Märchen

Schnurren und Kratzen – Geschichten von Katzen

Titel: Schnurren und Kratzen – Geschichten von Katzen / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 147 min / gelesen von: Jutta Richter, Friedhelm Ptok, Matthias Haase ua

schnurrenkratzenInhalt: Über Katzen gibt es viel zu sagen. Ob weiß, schwarz, gefleckt oder getigert sie sind unabhängig, suchen trotzdem Nähe und ziehen uns Menschen magisch an. Auf diesem Hörbuch finden Katzenliebhaber jeden Alters besondere Geschichten, Gedichte und Lieder über die Stubentiger und ihre Artgenossen.


Ich finde Katzen einfach toll! Da war es klar, dass ich mir diese Sammlung von Geschichten und Gedichten rund um die Katz nicht entgehen lassen würde. Es ist ein schöner Mix aus Geschichten und Gedichten von heute und Klassikern dieser Art. So habe ich beispielsweise über Rilkes “Der Panther” sehr gestaunt, aber natürlich ist auch ein Panther eine Katze. Das Gedicht mochte ich außerdem schon immer, auch wenn es recht traurig ist.
Man findet auf den beiden CDs aber auch sehr schöne Geschichten. Manche lassen einen schmunzeln, wieder andere regen zum Nachdenken an. Und “Atze, Atze, Unglückskatze” hat mich zu Tränen gerührt. Diese Menschen! Wie gedankenlos sie sein können. Unfassbar!
Ich denke, an dieser Sammlung haben Katzenfreunde jeden Alters ihren Spass. Für junge Hörer sind es vielleicht einfach nur schöne kleine Geschichten und Gedichte, erwachsene Hörer treffen hier außerdem auf Klassiker, die sie noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Beispielsweise Minz und Maunz aus dem Struwwelpeter oder “Der Kater und die Maus” von James Krüss. Und wer vielleicht eher für Märchen schwärmt, auch der kommt hier voll auf seine Kosten.
Bei allem Erzählungen sind die Liebe der Menschen zu den Katzen unverkennbar. Und auch der eigenwillige Charakter der Samtpfoten wird stets sehr deutlich. Katzen sind Charaktertiere, und genau dafür mögen wir sie.

Als Sprecher sind Jutta Richter, Matthias Haase, Freidhelm Ptok, Dominik Freiberger und Peter Liek, die sich dabei abwechseln. Jedem gelingt es, die Stimmung seiner Geschichten und Gedichte einzufangen und an den Hörer weiterzugeben. Beeindruckt haben sie mich vor allem damit, wie leicht sie auch Gedichte vortragen. Das ist ja doch etwas anderes als eine Geschichte. Ich habe ihnen gerne zugehört.

Alle paar Kapitel sind auch Musikstücke zu hören. Sie sind mal fröhlich und lebendig, dann wieder eher ruhig und eindringlich. Eine schöne Mischung, genau wie die Sammlung an Erzählungen. Einige der Melodien sind mir sogar eine Weile im Kopf geblieben. Sie lockern diese Aneinanderreihung der Geschichten zudem etwas auf.

Das Covermotiv ist schlicht, dafür ist die Katze aber einfach wunderschön. Und auf diesen beiden CDs dreht sich schließlich alles um diese eigensinnigen Leisetreter. Was hätte man da noch mit in das Motiv aufnehmen sollen? Das passt so ganz prima! Ich würde das getigerte Kerlchen gerne mal kraulen 😉

Fazit:  Eine schöne Sammlung an Gedichten, Geschichten, Märchen Fabeln rund um die Katze. Neben Klassikern trifft man hier auch moderne Erzählungen von heute an. So wird das Hörbuch jungen und erwachsenen Katzenfreunden gleichermaßen gefallen.

CSI Märchen (02) – Neue Morde in der Märchenwelt

Titel: CSI Märchen (02) – Neue Morde in der Märchenwelt / Verlag: Random House / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher: Christoph Maria Herbst, Tanja Geke, Oliver Rohrbeck,

csimaerchen02Inhalt: Das Märchenland ist im Umbruch und wird zum Märchenläääänd. Ein Freizeitpark mit Bio-Siegel, laktosefreiem Lebkuchenhaus und Tofukindern für Hexen. Die einstmals blutrünstigen Märchen werden auf FSK 0 getrimmt und das Märchenläääänd Merchandising-Stäääänd soll mehr Taler in die leeren Kassen bringen. Unter der Führung von Hans im Glück ist das Märchenläääänd auf dem Weg in eine blühende Zukunft – bis der siebte Zwerg auf bestialische Weise in zwei gleiche Hälften portioniert wird.


Im Märchenland geht es ganz schön kriminell zu! Dies ist schon der zweite Fall für die Ermittler. Ausgerechnet den siebten Zwerg hat es dahingerafft. Wortwörtlich zweigeteilt geht er in die ewigen Jagdgründe ein. Doch was steckt eigentlich hinter diesem perfiden Mord?
Der zweite Teil bleibt dem treu, was der Erstling eingeführt hat. Will heißen, dass es mich einmal mehr beeindruckt hat, wie man nur mit Märchengestalten einen Krimi besetzen kann. Wer würde das denken, wenn er einfach mal so ein Märchen lesen würde? Das spricht schon für einiges an Phantasie und Ideenreichtum, wie ich finde. Und es sorgt für manche amüsante Begegnung, die mich hat schmunzeln lassen.
Grinsen musste ich auch über die beiden Ermittler, die -wie es aussieht- einfach nur Menschen und keine Märchenfiguren sind. Und als Mensch hat man es halt nicht so leicht, wenn man plötzlich den übrigen sechs Zwergen oder einer bösen Königin gegenübersteht, die jeder berliner Hausmeisterin das Wasser reichen könnte. Auch da sind witzige Szenen vorprogrammiert. Genauso wie bissige Dialoge zwischen den beiden Ermittlern, die ihre Fälle doch sehr verschieden angehen. Er ziemlich von oben herab, sie mit Cleverness und Einfühlungsvermögen. Ihr Fall ist schräg bis abstrus, aber vor lauter Vergnügen nicht gerade spannend. So kraus kann man als normal phantasiebegabter Mensch nämlich gar nicht denken um auf die Auflösung zu kommen, die einem abschließend präsentiert wird. Aber Spass hat’s gemacht! Ist ja auch was wert. Vor allem, weil es dieser zweiten Episode zum Glück an den platten Gags mangelt, mit denen die erste Folge noch daher kam.

Neben Tanja Geke und Christoph Marie Herbst, die ein tolles und witziges Gespann abgeben, sind noch eine ganze Reihe weiterer Sprecher zu hören. Dabei gibt es einige Doppelbesetzungen, was aber nicht weiter auffällt. Mir jedenfalls nicht. Mir ist vor allem Roland Griem im Ohr geblieben, der -zu meiner Überraschung- uA die berlinernde Böse Königin spricht. Genial, zweifellos, aber ich hatte doch eine SprecherIN dahinter vermutet. Genauso gelungen ist sein Auftritt als schwuler Zauberspiegel. Oliver Rohrbeck gibt einen äußerst bornierten Hans im Glück.

Musikalisch hält sich diese Folge ganz schön zurück, wie ich finde. Nur selten sind mal ein paar Klänge zu hören, und die dann auch nur leise im Hintergrund. Lediglich zum Ende geht’s mal lauter zu. Die turbulenten Musiken passen dabei gut zur schrägen Story. Viel Vogelgezwitscher entführt einen direkt in die waldige Gegend, in der die um einen reduzierten Zwerge leben.

Auf dem Cover stehen die Ermittler im Mittelpunkt. Der Hintergrund legt die völlig richtige Vermutung nahe, dass der Fall im Wald der Märchenlandes seinen Anfag nimmt. Und mit dem Umriss des Wolfes samt Blutspritzern wird gleichzeitig deutlich, dass es in der Geschichte mörderisch zugeht. Rotkäppchens Picknickkorb lässt einen grinsen.

Fazit:  Mir hat die zweite Folge besser gefallen als die erste Episode. Einfach, weil besagte platte Gags fehlen. Ich habe doch einige Male wirklich lachen müssen, und das ist bei mir bei Comedy a) selten und b) ein echter Pluspunkt! Außerdem habe ich wieder bewundert, mit welcher Kreativität hier ein Krimi in die Märchenwelt versetzt wird.

 

Märchenmord (Krystyna Kuhn)

maerchenmordAls Gina durch das Fenster im Haus gegenüber einen Mord beobachtet, steht ihre Welt plötzlich Kopf. Denn die Leiche ist kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwunden und niemand glaubt ihr. Keine Leiche, kein Mörder, nur eine Zeugin – die einzige Zeugin. Bildet sie sich die Schatten, die ihr folgen, nur ein?

Die Sache mit diesem Arena Thriller und mir stand anfangs unter gar keinem guten Stern. Nämlich von dem Moment an als sich herausstellte, dass die Geschichte in Paris spielt. Wo ich für dieses Land so rein gar nichts übrig habe.
Aber einmal angefangen wird natürlich nicht so schnell der Schwanz eingezogen und so habe ich weitergelesen. Das fiel ziemlich leicht, denn auch Gina ist von ihrem neuen Zuhause so überhaupt nicht begeistert und spricht auch diese unsägliche Sprache nicht gerade aus dem Eff-Eff. Mit so ein paar Gemeinsamkeiten schließt man als Leser doch gleich viel leichter Freundschaft mit einer Figur in einer Geschichte.
Es dauerte dann auch gar nicht lange bis der eigentliche Thriller begann und speziell Ginas Beobachtungen am Fenster im Haus gegenüber hat mir sehr gut gefallen. Die Situation wird spannend und auch ein wenig gruselig beschrieben. Da kann man schon eine Gänsehaut bekommen.
Doch natürlich glaubt niemand Gina als sie davon erzählt und so forscht sie selber nach. Dabei gerät sie in’s Fadekreuz des Mörders, und entsprechend gefährlich wird es für sie und ihren neuen Freund, dem Schuhputzerjungen Noah. Da gibt es gleich mehrere Momente, in denen man um Gina und Noah bangt. Das macht die Geschichte spannend und bringt Tempo hinein.
Das Ende weiß dann nochmal ordentlich zu überraschen. Einmal mit einer Wendung, die ich so nicht erwartet hatte, und außerdem mit einem Finale, dass man guten Gewissens als turbulent bezeichnen kann. Das hat mich verblüfft und gleichzeitig ganz prima unterhalten.
Ich muss allerdings sagen, dass Gina bei mir im Laufe der Geschichte einige Sympathiepunkte eingebüßt hat. Okay, sie ist ein Teenager und hält von ihrem neuen Leben in Paris nicht sonderlich viel. Trotzdem, dieses ewige Geschrei! Kaum läuft was nicht nach ihrer Nase oder jemand glaubt ihr nicht bzw nimmt sie nicht ernst, dann wird rumgeschrien. Das mag authentisch sein bei einer Vierzehnjährigen, aber für Leser in diesem Alter ist es absolut kein gutes Vorbild und mich als älteren Leser hat es schlicht genervt.
Noah dagegen mochte ich sofort ganz gerne. Der Junge ist sympathisch und obendrein auch noch clever und bedeutend vernünftiger als Gina es oft ist. Seine ausländischen Wurzeln sind zudem sehr hilfreich dabei, das Denken des Mörders zu durchschauen und die Hintergründe um das ermordete Mädchen nachvollziehen zu können. Ob es nötig war, dass er aus einer keineswegs wohlhabenden Ecke von Paris kommt, das lasse ich mal dahingestellt. Vielleicht sollte nur gezeigt werden, dass in Paris eben nicht nur die schönen und wohlhabenden Künstler leben, zu denen auch Ginas Mutter gehört? Kann sein!

Der Erzählton ist schön locker und dank vieler Dialoge liest die Geschichte sich zügig weg. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass sich das Buch prima kapitelweise vor dem Schlafen lesen lässt. Abwechslung kommt zum Ende dadurch hinein, dass ein paar Briefe auftauchen, deren Inhalt in kursiv gedruckt ist. Für mich lockert das einen Text immer schön auf.

Aladdins Wunderlampe auf dem Cover hat mir sofort gefallen. Sie passt auch wunderbar zum Titel, wie ich finde. Dass es einen ziemlich direkten Bezug zur Geschichte gibt, hatte ich nicht erwartet, aber es ist so. Umso besser!

Fazit:  “Märchenmord” hat mir bis auf ein paar Kleinigkeiten gut gefallen. Die Geschichte ist spannend und hat -das ist mein persönliches Highlight daran- sogar ein bisschen Gruselflair an sich.


Titel: Märchenmord
Autor: Krystyna Kuhn
Seiten: 190
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401060873
Preis: € 8,99 (Broschiert)

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Die kleine Schnecke Monika Häuschen (31) – Warum haben Kröten Warzen?

Titel: Die kleine Schnecke Monika Häuschen (31) – Warum haben Kröten Warzen? / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Tom Deininger,  Steffen Lukas, Astrid Höschel-Bellmann, Tobias Künzel ua

moni31Inhalt: Märchenstunde im Gemüsebeet. Endlich ist die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen einmal klüger als der gelehrte Graugänserich Günter, der zwar alles über die Wissenschaft weiß, aber keinerlei Fantasie hat. Zusammen mit ihrem besten Freund, dem Regenwurm Schorsch, wollen sie “Froschkönig” spielen.  Ein verwilderter Lichtschacht wird zum Brunnen, in dem zwar kein Frosch, dafür aber die Kröte Kriemhild hockt, die während der großen Krötenwanderung dort hineingerutscht ist. Monika würde die Erdkröte gern retten, aber leider hat die ausgehungerte Kriemhild Regenwürmer zum Fressen gern. Nun kann nur noch eine gute Fee helfen.


Diese Folge hat mich etwas verblüfft. Denn es dauert geraume Zeit ehe das Tier, das hier im Mittelpunkt steht, seinen Auftritt hat. Zuvor bekommt man  erstmal einen Exkurs in Sachen Märchen. Witzigerweise mit Titeln, die ganz auf Schnecken abgestimmt ist. Da macht es Spass zu erraten, welche Märchen Monika weiß. Und der Erzähler hilft dabei gut mit, sodass sicher jeder das eine oder andere Märchen erkennen wird. Erst als man beim “Froschkönig” angekommen ist, taucht die Kröte aus dem Titel auf. Bis dahin hat man zwar hier und da auch schon etwas gelernt, nun aber geht es hauptsächlich um das Krötentier namens Kriemhild, das unglücklicherweise in einen Lichtschacht geraten ist. Zunächst versucht man, Kriemhild in die Märchenspiele mit einzubeziehen. Das geben die Freunde aber notgedrungen auf als niemand das warzige Tier küssen möchte. Zum Totlachen! Anschließend geht man die Rettung von Kriemhild an, was ganz spannend ist. Vor allem, weil Kröten gar nichts dafür können, wenn sie zB nach einem Regenwurm schnappen…Schorsch bangt mit Recht um sein Lebem. Man merkt es vielleicht schon, auch bei dieser Folge geht es spürbar mehr um den Spass an der Geschichte als um das Wissen, das sie vermittelt.

Neben den vier Sprechern, die in jeder Folge zu hören und auch hier wieder bestens in Form sind, ist Astrid Höschel-Bellmann mit dabei. Sie leiht Kröte Kriemhild ihre Stimme. Sie klingt ganz nach einem solch stattlichen Tier und außerdem so liebenswert und goldig, dass der Gedanke, eine Kröte könnte eklig sein, gar nicht erst aufkommt.

In Sachen Musik hält man sich hier wie gewohnt zurück. Das Titellied macht Spass und inzwischen dürften es die jungen Hörer problemlos mitsingen können. Hier und da sind ein paar Geräusche eingestreut. Eben an Stellen, wo es unbedingt nötig ist um das Geschehen zu veranschaulichen und für eine bestimmte Stimmung -hier zB Märchenatmosphäre- zu sorgen.

Diese Folge hat ein wirklich schönes Covermotiv bekommen. Schorsch mit Prinzenkrone und Umhang sieht sehr lustig aus. Und Günter mit seinem Zauberstab ist mal etwas anderes. So locker kennt man den gelehrten Gänserich sonst gar nicht. Und Kriemhild sieht ausgesprochen freundliche aus. Im Booklet kann man sie in verschiedenen Brunnen suchen.

Fazit:  Eine schöne und lustige Folge dieser Reihe, bei der es spürbar nicht in erster Linie um’s Lernen geht. Ich habe einige Male lachen müssen, vor allem bei dem Hin und Her rund um die Märchen.

Die Grimm Akten (01) – Die Spur des Riesen (Michael Buckley)

Sabrina und Daphne können es kaum glauben. Sie sollen tatsächlich die Nachfahren der berühmten Brüder Grimm sein! Doch damit nicht genug: All die bekannten Märchenfiguren sind keine erfundenen Gestalten, sondern es gibt sie wirklich! »Grimms Märchen« sind Aufzeichnungen von Verbrechen, die die Familie über Jahrhunderte gesammelt hat! Sabrina und Daphne stehen nun vor einer wichtigen Aufgabe: Sie sollen in die Fußstapfen ihrer Großmutter treten und als Märchendetektive für Ordnung sorgen. Ihr erster Fall: Ein Riese, der in der Stadt sein Unwesen treibt.

Diese Reihe war eine Zufallsentdeckung bei der mich die Cover ansprachen. Als ich dann las um was es geht, war meine Neugier endgültig geweckt. Ich mag nämlich Märchen. Noch lieber mag ich es, wenn die klassischen Märchen auf witzige und phantasievolle Art abgewandelt werden. Genau das ist bei den “Grimm Akten” der Fall. Die Waisenkinder Sabrina und Daphne Grimm werden nach zahlreichen Fehlversuchenmin Sachen neuer Familie von ihrer Oma nach Ferryport Landing geholt. In diesen kleinen Städtchen lebt so ziemlich das komplette Märchenvolk nach einem Krieg mit den Menschen. Natürlich wissen Sabrina und Daphne davon nichts und sind über manches sehr erstaunt. Als Leser ahnt man dagegen schnell, was in Ferryport Landing Sache ist.
Es hat mir großen Spass gemacht, die Märchenfiguren hinter den Charakteren zu erkennen. Oft ist das gar nicht so einfach, denn Michael Buckley ist dabei mit vielen Ideen und ebenso viel Phantasie zu Werke gegangen.
Später als Sabrina und Daphne eingeweiht sind, nimmt das eigentliche Abenteuer seinen Lauf. Ein Riese verwüstet Häuser im Ort, und dem muss Einhalt geboten werden. Das ist gar nicht so einfach, wenn man wie die Mädchen quasi erst am Anfang der Ausbildung steht. Denn die Grimms sind dafür zuständig, den Frieden in der Stadt aufrecht zu erhalten.
Somit geht es häufig turbulent bis chaotisch zu. Es macht Spass davon zu lesen und spannend ist es außerdem, denn die Mädchen geraten in so manch gefährliche Situation. Außerdem steht noch die Frage im Raum, wer den Riesen auf Ferryport Landing losgelassen hat. Die Nachforschungen von Sabrina, Daphne, ihrer Omi und der Risendogge Elvis (mein Liebling! ;)) sind gespickt mit Anlehnungen an verschiedene Märchen. Immer mal wieder tauchen Elemente auf, die man aus Märchenbüchern kennt. Es hat mich überrascht, dass diese Mischung aufgeht. Zumal ein fliegender Teppich zB eigentlich nichts mit der berühmten Bohnenranke zu tun hat. Aber es passt wirklich gut zusammen und macht unter Anderem den Reiz der Geschichte aus. Schließlich braucht man gewisse Hilfsmittel um solch ein Abenteuer zu bestehen.
Damit entschuldige ich es auch, das Geschichten wie beispielsweise die von Aladdin für mich keine klassischen Märchen sind.
Die Charaktere habe ich bis auf eine Ausnahme sehr schnell ins Herz geschlossen. Diese Ausnahme war ausgerechnet Hauptperson Sabrina. Mit ihrer bockigen und undankbaren Art konnte ich anfangs gar nicht. Das besserte sich im Laufe der Geschichte glücklicherweise noch. Dennoch bin ich ihr gegenüber noch immer skeptisch. Mal sehen, wie ihr Charakter sich noch entwickelt. Dagegen mochte ich die kleine Daphne, ihre liebenswert seltsame Omi und Mr. Canis sofort.

Märchen hin oder her, es ist kein ausgemachtes Kinderbuch, eher eines für junge Jugendliche so um die 10 oder 12 Jahre. Die jungen Leser müssen schon mit längeren Kapiteln zurecht kommen. Dafür lässt es sich so gut kapitelweise lesen. Gelegentlich gibt es auch sehr hübsche Bilder, die Szenen aus der Geschichte zeigen. So erschlägt der viele Text die Kids nicht.

Das Cover ist schön düster gehalten und ich mag besonders den eingeprägten Fußabdruck vom Riesen. Er wirkt als habe ein Riese tatsächlich genau hier zugetreten. Genauso gut gefällt mir das leuchtende Grün, das ein wenig geheimnsivoll wirkt. und genau das ist die Geschichte auch.

Fazit: Spannend, witzig und äußerst phantasievoll. Ich war gerne in Ferryport Landing zu Gast und freue mich schon auf Band 2. Die Überraschung ist der Reihe auf ganzer Linie gelungen. Wer Lust auf eine ausgefallene Märchenadaption hat, soltte hier zugreifen.

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Titel:  Die Grimm Akten (01) – Die Spur des Riesen
Autor: Michael Buckley
Seiten:  254
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3843200103
Preis:  € 7,99 (TB)

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