Maulwurf

Die kleine Schnecke Monika Häuschen (22) – Warum buddeln Maulwürfe Hügel?

Titel: Die kleine Schnecke Monika Häuschen (22) – Warum buddeln Maulwürfe Hügel? / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 44 min / Sprecher: Kathi Naumann, Steffen Lukas, Jörg Hackelbörger ua

Inhalt: Auf der grünen Wiese des Gartens, in dem die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen wohnt, sind über Nacht seltsame braune Beulen gewachsen. Der gelehrte Ganter Günter weiß natürlich, dass diese nicht ansteckend sind und vom Maulwurf Erdwin stammen. Regenwurm Schorsch ist hocherfreut, einen Kollegen zu treffen, denn Erdwin ist ein ebenso erfahrener Buddler wie er selbst. Aber als Schorsch erfährt, dass Maulwürfe Regenwürmer zum Fressen gern haben, fühlt er sich in seinem geliebten Garten nicht mehr sicher. Muss der ohnehin schon schlecht gelaunte Regenwurm etwa auswandern oder hat Günter doch noch eine rettende Idee?


Wer hätte gedacht, dass sich in einem Garten so viele Geheimnisse verbergen? Diese Folge geht der Frage nach, wieso Maulwürfe Erdhügel aufwerfen.  Doch daneben werden auch viele Fragen zur Lebens- und Arbeitsweise der blinden Buddler beantwortet. Wie üblich meist von gebildeten Gänserich Günter, aber natürlich auch von Maulwurf Erdwin Buddel höchstpersönlich, dem Monika und ihre Freunde eines Tages begegnen. Der Spass kommt ebenfalls nicht zu kurz. Vor allem deshalb, weil Schorsch zunächst feststellt, dass er einiges mit dem fleißigen Erdarbeiter gemeinsam hat und sehr stolz darauf ist. Jedenfalls bis klar wird, dass er auf dessen Speiseplan steht und mit ihm im gleichen Garten gefährlich lebt. Es geht also rund unter den Freunden und Erdwin. Für mächig viel Vergnügen und manch flotten Spruch ist da gesorgt.

Neben den Sprechern der Hauptrollen mischt als Erdwin Jörg Hackelbörger mit. Seine brummelige, tiefe Stimme passt gut zu dem Maulwurf. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass er sich nicht so richtig zwischen Ruhrpott-Slang und Nordlihct-Mundart entscheiden kann. Er klingt sehr gemischt. Die übrigen Sprecher sind in gewohnt guter Form und es ist immer wieder schön, ihnen zu lauschen.

Das Titellied lädt auch bei Folge 22 noch zum Mitsingen ein. Die Geräuschkulisse beschränkt sich auf das Nötigste, kann sich aber -wenn. gut hören lassen.

Mit der dunklen Brille und dem rosa Näschen mit den kleinen Barthaaren ist Erdwin ausgesprochen niedlich geraten. Und Schorschs Gesichtsausdruck mal sofort klar, dass ihm der neue Gartenbewohner wenig behagt. Erneut ein fröhliches und sommerliches Motiv. Im Booklet kann man Maulwurfshügel zählen.

Fazit: Erneut eine lehrreiche und höchst vergnügliche Folge aus dem Garten. Das Konzept “Lernen mit Spaß” geht bei dieser Reihe voll auf.

Mole

Titel: Mole / Verlag: hoerspielprojekt.de / Spielzeit: ca. / Sprecher: Jamie Leaves, Sven Matthias, Christiane Marx, Paul Conrad, Marco Rosenberg ua

Inhalt: Wir schrieben das Jahr 1899, als sie das erste Mal auftauchten. Ganz plötzlich, niemand hatte sie zuvor gesehen. Durchbrachen das Erdreich, raubten unsere Kinder, danach die Frauen und die Männer und hinterließen nichts weiter als große, fast mannshohe Erdhügel. Daher bekamen sie ihren Namen: Mole.


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Heikel! Eine Geschichte anno 1899 und ich, das klappt in den seltensten Fällen. Entsprechend misstrauisch bin ich “Mole” gegenüber getreten. Doch die Bedenken legten sich schnell. Einfach, weil es nicht heraussticht, wann die Geschichte spielt. Weder die Sprache ist übermäßig altmodisch, noch kommt die Szenerie mit einer Kutsche nach der anderen daher. Was auch kein Wunder ist. Muss man ja zu Abbys Zeiten ständig fürchten, dass man samt Gefährt wortwörtlich im Boden versinkt und ins Reich der Mole geschleppt wird, wo ein grausiges Ende auf einen wartet. Nein, übermäßige Altertümlichkeit sucht man hier vergebens, was mir sehr entgegenkam. Dafür mutet die Szenerie endzeitlich an. Verlassene Gehöfte, Patienten eines Sanatoriums, die auf sich gestellt sind, und überall Menschen auf der Flucht. Mitten darunter Abby, Finn und Lissy, die sich bei einem Onkel von Abby Hilfe erwarten. Doch der Weg ist lang und gefährlich. Nicht nur wegen der Mole. Nachdem man also am Anfang direkt einen blutrünstigen Mole-Überfall miterlebt hat, begibt man sich mit den Freunden auf die spannende Reise. Mir war sie etwas zu lang, so nach dem Motto: ‘welche Steine können wir ihnen denn noch in den Weg legen?’, da man aber abwechslungsreich bei Laune gehalten wird, ist es mir nicht wirklich langweilig geworden. Etwas kürzer wäre aber schön gewesen. Ich frage mich nun , ob es eine Fortsetzung geben wird. Denn ich würde gerne wissen, woher die Mole kommen, was sie sind und was die Freunde in ihrer Zuflucht erleben. Zudem, was wird aus England? Kann doch nicht sein, dass die Moles es völlig untergraben…immerhin ist Mr. Llloyd ja noch kampfbereit dort…?

Als Abby ist Jamie Leaves zu hören. Sie spricht diese Rolle in der Geschichte, übernimmt mit ihr aber auch gelegentlich den Part einer Erzählerin. Man hört ihr die Traurigkeit, Angst und die Bedrücktheit über die Ereignisse deutlich an,was gut zu Abby passt, die bereits einiges erlebt hat. Hier und da klang sie mir zu “abgehackt”, nicht flüssig, doch das ist selten und fällt so insgesamt kaum ins Gewicht.  Deutlich munterer gibt sich Christiane Marx alias Lizzy. Beim ersten Satz hatte ich noch Sorge, ob mir diese hohe Stimme nicht zuviel werden würde, aber Christiane Marx haucht Lizzy so freches, burschikoses und sympathisches Leben ein, dass mir das später gar nicht mehr auffiel. Paul Conrad spricht den Finn mit für einen 15jährigen sehr viel Ernsthaftigkeit, so ergänzt er das Trio mit einem weiteren markanten Charakter. Sehr gut hat mir auch Sven Matthias als hilfsbereiter Mr. Lloyd gefallen. Seine Stimme passt sehr gut zu dieser Figur, und hat auch mir vermittelt, dass die drei Jugendlichen von ihm nichts zu befürchten haben.

Ich kann mich an keine Szene erinnern, die nicht mit Musik unterlegt ist oder durch Geräusche das Geschehen anschaulich gemacht wird. Da ist sehr gründlich und gewissenhaft gearbeitet worden, was sich auch ausgezahlt hat. Die düsteren, bedrückenden Stücke lassen Szenen mal schauerlich, dann spannend, und immer bedrohlich wirken. Die Geräusche können sich ebenfalls hören lassen. Sollte es eine Fortsetzung geben, würde ich aber gerne mal dem “Mahl” eine Moles lauschen…so richtig schön blutig 😉

Das altertümliche Schriftstück als Hintergrund passt gut zur Zeit der Geschichte, und der Maulwurfshügel mit den Pranken natürlich auch. Dafür wird nicht groß verraten, in welche Richtung die Story geht. Sonderlich schauerlich wirkt das Motiv nicht.

Fazit:  “Mole” hätte für meinen Geschmack etwas kürzer sein dürfen, dann hätte noch mehr Schwung drin gesteckt. Davon abgesehen aber eine unterhaltsame und zum Teil auch gruselige Geschichte mit Endzeitflair. Ich würde sie nicht vor dem Einschlafen im Dunklen hören…oder?

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