Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi

Titel: Mark Brandis (27) – Metropolis-Konvoi / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Michael Lott, Tanya Kahana, Martin Wehrmann, David Nathan ua

brandis27Inhalt: Der Staub des zerstörten Asteroiden Ikarus überzieht die Erde mit einem Grauschleier, und die Ernten sind klein oder bleiben ganz aus. Die Menschen in Metropolis, angewiesen auf Nahrungsmittellieferungen der Union, hungern seit Wochen. Verzweifelte Versuche, der Not Herr zu werden, sind gescheitert. In dieser Situation führt Louise Demnitz Mark Brandis in das Sondergefängnis der Millionenstadt, auf der Suche nach dem wahren Kern eines Mythos aus dem Bürgerkrieg.


Diese Folge ist eine Achterbahn der Gefühle und befasst sich mit der Frage, die beim Hörer am Ende von Folge 26 zurückblieb: wie wollen die Menschen -hier speziell Metropolis- überleben, wenn durch den Staub des Ikarus kaum noch Sonne dringt um die Ernte und das Leben zu gewährleisten? Die Angst und Verzweiflung der Menschen wird anfangs sehr deutlich herausgestellt, sodass man sich leicht in die Menschen einfühlen kann.
Dann gibt es einen Hoffnungsschmmer, für den man ein gefährliches Unternehmen riskieren muss und bei dem man nicht mal weiß, ob dieses Gerücht um ein Nahrungsmitteldepot überhaupt stimmt. So hofft man mit Brandis und seinen Leuten mit, doch der nächste Tiefschlag lässt nicht lange auf sich warten. Wie soll es nun weitergehen? Dann taucht wieder ein Hoffnungsstreif am Horizont auf, alles sieht gut aus…und dann bleibt zum Hoffen und nach weiteren Möglichkeiten grübeln keine Zeit mehr. Plötzlich ist man mitten drin in einem actionreichen Weltraumabenteuer, bei dem es um das nackte Überleben geht.
Es geht also wortwörtlich auf und ab in dieser Folge, nie kann man sich sicher sein, dass irgendetwas wirklich klappt. Da ich anfangs schon wieder befürchtet hatte, Brandis habe mal wieder die ultimative Lösung des Problems einfach so aus dem Hut gezaubert, fand ich das so wirklich gut. Ich konnte mich gut in die Situation der Menschen und Brandis und seine Leute hineinversetzen und habe mit ihnen um das Gelingen des Unternehmens “Metropolis-Konvoi” gebangt.

Mein Liebling unter den Sprechern dieser Folge ist ganz klar Tanya Kahana alias Lt. Louise Demnitz. Ich mag ihre junge Stimme und den lockeren Ton. So bringt sie Pfiff in die Truppe um Brandis. Von ihr würde ich gerne mehr hören. Philip Brammer ist es gelungen, dass ich aus Gaston Weygand die ganze Zeit nicht schlau geworden bin. Ich wollte Brandis’ Vorbehalte nicht einfach so teilen, aber leicht fiel es mir nicht. So ruhig und irgendwie hintergründig, wie Weygand klingt.

Der Soundtrack passt sich wunderbar den verschiedenen Stimmungen dieser Geschichte an. Zu Anfang leise und bedrückend, später klingt dann selbst die Hoffnung in den Stücken durch, die unter der Crew ausgebrochen ist. Da das bis dahin aber alles eher bedeckt klingt, ist man später dann überrascht als die Untermalung gegen Ende wieder mit Wucht daherkommt und das gefährliche Finale in Szene setzt. Schön gemacht!

Das Covermotiv zeigt sich im gewohnten Stil. Da kann man spekulieren, was man sieht, aber die Geschichte bringt auf jeden Fall Szenen mit, die passen könnten.

Fazit:  Diese Folge hat mir so gut gefallen wie lange schon keine mehr in dieser Serie. Ein einziges Wechselbad der Gefühle, das einen von Anfang an mitnimmt. Toll!


Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus…

Titel: Mark Brandis (26) – Ikarus, Ikarus… / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Michael Lott, Uve Teschner, Martin Keßler, Wolf Frass ua

brandis26Inhalt: Mehr Rohstoffe! Dass die Menschen diese Forderung auch auf den Weltraum ausdehnen würden, war nur eine Frage der technischen Möglichkeiten. Der Asteroid Ikarus, reich an Silikaten und Diamanten, soll in eine Mondumlaufbahn verlagert werden, um ihn besser ausbeuten zu können. Die Firma Gumboldt Stellar hat den Auftrag bekommen. Als Mark Brandis und die Crew seiner Henri Dunant auf Wunsch von Direktor Harris dort nach dem Rechten sehen, machen sie eine erschütternde Entdeckung.


Da ist es schon, Brandis zweites Abenteuer als Vormann der Raumnotretter. Seine Truppe hat man in der vorigen Folge gut kennengelernt, da kann es dieses Mal gleich richtig zur Sache gehen. Bereits dem Vorspann kann man entnehmen, dass es für Brandis um alles gehen wird. Es hat mich etwas gewundert, dass die spannendste Szene aus dem Hörspiel vorweg genommen wird. Andererseits macht es neugierig darauf, wie es dazu kommen konnte.
Egal ob VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis und seine Leute sind immer zur Stelle, wenn irgendwo Hilfe benötigt wird oder man einer krummen Tour auf die Schliche kommen muss. So ist es auch in dieser Folge. Damit bekommt man allerdings ziemlich genau das geboten, was die Reihe schon 24 Folgen zuvor geboten hat. Eine wirklich neue Richtung schlägt man also mit den Raumnotrettern und ihren Missionen nicht ein. Unter anderem Namen bleibt alles so wie es bislang war. Entsprechend kommt hier eine Geschichte zu Gehör, die sich zwar schon spannend anlässt mit den Vorgängen auf dem Ikarus, bei der sich aber erst später das eigentliche Drama offenbart. Dabei steht eine Person im Mittelpunkt, die ich in diesem Zusammenhang sicher nicht erwartet hätte. Dank ihrer Mithilfe darf man mit Recht um Brandis Leben fürchten. Gelungen finde ich auch das Ende mit seiner unheilvollen Zukunftsvision. Natürlich ist es eine grausige Vorstellung, aber sicher auch ein guter Anlass für weitere aufregenden Stories aus dem Weltraum und um die Raumnotretter.

Einmal mehr gibt es nichts, was man den Sprechern vorwerfen könnte. In der Hauptsache mischen die bereits lang vertrauten Stimmen mit, die für mich einfach schon zur Reihe gehören und sie zum Großteil auch ausmachen. Aber auch die neuen Sprecher wie Uve Teschner, Michael Hansonis und Uwe Jellinek lassen sich nichts zu Schulden kommen.

Musikalisch kommt diese Folge eher zurückhaltend daher. Und auch eine bombastische Geräuschkulisse sucht man vergebens. Da hat man sich an der Story orientiert, die das auch gar nicht hergegeben hätte. Zu ihr passt diese ruhige, eindringliche Klangkulisse viel besser, die so prima für Spannung sorgt.

Das Cover zeigt auch bei dieser Folge wieder eine düstere Weltraumszene im typischen Stil der Reihe. Mit etwas gutem Willen kann man tatsächlich eine Szene aus dem Hörspiel darin wiedererkennen.

Fazit: Ob in Diensten der VEGA oder als Raumnotretter, Mark Brandis bleibt Mark Brandis. Einen neuen Weg hat man mit ihm in neuer Position nicht eingeschlagen. Somit bekommt man hier eine typische Geschichte zu hören. Mit viel Weltraumflair, einer spannenden Handlung, bei der es dieses Mal um Leben und Tod geht, und einem Ende das in eine unheilvolle Zukunft schaut.


Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon

Titel: Mark Brandis (25) – Raumposition Oberon / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Michael Lott, Jürgen Thormann,  Gerhart Hinze, Robert Vogel, Dietmar Wunder, Maja Maneiro ua

brandis25Inhalt: 2134: Wenn die Not am Größten ist …”heißt es in der Präambel der neu gegründeten Raumnotretter, deren Vormann Mark Brandis ist. Ohne Ansehen der Nationalität soll geholfen werden. Viel Zeit, sich in der neuen Einsatzzentrale auf dem Mond einzurichten, haben die Raumfahrer nicht, denn die Sprengung eines Raumschiffes hat in erdnaher Umlaufbahn eine Splitterwolke von tödlicher Geschwindigkeit entstehen lassen. Sie droht, alles zu zerkleinern, was ihr in den Weg kommt. Und so wird Brandis‘ erste offizielle Rettungsaktion gleich zur Feuertaufe.


Folge 25 – eine schöne runde Zahl um einen neuen Abschnitt in Mark Brandis Leben bzw seiner Karriere einzuläuten. Von nun an ist er Vormann einer Raumnotretter-Truppe. Die wird zu Beginn der Hörspiels erstmal zusammen- und vorgestellt, sodass man sich als Hörer in die neuen Gegebenheiten einfinden kann. Wobei das nicht ganz so schweirig ist, zumal viele der vertrauten Chrakatere mit dabei sein. Natürlich gibt es speziell durch eine Person einen gewissen Widerstand gegen Brandis als Vormann, doch wenn es notwendig ist, kann dieser ja durchaus auch mal den Befehlshaber rauskehren und sein Revier klar abstecken.
Früher als die Truppe es erwartet hätte, steht auch bereits der erste Auftrag an. Und auch wenn noch nicht genug Schiffe vorhanden sind und hier und da noch offensichtlich ist, dass das ganze Unternehmen noch in Kinderschuhen steckt…sobald es darum geht, Menschenleben zu retten, stehen Brandis und sein Team sofort parat und stürzen sich in die neue Herausforderung. So ist es eben auch hier und daran ist gut zu erkennen, dass die Reihe und damit auch Brandis sich treu darin bleiben, bei aller Moderne und Technisierung in der Zukunft nicht das (Zwischen)menschlich aus den Augen zu verlieren. Damit lässt sich zudem leicht beim Hörer Mitgefühl für die Betroffenen aufkommen, wirken sie doch nicht anders als die Menschen heute. Das macht die Geschichte greifbar und wenn man sich so nahe dran an Charakteren fühlt, dann kommt auch sehr schnell Spannung auf und man hofft, dass letztlich alles gut ausgehen wird. Für die Betroffenen der Katastrophe ebenso für Brandis und seine Leute. Ein Schuss Action mischt aber natürlich auch mit und zumindest für mich gehört der auch in eine Science Fiction-Geschichte mit rein.

Hinsichtlich der Sprecher muss die Reihe sich auch weiterhin nichts vorwerfen lassen. Jeder einzelne weiß in seiner Rolle zu überzeugen und dem Hörer ein Bild von der jeweiligen Figur zu vermitteln. Hier hat mir besonders Jürgen Thormann als Pater Connery gefallen. Mir ruhiger, aber doch eindringlicher Stimme erweckt er den Geistlichen glaubhaft zu sympathischen Leben. Und wie schon erwähnt, hat Michael Lott alias Mark Brandis hier auch gut Gelegenheit, den befehlsgewohnten Vormann herauszukehren. Ich kann mir nicht helfen, mir gefällt er so immer besser als wenn er das Menschliche rauskehrt. Das ist mit oft zu viel davon. Ich höre ihn lieber energisch ;)

Musikalisch schlägt man keinen neuen Weg ein. Es sind durchweg Stücke zu hören, wie man sie auch die vorigen Folgen gehört hat. Für mich zählt dieser Soundtrack immer noch zu denen, die am schnellsten Science Fiction – Stimmung aufkommen lassen. Deshalb mag ich sie so gerne. Wirkungsvoll auch ohne bombastische Klänge! Eine ausgefeilte Geräuschkulisse tut ein Übriges dazu.

Das Cover passt prima zur Geschichte, wobei mir speziell das Kreuz gefällt, das sich vom übrigen abgebildeten Geschehen sichtbar abhebt. Eine schöne Idee, immerhin spielt im Hörspiel eine Glaubensgemeinschaft eine wichtige Rolle. Im Booklet findet man dieses Mal unter Anderem einen informativen Text zum Thema Weltraumschrott.

Fazit:  Ein neues Aufgabengebiet für Mark Brandis und sein Team, das gleich zu Beginn alles von der Mannschaft fordert. Damit wird ein neuer Weg in der Reihe eingeschlagen, aber sonst bleibt eben doch alles, wie man es als Fan kennt. So bleibt der Charakter einer Serie erhalten und es fühlt sich keineswegs wie ein Bruch an. Nun hören wir mal, welche Abenteuer noch auf die Raumnotretter warten.

 


Mark Brandis (24) – Blindflug zur Schlange

Titel: Mark Brandis (24) – Blindflug zur Schlange / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Michael Lott, Martin Kessler, Dietmar Wunder, David Nathan, Charles Retttinghaus ua

brandis24Inhalt: Mark Brandis ist seit einem halben Jahr außer Dienst, als ihn die Nachricht von der Zerstörung des Patrouillenschiffs unter Grischa Romens Kommando erreicht. Als Zivilist hat Brandis keine Raumfluglizenz mehr. Zusammen mit Pablo Torrente macht er sich inkognito auf den Weg zu den Galapagosinseln. Von dort aus wollen sie versuchen, eine Passage zum Asteroidengürtel zu bekommen – in der Hoffnung, irgendwo in der von Piraten kontrollierten Region den Freund doch noch lebend zu finden.


Auch wenn Brandis frisch den Job hingeschmissen hat, seine Abenteuer gehen natürlich trotzdem weiter. Hier gilt es Grischa wiederzufinden, der nach Zerstörung seines Schiffs verschollen ist. Doch ohne die schützende Hand einer wohlmeinenden Chefetage ist das doppelt so schwierig und gefährlich wie die bisherigen Aktionen. Entsprechend geraten Brandis und Torrente gleich mehrfach in gefährliche und brenzlige Situationen. Da muss auch mal gemogelt werden was die eigene Identität anbestrifft. Mir hat das so ganz gut gefallen, zumal Brandis für mich oft ein fürchterlicher “Saubermann” war, der selbst in den grausigsten Momenten noch die Moral hochhalten musste. Schön, ihn hier nun mal etwas neben dieser Spur zu erleben. Das tut den spannenden und actionreichen Szenen schließlich keineswegs Abbruch. Zudem verleiht es dieser Episode einen recht frischen Anstrich.  Eingefleischte Fans der Serie dürften ihre Freude daran haben, dass an verschiedenen Stellen Bezüge zu früheren Folgen aufgezeigt werden. Das verstärkt den Seriencharakter. Auch wenn man sich nach Brandis Kündigung ja ein Stück weit neben der eigentlichen Reihe befindet. Wer nun nicht jede der bisherigen Folgen stets präsent hat -so wie ich-, der könnte sich mit diesen Szenen aber auch etwas schwer tun. Und wenn ich mir vorstelle, ich käme als Neuling in die Reihe, hätte sie bei mir dadurch schon ganz schön verloren. Ich sehe aber ein, dass sich gerade diese Folge prima dazu eignet, Verbindungen zu vorherigen Geschichten aufzuzeigen.

Neben Michael Lott als Brandis, der souverän wie eh und klingt, fällt Martin Keßler eine größere Rolle als Pablo Torrente zu. Er gibt den gewissen- und ehrenhaften Lt. überzeugend und ist so eine gute Ergänzung zu Michael Lott. Und über David Nathan alias Grischa Romen muss man ebenfalls keine großen Worte mehr verlieren. Für mich macht er mit seiner Stimme Grischa zu einer meiner Lieblingsfiguren. Einzig Marina Krogull konnte mich nicht ganz überzeugen. Ein Spur energischer hätte sie ihre Rolle ruhig angehen können.

Der Soundtrack zeigt sich eindrucksvoll wie immer. Bei jedem Stück klingen quasi die Weiten des Weltalls mit durch. Wie könnte man eine Science Fiction-Reihe besser in Szene setzten? Eine sorgfältig ausgearbeitete Geräuschkulisse macht den Klang dieser Episode perfekt.

Nach Sci-Fi und Weltraum sieht dieses Cover nun nicht direkt aus. Es wirkt aber immer noch futuristisch genug. Und mit dem Licht (Feuer?) wird auch schnell klar, dass es auch in dieser Folge wieder ordentlich rund geht.

Fazit:   Ein spannendes Abenteuer, das Brandis und seine “Arbeit” mal von einer etwas anderen Warte aus zeigt nachdem er seinen Job aufgegeben hat. Mit der Suche nach Grischa ist sie aber ebenso spannend wie die Vorgänger. Zudem werden gekonnt Verbindungen zu vorigen Episoden hergestellt.


Mark Brandis (23) – Triton-Passage

Titel: Mark Brandis (23) – Triton Passage / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 80 min / Sprecher: Michael Lott, Roman Ketschmar, Dorothea Anna Hagena ua

brandis23Inhalt: 2133: Mark Brandis ist seit 240 Tagen als Gastpilot auf einem neuen Schiff unter dem Kommando von Cmdr. Elmar Busch. Statt eines Testfluges verharrt die EXPLORATOR jedoch regungslos im Weltraum, um den möglicherweise bevorstehenden Ausbruch des Sterns Eta Carinae in eine Hypernova zu beobachten. Eine ereignislose Schicht löst die andere ab. Als Mark Brandis durch VEGA-Direktor John Harris von einem gestrandeten Republikenschiff im Orbit des Planeten Neptun erfährt, gerät er in ein moralisches Dilemma – denn der offizielle Befehl ist unmissverständlich: um keinen Preis darf das Schiff die Beobachtungsposition verlassen!


Ich war ziemlich überrascht als ich mit dieser Folge eine Einzelfolge in Händen hielt. Die Hörspiele dieser Reihe kommen doch vielfach als Doppelfolge mit zwei CDs daher. Ich habe viel Lobendes darüber gelesen, dass man hier nur eine CD hat. Ich habe mich allerdings von der rückseitigen Ankündigung von nahezu 80 Minuten Spielzeit doch eher abgeschreckt gefühlt. Da sind mit die 45-Minuten-Häppchen der Doppelfolge lieber! Und die Story hier hätte das auch durchaus gerechtfertigt! Mit der Rettungsmission in einem und der dramatischen Situation als im Schiff der Luft knapp wird im zweiten Teil. Beides sind spannende Ereignisse, die gut in Szene gesetzt werden und bei denen man mitfiebern kann, aber in einem Rutsch war es mir eben zuviel. Die politischen Verwicklungen und Differenzen sind hier ein wichtiges Thema, und obwohl sowas nicht mein Fall ist, empfinde ich es hier als ganz interessant. Vermutlich, weil neben der Politik eben auch das Menschliche so klar rüberkommt, mit allen Facetten, die die Politik darauf ausübt. Am Ende der Geschichte erwartet einen ein ganz schöner Hammer! Da bin ich jetzt mal gespannt, wie die Reihe nun weitergeht.

Den Part von Brandis Kontrahenten Cmdr. Busch übernimmt Roman Kretschmar, dem es mit wenigen Worten gelingt, einem zu vermitteln, dass er Brandis nicht mag. Und bei aller Menschlichkeit und Ruhe, die Brandis immer durchklingen lässt, in mancher Situation hätte Michael Lott da gerne auch mal lospoltern können. Schwierigkeiten hatte ich mit Anastasia Conze in der Rolle von Lt. Minulescu. Das ist keine Beleidigung, sondern mein Empfinden: sie klingt hier wie eine Sechzehnjährige. So habe ich ihr die erwachsene Wissenschaftlerin nicht abgenommen. Bettina Zech alias Tuva Eidsvag dagegen klingt älter als ein Teenie wie sie ihn hier spricht. Für mich hätte man diese beiden Sprecherinnen genau andersherum einsetzen sollen.

Die Untermalung sitzt auch bei dieser Folge wie auf den Leib geschneidert. Stimmungsvolle Musiken mit Science Ficition-Klang, die die Athmosphäre der einzelnen Passagen deutlich an den Hörer vermittelt. Als etwas too much habe ich die Szene mit Brandis und Tuva empfunden, in der sie gemeinsam musizieren. Gefühlsbetonende Handlung und musikalische Begleitung hin oder her, man kann es auch übertreiben mit der Gefühlsduselei.

Das Cover vermittelt erneut Weltraum-Stimmung, und die kühlen Farben verraten, dass es dort nicht immer menschenfreundlich zugeht.

Fazit:  Das nächste Mal gerne wieder eine Doppelfolge. 79 Minuten Brandis am Stück waren mir doch zu viel. Spannende Momente hat die Geschichte aber einige auf Lager, sodass es Gelegenheit zum Bangen und Mitfiebern gibt.


Mark Brandis (22) – Lautlose Bombe (2/2)

Titel: Mark Brandis (22) – Lautlose Bombe / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Michael Lott, Claudia Urbschat-Mingues, Martin Keßler, Jacob Weigert ua

Inhalt: 2131: Mark Brandis folgt den Spuren, die sein Halbbruder Nat quer über den Planeten hinterlassen hat, zuerst auf die Kerguelen und dann nach Nordafrika. Der Geheimdienst der Union ist Brandis mal einen Schritt voraus, mal versucht er, ihn einzuholen. Doch was wirklich mit den biologischen Kampfstoffen geschehen soll, ahnt noch niemand.


Nachdem beim ersten Teil gegen Ende endlich Schwung in die Geschichte kam, war ich auf diesen zweiten Part eigentlich ziemlich gespannt. Und tatsächlich hat er mir sehr viel besser gefallen. Man ist mit Brandis, Grischa und Co. wieder auf Mission und auf der Spur von Marks Halbbruder Nat. Das hat Tempo, ist abwechslungsreich und spannend. So mag ich die Geschichten um den Commander. Überrascht hat mich der Ausgang der Geschichte bzw das Ende von Nats Plänen. Solch eine drastische “Lösung” hatte ich von dieser Serie nicht erwartet, die ja oft genug auch das Menschliche in den Mittelpunkt rückt. Trotzdem hat es mir gefallen. Es fällt auf, ist unerwartet und hat so seinen ganz speziellen Reiz. Es schadet übrigens nicht, der Geschichte aufmerksam zu folgen, denn hier werden Verwicklungen aufgezeigt, die durchaus komplex sind und sicher in späteren Folgen noch mal von Bedeutung sein werden.

Es ist leider bei meinem ersten Eindruck von Jacob Weigert alias Nat West geblieben. Mit seiner ruhigen, fast sanften Stimme habe ich ihm den verzweifelten Bösewicht nicht so recht abnehmen können. Gut, dass seine abschließende Rede wenigstens inhaltlich schockierend ist. Davon abgesehen trifft man hier auf die bereits lang vertrauten Stimmen. Souverän wie eh und je meistern die Sprecher ihre Rollen.

Musikalisch legt diese Fortsetzung ebenfalls einen guten Zahn zu. Es sind wieder mehr imposante Stücke zu hören, die die Dramatik des Geschehens und sein Tempo unterstreichen.

Das Covermotiv ist hier wieder weniger eindeutig als beim ersten Teil, lässt aber Weltraumstimmung aufkommen. Mit dem Fadenkreuz und der Textzeile wird auch schnell deutlich, dass diese Geschichte eine gewisse Dramatik  aufbietet.

Fazit: Deutlich spannender und rasanter als der erste Teil und somit wieder eher nach meinem Geschmack was diese Serie angeht.

 


Mark Brandis (21) – Lautlose Bombe (1/2)

Titel: Mark Brandis (21) – Lautlose Bombe (1/2) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 58 min / Sprecher: Michael Lott, Jacob Weigert, Dorothea Anna Hagena, Elean Wilms ua

Inhalt: 2131: Cmdr. Brandis’ Halbbruder Jonathan West steht unter Verdacht, mit Verbrechern zu kooperieren, die vor dem Einsatz von biologischen Kampfstoffen nicht zurückschrecken. Trotz deutlicher Indizien glaubt Mark Brandis an dessen Unschuld und versucht, den untergetauchten Mediziner zu finden, bevor der Geheimdienst ihn eliminieren kann.


Bei dieser Doppelfolge ist es wie so oft bei der Reihe: so richtig spannend wird es erst zum Ende hin. Das heißt jetzt nicht, dass es vorher uninteressant wäre, aber die Geschichte hat bei mir dennoch einen ausgesprochen trägen Eindruck hinterlassen. Natürlich, man bangt um die kranke Ruth und man fragt sich, welche Rolle Marks Halbbruder Nat noch spielen wird, aber ich hatte lange nicht den Eindruck, dass sich da eine Katastrophe anbahnt. Stattdessen habe ich mich gefragt, wie ein sonst so besonnener und vernünftiger Mensch wie Brandis auf die Idee kommt, der Suff könnte irgendwelche Probleme lösen. Es hat mich erhlich gesagt ganz schön genervt, ihn so oft in diesem Zustand zu erleben. Glücklicherweise erlangt er gegen Ende seinen klaren Kopf wieder zurück und kann so seine Mission um die lautlose Bombe antreten. Wie gesagt, auf den letzten Kapiteln kommt endlich Schwung in die Story und sie wirkt auch deutlich griffiger als zuvor.

Jacob Weigert kenne ich ansonsten nur als Sprecher von bestimmten Kinder- bzw Jugendhörbüchern. Damit hängt es wohl auch zusammen, dass ich ihm die erwachsene Rolle von Marks Halbbruder bisher nur schwer abnehme. Obwohl er diesen Charakter an sich gut und glaubhaft spricht. Ich denke, im zweiten Teil wird mehr von ihm zu hören sein, so dass sich dieser Eindruck bei mir legen wird. Wenn man so will, ist es durchaus beeindruckend wie leicht es Michael Lott gelingt, Brandis einmal vernünftig und intelligent klingen zu lassen, ihn dann wieder besoffen lallend zu sprechen.

Da sich die Handlung nicht draußen im All abspielt, sind auch keine großen Weltraummusiken zu hören. Stattdessen herrscht eine eher bedrückende Untermalung vor, die der Handlung das passende Flair verleiht.

Das Covermotiv gewährt einen Blick ins Cockpit. Zugegeben, der kleinste Teil der Story dieses ersten Teils spielt sich in irgendwelchen Cockpits ab, aber mir gefällt das Motiv trotzdem besser als manch voriges. Denn dieses Motiv sieht für mich ganz nach SF aus und ist mal etwas Handfestes im Vergleich zu den ganzen Sternen, Planeten, ihren Oberflächen und irgendwelche Raumschiffen, die man quasi aus der Ferne ansieht.

Fazit:   So richtig spannend wird dieser erste Teil erst gegen Ende. Zuvor geht es ausgesprochen gemächlich vor und das Gefühl eine großen Gefahr wollte sich bis dahin bei mir nicht wirklich einstellen. Auf Teil 2 bin ich nun aber gespannt, da verspricht das Ende hier doch einiges.


Mark Brandis (20) – Sirius-Patrouille (2 / 2)

Titel: Mark Brandis (20) – Sirius-Patrouille (2 / 2) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: David, Nathan, Felix Isenbügel, Michael Lott, Martin May ua

Inhalt: 2130: Die »Sirius-Patrouille« hat die Besatzung der INVICTUS in Kampfhandlungen geführt. Martin Seebeck hat seinen Verbündeten verloren. Ohne Mark Brandis, der schwerverletzt mit dem Tod ringt, liegt nun die Leitung des Einsatzes bei Major Degenhardt, der einen erbitterten Kreuzzug gegen Piratenschiffe führt. Schnell stellt sich heraus, dass auch er seine Gegner unterschätzt hat …


Die Geschichte um die Sirius-Patrouille geht in die zweite Runde und setzt genau dort an, wo Teil 1 endete. Meine Annahme, nach dem eher ruhigen Vorgänger würde es nun mehr zur Sache gehen, hat sich allerdings nicht erfüllt. Auch dieses Teil lässt es akustisch ruhig angehen, es gibt zahlreiche Dialogszenen, die einem die Charaktere noch mal näher bringen. Es ist aber eine Spur spannender, denn die Ahnung aus Teil 1, dass man kurz vor einem Krieg steht, wird hier in Teil 2 beinahe Realität. Ich mag diese ruhigen Töne für die Geschichte. Die größten Katastrophen kündigen sich hakt oft nicht lautstark an. Eine gewisse Ruhe kann durchaus ebenfalls eine deutliche Bedrohung ausstrahlen. Das beweist dieser Zweiteiler sehr gut!

Auch meine Vermutung was Seebeck anbetrifft, bewahrheitet sich bis hierher nicht. Er scheint vertrauenswürdig zu sein. Mit dem gleichförmigen, fast leierigen Tonfall konnte mich Felix Isenbügel aber auch hier nicht überzeugen. Er vermittelt einen falschen Eindruck der Person. Die übrigen Sprecher präsentieren sich souverän wie eh und je.

Wie schon beim Vorgänger passt sich die Untermalung der ruhigen Gangart an. Das passt entsprechend gut zusammen. Die typische Weltraumstimmung bringen auch die hier eingesetzten Stücke gut an den Hörer. Gleiches gilt für die Geräusche.

Das Covermotiv verspricht mit der feurigen Kampfszene mehr Action als die CD bereithält. Aber es passt inhaltlich zur Geschichte. Im Booklet findet man wie immer einige interessante Infotexte. So macht es Spass, sich auch hier durchzublättern.

Fazit: Auch im Stil dieses Zweiteilers weiß Mark Brandis zu gefallen. Dramatik und Spannung brauchen halt nicht großes Getöse, was hier bewiesen wird.

 


Mark Brandis (19) – Sirius-Patrouille (1/2)

Titel: Mark Brandis (19) – Sirius-Patrouille (1/2) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: David Nathan, Michael Lott, Felix Isenbügel, Thomas Schmuckert ua

Inhalt: 2130: Mark Brandis leitet als Repräsentant der VEGA den letzten Testflug der INVICTUS, eines neuen Schweren Kreuzers. Mit an Bord ist der renommierte Journalist Martin Seebeck, der einen Reisebericht verfassen soll. Unter dem Kommando des Unions-Majors Jonas Degenhardt ist der Testflug zugleich eine Patrouille, die Piraten aufspüren soll. Die INVICTUS fliegt als Wolf im Schafspelz die Route ab, auf der schon mehrere unbemannte Sonden verschwunden sind. Doch im interplanetaren Raum ist das Recht schnell auf Seite des Stärkeren …


Diese Zusammenfassung des Inhaltes klingt aufregender als das Hörspiel letztlich ist. Ich habe ganz im Gegenteil als äußerst ruhig empfunden. Bis auf einige wenige Szenen ist hier nicht gerade was los. Das soll aber kein Vorwurf sein, ein gutes Science Fiction-Hörspiel braucht nicht alle fünf Minuten irgendwelches *bumm-bumm* um mir zu gefallen. Gegen eine solche eher ruhige Folge habe ich also nichts. Zudem ist es ja auch wahrscheinlich, dass hier quasi der Grundstein für die weitere Handlung gelegt wird, und dass es im zweiten Teil dann mehr zur Sache geht. Falls ja hätte ein wenig mehr Spannung dem ersten Teil aber sicher nicht geschadet. Die kommt mir zu kurz. Ein einzige bisschen Spannung rührt für mich daher, dass ich dem Major sowieso nicht und auch Seebeck nur bedingt traue. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er mehr ist als ein harmloser Journalist. Mal sehen, was sich in Teil zwei in der Hinsicht tut.

Was die Sprecher anbetrifft ist weitestgehend alles im Grünen Bereich. Die Stammsprecher machen ihre Job sehr gut. Es gibt aber auch Sprecher, bei denen ich mich -gelinde gesagt- gewundert habe. Allen voran Felix Isenbügel alias Journalist Martin Seebeck. Da hapert es mit der Betonung ganz ordentlich. Oder ist Seebeck ein Roboter und man weiß es nur noch nicht? Und auch Sabine Ehlers als Lana Swanson klang mir zu eintönig.

Hinsichtlich Soundtrack ist auf die Serie Verlass. Stimmungsvolle und umfassende Stücke sind zu hören, die im Nu Weltraumflair aufkommen lassen. Und auch die Geräusche machen das Geschehen gut anschaulich. Hier passt alles.

Auf dem Cover kann man eine Szene aus der Geschichte bewundern. Farblich schön düster gehalten vermittelt sie irgendwie auch einen Eindruck von Einsamkeit und Bedrohung.

Fazit:  In diesem ersten Teil geht es recht ruhig zu und auch Spannung wollte bei mir nicht groß aufkommen. Trotzdem, schlecht ist die Folge nicht. “Mark Brandis” bleibt auch so mein SF-Favorit unter den Hörspielen. Und wer weiß? Vielleicht überrascht Teil 2 ja mit mehr Tempo und Spannung?