es möglichst einfach haben und ja, auch wie abhängig wird mittlerweile von den kleinen Dingern sind. Irgendwo hier wird sich jeder wiederfinden und es ist garantiert nicht schlecht, sich dadurch vielleicht mal genauer mit seinem Smartphonekonsum auseinanderzusetzen. Es eventuell gar zu versuchen, das Fallobst oder den Koreaner mal für längere Zeit beiseite zu legen. Versprochen, man wird es überleben.

Als Sprecherin ist Heike Hagen zu hören, die bereits Siri der ersten Generation ihre Stimme lieh. Eine an sich schöne Idee, die Stimme aus dem Universum des Fallobstes dafür zu wählen. Das passt so gesehen wirklich super. Leider lag es bei mir aber in erster Linie an ihr, dass ich bei dem Hörbuch nicht ansatzweise so sehr lachen musste wie bei den Sprüchen auf Facebook. Und dabei sind die doch direkt aus dem (Hör)buch übernommen. Aber für mich ist es Heike Hagen nicht sonderlich gut gelungen, den Humor, die Komik des Textes zu transportieren. Ich fand es teilweise sogar ziemlich anstrengend, ihr länger zuzuhören.

Einzelne Geräusche sind zwischen den Passagen eingestreut, alle natürlich unüberhörbar elektronischen Ursprung. Manche dürften die lauschenden Smartphonenutzer sicher von ihren Geräten kennen.

Das Cover bzw dieses Tierchen (?) finde ich ja zum Niederknien goldig! Ab sofort sieht für mich ein Instgram genauso aus, wenn ich es mir als Tier / Figur vorstelle. Natürlich hat es ein Handy in der Hand und knipst ein Selfie. Was auch sonst?

Fazit: Ich denke, ich werde mir bei Gelegenheit das Buch zulegen. Bestimmt finde ich “Wie viel wiegt ein Instagram” deutlich lustiger, wenn ich es selber lese. Heike Hagen konnte mir die Komik und den Humor leider nicht wirklich vermitteln. Dennoch, wer ein Smartphone besitzt und nutzt, der darf ruhig mal ein Ohr riskieren. Irgendwo wird sich jeder Smartphonenutzer wiederfinden und vielleicht regt es den einen oder anderen sogar dazu an, über seinen Handykonsum nachzudenken. Nur eines sollte man unbedingt können: über sich selber und seinen Umgang mit dem Handy schmunzeln können.

Death Note (01) – Mustererkennung

Titel: Death Note (01) – Mustererkennung / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 53 min / Sprecher: David Turba, Marlin Wick, Fabian Holwitz ua

Inhalt: Der junge Light Yagami ist von der brutalen Welt um sich herum enttäuscht. Er möchte etwas verändern, Gerechtigkeit verbreiten und Verbrecher bestrafen. Eines Tages fällt ihm ein geheimnisvolles schwarzes Notizbuch in die Hände, das Death Note . Dort heißt es, dass jeder Mensch stirbt, dessen Namen man in dieses Buch schreibt. Gefesselt von dieser Idee, probiert Light es aus und kann schon bald nicht mehr die Finger davonlassen. Doch seine Taten bleiben nicht unbeobachtet.


“Death Note” habe ich durch den Film auf Netflix entdeckt. Den fand ich allerdings -vorsichtig gesagt- eher seltsam. Dann habe ich mir Band 1 der Mangareihe zugelegt, doch dafür gehöre ich scheinbar zur falschen Zielgruppe.
Weil ich die Idee der Geschichte aber wirklich gut und interessant finde, wollte ich den Hörspielen ebenfalls ihre Chance geben, und ich muss sagen, Folge 1 hat diese famos genutzt.
Wie gesagt, ich mag einfach die Idee mit diesem Notizbuch, in das man Namen der Leute schreiben kann, die man gerne tot sehen möchte und die dann auch tatsächlich umkommen. Das ist erstens ziemlich kaputt, also ganz nach meinem Geschmack und zweitens empfinde ich ein Notizbuch und handgeschriebene Eintragungen angenehm altmodisch inmitten unserer modernen Welt.
Ich konnte Lights Motive gut nachvollziehen, doch natürlich ahnt man schnell, dass es nicht lange gutgehen kann, wenn man Böses mit Bösem bekämpfen will. Irgendwann verschwimmt die Grenze der vermeintlichen Gerechtigkeit einfach zu sehr und man verfolgt zunehmend beunruhigt, wie Light gegen die Bösen der Welt kämpft und sich dabei um Kopf und Kragen bringt. Todesgott Ryuk an seiner Seite spricht in diesem Zusammenhang oft sehr wahre Worte, was ich als angenehm schräg empfunden habe. Sowas erwartet man von einem Todesgott nicht so wirklich.
Wie das immer so ist: der Krug geht  nur so lange zum Wasser bis er bricht.
Bald schon ist man Light auf den Fersen. Mächtige Leute haben es (verständlicherweise) auf ihn abgesehen und es spannend zu verfolgen, wie sie die kleinsten Anhaltspunkte aneinderreihen und mit welchen Tricks sie arbeiten bis sie nach und nach ein gefährlich klares Bild von dem “Mörder” zusammenbekommen. Man spürt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie Light erwischen werden.

Angesichts des Sprechercasts war ich etwas überrascht, denn die meisten Namen sagten mir gar nichts. Das will aber natürlich nichts heißen. Es kann schließlich nicht schaden, wenn man mal nicht nur die “üblichen Verdächtigen” antrifft. David Turba alias Light und Marlin Wick in der Rolle des Ryuk ergänzen sich sehr gut. Vor allem Marlin Wick hat mir gefallen. Er spricht zwar einen Todesgott, hat aber nicht unbedingt eine Grabesstimme aus den Tiefen der Hölle für ihn auf Lager. Tief, düster, hier und da bedrohlich, ja, aber -bisher- noch ohne großartigen Gänsehautfaktor. Man neigt glatt dazu, Ryuk trotz seines “Jobs” zu mögen. Ich jedenfalls.
David Turba gelingt es gut, die Entwicklung von Lights Charakter rüberzubringen. Anfangs den engagierten Light, der wirklich glaubt, mit dem Death Book die Welt besser machen zu können. Später dann hört man ihm deutlich an, dass er allmählich in Bedrängnis gerät und zunehmend verbissen bis verzweifelt wird.

Der Soundtrack fällt überraschend opulent aus. Viele Szenen werden musikalisch begleitet, was für Atmosphäre sorgt. Durchdringende Stücke, in die Geräusche eingebunden sind, trennen Szenen und / oder Schauplätze voneinander. Alles in allem wirkt das so passend zur Story düster und bedrohlich, ohne dass man es an irgendeiner Stelle damit übertreibt.

In das Cover war ich sofort verschossen. Ich liebe den Kontrast zwischen dem Schwarz und der blutroten Schrift. Natürlich ist Light zu sehen und zumindest dieses Cover wirkt noch sehr harmlos, macht aber trotzdem irgendwie neugierig. Ein Apfel hat schließlich schon für so manches Unheil gesorgt und ist ein gängiges Symbol für die Verführung…

Fazit:  Von allen drei “Death Note” Versionen, die ich kennengelernt habe, hat mich nur dieses Hörspiel wirklich überzeugen können. Eine spannende Geschichte, der eine sehr coole Idee zugrundeliegt. Der Sprechercast glänzt bis in die kleinste Rolle und ein stimmiger Soundtrack rundet das Bild letztlich ab.

Schmitz’ Häuschen – Wer Handwerker hat, braucht keine Feinde mehr (Ralf Schmitz)

Titel: Schmitz’ Häuschen – Wer Handwerker hat, braucht keine Feinde mehr / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 271 min / Buch: Ralf Schmitz / gelesen von: Ralf Schmitz

schmitz03Inhalt: Maler, die ohne Pinsel streichen, Lichtschalter, bei deren Betätigung das Garagentor hochfährt, oder Telefonleitungen, die im Garten enden: Wer baut, erlebt Dinge, die so unvorstellbar sind, dass der Begriff Wahnsinn völlig neu definiert werden muss. Auch Ralf Schmitz hat diesen Irrsinn erlebt. Doch wer denkt, die lebendig gewordene Starkstrombatterie auf zwei Beinen habe bei den Umbauarbeiten seinen unvergleichlichen Humor verloren, der irrt gewaltig. In seinem neuen Buch taucht er mit uns ein in die herrlich verrückte Parallelwelt der Heim- und Handwerker. Am Ende weiß er: “Das Leben ist eine Baustelle”, “Nach fest kommt ab” – und “Den Rest bringt der Putz!”.


Ralf Schmitz gehört zu den wenigen aktuellen Komikern, die ich -zumindet gehört- länger ertragen kann. Nachdem ich “Schmitz’ Katze” genial fand, “Schmitz’ Mama” immerhin noch sehr witzig, musste natürlich auch “Schmitz Häuschen” her. Hier schildert Ralf Schmitz auf seine gewohnt pfiffige, mal bissige, mal hintergründige und oft etwas hektische Weise was er im Laufe seines Umzugs ins neue alte Haus und dem Umbau dieses Domizils mit Handwerkern erlebt hat. Ich gehe zwar davon aus, dass er gelegentlich mal eine Situation etwas überspitzt darstellt, aber von Grundtenor her nehme ich ihm das sofort ab. Wie wohl jeder, der schon mal mit Handwerkern zu tun hatte. Sie sind ja durchaus eine ganz eigene Spezies.
Leider hilft einem auch dieses Hörbuch nicht mehr bei bereits erlebten Katastrophen, aber womöglich lehrt es einen, beim nächsten Mal etwas lockerer und mit Humor zu reagieren. Denn wenn man Ralf Schmitz so zuhört, dann sind diese Zwischenfälle und Reibereien irgendwo ja doch auch ganz witzig. Ich habe jedenfalls sehr oft lachen müssen. Nicht so oft wie bei “Schmitz Katze”, aber doch weit häufiger als bei “Schmitz Mama”. Das könnte mit daran liegen, dass ich in meinem Leben schon so oft umgezogen bin (mit umgezogen wurde), dass eine Hand nicht reicht um es abzuzählen und dabei auf mehreren Baustellen saß. Dort trieben mitunter auch Handwerker ihr berufliches Unwesen.

Dass Ralf Schmitz sein Hörbuch selber liest, ist Ehrensache. Wie schon geschrieben, mag ich seine Erzählweise wirklich gerne. Schön flott und locker, sodass man gar nicht den Eindruck hat, dass er abliest. Außerdem ist das so sehr abwechslungsreich. Mal erzählt er mit verzweifeltem Ton von dem Gespräch mit seiner Krankenkasse um seine Adresse ändern zu lassen, dann mit mühsam unterdrückten Zorn beim Besuch auf dem Bauamt, mal nahe an der freudigen Hysterie als er Baumärkte für sich entdeckt und und und. Da macht das Zuhören Spass und strengt nicht eine Minute lang an. Ganz im Gegenteil musste ich gerade wegen dieser vielen Untertöne lachen.

Nach Grün und Orange ist nun ein dunkles Rot für das Cover dran. So sehen die Hörbücher nebeneinander im Regal schön fröhlich bunt aus. Natürlich steht Ralf Schmitz darauf im Mittelpunkt, wobei er mit leicht resigniertem Blick und einem Hammer aus einem baufälligen Fenster herausschaut. Das passt zum Thema des Hörbuchs.

Fazit:  Mir hat “Schmitz’ Häuschen” viel Spass gemacht und ich habe sehr dabei gelacht. Demnächst wieder mit Handwerkern zu tun? Dann vielleicht vorher das Hörbuch hören und am besten ganz viel von dem Humor mitnehmen. Das kann vor Hysterie und Verzweiflung schützen. Oder zumindest beweisen, dass man nicht allein damit ist.

John Sinclair (92) – Satans Eulen

Titel: John Sinclair (92) – Satans Eulen / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 53 min / Sprecher: Frank Glaubrecht, Cathlen Gawlich, Detlef Bierstedt, Dennis Schmidt-Fo? ua

sinclair92Inhalt: Seit Jahrhunderten erzählen sich die Einwohner an der norwegischen Küste nur flüsternd von den Strigen – gespenstischen Eulen, die statt eines Kopfes nur einen Totenschädel auf den Schultern tragen und nach dem Blut der Menschen gieren. Bloß eine Legende? Nein, denn plötzlich sind sie da – und bringen ein Kreuzfahrtschiff in ihre Gewalt. Unter den ahnungslosen Gästen befinden sich auch die Familie Conolly und John Sinclair.


Mal wieder nicht in Reihenfolge gehört, aber das fällt bei dieser Serie zum Glück nicht groß ins Gewicht. Dabei sprachen mich Titel und Covermotiv sofort an. Und auch die Geschichte hat mir ausnehmend gut gefallen. Wahrscheinlich weil ich ein kleines Faible für Tier-Horror habe und die Vorstellung einer Strige durchaus schaurig finde. Wo man doch bunte und niedliche Eulen gerade überall findet, ist das eine nette Abwechslung.
Die Geschichte fährt zweigleisig. Sie beginnt in Norwegen bei einer kleinen Familie, wo sich der Vater eines Tages auf das Schauerlichste verändert. Dann wird zu John Sinclair geschaltet, der gerade mit der Familie Conolly auf einem Kreuzfahrtschiff etwas Ruhe und Erholung tanken will. Wer glaubt, dass das gelingen kann, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann, und plötzlich ist sie da, die Verindung zwischen den beiden Handlungssträngen.
Der bei Sinclair und Conolly setzt mehr auf Action, der bei der Familie in Norwegen kommt eher gruselig daher. Ich fand das so schön ausgewogen, zumal beide Parts auf ihre Art spannend sind. Und bei einer Szene gegen Ende hatte ich tatsächlich eine wohlige Gänsehaut. So soll das sein!

Im Gegensatz zu meiner zuletzt gehörten Folge mit dem Pesthügel wirkte Frank Glaubrecht hier auch deutlich engagierter. So nehme ich ihm John Sinclair ab. Über Cathlen Gawlich alias Enna Strindberg habe ich mich sehr gefreut. Ich mag ihre wandlungsfähige Stimme. Ennas Verzweiflung wirkt zu jedem Moment glaubhaft. Ein besonderes Lob geht an Christina Staats, die die kleine Sonja Strindberg spricht. Ich habe es meist nicht mit Kindersprechern, aber sie macht hier wirklich einen richtig tollen Job!

Der Soundtrack orientiert sich in erster Linie an der Action. Er kommt flott daher und unterstreicht gekonnt den rasanten Eindruck vieler Szenen. Und auch die Geräuschkulisse muss sich nichts vorwerfen lassen.

So eulig flauschig und dann solch ein Kopf! Dieser kontrast gefiel mir auf Anhieb. wobei ich mir einen Totenschädel doch noch etwas anderes vorstellen. Aber sei’s drum. Ein Hingucker ist das Cover allemal!

Fazit:  Mir hat diese Folge prima gefallen! Spannend, actionreich und tatsächlich ab und zu schön gruselig. Genau so mag ich diese Reihe. Wenn sie das nur öfter hinkriegen würde…

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