Mark Benecke

John Sinclair – Brandmal (Mark Benecke, Florian Hilleberg)

Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger John Sinclair auf den Plan. Sofort vermutet er einen Fall vom Vampirismus. Aber warum sollte sich ein Vampir freiwillig dem Sonnenlicht aussetzen?In Berlin bekommen es der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke und sein Team ebenfalls mit einer Serie von Selbstentzündungen zu tun. Seine Nachforschungen ergeben, dass alle Opfer vor Kurzem Urlaub in der Slowakei gemacht haben.Beide beschließen, vor Ort zu recherchieren. Doch schnell stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens.


 

Ich höre bekanntlich gerne und oft Hörspiele, doch “John Sinclair” gehört (jedenfalls in der aktuellen Version) nicht dazu. Ab und zu mal eine Folge, aber mehr ist es nicht. Also dachte ich, ich versuche es mal mit einem Sinclair-Roman. Immerhin ein richtiges Buch, statt dieser Heftchen vom Kiosk. Vielleicht würde die Reihe mich in dieser Variante doch noch erwischen?
Womit diese Story bei mir sofort einen Stein im Brett hatte, war die Tatsache, dass Autor Mark Benecke darin selber mitspielt. Als das, was er eben ist: nämlich Kriminalbiologe. Alleine die Idee, sich selbst einzubringen, fand ich schon mal ganz genial. Abgesehen davon, dass ich seinen Job außerdem wirklich interessant und cool finde.
Anfangs fährt die Geschichte zweigleisig. Mal ist man bei Benecke und seinen Leuten in Deutschland mit dabei, dann wieder begleitet man Sinclair und sein Team bei der Arbeit. Sowohl in Deutschland, als auch in England treten vemehrt Fälle von spontanen Selbstentzündungen auf, denen die beiden Teams nachgehen.
Spontane Selbstentzündungen sind etwas, bei dem ich mich zwar immer leicht grusele, die ich aber eben auch ausgesprochen spannend finde. Jedes Mal stelle ich mir vor, so etwas würde es tatsächlich geben. Und ja, irgendwie hat der Gedanken für mich etwas. Was immer das über mich jetzt aussagt.
Entsprechend gebannt habe ich auch hier davon gelesen und damit hatte die Story mich  endgültig für sich gewonnen. Wobei ich die Nachforschungen von Benecke und Co. eine Spur spannender fand. Einfach, weil sie wissenschaftlicher daherkommen. Mit solchem “Geisterhokuspokus”, mit dem Sinclair und Co. es immer zu tun haben, habe ich es weniger.
Schließlich laufen die beiden Handlungsstränge dann aber zusammen. In der Slowakei nämlich, in einem kleinen Dorf dort. Damit bewegt die Handlung sich fortan vor einem Setting, dass so richtig typisch Sinclair ist. So soll es ja auch sein, bei einer Buchreihe unter diesem Titel.
Bald enthüllen die weiteren Nachforschungen, die die beiden Teams fortan gemeinsam anstellen, eine Verbindung zur Blutgräfin Bathory. Von der dürfte wohl jeder schon mal gehört haben, der sich auch nur ein bisschen mit Schauergeschichten befasst hat. Somit ist das zwar kein neues Thema, aber es wird spannend und abwechslunsgreich dargeboten. Besondere Würze steuert dabei diese spezielle Mixtur aus der Welt der Geisterjäger mit all dem Übersinnlichen und der Welt der Wissenschaftler dar, die sich an die ganz realen Dinge, Spuren und Erkenntnisse halten. Ich hätte nicht gedacht, dass beides so gut zusammen funktioniert, doch das tut es auf jeden Fall. So habe ich mich auch vom Anfang bis zum Ende des Buchs bestens unterhalten gefühlt. Gruselig? Nicht wirklich. Typisch Sinclair? Ja. Unterhaltsam? Definitiv.

Insgesamt ist die Lektüre kurzweilig. Der Schreibstil ist angenehm, recht locker und so lässt sich das Buch gut und fix mal eben weglesen. Trotz der an sich stattlichen Seitenzahl. Aber ich finde, das sagt über ein Buch und den Schreibstil immer eine Menge (meist Gutes) aus. Wenn es zwar recht dick , aber trotzdem nie anstrengend zu lesen ist.

Das Cover ist ein Hingucker mit der flammenden Hand vor der schwarzen Hintergrund und entspricht so auch dem Cover der Hörspielumsetzung. Es reiht sich also nahtlos ins Regal eines Sinclair-Fans ein.

Fazit: Mir hat “Brandmal” überraschend gut gefallen, wo ich sonst mit Sinclair-Hörspielen eher weniger anfangen kann. Hier aber hat speziell die Mischung aus Übersinnlichem und Wissenschaftlichen bei mir für Pluspunkte gesorgt, denn die funktioniert einwandfrei. Somit war es letztlich eine ganz unterhaltsame Lektüre, die nicht nur eingefleischten Sinclair-Fans gefallen wird.

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Titel: John Sinclair – Brandmal
Autor: Mark Benecke, Florian Hilleberg
Seiten: 464
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN:  978-3404175864
Preis: € 10,00 (Taschenbuch)

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