Lübbe Verlag

John Sinclair – Brandmal (Mark Benecke, Florian Hilleberg)

Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger John Sinclair auf den Plan. Sofort vermutet er einen Fall vom Vampirismus. Aber warum sollte sich ein Vampir freiwillig dem Sonnenlicht aussetzen?In Berlin bekommen es der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke und sein Team ebenfalls mit einer Serie von Selbstentzündungen zu tun. Seine Nachforschungen ergeben, dass alle Opfer vor Kurzem Urlaub in der Slowakei gemacht haben.Beide beschließen, vor Ort zu recherchieren. Doch schnell stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens.


 

Ich höre bekanntlich gerne und oft Hörspiele, doch “John Sinclair” gehört (jedenfalls in der aktuellen Version) nicht dazu. Ab und zu mal eine Folge, aber mehr ist es nicht. Also dachte ich, ich versuche es mal mit einem Sinclair-Roman. Immerhin ein richtiges Buch, statt dieser Heftchen vom Kiosk. Vielleicht würde die Reihe mich in dieser Variante doch noch erwischen?
Womit diese Story bei mir sofort einen Stein im Brett hatte, war die Tatsache, dass Autor Mark Benecke darin selber mitspielt. Als das, was er eben ist: nämlich Kriminalbiologe. Alleine die Idee, sich selbst einzubringen, fand ich schon mal ganz genial. Abgesehen davon, dass ich seinen Job außerdem wirklich interessant und cool finde.
Anfangs fährt die Geschichte zweigleisig. Mal ist man bei Benecke und seinen Leuten in Deutschland mit dabei, dann wieder begleitet man Sinclair und sein Team bei der Arbeit. Sowohl in Deutschland, als auch in England treten vemehrt Fälle von spontanen Selbstentzündungen auf, denen die beiden Teams nachgehen.
Spontane Selbstentzündungen sind etwas, bei dem ich mich zwar immer leicht grusele, die ich aber eben auch ausgesprochen spannend finde. Jedes Mal stelle ich mir vor, so etwas würde es tatsächlich geben. Und ja, irgendwie hat der Gedanken für mich etwas. Was immer das über mich jetzt aussagt.
Entsprechend gebannt habe ich auch hier davon gelesen und damit hatte die Story mich  endgültig für sich gewonnen. Wobei ich die Nachforschungen von Benecke und Co. eine Spur spannender fand. Einfach, weil sie wissenschaftlicher daherkommen. Mit solchem “Geisterhokuspokus”, mit dem Sinclair und Co. es immer zu tun haben, habe ich es weniger.
Schließlich laufen die beiden Handlungsstränge dann aber zusammen. In der Slowakei nämlich, in einem kleinen Dorf dort. Damit bewegt die Handlung sich fortan vor einem Setting, dass so richtig typisch Sinclair ist. So soll es ja auch sein, bei einer Buchreihe unter diesem Titel.
Bald enthüllen die weiteren Nachforschungen, die die beiden Teams fortan gemeinsam anstellen, eine Verbindung zur Blutgräfin Bathory. Von der dürfte wohl jeder schon mal gehört haben, der sich auch nur ein bisschen mit Schauergeschichten befasst hat. Somit ist das zwar kein neues Thema, aber es wird spannend und abwechslunsgreich dargeboten. Besondere Würze steuert dabei diese spezielle Mixtur aus der Welt der Geisterjäger mit all dem Übersinnlichen und der Welt der Wissenschaftler dar, die sich an die ganz realen Dinge, Spuren und Erkenntnisse halten. Ich hätte nicht gedacht, dass beides so gut zusammen funktioniert, doch das tut es auf jeden Fall. So habe ich mich auch vom Anfang bis zum Ende des Buchs bestens unterhalten gefühlt. Gruselig? Nicht wirklich. Typisch Sinclair? Ja. Unterhaltsam? Definitiv.

Insgesamt ist die Lektüre kurzweilig. Der Schreibstil ist angenehm, recht locker und so lässt sich das Buch gut und fix mal eben weglesen. Trotz der an sich stattlichen Seitenzahl. Aber ich finde, das sagt über ein Buch und den Schreibstil immer eine Menge (meist Gutes) aus. Wenn es zwar recht dick , aber trotzdem nie anstrengend zu lesen ist.

Das Cover ist ein Hingucker mit der flammenden Hand vor der schwarzen Hintergrund und entspricht so auch dem Cover der Hörspielumsetzung. Es reiht sich also nahtlos ins Regal eines Sinclair-Fans ein.

Fazit: Mir hat “Brandmal” überraschend gut gefallen, wo ich sonst mit Sinclair-Hörspielen eher weniger anfangen kann. Hier aber hat speziell die Mischung aus Übersinnlichem und Wissenschaftlichen bei mir für Pluspunkte gesorgt, denn die funktioniert einwandfrei. Somit war es letztlich eine ganz unterhaltsame Lektüre, die nicht nur eingefleischten Sinclair-Fans gefallen wird.

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Titel: John Sinclair – Brandmal
Autor: Mark Benecke, Florian Hilleberg
Seiten: 464
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN:  978-3404175864
Preis: € 10,00 (Taschenbuch)

Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger (Sabine Städing)

Johnny Sinclair ist nicht wie jeder gewöhnliche Junge, denn er kann mit Geistern reden! Als der 12-Jährige einen der legendären sprechenden Schädel findet, kann er sein Glück kaum fassen. Dumm ist nur, dass ihm der Jahrhunderte alte Schädel haushoch überlegen ist und nicht zögert, es bei jeder Gelegenheit zu beweisen. Dabei hat Johnny zurzeit ganz andere Sorgen. Greyman Castle, die Burg, die er bewohnt, wird von Geistern heimgesucht, und auch in Blacktooth, dem nahegelegenen Dorf, gehen seltsame Dinge vor sich. Als Johnny dank des Schädels ein mächtiges magisches Artefakt in die Hände fällt, haben die Geister nichts mehr zu lachen. Und für Johnny ist klar: Er will Geisterjäger werden und dem Bösen den Kampf ansagen! Was er nicht ahnt: Seine Gegner haben ihn längst im Visier.

Von Sabine Ständing kenne ich bereits “Magnolia Steel” und “Petronella Apfelmus”. Zwei Reihen, die mir sehr gut gefallen. Als ich dann auf Johnny Sinclair aufmerksam wurde, stand fest, dass ich auch ihn kennenlernen würde. Erst recht, nachdem ich irgendwo gelesen hatte, wie sich die eingefleischten Fans von John Sinclair darüber aufregten, dass man ihren Helden so ins Kindische ziehen würde.
Dabei hat Johnny Sinclair gar nicht viel mit John Sinclair zu tun. Er liebt die Romanhefte, er ist sein Held und Vorbild in Sachen Geisterjägerei und er schreibt ihm sogar eMails, doch das war es auch schon. Da ist nichts dran, was John Sinclair irgendwie herabwürdigt, eher ganz im Gegenteil!
Johnny ist ein liebenswerter Kerl, der einem mit seinem Geisterproblem auf der Burg seiner Familie ganz schön leid tun kann. Er fürchtet sich wirklich vor ihnen und hätte sie nur zu gerne aus dem Haus. Doch nicht einmal sein Kindermädchen, eine waschechte Mambo kann ihm dabei wirklich helfen, ausser mit Tipps und Hausmittelchen, die eher weniger wirkungsvoll sind. Ich habe dieser Frau übrigens bis zum Ende nicht recht über den Weg getraut und immer gefürchtet, selbst sie könnte sich gegen Johnny wenden.
Nach einem schaurigen Erlebnis im Moor findet Johnny dort einen alten Totenschädel voller seltsamer Symbole. Er nimmt ihn mit nach Hause und erlebt dort sein Blaues Wunder als der Schädel sich als Erasmus von Rothenburg vorstellt. Erasmus hat eine ganz schön große Klappe, aber irgendwie raufen Johnny und er sich dann doch zusammen. Kann Erasmus Johnny vielleicht dabei helfen, die Geister im Haus loszuwerden?
Es war lustig zu lesen, wie Johnny quasi bei Erasmus in die Lehre zum Geisterjäger geht. Aber er hat unter seiner Anleitung auch so manches unheimliche Abenteuer durchzustehen, was für Spannung und eine dezente Gänsehaut sorgt. Johnny muss schließlich herausfinden, wieso die Geister eigentlich bei ihm hausen. Nur so kann er einen Plan fassen, wie er sie loswerden kann. Einige Ideen dabei sind schon sehr witzig wie Johnnys Salzwasserpistole, andere sind recht klassisch. So muss zB einem Geistermädchen, das fürchtet, es könne in Vergessenheit geraten, eine Rose zur Erinnerung gepflanzt werden. Diese Mischung aus spaßigen und klassischen Methoden ist gut gelungen und hat mich manchmal schmunzeln lassen, manchmal aber auch einfach gerührt.
Neben den Geistern machen auch einige Klassenkameraden Johnny das Leben schwer und lassen sich immer neue Streiche einfallen um ihn zu ärgern und zu blamieren. Es gibt für Johnny also auch ein ganz normales Leben, was mir gut gefallen hat. Ich mag es, wenn bei phantastischen Geschichten immer auch ein Bezug zur Wirklichkeit gegeben ist. Eine wensentlich sympathischere Klassenkameradin hat mir dagegen richtig gut gefallen. Ich hoffe sehr, man wird im Folgeband noch eine ganze Menge über das Gruftimädchen Millie erfahren. Sie und Johnny wären ein tolles Gespann. Zusammen mit Johnnys bestem Freund Russell natürlich, der zwar oft etwas trottlig wirkt, aber eben einfach ein toller Freund ist, der bei diesem Abenteuer über sich hinaus wächst.
So richtig gruselig ist die Geschichte allerdings nicht. Das Buch wird für junge Leser ab 10 Jahren empfohlen und ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Alter noch für schlaflose Nächte sorgen wird. Der Gruselfaktor ist absolut kindgerecht und wird vor allem durch Erasmus’ Großmaul sehr gut aufgelockert. Ein wohliges Schaudern dürfte das einzige sein, wozu Johnnys Hausgeister beim Lesen verleiten und ich denke, mehr möchte die Geschichte auch gar nicht erreichen. Spannend geht es aber in jedem Fall zu, und das soll für die Leserschaft diesen Alters auch unbedingt so sein.

Ich habe mir das Buch auf drei Abende aufgeteilt. Ganz bewusst, um mehr davon zu haben. Ansonsten hätte ich es auch in einem Rutsch lesen können. Es liest sich wunderbar leicht. Zahlreiche und oft sehr witzige Dialoge lockern zusätzlich auf und die Kapitel haben genau die richtige Länge. Da kann man schnell mal noch eines mehr lesen als gedacht. Einfallsreiche Titel machen neugierig und kleine Illustrationen gestalten die Seiten und Kapitelanfänge abwechslungsreich und interessant.

Das Cover gefällt mir sehr gut! Und ja, zugegeben, die Schrift des Titels erinnert nun doch ziemlich an Johnnys großes Vorbild. Ich finde es cool, wie Johnny und sein Ort / die Burg mit dem Totenschädel kombiniert wurden. Als seien die Häuse der Zähne des Schädels. Johnny sieht goldig aus wie er da mit seiner Laterne durch die Düsternis läuft. Genauso habe ich ihn mir beim Lesen vorgestellt. Die Krönung dieses Covers wäre es gewesen, wenn es im Dunkeln geleuchtet hätte. Doch das ist leider nicht der Fall, schade. Vielleicht ist das ja eine Idee für Band 2?

Fazit:  Mir hat Band 1 von Johnny Sinclair sehr gut gefallen! Eine phantasievolle, spannende und kindgerecht schaurige Geschichte, die neben klassischen Geisterideen auch witzige neue Ideen auf Lager hat. Das macht Spass und ist so auch nie wirklich richtig gruselig. Dafür sorgt schon der vorwitzige Schädel namens Erasmus. Aber auch Johnny ist nicht auf den Mund gefallen. Es hat Spass gemacht, mit ihm und Russell Abenteuer zu erleben und gegen Geister zu kämpfen. Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung. Und an alle spaßbefreiten John Sinclair – Fans: geht doch heulen!


Titel: Johnny Sinclair (01) – Beruf: Geisterjäger
Autor: Sabine Städing
Seiten: 269
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3833904677
Preis: 12,00 (HC)

Die Blutschule (Max Rhode / David Nathan)

Titel: Die Blutschule / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 266 min / Buch: Max Rhode / gelesen von: David Nathan

blutschuleInhalt: Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird.


An mir ist es erstmal lange Zeit vorbeigegangen, dass sich hinter Max Rhode Sebastian Fitzek verbirgt. Als ich es dann endlich erfuhr, gab es natürlich kein Halten mehr. Das Hörbuch musste her, ebenso das Buch. Für das Hörbuch wurde die Geschichte gekürzt. Ich habe das Buch vor dem Hörbuch gelesen und kann daher sagen, dass mir beim Hörbuch nichts an Informationen oder Szenen gefehlt hat. Es ist trotz Kürzungen alles da, was man braucht um die Handlung zu verstehen. Und auch alles um sich in die Lage der Hauptfiguren hineinzuversetzen.
Allerdings ist auch so sparsam gekürzt worden, dass mir der Auftakt auch beim Hörbuch zu lange gedauert hat. Natürlich lebt der spätere Schrecken der Geschichte zum Gutteil davon, dass man zunächst eine ganz normale und recht harmonische Familie antrifft, in der später das Grauen Einzug hält. Aber für mich hätte man diesen “Einführung” ein ganzes Ende kürzer halten dürfen. Ich hätte mir trotzdem ein Bild von der Familie machen und mich später gruseln können.
Die Wandlung in der Familie ist Folge eines Ereignisses, dass einen übersinnlichen Einschlag hat. Die Idee ist nicht so neu, aber anschaulich genug beschrieben, dass man schaudern kann.
Das Geschehen anschließend zieht seinen Schrecken in erster Linie aus der Herzlosigkeit des Vaters und der Brutalität seiner “Lehrmethoden”. Damit muss man klarkommen um “Die Blutschule” mögen zu können. Für mich ist es wie jedes Buch einfach eine Geschichte, daher komme ich damit gut zurecht. Ich mag sowas sogar ganz gerne.

David Nathan ist einmal mehr eine erstklassige Wahl als Erzähler einer Geschichte von Sebastian Fitzek bzw Max Rhode. Mit seiner markanten Stimme zieht er einen sofort in den Bann der Story. Und er versteht es hervorragend, die jeweiligen Stimmungen während des Geschehens an den Hörer zu bringen. So klingt er oft unheilvoll und düster, was der Geschichte sehr gut steht.

Wie bei Lübbe so oft stecken die 4 CDs in einem Digipack. Ich bin da immer noch kein Fan von. Wenn ich die CDs über die Pappe in die Tasche schiebe, sträubt sich mir alles. Das Covermotiv passt gut zur Geschichte. Ein Schultisch, ein alter Stuhl, so könnte es in dem Klassenzimmer von Simon und Mark tatsächlich aussehen.

Fazit:  Sebastian Fitzek versteht sich unverkennbar auch auf Geschichten mit leicht übersinnlichem Einschlag. Ab der Hälfte ist “Die Blutschule” wirklich schaurig und sehr spannend. Der Vorlauf davor ist mir zu lang ausgefallen. Uninteressant ist es zwar nicht, aber kürzer hätte es gern sein dürfen.

Die Blutschule (Max Rhode)

blutschuleEine unbewohnte Insel im Storkower See Eine Holzhütte, eingerichtet wie ein Klassenzimmer Eine Schule mit den Fächern: Fallen stellen. Opfer jagen. Menschen töten. Die Teenager Simon und Mark können sich keinen größeren Horror vorstellen, als aus der Metropole Berlin in die Einöde Brandenburgs zu ziehen. Das Einzige, worauf sie sich freuen, sind sechs Wochen Sommerferien, doch auch hier macht ihnen ihr Vater einen Strich durch die Rechnung. Er nimmt sie mit auf einen Ausflug zu einer ganz besonderen Schule. Gelegen mitten im Wald auf einer einsamen Insel. Mit einem grausamen Lehrplan, nach dem sonst nur in der Hölle unterrichtet wird.

Ich bin totaler Fan von Sebastian Fitzek und seinen Büchern. Trotzdem war ich Pennsuse genug um als wohl eine der Letzten festzustellen, dass er dieses Buch unter einem Pseudonym geschrieben hat. Doch als das endlich auch zu mir durchgedrungen war, gab es natürlich kein Halten mehr. Zwei neue Fitzeks in einem Jahr bekommt man sonst schließlich nicht geboten!
Die Geschichte gönnt sich ordentlich Anlauf. Von dem Schrecken, der im Klappentext angekündigt wird, ist sehr lange nichts zu spüren. Lange Zeit wirkt Simons und Marks Familie ganz normal und recht harmonisch. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie der Vater sich jemals in ein solches Monster verwandeln könnte.
Vermutlich ist der Einstieg in “Die Blutschule” bewusst so gehalten. Damit das spätere Geschehen umso grausamer und erschreckender wirkt. Trotzdem, etwas kürzer hätte man das für mich schon halten dürfen. Ich habe mich irgendwann doch gefragt, wann es denn endlich mit der Blutschule und dem eigentlichen Horror losgehen würde. Dabei habe ich sogar mal den Schnitt kontrolliert um zu sehen, wie viele Seiten dafür nur noch übrig bleiben würden. Uninteressant ging es zwar nie zu, aber doch eine Sour langatmig.
Nun braucht es nunmal etwas, das einen an sich ganz treusorgenden Familienvater in ein Monster verwandelt. In diesem Falle ist es etwas Mystisches, Übersinnliches, wenn man so will. Das kannte ich von Sebastian Fitzek noch nicht, aber unverkennbar hat er auch in dieser Hinsicht Ideen. Als so richtig innovativ habe ich sie zwar nicht empfunden (ähnliches gibt es immer mal wieder in dem Genre), aber es ist angenehm schaurig und rätselhaft beschrieben. Da kann man schon eine Gänsehaut bekommen.
Nach diesem Vorfall, der für Simon und Mark für den größten Horror ihres Lebens sorgt, ging es dann endlich mit der Blutschule zur Sache. Und schon machte die Geschichte bei mir wieder Pluspunkte. Ich mag es in Büchern (und Filmen) ganz gerne blutig und brutal, eben so horrormäßig. So habe ich mit den beiden Jungs zu jedem Augenblick mitgefiebert und mich bei den Aufgaben, die ihnen ihr Vater stellt, vor Ekel und Grausen förmlich gewunden. Also, wenn man auf so etwas steht, dann wird man hier bestens bedient. Wer dafür nichts übrig hat, sollte die Finger von der “Blutschule” lassen

“Die Blutschule” liest sich wie jedes Buch von Sebastian Fitzek: in rasantem Tempo, das einem einfach nicht erlaubt, es mal beiseite zu legen. Ich frage mich jedes Mal aufs Neue, wieso das so ist, aber so ganz habe ich es noch nicht erfasst. Es ist irgendwie dieser zwar lockere Erzählstil, der auf der anderen Seite aber im Nullkommanix für Spannung und -wie hier- Grusel sorgt.

Zum Titel passend ist auf dem Cover ein alter Schultisch samt Stuhl zu sehen. Die Kratzer in der Tischplatte verheißen nichts Gutes und so wird man schnell neugierig. Das Motiv verspricht defintiv eine spannende Geschichte. Und unheimlich wirkt es mit dem finsteren Hintegrund obendrein.

Fazit: Insgesamt hat mir das Buch also gut gefallen. Sebastian Fitzek kennt sich offensichtlich auch mit Storys mit leicht übersinnlichem Einschlag aus. Trotzdem, eine Fortsetzung oder weitere Bücher in diesem Stil muss es für mich nicht unbedingt geben. Ich halte mich da doch lieber an seine (Psycho)thriller.


Titel: Die Blutschule
Autor: Max Rhode
Seiten: 256
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3404172672
Preis: 12,99 (Broschiert)

Das Joshua-Profil (Sebastian Fitzek)

Das Joshua-Profil (Sebastian Fitzek)Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß … im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.

Kaum wird ein neuer Thriller von Fitzek angekündigt, wird er auch schon vorbestellt. Auf den Wunschzettel wandert eines seiner Bücher bei mir gar nicht erst, genauso wenig wie auf den SUB.
Entsprechend habe ich “Das Joshua-Profil” auch sofort gelesen, kaum dass es eingetroffen war.
Wie üblich hatte mich die Geschichte sofort am Haken. Ich fand Max Rhode auf Anhieb sympathisch und auch Jola gefiel mir prima. Dabei habe ich es meistens nicht so mit Kinderfiguren in Büchern für Erwachsene.
Schon der Auftakt zur Geschichte gibt Rätsel auf und weiß mit gewissen Schilderungen auch ein wenig zu gruseln. Doch so richtig interesMir habensant und spannend wurde es für mich erst mit der Eröffnung, der sich Max zwei Monate später gegenübersieht und auseinandersetzen muss.
Ich konnte seine Verzweiflung gut nachvollziehen, seine Reaktion dagegen eher weniger. Trotzdem sehe ich ein, dass sie so ausfallen musste, damit die Gechichte so weitergehen konnte wie sie es dann auch tut. Ab diesem Punkt legt sie noch mal ordentlich an Tempo und Spannung zu. Ich habe die ganze Zeit gerätselt, was da vor sich geht. Jeder neuen schrecklichen Wnedung stand ich genauso entsetzt und hilflos gegenüber wie Max. So kam es, dass ich das Buch fast in einem Rutsch gelesen habe.
Ein wenig Angst hatte ich aber auch. Ich bin jemand, der nicht so gut damit klarkommt, wenn zu viele Charaktere mitspielen, die Handlung an verschiedenen Orten spielt und es viele Ereignisse gibt, die wichtig sein könnten. Da komme ich leicht durcheinander und / oder vergesse etwas. Auf “Das Joshua-Profil” trifft gleich alles zu, daher war ich beunruhigt. Ich hätte es allerdings besser wissen müssen. Sebastian Fitzek gelingt es selbst bei einer solch komplexen Geschichte, dem Leser ein übersichtliches und klares Bild vom Geschehen zu vermitteln. Es war gar kein Problem, den Überblick zu behalten.
Die beiden wichtigsten Perspektiven waren für mich die von Max und die von Jola.
Die von Max, weil es hier niemals langweilig wird und immer etwas los ist, es immer wieder neue Wendungen gibt. Immer wieder prasseln neue, verwirrende Ereignisse auf ihn ein. Bei manchen habe ich mich wirklich gefragt, ob mit Max etwas nicht stimmt. Bildet er sich manches vielleicht zu ein? Wie sollte man es sonst erklären können? Und dann die Frage nach Joshua. Was es mit dem Joshau-Profil auf sich haben könnte. Was habe ich gegrübelt! Und ja, des Rätsels Lösung hat mir gefallen. Ihr liegt ein ernstes und aktuelles Thema zugrunde und regt zum Nachdenken über gewisse Vorgänge in unseren Leben an.
Jolas Perspektive ist aus ganz realen Gründen spannend. Was das Mädchen da erlebt, das ist schlichtweg der Hammer. Nicht nur für eine Zwölfjährige. Ich habe so mit ihr gebangt und gehofft und sie die ganze Zeit für ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen bewundert. Und natürlich habe ich versucht, ihre Erlebnisse in Zusammenhang zu bringen mit Max’ Erlebnissen.
Ich war mir bis zum Ende nicht sicher, ob ich mit meinen Vermutungen richtig lag und so blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten. Und obwohl ich anfangs so meine Zweifel hatte, ob es Sebastian Fitzek gelingen würde, alle Charaktere, alle Ereignisse und alle Wendungen glaubhaft zusammenlaufen zu lassen, hat es mich nicht sonderlich überrascht, dass es ihm eben doch gelingt. Ich sollte meinen Lieblingsautoren vielleicht noch mehr vertrauen als ohnehin schon 😉
Ein kleines ABER folgt nun ab doch. Mir haben “Das Joshua-Profil” und “Noah” wirklich sehr gut gefallen, doch würde ich als nächstes gerne wieder einen Psychothriller von Sebastian Fitzek lesen. Ich brauche es bei Thrillern nicht so dringend, dass sie eine Botschaft haben und / oder ihnen ein aktuelles Thema zugrunde liegt. Das bereitet mir weit weniger Vergnügen als ein psychologisches Verwirrspiel, das einen in die Abgründe des menschlichen Verstands führt.

Ich kann es nicht genau erklären, woran es liegt, dass sich Sebastian Fitzeks Bücher für mich so leicht lesen lassen. Er schreibt gleichzeitig locker und doch auch ernsthaft, das reißt mich jedes Mal aufs Neue einfach so mit. Und ich liebe es, weil es beweist, dass auch ein solche Schreibstil für Spannung und Dramatik sorgen kann. Obendrein enden die Kapitel meist mit einem so fiesen Cliffhanger, dass man einfach weiterlesen muss. Die wechselnden Schauplätze tragen ein Übriges dazu bei, dass es nie langweilig wird und stets Tempo in der Handlung steckt.

Das Covermotiv gibt Rätsel auf. Was hat es mit den Händen und den Fäden genau auf sich? Um welche Fäden in wessen Händen mag es in der Geschichte gehen. So weckt ein Buch im Regal die Neugier des Betrachters. Außerdem mag ich einfach das Dunkle. Schwarz ist für mich einfach die Farbe für einen Thriller.

Fazit:  Einmal mehr ein vom Anfang bis zum Ende spannender und rasanter Thriller von Sebastian Fitzek, bei dem man gut mitknobeln kann und der einen manches Mal an der Nase herumführt. Das macht Spass und führte bei mir dazu, dass ich das Buch beinahe an einem Abend ausgelesen hätte. Aber ich habe mich zusammengerissen, sodass ich es wenigstens zwei Abende lang genießen konnte. Das Thema, das der Story zugrunde liegt ist ernst und sehr aktuell. Das sorgt dafür, dass man spätestens nach dem Zuklappen des Buchs über gewisse Dinge und eigenes Verhalten in bestimmten Situationen nachdenkt.


Titel: Das Joshua-Profil
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 432
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3785725450
Preis: 19,99 (HC)

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