Männer

Die Tagebücher von Adam und Eva (Mark Twain / Simon Pearce & Denise M’Baye)

Titel: Die Tagebücher von Adam und Eva / Verlag: Lindenblatt Records / Spielzeit: ca. 77 min / Buch: Mark Twain / gelesen von: Simon Pearce, Denise M’Baye

adamevaInhalt: Die humoristische Aufarbeitung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen erfreut sich zur Zeit großer Beliebtheit. Mark Twain lieferte hierfür bereits vor über 100 Jahren die Blaupause. Pointiert, tiefsinnig und bei allem Augenzwinkern doch unendlich romantisch.


Ich muss ja gestehen, dass Mark Twain mir vor allem durch Tom Sawyer bekannt war. Entsprechend hat es mich verblüfft, dass auch diese Tagebücher von Adam und Eva aus seiner Feder stammen. Da ich mit Religion, der Bibel usw nichts am Hut habe, war ich skeptisch. Wie sich herausstellte, ohne jeden Grund.
Denn der Blick in Adam und Evas Leben ist wirklich höchst vergnüglich. Zunächs lernt man Eva kennen und kann sich schnell ein gutes Bild von ihr machen. Ein bisschen naiv, aufgeweckt, neugierig und mit einem feinen und bissigen Blick auf Adam. Der kommt eher ruhig und ein wenig brummig daher, aber doch ganz sympathisch. Man erfährt, wie sie sich kennenlernen, was sie einzeln oder gemeinsam erleben, irgendwann sind auch Kain und Abel da und Eva sieht sie natürlich ganz anders als Adam. Das ist unterhaltsam, ab und zu auch wirklich spannend und witzig. Vor allem, weil dabei Sichtweisen und Einstellungen der beiden auf verschiedene Dinge deutlich werden, zu denen man selbst heute sagen würde “typisch Frau” und / oder “typisch Mann”. Diese Parallelen sind unverkennbar und darüber lässt es sich herrlich schmunzeln.

Simon Pearce und Denise M’Baye sind die idealen Sprecher für diese Geschichten. Denise M’Bayes angenehme, weiche Stimme (die durchaus aber auch anders kann!) passt wunderbar zu Julia. Und Simon Pearce gibt einen liebenswert brummigen Adam.

Eine stimmige Musikkulisse begleitet die Geschichte. Sie sorgt für das Flair und eine gewisse Romantik natürlich auch. Hier wurde unverkennbar sorgfältig auf eine passende Begleitung des Geschehens geachtet.

Auf dem Cover sind Adam und Eva zu sehen und natürlich auch der Ast mit dem verhängnisvollen Apfel fehlt hier nicht. Die Haltung und die Miene der beiden lässt gleich auf eine unterhaltsame Darstellung ihrer Geschichte sschließen.

Fazit: Die Geschichte um Adam und Eva mal ein bisschen anders erzählt, unterhaltsam, spaßig mit einem deutlichen Augenzwinkern und erstaunlich vielen Parallelen zu der Beziehung zwischen Mann und Frau heute. Spaßig!

Ich koch dich tot – (K)ein Liebesroman ( Ellen Berg)

kochdichtotBeim ersten Mal ist es noch ein Versehen: Statt Pfeffer landet Rattengift im Gulasch – und schon ist Vivi ihren Haustyrannen Werner los. Als sie wenig später vom schönen Richard übel enttäuscht wird, greift sie erneut zum Kochlöffel. Fortan räumt Vivi all jene Fieslinge, die es nicht besser verdient haben, mit den Waffen einer Frau aus dem Weg – ihren Kochkünsten. Dann trifft sie Jan, der ihr alles verspricht, wovon sie immer geträumt hat. Vivi beschließt, dass jetzt Schluss sein muss mit dem kalten Morden über dampfenden Töpfen. Als ihr aber mehrere Unfälle passieren, keimt ein böser Verdacht in ihr. Sollte Jan ihr ähnlicher sein als gedacht? Zu dumm, dass sie sich ausgerechnet in diesen Schuft verliebt hat. Doch Vivis Kampfgeist ist geweckt.

Bei diesem Buch hatten mich Titel und Cover neugierig gemacht. Bisher kannte ich noch keines von Ellen Bergs Büchern.
Die ersten paar Zeilen fand ich recht verheißungsvoll. Es dauert keine Seite lang, da hat es Vivis Gatten durch eine böse Verwechselung bzw die Zweckentfremdung eines Pfefferstreuers dahingerafft. Bei der Vorstellung musste ich grinsen.
Anschließend verging mir das Grinsen dann ziemlich schnell, denn nun wird einem erstmal ein Einblick in Vivis und Werners Eheleben gewährt. Mit dem ist Vivi seit Jahren unzufrieden, und das wird lang und breit ausgewalzt. Ich mag es einfach nicht, wenn Frauen sich so als “Opfer” des Ehelebens betrachten. Ganz ehrlich, so blöd kann doch heutzutage keine Frau mehr sein, sich von ihrem Mann in diese Ecke drängen zu lassen und darin auch noch zu verharren, weil es eben das Einfachste ist! Die Frauen, die das heute noch dulden, die gehören -meiner Meinung nach- kräftig geschüttelt. Mindestens!
Aber auch wenn mich das ärgert, so sehe ich doch ein, dass Vivis Charakter anfangs so angelegt sein muss, weil sonst der Rest der Geschichte nicht funktionieren würde. Von nun an muss Vivi ihr Leben selbst in die Hand nehmen und auch, wenn ihr das zu Beginn noch etwas schwer fällt, so wird sie nach und nach immer besser darin und versteht es, die Vorzüge des Singledaseins auszukosten. Und dann taucht da dieser Traummann auf der Bildfläche auf, dem sie augenblicklich verfällt. Ich muss gestehen, obwohl ich ihr dieses Glück gönnte, fürchtete ich vom ersten Moment an ernsthaft um sein Leben.
Und nicht nur um seins! Vivi begegnet noch manch anderem Mann, der ihr entweder bei ihrem selbstbestimmten Leben in die Quere kommt, oder der sie schlichtweg enttäuscht oder bedrängt. Sobald bei dieser Geschichte ein Mann ins Spiel kommt, darf man sich begründet Sorgen um sein Leben machen. Wie ich finde, hatten sie es aber immerhin alle verdient.
Das ist zwar soweit ganz unterhaltsam, aber spätestens nach dem zweiten Mord wird die Geschichte somit ganz schön vohersehbar. Die große Frage ist allenfalls, wie Vivi sich der Störenfriede entledigt. Mit jedem Mord wird Vivi selbstbewusster, was mir einerseits ganz gut gefallen hat. Andererseits fand ich aber auch, dass sie zunehmend etepetete wird, was ich widerum gar nicht mag. Zwar nicht genug um sie mir unsympathisch zu machen, aber ab und zu ist es wirklich knapp was das angeht. Ich habe beim besten Willen nicht verstanden, worauf sie sich etwas einbildet.
So richtig Schwung und Spannung kam für mich damit rein, dass Vivi auf Jan trifft. Denn Jan ist ausgerechnet Kommissar! Und der perfekte Mord ist noch niemandem geglückt, das weiß selbst Vivi, die bis dahin äußerst souverän zu Werke ging. Zu allem Überfluss sieht Jan auch noch gut aus und nimmt den Mund oft ähnlich voll wie seine Vorgänger. Ich wusste nie, ob man ihm trauen kann. Und ich habe nur darauf gewartet, dass Vivi auch ihn ins Jenseits schickt. Oder dass er sich tatsächlich dran kriegt. Auch wenn ich sie hier und da etwas überheblich fand, das hätte ich ihr dann doch nicht gegönnt. Widerum, so kann es doch nicht enden! So etwas muss doch Konsequenzen haben! Wo bleibt denn sonst die Moral von der Geschicht’?
Ganz einfach: die vergessen wir ausnahmsweise. Muss auch mal sein.

Das Buch liest sich schon alleine wegen des feinen und oft bösen Humors wunderbar leicht. Für jemanden wie mich, der beim Lesen gerne mal lacht, ist das so ideal. Die Kapitel haben eine schöne Länge, die zum Weiterlesen einlädt und so flogen die Seiten nur so dahin.

Aus dem Covermotiv werde ich  nicht so recht schlau. Ich erinnere mich an keine Szene, in der ein Mann in einen Ofen schaut. Vivi ist es doch, die stets kocht! Aber lustig finde ich das Motiv trotzdem irgendwie. Es kommt schön die Gegensätzlichkeit zwischen der Frau und dem Mann rüber. Sie, schick gekleidet und ausgehbereit, er in Hosenträgern und Puschen vor dem heimischen Herd.

Fazit:  Für mich war “Ich koch dich tot” ein unterhaltsamer Roman-Happen für zwischendurch. Mir hat der böse Humor prima gefallen und ja, ich fand durchaus, dass die Herren ihr Schicksal verdient hatten. Mit Vivi war es so eine Sache. Eigentlich mochte ich sie ganz gerne, aber ab und zu wirkte sie mir doch zu überheblich und grundlos etepetete. Mit Jan kam dann  echte Spannung in die Geschichte. Es kann gut sein, dass ich mal wieder ein Buch von Ellen Berg lese.


Titel:  Ich koch dich tot – (K)ein Liebesroman
Autor: Ellen Berg
Seiten:  308
Verlag: Aufbau Verlag
ISBN: 978-3746629315
Preis:  € 9,99 (TB)

Keine Sau hat mich lieb (Franziska Weidinger)

keinesauHimmi­herrgottsakrament! Burgi Schweinsteiger, Metzgerin aus Untermarktlbrunn, kann es nicht glauben. Da verläuft sich einmal ein interessanter Mann ins Dorf, prompt hat ihr Vater, der Hallodri, einen »kleinen Unfall«, der sich als ausgewachsene Katastrophe entpuppt. Statt mit dem Filetstück von Mann über das Leben, die Liebe und die Literatur zu plaudern, muss Burgi tricksen, was das Zeug hält. Schließlich steht nicht nur der Familienbesitz, die Metzgerei, auf dem Spiel, sondern auch der erste bayerische Poetry Slam der Geschichte, die Ehre ihrer besten Freundin und Burgis Traum von einem Leben mit etwas mehr Poesie.

Bei diesem Buch war ich sofort in das Cover verliebt. Andererseits hatte ich aber auch Angst, dass es zu sehr in Richtung Chick-Lit gehen könnte.
Auf den ersten Seiten sah ich diese Angst noch bestätigt, denn da schildert Burgi Schweinsteiger ihre Ansichten zur Männerwelt. Dabei teilt sie die Herren der Schöpfung ein in Filetstücke und Leberkäse (nichts Besonderes, überall zu finden). Okay, Burgi ist Metzgerin, da kann man das noch nachvollziehen. Trotzdem ist es nicht mein Fall. Ich mag es nicht, wenn man Frauen ein Verhalten durchgehen lässt, für das sie -im umgekehrten Falle- jeden Mann quasi an’s Kreuz nageln würden.
Zum Glück habe ich mich davon nicht abhalten lassen. Burgi mochte ich nämlich sonst eigentlich sofort, so burschikos, humorvoll und einfach nett wie sie ist.
Trotzdem sie selber so typische bayerisches Dorf ist (was ich keinefalls abwertend meine), hat sie zudem doch einen feinen Blick auf die übrigen Dörfler und ihre mitunter schrägen bis unagenehmen Eigenschaften. Es ist ungemein vergnüglich, davon zu lesen.
Gelacht habe ich auch über Burgis Leben, das durch einen Unfall in’s schiere Chaos gestürzt wird. Niemand darf davon erfahren, die Beweise müssen vernichtet werden, notfalls mit dem Fleischwolf, und alle Konsequenzen müssen möglichst unauffällig bewältigt werden. Und dieser Unfall zieht unerwartet weite Kreise! Da sind  Kreativität, Durchhaltevermögen und einiges an Coolness gefragt. Wer hat von alldem schon stets im Übermaß? Burgi jedenfalls nicht. Ja, für sie wäre es eine Katastrophe, wenn alle herauskäme, aber für den Leser ist es oft zum Tränenlachen komisch ohne je albern zu werden. Und natürlich hofft man automatisch, dass sich für Burgi alles zum Guten wenden wird.
Um Burgi, ihr Liebesleben und verschiedene Männer geht es neben alldem mitunter auch. Für mein Empfinden steht das jedoch nicht im Mittelpunkt, worüber ich ein wenig froh war. Bayerischen Liebeskitsch hätte ich nicht gebraucht. Doch dies hier ist eine eher dezente Liebesgeschichte, die einem außerdem noch die Augen dafür öffnet, dass auch ein guter Leberkäse so fein wie ein Filetstück sein kann. Das Ende hat es dann sogar geschafft, mich zu Tränen zu rühren, und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Burgi erzählt locker, fröhlich und frisch. Ganz wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Ab und zu spricht sie den Leser direkt an, was Nähe schafft. Mit etwas Dialekt und einer Reihe bayerischer Vokabeln muss man dabei klarkommen. Notfalls kann man in der Vokabelsammlung am Ende des Buchs nachschlagen. So liest sich “Keine Sau hat mich lieb” im Nu und mit größtem Vergnügen weg.

Keine Ahnung, was das Cover mit der Geschichte zu tun hat. Für mich gar nichts. Lustig, niedlich und ein echter Blickfang ist es trotzdem.

Fazit: Ich habe lange bei keinem Buch mehr so sehr Tränen gelacht wie bei “Keine Sau hat mich lieb”. Eine herrlich chaotische Geschichte mit ganz viel Lokalkolorit und unerwarteten Weisheiten. Burgis Liebesleben ist dabei beinahe Nebensache. Aber eben nur beinahe, sodass mich das Ende doch noch richtig gerührt hat.

Vielen Dank an Droemer Knaur für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Keine Sau hat mich lieb
Autor: Franziska Weidinger
Seiten: 448
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426513620
Preis: 8,99 (TB)

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