Matthias Koeberlin

Sturz in die Zeit (Julie Cross / Matthias Köberlin)

Titel: Sturz in die Zeit / Verlag: Argon Hörbuch / Spielzeit: ca. 729 min, 1 mp3-CD / Buch: Julie Cross / gelesen von: Matthias Koeberlin

Inhalt: Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten.


Über 12 Stunden Hörbuch sind ein ganz schöner Brocken. Daher stand das Hörbuch bei mir auch geraume Zeit im Regal, aber nun habe ich mir nach und nach doch die Zeit dafür genommen. Ich mag Geschichten um Zeitreisen seit “Zurück in die Zukunft”. Meiner Meinung nach eine Richtung, aus der man viel machen kann, das einem noch nicht an jeder Ecke mal begegnet ist. Hier hat mir schon mal generell gefallen, dass es eine männliche Hauptfigur gibt. Das kommt mir im Jungendgenre im Verhärltnis viel zu selten vor. Jackson gefiel mir auch sonst, zumal er für sein Alter schon sehr vernünftig und bedacht ist. Und auch mit seinem nerdigen Kumpel bin ich schnell warmgeworden. Mit Holly hatte ich dagegen so meine Probleme. Ihre Figur bleibt sehr blass. Aber vielleicht ändert sich das im Verlauf der Trilogie ja noch. So ein erster Teil muss ja in vielerlei erstmal die Grundsteine der Story legen. Diese Zeit und Gelegenheit nimmt “Sturz in die Zeit” auch wahr, was ich ganz berechtigt finde.
Dennoch muss man auf Spannung und Action keineswegs verzichten. Alleine die Zeitsprünge sorgen schon für Schwung und Tempo. Und Jackson hat auch immer wieder gefährliche Situationen zu meistern, da fiebert man schnell mit. Allerdings muss ich auch sagen, dass es Momente gibt, in denen gerade damit etwas übertrieben wird. Da muss man gut bei der Sache sein um durchzublicken. Vor allem, weil man ja obendrein noch stetig grübelt, was eigentlich hinter den Ereignissen stecken könnte. Dieser erste Teil gibt so manches Rätsel auf und ich hoffe sehr, dass all diese Ereignisse, Finten und verschiedenen Handlungsfäden letztlich zu einer schlüssigen Auflösung führen werden. Ein paar Zweifel habe ich daran schon, muss ich zugeben. Eben weil es -wie erwähnt- hier und da etwas viel wird.

Matthias Koeberlin kann man ohne Probleme über längere Zeit hinweg lauschen. Seine ruhige Stimme hat mir das ausgesprochen leicht gemacht. Gleichzeitig hört man bei ihm gut heraus, wen er gerade spricht bzw liest. Das ist bei einer solchen Geschichte, die schon im ersten Teil recht komplex wird, für mich ganz wichtig.

Das Cover gefällt mir insgesamt gut. Es wirkt düster und mysteriös, der Nebel hat etwas und die ins Dunkel getauchte Stadt ebenfalls. Jackson ist mir dagegen etwas zu offensichtlich am Computer entstanden. Wieder andererseits finde ich es gut, dass man dem Hörbuch kein Schönlingsgesicht aufgedrückt hat wie es so oft bei (Hör)büchern mit Mädchen auf dem Cover der Fall ist. Da bin ich also etwas unentschlossen.

Fazit:  Dieser Auftakt einer Trilogie nimmt sich zwar Zeit um die Grundsteine für die ganze Story zu legen, hat dabei aber auch rasante und spannende Szenen in petto. Langweilig wird es also nicht. Hier und da hatte ich aber auch den Eindruck, dass für einen ersten Teil etwas zu viel aufgeboten wird. Da muss man schon bei der Sache sein, um auf dem Laufenden zu bleiben und den Durchblick zu behalten. Ich hoffe, diese Masse schon zu Beginn endet im Laufe der Trilogie nicht gänzlich im Chaos.

Herr aller Dinge (Andreas Eschbach / Matthias Koeberlin)

Titel: Herr aller Dinge / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 574 min / Buch: Andreas Eschbach / gelesen von: Matthias Koeberlin

Inhalt: Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern. Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen …


Dieses Hörbuch hat mich sehr überrascht. Denn die Geschichte beginnt wie eine Story für Jugendliche, die in Richtung Liebesgeschichte weiterzuverlaufen scheint. Dabei nimmt sie sich sehr viel Zeit dafür, die beiden Hauptcharaktere vorzustellen: den Japaner Hiroshi und Charlotte, Tochter aus reichem Hause. Doch die erwartet Lovestory bleibt aus. Stattdessen verlieren sich die beiden aus den Augen. Erst Jahre später am College kreuzen sich ihre Wege wieder. Hiroshi sieht den Grund dafür, dass er bei Charlotte keine Chance zu haben scheint im Unterschied zwischen Arm und Reich. Seine Folgerung daraus ist, dass es gilt, die Armut aus der Welt zu schaffen. Und er hat auch bereits einen Plan. Von diesem Punkt an nimmt die Handlung einen Dreh und wirkt nun keineswegs mehr wie eine Geschichte für Jugendliche. Stattdessen bekommt man eine unbestreitbar genial aufgezogene Mischung aus Science-Fiction und (Wissenschafts)thriller geboten. Gleichermaßen unterhaltsam, aber auch tiefgründig und auf den Spuren elementarer Fragen über die Menschheit und das Leben. Eine Mischung, die nie langweilig wird und bis zum Schluss bei Laune hält. Und zumindest mich auch noch darüber hinaus. Denn “Herr aller Dinge” ist keine Geschichte, die nach Ende des Hörbuchs sofort aus dem Kopf verschwindet. Ich habe noch einige Male darüber nachgedacht.

Matthias Koeberlins Stimme hat mir zu “Herr aller Dinge” sehr gut gefallen. Die ruhige und klare Erzählweise passt sowohl zur Spannung der Geschichte, als auch zu ihrem wissenschaflichen Aspekt. Das Hörbuch ist mit 574 Minuten nicht gerade kurz, aber es war nicht eine Minute lange anstrengend, ihm zuzuhören.

Ich mag die Kombination aus Schwarz und dem kräftigen Türkis der Motive, die sich innen wie außen über das gesamte Digipack ziehen, und sogar über die CDs.  Zudem passen sie gut zur Geschichte.

Fazit: Was wie eine Geschichte für Jugendliche beginnt, entwickelt sich zusehends zu einem sehr erwachsenen Wissenschfatsthriller, der sich grundlegenden Fragen der Menschheit und ihres Zusammenlebens annimmt.

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