Merete Brettschneider

Die 5. Welle (Rick Yancey / Merete Brettschneider, Achim Buch, Philipp Baltus)

Titel: Die 5. Welle / Verlag: derHörverlag / Spielzeit: 874 min, 2 mp3-CDs / Buch: Rick Yancey / gelesen von: Merete Brettschneider, Achim Buch, Philipp Baltus

Inhalt: Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Das hat auch Cassie lernen müssen, denn seit der Ankunft der Anderen hat sie fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Eigentlich weiß sie, dass sie ihm nicht vertrauen sollte. Doch sie geht das Risiko ein und wird schon bald mit der Grausamkeit der fünften Welle konfrontiert.


Da niemand mit den Film zur Geschichte wollte und ich aktuell wenig zum Lesen komme, habe ich diese Reihe nun als Hörbuch begonnen. Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, geht von der Story aus dem Buch wenigstens nicht verloren. An sich habe ich es gar nicht mehr bzw nur in sehr engen Grenzen mit Dystopien und Apokalypsen. Diese allerdings kommt dermaßen düster und unheilvoll daher, dass es für mich in Ordnung geht. Außerdem hat die Menschheit es hier mit Aliens zu tun, was ebenfalls ganz nach meinem Geschmack ist. Wobei man jedoch nie genau weiß, wer oder was da mit dem Raumschiff gelandet ist, denn “die Anderen” (wie sie genannt werden) treten niemals in Erscheinung. Sie bringen “nur” die Wellen an Unheil über die Menschen, die für zahllose Tote sorgen. Die Wellen steigern sich von Mal zu Mal, werden immer grausamen und das sorgt natürlich immens für Spannung.
Cassie ist in dieser Welt auf sich alleine gestellt und kämpft ständig ums nackte Überleben. Ich habe sie sehr für ihren Mut bewunert, fand es aber andererseits auch gut, dass man immer auch ihre Einsamkeit und Traurigkeit heraushört. In Monologen erzählt sie von der Zeit vor der Invasion, wodurch ich ihre Situation noch einmal tragischer fand.
Es gibt aber noch zwei weitere Perspektiven aus denen ab einem bestimmten Punkt erzählt wird. Speziell die von Cassies fünfjährigen Bruder nimmt einen beim hören sehr mit. Wenn so ein kleiner Mensch von einer solch grausamen Welt erzählt, ist das schon erschreckend. Bens Perspektive dagegen hat bei mir wenig Eindruck hinterlassen.
Da gefiel mir Evan dann doch deutlich besser, zumal er sich trotz allem seine Menschlichkeit bewahrt hat. Er und Cassie ergänzen sich prima und ich habe gespannt verfolgt, wie sie sich durchschlagen.
Die Geschichte bringt alles mit, was man sich von ihr nur wünschen kann. Sie hat Tempo, ist spannend und dramatisch und teilweise geht es ganz ordentlich zur Sache. Solche Action muss man vertragen können, sonst hat es mit “Die 5. Welle” keinen Zweck.

Merete Brettschneider gefällt mir als Stimme von Cassie sehr gut. Sie bringt deren Gefühlslagen und Stimmungen absolut glaubhaft rüber, wodurch man nochmal mehr mit ihr mitfiebert und für sie hofft. Auch Achim Buch und Philipp Baltus kann man problemlos über längere Zeit hinweg lauschen ohne dass es je anstrengend wird. Zudem sorgen die drei Sprecher auch für eine gewisse Abwechslung. Obwohl die Geschichte schon rein inhaltlich nie langweilig ist, sorgt das doch nochmal für eine gewisse Auflockerung und Abwechslung.

Das Cover zeigt wohl eine Filmszene, wie es aussieht. Ich weiß es nicht, denn den Film habe ich, wie schon geschrieben, noch nicht gesehen. Aber zumindest vom Stil her ist es sicher an den Film angelehnt. Im Hintergrund ist die zerstörte Stadt zu sehen, vorne Cassie und Evan mit ihren Waffen. Beides vermittelt einen guten Eindruck und zwei der wichtigsten Fakten über die Geschichte.

Fazit:  Mir hat “Die 5. Welle” vom Anfang bis zum Ende gut gefallen, Spannend, rasant, düster, actionreich und erfreulich schonungslos dem Hörer gegenüber. Und vor allem mit einer erfrischend neuartigen Bedrohung. Endlich mal etwas, das aus dem Einheistbrei herausragt. Den Film sehe ich mir sicher auch noch an und an der Hörbuchreihe bleibe ich ebenfalls dran.

Riley – Im Schein der Finsternis (Alyson Noel / Merete Brettschneider)

Titel: Riley – Im Schein der Finsternis / Verlag: Radioropa / Spielzeit: ca. 248 min / gelesen von: Merete Brettschneider / Buch: Alyson Noel

Inhalt: Riley ist tot, und das genießt sie ausgiebig. Schließlich hat sie eine spannende Aufgabe: Seelen einzufangen, die auf ihrem Weg ins Jenseits verloren gegangen sind. Dabei sind es die schweren Fälle, derer sie sich mit Vorliebe annimmt. Allerdings fragt sie sich inzwischen, warum sie ausgerechnet diesem Geistermädchen Rebecca helfen wollte? Sie ist voller Hass und will nur Rache für ihren Tod: In einem gefährlich dunkel-glitzernden Nebel aus Zorn hält sie unzählige Seelen gefangen, um sie zu quälen. Riley ist verzweifelt wie kann sie diesem Grauen ein Ende setzen? Wie kann sie der Finsternis gegenübertreten, ohne sich selbst darin zu verlieren?


Rileys Abenteuer in der Geisterwelt gehen in die zweite Runde. Um es gleich vorweg zu nehmen, es ist durchaus ratsam, mit dem ersten Teil zu beginnen, denn Rileys Vorgeschichte wird hier nur sehr grob und eher nebensächlich erzählt. Andererseits bietet das natürlich umso mehr Raum für die Geschichte an sich, die somit sofort in die Vollen gehen könnte. Tut sie aber nicht. Für meinen Geschmack ist der Anlauf etwas zu lang geraten. Doch hat man ihn bewältigt, wird man mit einer Story belohnt, die der des ersten Teiles um einiges voraus ist. War der erste Teil noch recht leicht, teilweise auch recht humorvoll, so gibt es in “Im Schein der Finsternis” nichts mehr viel, über das man schmunzeln könnte. Rebeccas Rache hat es in sich und was Riley mit ihr erlebt, lässt einen auch schon mal schaudern. Speziell als Rebecca ihren Angriff auf Rileys Freund Bodie und ihren Hund Buttercup startet und Riley sie retten muss. Doch Riley wächst offenbar auch mit ihren Aufgaben, denn mir kam sie in diesem zweiten Teil eine ganze Spur erwachsener und vernünftiger vor. Das gewisse Etwas fehlt zwar auch diesem Teil noch, trotzdem stellt er eine ordentliche Steigerung zu Teil 1 dar und wenn sich die Reihe weiterhin so entwickelt, dann kann man mit ihr wirklich zufrieden sein. Nach einem Nebenbei-Spin-off klingt es jedenfalls sicher nicht.

Es hat einen Wechsel bei der Sprecherin gegeben. Wurde Teil 1 noch von Dorothee Sturz zu Gehör gebracht, ist hier nun Merete Brettschneider zu hören. Ich verstehe diese Umbesetzung zwar nicht, aber schlecht ist sie sicher nicht. Erstens hat Merete Brettschneider natürlich ebenfalls Erfahrung, zweitens klingt sie aber auch ernsthafter als Dorothee Sturz. Und das passt gut zu der Entwicklung, die Riley durchläuft, und im Laufe derer sie erwachsener und vernünftiger wird.

Beim Look bleibt es leider dabei, dass er sich nicht gerade aufregend und aufmerksamkeitheischend ist. Erneut ist eine Blume zu sehen, wenn auch eine andere und in anderer Farbe, erneut flattern dunkle Vögel daraus hervor. Ein ansehnliches Motiv, das allerdings keinen Bezug zur Geschichte zeigt.

Fazit:  Rileys Abenteuer legen eine Schippe drauf. Es wird unheimlicher und spannender. So darf sich die Reihe gerne weiterhin entwickeln.

© 2019 Frontier Theme